Schatten der Vergangenheit

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hafuhga
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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von hafuhga » 15.10.2016, 22:56

Ach wie geil, das waren ja zwei Kapiteln und endlich konnte ich Bilder von Monte Vista sehen...die Bilder sind übrigend super, die Stadt ist wunderschön. :verliebt:
Ich habe es nur angeschaut um zu testen ob es gut lief aber überhaupt nicht damit gespielt. Das möchte ich mal nachholen.

Davor musste ich aber herzlich lachen über Charlenes Debakel in der Disco! Frauen die überzeugt sind dass größere Brüste sie unwiderstehlich machen werden sind wirklich zu bedauern... wobei, in ihren Fall gibt es nichts zu bedauern, bei ihren Charakter bleibt nur Schadenfreude pur! :lachen:
Bin gespannt ob Katie noch befreundet mir ihr sein möchte ob ob ihr neue Beziehung der Richtige ist ... oder mehr dahinter steck?

Sehr lustig fand ich wie die bella Trisch von den italiener Casanovas verfolgt wurde! Das musste ich echt lachen wie du sie in Szene gestellt hast. Sehr richtig fand ich auch dass sie Kyle nicht mehr bedrängen will! Das war vernünftig... ob sie in andere Sachen auch vernunftig bleiben wird bin ich gespannt!

In Lucky Palms habe ich auch noch nicht gespielt und deswegen auch sehr gefreut über Annas Besuch dort... auch gespannt ob es mehrere Bilder von dort geben wird!

Beide Kapiteln haben mich sehr gut gefallen, :bravo deine schöne (und oder auch sehr lustige Sims) sind ein Vergnügung anzuschauen und deine Texte wie immer kurzweilig und sehr oft sehr lustig (Mccarran Internation Airport so so! :lachen:

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Simsi68
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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Simsi68 » 19.10.2016, 11:22

Hallo Marga!

So, auch hier kommt jetzt mein Kommentar...
Und auch hier gibt es gleich 2 Kapitel hintereinander
;)

Zu Kapitel 35:


Oh man, hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Charlene nicht mag? Bild
Neee echt, das ist wieder typisch: steht schon 15 Minuten früher als vereinbart draußen und meckert dann rum, weil sie warten musste, tstststs :kotz

Und oooooh, Katie fährt ´nen weißen BMW? Ich auch :engel1 Was ist es denn für einer? Man konnte ihn nirgends im ganzen sehen! :confus3

Ach, die Dame ist sich zu fein für den "Schuppen"? Na toll, das ist wieder typisch Charlene, diese hochnäsige arrogante Zicke :kopfschuetteln
Aber Katie hat recht. Sie will da rein und sie geht da rein; was Charlene letztendlich tut ist ihr egal. Das wär´s mir auch! :D
Katie sieht übrigens super aus; sehr hübsch und auch hübsch gekleidet! :< Im gegensatz zu Charlene mit ihrem extra tiefen Ausschnitt... :kotz Neeee, die geht irgendwie gar nicht, sorry...
(ich weiß, du wirst deine Gründe haben, dass du sie so darstellst, aber ich komm eben immer wieder darauf zurück, dass ich sie nicht leiden kann...)

Die anwesenden Männer stehen auch mehr auf so einen Typ Frau wie Katie, das merkt man sofort, wobei einer davon ja doch versucht hatte, Charlene anzusprechen... Die jedoch hat sich genau wie erwartet gleich im Vorfeld alles kaputt gemacht mit ihrer arroganten Art!
Und wie sie den Mann mit einem Pfui-Teufel-Gesichtsausdruck angeschnauzt hat :kotz
Jaja, da ist Katie komplett anders: sie ist freundlich und natürlich :D
Charlene wäre eigentlich auch hübsch; das sieht man ganz besonders hier auf diesem Bild; aber durch ihre ekelhafte Art kommt ihr Aussehen nicht zur Geltung.

Katie hatte sich wirklich toll mit den Männern unterhalten, während Charlene schließlich einfach abgehauen ist.
Und Kevin war scheinbar sehr angetan von Katie ;) Er war mir aber auch gleich sehr sympathisch; und ich glaube Katie war er auch sofort sehr sympathisch.

Es war auch besser so, dass Charlene nach Hause gefahren ist - und zwar für alle Beteiligten. Sie hätte Katie nur den Abend versaut.

Oooooh, und zum guten Schluss gab´s dann noch ´nen Kuss von Kevin für Katie :verliebt: Und sie haben ihre Handynummern ausgetauscht :herz3


Charlene...
Ach ja, genau: ihre Brust-OP steht ihr ja bevor! Aber die wird an ihrer Art und ihrem Charakter auch nichts ändern.
Bild


Zu Kapitel 36:[/b]

Aaaah jetzt geht´s in Monte Vista weiter…
Da wo Trish auf dem 1. Bild steht - der Turm - den kenn ich auch ;)
Es ist wirklich sehr schön dort! Das denk ich mir immer wieder, wenn ich dort spiele.

Ui, die Stadtmauer… Trish geht durch´s Stadttor :D
Und wieder mal spukt ihr Kyle im Kopf herum, als sie auf der Steinbank sitzt.

Warum nur muss ich ständig an ihn denken? ...
Na, warum wohl? Du hast dich wohl in ihn verknallt, liebe Trish ;)
Ja, Trish macht sich viele Gedanken über Kyle; sie denkt, sie wäre ihm gleichgültig, aber das ist sie ihm mit Sicherheit nicht!

Oh Gott, die 3 Männer! Die sind ja ganz schön dreist! Die laufen doch Trish auf Schritt und Tritt nach wie Hündchen. Oh man… So was Aufdringliches.
Trish musste sogar Zudringlichkeiten von Enrico abwehren. Du lieber Himmel! Aber sie hatte recht, dass sie da gleich durchgegriffen hat und gesagt hat, was Sache ist.
Aber ungefährlich ist das sicher nicht, dass Trish da ganz alleine als hübsche blonde junge Frau - also gefundenes Fressen für so manche Männer - herum läuft.

Oh wie süß das kleine Kätzchen doch ist. So putzig!

Och neeee, und jetzt sie auch noch der braungelockte an; aber sowas von!!! Man man man… Die haben wohl nicht verstanden, was Trish sagte oder aber sie wollen es einfach nicht akzeptieren!

Aaah, Kunst-Museum… Das gefiel Trish! Und … oh neeeeeeeeeeein, nicht schon wieder die 3 aufdringlichen Männer!!! Arme Trish! Aber sie weiß sich zum Glück zu wehren und konnte die 3 schließlich abschütteln!

Das Bild mit der untergehenden Sonne über dem Hügel ist übrigens wunderschön!



Julie und Trish am Pool…
Verständlich, dass Trish immer und immer wieder über Kyle nachdenkt. Sie meint natürlich, sie bedeutet ihm nichts, er will nichts von ihr; sie deutet seine „Abfuhr“ natürlich anders als Kyle das selbst erlebte. Wenn er wüsste, wie sehr Trish daran zu nagen hat… Hm, er wäre sicherlich am Boden zerstört über das was er getan hat.

Arme Julie… Nur weil Fabio Carlo´s Neffe ist, kommt ihr Vater nicht zur Hochzeit. Und von Craig ganz zu schweigen; der hasst sogar Fabio. Und ihr Mutter kann aus gesundheitlichen Gründen nicht so weit verreisen. Na, und so ist es mit vielen anderen Bekannten und Freunden, die Julie gerne bei ihrer Hochzeit dabei gehabt hätte: alles nur wegen Carlo.

Im Übrigen glaube ich, dass Carlo Dich mag, Trish. Wie findest Du ihn eigentlich?
Ach herrjeh, Julie!!! Carlo könnte vom Alter her Trish´s Vater sein! :augen:

Anna in Lucky Palms…
Sie muss also noch warten, da sich Jason etwas später einfinden wird. Nun, obwohl sich Anna etwas verloren vorkommt, kann sie die Zeit doch noch gut überbrücken.
Aaaah, und endlich ist Jason da und die Freude ist groß! Verständlich!
Ohjeeee, die Hitze… Die wäre nichts für mich! Bild
Und dann geht´s in Jason´s Auto weiter nach Lucky Palms… Wow, die Gegend ist wirklich schön! Vor allem von dir schön eingefangen!

„Anna, wenn Du noch nicht soweit bist. Ich werde Dich nicht drängen. Du entscheidest den Zeitpunkt, okay?“
Also DAS finde ich super! Jason ist wirklich ein sehr einfühlsamer junger Mann! Das muss ich schon sagen! :<

Ach, so frisch verliebt zu sein ist schon was Schönes :verliebt: Sich langsam kennen lernen, die Vorlieben des anderen entdecken usw.
Aber andererseits, wenn man sich lange und gut kennt und sich immer noch liebt, ist das nicht weniger schön (spricht aus eigener Erfahrung :D) Bild

Das waren wieder 2 wirklich tolle Kapitel, super geschrieben und mit mehr als passenden, wunderschönen super eingefangenen Bildern versehen, liebe Marga; hat mir wieder super gefallen! :hug02

Und jetzt freu ich mich schon wieder auf die Fortsetzung Bild

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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cheli24
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Re: Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 03.11.2016, 02:00

Hallo zuammen, :winken

bevor es mit einem neuen Kapitel weitergeht, erst noch zu hafuhga' s und Astrid' s Kommentare, über die ich mich wieder riesig gefreut habe. Vielen Dank auch für die Dankeklicks und ein Dankeschön an die Stillen Leser, sollte es welche geben.




Hallo hafuhga!
hafuhga hat geschrieben:Ach wie geil, das waren ja zwei Kapiteln und endlich konnte ich Bilder von Monte Vista sehen...die Bilder sind übrigend super, die Stadt ist wunderschön. :verliebt: Ich habe es nur angeschaut um zu testen ob es gut lief aber überhaupt nicht damit gespielt. Das möchte ich mal nachholen.

Ich habe sehr gerne in Monte Vista gespielt, es ist einfach traumhaft dort, vor allem sehr hell und farbenfroh. Und für meine Geschichte war es wie gemacht.
hafuhga hat geschrieben:Davor musste ich aber herzlich lachen über Charlenes Debakel in der Disco! Frauen die überzeugt sind dass größere Brüste sie unwiderstehlich machen werden sind wirklich zu bedauern... wobei, in ihren Fall gibt es nichts zu bedauern, bei ihren Charakter bleibt nur Schadenfreude pur! :lachen: Bin gespannt ob Katie noch befreundet mir ihr sein möchte ob ob ihr neue Beziehung der Richtige ist ... oder mehr dahinter steck?
Na ja, nach der Aktion hatte Katie die Schnauze gestrichen voll. Wer könnte es ihr auch schon verdenken? Charlene ist einfach egoistisch und sucht die Fehler stets bei anderen, aber nie bei sich selbst. So ist jetzt natürlich auch Katie Schuld, dass an diesem Abend kein Mann angebissen hat. Zumindest keiner, der ihr gefallen hatte, bis auf Kevin. Nun ja und der hatte ja nur Augen für Katie.
hafuhga hat geschrieben:Sehr lustig fand ich wie die bella Trisch von den italiener Casanovas verfolgt wurde! Das musste ich echt lachen wie du sie in Szene gestellt hast. Sehr richtig fand ich auch dass sie Kyle nicht mehr bedrängen will! Das war vernünftig... ob sie in andere Sachen auch vernunftig bleiben wird bin ich gespannt!
Ja, die drei Männer waren in der Tat schon sehr dreist. Ich glaube, ich wäre an Trish' s Stelle ausgerastet. Aber es freut mich, dass es Dir gefallen hat. Die saßen schon in diesem Lokal, als ich Trish dorthin platziert hatte. Und die hatten die tatsächlich ständig angestarrt und so ist mir dann diese Idee gekommen. Na ja, schauen wir mal, wie sich Trish Kyle gegenüber verhalten wird. Aber wir wissen ja auch, dass sie sehr neugierig ist.
hafuhga hat geschrieben:In Lucky Palms habe ich auch noch nicht gespielt und deswegen auch sehr gefreut über Annas Besuch dort... auch gespannt ob es mehrere Bilder von dort geben wird!

Wir werden auf jeden Fall nochmal nach Lucky Palms zurückkehren und natürlich wird es davon dann auch Bilder geben.
hafuhga hat geschrieben:Beide Kapiteln haben mich sehr gut gefallen, :bravo deine schöne (und oder auch sehr lustige Sims) sind ein Vergnügung anzuschauen und deine Texte wie immer kurzweilig und sehr oft sehr lustig (Mccarran Internation Airport so so! :lachen:

Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe hafuhga. :hug02 Im Übrigen, der Flughafen in Las Vegas heißt wirklich so. Ich war dort schon und diese Einarmigen Banditen gibt es innerhalb der Flugzeughalle. Es ist einfach nur nervtötend.




Hallo Astrid!


Simsi68 hat geschrieben:Hallo Marga! Oh man, hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich Charlene nicht mag? Bild Neee echt, das ist wieder typisch: steht schon 15 Minuten früher als vereinbart draußen und meckert dann rum, weil sie warten musste, tstststs :kotz
Ja, ich glaube, Du hast schon mehrmals erwähnt, dass Du die nicht magst. Eben, sie ist doch selbst schuld und wenn man in diesem Aufzug mit einer Bordsteinschwalbe verwechselt wird. Geschieht ihr Recht.
Simsi68 hat geschrieben:Und oooooh, Katie fährt ´nen weißen BMW? Ich auch :engel1 Was ist es denn für einer? Man konnte ihn nirgends im ganzen sehen!
:confus3

Oh, das kann ich Dir gar nicht sagen. Da müsste ich mal nachschauen, wenn ich wieder im Spiel bin bzw. mit dem Speicherstand spiele. Aber der BMW taucht ja nochmals kurz auf, wenn Katie Charlene aufsucht. Erinnerst Du Dich noch daran? Ich weiß allerdings nicht, ob man da mehr davon sieht. Er hat ein rotes Innenleder, mehr weiß ich momentan nicht.
Simsi68 hat geschrieben:Ach, die Dame ist sich zu fein für den "Schuppen"? Na toll, das ist wieder typisch Charlene, diese hochnäsige arrogante Zicke :kopfschuetteln Aber Katie hat recht. Sie will da rein und sie geht da rein; was Charlene letztendlich tut ist ihr egal. Das wär´s mir auch! :D
Katie war stocksauer und zu Recht. Charlene hatte den Club vorgeschlagen und Katie war wildentschlossen, sich dort zu amüsieren.
Simsi68 hat geschrieben:Katie sieht übrigens super aus; sehr hübsch und auch hübsch gekleidet! :< Im gegensatz zu Charlene mit ihrem extra tiefen Ausschnitt... :kotz Neeee, die geht irgendwie gar nicht, sorry...(ich weiß, du wirst deine Gründe haben, dass du sie so darstellst, aber ich komm eben immer wieder darauf zurück, dass ich sie nicht leiden kann...)

Ja, sicher habe ich meine Gründe, sie so darzustellen. Ich brauche doch ein Pendant zu Katie. Nee, so ist es für meine Zwecke schon okay.
Simsi68 hat geschrieben:Die anwesenden Männer stehen auch mehr auf so einen Typ Frau wie Katie, das merkt man sofort, wobei einer davon ja doch versucht hatte, Charlene anzusprechen... Die jedoch hat sich genau wie erwartet gleich im Vorfeld alles kaputt gemacht mit ihrer arroganten Art! Und wie sie den Mann mit einem Pfui-Teufel-Gesichtsausdruck angeschnauzt hat :kotz Jaja, da ist Katie komplett anders: sie ist freundlich und natürlich :D

Ja, die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein. Und ich mag einfach Charlene' s Mimik. Das hat sie echt gut drauf.
Simsi68 hat geschrieben:Charlene wäre eigentlich auch hübsch; das sieht man ganz besonders hier auf diesem Bild; aber durch ihre ekelhafte Art kommt ihr Aussehen nicht zur Geltung.

Ja, vermutlich hast Du Recht. Aber Trish bekommt solch eine Mimik überhaupt nicht hin. Ich glaube, selbst wenn ich Charlene natürlich kleiden würde, eine andere Frisur und so, es käme immer aufs gleiche raus. Ich muss doch wirklich mal drauf achten, welche Merkmale ich ihr gegeben habe.
Simsi68 hat geschrieben:Katie hatte sich wirklich toll mit den Männern unterhalten, während Charlene schließlich einfach abgehauen ist.Und Kevin war scheinbar sehr angetan von Katie ;) Er war mir aber auch gleich sehr sympathisch; und ich glaube Katie war er auch sofort sehr sympathisch.
Für Katie sind alle Menschen gleich, ob dick oder dünn, groß oder klein, schwarz oder rot etc,. das alles spielt bei ihr keine Rolle. Ja und Kevin fand Katie auch sehr sympathisch.
Simsi68 hat geschrieben:Es war auch besser so, dass Charlene nach Hause gefahren ist - und zwar für alle Beteiligten. Sie hätte Katie nur den Abend versaut.
Ja, entweder das oder Katie hätte Charlene eigenhändig erwürgt.
Simsi68 hat geschrieben:Charlene...Ach ja, genau: ihre Brust-OP steht ihr ja bevor! Aber die wird an ihrer Art und ihrem Charakter auch nichts ändern.Bild

Nee, da wird sich nichts ändern, der faule Kern bleibt ja bestehen.
Simsi68 hat geschrieben:Aaaah jetzt geht´s in Monte Vista weiter…Da wo Trish auf dem 1. Bild steht - der Turm - den kenn ich auch ;) Es ist wirklich sehr schön dort! Das denk ich mir immer wieder, wenn ich dort spiele.

Ich liebe Monte Vista, auch wenn es für die Story nur zweite Wahl war. Die Stadt, in der ich diese Szenen spielen wollte und in der auch die Soap gespielt hatte, die gab es leider nirgendwo. Ich hatte zig Welten abgeklappert, aber die war leider nicht aufzutreiben. Also hatte ich mich kurzerhand für Monte Vista entschieden und ich habe es nicht bereut. Für die Außenaufnahmen war es wie geschaffen, ebenso wie Lucky Palms.
Simsi68 hat geschrieben:Ja, Trish macht sich viele Gedanken über Kyle; sie denkt, sie wäre ihm gleichgültig, aber das ist sie ihm mit Sicherheit nicht!
Nun ja, das Desaster beim Anlegen des Abhörgerätes und Kyle' s Verhalten haben sie zutiefst verunsichert. Eine andere Reaktion wäre eine Überraschung gewesen.
Simsi68 hat geschrieben:Oh Gott, die 3 Männer! Die sind ja ganz schön dreist! Die laufen doch Trish auf Schritt und Tritt nach wie Hündchen. Oh man… So was Aufdringliches.Trish musste sogar Zudringlichkeiten von Enrico abwehren. Du lieber Himmel! Aber sie hatte recht, dass sie da gleich durchgegriffen hat und gesagt hat, was Sache ist.
Ich glaube, ich wäre ausgerastet. So etwas audrungliches und penetrantes, hat die Welt noch nicht gesehen. Aber wie ich es bei hafuhga schon geschrieben hatte, die hatten wirklich so auf Trish reagiert. Und dann in ich auf die Idee mit dieser Szene gekommen.
Simsi68 hat geschrieben:Aber ungefährlich ist das sicher nicht, dass Trish da ganz alleine als hübsche blonde junge Frau - also gefundenes Fressen für so manche Männer - herum läuft.

Nun ja, es war schon etwas leichtsinnig und im Nachhinein wird ihr das auch bewusst geworden sein. Aber sie hatte sich nichts dabei gedacht.
Simsi68 hat geschrieben:Oh wie süß das kleine Kätzchen doch ist. So putzig!
Ja, die ist plötzlich aufgetaucht und immer um Trish's Beine herumgeschlichen und dann habe ich sie eben gelassen. Die kleine Kätzchen und Welpen sind wirklich sehr süß.
Simsi68 hat geschrieben:Das Bild mit der untergehenden Sonne über dem Hügel ist übrigens wunderschön!

Dankeschön. Das Bild gefällt mir auch ganz gut.
Simsi68 hat geschrieben:Julie und Trish am Pool…Verständlich, dass Trish immer und immer wieder über Kyle nachdenkt. Sie meint natürlich, sie bedeutet ihm nichts, er will nichts von ihr; sie deutet seine „Abfuhr“ natürlich anders als Kyle das selbst erlebte. Wenn er wüsste, wie sehr Trish daran zu nagen hat… Hm, er wäre sicherlich am Boden zerstört über das was er getan hat.

Ich glaube, das ist ihm erst bewusst geworden, nachdem ihm Katie den Kopf gewaschen hatte.
Simsi68 hat geschrieben:Arme Julie… Nur weil Fabio Carlo´s Neffe ist, kommt ihr Vater nicht zur Hochzeit. Und von Craig ganz zu schweigen; der hasst sogar Fabio. Und ihr Mutter kann aus gesundheitlichen Gründen nicht so weit verreisen. Na, und so ist es mit vielen anderen Bekannten und Freunden, die Julie gerne bei ihrer Hochzeit dabei gehabt hätte: alles nur wegen Carlo.

Ja, sie hat schon so ihre Zweifel. Immerhin arbeitet ihr Vater für die Steuerbehörde und hatte einstmals gegen Carlo und dessen Firma ermittelt und ein Verfahren gegen ihn angestrebt. Ich weiß jetzt nur nicht, ob es schon zur Sprache gekommen ist oder ob das noch kommt.
Simsi68 hat geschrieben:Ohjeeee, die Hitze… Die wäre nichts für mich! Bild
Und dann geht´s in Jason´s Auto weiter nach Lucky Palms… Wow, die Gegend ist wirklich schön! Vor allem von dir schön eingefangen!
Da habe ich ein bisschen getrickst. Die Aufnahmen im Auto und auch, als sie auf den Freeway auffahren, ist eine andere Welt. Die hatte ich nur für diese Szenen benutzt. Die anderen Szenen spielen in Lucky Palms, das ich in der Nähe von Las Vegas angesiedelt habe und in Nevada ist es natürlich im Frühsommer schon sehr warm. Für mich wäre das auch nichts. In Nevada und Arizona herrschen im Hochsommer Temperaturen weit über der 40 Grad-Marke, nee danke.
Simsi68 hat geschrieben:Das waren wieder 2 wirklich tolle Kapitel, super geschrieben und mit mehr als passenden, wunderschönen super eingefangenen Bildern versehen, liebe Marga; hat mir wieder super gefallen! :hug02


Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02

So und gleich im Anschluß geht es mit zwei neuen Kapiteln weiter.

LG cheli24 (Marga)

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 03.11.2016, 02:01


Die Kommentarbeantwortung befindet sich ein Post davor!



Hallo zusammen, :winken

ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.

LG cheli24 (Marga)




Kapitel 37



Er gehört zu mir…


Schäumend vor Wut warf Charlene den Laptop auf den Boden, während zuvor ihr schnurloses Telefon schon in der Küche gelandet war. Sie kochte innerlich vor Zorn und hätte gerne alles, was ihr in die Hände fiel, aus dem Fenster geworfen.

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Gerade hatte sie einen Anruf Monique‘ s erhalten, die ihr brühend warm erzählt hatte, dass Amanda Garrisson, Bridgeports Klatschtante Nummer 1, Kyle vor einigen Wochen zusammen mit Trish Hudson auf dem Sommerfest gesehen hätte. Die beiden seien sehr vertraut miteinander gewesen und hätten sich in aller Öffentlichkeit geküsst.

Ausgerechnet diese Solarium-gebräunte Barbiepuppe, dieses Flittchen mit ihren blondierten Haaren und mit Silikon bestückten Titten
, dachte Charlene giftig. Sie hatte sie nie persönlich getroffen, aber Trish zierte etliche Magazine der Klatschpresse. Von Anfang an war sie Charlene ein Dorn im Auge gewesen. Seit sie wieder in Bridgeport aufgetaucht war, kannten die Herren der Schöpfung und Fotografen nur eine Person. Aber diesmal war sie, Charlene Evans, am Zuge. Trish würde Kyle nicht bekommen, dafür würde sie schon sorgen. Ihr zweiter Plan war zwar auch nicht aufgegangen, aber sie würde nicht locker lassen. Es musste ihr doch irgendwie gelingen, Kyle zu verführen. Sie hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben und bastelte schon an Plan Nummer 3.

Charlene hatte sich einige neue sündhaft teure Kleider gekauft. Sie hatte gerade das rote Abendkleid anprobiert, als Monique angerufen hatte. Kritisch betrachtete sie sich im großen Wandspielgel, der im Wohnzimmer hing. Sie war rank und schlank, hatte eine super Figur und sah doch tausend Mal besser aus als dieses affektierte Blondchen, wie sie fand. Gut, ihr Busen konnte man nicht als üppig bezeichnen, weshalb sie auch diese Brust-OP vornehmen lassen wollte. Sie hatte eine helle Haut, die schnell zu Sonnenbrand neigte. Aber dem konnte man im Solarium Abhilfe schaffen.

Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, als Katie ihr damals Kyle vorgestellt hatte. Wann immer sie es hatte einrichten können, war sie zu Gast bei den Fairchilds gewesen. Offiziell, um ihre Freundin zu besuchen, inoffiziell Kyle so oft wie nur möglich zu sehen. Er war ihr gegenüber sehr freundlich gewesen, aber immer ein wenig distanziert. Um ihn für sich zu gewinnen, entwickelte sie zu ihm eine gute Freundschaft. Irgendwann war sie sogar zu seiner Vertrauten geworden und er hatte ihr oft von seiner verstorbenen Frau erzählt. Charlene hatte gute Miene zum bösen Spiel gemacht und geheuchelte Anteilnahme gezeigt. In Wirklichkeit hatte sie es nicht im Geringsten interessiert, wie toll ihre Vorgängerin gewesen war. Doch mehr war bislang nicht zwischen ihnen passiert. Jedes Mal, wenn sie ihn traf, wünschte sie sich sehnlichst, es möge nun endlich geschehen. Aber irgendwie schien er gegen sie immun zu sein. Und jetzt sollte diese Hudson die Rolle einnehmen, die eigentlich ihr zustand? Niemals würde sie das zulassen, Kyle gehörte ihr!

Nachdem sie ihr Telefon vom Fußboden aufgehoben hatte, das im Gegensatz zu ihrem Laptop, zum Glück nicht kaputt gegangen war, fasste sie einen Entschluss. Energisch tippte sie eine Nummer in ihr Handy ein und wartete.

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Als der Teilnehmer sich meldete sagte sie in barschem Ton: „Evans hier. Ich brauche schnellstens einen Termin.“

Ungeduldig lauschte sie dem Gesprächspartner, ehe sie wütend schrie: „Sie wissen wohl nicht, wen Sie vor sich haben. Das ist mir egal. Dann schauen Sie gefälligst nach. Für was bezahlt man Sie eigentlich? Nein, beim Professor persönlich. Jetzt hören Sie mir mal gefälligst zu, Miss. Meine Eltern überweisen Ihnen jedes Jahr eine beachtliche Summe für Ihr Schönheits-Institut. Dann kann ich doch wohl von Ihnen erwarten, dass Sie mir schnellstens einen zeitnahen Termin nennen. Ja, aber dalli, dalli, ich habe nicht ewig Zeit.“

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Gelangweilt trommelte sie mit ihren Fingernägeln auf der Tischplatte herum. Kurz darauf erhellte sich ihre Miene und sie sagte: „Na also, geht doch. Morgen 8 Uhr“.

Ohne sich zu bedanken, beendete sie das Gespräch mit einem Tastendruck. Schnell ging sie ins Schlafzimmer und zog sich bis zur Unterwäsche aus. In ihrem neuen Bikini stellte sie sich vor dem großen Wandspielgel, der im Wohnzimmer hing und begutachtete ihren Busen von allen Seiten. Ja er sollte schön groß und fest werden, denn offensichtlich standen Kyle und die anderen Kerle auf so etwas. Die Vorfreude war groß, denn endlich würde sie auch solche sexy Outfits tragen können, die die Oberweite betonte.

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Zufrieden ging sie zu ihrem Kleiderschrank und wühlte in ihren Klamotten. Letztendlich lag alles verstreut auf dem Boden herum, ein einziges Chaos herrschte in ihrem Schlafzimmer. Aber egal, morgen kommt ja die Haushälterin. Die kann schon mal etwas tun für ihr Geld.

Nacheinander zog sie ihre neuen Outfits an und begutachte sich im großen Schlafzimmerspiegel. Das schwarze Lederkleid, das tief ausgeschnitten war…

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Das mit schwarz-roten Pailletten bestückte Abendkleid, das nicht nur vorne, sondern auch hinten tief blicken ließ…

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Die anderen beiden Bade-Outfits probierte sie im Wohnzimmer an…

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Kyle werden die Augen ausfallen, wenn er mich darin sieht. Dann wird er endlich begreifen, dass er zu mir gehört. Kyle, ich kann es gar nicht mehr erwarten, bis Du wieder da bist.

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Als letztes zog sie die Unter- und Nachtwäsche an, die sie bei ihrem „ersten Mal“ mit Kyle tragen würde…

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In diesem Outfit muss er endlich schwach werden. Ich werde ihn nach allen Regeln der Kunst verführen. Oh ja, wir werden gar nicht mehr aus dem Bett kommen. Ich bin eine fantastische Liebhaberin und ich werde Dir zeigen, wie gut ich bin.

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Charlene war trotz allen Bemühens und etlichen Arztbesuchen ihrer Eltern, ein Einzelkind geblieben. Dementsprechend war sie erzogen worden. Sie hatte nie teilen gelernt oder auf andere Rücksicht nehmen müssen. Ihre Eltern hatten ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Schon in frühen Jahren hatten sich ihr Egoismus und der grenzenlose Jähzorn abgezeichnet. In der Schule war sie immer der Star gewesen und hatte stets eine Horde Untergebene um sich geschart. Eine echte Freundin hatte sie nie gehabt, sie brauchte keine Konkurrenz um sich herum. Je älter sie wurde, umso schlimmer wurde es. Gab es einen Jungen den sie wollte, hatte sie alles daran gesetzt, ihn auch zu bekommen. Dabei hatte es sie nie interessiert, ob diese bereits in festen Händen waren. Sie hatte sie stets mit ihrem Taschengeld, das recht üppig gewesen war, gekötert. Teure Geschenke gemacht, sie zum Essen oder ins Kino eingeladen. Es war ihr nie in den Sinn gekommen, die Jungs könnten sie nur ausnutzen.

Mit 17 Jahren hatte sie sich unsterblich in einen ein Jahr älteren Mitschüler verliebt, der der beste Quaterback seines Jahrganges gewesen war. Sie hatte ihm alles gekauft, was annähernd in ihrer Macht gestanden hatte. Aber er hatte sie bitter enttäuscht. Durch Zufall war sie Zeugin eines Gesprächs geworden, das sie zutiefst verletzt hatte. Vor seinen Freunden hatte er sich über ihren Busen lächerlich gemacht, der aussehen würde, als hätte man zwei Rosinen auf ein Brett gespickt. Sie hatte sich bitter an ihm gerächt, indem sie ihm eine verbotene Substanz untergejubelt hatte, die er als Footballspieler nie hätte einnehmen dürfen. Geschickt hatte sie die Substanz in einen Riegel gemischt, den sie ihm täglich mitgebracht hatte. Das Mittel hatte sie sich für viel Geld von einem Typen beschaffen lassen, den sie in einem Park aufgetrieben hatte. Bei einer Dopingkontrolle war er schließlich wegen verbotener Anabolika überführt und von der regionalen Dopingbehörde bis auf weiteres gesperrt worden. Seine geplante Profikarriere hatte er sich somit abschminken können.

Oh nein, niemand sollte sie je unterschätzen.

Es war schon am Abend, als Charly ihre kleine private Modeschau beendet hatte. Noch einmal zog sie das rote Kleid über und fügte einige Posen vor dem Schlafzimmerspiegel aus.

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Dieses Kleid gefiel ihr zusammen mit dem schwarz-roten am besten und würde ihren Busen hervorragend zur Geltung bringen. Sie musste Kyle endlich von ihren Qualitäten überzeugen. Entschlossen ging sie zu den großen Schlafzimmerfenstern, von wo man nicht nur einen herrlichen Blick auf das Lichtermeer der Stadt hatte, sondern auch die gegenüberliegende Stadtseite, die etwas gebirgig lag, gut einsehen konnte.

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Irgendwo da oben wohnten Kyles Eltern und wahrscheinlich war er jetzt bei ihnen. Bald, das wusste sie, würde sie da oben mit ihm wohnen. Sehnsuchtsvoll blickte sie hinauf, als könne sie ihn irgendwo im Dunkeln erblicken.

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Es gab noch genug Bauplatz und sie würden sich ein großes pompöses Haus bauen lassen, in dem die High Society ein- und ausgehen würde.

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Kapitel 38 folgt..

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 03.11.2016, 02:03

Bitte das Kapitel davor beachten!



Kapitel 38


Wenn die Erinnerung allgegenwärtig ist



Monte Vista


Trish war schon früh wach geworden. Da das künftige Brautpaar und Carlo am heutigen Tage den Hochzeitstag proben wollten und fast den ganzen Tag außer Haus sein würden, wollte Trish die Gelegenheit nutzen, sich ein wenig in Carlos Arbeitszimmer „umzusehen“. Auch Romina, Carlo’s Haushälterin, hatte heute ihren freien Tag, so dass die Gelegenheit für ihr Vorhaben günstig war. Nach dem Frühstück, das man gemeinsam eingenommen hatte, machten sich die Drei auf den Weg. Trish wünschte ihnen viel Spaß und trug das Geschirr in die Küche. Nachdem sie das Esszimmer wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht hatte, ging sie ins Schlafzimmer, um ihre Lederhandschuhe überzuziehen. Schließlich wollte sie keine Fingerabdrücke hinterlassen. Sie nahm auch noch gleich ihre Digitalkamera mit und begab sich damit auf den Weg in Carlo‘s Arbeitszimmer.

Wie sie vermutet hatte, war es verschlossen. Dies stellte für Trish jedoch kein Hindernis dar, da sie gestern Abend durch Zufall beobachtet hatte, wo Carlo die Schlüssel aufbewahrte.

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Schnell ging sie zur Kommode im Flur und zog die Schublade auf. Gezielt nahm sie den kleinen Steckschlüssel in die Hand und ging zu dem kleinen Tischchen, das daneben stand.

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Sie kniete sich nieder und ertaste das kleine Kästchen, das sich unter dem Schreibtisch befand. Mit geschickten Händen platzierte sie den Schlüssel und zog nach einem leisen Knicken die Schublade auf. Dort befanden sich mehrere Schlüssel. Trish suchte gezielt nach einem schmalen aus Messing. In der Tat hatte sie ihn schnell gefunden. Rasch schloss sie Carlos Arbeitszimmer auf und begab sich auf die Suche.

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Sie fand jede Menge Geschäftsberichte, Bilanzen, Rechnungen und Aufträge, das meiste aber auf Italienisch verfasst. In einer Schublade befand sich ein Ordner, der jede Menge Fotos beinhaltete. Sie sah sie flüchtig durch, bis ihr Blick auf dem Foto einer blondhaarigen Frau hängen blieb. Diese stand neben Carlo, der den Arm um sie gelegt hatte und dessen rechte Hand auf der Schulter eines kleinen Jungen ruhte. Neugierig betrachtete Trish das Foto näher. Der kleine Junge auf dem Bild musste Fabio sein, die Frau jedoch war ihr fremd. Aber es musste schon sehr lange zurückliegen, denn Carlo sah auf dem Foto noch sehr jung aus. Fast hätte sie ihn gar nicht erkannt, denn auch die Nase war etwas anders. Aber Julie hatte in einem Gespräch einmal erwähnt, dass sich Carlo vor einigen Jahren das Nasenbein gebrochen hatte. Trish blätterte weiter und sah plötzlich ein Bild, das Carlo neben ihrem Vater zeigte. Ihr Vater schien gute Miene zum bösen Spiel zu machen, während Carlo fast siegessicher in die Kamera lächelte. Sie wusste aus Erzählungen ihrer Mutter, dass die beiden Männer früher einmal ganz gut befreundet gewesen waren. Welcher Grund das Zerwürfnis hervorgerufen hatte, war ihrer Mutter jedoch nicht bekannt. Ihren Vater konnte sie nicht danach fragen, der wäre an die Decke gegangen. Für ihn war Carlo immer noch ein Reizthema.

Trish blätterte ein paar Seiten weiter und erschrak fast zu Tode, als sie in ein ihr bekanntes Gesicht blickte. Es zeigte sie als kleines Mädchen. Direkt darunter befand sich das Hochzeitsbild ihrer Eltern. Trish stutzte überrascht. Wie kam Carlo zu diesen Fotos, welchen Bezug hatte er dazu? Sie wollte den Ordner gerade wieder hineinlegen, als ein weiteres Foto zum Vorschein kam. Trish zuckte zusammen, als sie die Person auf dem Foto sah. Nicht einmal ein Erinnerungsfoto hatte ihr Vater zuhause aufgehängt. Aber als sie einmal als Teenager in der Schublade ihres Vaters herumgestöbert hatte, war ihr genau dieses Bild in die Hände gefallen. Jedoch hatte sie ihn nicht danach fragen können, ohne sich selbst dabei zu verraten. Was um alles in der Welt hatte Carlo damit zu tun und warum war er im Besitz persönlicher Bilder ihrer Eltern? Was hatte das nur zu bedeuten? Zu gerne hätte Trish das Bild an sich genommen. Aber die Gefahr, dass Carlo das Verschwinden des Fotos bemerken könnte, erschien ihr zu riskant.

Trish begab sich zum großen Bücherregal, wo sich aktuelle Bilanzen befanden, sowie Papiere irgendwelcher Schürfrechte. Aber keinerlei Hinweise auf frühere Eigentümer der Bohrrechte.

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Sie hatte keine Ahnung, was es damit auf sich hatte. Und dann entdeckte sie plötzlich in einem der Geschäftsbücher eine Liste mit jeder Menge Namen. Dahinter befanden sich irgendwelche Zahlen und Codenummern.

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Schnell nahm Trish ihre Kamera in die Hand und fotografierte die nahezu 10 Seiten lange Liste. Es waren Namen z. T. Stadtbekannter Persönlichkeiten, sowie Politiker, aber auch welche, die sie vom Namensursprung her, mit der Mafia in Bezug brachte. Als sie auf der letzten Seite angekommen war, erstarrte sie. Aufgeführt waren unter den Nummern 49 und 50, sie konnte es kaum glauben… Mario Gagliano und Peter Chapman! Was hat denn das zu bedeuten? Jasons Vater ist seit 14 Jahren tot, warum taucht er auf dieser Liste auf? Und dieser Gagliano auch. Das kann doch keine Namensgleichheit sein oder etwa doch? Ihre Überraschung hätte nicht größer sein können. Etwas verwundert war sie, dass sich hinter beiden Namen ein Sternchen befand. Hm, warum denn das? Aber komischerweise nirgendwo eine Fußnote.

Noch völlig in Gedanken widmete sie sich seinem Laptop, den er seltsamerweise nicht abgeschaltet hatte. Oh, er hat ein Update gemacht, wahrscheinlich hat er ihn deshalb angelassen. Wie und ein Passwort hat er auch nicht angelegt? Das ist aber leichtsinnig. Na ja, mal schauen, ob ich etwas Brauchbares finde. Carlo war ein sehr ordentlicher Mensch und so hatte er all seine Dateien säuberlich und alphabethisch in Ordnern abgelegt. Sie durchkämmte einige, aber etwas Brauchbares war nicht wirklich dabei. Sie fand noch eine zweite Liste, die sie auf ihren USB-Stick speicherte. Vieles war aber in italienischer Sprache verfasst, so dass sie damit nicht viel anfangen konnte.

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Dennoch war Trish mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Sie legte wieder alles ordentlich an seinen Platz, schloss das Arbeitszimmer ab und legte die Schlüssel zurück in die Schublade.

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Mit der Kamera in der Hand ging sie hoch in ihr Zimmer, schaltete ihren Laptop an und kopierte die Bilder auf eine externe Festplatte. Bei der ersten Gelegenheit würde sie Kyle darüber informieren.

Das Foto ließ ihr jedoch keine Ruhe mehr. Die Erinnerung war fast schon verblasst, nur noch schemenhaft vorhanden. Ihr Vater hatte alles wegräumen lassen, was nur annähernd daran hätte erinnern können. Ob Mum etwas darüber weiß? Sie hatte sie nie danach gefragt. Warum war Sie von heute auf morgen nicht mehr gekommen? An die Zeit davor konnte sich Trish nicht mehr erinnern. Aber es gab einige Bilder aus ihrer Kindheit, die ab und an vor ihrem Auge oder in manchen ihrer Träume auftauchten. Warum hatte ihr Vater den Umgang mit Ihr verboten? Warum hatten sie stets in ein Cafè im Nachbarort gehen müssen, wenn Sie zu Besuch gewesen war? Ihr Dad hatte ihr nie erzählt, was damals vorgefallen war. Vier Jahre lang war sie einmal im Jahr erschienen, um ihrer Nichte zum Geburtstag zu gratulieren und den Tag mit ihr zu verbringen. Da ihr Vater von diesen Besuchen nichts wissen durfte, war sie zusammen mit ihrer Mum nach Riverview gefahren, um Tante Audrey zu treffen. An ihrem 12. Geburtstag hatte Trish sie zum letzten Mal gesehen. Ihre Mum hatte gemeint, sie wäre weg gezogen und es wäre einfach zu weit. Aber warum besaß Carlo diese Bilder? Bilder ihrer Tante?

Das Öffnen der Eingangstür brachte Trish in die Realität zurück. Sie hörte Julie und Fabio lachen und begab sich nach unten. „Hallo, da seid Ihr ja wieder. Und wie war’s?“

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Aufgeregt erzählte Julie ihrer Freundin alle Einzelheiten. Sie war so in ihrem Elan, dass sie gar nicht bemerkte, dass ihr Trish kaum noch zuhörte. Trish wunderte sich vielmehr, dass Carlo nicht mitgekommen war. Von Fabio erfuhr sie schließlich, dass er noch Wichtiges in der Stadt zu erledigen hätte. Nachdem sie den restlichen Tag mit Fabio und Julie am Swimmingpool verbracht hatte, saßen sie nach dem Abendessen noch eine ganze Weile im Wohnzimmer zusammen. Sie sahen sich einen eher mittelmäßigen Film an, den alle Drei uninteressant fanden, so dass sich Trish gegen 22 Uhr verabschiedete, um ins Bett zu gehen. Die letzte halbe Stunde hatte sie nur noch gegähnt und war mittlerweile todmüde.

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Schon halb im Schlaf hörte sie, wie jemand die Treppe herauf kam. Carlo war anscheinend nach Hause gekommen. Sie drehte sich zur Seite und war kurz darauf auch schon wieder eingeschlafen.


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Trish wusste nicht, durch was sie wach geworden war, ihr Wecker zeigte kurz nach 3 Uhr. Nach einigem herum wälzen von einer zur anderen Bettseite, stand sie schließlich auf. Sie würde sich in der Küche eine heiße Schokolade machen.

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Nur in ihrem weißen Negligé bekleidet, schlich sie barfuß die Treppen hinunter, um niemanden im Haus aufzuwecken.

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Leise betrat sie die Küche und begab sich zur Anrichte, auf der der Kaffeevollautomat stand. Sie drückte auf den Knopf der Maschine und mit einem leisen Geräusch sprang diese an. Aus dem Küchenschrank holte sie sich eine Tasse und stellte sie darunter. Es handelte sich um eine dieser modernen und sündhaft teuren Kaffeevollautomaten, in denen man nicht nur alle Arten Kaffee, wie Latte Macchiaoto und Cappuccino, sondern auch Kakao zubereiten konnte. Verträumt sah sie zu, wie die Tasse sich mit der brauen Schokolade füllte. Noch halb im Schlaf füllte sie gleich noch einmal eine.

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Mit der Tasse Kakao in der Hand setzte sie sich an den kleinen runden Tisch und dachte an Kyle. Wieder einmal. Sie vermisste ihn und konnte es kaum erwarten, ihn wieder zu sehen. Sein Lächeln, seine strahlend blauen Augen… Sie war so ihn Gedanken versunken, dass sie nicht bemerkte, dass Carlo inzwischen die Küche betreten hatte. Verschlafen sah sie auf, als er lächelnd sagte: „Und ich hatte schon gedacht, es wäre ein Einbrecher. Können Sie auch nicht schlafen?“

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Neugierig sah er sie an und setzte sich auf den Stuhl daneben. In der Hand hielt er ebenfalls eine Tasse Schokolade. „Nein, irgendwie nicht. Vielleicht hilft ja der Kakao.“

Entschuldigend schaute er auf seine Tasse, während sein Blick kurz über ihre spärliche Bekleidung fuhr. „Oh. Sie sind mir doch hoffentlich nicht böse, dass ich mir die Tasse genommen habe. Aber sie stand da und da dachte ich…“

„Nein, nein“, beeilte sie sich schnell zu sagen. „Es ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich zwei Tassen gemacht habe.“ Beide nippten schweigend an dem heißen Getränk.

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Schließlich fragte Carlo: „Und wie gefällt es Ihnen hier in meinem bescheidenen Haus? Haben Sie sich schon etwas eingewöhnt?“

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Sie lächelte ihn an und sagte: „Bescheiden ist gut, es ist ein wunderschönes Anwesen, groß, hell, in einer herrlichen Lage und mit einer tollen Aussicht. Sind Sie in diesem Haus aufgewachsen, Carlo?“, fragte sie interessiert.

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„Ja, das ist mein Elternhaus. Ich habe es nach dem Tode meiner Eltern nur geringfügig verändern lassen. Seinen ursprünglichen Charme sollte es beibehalten. Aber demnächst möchte ich es innen renovieren lassen, neue Tapeten, Möbel. Die alten sind nun doch schon ein wenig in die Jahre gekommen.“

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Trish sah sich neugierig um. „Ja, aber zu viel würde ich nicht erneuern. Warum sind Sie nicht hiergeblieben? Ich meine, Bridgeport ist nicht gerade eine schöne Stadt. Also, wenn ich die Wahl hätte, zwischen Monte Vista und Bridgeport, dann würde ich die Toskana vorziehen.“ Sie hob fragend die Hände in die Höhe.

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„Nun ja, ich komme ja öfters hierher, um nach dem Rechten zu sehen. Aber durch meine Geschäfte habe ich keine andere Möglichkeit und wahrscheinlich liebe ich die Großstadt auch schon zu sehr. In Starlight Shores ist es aber auch wunderschön. Waren Sie schon einmal dort?“

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„Ja“, sagte sie. „Ich habe da einmal Urlaub gemacht. Aber am besten hat es mir in New York gefallen. Ich hatte dort zwei Jahre gelebt. Es ist zwar sehr laut, hat aber auch ein unverwechselbares Flair.“

Carlo erwiderte lächelnd: „Ich war dort einige Male geschäftlich, aber leben wollte ich da nicht wirklich. Mir wäre es auf die Dauer auch zu laut. Haben Sie denn direkt in der City gewohnt?“

Trish schüttelte den Kopf: „Nein, drüben auf Long Island. Aber die Uni war in Manhattan und ich bin jeden Morgen mit der Fähre rüber gefahren. Aber das ist vergangen. Jetzt ist Bridgeport wieder meine Heimat.“

„Und warum sind Sie dort weg?“

„Zum Einen war ich mit der Uni fertig und zum Anderen“, Trish zögerte kurz, „aus persönlichen Gründen“.

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„Ah, verstehe.“

Trish sah ihn erstaunt an und fragte: „Was meinen Sie?“

Carlo musterte sie über den Tisch hinweg, ehe er sagte: „Eine Frau Ihres Aussehens, Trish. Da kann nur ein Mann dahinter stecken.“

Trish schwieg und sah an ihm vorbei, was Carlo die Gelegenheit gab, sie genauer zu betrachten. Das auffallendste an ihr waren ihre blauen Augen, umrahmt von dichten schwarzen langen Wimpern sowie die blonden Haare, die einen starken Kontrast zu ihren doch recht dunklen Augenbrauen bildeten.

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Sie unterhielten sich noch ein wenig angeregt, ehe er mit einem Blick auf seine Uhr plötzlich sagte: „Es ist spät geworden, Trish. Wenn Sie noch etwas schlafen möchten, dann sollten Sie jetzt gehen.“

Trish sah erstaunt zur Uhr, es war bereits kurz nach 4. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass sie fast eine Stunde geplaudert hatten. Schnell erhob sie sich und sagte: „Ja, ich werde mich noch etwas hinlegen. Bis später, Carlo.“

„Ja, bis dann.“ Er sah ihr nach, als sie zur Tür hinausging. Aus dem kleinen Mädchen von einst war eine wunderschöne junge Frau geworden. Er hatte gleich bemerkt, dass sie ihn nicht mehr erkannt hatte, als Fabio ihr Trish damals vorgestellt hatte. Ihn hatte fast der Schlag getroffen, als er mit ihr aufgetaucht war. Aber schnell hatte er ihm erklärt, dass Trish nur eine gute Freundin wäre. Es hätte Carlo auch gewundert, da Fabio doch schon seit einigen Jahren mit seiner Freundin Julie zusammen gewesen war.

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Trish nach so vielen Jahren wiederzusehen, hatte ihm einen Stich versetzt. Sie war ihr in so vielem ähnlich und doch hatte sie nicht viel mit ihr gemeinsam. Trish hatte sicherlich auch einiges von ihrem Vater geerbt. Carlo wusste nicht, ob das nun gut oder schlecht war. Die blonden Haare hatte sie von ihrem Vater, der dunkle Teint jedoch… Er seufzte. Er hatte Eric schon lange nicht mehr gesehen und auch kein Bedürfnis, das zu ändern. Was passiert war, konnte er nicht rückgängig machen und er bereute es auch nicht. Schließlich hatte er es nicht anders verdient.

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Sein Blick glitt hinüber zum Wohnzimmer, dessen Einrichtung immer noch unverändert war. Nichts hatte er in diesem Haus ändern lassen. Ihm schien, als könne er so die Erinnerung aufrechterhalten. Mit dem Sofa verband ihn so viel. Wie oft hatten sie darauf gesessen, eng aneinander gekuschelt, sich Filme angesehen, herum geknutscht. Er schloss die Augen, während er sich zurückerinnerte, wie sie sich immer wieder geküsst hatten, wie sie ihre Arme um ihn geschlungen und ihm irgendwann gestanden hatte, sich in ihn verliebt zu haben. Er war überglücklich gewesen, da er das gleiche auch für sie empfunden hatte.

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Sie war noch so jung und unbekümmert gewesen und dennoch hatte sie ihn geküsst, wie es keine jungen Mädchen ihres Alters tun. Obwohl sie ihm gleich zu Anfang gestanden hatte, wie alt sie in Wirklichkeit war, hatte er die Hände nicht von ihr lassen können. Ja, es er zum damaligen Zeitpunkt falsch gewesen, sich mit ihr einzulassen. Aber warum hatte er sich später dem Willen seiner Eltern gebeugt? Warum hatte er nicht zu ihr gestanden, als sie ihn so dringend gebraucht hatte? Er hatte sie auf ganzer Linie enttäuscht und hätte nie zulassen dürfen, was sie schließlich schweren Herzens zugestimmt hatte.

Niemals mehr hatte er eine Frau so geliebt wie sie, nicht einmal… Nein, nicht einmal sie. Schnell verwarf er den Gedanken. Nein, auch sie war die Frau nicht gewesen, was ihm erst Jahre später bewusst geworden war. Aber er war froh, dass er sie immer noch seine beste Freundin nennen durfte, auch wenn ihr Mann… Carlo schüttelte schnell den Kopf. Aber er gäbe etwas darum, wenn er ihm wieder so unbeschwert unter die Augen treten könnte, waren sie doch damals die besten Freunde gewesen. Wenn sie sich heute zufällig begegneten, grüßten sie sich nicht einmal. Carlo hatte viele Fehler gemacht und den an jenem Tag im seinem Büro hätte er niemals begehen dürfen. Er hätte sich ohrfeigen können, da er sie dadurch für immer verloren hatte. In seiner Erinnerung war sie immer noch das junge lebhafte Mädchen mit der faszinierenden Augenfarbe, der er von Anfang an verfallen war.

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Unwillkürlich dachte er an seine Geburtstagsparty vor 30 Jahren zurück. Nein, er hatte immer gewusst, dass er sie niemals vergessen könnte. Aber wie konnte man einen Menschen immer noch lieben, den man dennoch abgrundtief hasste? Warum mia cara, warum?

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Nichts hatte sich daran geändert, auch nicht Romina's Schwangerschaft. Mit seiner Haushälterin ins Bett zu gehen, war nach der Affäre mit seiner Sekretärin mit das Dümmste, was er bislang getan hatte. Nach der Hochzeit würde er ihr kündigen, nachdem er ihr sagen würde, dass das Kind nicht von ihm sein könne. Nach einer schweren OP vor einem Jahr war er nämlich zeugungsunfähig. Er liebte Romina nicht, es war nur Sex gewesen. Sein Herz und seine Liebe gehörten auf ewig… seiner mia cara. Hastig verdrängte er die Gedanken an sie und erhob sich nun ebenfalls, um sich noch eine Weile hinzulegen.

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Einige Stunden später….



Trish hatte nach dem Gespräch mit Carlo tatsächlich noch ein wenig Schlaf finden können. Nachdem sie gefrühstückt hatte, verließ sie beschwingt die Villa. Sie wollte sich gerade auf den Weg machen, als sie einen Schatten hinter einer der Palmen wahrnahm.

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Neugierig trat sie näher und sah gerade noch, wie dieser in Richtung der Piazza verschwand. Da Trish nichts Besonderes vorhatte, beschloss sie, der Gestalt zu folgen, die anscheinend um das Vincenti-Anwesen herum gelungert hatte.

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Trish verlor diese jedoch im Menschengewühl aus den Augen. Sie schaute in allen Ecken nach, aber sie war nicht mehr zu sehen. Von der Hitze durstig geworden, beschloss sie, ein Café aufzusuchen und sich ein Eis zu bestellen. In der Nähe des Brunnens war noch ein freier Tisch, an dem sie Platz nahm.

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Irgendwie wurde sie dabei das Gefühl nicht los, beobachtet zu werden. War es vielleicht diese dunkle Gestalt, die sie einen Tag zuvor schon einmal wahrgenommen hatte? Trish blickte auf die Balkone der umliegenden Häuser und stutzte plötzlich, als sie sie oben stehen sah.

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Auch aus der Ferne konnte sie erkennen, dass es sich um eine Frau handelte, die sie anscheinend beobachtete. Und das vermutlich schon seit ihrer Ankunft in Monte Vista. Sie aß ihr Eis zu Ende und als sie wieder nach oben blickte, war die Frau verschwunden. Fieberhaft dachte sie nach, bis ihr plötzlich ein Gedanke kam. Vielleicht hat dieser Mario Gagliano die Frau geschickt und sie beauftragt, mich zu beobachten. Das ist schon irgendwie seltsam.

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Heute Nachmitttag würde Kyle ankommen und sie hoffte, ihn eventuell schon morgen treffen zu können. Nachdem sie bezahlt hatte, stand sie auf. Dass sie erneut beobachtet wurde, bekam sie nicht mehr mit. Trish sah sich noch ein wenig die Auslagen der Geschäfte an, ehe sie sich auf den Nachhauseweg begab.

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Sie war überrascht, Carlos Wagen vorzufinden, als sie eine Stunde später an der Villa ankam. Leise ging sie ins Haus, von Fabio und Julie war noch nichts zu sehen. Carlo war im Arbeitszimmer und führte ein Telefonat. Trish wollte gerade nach oben in ihr Zimmer gehen, als sie plötzlich den Namen „Fairchild“ vernahm. Neugierig blieb sie neben der halb geöffneten Tür stehen, um dem Gespräch zu lauschen.

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Aber aus den Wortfetzen wurde sie nicht schlau. Sie hörte Carlo sagen:

„Wann?“
„Nein, das glaube ich nicht…“
„Ich hatte es ihr deutlich gesagt…“
„Ich weiß nicht, woher sie das wusste…“
„Er weiß nichts, er hegt auch keinen Verdacht, denke ich…“
„Ich hätte mich nie darauf einlassen sollen…“
„Dafür wird sie bezahlen…“
„So schnell werde ich das nicht vergessen, das kannst Du mir glauben“.
„Nein, daran wird sie sich nicht erinnern können“
„Ja, aber was macht sie hier und ausgerechnet jetzt?“
„Soweit ich weiß, heute Abend oder Morgen…“
„Nein, es war Fabios ausdrücklicher Wunsch, Du kennst ihn doch…“
„Solange er mich in Ruhe lässt, ist mir das egal…“
„Sie wird nicht dazwischen funken, hörst Du und wenn ich sie persönlich davon abhalten werde“
„…nach so vielen Jahren und ausgerechnet jetzt. Ich bitte Dich. Was will sie hier?“
„Du setzt Dich mit Mario in Verbindung, okay? Ich faxe Dir alle Unterlagen zu, die Du benötigst. Ich muss Dir nicht sagen, wie wichtig das ist.“
„Hast Du eine Ahnung, wo er absteigt?“
„Ich nehme es an, aber sicher bin ich mir nicht…Aber ich will ihn auch nicht danach fragen“
„Ja, aber auf jeden Fall morgen…“

Den Rest verstand Trish nicht, da er dieses mysteriöse Gespräch plötzlich auf Italienisch fortsetzte. Nachdenklich begab sie sich zur Treppe, um nach oben zu gehen.

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Aus dem Telefonat konnte sie sich keinen Reim bilden. Das alles ergab keinen Sinn. Von wem hatte er überhaupt gesprochen? Es konnte unmöglich nur von einer Person die Rede gewesen sein und vor allem, mit wem hatte er gesprochen? Mario? War etwa von Mario Gagliano die Rede gewesen? Unwillkürlich musste sie an das Gespräch in ihrem Büro denken. Ihr war nach wie vor schleierhaft, wie er mit ihr in Kontakt treten wollte. Aber wenn Carlo diesen Mario kennt, dann ist es möglicherweise doch eine Falle…


Kapitel 39 folgt..

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 12.11.2016, 01:01

Hallo zusammen, :winken

so, weiter geht es mit zwei neuen Kapiteln. Ich hoffe, sie gefallen Euch und wünsche viel Spaß beim Lesen!

LG cheli24 (Marga)



Kapitel 39


„Man muss auch einmal über seinen Schatten springen können.“



Monte Vista, zwei Tage später



Kyle stand auf dem Balkon seines Hotelzimmers und besah sich die malerische Landschaft. Am gestrigen Abend war er endlich in Monte Vista eingetroffen. Die Anreise war Nerv aufreibend und anstrengend gewesen, da an der Ostküste einige Tornados ihr Unwesen getrieben hatten. Mit über 10-stündiger Verspätung war sein Flug schließlich gestartet. Trotz Müdigkeit hatte er im Flugzeug kaum Schlaf finden können, so dass er wie gerädert in Monte Vista aus dem Flieger geklettert war. Nachdem er sein Gepäck in Empfang genommen und die Passkontrolle hinter sich gehabt hatte, war er gleich mit einem Leihwagen zu seinem Hotel gefahren. Endlich in seinem Hotelzimmer angekommen, hatte er sich nur noch müde aufs Bett fallen lassen können und war auch schon augenblicklich eingeschlafen. Irgendwann in der Nacht war er aufgewacht, hatte sich ausgezogen, um sogleich wieder unter die Decke zu huschen.

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Ausgeruht und munter wachte er am nächsten Morgen auf. Zu seiner eigenen Überraschung hatte er fast 8 Stunden geschlafen. Schnell sprang er aus dem Bett, um eine erfrischende Dusche zu nehmen. Nachdem er seine Morgentoilette beendet hatte, schaltete er seinen Laptop ein, um eingegangene Mails zu checken. Charlene hatte ihm geschrieben und eine gute Reise gewünscht, Katie hatte sich auch noch einmal gemeldet, ebenso wie Ethan. Ansonsten war nichts Wichtiges dabei. Anschließend führte er noch ein Telefonat mit der Autoverleih-Firma, die ihm gestern am Flughafen den falschen Wagen ausgehändigt hatte. Die Buchung hatte er bereits in Bridgeport getätigt und auch im Voraus bezahlt. Vorort hatte man ihm jedoch mitgeteilt, dass der Wagen noch bei der Inspektion wäre, er ihn aber gegen Mittag abholen könnte. Solange hatte man ihm diesen alten Wagen zur Verfügung gestellt.

Gleich nach dem Frühstück unternahm er eine kleine Sightseeing-Tour und fuhr zum Historischen Rathaus. Seinen Wagen parkte er in der Nähe der Piazza und lief die wenigen Meter zu Fuß hoch. Die Aussicht war es allemal wert. Vor ihm erstreckte sich das türkisblaue Meer und am liebsten wäre er runter gefahren, um ins kalte Nass zu springen. Aber zum Schwimmen würde er heute aller Voraussicht nach nicht mehr kommen, da er zur Vincenti-Villa hochfahren wollte.

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Er hatte gar nicht bemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war, als er plötzlich auf seine Uhr sah. Ups, schon 11 Uhr. Um 13 Uhr kann ich den Wagen abholen. Hm, ich glaube, ich fahre doch erst zur Villa hoch, sonst schaffe ich es nicht mehr pünktlich zum Autoverleih. Er zog seinen Stadtplan aus der Jackentasche und faltete ihn in der Mitte zusammen, so dass er den Teil gleich griffbereit hatte, den er benötigte. Die Vincenti-Villa lag 10 Autominuten von seinem Hotel entfernt. Er würde von hier aus also gut eine halbe Stunde benötigen. Leider hatte er es versäumt, sich Trish‘s Handynummer geben zu lassen, so dass er nun anderweitig mit ihr in Kontakt treten musste. Wie es ihr wohl geht? Kyle war nicht begeistert gewesen, dass Trish schon früher angereist war. Er traute Carlo einfach nicht. Wäre es nach ihm gegangen, dann wäre Kyle nicht zur Hochzeit eingeladen worden. Es war Fabios ausdrückliche Bitte gewesen, den besten Freund bei seinem schönsten Tage dabei zu haben. Kyle hatte ihm schließlich diesen Wunsch nicht abschlagen können. Sie hatten sich seinerzeit im Fitness-Studio kennengelernt und angefreundet. Die beiden hatten sich auf Anhieb gut verstanden, teilten sie auch einige Hobbys, wie z. B. Football. Erst viel später hatte Kyle durch Zufall erfahren, dass Fabio Carlo‘s Neffe war. Aber das hatte der Männer-Freundschaft keinen Abbruch getan. Er war es auch gewesen, der ihm nach Marlenas Tod tröstend zur Seite gestanden hatte. Kyle wusste, dass er sich auf Fabio bedingungslos verlassen konnte.

Die Sonne stand schon hoch am Himmel, als er endlich die Straße erreichte, die serpentinartig zum Vincenti-Anwesen führte. Als er durch die Windschutzscheibe noch oben blickte, konnte er sie bereits auf dem Hügel ausfindig machen. Von dort hat man bestimmt einen herrlichen Ausblick.

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Da er nicht mit dem Wagen vorfahren wollte, parkte er diesen etwas außerhalb und begab sich zu Fuß zum Anwesen. Vor der Villa standen keinerlei Autos, was aber nicht unbedingt bedeuten musste, dass keiner da war. Sie konnten ja auch in der Garage stehen. Dicht ging er an der Mauer entlang, die das Grundstück umfasste, so dass er nicht gesehen werden konnte. Überwachungskameras hatte er auf Anhieb keine entdecken können, aber sicher konnte er sich nicht sein. Als er den Eingangsbereich erreicht hatte, blickte er nach oben. Welches ist nun Trishs Zimmer, wie soll ich das nur herausfinden? Ob sie überhaupt im Haus ist? Vielleicht ist sie ja bei dem schönen Wetter am Strand oder anderweitig beschäftigt.

Während er noch seinen Gedanken nachhing, ging plötzlich die Haustür auf. Schnell verschwand Kyle hinter der Mauer. Eine junge Frau trat heraus, die einen Stapel Zeitungen in den Händen hielt, um sie in die Papiertone zu werfen. Sie wollte gerade wieder ins Haus zurück, als sich Kyle bemerkbar machte. Im Eilschritt lief er auf sie zu.

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Zum Glück verstand er einige Brocken Italienisch und so erfuhr er, dass derzeit niemand im Hause war. Das junge Paar befand sich in der Stadt und Signore Vincenti sei geschäftlich unterwegs, teilte ihm die Frau mit, die sich Kyle als Haushälterin vorstellte. Kyle war verblüfft. Carlo hatte solch eine junge Haushälterin? Er schätzte sie nicht älter als Anfang 20. Auf seine Frage hin, ob sie wüsste, wo die junge Dame sei, die derzeit hier wohne, bekam er das Kolosseum genannt, das sie heute besuchen wollte. Sie beschrieb ihm den Weg und meinte, mit dem Auto wäre es nicht allzu weit.

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Kyle bedankte sich, während er sie gerne mit der Tatsache konfrontiert hätte, Fremden gegenüber keinesfalls so bereitwillig Auskunft zu geben.

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Er begab sich zurück zu seinem Fahrzeug und fuhr zum Autoverleih. Dort übergab man ihm schließlich den gewünschten Wagen und entschuldigte sich noch einmal für die Unannehmlichkeiten. Da es schon jetzt unerträglich heiß war, beschloss er, noch einmal zum Hotel zurückzufahren, um sich etwas Leichteres anzuziehen. Zuvor suchte er noch die Pizzeria des Hotels auf, um eine Kleinigkeit zu essen. Obwohl er gut gefrühstückt hatte, verspürte er nun doch ein wenig Hunger. Er bestellte sich eine kleine Pizza Calzone und aß diese mit sehr viel Genuss.

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Währenddessen schaute er in den Reiseführer, den er sich unterwegs gekauft hatte und blätterte interessiert darin. Es gab so vieles hier zu sehen, so viel Zeit hatte er gar nicht. Schließlich stand er auf und wollte gerade sein Hotelzimmer aufsuchen, als er von einer jungen Frau angesprochen wurde.

„Buon giorno, Signore. Ich bin Grazia, die Leiterin des Hotels. Sie müssen der Gast aus den USA sein, Fabios Trauzeuge. Habe ich Recht?“

Kyle nickte. „Ja, mein Name ist Kyle Fairchild. Nett, Sie kennenzulernen“, gab er ihr höflich die Hand.

„Und, ist alles zu Ihrer Zufriedenheit? Wenn etwas sein sollte, dann geben Sie mir oder meinem Mann einfach Bescheid. Haben Sie denn schon etwas von Monte Vista gesehen?“

„Ja, ich war heute Morgen am Historischen Rathaus und hatte von dort aus einen herrlichen Blick aufs Meer. Hier ist es wirklich traumhaft und sehr idyllisch.“

Zustimmend erwiderte sie: „Ja, das ist es in der Tat. Ich stamme eigentlich aus Rom, bin aber der Liebe wegen hierher gezogen.“

Sie wechselte noch einige Worte mit Kyle, ehe sie sich von ihm verabschiedete und noch einen schönen Tag wünschte. Schnell ging er in sein Zimmer hoch, um zu duschen und sich umzuziehen.

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Nur eine halbe Stunde später begab er sich endgültig auf den Weg, den ihm Grazia noch einmal kurz beschrieben hatte. Vom Hotel aus war es nicht so weit und er hatte schon nach wenigen Minuten sein Ziel erreicht.

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Nachdem er noch einen freien Parkplatz ergattert hatte, schloss er den Wagen ab und machte sich auf den rund 5-minütigen Fußweg. Je näher er dem Ziel kam, umso nervöser wurde er bei der Aussicht, Trish vielleicht gleich gegenüber zu stehen. Ob er es sich nun eingestehen wollte oder nicht, aber er freute sich sehr, sie wiederzusehen. Seit seinem plötzlichen Abgang in ihrer Wohnung, der ihm im Nachhinein gesehen sehr Leidgetan hatte, hatten sie nur noch einmal kurz miteinander telefoniert. Ihre Stimme jedoch zu hören, hatte sein Herz schneller schlagen lassen. In den letzten Tagen war ihm erst bewusst geworden, wie sehr er sie vermisst hatte. Wenn sie auch aus unerfindlichen Gründen immer wieder aneinander rasselten, so musste er sich doch eingestehen, dass etwas fehlte, wenn sie nicht da war.

Er hatte gerade die Anhöhe erreicht, als er schon von weitem eine Frau stehen sah, die mit der Kamera in der Hand bewaffnet, Fotos machte. Sein Herzschlag beschleunigte sich auf einmal, während seine Kehle staubtrocken wurde. Warum werde ich auf einmal nur so nervös? Wieso bekomme ich ständig Beklemmungen, wenn ich sie sehe? Weshalb nur? Langsam ging er auf die junge Frau zu, die ihm den Rücken zugewandt hatte, um plötzlich stehen zu bleiben…

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Zufrieden lächelnd hatte sich Trish ihre Fotos auf dem Display ihrer Digitalkamera angesehen, ehe sie sie in die Tasche ihrer Jeans steckte. Über 200 Bilder hatte sie schon geschossen. Es gab einfach viel zu viel zu sehen und Fotografieren war eines ihrer größten Hobbys. Nach dem Frühstück war sie noch kurz an der Piazza gewesen, bis sie plötzlich wieder diese Frau gesehen hatte. Sie war ihre eine Weile gefolgt, hatte sie aber erneut aus den Augen verloren. Anschließend war sie hierher gefahren, da es vormittags noch nicht so heiß war. Aber mittlerweile war es weit nach Mittag und die Sonne stand glühend am Horizont, so dass sie beschloss, zur Villa zurück zu fahren. Sie würde sich am Swimmingpool ein wenig abkühlen und in ihrem neuen Buch lesen, das sie sich gestern gekauft hatte. Trish wollte sich gerade auf den Weg zu ihrem Auto begeben, als sie jemanden kommen sah. Sie kniff ein wenig die Augen zusammen, da sie nicht auf Anhieb erkennen konnte, wer es war. Doch dann setzte ihr Herzschlag fast aus, als sie näher kam. Es war… KYLE!

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Er schien sie nun auch gesehen zu haben und rief ihr leicht knurrend zu: „Zum Glück sind wir nicht in Athen, sonst hätte ich wahrscheinlich zur Akropolis raufhetzen müssen, was?“

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„Na, na, na, wer wird denn da schlapp machen? Jetzt sagen Sie nur nicht, der Weg sei beschwerlich, Captain. Als Polizist müssten Sie aber eine bessere Kondition haben.“ Leichtfüßig lief sie auf ihn zu und umarmte ihn herzlich zur Begrüßung.

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Am liebsten hätte er sie nicht mehr losgelassen. Ihr leicht blumiges Parfum stieg ihm in die Nase und ihre Haut fühlte sich samtweich an. Er legte seine Hand auf ihren Hinterkopf und konnte nur schwer der Versuchung widerstehen, ihre Haarspange zu öffnen und ihre blonden langen Haare weich über ihre Schultern fallen zu lassen.

„Hallo Kyle, schön Sie zu sehen. Wann sind Sie denn angekommen und woher wussten Sie, wo ich bin? Sie haben übrigens Glück, mich hier noch anzutreffen, denn ich wollte gerade weg. Bin schon eine ganze Weile hier oben. Aber jetzt ist es verdammt heiß geworden.“

Ihren Redefluss unterbrechend erwiderte Kyle, nachdem er sich aus der Umarmung gelöst hatte: „Ich bin gestern Abend angekommen und wo Sie sind, habe ich von Carlos geschwätziger Haushälterin erfahren. Ich hoffe, es geht Ihnen soweit gut und Sie haben nichts Unüberlegtes getan oder angestellt.“

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Trish wollte Kyle vorerst nichts von der Unbekannten erzählen. Sie hatte keine Ahnung, wie er reagieren würde, wenn er erfuhr, dass sie in Carlos Arbeitszimmer herum geschnüffelt hatte. Es wäre wohl besser, eine günstigere Gelegenheit abzuwarten oder es aber gar nicht erst zu erwähnen.

„Was denken Sie denn von mir? Ich genieße diese schöne Zeit, in ein paar Tagen geht es schon wieder nach Hause. Ansonsten habe ich mehr oder weniger gefaulenzt. Gestern Abend habe ich ein Telefonat mitbekommen, das Carlo mit irgendjemanden geführt hatte.“

In groben Zügen erzählte sie ihm von diesem mysteriösen Telefongespräch. Als sie geendet hatte, sah sie ihn erwartungsvoll an. „Und, was denken Sie? Wer könnte das gewesen sein? In den Büchern habe ich nichts gefunden, soweit ich das überblickt habe. Die können wir vergessen. Keine Ahnung, warum er die erwähnt hatte und die Bohrrechte…“

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Kyle sah sie überrascht an. „Welche Bohrrechte und welche Bücher, von was reden Sie da eigentlich, Trish?“

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„Ach so… ja, die… Die hatte ich durch Zufall damals in Carlo‘ s Büro liegen sehen… und dann hatte ich mir das mal durchgelesen. War aber nicht interessant… irgendwo in Texas… und zudem taucht kein Name auf der Liste auf… soweit ich das überblickt habe und außerdem…“

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„Welche Namen und auf welcher Liste?“, unterbrach er sie erneut.

Schließlich teilte Trish Kyle doch mit, was sie in Carlo's Arbeitszimmer herausgefunden hatte. Diesem verschlug es bei ihrem Geständnis fast die Sprache. Neugierig fragte er: „Hatte er die Liste denn in seinem Arbeitszimmer offen liegen? Wie sind Sie denn da dran gekommen?“

Eigentlich wollte er es gar nicht wissen, da er die Antwort bereits ahnte.

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„Ich habe gewartet, bis er aus dem Haus war und dann bin ich reingegangen.“

Kyle sah sie verdutzt an: „WIE? Er hatte nicht abgeschlossen, obwohl er wusste, dass Sie im Haus sind?“

„Doch… hatte er.“

„Und wie sind Sie dann hinein gekommen, wenn ich fragen darf?“

Trish seufzte tief, während sie ihre Augen verdrehte. „Na ja, mit was wohl? Mit dem Schlüssel…“

„... den er Ihnen gegeben hat.“

„Ähm, nein…ja… Na, jaaaa… nicht so richtig.“ Sie senkte ihre Augen auf den Boden, als würde sie irgendetwas suchen.

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Skeptisch geworden, suchte Kyle den Blickkontakt zu Trish. Doch sie hielt ihre Augen weiterhin gesenkt: „Was heißt, nicht so richtig? Sie sind eingebrochen, habe ich Recht?“

Trish‘s Kopf schnellte ruckartig nach oben. „NEIIINNNN, Nein!… Bin ich nicht… Ehrlich nicht, Kyle. Ich habe mir nur den Schlüssel geborgt“, beteuerte sie.

„AAAACH… und woher hatten Sie den?“

„Na, aus der Kommode“, kam es wie aus der Pistole geschossen.

„Den haben Sie einfach so in der Kommode gefunden, ja?“ Kyle glaubte Trish kein Wort und versuchte, sie weiter in die Enge zu treiben.

„Ja… könnte man so sagen… JA.“ Trish mühte sich ein Lächeln ab.

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Kyle sah ihr erneut durchdringend ihn die Augen und sagte tief seufzend: „Okay, Trish. Raus mit der Sprache, was haben Sie jetzt schon wieder angestellt?“…

Schließlich nahm Trish ihren ganzen Mut zusammen und begann zu berichten. Zwischendurch musste Kyle immer wieder mal kurz die Luft tief einatmen und sich zusammenreissen, um ihr nicht gleich eine Standpauke zu halten. Als sie geendet hatte, schaute er sie lange an, um schließlich zu fragen: „Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht? Was hätten Sie denn getan, wenn Carlo Sie beim Einbruch erwischt hätte?“

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„Das war kein Einbruch, ich hatte doch den Schlüssel zum Arbeitszimmer“, versuchte Trish sich zu verteidigen.

„…den Sie zuvor aus seiner Kommode entwendet hatten und das ist Diebstahl“.

„Ach kommen Sie… Sie tun ja gerade so, als hätte ich etwas Ungesetzliches getan. Da kommt wieder der Polizist in Ihnen durch. Jedes neugierige Kind wäre da dran gekommen.“

„Wäre es nicht…“

„Wäre es doch…“, widersprach sie ihm.

„Nein, Trish, das wäre es nicht“, beharrte er.

„Natürlich wäre es das. Man muss nur die Puzzleteile zusammenfügen und schon ergibt sich das gesamte Bild. Steckschlüssel in der Kommode, Geheimfach unter dem Schreibtisch, Schlüssel in der Schublade, et voila… auf ist die Tür.“

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„Auf ist die Tür? Ja?“

Fast hätte er laut aufgelacht, um sie jedoch sofort in ernstem Tonfall zu belehren: „Trish, darf ich Sie vielleicht daran erinnern, was in Carlos Büroräumen geschehen ist? Die eingeschlagene Fensterscheibe in seinem Haus, Ihr Handy, das ich in seinem Arbeitszimmer gefunden habe, der Einbruch in seinem Firmenbüro? Das waren Sie doch, habe ich Recht? Sie bringen sich ständig in irgendwelche Schwierigkeiten und treiben mich langsam aber sicher zur Weißglut. Muss ich Ihnen nochmal einen Vortrag über Einbruch und Diebstahl halten? Sie entwickeln eine kriminelle Ader, so dass ich mich wirklich ernsthaft frage, von wem Sie das haben. Bitte, hören Sie künftig damit auf. Es war sehr leichtsinnig von Ihnen. Nicht auszudenken, wenn Carlo Sie dabei ertappt hätte, wie Sie seine Unterlagen fotografieren.“

Trish seufzte: „Ja, okay, ist gut.“

Doch Kyle widersprach schnell: „Nein, das ist es ganz und gar nicht. Hören Sie ab sofort auf, in seinem Haus herumzuschnüffeln. Was haben Sie denn eigentlich diesmal gesucht?“.

„BITTE?“, kam es leicht pikiert.

„Nun ja, Sie kennen doch jetzt die Konkurrenzfirma, die Carlo beauftragt hat. Also,… was wollten Sie jetzt in seinem Büro?“

„Ähm, ich.. nun ja… wir…“, fing sie zu stottern an.

Doch Kyle winkte unwirsch ab. „Vergessen Sie‘ s. Ich will keine Lügen mehr hören.“

Betroffen sah sie ihn an. „Aber ich…“

„Nein, Trish! So funktioniert das nicht. Entweder, Sie sind ehrlich zu mir und sagen mir endlich, was Sie vorhaben oder wir lassen das.“

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Leise sagte sie: „Kyle, bitte. Ich habe versprochen, nichts zu sagen.“

„Wem?“
, warf er überrascht ein und zog eine Augenbraue nach oben.

Doch Trish schüttelte den Kopf. „Das kann ich Ihnen nicht sagen. Aber es ist nichts Illegales. Ich will nur einer Freundin helfen.“

„Und dazu müssen Sie in Carlo’s Büroräumen und in seinem Haus herumschnüffeln? Welche Informationen wollten Sie mir eigentlich über Ihn liefern?“, fragte er neugierig geworden.

„Versprechen Sie mir, dass Sie niemandem etwas sagen? Kyle bitte. Ich brauche Ihr Wort.“ Durchdringend sah sie ihn an. Als er schließlich seufzend nickte, erzählte sie ihm von ihrem Vorhaben. Allerdings ließ sie Mario Gagliano unerwähnt.

Nachdem sie geendet hatte, fragte Kyle: „Warum haben Sie mir das nicht früher erzählt?“

Trish schluckte. „Ich konnte es nicht. Sie macht sich große Sorgen um ihn, verstehen Sie?“

„Aber das ist doch kein Grund, sich damit selbst in Gefahr zu bringen, Trish.“

„Das tue ich doch gar nicht. Aber wenn sie nicht mehr in Carlo’s Besitz sind, dann kann er damit auch niemanden mehr damit erpressen.“

„Ich kenne Craig. Er kann gut auf sich selbst aufpassen. Glauben Sie mir, Trish. Das ist es nicht Wert.“

Sie hatte die leichte Besorgnis aus seiner Stimme heraus gehört und freute sich irgendwie darüber. Vielleicht bin ich ihm ja doch nicht so gleichgültig, wie er es mir immer glauben machen will.

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Dennoch antwortet sie fast schon trotzig: „Doch Kyle, die Ahnungslosen und Unschuldigen sind es Wert. Die, die investieren und ihr ganzes Vermögen in solche Vorhaben stecken, nur um dann reingelegt zu werden.“

„Na, schön. Es geht Ihnen also nur um die Bohrrechte oder ist da noch etwas anderes?“

Sie biss sich leicht auf die Unterlippe. „Ich habe Fotos bei Carlo gefunden. Er ist im Besitz Bilder meiner Eltern und auch von mir, als ich noch ein kleines Mädchen war. Ein Foto davon hatte ich mal bei meinem Dad in der Nachtischschublade gesehen.“

Kyle’s Augenbraue zuckte zwar kurz nach oben, aber er verkniff sich eine Bemerkung und hörte ihr weiterhin zu. „Es ist ein Foto meiner Patentante, die Schwester meines Dad’s. Mich würde interessieren, welchen Bezug Carlo dazu hat.“

Er zuckte mit den Schultern. „Nun ja. Ihre und meine Eltern kennen Carlo von früher. Warum er aber diese Fotos besitzt… ich habe keine Ahnung.“ Das Thema wechselnd fragte er plötzlich: „Haben Sie eigentlich schon etwas gegessen?“

Trish antwortete strahlend: „Nein. Aber jetzt, wo Sie es erwähnen, merke ich erst, wie hungrig ich bin. Haben Sie Lust auf Pizza?“

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„Ich finde es äußerst bemerkenswert, dass es noch Frauen gibt, die Pizza essen können, ohne gleich zu jammern, sie würden zu dick werden.“

Trish sah ihn erstaunt an und fragte prompt: „Finden Sie etwa, ich bin zu dick?“ Sie stemmte ihre Hände in die Hüfte und stellte sich in Pose. Lächelnd sah sie ihn dabei an, während sie keck sagte: „Also, ich würde mich als gut proportioniert bezeichnen. Lieber ein bisschen mehr an den richtigen Stellen als dünn wie ein Gerippe. Oder was meinen Sie?“

Kyle rieb sich verlegen den Nacken und ihm wurde heiß, als sie sich einmal um ihre eigene Achse drehte.

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Er musste sich beherrschen, nicht auf ihre sogenannten richtigen Stellen zu starren. Sie sah umwerfend aus in dem weißen Top, das im Rücken tief ausgeschnitten war und ihre Bräune noch mehr betonte. Ihr wohl geformter Po steckte in kurzen Hot-Pants, die ihre langen Beine hervorragend zur Geltung brachten. Er schluckte nervös, ehe er antwortete: „Nein, ich finde Sie nicht zu dick. Also los, dann lassen Sie uns fahren.“

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Schnellen Schrittes lief er an ihr vorbei zu seinem Wagen, um so schnell wie möglich aus ihrer Nähe zu kommen. Er wusste selbst nicht, weshalb er ihr gegenüber so zurückhaltend war. Sie war genau der Typ Frau, auf den er stand, aber irgendetwas blockierte ihn. Warum konnte er ihr einfach nicht sagen, wie sehr er sich freute, sie wiederzusehen und dass er sie sehr gern hatte? Er mochte ihr unbekümmertes Wesen, ihr zuweilen lockeres Mundwerk, er liebte ihr bezauberndes Lächeln, ihre Augen und ihre Art, sich zu bewegen. Aber all das wollte einfach nicht über seine Lippen kommen.

Da sie ebenfalls mit dem Wagen da war, fuhr er hinter ihr her. Es dämmerte bereits, als sie endlich ihr Ziel erreicht hatten. Ein kleiner Landgasthof, etwas außerhalb gelegen und sehr gemütlich. Er parkte seinen Wagen unmittelbar neben ihrem und lief ihr nach. Dies gab ihm erneut die Gelegenheit, ihre Rückenansicht bewundern zu dürfen. Ihre Hüften, die bei jedem ihrer Schritte mitschwangen, die langen gerade Beine, ihr sexy Po und die Tatsache, dass sie unter ihrem tief ausgeschnittenen Top keinen BH trug, trieben ihm die Schweißperlen auf die Stirn. Sie war jede Versuchung wert und das wurde ihm einmal mehr bewusst. Er sehnte sich danach, jede Stelle ihres Körpers zu berühren… Träum‘ weiter, Du Idiot! Das wird nie passieren, wenn Du Dich ihr gegenüber weiterhin so passiv und idiotisch verhältst, rief ihm seine innere Stimme hämisch zu.

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Sie betraten die Stufen des Lokals und beschlossen, ihre Pizza auf der Außenterrasse zu essen.

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Kyle wählte den Platz ihr gegenüber, obwohl es ihm von hinten ein wenig in den Nacken zog, wie er wenig später feststellen musste. Als er seinen Kopf immer wieder ein wenig hin und her bewegte und seinen Nacken dabei rieb, wies sie lächelnd auf den leeren Stuhl neben sich: „Sie können sich auch hierher setzen. Ich beiße Sie schon nicht.“

„Wie?“, fragte er reichlich verdattert, um sogleich zu sagen „Nein, ist schon okay.“ Dankend winkte er ab. Was war denn das jetzt, Du Trottel? Lieber riskierst Du einen steifen Nacken, nur um nicht neben ihr zu sitzen? Oh man. „Nein, das ist es nicht“, murmelte er leise vor sich hin.

„Bitte? Haben Sie etwas gesagt?“ Neugierig musterte Trish ihr Gegenüber. „Kyle, ist mit Ihnen alles in Ordnung?“

Stotternd gab er von sich: „Ja, jaaa. Ich musste gerade an etwas denken.“ AN-ETWAS-DENKEN??? AAARRRGGGHHH!!! Das glaub‘ ich jetzt nicht. Du sitzt mit einer wunderschönen Frau am Tisch, die Dir ein Signal nach dem anderen sendet und DU musst an etwas denken? Wie kann man nur so blöd‘ sein? Ich glaub‘, ich hau ab, mach‘ doch Deinen Scheiß allein. Gequält lachte Kyle auf, um sofort entschuldigend zu sagen. „Ich glaube, das liegt am Jetlag.“

Trish erwiderte schmunzelnd. „Ja, ich hatte am ersten Tag auch so einige Probleme.“ Ihr Gespräch wurde durch den Kellner unterbrochen, der die beiden Pizzen brachte.

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Während dem Essen erzählte Kyle Trish einige Neuigkeiten aus Bridgeport und was sich derweil so zugetragen hatte. Auch ließ er ihr viele Grüße durch ihre Eltern ausrichten. Trishs Vater hatte sich bis zuletzt geweigert, Carlo's Einladung zur Hochzeit Fabio’s und Julie‘s anzunehmen. Auch ihre Mutter würde nicht kommen. Trish wusste den Grund nicht, fand es aber sehr schade, da ihre Eltern Julie schon sehr lange kannten.

Nach dem Essen bestellten sie zwei Gläser Rotwein und Trish erzählte ihm einige Anekdoten, die sie über Monte Vista gehört hatte. Schließlich fragte sie: „Und, sind Sie mit Ihrem Hotelzimmer zufrieden?“

„Ja, Danke. Es liegt zentral und die Suite ist sehr groß. Man kann von dort aus direkt auf die Piazza schauen. Da ich gestern nach dem Flug doch recht müde war, bin ich relativ schnell eingeschlafen. Mal sehen, wie das heute wird, denn da scheint abends der Bär zu steppen.“ Schließlich berichtete er noch von seiner Odyssee hierher. „Ich hatte schon gedacht, wir fliegen gar nicht mehr und sie canceln alle Flüge. Dann wäre es noch später geworden.“

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Trish fragte besorgt: „Aber beim Flug war alles okay? Gab es viele Turbulenzen?“

Er schüttelte den Kopf. „Nein, zum Glück nicht. Der Flug selbst verlief ruhig.“

Lächelnd stand sie auf und sagte entschuldigend: „Ich bin gleich wieder da, Kyle. Ich muss nur mal rasch zur Toilette.

Als sie zurückkam, nahm sie nicht ihren alten Platz ein, sondern setzte sich unmittelbar neben Kyle. Überrascht sah er sie an, sagte aber nichts dazu. Schließlich erzählte sie ihm von ihrer Begegnung mit den drei Italienern, die ihr nicht mehr von der Seite gewichen waren. Mittlerweile konnte sie darüber schmunzeln und sagte, als sie seine besorgte Mine sah. „Also Kyle, wirklich. Mir ist nichts passiert. Sie müssten einmal Ihr Gesicht im Spiegel sehen. Aber ich finde es nett, dass Sie sich so um mich sorgen.“ Lächelnd schaute sie ihn an.

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Kyle sagte leicht verwirrt. „Ähm, na ja. Das war schon sehr dreist. Sie hatten Glück, dass nichts passiert ist“.

„Ach was“, winkte Trish ab. „Ich weiß mich zu wehren. Als ich mit der Polizei gedroht hatte, sind sie auch gleich abgehauen.“

„Trotzdem, so geht man nicht mit Frauen um und schon gar nicht, wenn man jemanden erobern will. Ähm, ich meine…“

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Neugierig sah sie ihn an und fragte: „Ach ja? Was würden Sie denn tun? Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Frau erobern wollen, Kyle?“ Mit klopfenden Herzen wartete sie seine Antwort ab, während sie ihn nicht aus den Augen ließ.

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Kyle rutschte etwas unbequem auf seinem Stuhl hin und her und erwiderte schließlich mit einem Blick auf seine Armbanduhr. „Oh, so spät schon. Wir sollten gehen, Trish. Ich gehe nur noch rasch zahlen.“

Fassungslos sah sie zu ihm auf, als er sich erhob, um ins Innere des Lokals zu gehen. Das glaube ich jetzt nicht. Das macht er nicht wirklich. Solch ein Feigling. Nicht einmal eine unverfängliche Frage beantwortet er mir. Was muss ich denn noch alles anstellen, um ihn endlich aus der Reserve zu locken? Verdammt noch mal Kyle, bist Du solch ein Eisklotz oder machst Du nur so?

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Tief enttäuscht und resigniert starrte sie vor sich hin. Der Abend war so schön verlaufen und sie hatte sich so über ihr Wiedersehen gefreut und mit einem Male war da wieder diese Leere in ihr. Das hat doch alles keinen Sinn. Ich sollte ihn mir endlich aus dem Kopf schlagen. Das wird doch nie etwas. Wir kennen uns noch schon seit einigen Wochen und… Krampfhaft unterdrückte sie die aufkommenden Tränen. Ach, mach doch was Du willst. Ab sofort werde ich Dir nicht mehr zu nahe treten. Wegen mir musst Du nicht mehr die Flucht ergreifen.

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Schweigend liefen sie wenig später zu ihren Wagen, die auf einem nahe gelegenen Parkplatz des Lokals standen. Trish lief voraus, Kyle ihr hinterher. Es war schon recht spät, als sie sich voneinander verabschiedeten. Er spürte die Wärme ihres Körpers, das heftige Pochen ihres Herzens, als sie ihn umarmte, nahm diesen atemberaubenden Duft ihrer Haare wahr und strich ihr dabei sanft über die zarte weiche Haut ihres nackten Rückens. Und dennoch, mehr als eine Umarmung und einen Wangenkuss ließ er auch diesmal nicht zu.

„Dann bis bald, Trish und viel Spaß morgen mit Julie“, räusperte er sich leicht verlegen, als sie sich nur widerwillig von ihm löste.

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Sie sah ihn zaghaft lächelnd an, während Kyle heftig schluckte. Wie gerne hätte er in diesem Moment seine Lippen auf ihren verlockenden Mund gelegt, seine Hände tief in ihren Haaren vergraben. Er schloss für einen kurzen Moment die Augen, um sich diese Szene vorzustellen.

„Danke, werden wir bestimmt haben. Wir wollen an den Strand gehen und ein wenig schwimmen. Und Ihnen auch viel Spaß mit Fabio. Bis bald, Kyle.“

Es kam kühler herüber, als von ihr beabsichtigt. Sie blieb noch für einen kurzen Moment stehen und sah ihn mit einem Ausdruck im Gesicht an, den er nicht deuten konnte. Schließlich ging sie Kopfschüttelnd zu ihrem Audi, während Kyle ihr wehmütig nachsah.

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Seufzend nahm er in seinem Wagen Platz. Für alle Fälle hatte er Trish die Adresse seines Hotels gegeben und mit ihr die Handynummer getauscht.

„Kyle?“, ertönte plötzlich ihre Stimme.

„Ja?“

Neugierig hob er seinen Kopf, während Trish ihn über die Fahrerseite ihres Audis lange ansah und schließlich leise sagte: „Man muss auch einmal über seinen Schatten springen können. Kommen Sie gut nach Hause. Gute Nacht.“

Sprachlos starrte er sie an. Noch ehe er darauf etwas erwidern konnte, hatte sie schon den Rückwärtsgang eingelegt und war aus der Parklücke gefahren.

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Kyle saß noch immer regungslos in seinem Wagen, während die Rücklichter Trish’s Wagen schon längst um die Ecke verschwunden waren. Schließlich startete auch er den Motor und fuhr nachdenklich zu seinem Hotel zurück.

Noch lange lag er wach, während seine Gedanken zum wiederholten Male Trish galten. Der Einbruch in Carlos Arbeitszimmer war sehr leichtsinnig gewesen und das hatte er ihr nochmals deutlich vor Augen geführt. Nicht auszudenken, wenn er dazu gekommen wäre. Wahrscheinlich hatte Carlo schon längst mitbekommen, dass Kyle nun auch angekommen war. Plötzlich schlug er sich an die Stirn. Ich Idiot! Was, wenn das Hausmädchen Carlo erzählt, dass sich ein fremder Mann nach Trish erkundigt hat? Dann muss er doch nur noch Eins und Eins zusammenzählen. Warum habe ich nicht daran gedacht?

Noch einmal ließ er den heutigen Abend mit Trish Revue passieren, während er sich nachdenklich zur Seite drehte. Ich bin solch ein Feigling, Katie hat vollkommen Recht. Wem versuche ich eigentlich etwas zu beweisen? Seit Wochen mache ich mir selbst etwas vor. Ich bin verrückt nach Trish und es ist endlich an der Zeit, ihr das auch zu zeigen. Warum habe ich ihre Frage vorhin nicht beantwortet und stattdessen wieder einmal die Flucht ergriffen? Wieso habe ich sie nicht geküsst, als sie in meinen Armen gelegen hatte? Verdammt nochmal, warum nicht? Weshalb wehre ich mich so gegen sie? Ich erkenne mich selbst nicht wieder, dabei will ich sie endlich in meinen Armen halten, sie küssen und ihr sagen, wie gerne ich sie habe. Ihr sagen, dass ich mich in sie…

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Plötzlich schien es ihn wie ein Blitz zu durchzucken, die Mauer, die er unbewusst zwischen Trish und sich aufgebaut hatte, einzureißen. Mit einem Male wurde ihm schlagartig klar, war er insgeheim schon längst geahnt, nein, gewusst und was sie mit ihren Worten gemeint hatte. Ich bin so ein Idiot. Warum habe ich mir nicht eingestanden, dass ich mich längst in sie verliebt habe, sie nicht mehr missen will? Und nun wusste er, was er tun musste. Heftig schüttelte er den Kopf und flüsterte leise vor sich hin: „Nein, beim nächsten Treffen werde ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich werde über meinen Schatten springen. Ich will Dich Trish, mehr denn je und das werde ich Dir auch endlich zeigen.“

Entschlossen und zufrieden mit seiner Entscheidung, schlief er schließlich mit einem Lächeln auf den Lippen ein.


Kapitel 40 folgt..

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 12.11.2016, 01:03

Bitte das Kapitel davor beachten!



Kapitel 40



Familiengeschichten


Mittlerweile war Anna‘ s vierter Urlaubstag angebrochen. Vorgestern hatten Jason und sie fast den ganzen Tag mit Shoppen in Lucky Palms und Umgebung verbracht. Dabei hatte sich ihr Freund als unermüdliche Shopping-Queen geoutet. Anna kannte keinen Mann in ihrem Bekanntenkreis, der mit so viel Eifer und Elan die Einkaufsläden und Boutiquen durchstöbern konnte, so wie sie es bei Jason erlebt hatte. Irgendwann hatte sie sich müde in ein Café begeben, während er noch zwei Shopping-Malls und einige Outlet-Center unsicher gemacht hatte. Mit –zig Tüten bepackt waren sie gegen Abend wieder zuhause angekommen. Als Entschädigung hatte Jason vorgeschlagen, den nächsten Tag faulenzend am Pool zu verbringen. Anna war ihm dafür mehr als dankbar gewesen. Ihre Beine hatten immer noch vom vielen Laufen wehgetan, so dass sie sich nach einem erholsamen Fußbad von Jason die Füße hatte massieren lassen.


Heute Vormittag hatten sie einen Rundflug mit dem Helikopter über den Grand Canyon gemacht. Zunächst hatte Anna noch so ihre Zweifel geäußert, denn bislang war sie noch nie mit einem Helikopter geflogen. Das war doch wieder etwas völlig anderes, als in einem Flugzeug zu sitzen. Aber die Aussicht von oben war einfach grandios gewesen. Vor allem der Blick auf den Colorado-River, der sich auf einer Gesamtlänge von 1.600 km durch mehrere Canyons schlängelte. Anna war aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen, so etwas Atemberaubendes hatte sie zuvor noch nie gesehen.

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Nachdem sie wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten, waren sie mit dem Auto zum Grand Canyon Skywalk rausgefahren. Die Straße hatte sie über eine fast 16 km lange Schotterpiste geführt. Erst kürzlich hatte Jason an seinem alten Dodge die Stoßdämpfer erneuern lassen, worüber er nun mehr als froh gewesen war. Aber dennoch hatte Anna jeden Knochen gespürt, als sie über das holprige Gelände gefahren waren. Die herrliche Aussicht wäre es jedoch allemal wert gewesen, hierher gefahren zu sein, hatte sie auf der Rückfahrt begeisternd gemeint.

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Auf den Skywalk selbst, dessen Balkon immerhin 22 Meter über den Abgrund ragte und dessen Boden aus sieben Zentimeter dicken, entspiegelten fünfschichtigem Spezialglas war, hatte sie sich nicht getraut. Den Colorado-River, den sie vom Helikopter aus noch so gut hatten sehen können, hatte man von hier oben allenfalls erahnen können. Er lag fast zwei Kilometer weit entfernt, in einer Schlucht von knapp 1.100 Meter unter ihnen, wie Anna aus einem Flyer hatte entnehmen können. Leider war das Fotografieren auf der Plattform nicht gestattet gewesen. Handtaschen, Rucksäcke, Handys, Kameras und dergleichen, hatten zuvor in Schließfächer hinterlegt werden müssen. Dafür hatte man aber für einige Dollar Fotos bei den Hualapai‘ s kaufen können, was Jason schließlich auch getan hatte. Auf der Hinfahrt hatte er ihr die Geschichte um diesen Bau herum erzählt und auch, dass das Gebiet zum Reservat der Hualapai-Indianer gehörte. Erst im Jahre 2007 war der Skywalk, dessen Bauzeit vier Jahre betragen hatte, eröffnet worden und zog seitdem Millionen Menschen in aller Welt an.


Nachdem sie wieder den Highway erreicht hatten, beschlossen sie, den Pub aufzusuchen, an dem sie auf der Hinfahrt vorbeigekommen waren. Mittlerweile hatte beide der Hunger und Durst gepackt. Sie nahmen an einem kleinen Tisch Platz und bestellten sich Cola und zwei Portionen Nachos. Interessiert sah Jason zum Elektrischen Bullen, der sich rechts des Eingangs befand.

Grinsend wandte er sich an Anna: „Hast Du schon einmal Bullriding gemacht?“

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Als sie verneinte, stand er plötzlich auf und ging zur Theke. Nachdem er einige Worte mit dem Barkeeper gewechselt hatte, gab dieser ihm ein Formular und einen Stift in die Hand. Schmunzelnd kehrte Jason damit an seinen Platz zurück. Er deutete auf das Formular und bat Anna um deren Unterschrift.

Überrascht sah sie ihn an. „Warum soll ich denn unterschreiben?“

„Keine Sorge, Maus. Du unterschreibst keine Heiratseinwilligung oder ähnliches“, grinste er über' s ganze Gesicht.

„Das hatte ich auch nicht erwartet, so ohne Papiere“, sagte sie reiflich verblüfft.

Lachend fuhr er fort. „Da würde ich Dich vorher schon irgendwie betrunken machen oder so. Bist Du eigentlich vermögend? Würde es sich lohnen?“

Sie zog eine Augenbraue nach oben und meinte gespielt warnend: „Duuu, treib' es nicht auf die Spitze.“

„Ach was, Du kennst mich doch mittlerweile, Honey. Nee, nee, das ist ganz harmlos. Die wollen sich mit der Unterschrift nur absichern, dass man das aus freien Stücken macht, über die Risiken unterrichtet wurde und eine zweite erwachsene Person sich damit einverstanden erklärt. Außerdem muss man sich ausweisen, um beim Alter nicht schummeln zu können. Mehr ist es eigentlich nicht“, beruhigte er sie.

„Und welche Risiken sind das?"

„Na ja, wenn Du beispielsweise abgeworfen wirst und unglücklich dabei aufkommst. Man kann das ja nie wissen. Damit eben hinterher keiner sagen kann, man wäre zuvor nicht über die Gefahren und Risiken aufgeklärt worden. Immerhin leben wir in einem Land, wo jeder jeden verklagen kann und in dem es schon die aberwitzigsten Klagen und Gerichtsurteile gegeben hat.“

Anna nickte. „Ja, ich weiß, McDonald und so.“

„Genau und deshalb sichern die sich eben vorher ab.“

„Aha und Du willst jetzt also auf diesen Bullen.“ Es klang mehr nach einer Feststellung als nach einer Frage, als sie ihn neugierig ansah.

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Er stand auf und gab ihr einen Kuss: „Yeap, will ich.“ Anna setzte zügig ihre Unterschrift unter das Formular, das Jason an der Theke abgab. Währenddessen begleitete ihn ein junger Mann zum Mechanischen Bullen. Noch einmal bekam Jason einige Instruktionen, ehe er sich mit Schwung auf den Sattel schwang und der Bulle sich in Bewegung setzte. Was Anna jedoch nicht wusste war, dass Jason - als gebürtiger Texaner – dies nicht zum ersten Male machte. Er war sowohl mit Bullen als auch mit Pferden sehr vertraut und hatte schon an einigen Rodeos teilgenommen.

Wie Anna kurz darauf feststellen konnte, bewegte sich Jason sehr geschickt und verlor, trotz der Geschwindigkeit und den ständigen Rotationen, kein einziges Mal das Gleichgewicht. Man merkte ihm förmlich an, wie viel Spaß er dabei hatte und auch, dass er das schon fast professionell tat.

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Er hielt sich bis zum Schluss auf dem Bullen und sprang fast schon übermütig auf den Sattel, so dass Anna ein wenig Angst bekam, er könne vielleicht doch noch herunter fallen. Strahlend sah er sie an. „Na, wie war ich?“

Skeptisch fragte sie: „Das hast Du aber nicht zum ersten Male gemacht, oder? So wie Du Dich auf den Sattel geschwungen und Dich dabei bewegst hast.“

Lachend sprang er vom Bullen herunter.

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„Nein, habe ich nicht, mein Schatz“, erwiderte er, ehe er mit ihr zur Theke ging. „Puh, jetzt hab‘ ich aber Hunger wie ein Bär.“ Beide nahmen auf den Barhockern Platz und ließen sich die Nachos schmecken, die ein junges Mädchen einige Sekunden zuvor herein gebracht hatte.

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Jason klärte Anna zwischen einzelnen Bissen auf. „Einmal im Jahr findet in San Antonio ein großes Rodeo statt und seit meinem 18. Lebensjahr nehme ich daran teil. Es stehen schon einige Pokale zuhause bei uns im Wohnzimmer.“ Er lachte übermütig. „Eigentlich bin ich der geborene Cowboy. Wir haben eine sehr große Ranch, die meine Mum mit ihrem Lebensgefährten unterhält. Ich bin mit Pferden und Rindern quasi aufgewachsen und habe schon oft den Cowboys ausgeholfen, wenn Not am Mann war. Unter anderem auch schon den einen oder anderen Mustang eingeritten.“

Überrascht fragte Anna: „Hast Du nicht mal erwähnt, dass ihr auch eine Zeitlang in Bridgeport gelebt hattet?“

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Jason erwiderte darauf nickend. „Das ist richtig. Meine Eltern hatten sich damals in Yale kennengelernt, als Tante Caroline dort studiert hatte. Nun ja, wie das manchmal so ist, hatte meine Mum eines Tages ihre Schwester in Yale besucht und dabei meinen Dad kennengelernt. Tja, Liebe auf den ersten Blick, wie sie heute noch erzählt. Nach seinem Abschluss haben sie geheiratet und Daddy ist zunächst mit Mum nach Texas gezogen. Doch er hatte sich da nie heimisch gefühlt. Nach meiner Geburt sind wir schließlich nach Bridgeport umgezogen, da Dad sich entschlossen hatte, die Polizeilaufbahn einzuschlagen.“

„Und warum Bridgeport?“, unterbrach ihn Anna, um gleich darauf zu sagen: „Sorry, ich wollte Dich nicht unterbrechen.“

Jason lächelte. „Schon okay, Maus. Onkel Henry hatte dort seine erste Anstellung und Tante Caroline ist nach der Hochzeit zu ihm nach Bridgeport gezogen. Na ja und bei einem unserer Besuche hatte mein Dad mit meiner Mum den Entschluss gefasst, dort zu bleiben. Bis zu seinem Tod haben wir in Bridgeport gelebt, ein Jahr später sind wir dann nach San Antonio zurück. Mein Dad ist erst viel später zum FBI gewechselt, da hatte Kyle gerade mit seiner Ausbildung angefangen.“

„Hatte er denn noch mit Deinem Vater zusammengearbeitet?“, wollte Anna neugierig wissen.

„Nicht wirklich. Kyle hatte auf dem Polizeirevier, in dem auch mein Dad gewesen war, ein Praktikum gemacht. Während mein Dad in DC war, hatten wir ihn nur an den Wochenenden gesehen. Beim FBI war er viel unterwegs und ich hatte ihn oftmals vermisst. Aber die Sommerferien haben wir immer zuhause in San Antonio verbracht. Mein Dad ist dann meistens für zwei Wochen runter geflogen. Solange Vicky noch klein war, hatte meine Mum nicht gearbeitet. Erst als sie auf die Highschool wechselte, ist sie in den elterlichen Betrieb eingestiegen und hatte sich von Bridgeport aus um das Finanzielle gekümmert. Die Ranch hatten meine Großeltern alleine betrieben, solange es eben ging, später hatten sie einen Verwalter eingestellt. Ja und seit Mum jetzt mit James zusammen ist, machen sie das alleine. Aber wann immer es meine Zeit erlaubt, fliege ich runter.“

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Jason hatte Anna gegenüber erwähnt, dass seine Mum nach dem Tode seines Vaters lange Zeit alleine gewesen war. Seit sechs Jahren jedoch war James Lockwood, ein reicher Rancher und weltbekannter Pferdezüchter fester Partner an ihrer Seite. An ihrem Geburtstag im Januar hatte er sich endlich ein Herz genommen und ihr einen Heiratsantrag gemacht, den sie überglücklich angenommen hatte. Für kommendes Frühjahr war die Hochzeit geplant und sowohl Jason als auch Vicky waren mit der Wahl mehr als einverstanden.


Nachdem sie gegessen hatten, nahmen sie wieder an dem kleinen Tisch Platz. „Wir haben uns gleich gut mit James verstanden“, nahm Jason das zuvor unterbrochene Gespräch wieder auf. „Man kann sich wunderbar mit ihm unterhalten und in gewisser Weise ersetzt er mir manchmal meinen Vater. Hört sich vielleicht bescheuert an, aber ich bin glücklich, dass es ihn gibt.“ Ein Schatten glitt über Jason’s Gesicht, ehe er leise sagte: „Mein Dad hatte sich in den letzten beiden Jahren vor seinem Tod sehr verändert. Er war nur noch sehr selten zuhause, nicht einmal an meinem oder Vickys Geburtstag hatte er sich Zeit für die Familie genommen. Er hätte in einer anderen Stadt zu tun, hatte meine Mum gesagt. Heute weiß ich es besser.“

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Mit einem Male war die Unbeschwertheit aus seinem Gesicht gewichen. Er schluckte und brach ab, doch Anna hatte die Bitterkeit aus seinen Worten herausgehört. Sie ergriff seine Hand und flüsterte leise: „Jason, Du musst nicht weitersprechen, wenn Du nicht magst.“

„Schon gut, Maus“, lächelte er ihr zu. „Es ist schon seltsam, wenn man so nach und nach erfährt, dass der eigene Vater nicht das gewesen war, was man jahrelang in ihm gesehen hatte. Verstehst Du, Anna? Er hat seine eigene Familie in Gefahr gebracht und ich weiß nicht, ob ich ihm das je verzeihen kann. Nach Dad’s Tod war Carlo Vincenti sehr oft bei uns. Ich habe keine Ahnung, ob er gedacht hatte, er könne der nächste Mann an Mum’s Seite werden. Aber es hatte ihr gut getan, ihn um sich zu wissen.“

Überrascht fragte Anna: „Woher kennt Deine Familie Vincenti eigentlich?“

„Carlo war auch in Yale, ebenso wie Onkel Henry und Tante Caroline und auch Eric Hudson, Trish’s Dad. Das hat mir meine Mum gesagt, als ich ihr von dem Discobesuch mit Kyle erzählt hatte. Dabei hatte ich Dich und Trish erwähnt und beim Namen Hudson hatte es sofort bei ihr geklingelt. Die hatten sich damals alles in Yale kennengelernt.“

„Ach so ist das. Ich hatte mich noch gewundert. Waren denn Deine Mum und Carlo ein Paar?“

„Nein… also, zumindest nicht offiziell. Aber ich habe sie auch noch nie danach gefragt. Carlo war sehr eng mit Kyle’s Eltern befreundet. Wir hatten damals fast nebeneinander gewohnt. Kyle und ich hatten ja auch einmal zusammen eine Band.“

„Du verstehst Dich gut mit ihm, oder?“

Jason lachte schallend. „Na hör mal, bei Kyle’s drei Schwestern. Da war er froh, wenigsten einen Gleichgesinnten zu haben. Nur schade, dass wir so weit auseinander wohnen. Es war neulich mein erster Besuch nach… Du, ich weiß gar nicht mehr, wann ich ihn das letzte Mal gesehen hatte. Aber es war schon eine Weile her.“

„Ist es eigentlich weit von hier nach Las Vegas?“, wechselte Anna plötzlich das Thema.

Eifrig nickte er. „Ja. Von hier aus sind es ungefähr zweieinhalb Stunden Fahrtzeit. Aber dafür ist es jetzt schon zu spät. Wir sollten dort schon einen ganzen Tag einplanen. Wenn Du willst, dann können wir das morgen oder am Freitag in Angriff nehmen. Vegas selbst ist zwar kleiner, als man vielleicht vermuten mag, aber Du kannst Dir auf dem Strip ganz schön die Füße wund laufen. Die Wasserspiele abends am „Bellagio“ muss man unbedingt gesehen haben. Das Schauspiel ist atemberaubend. Die Gondelfahrt im „Venezia“ ist klasse und wenn Du magst, können wir auch noch zum „New York New York“, Achterbahn fahren. Diese führt direkt ums Hotel herum.“

„Warst Du denn schon öfters dort?“

Jason erwiderte: „Zweimal bislang. Einmal, als meine Schwester Vicky zu Besuch war und dann mit einem früheren Studienkollege, der mich mal überraschend besucht hatte. Damals sind wir Achterbahn gefahren.“ Neugierig fragte er plötzlich: „Sag‘ mal, leidest Du eigentlich unter Höhenangst, weil Du vorhin nicht mit auf den Skywalk wolltest?“

„Nein, an und für sich nicht. Es ist… Na ja, weißt Du, wenn ich darunter nichts sehen würde, wenn ich drauf stehe, dann wäre es mir wahrscheinlich egal. Aber so… alles aus Glas. Nee, das ist nicht so meins. Ich konnte mich auch nicht auf den Glasboden des CN Towers stellen, wenn es da über 350 Meter in die Tiefe geht.“

„Du warst schon in Toronto?“

Anna nickte eifrig. „Ja, ich bin dort geboren.“

Als Jason sie überraschte ansah, sagte sie: „Mein Dad war im diplomatischen Dienst tätig und wir lebten drei Jahre lang in der Nähe Torontos. Als ich vier Jahre alt war, sind wir dann nach Hidden Springs gezogen, wo ich auch aufgewachsen bin. Aber an meinem 12. Geburtstag haben wir einige Tage in Toronto verbracht und waren unter anderem auch im CN-Tower.“

„Dann bist Du Kanadierin?“, fragte Jason neugierig.

„Laut Pass, ja. Ich besitze sowohl die kanadische als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Du warst auch schon oben?“ Fragend schaute sie ihn an.

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„Yeap, war ich. Ich habe mit ein paar Kumpels vor Jahren einmal eine Motorradtour gemacht, die uns rund um den Ontariosee geführt hatte. Unsere letzte Station war schließlich Toronto und da durfte ein Besuch im Tower natürlich nicht fehlen. Aber irgendwann will ich da mal wieder hin und auf den Edge Walk.“

Entsetzt schüttelte sie den Kopf: „Du bist ja wahnsinnig. Also, da bekommst Du mich gleich dreimal nicht drauf.“

„Och, da habe ich schon ganz andere Dinge gemacht.“ Grinsend gab er ihr einen Kuss.


Es war gegen Nachmittag und immer noch sehr warm, als sie wieder zuhause ankamen. Rasch zogen sie ihre Badesachen an und drehten noch einige Runden im Swimmingpool. Dabei neckten sie sich wie kleine Kinder und spritzten sich gegenseitig nass.

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Plötzlich rief Jason Anna zu: „Los, wer länger unter Wasser bleibt.“

„Forderst Du mich etwa heraus? Aber ich sag’s Dir lieber gleich, Jason. Ich war in der nationalen Jugend-Schwimmstaffel und wurde immerhin Zweite.“

„Wow, echt jetzt?“ Als Anna nickte, fragte er: „Hast Du auch an Meisterschaften teilgenommen?“

„Ja, ich stand sogar kurz vor der Nominierung in die Auswahl der Olympiamannschaft.“

„Stand? Was ist passiert?“

„Tja, ich habe mir kurz vor den Ausscheidungswettkämpfen beim Joggen einen Bänderriss zugezogen.“

„Autsch“, meinte Jason und verzog bedauernd das Gesicht.

„Ja, Autsch und Olympia adé.“

„Und danach?“, wollte er neugierig wissen.

Anna zuckte mit den Schultern. „Danach wollte ich nicht mehr. Ich habe mich ganz auf mein College konzentriert und das Schwimmen aufgegeben.“

„Oh, das ist aber schade.“

„Ja, aber ich habe in meinem Beruf die Erfüllung gefunden. Also, was ist, willst Du immer noch die Wette?“, fragte sie ihn keck.

„Na klar, Honey. Also auf Drei.“ Jason zählte: „Eins… Zwei… und…“ er machte eine etwas längere Pause, so dass Anna schon fast ungeduldig wurde. Schließlich rief er: „Drei.“ Beide holten noch einmal tief Luft, hielten sich die Nase zu und tauchten unter.

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Früher jedoch als Anna, merkte Jason, dass ihm allmählich die Luft auszugehen drohte. Er kämpfte dagegen an und versuchte sich zu konzentrieren. Um jedoch nicht vor Anna aufzutauchen, hob er seinen Fuß leicht an und fixierte sie dabei mit offenen Augen. Aufreizend langsam ließ er seinen Fuß von ihrer Wade aufwärts bis über ihr Knie streichen. Anna erschrak sich dabei so heftig, dass sie schnell auftauchen musste. Prustend erreichte sie die Wasseroberfläche, während Jason noch einige Sekunden unter Wasser verharrte. Als er wieder nach oben kam, rief er lachend: „Yes. Gewonnen“ und reckte seinen Arm siegessicher in die Höhe.

Empört schnaubte Anna: „Das war unfair, mich zu kitzeln. Na warte, das zahl‘ ich Dir heim.“

Heftig schlug sie mit der flachen Hand aufs Wasser und spritzte Jason eine ganze Ladung ins Gesicht. Er konnte dieser nicht mehr rechtzeitig ausweichen und schüttelte sich wie ein nasser Pudel.

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Grummelnd stieg Anna aus dem Wasser und wartete, bis Jason ebenfalls aus dem kühlen Nass geklettert war. Als er nur noch wenige Meter vor ihr stand, sah er sie aus schmalen Augen an. Sie wollte gerade etwas sagen, als sie sich plötzlich blitzartig umdrehte, um davon zu rennen. Sie kannte diesen Gesichtsausdruck mittlerweile nur zu gut und wusste, was er vorhatte. Doch Jason hatte ihre Absicht erraten und rannte ihr sogleich hinterher. Sie hatten fast schon das halbe Anwesen umrundet, als er sie mit schnellen Schritten einholte. Blitzschnell bückte er sich, ergriff ihre Kniekehlen und hob sie über seine Schulter.

Keuchend rief sie: „Ich ergeb‘ mich. Jason, lass‘ mich sofort runter!“, forderte sie ihn auf.

„Warum sollte ich?“ lachte er und ließ seine Hand stramm auf ihr Hinterteil fallen. Einmal, zweimal, dreimal.

„Aua!“, rief sie anklagend, um bittend fortzufahren: „Bitte Jason, ich bin auch ganz lieb, versprochen.“

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Um ihm zu zeigen, wie ernst sie es meinte, streckte sie sich nach unten und ließ ihre Fingernägel dabei aufreizend über seinen verlängerten Rücken gleiten. Als sich ihre Hand unter den Bund seiner Badehose schob, sog er scharf die Luft ein. Schnell ließ er sie herunter und zog sie an sich. Heiser raunte er: „Wie lieb denn, mein Schatz?“

„Mal sehen.“ Sie legte ihre Arme um seinen Nacken und presste ihre Lippen auf seinen Mund. Leidenschaftlich küsste sie ihn.

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Als sie wieder von ihm abließ, fragte sie lächelnd: „War das so okay?“

WIE? War das etwa alles?“

Anna schaute sich um und meinte: „Was hast Du denn hier draußen erwartet? Nicht, dass wir noch wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet werden.“

„Oh ja, das wär’s. Du hast Recht, das ist keine gute Idee. Aber ich hoffe, Du entschädigst mich dafür heute Nacht.“

„Mmmhhh“, meinte Anna gedehnt, „das muss ich mir noch schwer überlegen, so wie Du mich beim Tauchen hereingelegt hast. Das war unfair, Jason.“

„Sorry mein Schatz, ich konnte nicht anders. Ich weiß, manchmal steckt ein kleiner Teufel in mir.“

„Ja, ja“, lachte sie und gab ihm einen Klaps auf den Po. „Komm, lass‘ uns wieder reingehen. Hier draußen ist es mörderisch heiß, ich verbrenne mir bald die Füße.“


Wenige Minuten später lagen sie auf ihren Liegestühlen, nachdem Jason Anna zuvor liebevoll eingecremt hatte. Sie hatte eine zarte helle Haut, die leicht zu Sonnenbrand neigte, während Jason trotz seiner hellen Haare ein dunkler Hauttyp war. Aufgewachsen in San Antonio im Bundesstaat Texas war er die heißen subtropischen Sommer gewohnt, so dass ihm die Wüstenhitze Nevada‘ s nicht sehr viel ausmachte. Ganz im Gegensatz zu Anna, die solche mörderischen Temperaturen nicht kannte. In Hidden Springs gab es solche heißen Sommer nicht und auch in Bridgeport war es noch nie so heiß gewesen. Mindestens zweimal im Jahr flog sie zu ihren Eltern, die immer noch in Hidden Springs lebten. Auch ihre Schwester wohnte dort mit Mann und zwei Kindern. Zuweilen vermisste sie ihre Familie sehr. Noch schlimmer war die Sehnsucht gewesen, nachdem sie sich von Todd getrennt hatte. Hätte sie damals noch nicht bei Hudson Ltd. gearbeitet und sich so gut mit Trish verstanden, so wäre sie vermutlich nach Hidden Springs zurückgegangen. Aber Trish hatte sie wieder aufgefangen und aus dem Loch herausgeholt, nachdem sie die erste Zeit überhaupt nicht mehr aus dem Haus wollte und nur noch geweint hatte.

Wie es Trish wohl geht? Wenn ich ihr doch nur irgendwie helfen könnte.
Voller Mitgefühl dachte sie an ihre Freundin. Am vorgestrigen Abend hatten sie noch lange miteinander telefoniert. Über eine Stunde hatte Trish Anna ihr Herz ausgeschüttet und von dem verhängnisvollen Vormittag in Kyles Büro und seiner fast schon fluchtartigen Reaktion am nächsten Abend bei ihr zuhause, berichtet. Trish tat ihr entsetzlich leid. Da lernte sie endlich jemanden kennen, der ihr ebenbürtig war und in den sie sich offensichtlich auch verliebt hatte und dann wollte er anscheinend nichts von ihr wissen. Laut seufzend blickte Anna in den wolkenlosen Himmel, während Jason überrascht zu ihr hinüber sah.

„Ist alles in Ordnung, Schatz?“

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Bislang hatte sie Jason gegenüber das Telefonat noch nicht erwähnt. Aber vielleicht erfuhr sie ja durch ihn, weshalb sich Kyle Trish gegenüber so reserviert verhielt. Nachdenklich schaute sie zu ihm, ehe sie schließlich begann: „Ich habe vorgestern Abend mit Trish telefoniert.“

Jason lächelte. „Ja, ich weiß, hab’s mitbekommen.“

„Du weißt davon? Du hast aber nichts gesagt.“

„Na ja, ich dachte mir, Du wirst es mir schon irgendwann mitteilen. Aber es geht mich nichts an, was Du mit Deiner Freundin besprichst.“

„Nein, ist schon gut. Ich soll Dir viele Grüße von ihr ausrichten. Sie sind gut in Monte Vista angekommen.“

„Richtig, Fabio heiratet ja in ein paar Tagen. Das wird bestimmt eine sehr schöne Hochzeit. Aber Kyle hatte gemeint, es hätten viele abgesagt?“

Anna nickte. „Ja und schade, dass noch nicht einmal Julie‘s Eltern und ihr Bruder kommen werden.“

Jason’s Mine verdunkelte sich ein wenig „Na ja, ich weiß nicht, ob Fabio Craig unbedingt dabei haben will.“

„Aber warum denn das?“, fragte Anna überrascht.

Jason winkte ab: „Das ist etwas kompliziert, Anna. Craig ist eigentlich kein schlechter Kerl. Ich habe mich immer gut mit ihm verstanden. Aber er lässt sich leider immer mit den falschen Leuten ein.“

„Ach so, darüber weiß ich nichts. Ich kenne ihren Bruder gar nicht.“

Um das Thema zu wechseln, fragte Jason: „Geht es Trish gut?“

Anna seufzte. „Wie man‘s nimmt. Kyle hat ihr offensichtlich eine eiskalte Abfuhr erteilt.“

Jason riss erstaunt die Augen auf. „WAS? Spinnt DER? Aber warum denn? Als ich bei ihm zu Besuch war, hatte ich den Eindruck, er

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Schließlich erzählte ihm Anna, was ihre Freundin ihr am Telefon mitgeteilt hatte. Dass sie allerdings schon mehrmals wegen ihrer illegalen Aktionen mit Kyle aneinander geraten war, hatte Trish Anna bewusst verschwiegen. Als Anna schließlich geendet hatte, sagte sie: „Ich habe keine Ahnung, warum er so kalt zu ihr war. Du etwa?“ Neugierig sah sie zu ihrem Freund.

Der schien kurz nachzudenken, ehe er erwiderte: „Nun ja. Ich kann es mir eigentlich nur so erklären, dass er es bei ihr langsamer angehen lassen will, als damals bei Marlena. Er hatte sich einfach zu forsch an sie herangemacht und immer wieder Abfuhren kassiert. Einmal hätte nicht viel gefehlt und sie hätte ihm eine Ohrfeige verpasst. Vielleicht ist er deshalb Trish gegenüber so zurückhaltend, denn ich bin mir sicher, dass er sie mag.“

Er unterbrach sich kurz, ehe er fortfuhr. „In gewisser Weise sind Marlena und Trish sich ähnlich. Marlena war auch nicht auf den Mund gefallen. Aber es wird ihm sicherlich nicht gefallen, dass Trish im Mordfall meines Dad’s recherchiert. Sie könnte damit eine Riesenlawine lostreten und wahrscheinlich will Kyle das verhindern. Na ja und, dass sie während ihres Aufenthaltes in Monte Vista bei Carlo wohnt, wird ihm garantiert nicht gefallen. Aber lass‘ die beiden mal. Früher oder später wird das schon. Da bin ich mir fast sicher. Ich kenne doch meinen Cousin.“ Allerdings hätte der sich früher bei einer Frau wie Trish nicht zweimal bitten lassen. Das erwähnte er Anna gegenüber jedoch nicht. Kyle war ebenso wie Jason in seiner Sturm- und Drangzeit ein Draufgänger gewesen, der keinem Flirt abgeneigt gewesen war. Man man Junge, was ist nur los mit Dir? Du fährst doch total auf sie ab. Gib‘ Dir doch endlich einmal einen Ruck, sonst hast Du irgendwann das Nachsehen. Nicht alle Männer sind so blind wie Du, Kyle!

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Anna lächelte. „Na ja, wenn Du meinst. Sie werden sich in Monte Vista bestimmt auch das eine ums andere Male über den Weg laufen. Spätestens aber auf der Hochzeit.“

„Genau“, pflichtet Jason ihr bei. Und wenn nicht, dann trete ich ihm höchst persönlich in den Hintern, dachte er grimmig. „Wann kommt er eigentlich in Monte Vista an?“

„Sowie ich Trish verstanden habe, müsste er…“ Sie unterbrach sich kurz, ehe sie sagte: „Warte Mal. Wir haben vorgestern telefoniert und da hatte sie etwas von zwei Tagen erwähnt. Da würde er planmäßig ankommen und einen Tag danach, glaube ich, wollten sie sich treffen. Zumindest hatte er ihr gesagt, dass er gleich nach seiner Ankunft mit ihr in Kontakt treten wolle. Jetzt lass‘ mich mal kurz rechnen. Hm, 9 Stunden dazu. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann müssten Sie sich eigentlich schon getroffen haben, vorausgesetzt, es lief alles planmäßig. Die hatten ja drüben einige Flüge absagen müssen.“

„Ja, ich weiß. Der ganze New Yorker Raum war betroffen und Bridgeport auch. Die haben etliche Flüge gecancelt. Gut möglich, dass Kyle’s Flug da auch dabei war.“

Sie dösten noch eine Weile vor sich hin, ehe ihnen irgendwann die Augen zufielen.

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Es war schon gegen Abend, als Jason aufwachte und Anna weckte. Zärtlich gab er ihr einen Kuss auf die Stirn und rüttelte sie leicht an der Schulter. „Anna, mein Schatz, aufwachen.“ Es dauerte eine Weile, bis sie zu sich kam.

Verschlafen blinzelte sie ihn an. „Wie spät ist es denn?“

„Kurz nach 6. Wir sind eingeschlafen. Zum Glück habe ich Dich vorher noch einmal eingecremt.“ Erschrocken schaute Anna an sich herunter. „Keine Sorge, mein Liebling. Du hast keinen Sonnenbrand.“

Sie reckte ihre Arme in die Höhe und sagte gähnend: „Gott, sei Dank, das wäre es jetzt gewesen.“

Plötzlich knurrte ihr Magen unaufhörlich laut, so dass Jason grinsend meinte: „Ich habe auch Hunger, Schatz. Was hältst Du davon, wenn wir grillen?? Ich habe Hotdogs da und Torfu.“

Anna nickte. „Okay, Du grillst und ich mache derweil den Salat.“



Eine halbe Stunde später saßen sie am Gartentisch und ließen sich die leckeren Torfu-Hotdogs und den Salat schmecken. „Hm, ist das lecker. Mein Kompliment Jason, ich habe noch nie so gute Hotdogs gegessen.“

„Danke, aber Dein Salat ist auch spitze.“

Anna sah zum Swimmingpool. „Das sieht klasse aus, mit den Teerosen auf dem Wasser. So schön romantisch.“

„Ja, gefällt' s Dir? Die hatte ich durch Zufall in einem Baumarkt entdeckt und gleich mitgenommen.“

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Anna nahm gerade ihren zweiten Hotdog in die Hand, als sie Jason plötzlich mit ernster Stimme fragte: „Jason, woran ist Kyle’s Frau eigentlich gestorben? Sie war doch noch so jung.“

Jason sog die Luft tief ein und suchte nach der passenden Antwort. „Marlena ist nicht eines natürlichen Todes gestorben. Sie ist unschuldig in eine Schießerei geraten und hatte den Opfern nur helfen wollen. Ein Querschläger hatte sie getroffen, sie hatte keine Chance.“

Entsetzt riss Anna die Augen auf. „WAS? Du meinst doch nicht etwa der Mord an den beiden Italienern vor 5 Jahren in der Nähe der „Schinderei“? Ich hatte davon gehört, das war ja ein großes Aufsehen. Die Frau, die dabei ums Leben gekommen ist, das war Kyle’s Frau?“

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Jason nickte. „Ja. Sie hatte einen Arzttermin bei ihrem Gynäkologen. Marlena war Ärztin und im zweiten Monat schwanger. Sie hatte sich gerade auf dem Nachhauseweg befunden und war ohne zu zögern hinzugeeilt, als sie die Schüsse gehört hatte. Sie hatte nur Erste Hilfe leisten wollen und sich unbewusst in tödliche Gefahr begeben.“

„Oh, mein Gott, das ist ja furchtbar. Ich will mir nicht annähernd ausmalen, was Kyle mitgemacht hat und dann noch das ungeborene Kind.“

„Ja, es war eine Tragödie, Kyle war am Boden zerstört. Zum Glück war Sheila da, sie hat ihn ein wenig über den großen Verlust hinwegtrösten können. Aber vergessen konnte er nie. Einzig der Gedanke, dass die Täter ihre gerechte Strafe erhalten, hielt ihn aufrecht. Aber die wahren Täter hat man nie gefasst… so wie auch die meines Dad’s nicht.“

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Die letzten Worte hatten bitter geklungen, so dass Anna seine Hand nahm und fest drückte. „Irgendwann bekommt jeder seine Strafe, niemand kommt ungestraft davon, Jason.“

„Es sei denn, man präsentiert der Polizei die falschen Täter.“ Es hatte resignierter geklungen, als von Jason beabsichtigt. Lächelnd sagte er jedoch plötzlich: „Aber lass‘ uns nicht mehr darüber reden… zumindest jetzt nicht.“

Der Rest des Abendessens verlief schweigend. Jeder schien seinen eigenen Gedanken nachzuhängen.

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Wenig später


Nachdem sie die Küche aufgeräumt und noch einiges für den morgigen Tag gepackt hatten, waren sie noch ein wenig schwimmen gewesen. Es war zwar immer noch recht warm, aber ab und zu konnte man auch den Hauch eines leichten Windes verspüren, der die Palmenblätter ein klein wenig hin und her bewegte. Die Teerosenlichter hatten sie wieder auf dem Swimmingpool platziert und die Korbcouch an den Pool getragen, während sie verträumt auf die Wasseroberfläche blickten. Jason legte seinen Arm um Anna und sagte plötzlich leise: „Tut mir Leid, dass ich vorhin das Thema so abrupt beendet habe. Aber ich habe noch nie mit jemand anderem als mit Kyle darüber gesprochen.“

Behutsam nahm Anna seine Hand in die ihrige und fragte: „Jason?“

„Hm?“, liebevoll strich er ihr eine Strähne ihres Haares aus der Stirn.

„Was hattest Du mit den falschen Tätern gemeint? Du hast doch gesagt, sie wurden gefasst.“

Er schüttelte seufzend den Kopf. „Kyle und ich sind überzeugt, dass es nicht die wahren Täter waren.“

„Aber wer war es dann?“, fragte Anna neugierig.

„Die Polizei hatte DeMarco und Carlo in Verdacht. Kyle’s Fokus lag von Anfang an auf Carlo. Er war davon auch nicht abzubringen.“

„Und Du bist nicht davon überzeugt?“

Jason atmete tief durch. „Nein, nicht wirklich. Ich habe Kyle immer wieder gesagt, dass er möglicherweise einer völlig falschen Fährte nachgeht. Aber er ließ sich davon nicht beirren.“

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Jason strich sich die Haare aus der Stirn. Es war das erste Mal, dass er einem Außenstehenden gegenüber seinen Verdacht geäußert hatte.

„Und wer war es Deiner Ansicht nach?“, hakte Anna nach.

Jason zuckte die Schultern. „Ich weiß es nicht, aber ich denke, dass es mit DeMarco zusammenhängt. Nur, dessen Motiv ist mir völlig schleierhaft. Es waren seine eigenen Leute und dazu auch noch seine beiden besten Mitarbeiter. Aber die Polizei ist damals nicht weitergekommen und hatte den Fall irgendwann zu den Akten gelegt.“

„Gibt es denn eine Chance, dass der Fall nochmals aufgerollt wird?“, wollte Anna interessiert wissen.

„Ja, das schon, sollte es zu irgendeinem Zeitpunkt neue Erkenntnisse geben.“

Lächelnd drückte sie seine Hand, während er sie eng an sich zog. „Danke für Dein Vertrauen, Jason.“

Er murmelte: „Ich will nicht, dass irgendetwas zwischen uns steht. Du bist mir sehr wichtig geworden, Anna.“ Sanft legte er seine Lippen auf ihren halb geöffneten Mund, ehe er diesen mit einem innigen Kuss verschloss.

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Heiser raunte er ihr ins Ohr: „Lass‘ uns nach oben gehen, Schatz.“

Lächelnd sagte sie: „Was hast Du denn vor? Du weißt, dass wir morgen früh raus müssen, wenn wir nach Las Vegas wollen.“

Grinsend fragte er: „Hm, hast Du mir nicht noch etwas versprochen?“

Lachend kniff sie ihm in die Seite und umfasste seine Taille, während sie nach oben gingen.



Kapitel 41 folgt..

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Simsi68 » 16.11.2016, 10:12

Hallo Marga!

So, nun endlich komme ich auch hier zum kommentieren...


Zu Kapitel 37:
Ach herrjeh, Charlene! Ich mag sie ja so überhaupt nicht und einesteils ruft gleich das 1. Bild groll gegen sie hervor, sie so jähzornig ist, aber anderseits ist sie wirklich nur noch zum auslachen :lachen: Ganz ehrlich... Was die da immer für Szenen abzieht, echt der Hammer!

Und die Modenschau für sich alleine... Oh man, Charlene :kopfschuetteln

Dann denkt sie an Kyle und stellt sich vor, irgendwann mit ihm zusammen zu sein. Ja Charlene, träum weiter...
:troesten

Zu Kapitel 38:
Oh, Trish spielt wieder Detektiv! Aber sie stellt sich sehr geschickt an, muss ich immer wieder sagen... Meistens jedenfalls!
Sie stößt dabei auf Dinge - wie z.B. die Fotos - die sie sich nicht erklären kann! Irgendwann wirst du es wissen, Trish.

Und dann die Listen mit den Namen... Sie kann sich vieles nicht erklären, was sie in Carlo´s Büro findet.

Uuups, das Zimmer von Trish in der Vincenti-Villa ist ja total pink :lol: Das ist mir noch nie aufgefallen! :augen:
Trish kann nicht schlafen, trinkt einen Kakao in der Küche und prompt kommt Carlo hinzu. Wie sollte es auch anders sein, ne... ;)
Wenn man den so ansieht: Der ist wirklich für sein Alter noch sehr attraktiv; das muss man ihm schon lassen :<
Die beiden unterhalten sich lange miteinander

Die Rückblickbilder sind übrigens toll :<

Und nun ist Carlo der jenige, der nachdenklich zurückbleibt, als Trish wieder zurück in ihr Bett geht...

Ah, Trish besichtigt wieder verschiedene Sehenswürdigkeiten in Monte Vista... Und jetzt kommt das mit der mysteriösen Person (die jetzt im nachhinein ja keine ist, da ich ja nun längst weiß, wer sie ist :zensiert ), die Trish ständig verfolgt und beobachtet!

Und dann das Telefongespräch zwischen Carlo und seinem Gesprächspartner, von dem Trish nur Fetzen mitbekommt... Alles ist so undurchdringlich für Trish und kann sich darauf keinen Reim bilden! Verständlich, dass sie sehr nachdenklich ist.


Zu Kapitel 39:
Aaaah Kyle ist da. Er steht auf dem Balkon seines Hotelzimmers. :D

Der Ausblick ist grandios, den Kyle da auf dem nächsten Bild genießen kann :< Wenn ich in Monte Vista spiele und die verschiedenen Orte, die in dieser FS vorkommen, sehe, denke ich immer an Trish und Kyle :lol:

Ach herrjeh, da hat er doch tatsächlich vom Autoverleih ´ne alte graue "Zitrone" bekommen :lol:
Das andere Auto, das er später im Austausch bekommt, ist da schon wesentlich besser! :<

Carlo´s Haushälterin ist echt ´ne Plaudertasche! :bestrafen: Es hätte ja auch jemand anderes sein können, der Trish was anhaben wollte und nicht Kyle, der Sehnsucht nach Trish hat.

Und nun treffen sie sich in Monte Vista. Kyle, der wie immer zum anbeißen aussieht, hat Trish, die auch wie immer einfach top aussieht, gefunden! :verliebt:

Ach, diese Wiedersehen wäre schon ein Kuss wert gewesen :verliebt: Aber naja... ;)
Nun gibt´s erstmal viel zu erzählen!
Und ich denk´s mir einfach immer wieder: die beiden wäre wirklich das perfekte Paar! :verliebt:

Und wie gekonnt er Trish ausfragt:
„Hatte er die Liste denn in seinem Arbeitszimmer offen liegen? Wie sind Sie denn da dran gekommen?“ - „WIE? Er hatte nicht abgeschlossen, obwohl er wusste, dass Sie im Haus sind?“
Neee neee, er hatte mal wieder nicht mit Trish gerechnet!
Die Diaolge waren echt zum schiessen! :lol: Obwohl die Thematik eigentlich nicht zum lachen war, musste ich dennoch lachen. Trish aht sich immer mehr verstrickt, umso mehr Kyle sie ausgefragt hat :lol:

Hahaaa, jetzt müsste Trish Gedanken lesen können oder hellsehen oder sonst was, dann wüsste sie was in Kyle bei ihrem Anblick vorgeht, als sie sich vor ihm um ihre eigene Achse dreht und in Pose stellt. Bild Aber er versucht immer noch der Versuchung zu wiederstehen, anstatt über den eigenen Schatten zu springen.

Und gehen die beiden essen... Und es gibt immer noch genügend Gesprächsstoff zwischen ihnen.

Wow, das Bild ist ja mehr als passend, wo Trish Kyle so vorwurfsvoll anschaut, als er aufsteht. :<

Nein Trish, Kyle ist kein Eisklotz, sei dir gesagt, aber das kannst du nicht wissen. Er kann nur noch nicht aus seiner Haut raus!

Arme Trish... Sie tut mir echt leid. Sie sendet ihm ein Signal nach dem anderen und er blockt sie ab. Zwar alles andere als mit Leichtigkeit, aber dennoch.

Und zum Abschied gibt´s wieder nur ´ne freundschaftliche Umarmung :augen: :kopfschuetteln Ich meine, ich weiß ja warum, aber die amre Trish nicht. Die ist jedes mal wieder vor den Kopf gestoßen, was verständlich ist, da sie Kyle tief in ihr Herz geschlossen und sich in ihn verliebt hat! Was sie nicht weiß ist allerdings, dass es Kyle tief in ihm nicht anders geht!

Der Satz von Trish:
„Man muss auch einmal über seinen Schatten springen können. Kommen Sie gut nach Hause. Gute Nacht.“ hat Kyle jedoch nun doch zum nachdenken angeregt. Er dachte nun sehr viel nach: auf der Autofahrt, im Hotelzimmer im Bett noch lange... Ja Kyle, du solltest wirklich über deinen Schatten springen und ihr sagen, dass du dich in sie … verliebt hast!
Und soweit ich noch weiß, wird er sehr bald etwas daran ändern :< :verliebt:


Zu Kapitel 40:

Anna und Jason...
Oh, also einen Hubschrauber-Rundflug haben die beiden gemacht! Abgesehen davon, dass ich in solch ein Ding nicht einsteigen würde Bild, kann ich mir schon vorstellen, dass das speziell für Anna ein Erlebnis war. Jason kennt das ja alles längst. Trotzdem ist es toll von ihm, dass er Anna all diese Sehenswürdigkeiten zeigt! :<

Aaaah, Bullriding... Das beherrscht Jason wirklich toll, aber wie er sagte, das ist nicht sein erstes mal, dass er das macht. Er hat Übung darin.

Anna und Jason erzählen sich viel und das ist auch gut so. Ein Paar soll keine Geheimnisse haben und nichts soll zwischen ihnen stehen, wie Jason so schön sagte. Das find ich toll! :<

Die Bilder im Pool sind dir auch super gelungen, wie sich Anna und Jason im Pool vergnügen. :<

Hahaha, das Bild ist ja zum schießen! Jason trägt Anna einfach über seiner Schulter!

Genau wie Jason´s Frage:
„WIE? War das etwa alles?“
Na was denkst du denn, Jason, soll Anna etwa draußen in freier Natur loslegen? Bild
Jaja, Jason kriegt wohl auch nie genug von Anna, aber verständlich, wenn sie normalerweise immer weit weg von ihm ist.

Dann: auf den Liegestühlen dösen, Abendessen... Ach die beiden genießen ihr Zusammensein!
:verliebt:
Eine halbe Stunde später saßen sie am Gartentisch und ließen sich die leckeren Torfu-Hotdogs und den Salat schmecken.
Schon wieder Tofu??? Bild Du hast es wohl mit dem Zeug, wie Bild Jedenfalls was deine Sims betrifft, wenn du es auch selbst nicht magst Bild

Und wieder gibt es viel zu erzählen... Also an Gesprächsstoff mangelt es zwischen Anna und Jason überhaupt nicht und das ist gut so!

Heiser raunte er ihr ins Ohr: „Lass‘ uns nach oben gehen, Schatz.“
Lächelnd sagte sie: „Was hast Du denn vor? Du weißt, dass wir morgen früh raus müssen, wenn wir nach Las Vegas wollen.“
Grinsend fragte er: „Hm, hast Du mir nicht noch etwas versprochen?“
Nun ja, liebe Anna, sowas muss ja nicht die ganze Nacht dauern, ne... :tsts: Tu deinem Jason und auch dir selbst den Gefallen! Zum schlafen kommst du immer noch! Bild Bild

Oh, das waren tolle Kapitel - Text wie Bilder einfach klasse! :< Die haben mir allesamt super gefallen! :hug02
Und jetzt freue ich mich schon wieder auf die nächsten Folgen :bussi2

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 21.11.2016, 01:15

Hallo zusammen, :winken


bevor es mit einem neuen Kapitel weitergeht, erst noch zu Astrid' s Kommentar, über den ich mich wieder riesig gefreut habe. Ein Dankeschön auch für die Dankeklicks und falls es Stille Leser geben sollte.


Hallo Astrid!


Simsi68 hat geschrieben:Hallo Marga! Ach herrjeh, Charlene! Ich mag sie ja so überhaupt nicht und einesteils ruft gleich das 1. Bild groll gegen sie hervor, sie so jähzornig ist, aber anderseits ist sie wirklich nur noch zum auslachen :lachen: Ganz ehrlich... Was die da immer für Szenen abzieht, echt der Hammer!

Ja, das ist richtig. Aber ich kann immer wieder nur betonen, unterschätzt sie nicht.
Simsi68 hat geschrieben:Und die Modenschau für sich alleine... Oh man, Charlene :kopfschuetteln


Ja, das muss einfach sein. Sie ist die Schönste, ihr fliegen alle Männerherzen zu. (*hust, hust*) Einbildung ist auch eine Bildung, ne.
Simsi68 hat geschrieben:Trish spielt wieder Detektiv! Aber sie stellt sich sehr geschickt an, muss ich immer wieder sagen... Meistens jedenfalls! Sie stößt dabei auf Dinge - wie z.B. die Fotos - die sie sich nicht erklären kann! Irgendwann wirst du es wissen, Trish.


Ja, aber im Nachhinein wird sie sich fragen, ob es wirklich so gut war. Aber es gibt auch einiges, das erst in der 2. Staffel zur Sprache kommen wird.
Simsi68 hat geschrieben:Uuups, das Zimmer von Trish in der Vincenti-Villa ist ja total pink :lol: Das ist mir noch nie aufgefallen! :augen:


Das Haus war ein Download, das ich zum Teil neu dekoriert hatte, aber nicht alles. Eigentlich nur die Zimmer, die ich für die Szenen gebraucht hatte. Dabei hatte ich gar nicht mehr an die Schlafzimmer gedacht. Und ach Du Schreck, das eine Zimmer war wirklich pink und das andere grün. Mir hatten aber nur noch diese Bilder vor der Hochzeit gefehlt und deshalb hatte ich es aus Zeitgründen nicht mehr neu dekorieren können. Und die Bilder von dem pinkfarbenen Schlafzimmer hatte ich vorher schon. Also, habe ich es dann gelassen. Aber schön ist anders, das ist richtig.
Simsi68 hat geschrieben:Trish kann nicht schlafen, trinkt einen Kakao in der Küche und prompt kommt Carlo hinzu. Wie sollte es auch anders sein, ne... ;)Wenn man den so ansieht: Der ist wirklich für sein Alter noch sehr attraktiv; das muss man ihm schon lassen :< Die beiden unterhalten sich lange miteinander

Also, dazu muss ich mal etwas sagen: Ich hatte zunächst einen anderen Sims, hatte sogar schon die Bilder gemacht und dann hatte ich aber Anjelica erstellt und bin auf die Idee mit dem Rückblick gekommen. Also, wie die beiden sich kennengelernt hatten. Als ich mir diesen Carlo diesen dann in Jung angeschaut hatte, dachte ich mir, nee geht mal gar nicht. Ich habe ihn ein wenig getunt, andere Gesichtszüge usw. und habe ihn dann als erwachsenen Sims altern lassen. Deshalb sieht der junge Carlo auch etwas anders aus. Aber ich wollte einen charismatischen Charakter mit einer guten und einer bösen Seite und ich denke, es ist mir mit ihm ganz gut gelungen. Im Übrigen, so sah er zunächst aus (in jung auch nicht besser):


Bild
Simsi68 hat geschrieben:Die Rückblickbilder sind übrigens toll :<

Vielen Dank. Habe ich mit dem Poseplayer gemacht und einfach nur S/W-Foto.
Simsi68 hat geschrieben:Ah, Trish besichtigt wieder verschiedene Sehenswürdigkeiten in Monte Vista... Und jetzt kommt das mit der mysteriösen Person (die jetzt im nachhinein ja keine ist, da ich ja nun längst weiß, wer sie ist :zensiert ), die Trish ständig verfolgt und beobachtet!

Ja, Trish sieht sie nun zum ersten Male und ist irgendwie verwirrt und neugierig zugleich.
Simsi68 hat geschrieben:Und dann das Telefongespräch zwischen Carlo und seinem Gesprächspartner, von dem Trish nur Fetzen mitbekommt... Alles ist so undurchdringlich für Trish und kann sich darauf keinen Reim bilden! Verständlich, dass sie sehr nachdenklich ist.

Das ist sie in der Tat. Eine Frage: hast Du Dir eigentlich Gedanken gemacht, wer denn der andere Teilnehmer war und um was es ging? Würde mich interessieren, denn beim zweiten Male liest man es doch ganz anders und oftmals zwischen den Zeilen.
Simsi68 hat geschrieben:Der Ausblick ist grandios, den Kyle da auf dem nächsten Bild genießen kann :< Wenn ich in Monte Vista spiele und die verschiedenen Orte, die in dieser FS vorkommen, sehe, denke ich immer an Trish und Kyle :lol:

Ja, so geht es mir Deinem Paar, Garreth oder so ähnlich. Auswendig weiß ich es nicht, da müsste ich erst nachschauen.
Simsi68 hat geschrieben:Ach herrjeh, da hat er doch tatsächlich vom Autoverleih ´ne alte graue "Zitrone" bekommen :lol: Das andere Auto, das er später im Austausch bekommt, ist da schon wesentlich besser! :<
Das war auch so eine Sache. Ich hatte extra diesen Sportwagen in Kyles Inventar gezogen. Als ich dann in Monte Vista mit einem neuen Spielstand angefangen hatte, ist mir leider entgangen, dass das Auto durch die graue Zitrone ersetzt worden war. Jetzt hatte er aber schon das Outfit an, das ich ihm für die Spielszene verpasst hatte und die vorherigen Bilder hatte ich schon gemacht. Also, habe ich erneut einen Spielstand angefangen, ihn im CAS umgezogen, das Auto ausgetauscht und kurzerhand den Text geändert. So dass er also zunächst mit der grauen Schüssel fährt und dann später mit seinem Sportwagen. Deshalb musste er auch noch einmal zurück ins Hotel, da er sich ja umziehen musste. Das war echt doof, aber die Bilder bei Kyle und Trish' s Wiedersehen, hatte ich schon gemacht. Die mit dem Auto kamen danach. Ja, manchmal macht Sims uns einen Strich durch die Rechunung und wir müssen erfinderisch werden und wenn man eben die Szenen nicht in der Reihenfolge der Texte spielt, hat man eben ein Problem. Aber das wirst Du ja selbst kennen.
Simsi68 hat geschrieben:Carlo´s Haushälterin ist echt ´ne Plaudertasche! :bestrafen: Es hätte ja auch jemand anderes sein können, der Trish was anhaben wollte und nicht Kyle, der Sehnsucht nach Trish hat.

Ja, das ist richtig. Aber es war auch nicht klug von Kyle gewesen, Romina nach Trish zu befragen. Einerseits will er ja nicht mit Trish in Verbindung gebracht werden, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Und andererseits erkundigt er sich nach ihr. Er hätte es ja auch einfach machen können und Trish bei ihrem letzten Telefonat, das sie in Bridgeport kurz vor Kyle' s Abreise geführt hatten, nach ihrer Handynummer fragen. Aber da hatte er nicht dran gedacht bzw. ist ja regelrecht vor ihr geflohen.
Simsi68 hat geschrieben:Ach, diese Wiedersehen wäre schon ein Kuss wert gewesen :verliebt: Aber naja... ;)

Von Kyle wäre es nicht ausgegangen und Trish hatte sich nicht getraut, obwohl sich beide über ihr Wiedersehen gefreut hatten.
Simsi68 hat geschrieben:Und wie gekonnt er Trish ausfragt:Die Diaolge waren echt zum schiessen! :lol: Obwohl die Thematik eigentlich nicht zum lachen war, musste ich dennoch lachen. Trish aht sich immer mehr verstrickt, umso mehr Kyle sie ausgefragt hat :lol:


Die Dialoge haben mir sehr viel Spaß gemacht. Ich muss die Beiden nur angucken, ihre Mimik, wie sie aufeinander reagieren und dann kommt es meistens von selbst. Ja und natürlich kennt sich Kyle als Polizist in solchen Dingen aus und weiß, wie man jemand in die Enge treibt.
Simsi68 hat geschrieben:Hahaaa, jetzt müsste Trish Gedanken lesen können oder hellsehen oder sonst was, dann wüsste sie was in Kyle bei ihrem Anblick vorgeht, als sie sich vor ihm um ihre eigene Achse dreht und in Pose stellt.

Das witzige war, dass in dem Moment, als ich Trish diese Pose machen ließ, sich Kyle an den Nacken gefasst hatte. Manchmal passt es einfach.
Simsi68 hat geschrieben:Wow, das Bild ist ja mehr als passend, wo Trish Kyle so vorwurfsvoll anschaut, als er aufsteht. :<

Ja, das war auch so ein Glückmoment, dass sie genau da Kyle so ansieht, als dieser aufsteht.
Simsi68 hat geschrieben:Und zum Abschied gibt´s wieder nur ´ne freundschaftliche Umarmung :augen: :kopfschuetteln Ich meine, ich weiß ja warum, aber die amre Trish nicht. Die ist jedes mal wieder vor den Kopf gestoßen, was verständlich ist, da sie Kyle tief in ihr Herz geschlossen und sich in ihn verliebt hat! Was sie nicht weiß ist allerdings, dass es Kyle tief in ihm nicht anders geht!

Ja, ist schon schwierig mit den beiden. Aber Jason bringt es später bei dem Gespräch mit Anna auf den Punkt. Bei Marlena war Kyle damals zu impulsiv und hatte sich eine Anfuhr nach der anderen eingehandelt. Bei Trish ist er da vorsichtiger und will es nicht so schnell angehen. Aber Trish ist in dieser Hinsicht anders als Marlena es war. Es ist für Kyle im Moment, schon in Bezug auf Carlo, auch nicht einfach. Warum das aber so ist, wirst Du erst in der 2. Staffel erfahren.
Simsi68 hat geschrieben:Der Satz von Trish:[/color][/b] „Man muss auch einmal über seinen Schatten springen können. Kommen Sie gut nach Hause. Gute Nacht.“ hat Kyle jedoch nun doch zum nachdenken angeregt. Er dachte nun sehr viel nach: auf der Autofahrt, im Hotelzimmer im Bett noch lange... Ja Kyle, du solltest wirklich über deinen Schatten springen und ihr sagen, dass du dich in sie … verliebt hast! Und soweit ich noch weiß, wird er sehr bald etwas daran ändern :< :verliebt:

Ja, so lange dauert es nicht mehr.
Simsi68 hat geschrieben:Oh, also einen Hubschrauber-Rundflug haben die beiden gemacht! Abgesehen davon, dass ich in solch ein Ding nicht einsteigen würde Bild, kann ich mir schon vorstellen, dass das speziell für Anna ein Erlebnis war. Jason kennt das ja alles längst. Trotzdem ist es toll von ihm, dass er Anna all diese Sehenswürdigkeiten zeigt! :<

Also, wenn ich ehrlich bin, würde ich gerne einmal einen Rundflug über den Grand Canyon machen. Vielleicht haben wir 2018 die Gelegenheit, denn Las Vegas soll eingeplant sein, da die ab nächster Saison auch ein Eishockeyteam haben. Schauen wir mal. Aber ich würde auch mal gerne im Frühjahr oder Herbst rüberfliegen. Las Vegas bzw. Grand Canyon wäre mir im Sommer zu heiß.
Simsi68 hat geschrieben:Aaaah, Bullriding... Das beherrscht Jason wirklich toll, aber wie er sagte, das ist nicht sein erstes mal, dass er das macht. Er hat Übung darin.
Ja, das hat er. Aber das wusste Anna zuvor nicht.
Simsi68 hat geschrieben:Die Bilder im Pool sind dir auch super gelungen, wie sich Anna und Jason im Pool vergnügen. :<

Die haben mir auch viel Spaß gemacht.
Simsi68 hat geschrieben:Hahaha, das Bild ist ja zum schießen! Jason trägt Anna einfach über seiner Schulter!
Also, das habe ich mit dem Poseplayer gemacht. Anders bekommt man das nicht hin. Ich durfte Jason allerdings nicht von vorne fotografieren, da dies eigentlich eine Entführungspose ist und der Tragende schaut da wirklich sehr grimmig. Anna eigentlich auch nicht wirklich glücklich, aber das sieht man nicht so genau.
Simsi68 hat geschrieben:
Eine halbe Stunde später saßen sie am Gartentisch und ließen sich die leckeren Torfu-Hotdogs und den Salat schmecken.
Schon wieder Tofu??? Bild Du hast es wohl mit dem Zeug, wie Bild Jedenfalls was deine Sims betrifft, wenn du es auch selbst nicht magst Bild

Das ist mir erst aufgefallen, nachdem Du es kürzlich erwähnt hattest. Ich hatte mir darüber gar keine Gedanken gemacht. Nee, also ich esse dieses Zeug auch nicht.
Simsi68 hat geschrieben:Und wieder gibt es viel zu erzählen... Also an Gesprächsstoff mangelt es zwischen Anna und Jason überhaupt nicht und das ist gut so!


Nun ja, wir wissen ja, dass Anna ein wenig neugierig ist und natürlich würde sie Trish gerne helfen, wenn sie könnte. Und das, was damals passiert ist, da wusste sie ja auch nicht so viel darüber. Jason vertraut Anna, denn sonst würde er ihr diese persönlichen Dinge nicht erzählen.
Simsi68 hat geschrieben:Oh, das waren tolle Kapitel - Text wie Bilder einfach klasse! :< Die haben mir allesamt super gefallen! :hug02 Und jetzt freue ich mich schon wieder auf die nächsten Folgen :bussi2

Die gleich im Anschluß kommen wird.

Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast, liebe Astrid. Ich habe mich sehr darüber gefreut.


LG cheli24 (Marga)

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 21.11.2016, 01:17

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!


Hallo zusammen, :winken

ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.

LG cheli24 (Marga)





Kapitel 41




Gespräche unter Freunden




Monte Vista, am nächsten Tag



Die beiden Freunde umarmten sich herzlich, als sie sich am nächsten Tag trafen. „Schön, Dich zu sehen, Kyle. Ich bin echt froh, dass es doch noch mit Deinem Flug geklappt hat. Als ich Deine SMS gelesen hatte, habe ich erst einmal einen Schreck bekommen. Ich hoffe, es lief jetzt alles reibungslos.“

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Fragend sah Fabio seinen Freund an. „Ja, doch. Es war zwar etwas nervenaufreibend, diese lange Warterei auf dem Flughafen, aber es hat sich ja gelohnt“, deutete Kyle um sich. „Eine herrliche Gegend. Da will man gar nicht mehr weg.“

„Ja, da hast Du Recht“, lachte Fabio und wies auf die Bank. „Wollen wir uns noch eine Weile hierher setzen oder magst Du schon ins Cafè?“

„Nein, nein. Ich will jetzt noch keinen Kaffee. Du?“

Fragend sah er Fabio an. „Nein, ich habe heute Morgen schon zwei Tassen getrunken.“ Beide nahmen auf der Bank vor der Pizzeria Platz.

„Jetzt erzähl‘ mal“, forderte Fabio seinen Freund auf. „War es sehr schlimm?“

Kyle schüttelte den Kopf. „Nein, der Flug selbst nicht. Wir hatten nur anfangs einige Turbulenzen. Aber einige Häuser hat es auch in Bridgeport getroffen. Oben im Wald sind etliche Bäume umgestürzt und unsere Hütte wurde ein wenig beschädigt. Das mache ich dann, wenn ich wieder zuhause bin.“

Fabio lächelte. „Das hat man hier zum Glück nicht. Aber ich kann mich noch erinnern, als wir noch in Onkel Carlo’s Stadtwohnung gewohnt hatten, da hatten wir auch einige Tornadoausläufer. Da hatte ich als Kind furchtbare Angst. Wir hatten damals im 30. OG gewohnt, ganz in der Nähe Deiner Wohnung.“

„Das habe ich zum Glück noch nicht erlebt. Ab und an einige starke Winde ja, aber einen Tornado noch nicht. Ich muss mal zuhause nachfragen, ob in meiner Wohnung alles in Ordnung ist. Meine Mum wollte kurz vorbeischauen. Aber ich hatte vorsorglich alles von der Terrasse weggeräumt. Und, bist Du aufgeregt, Fabio?“, wechselte Kyle plötzlich das Thema, während er den Freund fragend ansah.

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„Na ja, so oft heiratet man schließlich nicht. Gestern Nacht hatte ich geträumt, die Ringe wären verschwunden und über 100 Hochzeitsgäste hätten sich auf die Suche begeben. Ich kann Dir sagen. Ich war schweißgebadet, als ich wieder zu mir gekommen bin.“

„Hast Du sie wenigstens wieder gefunden?“, wollte Kyle neugierig wissen.

Doch Fabio schüttelte lachend den Kopf. „Ich weiß es nicht, ich bin vorher aufgewacht. Ich hasse Träume, die einfach so enden. Na ja, hoffentlich ist das kein schlechtes Omen oder so.“

Kyle grinste. „Seit wann bist Du denn abergläubisch?“

„Bin ich ja nicht, aber na ja, man weiß ja nie. Jetzt, wo wir die Hochzeit doch im kleinen Rahmen abhalten werden.“

„Woher eigentlich dieser Sinneswandel? Ich war ganz überrascht, als Du mir das mitgeteilt hast. Warum habt Ihr den Termin jetzt auf Sonntag verlegt? Ihr wolltet doch ursprünglich am Freitag heiraten.“

Fabio zuckte mit den Schultern. „Irgendetwas ist Onkel Carlo dazwischen gekommen und so hatte er uns gefragt, ob es uns etwas ausmachen würde. Nun ja und die Aussicht, im kleinen Rahmen heiraten zu können, kam Julie und mir mehr als gelegen. Du weißt ja, dass wir von vornherein keine große Hochzeit wollten.“

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Kyle nickte. „Ja, Ihr hattet es erwähnt. Und ist Julie auch schon aufgeregt?“

Fabio grinste. „Na und wie. Täglich kramt sie ihre To-Do-Liste heraus, dass sie auch ja nichts vergisst.“

„Das hatte Marlena auch gemacht. Bis zum Schluss hatte sie Angst, dass wir irgendetwas vergessen haben könnten. Und als sich Katie dann auch noch mit der Hochzeitstorte etwas verspätet hatte…“

Kyle unterbrach sich, während ein Schatten über sein Gesicht zog. Auch noch nach fünf Jahren tat es weh, wenn er an Marlena dachte.

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Fabio hatte diesen Stimmungswandel sofort bemerkt und sagte: „Sie war eben eine Perfektionistin.“ Um die bedrückte Stimmung, die gerade aufgekommen war, etwas zu lockern, fragte er: „Wie geht es Katie eigentlich? Ist sie schon in China?“

Kyle schüttelte den Kopf. „Nein, noch nicht. Sie fliegt in drei Tagen. Aber sie hat einen neuen Freund und ist mal wieder überglücklich. Na ja, mal sehen, wie lange es anhält. Er ist Architekt und viel im Ausland unterwegs.“

„Hm“, machte Fabio. „Nicht gerade gute Voraussetzungen. Sie ist ja auch ein kleiner Wandervogel. Als ich sie kürzlich im Fitnessstudio getroffen hatte, erzählte sie mir von einem eventuellen Umzug nach Starlight Shores oder so.“

„Ach“, erwiderte Kyle schmunzelnd. „Das hat sich schon wieder zerschlagen. Jetzt will sie für ein Semester nach New Sunset Valley. So hat sie es mir zumindest erzählt. Keine Ahnung, ob sie das auch so macht.“

„Na ja, wahrscheinlich wird Deine Info aktueller sein. Ich glaube, ich habe sie vor vier Wochen oder so getroffen.“

„Du kennst sie ja, Fabio. Heute hier, morgen dort. Ich soll Dir übrigens viele Grüße von ihr ausrichten. Sie bedauert es sehr, nicht dabei sein zu können.“

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„Ja, ich weiß, das ist sehr schade“, erwiderte Fabio bedauernd. „Aber sie hatte sich ja schon vor einem Jahr bei dieser Exkursion angemeldet. Da hatten wir den Termin noch nicht und wussten ja auch nicht, dass wir in Monte Vista heiraten werden.“

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„Hast Du Dir die Location denn schon angesehen?“, wechselte er das Thema.

„Nein, aber Du hast ja gesagt, unten am Flussufer. Ich bin vorhin mit dem Wagen vorbei gefahren.“

„Ja, es ist schön dort“, strahlte Fabio ihn an. Plötzlich sah er ihn durchdringend an und fragte: „Sag‘ mal, warum hast Du eigentlich nicht erwähnt, dass Du Trish Hudson kennst? Julie hat mir erzählt, Ihr hättet Euch im Büro Ihres Vaters kennengelernt?“

Kyle schluckte leicht verlegen. „Wann hätte ich Dir das denn sagen sollen? Wir hatten ja bisher keine Gelegenheit, uns zu unterhalten.“

„Ja und?“, wollte Fabio wissen.

„Ja und was?“, echote Kyle.

„Ach komm‘ Kyle. Ich bin Dein bester Freund, mir kannst Du es doch sagen.“

Kyle war Fabio’s Fragerei unangenehm und Achsel zuckend sagte er: „Ich weiß nicht, was ich Dir sagen sollte. Das weißt Du doch schon. Ich habe sie im Büro ihres Vaters kennengelernt.“

Damit schien das Thema für ihn erledigt zu sein.

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Er stand auf und dachte, er könne somit den Fragen seines Freundes ausweichen. Doch auch Fabio hatte sich erhoben, während sich seine Augen durchdringend in die Kyle’s bohrten. „Dir ist aber schon aufgefallen, dass Trish sehr attraktiv ist und zudem ist sie auch noch Single.“

Kyle zog eine Augenbraue nach oben. „Willst Du mich mit ihr verkuppeln oder was?“ Als Fabio darauf nichts erwiderte, fuhr Kyle fort. „Aussehen ist nicht alles, Fabio. Du weißt, dass mir so etwas zweitrangig ist. Die Chemie muss stimmen, das ist das Wichtigste. Und zudem, so gut kenne ich sie nun auch wieder nicht.“

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Fabio lächelte. „Ich kann Dir nur eins sagen, Trish ist eine Traumfrau und die Italiener hier, die sind nicht blind, mein Lieber. Das kannst Du mir glauben. Blond, blauäugig, attraktiv, klasse Figur, das zieht bei den Südländern. Sie ist unkompliziert, humorvoll und auf den Mund gefallen ist sie auch nicht, der Typ Frau, mit der man Pferde stehlen kann. Im Übrigen wollte ich Euch beide schon längst einmal miteinander bekannt machen. Aber immer ist etwas dazwischen gekommen. Als wir uns neulich im Astoria-Tower getroffen hatten, warst Du plötzlich weg, als ich sie Dir nach dem Essen vorstellen wollte.“

„Ach, ich glaube, Dein Onkel wäre nicht begeistert gewesen“, warf Kyle zurückhaltend ein.

„Onkel Carlo?“, fragte Fabio erstaunt. „Was hat er dann damit zu tun?“ Plötzlich schien es ihm wie Schuppen von den Augen zu fallen. „Ach so, Du meinst doch nicht etwa…? Nein, Du denkst doch nicht, er und Trish? Wie kommst Du denn auf die Idee? Er könnte ja ihr Vater sein und glaube mir, das würde Mord und Totschlag geben.“

„Wie meinst Du das?“, fragte Kyle, hellhörig geworden.

„Na ja, Du weißt ja selbst, dass Trish’s Dad und er sich aus dem Weg gehen, so wie auch Dein Vater Onkel Carlo meidet. Aber das ist deren Sache, das habe ich Dir schon einmal gesagt. Wenn Du aber wirklich denkst, Trish und mein Onkel… Nein Kyle, da täuschst Du Dich, glaub‘ mir.“

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Kyle starrte ins Leere, er wollte mit Fabio nicht über Trish reden. Warum will jedermann, Trish an meiner Seite sehen? Habe ich etwa auf der Stirn stehen, dass ich mich … Nein, hastig verdrängte er den Gedanken.

Schließlich fragte Fabio, dem Kyle’s Unmut aufgefallen war: „Was ist? Wollen wir jetzt eine Tasse Kaffee trinken?“ Kyle nickte und folgte Fabio, der die Stufen zur Pizzeria empor stieg. Sein Freund wies fragend auf den Tisch gleich am Treppenaufgang „Den hier?“

„Ja“, sagte Kyle, während beide Männer an dem Tisch Platz nahmen. Nachdem sie beim heran eilenden Kellner ihren Kaffee bestellt hatten, herrschte kurze Zeit Schweigen. Kyle waren die Fragen Fabio’s bezüglich Trish unangenehm gewesen.

Doch Fabio ließ so schnell nicht locker. „Um nochmal auf Trish zurückzukommen. Sie ist schon eine wunderschöne Frau, findest Du nicht auch?“

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Kyle seufzte. Was sollte er darauf erwidern, um sich nicht zu verraten? Natürlich war Trish eine Schönheit, er war ja schließlich nicht blind.

Da Kyle ihm keine Antwort gab, fragte Fabio neugierig: „Oder gibt es da schon jemanden?“ Überrascht sah Kyle ihn an.

„Na ja, Du triffst Dich doch ab und zu mit Charlene Evans. Läuft da etwas zwischen Euch Beiden?“

Hastig schüttelte Kyle den Kopf und erwiderte: „Nein. Wie kommst Du denn darauf? Wir sind nur Freunde.“

„Na, hoffentlich sieht sie das auch so.“

„Doch, das glaube ich schon, Fabio. Sie weiß, dass ich nichts von ihr will.“

Nachdenklich starrte dieser vor sich hin. „Das wusste sie bei mir damals auch und trotzdem ist sie mir eine ganze Zeitlang wie eine läufige Hündin nachgelaufen. Vergiss‘ nicht, Kyle. Du weißt, dass sie es gewesen war, die mich und Julie auseinander bringen wollte.“

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Überrascht schaute Kyle seinen Freund an. „Aber ich dachte, Ihr hättet das geklärt. Sie hatte mir erzählt, dass das damals ein riesiges Missverständnis zwischen Dir und ihr gewesen ist.“

„Ja, nachdem Onkel Carlo’s Anwälte ihr mit einer Unterlassungsklage gedroht hatten. Erst von da an hatte sie uns in Ruhe gelassen.“

„Das hatte ich nicht gewusst, Fabio.“

„Nein? Na, dann frag‘ mal Jason. Er hatte mich damals vor ihr gewarnt, denn er hatte sie auch schnell durchschaut.“ Eindringlich sah er seinen Freund an. „Kyle, ich will nur nicht, dass Du etwas in ihr siehst, was nicht vorhanden ist. Sie ist kalt und berechnend und hatte bei Dir anfangs leichtes Spiel, da Du Dich in einer Trauerphase befunden hattest. Ich befürchte, sie spielt Dir nur die gute Freundin vor. Du musst auch an Sheila denken, vergiss‘ das nicht. Also, sei bei ihr bitte auf der Hut. Ich traue ihr nicht.“

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Der Kellner brachte den Kaffee und für kurze Zeit herrschte Schweigen am Tisch, ehe Fabio plötzlich grinste und auffordernd zu Kyle sah. „Los, und jetzt erzähl mal. Jason und Anna Snyder, also?“

„Du bist ja schlimmer als eine Frau. Woher weißt Du denn das schon wieder?“

„Och Duuu“, grinste Fabio vielsagend, „ich erfahre so allerlei und Anna kenne ich durch Julie und Trish. Anna wiederum ist Trish’s beste Freundin.“

„Ach so“, meinte Kyle und überlegte krampfhaft, wie er den Discoabend dabei heraushalten konnte. Erzähl‘ ich zu viel, wird er sich schnell zusammenreimen können, dass ich Trish schon des Öfteren getroffen habe. Letztendlich kam ihm eine eingehende MMS seiner Schwester entgegen. Entschuldigend sagte er: „Sorry Fabio, Katie hat gerade geschrieben.“

„Was schreibt sie denn?“, fragte Fabio neugierig.

Kyle wurde es augenblicklich heiß, als er auf das Display sah. Katie! Das hast Du mir nicht wirklich geschickt. Na warte, Schwesterchen. Hastig schaltete er das Handy aus und meinte bedauernd: „Mist, jetzt ist der Akku leer. Tut mir leid, Fabio. Ich erzähl‘ s es Dir später. Wollen wir dann zahlen?“

Fabio nickte. „Ja, können wir machen. Ich habe zuhause noch einiges zu erledigen.“ Damit waren auch das Thema Anna und Jason vorerst vom Tisch.

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Kyle lag auf dem Bett und dachte an das Gespräch zurück, das er am Vormittag mit Fabio geführt hatte. Hm, mittlerweile ist Fabio schon die dritte Person, die mich vor Charly warnen will. Erst Jason, dann Katie und nun auch noch er. War sie wirklich so schlimm, wie ihm alle Drei es weißmachen wollten? Sicher, mit Schaudern erinnerte er sich an den Überfall in ihrem Wohnzimmer, als sie ihm damals an die Wäsche wollte. Aber sie hatte sich doch danach entschuldigt. Bisher hatte er ihre Annäherungsversuche immer als lapidar abgetan, mit der Hoffnung, sie würde es irgendwann aufgeben. Was aber, wenn sie das gar nicht vorhatte? Aber das ist doch Unsinn. Ich sollte dem nicht so viel Bedeutung beimessen. Sie ist meine beste Freundin, nicht mehr und nicht weniger.

Dadurch, dass die Hochzeit auf den Sonntag verlegt worden war, hatte er sich ein paar Tage länger Urlaub nehmen müssen, während Fabio für ihn einen neuen Rückflug organisiert hatte. Am Mittwochmorgen würde es nun zurückgehen, Trish würde einen Tag später mit Carlo zurückfliegen, da er noch einige Geschäfte tätigen musste, wie sie ihm mitgeteilt hatte.

Gleich nach seinem Treffen mit Fabio hatte er mit seinen Eltern und Sheila telefoniert, um ihnen die Änderung mitzuteilen. Wie er von seiner Mutter erfahren hatte, war in seiner Wohnung alles in Ordnung. Auch die Abdeckung seiner Markise hatte dem Sturm Stand gehalten. Anschließend hatte er noch lange mit Sheila geplaudert, die ihm sehr fehlte. Aber es hatte ihm gutgetan, ihre Stimme zu hören. Noch hatte er kein passendes Geschenk für sie gefunden, aber heute wollte er sich auf die Suche begeben. Sheila, mein Mäuschen, Du fehlst mir. Ich würde etwas drum geben, Du könntest jetzt hier bei mir sein und die Schönheit Monte Vistas selbst erleben. Wehmütig dachte er an seine kleine Tochter, wie sie liebevoll ihre Ärmchen um ihn geschlungen hatte, als er sich von ihr verabschiedet hatte.

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Plötzlich kam ihm die Idee, ihr einen Fotoband über Monte Vista zu schenken. In dem Laden, in dem er die Straßenkarte gekauft hatte, hatte ein solcher in einem Regal gestanden. Außerdem wollte er ihr noch einen kleinen Bär kaufen und eine hübsche Halskette oder ein Armband. Er hatte den Nachmittag zur freien Verfügung, da Trish heute den ganzen Tag mit Julie unterwegs war, wie sie ihm gestern mitgeteilt hatte. Ein erneutes Treffen hatten sie bislang nicht ausgemacht. Aber vielleicht war es so auch besser so, in vielerlei Hinsicht. Zum Einen musste er sich somit nicht sorgen, eventuell von Carlo entdeckt zu werden und zum Anderen gab es ihm in Bezug auf Trish noch etwas Aufschub. Ihm war nun zwar klar, dass er Trish um jeden Preis wollte, aber er musste in Bezug auf Carlo auch vorsichtig sein. Einerseits waren die Informationen, die sie ihm eventuell liefern konnte, sicher sehr aufschlussreich, aber andererseits wollte er nicht, dass sie sich unnötig in Gefahr brachte. Nein, er würde es nicht ertragen, sollte ihr irgendetwas zustoßen. Außerdem ging es ihm schon lange nicht mehr um irgendwelche Informationen über Carlo. Was er wissen wollte, würde er auch so heraus bekommen. Nein, Trish selbst war ihm wichtig geworden, nicht die neugierige Journalistin, die in ihr steckte. Plötzlich sah er sie vor sich, ihre strahlend blaue Augen, ihr liebreizendes Lächeln. Ach Trish, warum habe ich es nicht früher bemerkt, wie wichtig Du mir mittlerweile geworden bist?

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Er setzte sich auf und war erneut in Gedanken versunken, wie so oft in den letzten Tagen. Was genau will ich eigentlich von ihr? Auf jeden Fall kein Abenteuer, auch keine kurzzeitige Affäre und schon gar keinen One-Night-Stand. Nein, dafür ist sie mir viel zu wichtig. Wenn ich mich auf sie einlasse, dann mit allen Konsequenzen. Ich sehne mich doch schon lange wieder nach einer festen Beziehung, schon Sheila zuliebe. Sie braucht endlich eine Mutter. Ich kann ihr nicht den Vater und gleichzeitig auch noch die Mutter ersetzen. Was, wenn sie einmal älter wird? Es gibt Themen, die bespricht ein Mädchen am liebsten mit seiner Mutter. Schon alleine, was Katie mich damals alles gefragt und wie ich mich dabei angestellt hatte. Aber zum Glück ist Sheila noch nicht so weit und bleibt hoffentlich noch lange mein kleines Mädchen. Obwohl, erwähnt sie in letzter Zeit nicht häufig einen Josh, der neu in ihrer Klasse ist und dem sie ein wenig in Mathe hilft? Mädchen in diesem Alter sind oftmals schon reifer als Jungs. Mein Gott Kyle, jetzt mal‘ nicht gleich den Teufel an die Wand. Sheila ist 7, okay bald 8, aber sie ist noch ein Kind. Jawohl, das ist sie. Aber ich werde sie mal nach diesem Josh fragen. Fragen kostet ja nichts. Vielleicht hat sie sich ja auch ihrer Grandma oder Charly anvertraut. Ob sie sich mit Trish verstehen würde? Hm, könnte ich mir denn Trish als Sheilas Mutter vorstellen? Ich habe keine Ahnung, ob sie Kinder mag und wie das mit Sheila laufen würde. Heftig schüttelte er den Kopf und verdrängte hastig diesen Gedanken. Wie komme ich denn auf eine solche Idee? Trish als Sheila’s Mum? So weit bin ich noch lange nicht. Aber doch, ich glaube, Sheila würde Trish mögen.

Ein kleines Schmunzeln hatte sich in sein Gesicht geschlichen, als er sich in Gedanken mit Sheila und Trish bei einem gemeinsamen Ausflug sah. Ich hoffe nur, ich verbocke es nicht wieder. Was mache ich denn, wenn sie nicht das gleiche für mich, wie ich für sie empfinde? Was, wenn sie genug von mir hat? So wie ich mich in den letzten Wochen verhalten habe und auch gestern wieder den Unnahbaren gespielt habe, könnte ich es ihr nicht einmal verdenken. Bitte Trish, gib‘ mir noch eine Chance. Ich will Dir endlich zeigen, wie wichtig Du mir bist.

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Den morgigen Tag würde Sheila mit Charly verbringen. Kyle war nicht allzu begeistert gewesen, als sich Charly angeboten hatte, diesen Freitag, dazu auch noch ein Feiertag, mit ihr zu verbringen, da seine Eltern den ganzen Tag geschäftlich in Twinbrook unterwegs sein würden. Der Termin hatte sich leider nicht mehr verschieben lassen, da einer der wichtigsten Geschäftspartner seines Vaters am nächsten Tag für längere Zeit nach Europa reisen würde. Aus diesem Grund blieb ihnen nur der 4. Juli, der Unabhängigkeitstag. Bisher war er immer dabei gewesen, wenn sie sich mit Charly getroffen hatten. Nun ja, ich werde es ja erfahren. Aber Sheila kann auch sehr bockig sein, wenn sie jemanden nicht mag.

Seufzend setzte er sich an seinen Laptop und beantwortete noch einige Mails, ehe er in die Stadt fahren wollte, um seine Besorgungen zu machen.

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Als die letzte verfasst war, nahm er sein Handy in die Hand, das er gleich nach seiner Rückkehr, aufgeladen hatte. Die MMS Katies hatte ihm glatt die Sprache verschlagen, als er im Café einen Blick darauf geworfen hatte: unzählige Kondome, bunt verpackt, und darunter hatte gestanden:

„Hallöööchen Bruderherz, falls Du noch welche brauchst“
, versehen mit einem sich vor Lachen ausschüttenden Smiley.

Nie im Leben hätte er die Nachricht Fabio zeigen können. Mittlerweile waren noch zwei SMS eingetroffen. Die eine beinhaltete drei Adressen zweier Drogerien und einer Apotheke, ganz in der Nähe seines Hotels und die dritte lautete:

„Nicht böse sein, ich liebe Dich Bruderherz. GVLG und tausend Küsschen, Katie.“


Schnell schrieb er zurück: „Ich liebe Dich auch, Schwesterherz, auch wenn Du manchmal peinlich bist“, ein grinsender Smiley und dann „Rache ist süß, Katielein. Bis bald, mein Schatz und grüß mir Deinen Prof.“

So und weg damit.

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Kyle schüttelte den Kopf, konnte sich aber trotz alledem ein Grinsen nicht verkneifen. Irgendetwas habe ich bei Dir falsch gemacht, Schwesterchen. Oh nein, Du wirst meine Tochter garantiert nicht aufklären.

Gut gelaunt ging er schließlich zur Tür hinaus.


Zuvor am Strand



Lachend spitzten sich die beiden jungen Frauen das Wasser ins Gesicht. „Na warte, Julie. Und hier.“ Schnell hielt sich Julie die Arme vors Gesicht, um sich vor der Wasserladung zu schützen. Glucksend rief sie: „3:3 Unentschieden, Trish. Willst Du noch weitermachen oder sollen wir zurück schwimmen?“

Trish schüttelte den Kopf. „Nein, ich mag nicht mehr. Lass‘ uns ein wenig in die Sonne liegen.“

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Sie drehten sich in die andere Richtung und schwammen in langen und kräftigen Zügen an’s Ufer zurück. Sie waren doch weiter draußen gewesen, als beabsichtigt. „Gleich haben wir es geschafft, Julie“, rief Trish ihrer Freundin zu, die hinter ihr her schwamm.

„Ja, Gott sei Dank. Ich kann bald nicht mehr“, sagte diese ziemlich erleichtert, als sie endlich wieder den Sand unter ihren Füßen verspürte.

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Reichlich müde und erschöpft ließen sie sich auf ihren Handtüchern nieder und waren, nachdem sie sich zuvor noch sorgfältig eingecremt hatten, auch schon eingeschlafen. Während Julie von ihrer bevorstehenden Hochzeit träumte, galt Trish’s Traum Kyle. Sie standen sich ganz nah gegenüber, aber immer, wenn Kyle sie küssen wollte, zog sie eine unsichtbare Hand auseinander. Immer und immer wieder.

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Erschrocken fuhr Trish hoch. Ein Schauer überkam sie plötzlich und trotz der Hitze überzog sie eine leichte Gänsehaut. Was war das denn für ein seltsamer Traum? Ob der etwas zu bedeuten hat? Als wolle jemand verhindern, dass Kyle und ich zusammenkommen. Aber wer? Sie schüttelte den Kopf, Träume waren manchmal so seltsam.

„Julie?“, rief sie ihrer Freundin zu. „Julie, wach auf. Du musst Dich eincremen.“

Gähnend ertönte es: „Ja, danke. Soll ihr Dir den Rücken eincremen, Trish?“

Nickend sagte sie. „Ja, danke. Ich helfe Dir dann auch.“

Kurz danach lagen die beiden bäuchlings auf ihren Strandtüchern und schmökerten in ihren Büchern.

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Nach einer halben Stunde legte Julie ihr Buch desinteressiert zur Seite. „Hast Du Lust, mit mir Frisbee zu spielen oder willst Du noch weiterlesen?“

Trish brummte: „Hm.“

„War das jetzt ein Ja oder ein Nein?“

Trish schaute hoch. „Wie spät ist es eigentlich?“

Julie sah kurz auf ihr Handy. „Kurz nach 3. Gleich werden die Eltern mit ihren Kindern kommen und dann wird es hier wieder proppenvoll.“

Trish streckte sich und stand schließlich auf. „Okay, dann lass‘ uns noch ein wenig spielen.“

Lachend warfen sie sich wenig später die Scheibe hin und her. Beide waren ausgezeichnete Werfer und stellten sich auch beim Fangen sehr geschickt an, so dass die Scheibe ohne Unterbrechung einige Male hin und her flog.

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Nach einer Weile hatten sie genug und sie beschlossen, sich an der Strandbar einen Drink zu mixen. „Kennst Du das Rezept für Sex on the Beach, Trish?“

„Ja, schon. Aber die werden nicht alles hier haben.“ Sie bückte sich um den Bestand der Strandbar zu inspizieren: „Ananassaft fehlt und Pfirsichlikör haben die auch keinen. Weißt Du was? Ich mixe mir einen Drink ohne Alkohol.“

Julie nickte. „Ja, bei der Hitze trinke ich auch keinen und außerdem müssen wir auch noch fahren. Willst Du nachher fahren, Trish?“

„Also, mir ist es egal. Aber ich kann auch fahren, wenn Du nicht willst.“ Sie waren nur mit einem Auto gekommen, da sowohl Trish als auch Julie nach dem Strand gleich wieder nach Hause wollten.

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Während sie den kalten Drink genossen, dachte Trish an die bevorstehende Hochzeit, Es drangen nur Wortfetzen an Trish’s Ohr, während Julie plapperte.

„Fabio hatte gemeint… ja und dann beim Tanz…

Tanzen. Ob sich die Gelegenheit ergibt, mit Kyle tanzen zu können? Immerhin sind wir beide Trauzeugen und warum sollten diese nicht miteinander tanzen?

„… mussten erst üben, Fabio ist mir anfangs ständig auf die Füße getreten. Ich glaube, er tanzt nicht so gerne…“

Kyle ist ein ausgezeichneter Tänzer und er kann bestimmt auch Walzer.


„…Walzer scheint ihm nicht zu liegen…“

Er würde meine Hand umfassen, mich in seine Arme ziehen und dann würden wir im Dreivierteltakt über das Parkett schweben. Eins, Zwei, Drei, Eins Zwei, Drei.

„…aber die anderen Tänze kann er alle, sogar Tango habe ich schon mit ihm getanzt…“

Seine blauen Augen würden meine durchbohren, während ich meinen Kopf an seine Schulter legen würde, ich würde sein Herz schlagen hören, die Wärme seines Körpers spüren.


„… kannst Du Dir das vorstellen?“

Oh ja, ich kann mir das vorstellen, sehr lebhaft und intensiv. Ich sehe es vor mir, wie…


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„TRIIIISH!!!“


Erschrocken zuckte sie zusammen und starrte schuldbewusst zu Julie. Hatte sie etwas gesagt?

„Sag‘ mal, Trish, hörst Du mir überhaupt zu? Wo bist Du denn mit Deinen Gedanken?“

„Entschuldige, Julie“, sagte Trish zerknirscht, die den leisen Vorwurf in Julie‘s Stimme nicht überhört hatte. „Ich habe immer noch ein bisschen mit dem Jetlag zu kämpfen. Können wir uns setzen?“

Julie nickte und deutete auf die Umkleidekabine: „Ja, aber vorher sollten wir uns umziehen.


Als sie umgezogen aus der Kabine kamen, wies Julie zu dem Tisch am Geländer. „Nehmen wir den?“

„Ja, der ist okay. Hier haben wir einen herrlichen Blick aufs Wasser.“

Mittlerweile war es merklich voller geworden und mit der vorherigen Ruhe vorbei. Sie nahmen am Tisch Platz und bestellten beim Kellner zwei Gläser Zitronenlimonade, der diese nur wenig später brachte. Neugierig lauschte Trish derweilen ihrer Freundin, die wieder einmal von der Location am Fluss schwärmte. „Du wirst begeistert sein, Trish. Es ist so romantisch dort. Fabio ist auch schon Feuer und Flamme. Er trifft sich heute mit Kyle. Der Ärmste hatte solche Probleme mit seinem Flug. Stell‘ Dir vor, 10 Stunden Verspätung beim Abflug.“

Trish rückte etwas nervös auf ihrem Sitz hin und her und war bemüht, sich nichts anmerken zu lassen, dass sie davon bereits wusste.

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„Oh je, das ist ja furchtbar. Ich stelle mir das schlimm vor, wenn man auf dem Flughafen herum hängen muss. Aber bei einem Transatlantikflug von Dublin nach New York ist mir das auch einmal passiert. Ich hatte Semesterferien und hatte Luke und die Jungs auf ihrer Irlandtournee begleitet. In Dublin herrschte zum Zeitpunkt des Abflugs solch dichter Nebel, so dass alle Flüge bis auf weiteres gecancelt wurden. Ich kann Dir sagen.“

„Und was habt ihr dann getan?“, wollte Julie wissen.

„Wir sind ins Hotel zurück und erst am nächsten Nachmittag geflogen. Da steckt man leider nicht drin.“

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„Nach Irland würde ich auch mal gerne fliegen. Ist bestimmt sehr schön dort.“

„Ja, das ist es. Aber Eure Hochzeitsreise ist ja auch nicht ohne. Du freust Dich doch bestimmt schon drauf, oder?“

Julie strahlte. „Ja und wie. Das kannst Du Dir nicht vorstellen. Ich hoffe nur, ich werde nicht seekrank. Aber auf den großen Schiffen soll man nichts merken. Das hat mir Fabio gesagt. Der hat schon einmal an einer Kreuzfahrt teilgenommen. Hast Du eigentlich mal wieder etwas von Luke gehört?“ Neugierig sah Julie ihre Freundin an.

Trish schüttelte den Kopf. „Nein und ehrlich gesagt, habe ich danach auch kein Verlangen. Nicht, nachdem was damals vorgefallen ist. Soweit ich informiert bin, sind fast alle Bandmitglieder gegangen. Ich habe keinerlei Kontakte mehr zu den Anderen. Gordy war der Einzige und nachdem er auch die Band verlassen hatte...“

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Sie unterbrach sich kurz, ehe sie sagte: „Ganz ehrlich, Julie. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, hätte ich mich nie mit Luke versöhnen dürfen. Es war mein größter Fehler, den ich gemacht habe. Ich meine, ich will die schöne Zeit, die ich mit Gordy hatte, nicht missen. Aber was Luke betrifft… Nein, heute würde ich mich nicht mehr mit solch einem selbstverliebten Idioten einlassen, der jedem Rock hinterher jagt. Niemals hätte ich mich von ihm überreden lassen dürfen, zu ihm zurückzukommen. Ich hätte gehen sollen.“

„Nun ja, Du warst jung, Trish und er war Deine erste richtige Beziehung. Da macht man schon einmal Fehler.“

„Nein, Julie. Mir hatte es imponiert, dass sich Luke für mich interessiert hatte. Ansonsten wäre ich bestimmt nicht gleich in der ersten Nacht mit ihm ins Bett gegangen. Kurzzeitig habe ich dieses Leben ja auch durchaus geliebt. Am Anfang war er auch noch nicht so. Nein, das stimmt so eigentlich nicht. Ich habe es einfach nur verdrängt, habe seine Fehler nicht sehen wollen. Verliebt war ich ihn, das ist richtig, aber geliebt habe ich ihn nicht.“

„Aber Du wärst gerne wieder verliebt, oder? Du hättest gerne wieder jemanden an Deiner Seite. Habe ich Recht?“

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Trish schluckte und starrte Gedanken verloren vor sich hin, ehe sie leise sinnierte: „Ja, schon. Wenn man wüsste, ob derjenige auch das gleiche, wie man selbst fühlt. Wenn man das Gefühl hätte, wichtig für ihn zu sein, mit dem Wissen, dass er auch etwas für einen empfindet. Es ist frustrierend, wenn es nur von einer Seite ausgeht, nur weil der Andere sich nicht traut, aus sich herauszugehen. Nicht zu seinen Gefühlen steht, die mehr als offensichtlich sind. Wenn er einfach nicht über seinen Schatten springen kann, flirtet, aber keinen Schritt weitergeht.

Weißt Du, Julie, wenn nur Einer etwas empfindet, dann ist es fast hoffnungslos. Man kann den Anderen schließlich nicht zwingen, oder? Aber irgendwann kommt es einem sinnlos vor und man fragt sich, ob es überhaupt noch einen Zweck hat. Mehr kann man doch nicht tun. Irgendwann ist man an einem Punkt angelangt und erkennt, dass man einem vergeblichen Traum nachgejagt ist. Es hatte eben nicht sein sollen. Aber es tut weh, immer wieder zurückgewiesen zu werden und dann stellt man sich die Frage, warum tut man sich das überhaupt an? Hat man das notwendig? Letztendlich muss man es so akzeptieren, wie es nun einmal ist. Er will eben nichts von einem wissen. So wichtig scheint man ihm anscheinend nicht zu sein. Man wünscht sich allerdings, man hätte es früher bemerkt. Vielleicht hat man es aber auch nur nicht gesehen, nicht sehen wollen.

Dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass da mehr ist, dass man sich nicht getäuscht hat. Man sieht es in seinen Augen, die Art und Weise, wie er einen ansieht, einen anlächelt. Anfangs war es nur ein Flirt, heftig zwar, aber eben nicht mehr. Aber jetzt wünscht man sich, er würde endlich diese unsichtbare Mauer einreißen, die er um sich aufgebaut hat. Aber immer dann, wenn man denkt, man sei endlich zu ihm durchgedrungen, dann ist sie wieder da, diese unüberbrückbare Wand. Und irgendwann kommt man zur Erkenntnis, man sollte es besser aufgeben. Diesen einen Traum begraben und…“

Trish brach ab und schluckte schwer, während sie krampfhaft bemüht war, die Tränen zurückzuhalten, die sich durch ihre Augen stehlen wollten.

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Ohne sie zu unterbrechen, hatte Julie den Worten ihrer Freundin gelauscht. So bedrückt und traurig kannte Julie Trish nicht. Schließlich fragte sie: „Du hast von Dir gesprochen, habe ich Recht? Gibt es da jemanden, Trish? Kenne ich ihn? Ich würde Dir so gerne helfen, Süße.“

Erschrocken sah Trish ihre Freundin an und schüttelte eine Spur zu heftig den Kopf. „Wie? Nein. Ich hatte es eine Zeitlang gedacht, aber dem ist wohl nicht so. Ich habe mich getäuscht, etwas gesehen, was nicht ist. Aber lassen wir das. Sei mir nicht böse, aber ich will nicht darüber reden, Julie.“

„Okay. Aber, wenn Du soweit bist, Du kannst jederzeit zu mir kommen. Dafür sind beste Freundinnen da. Du hast mir auch immer zur Seite gestanden.“

Trish lächelte, während sie die Tränen wegblinzelte und drückte die Hand ihrer Freundin. „Danke, Julie.“

Um das Thema zu wechseln, fragte diese plötzlich: „Wie geht es eigentlich Anna? Ich habe ja schon lange nichts mehr von ihr gehört. Aber stimmt es, dass sie mit Jason Chapman zusammen ist? Kyle's Cousin aus Lucky Palms?“

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„Ähm, na ja. Ich... “, stotterte Trish sichtlich irritiert und brach plötzlich erschrocken ab. Als Julie sie überrascht ansah, sagte Trish schnell: „Da hinten auf dem Toilettenhäuschen saß eben eine Möwe und die hat eben einem Badegast die Wurst vom Brötchen geklaut. Er ist aber schon weg“, warf sie schnell ein, ehe sich Julie umdrehen konnte. Wie sollte sie Julie das mit Anna und Jason erklären, ohne sich zu verraten, Kyle schon des Öfteren getroffen zu haben? Sie wollte sie nicht anlügen. Aber wie sollte sie Ihr das plausibel machen?

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„Ist alles in Ordnung mit Dir, Trish?“ Besorgt schaute Julie ihre Freundin an.

„Ja doch. Mit mir ist alles okay. Ich war nur…“ Ein Schwall italienischer Wörter ließ sie zusammenzucken. Irritiert drehte sie sich zu dem jungen Mann um, der aufgebracht in sein Handy geschrien hatte und nun augenrollend und laut gestikulierend nach oben sah.

„Was war denn das jetzt?“, fragte Julie Kopfschüttelnd.

„Tja, sozusagen ein Stoßgebet gen Himmel. Aber verstanden habe ich es nicht. Du?“

Sie wusste, dass Julie seit einiger Zeit fleißig italienisch lernte. Julie nickte. „ Wenn ich es richtig verstanden habe, dann verspätet sich seine Freundin um eine weitere halbe Stunde.“

„Ach und deshalb geht er gleich in die Luft?“

„Na ja, sie wollte schon vor zwei Stunden da sein. Tja, Italiener sind nun einmal sehr emotional.“

Trish lachte. „Ja, so kann man es auch sagen. Aber ich mag auch keine Unpünktlichkeit. 10 Minuten lasse ich mir noch gefallen. Aber eine weitere halbe Stunde? Der Ärmste tut mit irgendwie Leid.“

Julie wandte sich nun ebenfalls um und meinte grinsend zu Trish: „Sieht nett aus. Der hatte Dich vorhin eine ganze Weile beobachtet.“

„Was?“, fragte Trish verwirrt.

„Der Typ da hinten“, verwies Julie auf den braun gebrannten jungen Mann. „Wir werden schon noch jemanden für Dich finden, Trish.“

Trish seufzte. „Tu meinetwegen, was Du nicht lassen kannst.“ Im Stillen ärgerte sie sich über sich selbst, vorhin laut gedacht zu haben. Nicht auszudenken, hätte Julie Kyle ins Gespräch gebracht. Ich muss mich endlich zusammenreißen und darf nicht mehr ständig an Kyle denken. Meinen Liebeskummer geht niemanden etwas an.

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Schließlich erklärte Julie ihrer Freundin, wie der Sonntag ablaufen würde und was geplant war. Da sie nun doch im engen Kreise heirateten, hatten sie bewusst auf ein großes Event verzichtet. Die Trauung würde um 18 Uhr stattfinden. Anschließend gab es Abendessen und danach würde man noch ein wenig tanzen.

„Allzu spät wollen wir auch nicht ins Bett. Um 7 Uhr müssen wir schon in Florenz sein. Der Abflug nach Genua ist um 9 Uhr, das Schiff läuft um 13 Uhr aus. Ach Trish, ich freue mich so, das glaubst Du nicht.“

Trish lächelte. „Doch, Julie. Ich kann es mir denken. Du musst mir unbedingt mailen oder eine SMS schicken und Bilder will ich sehen. Okay?“

Julie nickte. „Wird gemacht.“ Ich habe Prospekte dabei. Willst Du es Dir einmal ansehen?“

Trish nickte. „Ja, gerne.“

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Sie hatten gar nicht bemerkt, wie schnell die Zeit vergangen war, als sie sich endlich gegen späten Nachmittag plaudernd auf dem Weg zum Parkplatz begaben. Nein, eigentlich redete nur Julie, Trish blieb ungewollt still und in sich gekehrt. Die Prospekte und Julie’s Erzählungen hatten sie zeitweise ein wenig von ihrem Kummer ablenken können. Aber auf einmal spürte sie wieder diese Leere in ihr. Sie hatte gar nicht bemerkt, als Julie plötzlich stehen geblieben war.

Dieser war die Wortkargheit Trish’s aufgefallen und sie sah die Freundin prüfend an. „Ach, Süße. Ich möchte Dich so gerne wieder lachen sehen. Wenn ich Dir doch nur helfen könnte. Tut es so weh? Hm?“

Trish konnte nicht verhindern, dass nun doch einzelne Tränen ihre Wangen hinunterliefen. Julie wischte sie ihr mit dem Daumen weg und sah ihr eindringlich in die glänzenden Augen. „Trish, wenn er Dir wirklich so viel bedeutet, dann solltest Du nicht aufgeben. Dann kämpfe um das, was Dir wichtig ist. Erinnerst Du Dich? Die Worte hattest Du mir damals gesagt, als ich an Fabio gezweifelt hatte, nachdem die Fotos aufgetaucht waren. Du hast mir die Kraft gegeben, an ihm zu glauben, ihm die Möglichkeit zu geben, sich mir zu erklären. Ich habe auf Deinen Rat gehört und am Sonntag werde ich diesen wundervollen Mann heiraten. Und wenn dieser Mister Unbekannt nicht sieht, welch fabelhafte Frau Du bist und welch liebreizender Mensch in Dir steckt, dann hat er Dich nicht verdient. Ich könnte Dir ein Dutzend Männer nennen, die gerne ein Date mit Dir hätten. Du darfst Dich nicht verkriechen. Mal sehen, vielleicht bringt Dich Kyle am Sonntag auf andere Gedanken.“ Sie lächelte und nahm ihre Freundin in die Arme.

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Ach Julie, wenn Du nur wüsstest, dass ER der Grund ist, weshalb es mir gerade so beschissen geht. Wenn ich es Dir doch nur sagen könnte. Alleine sein Name hatte sie schon wieder todtraurig werden lassen. Kyle, Du verdammter Eisklotz. Bist DU es wirklich wert, dass ich mir Deinetwegen nachts die Augen ausheule? Und meine beste Freundin auch noch belügen muss? Verdammt, verdammt, verdammt. Am liebsten hätte sie wie ein kleines Kind mit ihrem Fuß aufgestampft und ihren Kummer laut hinaus geschrien.




Kapitel 42 folgt..

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