Schatten der Vergangenheit

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cheli24
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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 27.12.2017, 21:04

Hallo zusammen, :winken

weiter geht es mit zwei neuen Kapiteln, zu dem ich wieder viel Spaß beim Lesen wünsche. Ich hoffe, es gefällt Euch.

Vermutlich folgen diese Woche noch weitere Kapitel. Mal schauen, wie ich dazukomme.


LG cheli24 (Marga)




Kapitel 67



Sheila' s Geburtstagsfeier



Bridgeport, am nächsten Wochenende



Die Familie Fairchild war am heutigen Samstag zusammengekommen, um Sheila’ s 8. Geburtstag zu feiern und den ihres Daddys nachzufeiern, da dieser aufgrund seines Aufenthaltes in Monte Vista nicht da sein konnte.

Sheila war überglücklich, ihren geliebten Daddy wieder zu haben. Freudestrahlend war sie ihm um den Hals gefallen, als er gegen halb acht auf der Matte gestanden hatte. Er war der erste der Gäste gewesen, das hatte er sich nicht nehmen lassen. Trotz der Sorge um Trish hatte er sich riesig auf diesen Tag gefreut.

„Wie habe ich Dich vermisst, mein Schatz“, meinte er mit Tränen in den Augen, als Sheila in seinen Armen lag. Er drückte sie so fest an sich, als wolle er sie nie mehr los lassen.

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„Ich Dich auch, Daddy. Jetzt bleibst Du aber hier, oder?“ Mit großen Augen sah ihn Sheila an.

„Ja, mein Schatz. Daddy geht so schnell nicht wieder weg.“ Er griff nach hinten und zog einen Geschenkkarton hervor. „Für Dich, meine Kleine.“

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„Aber Du hast mir doch schon etwas mitgebracht“, wandte sie ein wenig bescheiden ein. Erst ein paar Tage zuvor hatte er seiner Mutter ein paar Ohrringe und ein Armband als Geschenk für Sheila mitgegeben, als sie kurz bei ihm vorbei gekommen war, um die Geburtstagsfeier zu besprechen. Beide Schmuckstücke hatte er in Monte Vista gekauft und auch seinen Eltern eine Kleinigkeit mitgebracht.

„Aber das war doch nur ein Mitbringsel. Das hier ist zu Deinem Geburtstag, mein Engel. Ich hoffe, es gefällt Dir“, meinte er lächelnd, als er ihr das Paket überreichte.

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Nachdem sie es geöffnet und den Inhalt gesehen hatte, breitete sie freudestrahlend ihre Arme aus und rief: „Du bist der liebste Daddy der Welt.“

Kyle hatte ihr einen Fotoband und eine DVD aus Monte Vista mitgebracht sowie einen Gutschein für eine Reise zusammen mit ihm in die Toskana.

„Das nächste Mal fahren wir zusammen dorthin.“

„Aber nur, wenn Charlene nicht dabei ist.“

Ihre Stimme hatte sorgenvoll und entschlossen zugleich geklungen und so sagte er rasch, um sie zu beruhigen: „Nein, nur Du und ich, mein Schatz.“

Bislang hatte er noch nicht das Gespräch mit Charlene gesucht, obwohl sie ihm mittlerweile den ganzen AB voll gequasselt hatte. Irgendwie hatte er kein Verlangen danach, sie so schnell wieder zu sehen.

So nach und nach trudelten dann auch die anderen Gäste ein. Katie hatte am Abend zuvor Jason angerufen und sich angeboten, ihn und Anna am Morgen mit dem Auto mitzunehmen. Anna hatte Mühe gehabt, ihren Freund rechtzeitig wachzubekommen. Jason hatte am gestrigen Abend noch eine Privatstunde abhalten müssen, ehe er gegen 22 Uhr die Spätmaschine nach Bridgeport genommen hatte. Um 23 Uhr Ortszeit hatte ihn Anna am Flughafen abgeholt und von dort aus waren sie direkt zu ihr gefahren. Josh, den dessen Vater gebracht hatte und auch wieder abholen wollte, war mit seinem kleinen Hund Roxy gekommen. Als Katie erfahren hatte, dass Josh’ s Familie nicht weit von ihr entfernt wohnte, hatte sie sich angeboten, Josh nach Hause zu fahren, so dass sein Vater die Strecke nicht noch einmal hinauf fahren musste. Sheila’ s beste Freundin Lana hingegen hatte krankheitsbedingt absagen müssen, was Josh und sie sehr bedauert hatten. Nachdem alle Gäste eingetroffen waren, konnte die Feier beginnen.

Alle hatten sich hierfür im Wohn- und Esszimmer eingefunden, um das Geburtstagskind übermütig und ausgelassen zu feiern und die Geschenke zu überreichen.

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Von Katie hatte Sheila eine schicke Kombination aus einer Tunika und einer Leggins bekommen, die sie gleich anbehalten hatte. Außerdem hatte sie ihr ein Foto-Lehrbuch geschenkt, sowie einen Gutschein für einen Foto-Kurs. Ihre Großeltern hatten eine kleine Digitalcamera dazu gesteuert sowie ein Fotoprogramm für den PC. Sheila hatte sich riesig darüber gefreut, da sie sehr gerne fotografierte und alles darüber wissen wollte. Im Stillen hatte sie zwar auf einen kleinen Vierbeiner gehofft, da ihre beiden Tanten Joan und Meredith ihr ein Hundehalsband und verschiedenes Zubehör geschickt hatten. Ihre Grandma hatte ihr aber schließlich erklärt, dass sie den Kauf noch ein wenig zurückgestellt hätten, da erst in einem Monat ein neuer Hundezüchter das Anwesen übernehmen würde. Von Jason hatte sie einen Gutschein für eine Fotoausstellung bekommen, die im nächsten Frühjahr in Lucky Palms stattfand. Anna hatte das Flugticket beigesteuert und ihr angeboten, sie zu begleiten. Josh hatte Sheila zwei DVD's ihrer Lieblingsfilme geschenkt sowie eine CD mit selbst zusammengestellten Songs, die sie gerne hörte.

Der Samstagmorgen hatte strahlend begonnen, so dass man sich entschlossen hatte, im Garten zu frühstücken. Doch just in dem Augenblick, als die Geburtstagsgesellschaft mit dem Essen beginnen wollte, zog sich eine dunkle Wolke vor die Sonne.

„Also, das geht so aber nicht. Heute ist der Ehrentag meiner Nichte und sie hat schönes Wetter verdient. Also, Petrus. Lass‘ die Schleusen zu“, richtete Katie seufzend ein Stoßgebet gen Himmel. Wider Erwarten hielt das Wetter tatsächlich, so dass ihnen ein Umzug ins Esszimmer erspart blieb.

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Auf dem Sommerfest, zu dem die Gäste unmittelbar nach dem Frühstück aufgebrochen waren, zeigte sich die Sonne wieder in ihrer ganzen Pracht. Strahlend schien sie vom Himmel und nicht eine Wolke passte dazwischen. Während Jason anfangs noch etwas müde gewesen war, so fand er beim Sommerfest zu seinem Elan zurück. Ausgiebig spielte er mit seinem Cousin Fußball, abwechselnd einmal Kyle und dann er im Tor. Sie hatten sehr viel Spaß dabei und schenkten sich gegenseitig nichts. Beide hatten hierfür ihre Trainingssachen angezogen, da sie ihre Kleidung nicht schmutzig machen wollten. Zudem war es sehr warm und sie kamen dabei ganz schön ins Schwitzen.

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Währenddessen unterhielten sich Anna und Katie angeregt über die Vor- und Nachteile Lucky Palms, der Wüstenstadt nahe Las Vegas. „Jason hat mich schon so oft eingeladen. Doch immer ist etwas dazwischen gekommen. Ich hoffe, ich schaffe es noch in diesem Jahr. Aber jetzt steht erst einmal mein Umzug an“, meinte Katie lachend.

„Ja, Jason hat es mir erzählt. Du ziehst nach New Sunset Valley?“ Fragend schaute Anna Katie an.

„Ja, aber nur für ein Semester, vielleicht noch ein zweites. Mal sehen. Aber danach komme ich wieder zurück.“

„Und wohnst Du dort im Studentenwohnheim?“, wollte Anna neugierig wissen.

„Nein, ich habe mir mit einer Kommilitonin eine Penthouse-Wohnung gemietet. Die liegt in einer herrlichen Lage direkt am Strand. Ihr könnt mich ja mal besuchen kommen, Du und Jason. Ich würde mich sehr darüber freuen.“

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Derweil drehten Sheila und Josh auf der Rollschuhbahn ihre Runden. Während Josh sich schon sehr sicher auf den Rollschuhen bewegte, kämpfte Sheila noch ein klein wenig mit dem Gleichgewicht. „Breite die Arme aus, Sheila. Dann läuft es besser“, rief ihr Josh zu, der hinter ihr herfuhr.

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Sheila nahm seinen Rat an und schon nach weiteren Minuten bewegte sich nicht mehr so verkrampft auf den Rollschuhen. „Meinst Du, so?“

„Ja, genau so. Du machst das schon ganz gut“, lobte Josh sie.

„Wirklich?“, fragte sie etwas argwöhnisch.

„Aber ja doch. Das sieht schon ganz gut aus. Wir müssen unbedingt öfters hierher kommen und im Winter laufen wir dann Schlittschuh.“

„Uuuiii, das wäre toll.“

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Nachdem sie die Rollschuhbahn wieder verlassen hatten, rief ihnen Katie zu: „Was ist mit Euch Beiden? Habt ihr Lust am Hotdog-Wettessen mitzumachen? Dein Daddy mag nicht und Anna will auch nicht, aber Jason macht mit.“

Sheila grinste verschmitzt: „Ihr gegen uns beide? Na aber immer, Tante Katie.“

„Na, dann los“. Gemeinsam gingen sie zum Stand, nahmen ihre Positionen ein und dann ging es auch schon los mit dem Hotdog essen.

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In der Zwischenzeit hatten die Anderen den Grillplatz erreicht und an den Tischen Platz genommen. Während sich Kyle mit seiner Mutter über den neuen Hundezüchter unterhielt, plauderte Henry mit Anna. „Und wann geht es nach San Antonio?“, wollte er neugierig wissen.

„Jason wollte eigentlich im September runter fliegen. Aber ich habe ja in einer Woche das Vorstellungsgespräch und da weiß ich noch nicht, ob das klappt.“

Henry nickte. „Ja, ich weiß, Eric hat mir davon erzählt. Na ja, aber so wäret Ihr zusammen und müsstet nicht ständig hin- und herfliegen.“

Anna meinte daraufhin seufzend: „Ja, das ist richtig. Das ist nicht gerade das Ideale. Na ja, mal schauen.“ Nach einer Weile fragte sie: „Kennen Sie die Firma, Mr. Fairchild?“

„Ach, Du liebe Zeit, Anna. Da Du ja sowieso bald zu unserer Familie gehören wirst, davon gehe ich doch einmal stark aus, können wir uns gerne duzen. Ich bin Henry“, meinte er lächelnd.

„Anna. Danke, Henry. Das ist sehr nett. Also kennen Sie… ähm, kennst Du die Firma?“, wiederholte sie noch einmal ihre Frage.

„Ja, ich hatte schon geschäftlich mit denen zu tun. Die sind alle sehr nett und eine große Umstellung wäre es nicht für Dich. Aber Du wirst Eric fehlen.“

„Er mir auch, er ist ein wunderbarer Chef.“

Leichtes Bedauern hatte sich in Anna‘ s Stimme gemischt. Aber die Aussicht, in absehbarer Zeit für immer mit Jason zusammen sein zu können, überwog den möglichen Abschied. Anna war ihrem Chef sehr dankbar, sich so für sie einzusetzen, wenngleich er sie sehr ungerne gehen lassen würde, wie er ihr erst vor ein paar Tagen wieder versichert hatte.

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Nach dem Wettessen zog es Sheila und Josh auf die Rutsche, ehe sie mit Kyle und Katie noch an einer Wasserschlacht teilnahmen.

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„Will noch jemand Kuchen?“ Fragend schaute Katie in die Runde. Vor einer Stunde war die Geburtstagsgesellschaft wieder zuhause bei den Fairchilds eingetroffen. Rasch hatten Caroline und ihre Tochter Kaffee gekocht, nachdem die Gäste an einem langen Tisch im Garten Platz genommen hatten.

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Jason rieb sich lachend den Bauch. „Willst Du mich mästen, Cousinchen? Aber ich bin ja noch bis Sonntag da und da werde ich mich über Deine anderen leckeren Kuchen hermachen. Du hättest Konditorin werden sollen, Katie. Deine Kuchen sind ein Gedicht.“ Katie lachte.

„Danke, Jason. Es freut mich, wenn es Dir schmeckt.“ Sie wandte sich ihrer Nichte zu, die mit Roxy spielte. „Wollt Ihr beiden auch noch etwas?“

„Nö, danke Tante Katie. Vielleicht später. Du, Josh?“, wandte sie an den Freund.

„Nee danke, ich bin satt.“

„Okay, dann stelle ich ihn in den Kühlschrank“, rief Katie ihnen zu.

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Anna stand auf und fragte: „Kann ich Dir irgendwie behilflich sein, Katie?“

„Ja, Danke. Du könntest die restlichen Kuchen auf einen großen Teller geben und dann in den Kühlschrank stellen. Wir werden ein Teil davon den Gästen mitgeben. Alles schaffen wir ja doch nicht.“

„Sag‘ mal, wie viele Kuchen hast Du denn gebacken?“, wollte Anna neugierig wissen, während sie Katie in die Küche folgte.

Nachdem sie die Kuchen im Kühlschrank verstaut hatten, meinte Katie: „Ach, so viele sind das gar nicht. Ich glaube, drei Kuchen und zwei Torten. Weißt Du Anna, jeder hat einen anderen Geschmack. Kyle isst sein Leben gerne Apfelkuchen, Mum und Dad meinen Kirschkuchen mit Streusel, Jason liebt meinen Erdbeerkuchen und Sheila ist ganz verrückt nach meiner Nuss-Sahne-Torte.“

„Ach du liebe Zeit. Wie lange hast Du denn da in der Küche gestanden?“

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Katie grinste ein wenig, um gleich darauf mit ernstem Gesicht fortzufahren: „Ach, weißt Du, das hat mich ein wenig von Kevin abgelenkt.“ Anna wusste von Jason, dass Katie’ s Freund Kevin derzeit in Oslo war und die Beiden ihre Beziehung vor ein paar Tagen beendet hatten. „Jason hat Dir bestimmt davon erzählt, Anna.“

Diese nickte und strich ihr vorsichtig über den Arm. „Ja, das hat er. Es tut mir Leid, Katie.“

Katie blinzelte ein wenig die Tränen weg, die sich in ihren Augen gesammelt hatten. „Na ja, früher oder später wäre es wohl zu einer Trennung gekommen. Wir sind einfach zu verschieden und beide Wandervögel. Aber es tut nicht so weh, wie ich anfangs befürchtet hatte. Wir schreiben uns regelmäßig und telefonieren miteinander. Es ist schön, seine Stimme zu hören, wir scherzen und lachen gemeinsam. Aber dieses Gefühl, dass ich damals, als ich ihn kennengelernt hatte, das ist irgendwie nicht mehr da. Wie soll ich Dir das erklären? Es ist ganz einfach so, dass ich kein Herzklopfen mehr verspüre, wenn ich an ihn denke. Ist doch schon komisch, oder?“

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Anna sah Katie prüfend an. „Vielleicht war er doch nicht der Richtige. Ich kann nur von mir sprechen, Katie. Also, ich bekomme immer noch weiche Knie, wenn ich an Jason denke und seine Stimme höre. Ich könnte mir nicht vorstellen, dass es nach nur ein paar Wochen damit schon vorbei wäre.“

Katie schmunzelte. „Ihr Beiden seid ja auch ineinander verliebt, das könnt Ihr kaum verheimlichen. Aber ich weiß, was Du meinst. Ich kann es mir ja selbst nicht so recht erklären, dass ich Kevin nicht so vermisse, wie ich es anfangs gedacht hatte. Vielleicht wartet ja doch noch irgendwo auf diesem Erdball mein Mr. Right. Wer weiß, wohlmöglich treffe ich ihn in New Sunset Valley.“

„Ja, vielleicht, Katie. Meistens kommt es dann, wenn man nicht mehr daran denkt.“

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Plötzlich zog ein Schatten über Katie’ s Gesicht und sie sah fragend zu Anna: „Anna, Du bist doch sehr gut mit Trish Hudson befreundet. Weißt Du, warum sie sich nicht bei Kyle meldet? Er hat ihr auf die Mailbox gesprochen, ihr unzählige SMS und Mails geschrieben. Doch sie lässt nichts von sich hören.“

Anna schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, Katie. Ich weiß leider auch nicht, was zwischen den Beiden vorgefallen ist. Jason hat mich darüber unterrichtet. Trish meldet sich auch bei mir nicht. Sie geht weder an ihr Handy, noch beantwortet sie meine Mails. Das Verhalten passt nicht zu ihr. So kenne ich sie ehrlich gesagt gar nicht.“

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Mitfühlend sah sie zu Kyle, der mit Jason in ein Gespräch vertieft war. „Dein Bruder leidet darunter, hm?“

„Er lässt sich zwar nichts anmerken, aber mir macht er nichts vor. Dazu kenne ich ihn zu gut. Ich verstehe es einfach nicht. Die beiden waren in Monte Vista so glücklich, das hat er Jason erzählt und ich habe Bilder der Beiden gesehen. Und jetzt ist da plötzlich gar nichts mehr? Es hängt anscheinend doch irgendwie mit ihrer Tante zusammen.“

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Sie lächelte Anna zu und meinte schließlich: „Jason und Du, Ihr passt sehr gut zusammen. So verliebt habe ich ihn schon lange nicht mehr gesehen. Nur blöd, dass Ihr so weit auseinander wohnt.“

„Ja, das stimmt, Katie. Ich vermisse ihn auch sehr. Aber wir können ja auch nicht jede Woche hin- und herfliegen. Eine Dauerlösung ist das sicherlich nicht. Ich bin ja froh, dass das jetzt endlich mit seiner Festanstellung geklappt hat. Wenn auch nur befristet, aber somit können wir endlich planen.“

Als Katie unauffällig auf Anna’ s Bauch schielte, winkte diese etwas peinlich berührt ab. „Nein, ich bin nicht schwanger. Die Planung bezieht sich auf meinen Job. Einer Eric Hudson’ s Geschäftspartner, der in Lucky Palms ansässig ist, sucht Hände ringend nach einer Sekretärin. Trish’ s Vater hat mir ein Empfehlungsschreiben ausgestellt. In einer Woche habe ich dort ein Vorstellungsgespräch. Es wäre toll, wenn das klappen würde.“

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Katie nahm Anna spontan in die Arme und sagte. „Aber das wäre ja toll. Ich drücke Dir die Daumen, Anna. Hey und vielleicht gehörst Du bald zu unserer Familie. Vor Jason‘ s Mum musst Du Dich nicht fürchten. Tante Susan ist sehr nett und auch Vicky, Jason’ s Schwester, ist eine ganz Liebe.“

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Etwas verlegen löste sich Anna aus der Umarmung. Sie war solch herzliche Menschen, wie Katie es war, einfach nicht gewohnt. Entschuldigend meinte Katie: „Tut mir Leid, Anna. Aber ich bin nun mal ein sehr spontaner Typ und wenn ich jemanden mag, dann zeige ich das auch. Und Du warst mir von Anfang an sympathisch. Ich hoffe, ich schaffe es dann irgendwann einmal, Euch zu besuchen.“

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Nachdem Sheila und Josh mit Roxy Jagen gespielt hatten, nahmen sie auf der Wippe Platz, um ein wenig zu schaukeln. „Roxy ist ja eine ganz Liebe, Josh. Sie haben es mir zwar nicht verraten, aber ich glaube, ich bekomme auch bald ein Hündchen. Und wenn ich dann bei Tante Katie zu Besuch bin, dann können wir gemeinsam Gassi gehen.“

„Oh, das wäre toll, Sheila. Ich bin echt froh, Dich zu kennen. Du bist so natürlich und nicht so eingebildet wie die anderen Mädchen in der Schule. Ich bin gerne mit Dir zusammen.“

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Sheila sah ihn glücklich lächelnd und mit leicht geröteten Wangen an, ehe sie meinte: „Ich auch mit Dir, Josh. Ich hoffe, wir können im nächsten Schuljahr zusammen bleiben. Und Ihr geht jetzt auch nicht mehr weg?“ Ihre Frage hatte sehr sorgenvoll geklungen.

„Nein, mein Dad bekommt in Bridgeport eine Festanstellung bei der Army und muss zu keinem Auslandseinsatz mehr. Ich bin darüber auch sehr glücklich und muss keine Angst mehr haben, dass ihm etwas passieren könnte“, meinte er sichtlich erleichtert.

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Während Katie und Anna immer noch in der Küche standen, unterhielten sich die beiden Cousins über Jason’ s Festanstellung. „Und in welcher Schule unterrichtest Du?“ Neugierig sah Kyle auf seinen Cousin.

„Die Highschool L.P. Junior Grade, in den Altersstufen 14 bis 16.“

„Ui, das ist ein gefährliches Alter. Pass nur auf die weiblichen Teenager auf.“

Jason lachte. „Wer eine Frau wie Anna seine Freundin und Geliebte nennen darf, dem sind diese Girlies egal.“

„Ja, das glaube ich Dir aufs Wort. Und welche Fächer hast Du?“

„Zunächst erst Politik und Mathe, aber sie suchen auch noch jemanden, der vertretungsweise das Football-Team coacht.“

„Hey, das wär’s doch. Hast Du denn angegeben, dass Du mal im Juniorteam warst?“

„Ich hatte es kurz in meinem Bewerbungsgespräch erwähnt, hätte allerdings nicht erwartet, dass sie ausgerechnet auf mich zukommen würden.“

„Warum nicht, Jason? Du bist der geborene Fachmann, kennst Dich sogar noch besser aus als ich.“

„Ja, ja mal schauen, es wäre sowieso nur übergangsweise. Der jetzige Coach laboriert noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses, wird wohl noch einige Wochen ausfallen. Sie haben zwar schon einen Ersatz aus Tuscon, wollen aber noch einen zweiten Coach als Vertreter. Das Team steht an erster Stelle der Highschool-Mannschaften Lucky Palms und wird wohl um den Titel mitspielen.“

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Sie fachsimpelten noch eine Weile, ehe Jason etwas besorgt fragte: „Hat sich denn Trish jetzt gemeldet?“

„Nein.“ Kyle’ s Antwort kam knapp und bündig.

„Und was willst Du jetzt tun?“, ließ Jason nicht locker.

Doch Kyle zuckte nur mit den Schultern. „Ich werde solange warten müssen, bis sie wieder hier ist. Irgendwann müssen sie ja kommen.“

„Ja, wahrscheinlich ist es so das Beste.“

Erbost hob Kyle seine Arme in die Höhe und dann brach es aus ihm heraus: „Nein, das ist es nicht, Jason. Es macht mich wahnsinnig, wenn Du es genau wissen willst. Und weißt Du, was mich noch wahnsinniger macht?“

Neugierig sah Jason seinen Cousin an. „Nein. Was denn?“

„Dass weder Mum noch Dad mir die Wahrheit sagen wollen. Ich weiß, dass Mum irgendetwas vor mir verbirgt. Sie ist doch die einzige in unserer Familie, die noch Kontakt zu Carlo hält.“

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„Was meinst Du mit Kontakt?“, wollte Jason etwas befremdet wissen.

Kyle seufzte auf. „Ich weiß nicht mehr wie alt wir waren, es sind schon einige Jahre her. Da hatten Mum und Dad einen fürchterlichen Streit. Sie waren so laut, dass ich den Wortlaut zum Teil vor der Wohnzimmertür gehört hatte. Dabei fiel immer wieder Carlos Name. Ich hatte Dir doch davon erzählt.“

„Ja, schon. Aber…“

„Nichts aber!“, wurde Kyle etwas lauter, um gleich wieder leiser fortzufahren: „Hast Du dafür etwa Verständnis?“

Jason zuckte mit den Achseln. „Deine Eltern waren mit ihm befreundet und meine Mum war es ja auch, nach Dad’ s Tod. Carlo war doch auch sehr oft mit uns zusammen. Meiner Mum hatte es damals gut getan. Vicky und ich haben uns auch immer gut mit ihm verstanden. Oder denkst Du da an etwas anderes, Kyle? Glaubst Du, Tante Caroline und Carlo…?“

„Umsonst wird Dad damals nicht ausgezogen sein“, presste Kyle hervor.

„Ja, aber er ist doch wieder zurückgekommen. Was immer da war oder auch nicht war, Kyle. Dein Dad hat ihr offensichtlich verziehen. Du solltest diese alten Geschichten nicht mehr aufwärmen“, riet Jason seinem Cousin.

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„Und warum weicht sie mir ständig aus, wenn ich etwas über Carlo wissen will?“

„Tja, meinst Du meine Mum ist da anders? Sie hat mit mir, als ich älter war, auch nie über Carlo gesprochen. Auch nicht, als das mit Marlena passiert ist. Was versprichst Du Dir denn von einem Gespräch mit Tante Caroline?“

„Nun, ich würde zum Beispiel gerne wissen, ob sie Trish’ s Tante kennt. Sie haben nie über sie gesprochen und nennen sich Erics beste Freunde?“ Schließlich erzählte Kyle seinem Cousin, was er von Ethan erfahren hatte...

Als er geendet hatte, sagte er: „Du musst doch zugeben, dass das schon etwas seltsam ist.“

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„Findest Du, Kyle? Genauso gut könnten wir uns fragen, warum wir Trish früher nie getroffen haben. Sie hatten doch gar nicht weit weg von hier gewohnt.“

„Na ja, wir sind ja etwas älter als sie“, meinte Kyle daraufhin.

„Kyle, ehrlich gesagt haben mich die Mädchen aus den unteren Klassen nie interessiert. Und Ethan ist ja auch wieder etwas jünger. Ich nehme mal an, dass Craig sie früher auch nicht gekannt hatte. Was macht der alte Haudegen eigentlich?“

„Ich weiß es nicht, er ist schon längere Zeit nicht mehr in seiner Hütte gewesen“, meinte Kyle nachdenklich.

„Ach so. Wusstest Du eigentlich, dass Trish im Internat war? Anna hatte es mir erzählt.“

„Nein, das wusste ich nicht“, meinte Kyle überrascht.

„Ich glaube, es waren auch nur zwei Jahre und während ihres Studiums war sie in New York.“

Kyle nickte. „Ja, das weiß ich. Das hatte mir Trish erzählt.“

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Jason sah seinen Cousin eindringlich an, ehe er sagte: „Weißt Du Kyle, Du solltest nicht so viel hinein interpretieren. Warte bis Trish wieder da ist und dann sprichst Du mit ihr.“

„Ja, aber vorher werde ich mit Trish‘ s Vater sprechen. Ich hatte ihr zwar versprochen, ihm nicht zu sagen, dass seine Schwester…“

Weiter kam er jedoch nicht, da seine Mutter ihn unterbrach, als sie sich den beiden näherte. „Was willst Du denn von Eric?“ Argwohn gepaart mit Neugierde spiegelte sich in ihrem Gesicht wider, als sie ihn fragend ansah.

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Kyle wandte sich an seine Mutter und fragte lauernd: „Warum interessiert Dich das, Mum?“

Etwas befremdet über seinen Tonfall antwortete diese: „Das tut es nicht. Ich habe mich nur gewundert und mich gefragt, was Du von Eric willst?“

Kyle‘ s Antwort klang schärfer als beabsichtigt. „Vielleicht erfahre ich dann endlich, was es mit Anjelica auf sich hat. Warum sie sich mit ihrem Bruder zerstritten hat. Dich kann ich ja sowieso nicht danach fragen. Du weichst mir ja ständig aus.“

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Genauso scharf kam es ihm entgegen. „Es gibt Dinge, aus denen Du Dich besser raushalten solltest. Das ist einzig und alleine ihre Sache. Misch‘ Dich nicht in Sachen ein, die Dich nichts angehen.“

Kyle’ s Stimme klang drohend, als er zischte: „Die mich nichts angehen? Mum, man hat auf Trish’ s Tante geschossen. Jemand wollte sie umbringen, verdammt noch mal. Wahrscheinlich Vincenti.“

„Nein!“, kam es laut und bestimmend zurück. Carolines Stimme hatte fast schon einen bedrohlichen Klang angenommen, so dass selbst Jason zusammen gezuckt war. So hatte er seine Tante noch nie erlebt.

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Kyle zog seine Augen eng zusammen und fragte: „Warum bist Du so davon überzeugt, dass er es nicht war? Mum…“ Es entstand eine kurze Pause, ehe er fortfuhr: „Warum hältst Du ständig zu ihm? Egal, was ich über ihn sage. Aus Deinem Mund klingt es stets, als wäre Carlo der reinste Musterknabe. Du weißt, dass er das nicht ist. Er hat Marlena auf dem Gewissen und ich wünschte mir, Du würdest endlich aufhören, einen Glorienschein um ihn zu legen. Auch, wenn Du es nicht hören willst, er ist ein Verbrecher und ein Mörder und irgendwann werde ich ihn da hinbringen, wo er hingehört. Das schwöre ich Dir.“

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Caroline hatte ihren Sohn keine Sekunde aus den Augen gelassen, während es innerlich in ihr gebrodelt hatte. Resigniert antwortete sie schließlich: „Tu, was Du nicht lassen kannst, Kyle. Aber es gibt Dinge, die sollte man ruhen lassen. Warum kannst Du nicht endlich damit aufhören? Warum bist Du so besessen darauf? Es wurde nie nachgewiesen, dass er Schuld an Marlenas Tod war. Hör‘ endlich auf damit und lass‘ die Vergangenheit ruhen.“

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Damit ließ sie ihn einfach stehen, während sie nur mühsam ihre Tränen vor ihm hatte unterdrücken können. Kopfschüttelnd sah Kyle seiner Mutter nach und als die Schlafzimmertür mit einem lauten Knall ins Schloss fiel, stieß er fassungslos hervor: „Das kann doch nicht wahr sein. Hast Du’s gehört Jason? Ich soll die Vergangenheit ruhen und Marlenas Mörder ungestraft davonkommen lassen?“, wandte er sich an seinen Cousin, der die ganze Zeit daneben gestanden und Zeuge des hitzigen Wortlauts geworden war.

„Nein, so hatte sie es nicht gemeint. Kyle, Du hättest nicht damit anfangen sollen. Sie will nicht darüber reden, also belass‘ es dabei. Hör‘ auf meinen Rat und versuch‘ Dein Glück bei Trish’ s Vater. Sprich‘ mit ihm, aber sag ihr nichts davon und erwähne es auch Deinem Dad gegenüber nicht. Glaub‘ mir, es ist einfach besser so.“

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„Ich verstehe sie einfach nicht“, seufzte Kyle, dem der kleine Disput mit seiner Mutter schon wieder leidtat. Er hatte keinen Streit vom Zaun brechen wollen und schon gar nicht am heutigen Tage. Bislang hatte er sich immer gut mit seinen Eltern verstanden und das wollte er auch weiterhin. Er liebte seine Eltern, auch wenn er sie in vielerlei Hinsicht nicht verstehen konnte.

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Caroline hatte sich währenddessen schluchzend ins Schlafzimmer geflüchtet. Die Auseinandersetzung mit Kyle hatte sie innerlich aufgewühlt und hatte Erinnerungen in ihr geweckt, an die sie nicht mehr denken wollte. Warum kann er es einfach nicht dabei belassen? Was will er denn bei Eric? Ob ich ihn warnen sollte? Aber vielleicht ist es endlich an der Zeit, Farbe zu bekennen. Irgendwann kommt jede Wahrheit ans Tageslicht. Verdammt Carlo, was machst Du so lange in Monte Vista? Was hast Du Trish erzählt? Die Wahrheit? Oh mein Gott, Eric wird ausrasten, wenn er das erfährt. Nein Kyle, ich kann dir nicht sagen, was Du wissen willst.

Noch nicht.

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Sie atmete tief durch und ging ins Badezimmer, um sich die Tränenspuren von der Wange zu wischen. Danach ging sie zu ihren Gästen zurück und spielte wenig später wieder die strahlende Gastgeberin.




Kapitel 68 folgt...
Zuletzt geändert von cheli24 am 03.01.2018, 00:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 27.12.2017, 21:06

Bitte auch vorheriges Kapitel beachten!



Kapitel 68



Fragen, die nach Antworten suchen




Am nächsten Morgen



„Dass Tante Caroline so ausgerastet ist, das war schon sehr eigenartig. So kenne ich sie gar nicht.“

„Nun ja, vielleicht gibt es da etwas, über das sie nicht sprechen oder erinnert werden möchte.“

„Hm, vielleicht hast Du Recht, Schatz. Tante Caroline und Onkel Henry hatten sich ja mal für ein halbes Jahr oder so getrennt“, warf Jason ein.

„Oh! Warum denn das?“, rief Anna überrascht aus und sah ihren Freund an, der ihr während des Frühstücks von der Auseinandersetzung zwischen Kyle und seiner Tante erzählt hatte. Da Anna in das Gespräch mit Katie vertieft gewesen war, hatten sie davon nichts mitbekommen.

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„Ich weiß es nicht, Anna und Vermutungen will ich da auch keine anstellen.“

„Denkst Du, Deine Tante und Carlo? Glaubst Du, es gibt da einen Zusammenhang?“

Jason zuckte mit der Schulter. „Möglich, aber ich habe keine Ahnung. Tante Caroline und meine Mum sind die einzigen, die Kontakt zu ihm halten. Carlo ruft immer wieder mal in unregelmäßigen Abständen bei meiner Mum an. Früher hatte er das öfter getan. Aber seit sie mit James zusammen ist, telefonieren die beiden nur noch selten miteinander.“

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„Mein Schatz, Deine Waffeln waren wieder ein Gedicht. Ich bekomme die nie so hin. Ein Grund mehr, zu mir zu ziehen“, wechselte Jason gekonnt das Thema und grinste dabei übers ganze Gesicht, noch bevor Anna nachhaken konnte. Mittlerweile kannte er die Neugierde seiner Freundin und dass sie so schnell nicht locker ließ, wenn sie etwas in Erfahrung bringen wollte.

„Wie bitte? Nur wegen meinen Waffeln?“ Gespielt empört sah sie ihn an. „Aber wenn das so ist, dann kann ich Dir gerne mein Rezept geben.“

Schnell erstickte Jason Anna’ s Protest in einen langen Kuss. „Du weißt doch, wie ich das meine.“ Zärtlich strich er ihr dabei über die Wange.

„Wann sollten wir bei Katie sein?“ Fragend sah Anna auf Jason.

„Gegen 15 Uhr hat sie gesagt. Kyle’ s Eltern und Sheila gehen schon etwas früher hin und Kyle will auch schon um 13 Uhr oder so bei ihr sein. Er bringt seinen Tisch und zwei Stühle mit. Katie hat die gleichen Terrassenmöbel wie er.“

„Ach, hätte sie doch etwas gesagt. Ich hätte ihr doch auch meinen Tisch zur Verfügung stellen können.“

Jason schmunzelte. „Und wie hätten wir den dort hinbekommen? In Deinen Wagen passt er nicht rein und den, den mir Onkel Henry geliehen hat, gleich zweimal nicht.“

„Ach so, da habe ich gar nicht dran gedacht, hast Recht, Jason. Du aber dann haben wir ja noch ein wenig Zeit und könnten runter zum Hafen laufen. Oder magst Du nicht?“

„Doch natürlich, das können wir machen. Ich war schon lange nicht mehr da unten“, erwiderte Jason.

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Anna war schon an der Badezimmertür, ehe sie sich nochmals kurz umdrehte: „Räumst Du bitte die Teller in die Maschine? Dann husche ich schnell unter die Dusche. Du bist ja soweit fertig, oder?“

Jason nickte. „Ja, das bin ich. Mach‘ Du Dich in Ruhe fertig. Ich räume derweil die Küche auf und mache die Betten.“


Eine halbe Stunde später standen sie unten am Kai und blickten auf das Wasser, das in leichten Wellen gegen die Holzpfähle schwappte. Um die Uhrzeit war hier noch nichts los, so dass sie die einzigen waren, die es hierher verschlagen hatte. Es war unheimlich still und beide genossen die Ruhe, fernab von Großstadtlärm und hupenden Autos. Nur ab und zu war eine Möwe zu hören, die dicht über dem Wasser kreiste und nach Nahrung suchte.

„Kyle und ich waren früher oft hier unten. Wir haben immer Steine aufs Wasser geworfen und sie springen lassen. Hier haben wir unsere Songs getextet. Die Musik kam später dazu“, unterbrach Jason auf einmal die Stille. Plötzlich zeigte er auf eine Stelle und fuhr mit belegter Stimme fort: „Dort drüben hat man damals meinen Dad tot aufgefunden.“

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Anna nahm vorsichtig seine Hand und sagte: „Es tut immer noch weh, oder?“

Jason drehte sich zu ihr um und sah sie mit ausdrucksloser Mine an. Anstatt einer Antwort presste er fragend hervor: „Weißt Du, was wirklich weh tut, Anna? Dass er uns das angetan hat. Meiner Mum, Vicky und mir. Es war ihm doch scheißegal, was aus uns wird. Vicky war gerade 12, als es passiert ist. Sie hat ganz plötzlich zu stottern angefangen und war fast ein Jahr lang in psychologischer Behandlung. Fast jede Nacht ist sie schreiend aufgewacht. Es war eine schwere Zeit. Ihre schulischen Leistungen ließen so rapide nach, dass sogar die Versetzung drohte. Aber am meisten hatte ihr das Gerede in der Schule zugesetzt. Kinder können da sehr grausam sein.“

Er hielt inne, so dass Anna mitfühlend sagte: „Das tut mir sehr leid für sie. Meine Güte, muss das schrecklich gewesen sein.“

Jason nickte. „Ja, das war es, auch bedingt durch die Medien, die wie die Aasgeier vor unserem Haus gelauert hatten, in der Hoffnung, irgendein Foto oder Interview zu erhaschen. Vicky hatte am meisten darunter gelitten. Schließlich hatte meine Mum sie von der Schule genommen, es ging einfach nicht mehr. Vicky hatte fortan Privatunterricht bekommen, solange sie in Therapie war. Zum Glück hatten wir keine Geldsorgen und konnten uns das leisten. Als die Untersuchungsergebnisse abgeschlossen waren, sind wir zurück nach San Antonio gezogen. Meine Mum hatte nichts mehr in Bridgeport gehalten.“

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„Und Deine Schwester? Ist sie dort darüber hinweg gekommen?“, wollte Anna wissen.

„Ja. Die neue alte Umgebung hatte ihr gut getan. Sie ging wieder auf eine öffentliche Schule und auch das Stottern ging vollständig zurück. Ich bin sehr froh darüber.“

„Du hängst sehr an ihr, oder?“

Jason’ s Gesicht zierte ein großes Lächeln. „Ja, das tue ich. Mitunter vermisse ich sie schon sehr. Auch wenn sie demnächst ihr erstes Kind erwartet, so ist sie immer noch meine kleine Schwester.“

„Das verstehe ich. Und Du, bist Du darüber hinweggekommen?“

Jason dachte eine Weile nach, ehe er nachdenklich meinte: „Weißt Du, Anna, ich hatte lange Zeit versucht, meinen Dad zu hassen. Aber… Schatz, er war mein Dad, ich habe zu ihm aufgesehen, ich habe ihn geliebt. Er war mein Vorbild. Ich konnte ihn nicht hassen und ich kann es auch heute noch nicht wirklich, Anna. Mittlerweile überwiegt die schöne Zeit mit ihm. Die hatten wir durchaus. Er war ein liebevoller Dad, bevor das alles passiert ist.“

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Schmerzvoll schloss Jason seine Augen und Anna wusste, dass er tief in seinem Innern um seinen toten Vater trauerte und um das, was er in ihm verloren hatte. Liebevoll schlang sie ihre Arme um ihn und drückte ihn an sich. „Ist schon gut, Jason. Du musst Dich nicht schämen und vor mir musst Du Dich auch nicht verstellen. Ich verstehe Dich, Schatz.“

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Mit einem Blick auf seine Armbanduhr meinte Jason: „Wir haben noch etwas Zeit. Gehen wir noch eine Runde auf den Spielplatz, schaukeln?“

Anna nickte. „Das können wir gerne machen.“

Doch bevor sie los zogen, schaute er ihr tief in die Augen und sagte leise: „Das liebe ich so an Dir, Anna. Mit Dir kann ich über alles sprechen. Du verurteilst vorweg niemanden, sondern hörst erst einmal zu. Schatz, Du wirst einmal eine sehr gute und verständnisvolle Mutter. Das weiß ich jetzt schon.“

„Das hast Du sehr schön gesagt. Aber Du wirst auch ein liebevoller Vater werden.“

Sie schossen noch schnell ein Selfie von sich beiden, das sie Vicky schickten und traten dann Hand in Hand den fünfminütigen Fußweg zum Spielplatz an.

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Dort angekommen, zog es sie gleich auf die Schaukel. Während Anna vergnügt schaukelte, beschränkte sich Jason auf das Anschubsen. Dabei bemerkten sie gar nicht, wie schnell die Zeit verging. Da sich auf dem Spielplatz außer sie beiden, niemand befand, konnten sie sich ausgelassen amüsieren. Gegen 14 Uhr jedoch drängte Jason zur Rückkehr. Sie hatten bewusst auf das Auto verzichtet, da es von Anna aus nur zwanzig Minuten zu Katie war. Aber zunächst mussten sie erst wieder zum Rathaus hoch und dazu brauchten sie eine gute viertel Stunde.

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Doch als sie am Rathaus angekommen waren, schmerzten Anna die Füße so sehr, dass Jason besorgt fragte: „Tut es so weh?“

Anna nickte seufzend, während sie das Gesicht verzog. „Ich hätte doch keine neuen Schuhe anziehen sollen. Ich glaube, ich habe mir eine Blase gelaufen.“

„Okay, dann bleibst Du hier stehen und ich laufe schnell zu Deiner Wohnung und hole mein Auto.“

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Anna nahm seine Hand und gab ihm einen Kuss. „Das ist lieb von Dir, Jason. Ich fürchte, ich kann keinen Schritt mehr laufen.“

„Soll ich Dir andere Schuhe mitbringen?“

„Nein, das brauchst Du nicht. Aber Du könntest mir ein Pflaster aus dem Medizinschränkchen im Badezimmer mitbringen.“

„Ja, mach ich. Ich bin gleich wieder da, Anna.“

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Er war schon los gesprintet, als sie ihm schnell hinterher rief: „Ich warte da vorne am Straßenrand.“

Jason winkte ihr zu. „Ja, ist gut, bis gleich.“


Der Nachmittag bei Katie verlief sehr entspannend. Bei Kaffee und Kuchen unterhielt man sich noch einmal über die gestrige Geburtstagsfeier und ließ den Tag Revue passieren. Da so viel Kuchen vom Vortag übrig geblieben war, hatte Katie nur noch den Kaffee kochen müssen. Den Tisch hatte sie gedeckt, nachdem ihr Kyle den Tisch und die Stühle vorbeigebracht hatte. Hierzu hatte er sich kurz den großen Van ausgeliehen, den er meistens als Dienstfahrzeug benutzte und der im Fuhrpark des Polizeireviers stand.

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Kyle hatte wegen des gestrigen Disputs mit seiner Mutter das schlechte Gewissen geplagt. Gleich nach dem Kaffee hatte er das Gespräch mit ihr gesucht und sich bei ihr entschuldigt. Er war heilfroh gewesen, dass sie seine Entschuldigung angenommen hatte und auch nicht mehr darüber reden wollte. Vorerst blieb ihm also nichts anderes übrig, als ihre Entscheidung zu akzeptieren. Gutheißen konnte er ihr Stillschweigen jedoch nicht.

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Dass er jedoch gleich morgen bei Trish’ s Vater anrufen würde, hatte er ihr vorsichtshalber nicht gesagt. Jason hatte Recht, es war einfach besser so, wenn sie es nicht wusste. Aber schon des Öfteren hatte er sich gefragt, ob da mal irgendetwas zwischen Carlo und seiner Mum gewesen sein könnte. Warum sonst nahm sie Carlo immer wieder in Schutz? Ist sein Dad deshalb damals ausgezogen? War eine Affäre der beiden der Grund hierfür gewesen? Seine Mutter hatte sich nichts anmerken lassen, aber Kyle nochmal ins Gewissen geredet, nicht zu verbohrt in der Vergangenheit zu wühlen. Was immer sie damit auch gemeint hatte. In gewisser Weise konnte Kyle seine Mutter verstehen, was aber nicht bedeutete, dass er ihr Handeln gutheißen konnte.

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Den Rest des Nachmittags verbrachte man im Swimmingpool, unterhielt sich rege oder machte es sich, wie Caroline und Henry, im Whirlpool gemütlich. Katie hatte zusammen mit Jason die große Wasserrutsche aus der Garage geholt, auf der sich Sheila austobte, während sie und Jason einige Runden im Pool drehten. Kyle nutzte die Gelegenheit, sich ein wenig mit Anna zu unterhalten. Sie berichtete ihm von dem bevorstehenden Vorstellungsgespräch und, dass sie sich freuen würde, wenn sie die Stelle bekommen würde. Kyle freute sich für seinen Cousin und Anna. Die beiden passten wirklich sehr gut zusammen und schon lange nicht mehr hatte er Jason so glücklich gesehen. Doch so sehr er sich auch für Jason freute, so unglücklich und enttäuscht war er über Trish’ s unerklärliches Verhalten. Nur kurz war ihm der Gedanke gekommen, Anna dazu zu befragen. Aber von Jason wusste er, dass sie auch nichts von ihr gehört hatte. Es würde also nichts bringen, bei ihr nachzuhaken.

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Katie hatte Jason zwischenzeitlich ihre Wohnung gezeigt, die er bislang noch nicht gesehen hatte. Als sie wieder nach unten kamen, sagte er: „Du hast es hier wirklich sehr schön, Cousinchen. Das Haus gefällt mir sehr gut. Ganz in der Nähe hatten doch Kyle und Marlena gewohnt. Oder irre ich mich?“

„Nein, Du hast Recht. Das war das letzte Haus am Ende der Straße.“

„Wirst Du das hier nicht vermissen?“

Katie lächelte. „Ach Jason, Du kennst mich Wandervogel doch. Ich freue mich auf New Sunset Valley, auf die neue Umgebung und auch auf meine Kommilitonen.“

Jason lachte auf. „Vor allem die männlichen, oder?“

Seufzend meinte Katie: „Vorerst nicht, ich habe mich ja erst von Kevin getrennt.“

„Das wird schon wieder, Katie. Und wann wirst Du mich jetzt endlich mal in Lucky Palms besuchen kommen?“

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Fragend sah er sie an, während sie nach den passenden Worten suchte. „Lieber heute als Morgen, Jason. Das kannst Du mir glauben. Aber ich stecke mitten in den Klausuren und demnächst steht mein Umzug nach New Sunset Valley an. Es ist noch so viel bis dahin zu erledigen, so dass ich wohl erst im Dezember oder so für ein verlängertes Wochenende kommen könnte. Ich würde so gerne früher zu Dir kommen, aber es geht einfach nicht.“

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Jason tätschelte ihren Arm. „Na ja, das kann ich schon irgendwie verstehen. Dennoch ist es schade, dass es bislang nie geklappt hat.“

„Fliegst Du denn in den Ferien nicht nach Texas?“

Jason schüttelte den Kopf. „Nein, erst im Spätjahr und ich hoffe, dass dann auch Anna dabei sein kann. Meine Mum ist schon so auf sie gespannt. Und Vicky erst.“

Lächelnd sah Katie ihren Cousin an. „Wie geht es ihr denn?“

„Na ja, den Umständen entsprechend. Aber bisher verläuft die Schwangerschaft ganz gut. Sie macht viele Entspannungsübungen und ist täglich an der frischen Luft.“

Überrascht fragte Katie: „Arbeitet sie denn noch?“

„Na ja, eigentlich ist sie schon in Mutterschutz. Aber sie hilft ab und zu in der Bibliothek aus, wenn Not am Mann ist.“

Neugierig fragte Katie: „Wie weit ist sie denn?“

„Geburtstermin ist in 3 Wochen.“

„Was, schon? Meine Güte, es kommt mir wie gestern vor, seit Vicky bei uns angerufen hatte, um uns die freudige Nachricht mitzuteilen. Weiß sie denn schon, was es wird?“

Überrascht sah Jason seine Cousine an. „Du weißt es gar nicht?“

„Nein, was sollte ich denn wissen?“ Argwöhnisch schaute Katie auf ihren Cousin.

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Dieser strahlte über das ganze Gesicht, als er lächelnd verkündete: „Ich werde Doppel-Onkel, Vicky bekommt ein Zwillingspärchen.“

„WAS? Zwillinge? Mum hatte gar nichts erwähnt und Kyle auch nicht. Aber vielleicht weiß er es auch nicht“, warf Katie entschuldigend ein.

„Doch, doch, ich hatte es Kyle gesagt. Aber er hatte bestimmt gedacht, dass Tante Caroline Dir davon erzählt hatte.“

„Nein, diese Info scheint irgendwo untergegangen zu sein. Aber ich freue mich wirklich für sie. Und Barry ist bestimmt ganz stolz, oder?“

„Na und ob“, lachte Jason.

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Katie hatte sich immer gut mit Jason und Vicky verstanden, zumal ihre Cousine und sie in etwa gleichaltrig waren. Auch nachdem die Geschwister mit ihrer Mutter nach Texas zurückgegangen waren, hatten Kyle und Katie Kontakt zu ihren Cousins gehalten. Katie hatte Vicky das letzte Mal auf deren Hochzeit gesehen und das lag auch schon wieder zwei Jahre zurück. Vicky war gleich nach Abschluss ihres Studiums mit ihrem Jugendfreund zusammengezogen und nur ein Jahr später hatten sie beiden geheiratet. Den Entschluss, nach Aurora Skies zu ziehen, den hatten sie gemeinsam getroffen. Vicky leitete bis zu Beginn ihrer Schwangerschaft die dortige wissenschaftliche Bibliothek. Ihr Mann Barry war in der Forschung tätig und arbeitete in leitender Position für einen großen Pharmakonzern.

„Und meine kleine Cousine war also in China“, brachte Jason das Thema wieder auf Katie. „Erzähl‘ mal, wie es so war.“

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Ausführlich berichtete Katie Jason von ihrer China-Reise und zeigte ihm auch gleich die Bilder dazu.


Der Nachmittag verging wie im Fluge und es dämmerte bereits, als Katie mit Jason in die Küche ging, um das Abendessen zuzubereiten. Während sie die Zutaten für einen Herbstsalat klein schnippelte, bereitete Jason die Torfu-Hotdogs zu, die er und Kyle danach grillen wollten. Und mit einem Male wurde Jason wieder deutlich vor Augen geführt, wie sehr er damals als Junge das Zusammenleben mit den Fairchilds geliebt hatte und wie sehr er es vermisste. Obwohl es ihm in Lucky Palms wirklich gut gefiel, so wusste er schon heute, dass er dort nicht ewig leben wollte, denn es fehlte ihm das Familienleben. Richtigen Anschluss hatte er in seiner neuen Heimat noch nicht wirklich gefunden. Ab und zu traf er sich mit einigen Lehrerkollegen zum Tennis spielen, aber einen richtigen Freund hatte er bislang in Lucky Palms noch nicht. Vielleicht würde sich das ändern, wenn Anna irgendwann zu ihm ziehen würde.

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Während des Abendessens wurde viel erzählt und gelacht. Jeder durfte so seine Anekdoten zum Besten geben. Im Mittelpunkt standen Katies China-Reise und deren baldiger Umzug nach New Sunset Valley sowie auch Jasons Leben in Lucky Palms. Kyle’ s Trip jedoch nach Monte Vista wurde kategorisch ausgeklammert. Keiner der Anwesenden sprach diese Reise an oder erwähnte auch nur ansatzweise Julie und Fabio’ s Hochzeit.

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„Will noch jemand Hotdogs?“, rief Katie den Gästen zu.

Während die anderen dankend verneinten, meinte Kyle: „Also, ich esse noch einen, der ist wirklich sehr lecker.“

„Die hat Jason gewürzt. Ich muss mal fragen, was er da alles reingetan hat. Meine schmecken nie so herzhaft“, sagte Katie, die sich nochmals einen Teller Salat geholt hatte, ehe sie neben ihrem Bruder Platz nahm.

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Währenddessen schaute Caroline nachdenklich nach draußen und ihren beiden Kindern beim Essen zu. Sie war froh darüber, dass Kyle heute Nachmittag das Gespräch mit ihr gesucht und sich für seine gestrigen Vorwürfe entschuldigt hatte. Sie waren übereingekommen, das Thema Anjelica nicht mehr anzusprechen, ehe Trish nicht wieder hier war. Obwohl Kyle nichts davon erwähnt hatte, so vermutete Caroline, dass ihr Sohn Eric aufsuchen würde. Vielleicht ist es aber auch ganz gut so, wenn er es von ihm erfährt. Eric hätte es Trish längst sagen müssen und auch Carlo hat schon viel zu lange geschwiegen. Wenn das mal alles gut geht. Was macht er eigentlich noch immer in Monte Vista? Ist es wegen Anjelica‘s Verletzung, dass sie noch nicht wieder zurückgeflogen sind? Caroline‘ s Gedanken flogen hin und her, während sie immer noch ihre Blicke auf Katie und Kyle gerichtet hielt.

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Caroline hatte ihrem Mann darüber unterrichtet, was sich in Monte Vista zugetragen hatte. Doch Henry hatte dazu gar nichts gesagt und sich seinen Teil gedacht. Er beobachtete seine Enkelin, die gerade mit Jason „Schere, Stein, Papier“ spielte. Jedes Mal, wenn Henry Sheila so sah, dann war er sehr glücklich darüber, dass sie trotz Marlenas frühem Tod zu einem fröhlichen Kind heranwuchs. Auch wenn Caroline ihr die Mutter nicht hatte ersetzen können, so bereute er mit keiner Sekunde, damals mit Kyle die Entscheidung getroffen zu haben, sie bei den Großeltern aufwachsen zu lassen. Sie bedauerten zwar, dass Sheila bislang ihre einzige Enkeltochter war, denn Joan und Meredith hatten je zwei Jungs, aber sie hatten die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Kyle irgendwann wieder eine Frau kennenlernen und mit ihr eine Familie gründen würde. Caroline hatte ihrem Mann erzählt, dass Kyle sich in Trish verliebt hatte und er war überglücklich gewesen, als er davon gehört hatte. Trish war eine fabelhafte junge Frau, die mit beiden Beinen auf der Erde stand, sehr selbstbewusst war und zudem sehr attraktiv. Er hätte nichts einzuwenden, würde sie irgendwann seine Schwiegertochter werden.

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Am späten Abend



Eng aneinander gekuschelt saßen Anna und Jason auf der Couch und lauschten Carol Kings „You’ve got a friend“, der zu ihren Lieblingssongs zählte. Wenn sie wieder einmal die Sehnsucht nach Jason packte, dann legte Anna diese CD ein, die ihr Jason bei einem seiner Besuche geschenkt hatte.

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„Und Du denkst, es könnte klappen?“, fragte Jason und strich ihr sanft eine Strähne aus dem Gesicht.

Anna schmiegte sich noch enger an ihren Freund und meinte: „Mein Chef will sich für mich einsetzen. Er hat mir zwar mitgeteilt, dass er mich nur ungern gehen lassen würde, aber er versteht meine Situation.“

„Na ja, Du bist ja fast schon so etwas wie seine zweite Hand.“

Anna seufzte leicht auf. „Es wird mir sicherlich nicht einfach fallen, irgendwo neu anzufangen. Aber ich denke, es ist auch an der Zeit für eine Veränderung. Irgendwie freue ich mich drauf, wenn das klappen sollte. Wir wären täglich zusammen und würden uns nicht nur alle 4, 6 Wochen sehen.“ Verschmitzt sah sie ihn an, als sie sagte: „Es sei denn, Du willst das gar nicht. Für den Fall sollte ich mir wohl eine eigene Wohnung suchen.“

Entrüstet sah Jason Anna an, ehe er sie fast überfallartig küsste.

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Als er heftig atmend wieder von ihr abgelassen hatte, murmelte er leise: „Ich kann es kaum noch abwarten, Dich täglich an meiner Seite zu haben, mein Schatz. Derzeit bin ich gerade dabei, die Zimmer neu zu streichen und mich von ein paar alten Möbeln zu trennen. Aber mit der Neuanschaffung will ich noch warten, bis Du wirklich da bist und dann sollten wir…“.

Er stockte kurz und es war ihm anzusehen, dass er ihr irgendetwas sagen wollte. „Ähm, ich meine… Also, dass ich Dich irgendwann heiraten will, das steht ja außer Frage. Lieber früher als später. Aber da ist noch etwas, das ich gerne mit Dir besprechen möchte.“

Überrascht schaute sie ihn an, ehe sie etwas zögernd meinte. „Um was geht es?“

Jason atmete einmal kurz durch. „Mein Vermieter möchte das Häuschen verkaufen und hat mich gefragt, ob ich Interesse an einem Kauf hätte. An und für sich gefallen mir das Haus und auch die Lage sehr gut. Finanziell hätte ich auch keine Probleme, habe genug Rücklagen und meine Mum würde im Notfall auch noch etwas beisteuern.“

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Erneut hielt er inne, so dass Anna fast schon ungeduldig fragte: „Und wo liegt dann das Problem?“

„Na ja, ein Problem ist es eigentlich nicht. Das Haus verfügt über ein Gästezimmer und ein weiteres Zimmer, in dem ich mein Büro habe. Es gibt aber die Möglichkeit, anzubauen, falls es zu eng wird.“

Etwas argwöhnisch zog Anna ihre Stirn ein wenig in Falten. „Und was willst Du mir jetzt damit sagen?“

„Okay, Schatz. Also, was ich sagen will, ist folgendes. Ich könnte das Haus zu einem oder auch zwei weiteren Zimmern anbauen lassen…, falls es irgendwann zu klein werden sollte.“

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Anna grinste ihn an, da sie ahnte, was er damit sagen wollte. Noch ehe er fortfahren konnte, fragte sie fast schon atemlos: „Du meinst, falls wir irgendwann Kinder haben werden. War es das, was Du mir sagen wolltest, Jason?“

Mit einem strahlenden Lächeln sah er sie an. „Ja, Anna. Das wollte ich damit sagen. Ich würde gerne deine Meinung darüber hören, ob es sinnvoll ist, in das bestehende Haus zu investieren oder lieber nach einem neuen Haus zu suchen?“

Anna zögerte etwas mit der Antwort, ehe sie erwiderte: „Also, mir gefällt Dein Haus sehr gut und… Na ja, Du hast doch kürzlich selbst gesagt, dass Du nicht ewig in Lucky Palms bleiben möchtest. Und dein Vertrag…“

„…könnte maximal um 2 weitere Jahre verlängert werden“, unterbrach er sie. „Anna, versteh‘ mich nicht falsch. Aber ewig möchte ich nicht in Lucky Palms bleiben.“

„Und wie stellst Du Dir das mit meiner Arbeitsstelle vor? Also, wenn Du nur zwei Jahre oder so hierbleiben willst, ist es dann wirklich sinnvoll, wenn ich meinen Job kündige, um zu Dir zu ziehen?“

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Er hatte sehr wohl das leichte Unbehagen und Unverständnis in ihrer Stimme bemerkt. Als sie plötzlich wortlos aufstand, um in die Küche zu gehen, schaute er ihr irritiert nach. Hatte er etwas Falsches gesagt, was sie eventuell verletzt haben könnte?

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Jason erhob sich ebenfalls und folgte ihr in die Küche. Anna hatte ihm den Rücken zugewandt, während sie einen Waffelteig zubereitete. Entweder sie bemerkte Jason wirklich nicht, der sie nachdenklich ansah oder aber sie ignorierte ihn bewusst.

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„Anna?“, fragte er etwas zögernd.

Als sie jedoch nicht reagierte, trat er hinter sie und legte ihr den Löffel aus der Hand. Er lehnte sich an sie und umfasste ihre Hand, mit dem sie ihren linken Unterarm umklammert hielt.

Leise sagte er: „Anna, so habe ich das nicht gemeint. Entweder habe ich mich völlig falsch ausgedrückt oder Du hast da etwas missverstanden. Mein Vertrag läuft in 5 Jahren aus. Aber ich könnte ihn noch einmal um zwei weitere Jahre verlängern lassen. Nach Ablauf dieser Zeit soll die Planstelle gestrichen werden. Wie es danach weitergeht, weiß ich noch nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, nach Vertragsende Lucky Palms den Rücken zu kehren. Mindestens fünf Jahre würden wir schon noch dort wohnen.“

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Erleichtert atmete Anna auf, während sie sagte. „Tut mir Leid, Jason, ich habe das irgendwie in den falschen Hals bekommen. Also, ich würde sehr gerne in dem Haus bleiben. Die Lage ist ruhig und liegt optimal und wenn man es noch ausbauen kann, dann finde ich das super. Und Kinder möchte ich sowieso erst dann, wenn wir verheiratet sind. Aber allzu viel Zeit möchte ich mir damit auch nicht lassen.“

Jason drehte sie zu sich um und küsste sanft ihre Lippen, während sie ihre Augen geschlossen hielt. „Meinetwegen können wir gleich mit der Kinderplanung anfangen und heiraten können wir in Las Vegas.“

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Entsetzt löste sich Anna aus der Umarmung und stieß hervor: „Das ist aber jetzt nicht Dein Ernst. Du willst in Las Vegas heiraten? Tut mir Leid, Jason, aber ohne mich. Ich habe mir meine Hochzeit anders vorgestellt und nicht so… so… na ja, so unpersönlich und kitschig.“

„Du findest es nicht romantisch, wenn Elvis „Love me tender“ für uns singt?“, schmunzelte Jason.

„Nein, ganz und gar nicht“, behaarte Anna auf ihrem Standpunkt.

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Lächelnd zog er sie wieder an sich. „Das war ein Scherz, mein Schatz. Mir ist es egal, wo wir heiraten werden, Anna. Hauptsache, Du wirst bald meine Frau. Und wann denkst Du, könnten wir über ein Baby nachdenken?“

„Na ja, es würde schon blöde aussehen, wenn ich eine neue Stelle annehmen würde und schon kurz darauf schwanger wäre.“

„Ja, da muss ich Dir Recht geben“, pflichtete Jason seiner Freundin bei.

„Aber spätestens in zwei Jahren würde ich den Kinderwunsch schon gerne umsetzen. Man weiß ja nicht, ob es gleich auf Anhieb klappt.“

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Jason grinste sie an. „Also, bei meinem Dad und meiner Mum hatte es gleich funktioniert. Sie war bereits schwanger, als sie geheiratet hatten, sowie auch Tante Caroline. Die war glaube ich auch schon im 3. Monat oder so.“

„Und Deine Mum?“, fragte Anna neugierig.

„Im 4. Monat, das Kleid hatte gerade noch so gepasst, hatte sie mal erzählt. Auf den Bildern selbst sieht man aber nichts davon, dass ich schon in ihr schlummere.“

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Er hielt kurz inne, ehe er plötzlich fragte: „Wann hast Du eigentlich Deinen Jahresurlaub?“

„Ich hatte Anfang August eingetragen, aber da wusste ich noch nicht, dass ich eventuell die Stelle wechsle.“

„Ach so, dann weißt Du noch gar nicht, wann Du den dann nimmst?“ Eine leichte Enttäuschung konnte Jason nicht verbergen.

„Jetzt warten wir erst einmal ab, ob ich die Stelle überhaupt bekomme und dann sehen wir weiter. Aber warum willst Du das denn wissen?“

„Ich würde Dich sehr gerne endlich meiner Mum vorstellen. Ich habe ihr schon so viel über Dich erzählt, so dass sie kaum abwarten kann, Dich endlich kennenzulernen. Ach, wusstest Du eigentlich, dass Eric Hudson und meine Mum sich kennen?“ erwartungsvoll schaute Jason seine Freundin an.

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„Wirklich?“

„Ja“, nickte Jason zustimmend. „Sie hatten sich durch meine Tante kennengelernt, als sie Tante Caroline in Yale besucht hatte. Dort hatte sie ja auch meinen Dad kennengelernt.“

Sie sprachen noch eine Weile über Kinderplanung und allgemein über die Zukunft, ehe Anna ins Wohnzimmer zurückging und den Tisch für morgen früh deckte, während Jason im Bad seine Zähne putzte.

Plaudernd lagen sie wenig später auf dem Bett, nachdem sie sich noch einmal leidenschaftlich geliebt hatten.

„Hast Du eigentlich nochmal mit Kyle gesprochen?“, fragte Anna leicht schläfrig.

„Ja, er will sich gleich Morgen mit Trish’ s Vater in Verbindung setzen. Ich hatte ihm aufgrund Tante Caroline’ s Reaktion zwar abgeraten, aber ich kann ihn auch irgendwie verstehen, wenn er endlich wissen will, was mit Trish los ist. Und wer wüsste da wohl besser Bescheid als ihr Vater?“

„Und wenn nicht, Jason?“, wandte Anna vorsichtig ein. „Was, wenn es da etwas gibt, was er vielleicht lieber für sich behalten möchte?“

„Und was sollte das sein?“

Seufzend meinte Anna, während er sie neugierig ansah: „Ich weiß es leider auch nicht. Ich habe keine Ahnung, warum sich Trish auch bei mir nicht meldet.“

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„Hm, vielleicht hängt es doch mit dieser Anjelica oder Audrey zusammen. Hat Trish Dir gegenüber je ihre Tante erwähnt?“

Anna drehte sich so, dass sie Jason ansehen konnte. „Nein, das hat sie nicht. Aber genau das verstehe ich nicht. Wenn sie ihr doch so wichtig ist, dann hätte sie Anjelica mir gegenüber doch irgendwann einmal erwähnt. Ich verstehe Trish’ s Verhalten nicht, das so überhaupt nicht zu ihr passt. Na ja, vielleicht kann Eric Kyle wirklich weiterhelfen.“

Jason strich Anna eine widerspenstige Strähne hinters Ohr, ehe er leicht aufseufzte. Etwas irritiert fragte Anna: „Was hast Du, Schatz?“

„Ach, ich habe gerade gedacht, wie schnell das Wochenende schon wieder vorbei ist. Mir kommt es gerade so vor, als wäre ich gestern erst hier angekommen.“

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Anna strich mit ihren feingliedrigen Fingern über Jason’ s Brust und erwiderte ebenso seufzend: „Geht mir auch so. Das Wochenende war wieder viel zu schnell vorbei.“

Jason drückte ihr einen Kuss auf die Wange, ehe er sagte: „ Aber in einer Woche sehen wir uns zum Glück schon wieder.“

„Ich freue mich schon drauf. Hast Du schon einen Plan, was wir in der Woche unternehmen wollen?“

„Jeep, habe ich, wird aber nicht verraten. Lass‘ Dich überraschen, mein Schatz.“

„Na, dann bin ich mal gespannt.“

„Was wäre eigentlich Dein Hauptaufgabengebiet in dieser Firma? Weißt Du schon, was Dich dort so in etwa erwartet und mit wie vielen Kollegen Du zusammenarbeiten würdest?“ Neugierig sah Jason Anna von der Seite an.

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„Wenn ich meinen Chef richtig verstanden habe, dann würde ich mir den Aufgabenbereich mit einer Kollegin teilen. Die ist älter als ich und hat bereits zwei schulpflichtige Kinder.“

„Und was müsstest Du dort machen?“

„Ich wäre rein für die Organisation zuständig. Also Buchen von Flügen, Organisieren der Geschäftsreisen, Betreuung der Kunden usw.“

„Um welche Firma handelt es sich eigentlich?“

Jason legte seinen rechten Arm um Anna und umfasste mit seiner linken Hand die ihrige, während sie sagte: „Die sind auch im Ölgeschäft tätig, haben sich auf Druckpumpen spezialisiert und sind eine der wichtigsten Geschäftspartner Hudson Ltd. Den Geschäftsführer und einen der Aufsichtsratsvorsitzenden kenne ich bereits, den Chef der Firma allerdings noch nicht.“

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„Und die sind in Lucky Palms ansässig?“, wollte Jason neugierig wissen.

„Ja, wenn ich mich recht entsinne, dann war es das große Gebäude gleich neben dem Rathaus.“

„Ach ja, ich glaube, ich weiß, welches Du meinst. Aber das ist ja gar nicht weit weg von mir. Da kannst Du sogar hinlaufen, sind nicht länger als 5 Gehminuten entfernt.“

„Oh, das wäre ja optimal. Jetzt fahre ich ja auch immer mit dem Fahrrad.“

Sie gähnte etwas verhalten, so dass Jason meinte: „Ja, wir sollten endlich schlafen, müssen ja morgen schon wieder früh raus.“

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Sie kletterten beide unter die Bettdecke und kuschelten sich eng aneinander, ehe sie kurz danach auch schon eingeschlafen waren.

Jasons hatte gleich die erste Maschine, die um 6 Uhr nach Lucky Palms ging, gebucht. Somit konnte er aufgrund der Zeitverschiebung noch nach Hause fahren, sich gemütlich fertig machen, um pünktlich um 8 Uhr beim Unterricht zu erscheinen. Aufgrund dessen hatte Anna schon den Waffelteig vorbereitet, so dass sie ihn nur noch backen musste.

Es war eine relativ kurze Nacht, denn um 4 Uhr mussten sie schon wieder aufstehen. Anna würde Jason zum Flughafen fahren und sich anschließend noch ein wenig hinlegen. Sie hatte sich für den morgigen Vormittag frei genommen und musste erst gegen 13 Uhr im Büro erscheinen.



Kapitel 69 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 03.01.2018, 00:28

Hallo zusammen, :winken

weiter geht es mit zwei neuen Kapiteln, zu dem ich wieder viel Spaß beim Lesen wünsche. Ich hoffe, es gefällt Euch.



LG cheli24 (Marga)





Kapitel 69




Ein Geheimnis wird gelüftet




Einige Stunden später


Fast drei Stunden saß Kyle nun schon vor der „Tyrell“-Akte und war noch einmal akribisch alle Zeugenaussagen durchgegangen. Da es erneut ein sehr heißer Tag werden würde, war er schon gegen 6 Uhr aufgestanden. Nach einer ausgiebigen Joggingrunde am Strand und frisch geduscht, hatte er sich sein Frühstück zubereitet. Anschließend hatte Jason angerufen, der wieder gut in Lucky Palms angekommen war. Noch einmal hatte er ihm ins Gewissen geredet, das bevorstehende Gespräch mit Eric Hudson Kyle' s Mutter gegenüber, nicht zu erwähnen. Sie hatten noch eine Weile geplaudert, ehe sich Jason auf den Weg zum Unterricht gegeben und Kyle sich die Akte vorgenommen hatte. Aber letztendlich hatten sie ihm keine neuen Erkenntnisse gebracht. Er konnte sich aber auch nur schwer konzentrieren, da er immer wieder an Jason‘ s Worte denken musste und an das, was er kürzlich von Ethan erfahren hatte.

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Sein Cousin hatte völlig Recht. Wenn er mehr über die Beziehung zwischen Eric Hudson und dessen Schwester in Erfahrung bringen wollte, dann musste er das Gespräch mit Trish‘ s Dad suchen. Kyle wollte endlich wissen, warum Trish ihrer Tante so selbstlos helfen wollte. Es war ihm einfach ein Rätsel, warum ihr Vater dies zuließ.

Kyle hatte Eric Hudson als besonnenen Mann kennengelernt, der zwar schon ein wenig autoritär war, mit dem man aber dennoch sehr gut auskam. Zunächst hatte er gezögert, Eric anzurufen, da er nicht wusste, wie dieser darauf reagieren würde. Eric Hudson hatte sich auch dementsprechend überrascht gezeigt. Kyle solle um 14 Uhr bei ihm sein, hatte er ihn wissen lassen. Er war sogar noch ein wenig zu früh dran gewesen, da er trotz einer Baustelle gut durchgekommen war. Zunächst hatte er bei seinen Eltern einen Kaffee getrunken, ehe er sich auf den rund 15-minütigen Fußweg zum Anwesen der Hudson‘s begeben hatte.

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Angespannt saß Kyle Eric Hudson wenig später gegenüber und trank einen Schluck Kaffee aus seiner Tasse, die ihm Trish’ s Mutter überreicht hatte. Danach war sie sofort wieder gegangen.

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Ohne Umschweife begann Kyle schließlich, sich leicht räuspernd: „Mr. Hudson. Vielen Dank, dass Sie sich so kurzfristig Zeit mich für nehmen…“

„Bitte Kyle, nennen Sie mich doch Eric“, korrigierte ihn Trish’ s Vater sogleich.

Kyle bedankte sich lächelnd. „Vielen Dank.“ Er atmete noch einmal tief ein, ehe er erneut begann: „Okay Eric, ich bin aus einem bestimmten Grund hier und hoffe, Sie können mir weiterhelfen.“

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Sein Gegenüber zog eine Augenbraue nach oben und fragte: „Worum geht’s?“

Kyle schloss kurz die Augen, ehe er sagte: „Ich weiß mir einfach keinen Rat mehr.“

„Es ist wegen Trish. Habe ich Recht?“

Kyle nickte mit dem Kopf. „Ja, unter anderem.“

Aufmerksam musterte Eric seinen Gast, ehe er neugierig fragte: „Auch, wenn es mich nichts angeht, aber ist da etwas zwischen Ihnen und ihr?“ Als Kyle Eric überrascht ansah, lächelte dieser nur und meinte beruhigend: „ Nicht, dass ich etwas gegen eine Verbindung zwischen Ihnen und meiner Tochter einzuwenden hätte. Sie sind ein sehr sympathischer, junger Mann, sehr bodenständig und zudem Henry und Caroline‘ s Sohn. Also meinen Segen hätten Sie.“

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Kyle versuchte sich in einem kleinen Lächeln. „Vielen Dank, Ihr Vertrauen ehrt mich. Eric, ich will nicht um den heißen Brei reden. Ich liebe Trish. Wir hatten ein paar wunderschöne Tage in Monte Vista und ich hatte das Gefühl, dass es ihr genauso geht. Aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.“

Kyle seufzte tief und sah Eric durchdringend an. „Warum macht Trish das? Warum will sie ihrer Tante so bedingungslos helfen? Was hat Carlo gegen Ihre Schwester in der Hand?“ Abwartend hob Kyle seine Arme in die Höhe und schaute Eric an.

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Dieser starrte ihn entgeistert an, so als hätte er sich eben gerade verhört. Schließlich stieß er hervor, in dem er heftig mit den Armen ruderte: „WER? Was haben Sie da gerade gefragt? Entschuldigen Sie Kyle, aber von wem reden Sie eigentlich?“

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Irritiert schaute Kyle ihn an und meinte kleinlaut. „Von Audrey bzw. Anjelica, Ihre Schwester, Eric.“

Kyle spürte auf einmal einen dicken Kloß im Hals. Doch er kam nicht mehr dazu, weitere Fragen zu stellen, da Eric plötzlich sagte: „Kyle, ich habe keine Ahnung, woher Sie Ihre Informationen beziehen. Aber wer hat Ihnen denn das erzählt? Etwa Trish?“

Als Kyle wortlos nickte, fuhr Eric grimmig fort. „Nun, dann hat sie ihr anscheinend doch nicht die Wahrheit erzählt. Aber eigentlich hätte ich als ihr Vater das tun müssen. Wahrscheinlich bin ich genauso feige wie Anjelica. Hören Sie, Kyle. Ich weiß nicht, was man Ihnen sonst noch gesagt hat oder was Sie bereits herausgefunden haben. Aber Anjelica ist...“

Er unterbrach sich tief seufzend, um schließlich fortzufahren: „Sie ist nicht Trish‘ s Tante und sie ist auch nicht meine Schwester.“

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„BITTE? Aber wer ist sie denn dann?“, unterbrach Kyle ihn entsetzt, während sämtliche Farbe aus seinem Gesicht gewichen war.

Müde schloss Eric die Augen, ehe er begann: „Anjelica ist meine Ex-Frau… Trish’ s Mum.“

Fassungslos starrte Kyle den Älteren an und stammelte verwirrt: „I- I- Ihre Ex-Frau, Tri- Trish‘ s Mu- Mutter?“

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Seufzend erklärte Eric: „Wir haben uns scheiden lassen, als Trish 4 Jahre alt war. Maureen ist meine zweite Ehefrau. Anjelica hatte mir das alleinige Sorgenrecht überlassen, nachdem wir zuvor beide vor Gericht erbittert um Trish gekämpft hatten. Ich habe ihre Beweggründe plötzlich aufzugeben, nicht verstanden. Wissen Sie Kyle, wir haben beide nicht immer mit sauberen Mitteln gekämpft. Ich hatte vor Gericht das Argument aufbringen können, dass sie es gewesen war, die mich betrogen hatte. Aber ich hätte sie nicht einfach aus dem Haus werfen und ihr den Umgang mit Trish gerichtlich verbieten lassen dürfen.“

Es war Eric anzumerken, wie unangenehm ihm das Gespräch war, als er plötzlich abbrach. Kyle hatte schon die Befürchtung, er würde einfach aufstehen und gehen. Aber dann fuhr er doch mit bedrückter Stimme fort: „Wir hätten nie heiraten dürfen. Ich habe sie nie wirklich geliebt und sie mich auch nicht. Sie hatte mich nur genommen, weil Carlo sie nicht wollte. Ich habe damals einen unverzeihlichen Fehler begangen und sie somit endgültig in Carlo‘ s Arme getrieben. Wissen Sie, wie das ist, wenn alle Bescheid wissen, nur der eigene Ehemann nicht?"

Er wartete keine Antwort ab und gab sich diese selbst. „Nein, das können sie nicht wisssen. Aber es ist ein beschissenes Gefühl. Das einzige, was wir wirklich gut hinbekommen haben, war Trish. Ich hatte 8 Jahre nichts von ihr gehört und hatte nicht gewusst, dass Maureen hinter meinem Rücken Kontakt mit Anjelica aufgenommen hatte. Sie können sich denken, wie sauer ich gewesen war, als ich es durch Zufall erfahren hatte.“

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Gespenstische Stille war eingetreten, in der man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Kyle hatte mit einigem gerechnet, hatte sich schon die unmöglichsten Dinge ausgemalt. Aber das hier übertraf es bei Weitem. Anjelica war Trish’ s Mum? Er schnappte nach Luft und sah Eric ratlos an: „Warum hat sie mir das nicht gesagt?“

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Dieser zuckte mit den Schultern und erwiderte: „Ich vermute, dass sie es gar nicht wusste, Kyle. Wahrscheinlich hat Anjelica es ihr gar nicht gesagt oder erst viel später. Es tut mir sehr Leid. Hatten Sie denn in den letzten Tagen Kontakt zu Trish?“

Resigniert schüttelte Kyle den Kopf. „Ich habe nichts mehr von ihr gehört, seit ich aus Monte Vista zurück bin. Sie hat ihr Handy ausgeschaltet und beantwortet auch keine meiner Mails. Was soll ich denn nur machen?"

„Kyle, was genau ist in Monte Vista passiert?“

Schließlich berichtet ihm Kyle grob, was sich in Monte Vista ereignet hatte. Er berichtete ihm auch von dem mysteriösen Todesfall und auf die Schüsse, die Unbekannte auf Anjelica abgefeuert hatten. Er ließ kein Detail aus und erzählte Eric auch von der Auseinandersetzung, die er mit Carlo Vincenti gehabt hatte.

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Eric hatte Kyle kein einziges Mal unterbrochen. Doch für jemanden, der Eric gut kannte, waren die bebenden Nasenflügel sowie die Stirn, die er während Kyle‘ s Ausführungen immer wieder ihn Falten gezogen hatte, ein sicheres Zeichen, das es in seinem Inneren zur Explosion gekommen war. Es dauerte auch eine ganze Weile, bis er sich einigermaßen wieder unter Kontrolle hatte. Mit wachen Augen sah er den Jüngeren an und sagte schließlich: „Anjelica kann sehr überzeugend sein, wenn sie daraus Vorteile ziehen kann. Aber eines weiß ich sicher. Sie liebt Trish und würde sie nie wissentlich in Gefahr bringen. Dennoch habe ich kein gutes Gefühl bei der ganzen Sache. Ihr sind alle Mittel und Wege Recht, wenn es um ihren eigenen Kopf geht. Ich vermute, dass Carlo ihr helfen wird. Aber er macht nichts ohne irgendeine Gegenleistung. Die beiden hassen und lieben sich, für Außenstehende nur schwer zu verstehen. Ich bin im Laufe unserer Ehe nicht dahinter gekommen, warum sie so aufeinander fixiert sind.“

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Es blieb eine Zeitlang ruhig und jeder hing seinen Gedanken nach. Eric wollte Kyle nicht beunruhigen, aber er ahnte, was Carlo in etwa vorhatte. Doch auch er konnte nicht wissen, wie weit Vincenti gehen würde, um sich an Anjelica zu rächen. Schließlich fragte Eric neugierig: „Wie wollen Sie denn jetzt vorgehen, was wollen Sie unternehmen, Kyle?“

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Aufmerksam musterte er den jungen Mann, während dieser resigniert den Kopf schüttelte und schließlich meinte: „Ich habe keine Ahnung. Welche Möglichkeiten habe ich denn schon? Wahrscheinlich wird Carlo sie abschirmen, wenn sie wieder da sind. Ich werde vermutlich keine Gelegenheit haben, mit Ihrer Ex-Frau zu reden. Wenn ich nur wüsste, was Carlo plant.“

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Eric seufzte tief. „Nun, das kann ich Ihnen sagen. Er wird Anjelica die besten Anwälte besorgen und sie außer Landes schaffen. Es wird schwer werden, an Anjelica oder Trish heranzukommen, wenn er sie abschirmen lässt. Carlo verfügt über die besten Kontakte, kennt die hiesigen Anwälte und Richter und nennt diese seine Freunde. Was glauben Sie wohl, warum man ihm nie etwas anhängen konnte?“

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Plötzlich fiel es Kyle wie Schuppen von den Augen und er glaubte zu wissen, wer hinter dem Einbruch im Labor und dem Diebstahl in der Asservatenkammer steckte.

Wenig später verabschiedete sich Kyle und ließ Eric mit seinen Gedanken alleine zurück. Hätte ich doch nur auf Maureen gehört. Ich hätte es Trish sagen müssen. Oh mein Gott, hoffentlich ist es noch nicht zu spät. Wenn Du meinem kleinen Mädchen etwas antust, dann bringe ich Dich um, Carlo. Du miese Ratte.

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Am späten Abend


Kyle saß vor seinem Computer und starrte auf die leere Textseite. Eigentlich hatte er am heutigen Montag noch schnell seinen Abschlussbericht, der sich mit den Vorkommnissen in Monte Vista befasste, eintippen und ihm den Polizeipräsidenten schicken wollen. Eigentlich. Kyle seufzte auf. Der Bericht sollte schon längst fertig geschrieben sein, aber es gelang ihm einfach nicht, sich auf diesen Text zu konzentrieren.

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Schließlich gab er es auf und zog seinen Stuhl zum Geländer hin, um es sich darauf bequem zu machen. Nachdenklich starrte er auf das Meer, auf dem sich vereinzelt einige Boote befanden. In der Regel handelte es sich um Krabbenfischer, die um diese Uhrzeit aufs Meer hinaus fuhren.

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Seine Gedanken beschäftigten sich immer noch mit dem, was er von Trish’s Vater erfahren hatte. Das Gespräch hatte ihn fast umgehauen, denn er hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit dem. Nun konnte er auch Trish’s Beweggründe verstehen, wenngleich er ihr Handeln nicht begreifen konnte. Warum tat sie das, war sie ihr wirklich so viel Wert, dass sie dafür…?

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Kyle schluckte, denn er mochte sich die möglichen Konsequenzen gar nicht ausmalen. Was sollte er nur tun? Er wollte Antworten auf die vielen Fragen, die er hatte. Was hast Du nur vor, Trish? Wenn Du Dich doch wenigstens bei mir melden würdest. Erkläre es mir, damit ich es verstehe. Du kannst doch nicht einfach vergessen haben, wie glücklich wir in Monte Vista waren. Die Pläne, die wir hatten. Trish, melde Dich doch bitte bei mir. Du fehlst mir, ich vermisse Dich so sehr!

Es war zum Verzweifeln. An wen sollte er sich denn wenden? Fabio und Julie befanden sich immer noch auf Hochzeitsreise und das Gespräch mit Carlo suchen, das konnte er vergessen. Er würde ihn niemals anhören. Es half alles nichts, er musste warten, bis Trish wieder hier war.



Kapitel 70 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 03.01.2018, 00:29

Bitte auch vorheriges Kapitel beachten!



Kapitel 70




Wetterumschwung




Mittlerweile lag die Geburtstagsfeier Kyle’s und Sheila’s schon wieder einige Zeit zurück. Anna hatte vor ein paar Tagen die Zusage aus Lucky Palms erhalten. Nach dem überaus positiven Vorstellungsgespräch und ihrem einwöchigen Kurzurlaub bei Jason, hatte sie Eric Hudson schließlich mitgeteilt, die Stelle annehmen zu wollen. Auch, wenn er ihren Entschluss sehr bedaure, freue er sich dennoch für sie und Jason, hatte Trish‘ s Vater sie wissen lassen. Gemeinsam hatten sie schließlich die Vorstellungsgespräche geführt und drei Kandidatinnen in die engere Wahl gezogen, ehe sie sich schließlich für Dorothy Midway entschieden hatten. Anna kannte die 30-jährige noch aus ihrer Schulzeit, die zudem sehr gute Referenzen vorweisen konnte. Mit Eric hatte sich Anna daraufhin verständigt, Dorothy noch einzuarbeiten, ehe sie im November nach Lucky Palms ziehen und zum 1. Dezember ihre neue Stelle antreten würde.

Katie war mittlerweile nach New Sunset Valley gezogen und hatte sich dort schon gut eingelebt. Mit ihrer Mitbewohnerin Megan war sie oft unterwegs und auch an der Uni hatte sie schon ein paar Freunde gefunden. Ihr Mr. Right jedoch ließ noch auf sich warten. Sie war aber auch nicht auf der Suche und genoss ihr Single-Dasein. Zu Kevin hatte sie nach wie vor noch Kontakt, sie skypten regelmäßig und trotz der Trennung hatte sich zwischen ihnen eine sehr gute Freundschaft entwickelt. Auf der Uni gefiel es ihr ebenfalls sehr gut und auch die neue Umgebung war traumhaft, so dass Katie in Erwägung zog, nach dem Studium in New Sunset Valley zu blieben. Ihr kleines Häuschen in Bridgeport wollte sie vorläufig vermieten.

Auch im Hause der Vincentis hatte sich einiges getan. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus den Flitterwochen hatte der Geschäftsführer einer Carlo’s Baufirmen einen Herzinfarkt erlitten und drohte längere Zeit auszufallen. Da Fabio mit den Geschehnissen dort vertraut war, hatte er nicht lange gezögert, nach dem Rechten zu sehen, als ihn Carlo darum gebeten hatte. Julie, die ihre Stelle mittlerweile gekündigt hatte, war mit ihm schließlich nach Starlight Shores geflogen, um ihn zu unterstützen. Nach den ersten Erkenntnissen würden sie wohl etwas länger bleiben, wie er seinem Onkel nach einem ersten Lagebericht, mitgeteilt hatte.

Im Leben Sophia DeMarco‘ s war es ebenfalls turbulent zugegangen. Nachdem Enzo seiner Tochter mitgeteilt hatte, dass Craig sich von ihm hatte kaufen lassen, wenn er dafür Sophia verlasse, war sie zutiefst von ihm enttäuscht, nach Paris abgeflogen, um dort ihr Studium fortzusetzen. Sie hatte nicht ahnen können, dass ihr Vater sie schamlos belogen hatte, nur um den verhassten Freund der Tochter endlich loszuwerden. Hätte sie es jedoch zu jenem Zeitpunkt geahnt, hätte sie Craig so schnell nicht aufgegeben und nach ihm suchen lassen. Enzo schien alles bis ins kleinste Detail geplant zu haben. Allerdings hatte er nicht mit der Entschlossenheit der Gegenseite gerechnet. Das Spiel, das beide Seiten gewählt hatten, war gefährlich. Aber damals hatten sie nicht wissen können, wie gefährlich es letztendlich werden würde. Hätten sie eher davon Kenntnis gehabt, wären vielleicht einige Dinge später nicht so sehr aus dem Ruder gelaufen. Enzo’s Plan, Craig in Monte Vista beseitigen zu lassen, war nicht aufgegangen. Noch ehe seine Männer an dem kleinen Häuschen angekommen waren, um es in Schutt und Asche zu legen, hatte sich Craig schon aus dem Staub gemacht. Auch Enzo‘ s diversen Recherchen an den nahegelegenen Flughäfen hatten ihm zu keinen neuen Erkenntnissen verholfen. Offensichtlich hatte sich Craig unbekannt irgendwo abgesetzt. Solange er nicht nach Bridgeport zurückkommen würde, interessierte es Enzo nicht. Sophia würde ihr Medizinstudium in Paris beenden, danach wollte er sie mit Jean-Claude, dem Sohn eines guten Freundes, zusammenbringen. So war zumindest sein Plan.


Aber auch für Trish hatte sich viel verändert. Anjelica hatte sich gleich nach ihrer Ankunft in Bridgeport erneut einer Operation unterziehen müssen, da die Rückenschmerzen, unter denen sie seit dem Attentat gelitten hatte, schlimmer geworden waren. Aber sie würde wieder vollständig genesen. Das hatte der behandelnde Arzt Trish und Carlo versichert. Derzeit erholte sie sich in Carlo‘ s Haus, was ihr eigentlich gegen den Strich ging. Aber das war Carlos Bedingung gewesen, so konnte er sie besser unter Kontrolle halten. Da Trish ihre Mutter nicht hatte alleine lassen wollen, war sie ebenfalls zu Carlo gezogen.

Ungern dachte Trish an jenen Tag zurück, als sie ihren Vater mit der Wahrheit konfrontiert hatte. Er hatte sich fürchterlich aufgeregt und war mit seiner Tochter in einen unerbittlichen Streit geraten, nachdem er erfahren hatte, was in Monte Vista passiert war. Trish‘ s Vorwurf, dass auch er sie jahrelang belogen und ihr die leibliche Mutter vorenthalten hatte, war an ihm abgeprallt wie ein Schmetterball beim Tischtennis.

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Auch Maureen hatte nicht zwischen Vater und Tochter vermitteln können. Als Trish ihm schließlich mitgeteilt hatte, vorrübergehend zu Carlo zu ziehen, um Anjelica nach der OP beistehen zu können, war es zum endgültigen Bruch gekommen. Eric hatte ihr angedroht, sie aus dem Haus zu werfen, sollte sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen. Entsetzt und traurig zugleich hatte sie ihn mit verheulten Augen angestarrt. So hatte sie ihren geliebten Dad noch nie erlebt.

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Schweren Herzens und zutiefst enttäuscht, hatte Trish schließlich ihre Koffer gepackt und sich am nächsten Morgen unter Tränen von Maureen verabschiedet.

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In der Hoffnung, ihren Vater doch noch umstimmen zu können, hatte sie einen letzten Vorstoß gewagt. Doch er hatte sich weiterhin unnachgiebig gezeigt und ihr Verrat an der eigenen Familie vorgeworfen. Sie wäre für ihn gestorben und solle sich nie mehr bei ihm blicken lassen, waren seine letzten Worte gewesen.

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Verbittert hatte Trish schließlich ihr Elternhaus verlassen. Im Stillen hatte sie geahnt, dass ihr Vater ihr dies nie verzeihen würde und doch hatte sie bis zuletzt gehofft.

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*******


Nachdenklich stand Trish am Fenster des Gästezimmers, das ihr Carlo zugewiesen hatte. Mittlerweile hatte der Herbst Einzug gehalten. Die Tage wurden kürzer und es war auch merklich kühler geworden. Von Kyle hatte sie nichts mehr gehört, auch hatte er nicht mehr versucht, sie anzurufen. Von Maureen jedoch, mit der sie Kontakt hielt, hatte sie erfahren, dass er gestern von einem mehrtätigen Seminar, das in New York stattgefunden hatte, zurückgekommen war. Der Gedanke an ihn schmerzte immer noch sehr. Aber sie konnte es drehen und wenden, wie sie wollte, sie kam aus dieser Geschichte nicht mehr heraus. Carlo hatte ihr mitgeteilt, dass er in den nächsten eineinhalb Wochen alles Weitere veranlassen wollte. Unmittelbar danach könne Anjelica das Land unbehelligt verlassen. Trish kannte die Gründe nicht, die dazu geführt hatten, dass alle Anklagepunkte gegen sie gegenstandlos und fallen gelassen geworden waren. Sie wollte es auch nicht wissen. Obwohl sie anfangs tief enttäuscht von Anjelica gewesen war, so hatte sich in den letzten Wochen ein tiefes Band zwischen Mutter und Tochter gebildet. Sie hatte in Monte Vista sehr viel und häufig über Anjelica nachgedacht und sich gefragt, ob sie es nicht vielleicht tief in ihrem Inneren geahnt hatte. Ihre Mutter hatte ihr viel von damals erzählt, auch dass Trish erst 4 Jahre alt gewesen war, als sie die Familie verlassen hatte. Trish hatte nur sehr vage Erinnerungen von früher. Es tauchten zwar immer wieder mal Bilder in ihrer Erinnerung auf, aber es gelang ihr nicht, sie zuzuordnen. Sie hatte sich in den vergangenen Tagen oft gefragt, warum ihr Anjelica von Anfang an so vertraut gewesen war. Ohne Zweifel, trotz alledem liebte sie ihre Mutter und sie hatte auch Tante Audrey geliebt, auch wenn sie nicht erklären konnte, weshalb das so gewesen war. Ihr Entschluss stand aber unwiderruflich fest. Sie würde alles tun, was in ihrer Macht stand, um Anjelica zu helfen. Auch, wenn sie dafür auf Kyle verzichten musste.

Ihren Vertrag bei der Bridgeport Tribune hatte sie nach einem Gespräch mit ihrem Chef in ein freiberufliches Arbeitsverhältnis abändern lassen. Wie sie von Mindy erfahren hatte, war Billy vor einem Monat nach New Sunset Valley gezogen, um dort seine neue Arbeitsstelle anzutreten. Trish fühlte sich mit einem Male alleine. Alle Menschen, die ihr etwas bedeuteten oder bedeutet hatten, waren entweder weg gezogen und im Begriff zu gehen oder hatten sie belogen und hintergangen. Aber am meisten schmerzte es sie, Kyle verloren zu haben. War es das wirklich wert gewesen, für Anjelica‘ s Freiheit auf ihre große Liebe zu verzichten? Sie hatte keine Antwort darauf, aber sie spürte, dass nichts mehr so sein würde wie es einmal gewesen war. Zuviel hatte sich seitdem zugetragen. Spätestens in zwei Wochen würde sie ein neues Leben beginnen. Ein Leben, von dem sie nicht wusste, wohin es sie führen und wie sie es meistern würde. Mit einem Mann, den sie nicht liebte und nie lieben würde. Warum war nur alles so kompliziert? Warum hatte sie nicht auf Kyle gehört, ihm alles erzählt? Auch, wenn Anjelica sie belogen hatte, was ihre wahre Identität betraf, aber sie hätte sie niemals im Stich lassen können. Unvergessen war die Angst, die sie um Anjelica ausgestanden hatte, ebenso die Angst, sie erneut zu verlieren. Sie kannte zwar Carlos Beweggründe nicht, aber sie vermutete, dass es etwas in ihrer gemeinsamen Vergangenheit geben musste, dass er letztendlich so handeln wollte. Musste?

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Nur ein Zimmer weiter saß Anjelica vor ein paar Papieren, die ihr Carlo zur Unterschrift vorgelegt hatte. Im Grunde genommen hatten die beiden sich nun gegenseitig in der Hand. Keiner würde den anderen hintergehen können, um nicht selbst sein eigenes Grab zu schaufeln. Nur noch 14 Tage, dann konnte sie hier ihre Zelte für immer abbrechen. Sie machte sich zu keiner Zeit Gedanken, was sie Trish damit antun würde. Vielleicht würden die beiden ja sogar glücklich werden. Ja, diese Gedanken hatte sie wirklich, wenngleich sie auch nicht unbedingt damit rechnete. Trish war ihr ähnlicher, als sie gedacht hatte und erinnerte sie so manches Mal an sich selbst. Anjelica wusste von dem Verhältnis zwischen Trish und Kyle, aber war guter Dinge, dass Trish das meistern würde.

Im Spiegel sah ihr immer noch eine sehr attraktive Frau entgegen, der man die 46 Jahre nicht ansah. Sie dachte gar nicht daran, sich an Carlos Spielregeln zu halten und hatte schon Maßnahmen mit ihrem Geschäftspartner getroffen. Carlo würde sich noch wundern, so einfach würde sie sich nicht abschieben lassen. Sie konnte die Zeit gar nicht mehr abwarten, bis sie hier endlich verschwinden konnte. Noch einmal las sie sich die Papiere durch. Die Klausel, die Carlo noch hinzugefügt hatte, gefiel ihr ganz und gar nicht. Sie würde dann in Kraft treten, wenn sie sich nicht an die Abmachung halten würde. Ein Klopfen riss sie schließlich aus ihren Gedanken. Carlo trat ein und kam auf sie zu.

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Er musterte sie von Kopf bis Fuß und fragte: „Hast Du die Papiere unterzeichnet, meine Liebe?“

„Ich habe es mir gerade noch einmal durchgelesen. Die Klausel gefällt mir nicht. Warum bestehst Du darauf?“

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„Das muss Dich doch nicht mehr interessieren. Du hast das, was Du wolltest. Es überrascht mich nicht, dass Du dem Plan zugestimmt hast. Du hast ja auch weit weniger zu verlieren. Aber ich warne Dich. Wenn Du Dich nicht an die Abmachung hältst, dann werde ich darauf bestehen. Hast Du das Deiner Tochter auch gesagt? Nein, wahrscheinlich nicht. Du denkst ja nur an Dich. Es ist Dir völlig egal, was aus Trish wird.“

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„Rede mir nicht ein, ich wäre eine schlechte Mutter“, giftete sie. „Das bin ich nicht und das weißt Du auch. Die Umstände haben es nicht anders gewollt. Glaubst Du wirklich, mir fällt es leicht? Ich liebe Trish und werde sie immer lieben. Ich warne Dich, Carlo. Wenn Du ihr wehtust, dann werde ich mein Schweigen brechen. Auch auf die Gefahr hin, alles zu verlieren.“

Kalt lächelnd sah Carlo sie an. „Nein, das glaube ich nicht. Du liebst doch nur Dich selbst. Warum habe ich das früher nicht bemerkt? Für Deine Freiheit opferst Du die eigene Tochter. Keine liebende Mutter würde so etwas tun.“

Wütend fuhr sie ihn an: „Das musst gerade Du sagen. Du wirfst mir vor, ich sei eine Lügnerin? Dann schau‘ mal in den Spiegel. Wie lange …?“

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„Ich halte mich nur an unsere gegenseitige Abmachung und das solltest Du auch tun, Jelica“, unterbrach er sie zischend. „Macht es Dir wirklich nichts aus, dass ich Deine Tochter…? Bist Du wirklich so kalt geworden?“, provozierte er sie weiter.

Wortlos nahm sie den Stift in die Hand und unterzeichnete die Papiere. „Hier, bewahre sie gut auf. So und jetzt habe ich Hunger. Kommst Du mit?“ Sie erhob sich und sah Carlo abschätzend an, ehe sie noch anmerkte: „Ich denke, Du wirst schon gut für sie sorgen.“

Kalt lächelnd sah Carlo sie an. „Ich kenne Dich zu gut, mein Schatz. Also, mache Dir nichts vor. Es ist Dir keineswegs gleichgültig. Aber letztendlich bist Du daran selbst Schuld. Ich hatte Dich schließlich gewarnt, nicht nach Monte Vista zu kommen. Aber Du wolltest ja nicht hören.“

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Verächtlich giftete sie ihn an. „Du denkst also, Du kennst mich? Dann sei Dir mal nicht so sicher. Es wäre nicht das erste Mal, dass Du den kürzeren siehst. Schon vergessen, wer mir all das beigebracht hat? Eigentlich müsste ich Dir dafür dankbar sein. Aber es ist mir egal, was Du denkst, was Du tust. Du glaubst gar nicht, wie froh ich sein werde, Dich bald nicht mehr sehen zu müssen.“

„Ich muss Dir nicht helfen, Jelica. Aber Du selbst hast die Ratten aus ihrem Loch geholt und ich muss Dir nicht sagen, was das bedeutet. Du hast Dich mit den falschen Leuten eingelassen und somit sitzen wir im gleichen Boot.“

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Erneut fuhr sie ihn an: „Rede mir nicht ein, ich wäre Schuld an allem. Wer sagt mir denn, dass Du das nicht alles forciert hast? Nur, um mich gefügig zu machen.“

„Glaubst Du wirklich, es war Zufall, dass man auf Dich geschossen hat? Man hat auch meiner Familie und mir gedroht. Ich musste sogar Fabio und Julie in ihren Flitterwochen unter Bewachung stellen lassen. Du konntest es nicht sein lassen, nicht wahr? Warum Jelica? Warum bist Du zu ihm gelaufen? Wolltest Du Dich an mir rächen?“

Fahrig presste sie hervor: „I- I- Ich weiß nicht, was Du meinst. Kümmere Dich lieber um Deine schwangere Bettgespielin.“

Carlo musterte sie aufmerksam. „Bist Du etwa eifersüchtig?“

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Höhnisch lachte sie auf. „Das hättest Du wohl gerne. Ist mir doch egal, mit wem Du ins Bett gehst. Aber Du bist Deiner Linie treu geblieben.“

„Meine Liebe, Du bist eine schlechte Schauspielerin. Ich habe Dich beobachtet, als ich Romina geküsst hatte. Du warst eifersüchtig, aber das würdest Du nie zugeben. Du und ich, wir hatten eine wunderschöne Zeit und wir hätten glücklich werden können, wenn Du nicht so machtbesessen geworden wärst.“

Angewidert schnauzte sie ihn an: „Was glaubst Du wohl, von wem ich das habe? Spiel jetzt nur nicht den Verständnisvollen und mime den Ahnungslosen. Diese Schmierenkomödie kauft Dir niemand ab, Carlo. Es wundert mich nur, dass Du scheinbar nichts dazugelernt hast.“

Zischend meinte Carlo: „Auch wenn es Dich nichts angeht, Jelica. Ich hatte im letzten Jahr eine schwere OP und kann keine Kinder mehr zeugen.“

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Lange und durchdringend sah er sie an, während sie seinem Blick standhielt. Trotz all der Jahre hatten sich seine Gefühle für sie nie geändert. Gerade jetzt in diesem Moment wurde ihm das wieder einmal bewusst. Aber konnte er vergessen, was sie ihm angetan hatte? Nein, das konnte er nicht. Es war zu viel zwischen ihnen kaputt gegangen.

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Anjelica löste schließlich den Blick von ihm und ging zur Tür. „Kommst Du mit runter?“ Er nickte und gemeinsam gingen sie nach unten.

Trish war bereits im Esszimmer, als Carlo und Anjelica dazu kamen. Während er sich mit Trish über das Wetter unterhielt, ging Anjelica derweil in die Küche und bereitete einen Herbstsalat zu. Die ganze Nacht hatte es geregnet und im Moment zog gerade ein Gewitter auf. Aber im Haus war es angenehm warm. Carlos luxuriöses Anwesen hatte nicht nur einen offenen Kamin, sondern verfügte auch über eine Fußbodenheizung.

Nachdem sie den Salat zubereitet hatte, ging sie damit zur Theke, an der auch schon Carlo und Trish saßen. Während dem Essen sprach keiner ein Wort. Nur das Klappern der Gabeln und das Grollen des Donners war zu hören.

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Nachdem sie das Geschirr in die Spülmaschine geräumt hatten, begaben sich ins angrenzende Wohnzimmer.
Anjelica sah beide an und fragte: „Und seid Ihr schon aufgeregt? Schließlich heiratet man nicht alle Tage. Wann wollt Ihr eigentlich Eure Hochzeit verkünden? Offiziell habt Ihr ja noch nicht einmal Eure Verlobung bekannt gegeben.“ Ein krampfhaft gespieltes Lächeln zierte ihr Gesicht.

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Carlo schaute auf Anjelica und erwiderte: „Ich werde es heute Abend bei der alljährlichen Wohltätigkeitsveranstaltung bekannt geben“.

„Wollt Ihr denn im großen Rahmen heiraten?“ Neugierig sah sie Trish und Carlo an.

„Es werden nur Fabio und Julie, zwei, drei meiner Geschäftspartner und natürlich Du anwesend sein. Aber nach unseren Flitterwochen wird es noch eine große Party geben.“

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Carlo setzte sich zusammen mit Trish auf die Couch, während Anjelica auf der anderen Couch Platz nahm. Sie sah die beiden an und fragte: „Und wohin geht es in die Flitterwochen, wenn ich fragen darf?“

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„Nach Sunlite Tides, ich habe dort ein Ferienhaus. Da werden wir ungestört sein. Nicht wahr, mein Schatz?“

Anzüglich sah er Trish bei seinen Worten an, was diese fast erschaudern ließ. Ihr Herz zog sich zusammen, als sie an die kleine Insel in der Karibik dachte. Diese hatte sie mit Kyle besuchen wollen, nun würde sie mit Carlo dorthin fliegen. Nur mühsam konnte sie die ansteigenden Tränen zurück drängen. Wie hatte sie sich nur darauf einlassen können? Carlo zog Trish zu sich und legte seinen Arm um ihre Schultern.

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Während seine Finger mit ihren seidenen Haaren spielten, beobachtete er Anjelica‘ s Reaktion. Als er ihr entsetztes Gesicht sah, grinste er innerlich. Er hatte es gewusst, denn sie konnte sich, was ihn betraf, nur sehr schwer verstellen.

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Mit Genugtuung nahm er ihre offensichtliche Eifersucht zur Kenntnis. Besitzergreifend legte er seinen freien Arm um Trishs Taille und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. Weiter ging er jedoch nicht. Er wusste, er musste es behutsam angehen. Trish musste erst Vertrauen zu ihm fassen. Anjelica sollte jedoch nie erfahren, dass er nicht vorhatte, Trish sich in irgendeiner Weise sexuell zu nähern. Dazu liebte er sie zu sehr und würde in ihr immer Anjelica’ s kleine Tochter sehen. Seine kleine Principessa, die er damals so abgöttisch geliebt hatte.

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Er bemerkte ihr leichtes Unbehagen und ließ ihre Taille wieder los. Leise murmelte Trish: „Ich habe noch etwas wichtiges zu erledigen. Bitte entschuldigt mich.“

„Ist Dir nicht gut, Du siehst etwas blass aus?“

Trish lächelte gequält. „Ich habe schlecht geschlafen, vielleicht liegt es daran. Mach‘ Dir keine Sorgen, Carlo. Es ist wirklich nichts.“ Sie sah ihn dabei jedoch nicht an.

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Damit stand sie auf, um nach oben in ihr Zimmer zu gehen. Anjelica hatte dies mit Interesse verfolgt und meinte mit Genugtuung, während sich ihr Gesicht gehässig verzogen hatte: „Das war wohl nichts, Carlo. Du wirst Dich anstrengen müssen, sie ins Bett zu bekommen. Sie ist nicht dumm.“

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„Mach Dir darüber keine Gedanken. Ich habe es Dir schon einmal gesagt, Du bist eine schlechte Schauspielerin, Jelica. Du würdest etwas darum geben, an ihrer Stelle zu sein. Ein Jammer, dass ich nicht mehr an Dir interessiert bin.“ Worte, an die er selbst nicht glaubte.

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Wortlos stand Anjelica auf, um in ihr Zimmer zu gehen. Sie hatte genug gesehen und gehört. Wie gebannt hing Carlo‘ s Blick an ihr, während er sich wünschte, die Zeit zurückdrehen zu können. „Sie ist Dein Schicksal und Du ihres“, kam es ihm plötzlich wieder in Erinnerung. Es war schon so lange her und doch wusste er, dass sie Recht behalten hatte. Er würde nie von Anjelica loskommen, dazu verband die beiden viel zu viel.

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Ein paar Stunden zuvor



„Charly, das geht leider nicht. Ich habe meinen Eltern schon versprochen, sie zu begleiten. Sie haben bereits einen Tisch reservieren lassen.“ Entschlossen hatte Kyle Charlenes Einladung ignoriert, sie auf die Wohltätigkeitsveranstaltung zu begleiten. Er würde mit seinen Eltern und Sheila dorthin gehen. Man würde sich ja so oder so sehen, hatte er Charlene wissen lassen.

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„Ja aber, Ihr könnt doch trotzdem an unserem Tisch sitzen. Wir haben noch genügend Platz.“

Noch ehe sie jedoch weiter reden konnte, unterbrach er sie leicht gereizt. „Mein Vater hat das alles geregelt und ich will ihm da nicht in den Rücken fallen.“

„Ich rufe ihn an und sage es ihm. Das ist kein Problem, Kyle“, warf Charlene hastig dazwischen.

„Nein, Du wirst ihn nicht anrufen, außerdem ist er nicht zuhause“, entgegnete er bemüht, nicht aus der Haut zu fahren.

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Doch Charlene gab sich so schnell nicht geschlagen. „Na schön. Aber wir könnten ja nach der Veranstaltung noch ein wenig tanzen gehen. Was hältst Du von der Idee?“

„Tanzen?“, kam es gedehnt über Kyle' s Lippen. „Du willst anschließend noch in die Disco? Tut mir Leid, aber dann musst Du alleine gehen. Ich fahre meine Eltern und Sheila nach Hause.“

„Aber die können doch auch mit dem Taxi fahren.“

Kyle atmete kurz tief durch und beschloss, darauf nicht einzugehen und das Gespräch zu beenden. „Es hat gerade an der Abschlusstür geklingelt“, log er. „Wir sehen uns dann heute Abend. Bis dann.“ Noch ehe sie etwas darauf erwidern konnte, wischte er mit seinem Daumen über die „Beenden“-Taste seines Smartphones.

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Er spürte kein Verlangen, auf diese Veranstaltung zu gehen. Wahrscheinlich würden auch die Hudsons dort sein und Trish war nun wirklich die allerletzte, die er sehen wollte. Noch immer war er nicht darüber hinweg, so schamlos von ihr belogen worden zu sein. Waren die heißen Küsse, die leidenschaftlichen Nächte mit ihm in Monte Vista nur ein kleiner Zeitvertreib, ein Spaß für eine verwöhnte Milliardärstochter gewesen? Er konnte es einfach nicht fassen. Die Tatsache, dass sie alle seine SMS, Mails und Anrufe ignoriert hatte und stattdessen zu Carlo gezogen war, hatte sich wie ein Schlag ins Gesicht angefühlt.


Es war gegen Mittag und noch einmal zeigte sich der Herbst in seiner schönsten Pracht. Wahrscheinlich das letzte Mal, dass er draußen auf dem Liegestuhl liegen konnte. Der Wetterdienst hatte für den späteren Nachmittag unwetterartigen Regen vorausgesagt. Er stellte sich den Liegestuhl ans Geländer, so dass er den Blick aufs Meer hatte.

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Ungewollt musste er erneut an Trish denken. Noch zweimal hatte er versucht, sie zu kontaktieren, nachdem sie wieder in Bridgeport angekommen war. Aber sie hatte offensichtlich ihre Handynummer geändert und anscheinend auch eine neue E-Mail-Adresse. Da sie sich nach wie vor nicht bei ihm gemeldet hatte, war er es schließlich Leid gewesen, hinter ihr her zu rennen. Er wollte sie nur noch schnell möglichst vergessen. Vorbei sein Traum, mit ihr an seiner Seite ein neues Leben zu beginnen und vielleicht irgendwann eine Familie mit ihr zu gründen. Er liebte sie immer noch, trotz allem, was sie ihm angetan hatte. Das würde sich so schnell auch nicht ändern, solange seine Gedanken weiterhin um sie kreisten und er nachts von ihr träumte. Am liebsten würde er mit Sheila fortgehen und anderswo neu anfangen. Charlene hatte sich nach seiner Rückkehr liebevoll um ihn gekümmert, ohne ihm aufdringlich zu erscheinen. Unter Tränen hatte sie sich bei ihm entschuldigt und auch ihre Fehler eingeräumt, nachdem er sie mit den Vorkommnissen während seiner Abwesenheit konfrontiert hatte. Lange hatten sie sich darüber unterhalten und Charlene hatte versprochen, sich zu ändern. Auch bei Katie hatte sie sich für ihr Verhalten entschuldigt. Nur Katie war im Gegensatz zu Kyle nicht von Charlenes verändertem Verhalten überzeugt gewesen, als er mit seiner Schwester telefoniert und sie darüber unterrichtet hatte. Er seufzte lauf auf. So wie sich Charlene vorhin gerade wieder verhalten hatte, musste er seiner Schwester Recht geben. Warum konnte sie ein „Nein“ nicht akzeptieren? Zumal er keine Lust verspürte, mit ihr Tanzen zu gehen.


Enttäuscht und angesäuert starrte Charlene immer noch auf ihr Handy und wollte nicht wahrhaben, dass Kyle das Gespräch zwischen ihnen so abrupt beendet hatte. Sie hatte sich so auf den Discobesuch mit ihm gefreut und konnte seine Absage nicht verstehen. Seine Eltern können doch auch mit dem Taxi fahren. Kyle, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ich werde Dich schon irgendwie rumkriegen. Wir werden einen unvergesslichen Abend miteinander verbringen und anschließend werde ich in Deinen Armen einschlafen. Du hast mir so gefehlt, mein Schatz.

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Sie trat ans Wohnzimmerfenster und sah durch die getönten Scheiben auf das Meer, das sehr unruhig war und nahendes Gewitter ankündigte. Sie hätte alles dafür gegeben, wäre sie endlich die Frau an Kyle‘ s Seite, nachdem sie mit Genugtuung registriert hatte, dass Trish Hudson zu Carlo Vincenti gezogen war. Die Nebenbuhlerin war sie also schon einmal los. Allerdings hatte sie sich auch gefragt, was diese wohl dazu bewegt haben könnte, mit einem wesentlich älteren Mann, der ihr Vater hätte sein können, zusammenzuziehen. Und solch ein Flittchen wollte die Frau an Kyles Seite werden, dachte sie verächtlich. Niemals würde sie das zulassen. Nun war sie an der Reihe, sich einen der begehrtesten und attraktivsten Männer Bridgeports zu angeln. Und sie würde nicht locker lassen. Sie gehörte an Kyle Seite und keine andere. Heute Abend würde sie das schwarz-rote Paillettenkleid mit dem tiefen Ausschnitt anziehen, Kyle würden die Augen ausfallen. Ein Kribblen überkam sie, als sie an ihre Begegnung vor ein paar Wochen dachte. Wie er ihr in den Ausschnitt gestarrt hatte, als er sie begrüßt hatte. Mit Wohlwollen hatte sie bemerkt, dass er kaum den Blick von ihren Brüsten hatte abwenden können. Letztendlich hatte sich der Aufwand der Brustvergrößerung gelohnt. Gleich anschließend wollte sie noch schnell zu ihren Eltern fahren, um sich unter das Solarium zu legen, dass sie sich gekauft hatte. Da in ihrer Wohnung jedoch kein Platz war, hatte sie es bei ihren Eltern deponiert. Schon lange hatte sie einen Umzug in eine größere Wohnung in Augenschein gefasst, wollte nun aber erst abwarten, ob sich nicht an Kyles Seite eine andere Option ergab.

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Fast zwei Stunden hatte Kyle auf der Liege gelegen und geschlafen. Erst durch den kalten und zum Teil auch stürmischen Wind war er schließlich aufgewacht. Nachdem er sich etwas zu Essen gemacht hatte, begann er, die Terrasse aufzuräumen. Er hatte noch etwas mehr als zwei Stunden dafür Zeit. Dabei dachte er noch einmal an das Gespräch mit Charlene. Wie konnte man nur so hartnäckig sein? Er würde doch seine Eltern und Sheila nicht mit dem Taxi zurückfahren lassen… Was denkt sie sich eigentlich dabei?

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Er beschloss, sich keine weiteren Gedanken mehr darüber zu machen und machte sich an die Arbeit. Als erstes brachte er die Malstafette und sein Laufband in sein Schlaf- und Arbeitszimmer. Danach klappte er die Liegestühle zusammen, deren Polster er zuvor in einer Plane verstaut hatte und stellte diese in die kleine Abstellkammer. Als letztes kam der Whirlpool dran. Von einem Freund hatte er die Überdachung bekommen, die man direkt über den Whirlpool stellen konnte und die vor allem Wind- und Wetterfest war. Er zurrte das dünne Stahlseil an den Metallhaken fest, die sich den Platten der Terrasse befanden. Anschließend prüfte er den Halt und auch den der Markise, die er nur ein wenig ausgefahren hatte. Er war gerade mit allem fertig geworden, als der Himmel seine Schleusen öffnete. Es goss aus Strömen und von den Bergen hörte man das Grollen des Donners.

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Kurz danach


Frisch geduscht, rasiert und angezogen betrat Kyle wenig später das Wohnzimmer. Er ging ans Fenster und sah dem Regen zu, der unaufhörlich auf die Erde nieder prasselte. Immer wieder zuckten Blitze am Himmel, während ein paar Fischer ihre Boote an Land brachten und fest verankerten. Der Himmel hatte sich dunkel verfärbt, obwohl es nicht einmal 16 Uhr war.

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Nachdenklich sah Kyle dem Treiben zu, der Spätsommer war nun unwiderruflich vorbei. Gerade noch rechtzeitig hatte er seine Terrasse geräumt, während der Whirlpool sicher unter dieser Abdeckung war. So könnte er ihn künftig benutzen, selbst wenn es regnen sollte. Aber der Wetterdienst hatte für die kommende Tage noch kältere Temperaturen vorhergesagt, auch Schnee solle bis in die tiefen Lagen fallen. Recht früh für Ende Oktober, aber auch nichts Ungewöhnliches an der Ostküste.

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Er sah auf seine Uhr, es war Zeit loszufahren, wenn er pünktlich um fünf bei seinen Eltern sein wollte. Gemeinsam würden sie dann mit Sheila zum Astoria Tower fahren, in dem die Veranstaltung um 19 Uhr stattfand. Wehmut kam auf, als Kyle an sein erstes Date mit Trish dachte. Sie hatten einen wunderschönen Abend verbracht und schon da war ihm relativ klar geworden, dass sie etwas Besonderes war. Warum nur hatte sie ihn so hintergangen? Tief atmete er ein, er wollte nicht mehr an sie erinnert werden und wahrscheinlich hatte Trish ihn schon längst vergessen.

Hätte er jedoch geahnt, dass es der Wahrheit ganz und gar nicht entsprach, dann hätte er vermutlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sie aus Carlos Dunstkreis zu bringen.





Kapitel 71 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Simsi68 » 03.01.2018, 19:14

Hallo Marga! :winken02

Uuuuups, jetzt aber flott! :tippen02 Ich werde mich aber pro Kapitel nun kürzer fassen. Ich hoffe, das ist auch ok.



Zu Deiner Frage in Deiner Kommentar-Beantwortung:
Heißt Elena so?
Nein, Elena nicht. Sie heißt Adams mit Nachnamen. Eliot, der Butler, heißt mit Nachnamen Lockwood.

So, jetzt aber zu den nachfolgenden Kapiteln:

Zu Kapitel 65:

Ach, wie herzlich Katie und ihre Mama miteinander umgehen. Das ist wirklich schön zu sehen! :verliebt:

Tja, da ist Katie auch sprachlos, als sie erfährt, dass Charlene bei ihrer Mutter angerufen hat! Dieses unverfrorene Biest! :teufel1

Ach, toll! Die anderen Schwestern kommen gar nicht zur Geburtstagsfeier! Das ist ja mal wieder typisch.
:meckern
(Obwohl ich mir denken kann, warum. Spieltechnisch, ne…)

Ich fand es auch schön, als Mutter und Tochter darüber sprachen, wie Caroline mit Henry zusammen kam. Warum sollte ein Kind das auch nicht wissen? Aber ich glaube, solche Gespräche sind eher selten zwischen Mütter und Töchter.

Als Katie meinte, Kyle hätte das zurückhaltende von seinem Dad: Ich kann mich sehr gut an den Rückblick erinnern – mit Kyle und Marlena… Er hat wirklich alles daran gesetzt, an Marlena ran zu kommen.
Aber bei Trish wollte er es eben langsam angehen lassen. Vor allem aber, weil sie die erste Frau nach Marlena war, die er wirklich wollte und die ihm etwas bedeutete.


* - * - * - * - * - * - * - * - * - *

„Audrey war allerdings wenig begeistert davon, dass sich Trish anscheinend mit diesem Cop traf.“
Schon klar, er könnte schließlich ihre Pläne zunichte machen. Aber dass Trish diesen Cop liebt, ist ihr ja egal. :schimpfen

Aha, und nun steht ein Treffen zwischen Audrey und Carlo an…



Zu Kapitel 66:

Ohoooooh, bei diesem Treffen kommt es zu einem saftigen Streit zwischen Audrey und Carlo. So saftig, dass Audrey Carlo eine ordentliche Ohrfeige verpasst. Donnerwetter!
Sie wälzen Erinnerungen an damals, an längst vergangene Zeiten. Mit Wehmut, aber auch mit anderen gemischten Gefühlen.
Diese Hass-Liebe zwischen den beiden ist echt der Wahnsinn! Ich denke es mir immer wieder.

Ach, und dann als Trish naht, spielt Audrey Theater. Und Trish macht sich mal wieder furchtbare Sorgen! Irgendwie ja klar.

Und dann das Gespräch zwischen Trish und Audrey – oder Anjelica? Egal…
Aber nun ist Trish total verwirrt, kann sich keinen Reim darauf machen, warum sie das alles nicht schon viel früher erfahren hat und kommt sich auch ziemlich ausgenutzt vor, was verständlich ist.

Damals im Sims 3-Forum wusste ich nicht, was Anjelica Trish erzählt hat, jetzt weiß ich es allerdings.

Arme Trish! So etwas zu erfahren kurz bevor… Nein, ich halt jetzt besser die Klappe. Ich verrate nichts, für den Fall, dass es hier stille Leser gibt. Jedoch wäre es wirklich schön, wenn ihr euch „outen“ würdet, indem ihr euch hier im Forum registriert und ein kleines Feedback abgebt. Wir würden uns wirklich riesig darüber freuen! :klatschen1

Weiter im Text...
Als Trish dann alleine in ihrem Zimmer auf dem Bett liegt, denkt sie an Kyle. Meine Güte, wie soll das nur weiter gehen?!


Wieder ein Rückblick: Carlo und Anjelica. Carlo hätte wohl ein Bär werden sollen, so behaart wie der ist, wie?! :lachen

Heheeee, die Gruppen-Kegel über ihren Köpfen, hast du wohl vergessen zu deaktivieren, ehe du die Bilder gemacht hast.



Zu Kapitel 67:

Süß, wie Sheila sich an ihren über alles geliebten Daddy klammert. Ja, Sheila ist alles, was Kyle von Marlena geblieben ist. Und er liebt seine Tochter abgöttisch. Das sieht man immer wieder ganz deutlich.

Oh, und dann bekam sie so ein tolles Geburtstagsgeschenk von Kyle.

Gott, wie nervig diese Charlene doch ist!!! Hat ihm schon den ganzen Anrufbeantworter vollgequatscht.

Ah, und jetzt wird gefeiert! Sheila´s Geburtstag! 8 Jahre ist die Kleine nun schon. Der Hammer!
Ooooch, so tolle Geschenke hat sie von allen bekommen! Alle haben sich abgesprochen und ihr zusammenhängende Geschenke gemacht, wirklich toll!


„Doch just in dem Augenblick, als die Geburtstagsgesellschaft mit dem Essen beginnen wollte, zog sich eine dunkle Wolke vor die Sonne.“
Oh, das Sims-Zeit-Problem wieder, ne… Es ist wohl zu schnell Abend geworden. :grins

Hihi, und später laufen Josh und Sheila Rollschuh. Schön, wie super die beiden sich verstehen!
Auch durfte das Hot Dog-Wettessen nicht fehlen!

Ach, was hatte diese Geburtstags-Gesellschaft für einen tollen gemeinsamen Tag!

Tja, und natürlich gab es auch ernsthafte Gespräche zwischen Katie und Anna, aber auch zwischen Kyle und Jason… Und das Gespräch zwischen Kyle und seiner Mutter, welches ihm wieder keinen Erfolg, sondern beiden nur Frust brachte. :augen:



Zu Kapitel 68:

Anna und Jason… Die beiden gehören einfach zusammen – in jeder Lebenslage. Anders kann man es sich gar nicht mehr vorstellen!

Und dann folgte ein schöner entspannter Nachmittag bei Katie…

Torfu-Hotdogs… Ööööhm ja, eigentlich heißt das ja „Tofu“ und 2. Igitt, ich hab einmal vor Jahren versehentlich Tofu-Grillwürstchen im Supermarkt erwischt. Die waren einfach nur grässlich. Pfui Teufel! :kotz

Oh, das erste kleine Missverständnis zwischen Anna und Jason. Aber das kann überall mal vorkommen. Aber glücklicherweise kann es schnell wieder aus dem Weg geräumt werden.



Zu Kapitel 69:

Oh, und nun ist Kyle bei Eric Hudson, Trish´s Vater.
Doch was er da zu hören bekommt, damit hat er nicht gerechnet! Und er erfährt alles von Eric. Jedoch umgekehrt auch.
Ja, das alles hat mich damals auch aus den Socken gehoben, als ich das Kapitel zum ersten mal gelesen habe! :kopf:

Kyle tut mir echt leid. Ihn so verzweifelt und traurig zu sehen ist wirklich hart!
:weinen3:


Zu Kapitel 70:

Oh, Anna hat die Stelle bekommen! Schön!
Und Katie ist nach New Sunset Valley gezogen.

Enzo DeMarco… Dieses Aas! Lügt seine Tochter bezüglich ihres Freundes an und plant, sie später mit einem anderen Typen zusammen zu bringen! Boah… :kotz

Na, und dann auch noch der Streit zwischen Trish und ihrem Vater… Tja, vielleicht wäre vieles anders gekommen, hätte Trish schon lange die Wahrheit gekannt, nämlich dass Anjelica ihre Mutter und nicht ihre Tante ist. aber dafür ist es ja jetzt zu spät. :durchdrehen
Ohoooooh, so harte Worte von Eric seiner Tochter gegenüber?! Das ist hart! Klar, dass Trish ihren Vater so nie kannte! :weinen2

Trish möchte also immer noch Anjelica helfen, ihr Wort halten (und ich weiß ja, worum es dabei geht), auch wenn sie dafür auf Kyle verzichten muss.
Ich weiß nicht… Das kann ich irgendwie nicht verstehen. Sie liebt Kyle! Und Anjelica ist „jemand“, die sie Jahre lang angelogen hat und sie jetzt mit Carlo zusammen ins Verderben bringen möchte!!! Oh mein Gott! :durchdrehen Nein, das ist was, was ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Trish hätte sich aus dem Staub machen sollen, so lange sie es noch gekonnt hätte, z.B. als Anjelica ihr endlich gnädiger Weise die Wahrheit erzählt hat. Sie hätte mit Kyle glücklich werden können! Aber so… :weinen1
Ich glaube, Trish ist in dieser Hinsicht zu selbstlos. Ich dagegen würde was dieses Thema betrifft mehr an mich selbst und an den Mann, den ich liebe, denken.

Sie fragt sich selbst:
„War es das wirklich wert gewesen, für Anjelica‘ s Freiheit auf ihre große Liebe zu verzichten?“ Ich hätte sofort eine Antwort für sie parat: nämlich NEIN, das ist es sicherlich nicht wert. Niemand wird ihr jemals dafür danken. Anjelica wird sich absetzen und sie – Trish – wird unglücklich vor sich hin vegetieren. :kopf: :weinen3: :weinen1 :weinen2

Das kann ich mir nur zu gut vorstellen, dass sich Anjelica keinerlei Gedanken darüber machte, was sie Trish damit antut. Das war so klar! Boah, was für eine verdammte Egoistin!!! :schimpfen

Die Worte von Carlo sind sowas von wahr:
„Für Deine Freiheit opferst Du die eigene Tochter. Keine liebende Mutter würde so etwas tun.“ Da kann ich ihm diesmal nur zustimmen!


Kyle…
Schon wieder diese nervige Schnepfe, die Kyle gerade am Telefon nervt. Ohje, Kyle hat echt ein Engels-Geduld mit der doofen Kuh. Ich hätte die nicht! Ganz ehrlich…

Trish geht ihm nicht aus dem Kopf; er muss dauernd an sie denken. Klar, nach diesen schönen Nächten und sonstigen Stunden mit ihr in Monte Vista…


„Er wollte sie nur noch schnell möglichst vergessen.“ Vergessen? So einfach wird das nicht funktionieren, Kyle! :kopf:

„Charlene hatte versprochen, sich zu ändern.“ Die und sich ändern?! Dass ich nicht lache! Sorry für meinen Sarkasmus, aber ich kann nicht anders. :bla :bla :bla

So so, Charlene wollte erst abwarten, ob sich nicht an Kyles Seite eine andere Option ergab, bevor sie alleine in eine größere Wohnung zog. Ja, Charlene… Träum weiter! :bla :bla :bla

Oh, schick hat sich Kyle zum Ausgehen gemacht! :lechz:


Tja…
„Hätte er jedoch geahnt, dass es der Wahrheit ganz und gar nicht entsprach, dann hätte er vermutlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sie aus Carlos Dunstkreis zu bringen.“ Ja, hätte er es geahnt! Aber leider leider hat er das nicht. :kopf:


So, das war jetzt aber ein ordentlicher Kommentier-Marathon, aber das waren wieder wirklich tolle Kapitel! Text, alles in allem wieder super geschrieben und mit tollen vielsagenden Bildern versehen! :daumenhoch2
Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02
Und da ich nicht mehr genau weiß, wie es weiter geht, bin ich gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf! :klatschen2 :klatschen1

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: SdV Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 15.01.2018, 02:12

Hallo zusammen, :winken

bevor es weitergeht, erst noch zu Astrid' s Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe. :hug02



Hallo Astrid!
:winken

Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Hallo Marga! :winken02 Uuuuups, jetzt aber flott! :tippen02 Ich werde mich aber pro Kapitel nun kürzer fassen. Ich hoffe, das ist auch ok.
Das ist völlig okay, gerade wenn es so viel auf einmal ist. Und so nebenbei, sooooo kurz sind die Kommentare gar nicht.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Zu Deiner Frage in Deiner Kommentar-Beantwortung:
Heißt Elena so?
Nein, Elena nicht. Sie heißt Adams mit Nachnamen. Eliot, der Butler, heißt mit Nachnamen Lockwood.

Ah, okay. Dann war es der Butler. Ich habe den Namen aus "California Clan", eine der unzähligen US-Soaps, die ich damals gesuchtet hatte. Vielleicht kommt auch daher mein Faible für vielschichtige Storys, mit mehreren Charakteren und Handlungssträngen. Ich glaube, das habe ich mir davon abgeschaut. Das siehst Du ja aktuell auch bei "Willow Creek". Da werde ich wohl demnächst auch so eine kleine Charakterenvorstellung machen müssen.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Ach, toll! Die anderen Schwestern kommen gar nicht zur Geburtstagsfeier! Das ist ja mal wieder typisch.[/color][/b] :meckern (Obwohl ich mir denken kann, warum. Spieltechnisch, ne…)
Richtig erkannt. Bei Sims 3 hatte ich nie mit Mods gespielt, weder Overwatch, Twallan und wie die alle heißen. Letztendlich auch nicht dieser "mehr als 8 Personen im Haushalt"-Mod. Ich weiß gar nicht mehr, wie der heißt. Damals kannte ich mich noch nicht mit diesen Package-Dateien aus, wie man diese entpackt und auch die Script-Mods. Das habe ich erst alles durch Sims 4 erfahren und gelernt. Aber auch da gehe ich sparsam mit Mods um wie z. B. den MC Command Center. Dazu gehört ja auch noch dieser Whicked Sims-Mod, den ich aber noch nicht benutzt habe.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Ich fand es auch schön, als Mutter und Tochter darüber sprachen, wie Caroline mit Henry zusammen kam. Warum sollte ein Kind das auch nicht wissen? Aber ich glaube, solche Gespräche sind eher selten zwischen Mütter und Töchter.

Ja, das glaube ich auch. Aber Katie ist Caroline sehr ähnlich und diese war schließlich auch kein Kind von Traurigkeit. Da kommen solche Gesprächsthemen schon eher vor.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Als Katie meinte, Kyle hätte das zurückhaltende von seinem Dad: Ich kann mich sehr gut an den Rückblick erinnern – mit Kyle und Marlena… Er hat wirklich alles daran gesetzt, an Marlena ran zu kommen. Aber bei Trish wollte er es eben langsam angehen lassen. Vor allem aber, weil sie die erste Frau nach Marlena war, die er wirklich wollte und die ihm etwas bedeutete.
Genau und Du kennst bestimmt auch noch Marlena' s Reaktionen zu Kyle' s ständigen Annäherungsversuchen. Wie oft hatte sie ihn abblitzen lassen? Den gleichen Fehler wollte er bei Trish nicht machen. Sicher, beim Flirt im Büro, da hatte er dies kurzfristig ausgeklammert und ist wieder zur Höchstform aufgelaufen. Aber Trish' s Beruf und ihre grenzenlose Neugierde haben ihn zur Vorsicht gerufen. Außerdem wollte er auch nicht, dass sie sich dadurch in Gefahr begibt. Da haben zwei Herzen in Kyle' s Brust geschlagen.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Ohoooooh, bei diesem Treffen kommt es zu einem saftigen Streit zwischen Audrey und Carlo. So saftig, dass Audrey Carlo eine ordentliche Ohrfeige verpasst. Donnerwetter! Sie wälzen Erinnerungen an damals, an längst vergangene Zeiten. Mit Wehmut, aber auch mit anderen gemischten Gefühlen. Diese Hass-Liebe zwischen den beiden ist echt der Wahnsinn! Ich denke es mir immer wieder.

Ähm, ja. :grins Aber Dir fehlt noch ein wenig an Hintergrundwissen. Aber, wenn dann der Rückblick kommen wird, wirst Du so manches besser verstehen.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Aber nun ist Trish total verwirrt, kann sich keinen Reim darauf machen, warum sie das alles nicht schon viel früher erfahren hat und kommt sich auch ziemlich ausgenutzt vor, was verständlich ist.


Es war ein Schlag ins Gesicht, als sie die Wahrheit erfahren hat. Das kannst Du Dir denken. Immerhin ist sie jahrelang davon ausgegangen, dass Audrey/Anjelica ihre Tante ist.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Arme Trish! So etwas zu erfahren kurz bevor… Nein, ich halt jetzt besser die Klappe. Ich verrate nichts, für den Fall, dass es hier stille Leser gibt. Jedoch wäre es wirklich schön, wenn ihr euch „outen“ würdet, indem ihr euch hier im Forum registriert und ein kleines Feedback abgebt. Wir würden uns wirklich riesig darüber freuen! :klatschen1

Na ja, ich glaube eher, da fällt Weihnachten und Ostern zusammen. :weinen3: Schade, aber da kann man leider nichts machen. Solange Du noch mitliest und kommentierst, werde ich nicht aufhören und umgekehrt wird es wohl auch so sein. Mir macht das Schreiben und Spielen nach wie vor Spaß, auch wenn ich nicht immer die Zeit dazu habe, zumal jetzt auch mein baldiger Urlaub vor der Tür steht. :freu1
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Wieder ein Rückblick: Carlo und Anjelica. Carlo hätte wohl ein Bär werden sollen, so behaart wie der ist, wie?! :lachen

Hahaha, ja, sieht wohl so aus. :lachen: Aber ich finde, es passt zu ihm. Allerdings hatte ich für Carlo zunächsten einen anderen Sims, da er ursprünglich in die Rolle eines Fieslings a la "JR" schlüpfen sollte. Aber beim weiteren Storyverlauf hatte es einfach nicht mehr gepasst und es musste ein charismatischer Sims her, der attraktiv ist, gütig sein kann, aber auch trotzdem etwas "fieses" an sich hat. Wenn Du den "jungen" Carlo mit dem dann späteren "älteren" Carlo vergleichst, wird Dir vielleicht auffallen, dass er doch ein wenig anders aussieht. Die Nase ist z. B. anders, aber die wurde ihm bei einem Boxkampf gebrochen. Ja, irgendwie muss ich das ja erklären. :lol: Bei Henry dagegen bemerkt man sofort, dass der "junge" und der "alte" die gleichen Sims sind.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Heheeee, die Gruppen-Kegel über ihren Köpfen, hast du wohl vergessen zu deaktivieren, ehe du die Bilder gemacht hast.

Du wirst lachen, ich wusste nicht, wie ich die weg bekomme und wenn ich ehrlich bin, weiß ich das immer noch nicht. :confus1 Wie bekommt man die den weg? :confus2 Ich nehme einmal an, dass es einen Cheat dafür gibt.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Süß, wie Sheila sich an ihren über alles geliebten Daddy klammert. Ja, Sheila ist alles, was Kyle von Marlena geblieben ist. Und er liebt seine Tochter abgöttisch. Das sieht man immer wieder ganz deutlich.

Richtig, sie ist sein Ein und Alles. Er würde nie zulassen, dass ihr irgendjemand etwas antun würde. Sie wird für ihn immer an erster Stelle stehen. Ein stummes Versprechen, dass er am Grab an Marlena gesendet hatte.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
„Doch just in dem Augenblick, als die Geburtstagsgesellschaft mit dem Essen beginnen wollte, zog sich eine dunkle Wolke vor die Sonne.“Oh, das Sims-Zeit-Problem wieder, ne… Es ist wohl zu schnell Abend geworden. :grins


Die Aktionen habe einfach so lange gedauert. Ich habe zwar schon früh angefangen, aber Du weißt ja selbst, wie lange es dauert, bis man die passenden Bilder hat. :roll: Da kann auch schon mal ein zweiter Sims-Tag drauf gehen.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Tja, und natürlich gab es auch ernsthafte Gespräche zwischen Katie und Anna, aber auch zwischen Kyle und Jason… Und das Gespräch zwischen Kyle und seiner Mutter, welches ihm wieder keinen Erfolg, sondern beiden nur Frust brachte. :augen:

In dieser Hinsicht kann er seine Mutter einfach nicht verstehen. Es ist aber auch nicht einfach, da er ihre Beweggründe nicht kennt und was genau die Beiden verbindet. Fakt ist, dass Caroline die Einzige der Familie ist, die mit Carlo spricht und auch hinter ihm steht.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Anna und Jason… Die beiden gehören einfach zusammen – in jeder Lebenslage. Anders kann man es sich gar nicht mehr vorstellen!


Ich finde auch, dass die Beiden sehr gut zusammen passen. Außerdem wollte ich auch für Anna einen festen Partner an ihrer Seite, so wie ich das auch bei Katie möchte. Na, schauen wir mal, was die 2. Staffel bringen wird.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Oh, das erste kleine Missverständnis zwischen Anna und Jason. Aber das kann überall mal vorkommen. Aber glücklicherweise kann es schnell wieder aus dem Weg geräumt werden.


Nun ja, sie war ein wenig irritiert, was man ihr nicht verdenken kann. Fälschlicherweise ist sie von einem anderen Zeitraum ausgegangen, als Jason ihr mitgeteilt hatte, nicht immer in Lucky Palms bleiben zu wollen. Das war ein kleines Missverständnis. Es wäre ja auch Unsinn, ihren geliebten und gut bezahlten Job bei Eric aufzugeben, um für zwei Jahre nach Lucky Palms zu ziehen. Aber Jason hatte sie ja dann aufgeklärt und somit ist auch wieder alles gut.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Doch was er da zu hören bekommt, damit hat er nicht gerechnet! Und er erfährt alles von Eric. Jedoch umgekehrt auch. Ja, das alles hat mich damals auch aus den Socken gehoben, als ich das Kapitel zum ersten mal gelesen habe! :kopf:

Na ja, ich glaube, es gab ein oder zwei, die in diese Richtung gedacht hatten. Aber wenn man die Hintergründe nicht kennt. Ursprünglich hatte ich den Rückblick in einem fortschreiben wollen. Jedoch hätte ich damit schon zu viel verraten. Ich hatte dann hin- und herüberlegt, wie ich das am Besten machen könnte und mich schließlich für Step-to-Step entschieden. Somit kommte die ganze Wahrheit erst in der Nachfolgestaffel ans Licht. Und ich bin jetzt schon auf Deine Reaktion gespannt. :grins
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Und Katie ist nach New Sunset Valley gezogen.


Ja, zusammen mit Megan. Jedoch wird man diese nicht sehen, da ich einen Zeitsprung machen werde.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Enzo DeMarco… Dieses Aas! Lügt seine Tochter bezüglich ihres Freundes an und plant, sie später mit einem anderen Typen zusammen zu bringen! Boah… :kotz


Ja, so ist er eben, kalt und rücksichtslos. Aber vielleicht lebt Craig ja auch gar nicht mehr. Halloooooo, ich kann doch nicht alle am Leben lassen.
:grins
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Ohoooooh, so harte Worte von Eric seiner Tochter gegenüber?! Das ist hart! Klar, dass Trish ihren Vater so nie kannte! :weinen2

Okay, auch wenn dieser Rückblick mit Anjelica und Eric hier erst noch kommt, so kennst Du ja den Ausgang. Du weißt ja, warum Eric Carlo so sehr hast und was der Auslöser dafür war. Wahrscheinlich kannst Du Eric' s Reaktion dann auch verstehen. Von Trish nun zu hören, dass diese vorläufig zu Carlo zieht, um ihrer Mutter beistehen zu können, hatte das Fass bei Eric überlaufen lassen. Diesen Verrat kann er Trish nicht verzeihen und außerdem kann er sehr jähzornig sein, das weißt Du sicherlich auch noch. Letztendlich hatte es so kommen müssen.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Ich weiß nicht… Das kann ich irgendwie nicht verstehen. Sie liebt Kyle! Und Anjelica ist „jemand“, die sie Jahre lang angelogen hat und sie jetzt mit Carlo zusammen ins Verderben bringen möchte!!! Oh mein Gott! :durchdrehen Nein, das ist was, was ich nicht so ganz nachvollziehen kann. Trish hätte sich aus dem Staub machen sollen, so lange sie es noch gekonnt hätte, z.B. als Anjelica ihr endlich gnädiger Weise die Wahrheit erzählt hat. Sie hätte mit Kyle glücklich werden können! Aber so… :weinen1 Ich glaube, Trish ist in dieser Hinsicht zu selbstlos. Ich dagegen würde was dieses Thema betrifft mehr an mich selbst und an den Mann, den ich liebe, denken.

Ich weiß, dass das schwer nachvollziehbar ist. Warum macht man so etwas? Sagen wir es so, Anjelica hat die Gabe, Menschen in ihren Bann ziehen zu können. Sie ist sehr charismatisch und sich ihrer Attraktivität durchaus bewusst, obwohl sie im Gegenzug kalt und rücksichtlos sein kann. Ein Pendant zu Carlo, sie steht ihm in nichts nach, eigentlich haben die Beiden sich gesucht und gefunden. Aber Anjelica war nicht immer so und schon gar nicht hatte sie dies vor Trish gzeigt, wenn sie sie zu den Geburtstagen besucht hatte. Ihr blieb nichts anderes übrig, als sich vor Trish als Tante auszugeben, denn Eric hätte alles daran gesetzt, ihr den Umgang mit Trish zu verbieten. Sie musste es geheim halten, niemand durfte erfahren, dass sie hin und wieder nach Bridgeport kam, denn das wäre ihr Todesurteil gewesen. Mal eine Frage am Rande: wer trachtet Anjelica nach dem Leben? :sittich
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Sie fragt sich selbst: „War es das wirklich wert gewesen, für Anjelica‘ s Freiheit auf ihre große Liebe zu verzichten?“ Ich hätte sofort eine Antwort für sie parat: nämlich NEIN, das ist es sicherlich nicht wert. Niemand wird ihr jemals dafür danken. Anjelica wird sich absetzen und sie – Trish – wird unglücklich vor sich hin vegetieren. :kopf: :weinen3: :weinen1 :weinen2


Ja, das ist richtig. Aber zu dem Zeitpunkt kann sie noch nicht wissen, was sie später erfahren wird.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Die Worte von Carlo sind sowas von wahr: „Für Deine Freiheit opferst Du die eigene Tochter. Keine liebende Mutter würde so etwas tun.“ Da kann ich ihm diesmal nur zustimmen!


Hm, hat er es auch so gemeint? Ich weiß, ich selbst stelle Carlo ja so dar, wie er Euch erscheint. Aber ist er wirklich so?
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Schon wieder diese nervige Schnepfe, die Kyle gerade am Telefon nervt. Ohje, Kyle hat echt ein Engels-Geduld mit der doofen Kuh. Ich hätte die nicht! Ganz ehrlich…

Ich muss die "Beziehung" der Beiden in der 2. Staffel noch einmal überarbeiten. Es ist schwer zu verstehen, weshalb er nicht einmal mit ihr Klartext redet und sich immer wieder einlullen lässt. :roll:
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
„Charlene hatte versprochen, sich zu ändern.“ Die und sich ändern?! Dass ich nicht lache! Sorry für meinen Sarkasmus, aber ich kann nicht anders. :bla :bla :bla

Das Schlimme daran ist, er glaubt das wirklich. Ihm ist einfach nicht zu helfen! Dem gehört einmal in den Hintern getreten. Aber keine Sorge, er hat liebe Menschen um sich, die ihn einfach nur glücklich sehen wollen und alles daran setzen, dass es auch so sein wird. :herz2
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Tja… „Hätte er jedoch geahnt, dass es der Wahrheit ganz und gar nicht entsprach, dann hätte er vermutlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sie aus Carlos Dunstkreis zu bringen.“ Ja, hätte er es geahnt! Aber leider leider hat er das nicht. :kopf:


Nein, das hat er leider nicht. Er kennt Carlo's Beweggründe nicht und denkt, dass er das nur macht, um ihm eins auszuwischen.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
So, das war jetzt aber ein ordentlicher Kommentier-Marathon, aber das waren wieder wirklich tolle Kapitel! Text, alles in allem wieder super geschrieben und mit tollen vielsagenden Bildern versehen! :daumenhoch2 Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02


Es freut mich sehr, dass es Dir auch nach nochmaligen Lesen gefallen hat. Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir gemacht hast, liebe Astrid. :hug02 Ich habe mich sehr darüber gefreut.
Simsi68 hat geschrieben:
03.01.2018, 19:14
Und da ich nicht mehr genau weiß, wie es weiter geht, bin ich gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf! :klatschen2 :klatschen1



Gleich im Anschluß geht es mit zwei weiteren Kapiteln weiter.


LG Marga

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 15.01.2018, 02:17

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!



Hallo zusammen, :winken

weiter geht es mit zwei neuen Kapiteln, zu dem ich wieder viel Spaß beim Lesen wünsche. Ich hoffe, es gefällt Euch.



LG cheli24 (Marga)





Kapitel 71



Perfekt inszeniert!



Das gelbe Abendkleid, das Trish vor einem Jahr bei Antonio erworben hatte, saß perfekt. Es betonte die Bräune ihrer Haut, war sehr raffiniert und sexy geschnitten und das richtige für den heutigen Anlass. Heutiger Anlass? Der Gedanke daran ließ Trish‘ s Magen rebellieren. Sie wäre froh, der Abend wäre schon vorbei und sie hätte es hinter sich. Wenn sie doch nur die Zeit noch einmal zurückdrehen könnte, vielleicht wäre es dann anders gelaufen. Wie sollte sie denn je mit Carlo glücklich werden, wenn alles in ihr nach Kyle schrie? Wie oft in den letzen Tagen und Wochen hatte sie an ihn gedacht. Ihre erste Begegnung auf dem Parkplatz, der Flirt im Büro, ihr erstes Date oder wie er sie aus Carlos Büro gerettet hatte, die schöne Zeit in Monte Vista und schließlich jenen Tag, an dem sie endlich zusammengekommen waren. Schöne Erinnerungen, die sie schier zusammenbrechen ließen. Schluchzend schlug sie ihre Handflächen vors Gesicht und weinte sich hemmungslos ihren ganzen Schmerz und Kummer von der Seele. Tränen, die niemand sehen sollte.

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Es dauerte eine ganze Weile, ehe sie sich wieder beruhigt hatte. Erneut gingen ihre Gedanken in die Vergangenheit zurück. Aber dieses Mal galten sie nicht Kyle, sondern ihrer Mum. Die Freude, sie nach so vielen Jahren wiedergefunden zu haben, aber auch das Entsetzten, als man auf sie geschossen hatte. Die bangen Stunden bei der OP und die Angst, sie könnte es nicht überleben. Ihr verzweifelter Kampf gegen Kyle, die Anklage gegen Anjelica fallen zu lassen und die Auslieferung zu verhindern. Doch Kyle hatte sich bis zuletzt dagegen gestemmt und sich unnachgiebig gezeigt. Auch wenn sie wusste, dass er letztendlich keine andere Wahl gehabt hatte und so handeln musste. Ach Kyle, wie soll es denn nur weitergehen? Wirst Du mir meinen Verrat je verzeihen können oder mich bis ans Ende meiner Tage hassen? Warum musste es nur so kommen, warum dürfen wir nicht gemeinsam glücklich werden? Ich wollte, ich könnte es Dir erklären, Dir verständlich machen, wie viel Anjelica mir bedeutet und warum ich so handeln muss. Ich könnte sie nie im Stich lassen, dafür liebe ich sie zu sehr. Sie ist doch meine Mum. Was soll ich denn machen? Kyle, bitte verzeih‘ mir, wenn Du kannst. Ich werde Dich nie vergessen und immer lieben.

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Nachdem sie ihre verschmierte Wimperntusche wieder in Ordnung gebracht und ein wenig Puder aufgelegt hatte, ging sie noch einmal prüfend zum Wandspiegel. Die Tränenspuren waren verschwunden und auch das Augenmakeup war perfekt. Innerlich war sie zwar noch ein wenig aufgewühlt, aber sie würde es schaffen. Sie würde vor der Bridgeporter Öffentlichkeit die perfekte Begleitung Carlos spielen. Niemand würde den Schmerz in ihren Augen sehen, wenn Carlo die Hochzeit bekannt geben würde. Noch hatte sie sich keinerlei Gedanken darüber gemacht, wie ihr Vater die Nachricht aufnehmen würde. Sein größter Erzfeind und die eigene Tochter. Übelkeit machte sich in ihr breit. Nein, sie mochte gar nicht daran denken, was ihr Vater dazu sagen würde. Sie atmete noch einmal tief durch, ehe sie ihre Schultern straffte, um sich auf den Weg nach unten zu begeben.

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Carlo strahlte, als sie die Treppe herunter kam. Er kam auf sie zu und ergriff ihre Hand. „Du siehst sehr hübsch in diesem Kleid aus. Es steht Dir ausgezeichnet“, meinte er lächelnd. Als er bemerkte, wie sie sich versteifte, meinte er aufmunternd: „Trish, Du musst keine Angst vor mir haben. Ich werde nichts gegen Deinen Willen tun.“

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„Wir werden unsere Verlobung bekannt geben, uns ein paar Schnappschüsse der Fotografen stellen, einige Fragen der Reporter beantworten und das war‘ s. Ansonsten kannst Du den Abend genießen und Anjelica ist ja auch noch da.“

„Warum tust Du das, Carlo?“, fragte sie mit tonloser Stimme.

Er beugte sich zu ihr und fuhr ihr liebevoll über die Wange. „Irgendwann wirst Du die Wahrheit erfahren, aber der Zeitpunkt ist noch nicht gekommen. Du kannst mir vertrauen, Trish. So und jetzt lass‘ uns gehen, Anjelica wartet schon im Wagen.“

Ach, meine Kleine, wenn dich Dir nur den wahren Grund sagen könnte, warum ich das hier alles mache. Wenn ich Dir nur die Wahrheit sagen könnte, mein kleine Princepessa,
dachte er bedrückt.

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Gemeinsam verließen sie schließlich das Haus, um zum wartenden Wagen zu gehen, in dem Anjelica schon Platz genommen hatte…


Währenddessen bei den Fairchilds



Kyle zog sich die Jacke seines Anzuges über und rief nach oben: „Seid Ihr soweit? Nicht, dass wir noch zu spät kommen.“

Er war vor 10 Minuten bei seinen Eltern angekommen und wartete bereits mit seiner Tochter darauf, dass die beiden endlich herunter kommen würden.

„Dad, ich bin so aufgeregt. Ob da auch andere Kinder sein werden oder bin ich die einzige?“ Fragend sah Sheila ihren Vater an.

„Ich weiß es nicht, mein Schatz. Aber gewöhnlich gehen da keine Kinder mit. Du hättest auch da bleiben können, aber Du wolltest ja nicht.“

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Lächelnd antwortete sie: „Nein, heute will ich mit meinem schönen Daddy zusammen sein. Wird Charly auch da sein?“

„Ja, das wird sie. Sie kommt mit ihren Eltern.“ Prüfend sah er seine Tochter an. „Ist wirklich wieder alles in Ordnung zwischen Dir und ihr?“

„Ganz ehrlich, Daddy?“ Als dieser überrascht nickte, sagte sie leise: „Ich will mich ja bemühen, aber es fällt mir nicht immer leicht.“

Sie stockte, als sie ihre Grußmutter rufen hörte: „Oh Kyle, Du bist ja schon da. Dein Dad kommt auch gleich.“

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„Was meinst Du damit, mein Schatz?“, hakte Kyle dann doch besorgt nach, nachdem er seiner Mutter zur Begrüßung kurz zugewinkt hatte.

Sheila lächelte etwas verhalten. „Ich kann Dir das nicht so genau erklären. Aber Josh hat gesagt, sie hätte vielleicht nicht immer einen guten Tag und vielleicht wäre sie dann deshalb etwas aufbrausend.“

„Ist etwas zwischen Euch in der letzten Zeit vorgefallen, von dem ich nichts weiß?“ Prüfend musterte er seine Tochter.

Doch Sheila schüttelte den Kopf. „Nein, Daddy. Sie hat sich fast wieder wie früher verhalten. Ach, ich weiß auch nicht“, seufzte sie.

Aber Kyle beschloss, das Verhalten Charlene’ s Sheila gegenüber aufmerksam zu beobachten. In der Zwischenzeit war auch sein Vater erschienen.

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Henry wollte auf seinen Sohn zugehen, um ihn zu begrüßen. Doch als er seine Frau in dem Abendkleid sah, verschlug es ihm den Atem. „Du siehst atemberaubend aus, Caro. Habe ich Dir eigentlich gesagt, dass Du eine wunderschöne Frau bist? Man sieht Dir die Großmutter nicht an, mein Schatz.“

Er riss sie in seine Arme, während sie ihn plötzlich verdutzt ansah. Doch noch ehe sie etwas darauf erwidern konnte, legten sich seine Lippen auf ihren Mund. Henry’s Kuss war leidenschaftlich und fordernd, was Caroline ein wenig überraschte. Schon lange hatte er sie nicht mehr so geküsst wie in diesem Augenblick. Kyle schmunzelte leicht, als er sah, wie seine Eltern sich küssten.

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Im Vorbeigehen hörte er, wie sein Vater sagte: „Du bist immer noch so schön wie damals, als wir uns kennengelernt hatten. Ich liebe Dich, Caro.“

Caroline lächelte, während ihre Wangen leicht gerötet waren. „Ich liebe Dich auch, Henry. Aber Du bist auch immer noch ein sehr attraktiver Mann, auch wenn Du ein kleines Bäuchlein angesetzt hast. Aber gerade das liebe ich so an Dir.“ Zärtlich kniff sie ihm in die Wange und umarmte ihn innig.

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Schließlich folgten sie Kyle zum Wagen, in dem schon Sheila und Kyle Platz genommen hatten. Eigentlich hatte Kyle die Einladung nicht annehmen wollen. Er wusste gar nicht, was er dort überhaupt sollte. Das alles war nicht seine Welt. Kyle mochte diese Art Events nicht, wo nur der zählte der reich und schön war, die Privilegierten unter sich. Die High Society Bridgeports, die nicht immer auf legale Weise ihre Millionen scheffelte, sowie auch Vincenti. Kyle konnte nicht verstehen, dass sein Vater einstmals sehr eng mit ihm befreundet gewesen war. Was diese Freundschaft letztendlich zerstört hatte, war ihm nicht bekannt. Gerüchten zufolge soll aber eine Frau daran schuld gewesen sein, das hatte ihm damals sein Onkel erzählt.


*****


Die meisten Gäste waren schon anwesend, als Kyle und seine Eltern den exklusiven Club betraten. Die Damen gehüllt in teuren Roben, die Frisuren kunstvoll gesteckt, künstliches Beiwerk der Männergesellschaft. Nur wenige Frauen, die hier anwesend waren, konnte man als halbwegs intelligent bezeichnen.

An einem der hinteren Tische winkte eine junge Frau, als sie Kyle erblickte. Es war Charlene. Sie trug ein sehr offenherziges Kleid, das ihre neuen Brüste betonte und tief blicken ließ. Kyle gefiel ihr Outfit nicht, das mehr billig als sexy wirkte. Zudem machte sie das Kleid blass. In Gedanken sah er plötzlich Trish in diesem Kleid, und musste schwer schlucken.

Er ließ sich jedoch vor Charly nichts anmerkten und sagte stattdessen: „Gut siehst Du aus, Charly.“ Ein Kompliment wegen ihres Kleides konnte er ihr beim besten Willen nicht machen. Es wäre nicht ehrlich.

Charlene strahlte ihn unterdessen an und erwiderte: „Du aber auch. Du bist bei Weitem der attraktivste Mann hier in diesem Saal. Bitte nimm‘ doch Platz.“ Kyle ging nicht auf ihre Bemerkung ein und zog den Stuhl unter dem Tisch hervor, um sich ihr gegenüber zu setzen.

Kokett sah sie ihn an und schaute an sich herunter: „Gefällt Dir das Kleid? Das habe ich mir aus Paris schicken lassen und entstammt der neuesten Kollektion Valentinos. Ich finde, es steht mir sehr gut“. Um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, beugte sie sich weit nach vorne, um Kyle einen großzügigen Blick zu gewähren.

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Während sie ihn mit ihren Augen fixierte, zog sie ihren rechten Schuh aus und glitt mit ihrer Fußspitze unter sein Hosenbein. Kyle sog scharf die Luft ein und stand abrupt auf, so dass ihre Aktion ins Leere ging.

Er wollte ihr gerade einen schönen Abend wünschen, als er plötzlich fragte: „Wo sind eigentlich Deine Eltern? Ich habe sie noch gar nicht gesehen.“

Charlene quälte sich ein kurzes Lächeln ab und erwiderte: „Papa ist krank und Mama wollte ihn nicht alleine lassen. Deshalb bin ich alleine gekommen.“

Kyle sah von ihr zu seinen Eltern und meinte etwas zögernd. „Wenn Du möchtest… ähm, kannst Du Dich zu uns setzen.“

Charlene ließ sich nicht zweimal bitten. Schnell zog sie ihren Schuh wieder an und folgte Kyle, der insgeheim gehofft hatte, Charlene würde das Angebot nicht annehmen, an dessen Tisch. Er hätte es einfach besser wissen müssen. Nachdem sie seine Eltern begrüßt hatte und auch Sheila ein kurzes „Hallo“ abgezweigt hatte, nahm sie am Tisch der Fairchilds Platz.

Doch kaum hatte sie neben Kyles Tochter Platz genommen, sprang diese auf und meinte an Kyle gewandt: „Ich gehe ein bisschen nach draußen. Ist das okay? “

Ehe Kyle etwas darauf erwidern konnte, war sie schon an ihm vorbei gehuscht. „Aber zum Essen kommst Du wieder rein, ja?“, rief er ihr hinterher.

Sheila nickte nur und war auch schon draußen verschwunden. Auf einmal musste er wieder an ihre Worte denken, an das, was sie vorhin über Charly gesagt hatte. Neugierig schaute er die Freundin an, die nicht wirklich ein begeistertes Gesicht machte und eher gelangweilt aussah.

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Der Raum wurde in dunkles Licht getaucht, ein Zeichen dafür, dass es gleich beginnen würde. Wie immer wurden diejenigen ausgezeichnet, die durch hohe Spendensummen auf sich aufmerksam gemacht hatten. Firmen, die die ganzen Spendengelder steuerlich wieder absetzen konnten, das einfache Volk blieb wie immer außen vor. Welcher Normalsterbliche konnte auch schon locker eine halbe Million oder mehr spenden? Kyle ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Einige der jüngeren Damen sahen interessiert zu ihm herüber, wussten sie doch, dass er auch 5 Jahre nach dem Tod seiner Frau immer noch Single war. Er erntete einige eindeutige Blicke, als sie an seinem Tisch vorbeikamen, aber dagegen war er immun.

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Plötzlich blieb sein Blick an Moniqué hängen. Nach ihrem damaligen One-Night-Stand in Starlight Shores waren sie sich relativ selten über den Weg gelaufen. Kürzlich hatte er sie noch mit dem Bankier Roger Johnson turteln sehen. Aber so wie es aussah, hatte sie schon wieder einen Neuen. Er war erst kürzlich in die Stadt gekommen. Seinen Namen kannte Kyle zwar nicht, aber er hatte gelesen, dass er aus Osteuropa stammte. Sie sah in dem Kleid atemberaubend aus, das musste sich selbst Kyle eingestehen. Ihr Begleiter gestikulierte wild mit seinem Zeigefinger, während sie mehr oder weniger gelangweilt zuhörte.

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Moniqué war schon eine tolle Frau, mit der man viel Spaß haben konnte. Aber als die Frau an seiner Seite hätte Kyle sich sie nie vorstellen können. Sie sah ihn gebannt an, als sich ihre Blicke trafen.

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Er lächelte ihr kurz zu und wandte seine Aufmerksamkeit nun wieder dem eigenen Tisch zu. Plötzlich flüsterte sein Vater ihm zu: „Kyle, weißt Du, wer die Frau an Carlos Tisch ist? Sie kommt mir irgendwie bekannt vor. Und die junge Dame daneben, das ist doch Erics Tochter, oder? Was macht sie denn an Carlos Tisch?“

Widerwillig blickte Kyle in die Richtung, in der sein Vater den Tisch der Vincentis ausfindig gemacht hatte. Ihm stockte fast der Atem, als er Trish erblickte, die gleich am ersten Tisch saß. Er hatte sie zuvor aber nicht sehen können, da ein paar Fotografen die Sicht versperrt hatten.

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In ihm zog sich alles zusammen und er erwiderte mit gepresster Stimme, während er sie versteinert ansah und sein Herz dabei schneller schlug. „Das ist Eric Hudsons Ex-Frau, Trishs Mutter.“

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Erstaunt schaute Henry Fairchild seinen Sohn an und fragte: „Anjelica ist wieder hier? Seit wann denn? Ich dachte, sie sei in Europa.“

„Anjelica? Du kennst sie, Dad? Woher? Ich meine…“

Doch schon wurde er von seiner Mutter mit schneidender Stimme unterbrochen: „Darüber könnt Ihr ein anderes Mal reden. Es ist unhöflich, dem Redner nicht zuzuhören.“

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Irritiert sah Kyle seine Mutter an, deren Wangen sich leicht gerötet hatten. Auch Henry’s Blick suchte den seiner Frau, den ihr Tonfall überrascht hatte. Das war keine Bitte gewesen, ihre Stimme hatte sehr resolut geklungen.

Schließlich fragte er: „Was hast Du denn, Caro? Kyle wollte doch nur wissen, ob ich Anjelica kenne.“

„Ja, das muss aber doch jetzt nicht sein. Ihr könnt Euch später darüber unterhalten. Da stört doch, wenn Ihr hier Reden schwingt.“

Doch Henry widersprach ihr. „Ich sehe das nicht so. Ich werde mich doch mit meinem Sohn noch unterhalten dürfen. Caro, manchmal verstehe ich Dich nicht.“

Kyle schüttelte nur den Kopf und meinte zu Henry. „Lass‘ gut sein, Dad. Wir reden ein anderes Mal darüber.“ Schließlich richtete er den Blick auf seine Mutter, um fortzufahren: „Offensichtlich sind meine Fragen nicht erwünscht.“

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Ohne die Antwort seiner Mutter abzuwarten, erhob er sich, um zur Toilette zu gehen. Erfreut hatte Charlene unterdessen diesen kleinen Zwist zwischen Kyle und seinen Eltern zur Kenntnis genommen. Nach diesem Disput würde er sie bestimmt nicht nach Hause fahren. Jetzt musste sie es nur noch irgendwie geschickt anstellen, um ihn zu ihr zu locken.


Trish stand aufgewühlt am Waschbecken und ließ den kalten Wasserstrahl über ihr Handgelenk laufen. Noch immer spürte sie Kyles Blick auf sich, der eiskalt gewesen war, als er sie an Carlos Seite erblickt hatte. So hatte sie sich ihr Wiedersehen nicht vorgestellt. Am liebsten wäre sie nach Hause gefahren. Weit weg von Kyle.

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Sie puderte sich leicht über die Nase, ehe sie sich innerlich zur Ordnung rief. Nur nichts anmerken lassen, dachte sie bei sich. Der Frau, die neben ihr am Waschbecken stand und sie anstarrte, wie aus dem Augenwinkel bemerken konnte, schenkte sie keinerlei Beachtung. Trish hatte in ihr aber sofort die Dame erkannt, die an Kyles Tisch saß. Das muss wohl diese Charlene Evans sein, dachte sie bei sich. Sie fand ihr Make-up zu dick aufgetragen und auch das Kleid war um einiges zu freizügig. Ob Kyle wohl etwas mit ihr hatte? Hastig verdrängte sie diesen Gedanken. Es ging sie schließlich nichts mehr an, mit wem Kyle sein Bett teilte und die Nächte verbrachte. Sie hatte am wenigsten darüber zu urteilen, immerhin hatte sie ihn verlassen. Hastig wusch sie ihre Hände und würdigte die junge Frau keines Blickes mehr, als sie zur Tür hinausging. Entschlossen und ohne Gruß verließ sie schließlich den Waschraum.

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So ein eingebildetes und arrogantes Weibsstück,
dachte Charlene grimmig und starrte ihr giftig hinterher.

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Die hatte es noch nicht einmal für notwendig empfunden, mich zu grüßen. Und wie die ausgesehen hatte, als wäre sie in den Farbkasten gefallen, vom den hässlichen Kleid gar nicht zu reden. Wie kann man bei so einer Figur nur so ein Kleid anziehen? Die ist doch viel zu fett dazu und erst ihre breiten Hüften. Was Kyle an ihr wohl gefunden hat? Die ist doch so etwas von unnatürlich und… Na ja, zu dem alten Vincenti passt sie. Ob die beiden etwas miteinander hatten? Normalerweise kommt er immer ohne Begleitung und diesmal waren gleich zwei Frauen an seiner Seite.
Zugegeben, Charlene fand Carlo auch sehr attraktiv und gegen eine Nacht mit ihm hätte sie auch nichts einzuwenden. Aber für diesen Kerl schien sie gar nicht zu existieren. Während er mit allen anwesenden Damen einen kleinen Plausch gehalten und sie begrüßt hatte, hatte er sie einfach links liegen lassen. Na ja, dachte sie, wahrscheinlich bin ich ihm zu dominant. Am Aussehen kann es schließlich nicht liegen. Diese aufgetakelten Hühner würde ich doch in jedem Schönheitswettbewerb schlagen. Prüfend begutachtete sie sich im Spiegel und klopfte leicht mit ihren Fingern gegen ihr Kinn.

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Das schönste an ihr waren ihre Wangenknochen, der volle Mund, ihre schöne Augen und ihre schlanke, grazile Gestalt, wie sie fand. Sie rückte ihre Frisur an den Seiten etwas zurecht, während sie fieberhaft überlegte, wie sie Kyle dazu bringen konnte, sie nach Hause zu begleiten und mit in ihre Wohnung zu kommen. Na ja, vielleicht habe ich Glück und er ist so auf seine Eltern sauer, dass er ihnen ein Taxi bestellt. Sie sah auf die Uhr, die Veranstaltung neigte sich langsam ihrem Ende. Wenn sie bei Kyle landen wollte, musste sie sich beeilen und endlich Nägel mit Köpfen machen. Die Gelegenheit war nie günstiger, jetzt wo diese Hudson endlich aus dem Rennen war.

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Trish war gerade um die Ecke gebogen, als Kyle ihr entgegen kam. Sie war unfähig, ein Wort zu sagen und auch Kyle erging es nicht anders. Schließlich brachte er doch noch ein gepresstes „Guten Abend, Trish“ über seine Lippen.

Sie erwiderte kaum hörbar den Gruß: „Gu- gu- guten Abend, Kyle“, stammelte sie verlegen.

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Die beiden sahen sich nur stumm an, als wären sie Fremde. Trish war es schließlich, die die Stille unterbrach: „Ich wusste gar nicht, dass Du auch zu solchen Events gehst“, quälte sie sich ein Lächeln ab.

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Doch es erstarb sofort, als Kyle hervor stieß: „Du weißt so manches nicht über mich. Ich aber auch nicht über Dich, wie ich feststellen musste. Ich hoffe, Du hast das bekommen, was Du Dir gewünscht hast, Trish. Tut mir leid, dass ich Dir dabei im Wege gestanden habe und nur ein billiger Zeitvertreib für Dich war.“ Seine Enttäuschung und Verbitterung konnte er nicht verbergen.

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Trish biss sich auf die Unterlippe und zog die Mundwinkel nach unten, ehe sie erwiderte: „Kyle, das verstehst Du nicht. Glaub’ mir, ich habe das nicht gewollt. Ich wollte Dich nicht verletzen. Aber was hätte ich denn machen sollen? Du warst wild entschlossen gewesen, sie auszuliefern. Ich wollte sie nicht wieder verlieren. Ich habe sie 12 Jahre nicht gesehen. Kannst Du das denn nicht verstehen?“

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„Warum hast Du mich angelogen? Warum hast Du mir vorgespielt, sie wäre Deine Tante? Trish, warum hast Du mir nicht die ganze Wahrheit gesagt? Es hätte doch eine Möglichkeit gegeben, ich hätte Dir und Aud… Anjelica doch geholfen.“

„Kyle, ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass sie meine Mutter ist. Mein Vater hatte mir diese Kleinigkeit leider verschwiegen. Aber ich möchte, dass Du eines weißt. Ich habe nicht mit Dir und Deinen Gefühlen gespielt, zu keinem Zeitpunkt. Aber nun ist es eh zu spät.“ Traurig sah Trish zur Seite.

„Was meinst Du damit? Warum sollte es zu spät sein? Zieh bei Carlo aus und komm‘ zu mir. Was willst Du denn noch bei ihm?“ Zaghaft strich er ihr über die Wange.

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Kyle trat einen Schritt auf Trish zu und zog sie sehnsuchtsvoll in seine Arme. Seine Lippen suchten ihren Mund, während sie ihre anfängliche Gegenwehr ablegte. Leidenschaftlich erwiderte sie seinen Kuss und klammerte sich wie eine Ertrinkende an ihn.

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Kyle konnte sich kaum noch zurückhalten und spürte ihr Verlangen. Mit heiser Stimme raunte er ihr ins Ohr: „Lass‘ uns von hier verschwinden, Liebling.“

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Just in diesem Moment wurde der Raum in helles Licht getaucht. Trish lehnte sich eng an ihn und strich mit ihrer Hand über seinen Hinterkopf, während sie krampfhaft gegen die Tränen ankämpfte. „Ich kann nicht Kyle. Bitte verzeih‘ mir.“

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Hastig machte sie sich von ihm los und begab sich zu ihrem Tisch zurück. Kyle sah ihr verdutzt hinterher. Warum sollte er ihr verzeihen, was hatte sie damit gemeint? Er zuckte zusammen, als er hinter sich eine wohlbekannte Stimme vernahm: „Captain Fairchild, Sie hier?“

Es war Carlo Vincenti, der plötzlich hinter ihm stand. Carlo hatte gerade wieder seinen Platz einnehmen wollen, als er Zeuge des Gesprächs zwischen Kyle und Trish geworden war. Schnell hatte er sich in eine Nische gedrängt und dem Gespräch gelauscht.

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Sein Gesicht hatte sich dunkelrot gefärbt, als er den leidenschaftlichen Kuss zwischen den beiden hautnah miterleben musste.

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Er war es leid, dass ihm Kyle immer wieder dazwischen funkte. Als Kyle nichts auf seine Frage erwiderte, sagte Carlo nur: „Ich wünsche noch einen schönen Abend, Captain.“

Kyle ging zurück an seinen Platz und auch Carlo hatte seinen Platz wieder eingenommen. Er sah zu Kyle herüber, ehe er sich plötzlich erhob, sein Glas in die Hand nahm und mit einem Löffel leicht dagegen schlug, um sich Gehör zu verschaffen. Mit erhobenem Zeigefinger sagte er in die fröhliche Runde. „Darf ich ganz kurz unterbrechen? Bevor diese Veranstaltung jetzt zu Ende geht, habe ich noch eine wichtige Mitteilung zu machen.“

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Alle Augen richteten sich auf ihn, als Carlo, den Blick auf Trish fixiert, fortfuhr: „Meine sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Anwesende hier im Saal. Ich möchte diesen wundervollen Abend nutzen, um sie mit der bezaubernden jungen Frau an meiner Seite bekannt zu machen. Viele haben sich vielleicht schon gefragt, wie ich zu der jungen Dame stehe. Auch auf dem roten Teppich haben mich einige Journalisten nach der attraktiven Frau gefragt.“

Er hielt kurz inne, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen und sah Trish liebevoll dabei an.

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Er räusperte sich kurz und hielt den Blick plötzlich auf Kyle gerichtet. „Nun, es freut mich sehr, Ihnen Patricia Hudson vorstellen zu dürfen, meine…“



Kapitel 72 folgt...
Zuletzt geändert von cheli24 am 15.01.2018, 02:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 15.01.2018, 02:19

Bitte auch vorheriges Kapitel beachten!



Kapitel 72




Verlobung



Carlo hielt kurz inne, ehe er seinen angefangenen Satz beendete:

„… meine Verlobte und zukünftige Ehefrau. Wir werden in zwei Wochen heiraten.“ So jetzt war es raus und irgendwie fühlte sich Carlo erleichtert.

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Ein Rauen ging durch den Saal, es entstand ein lautes Stimmengewirr, als Carlo die Neuigkeit verkündet hatte. Plötzlich waren alle Augen auf Carlo und Trish gerichtet. Um den Anwesenden zu demonstrieren, wie ernst es ihm war, bat er Trish, nach vorne zu kommen. Er nahm ihre Hand fest in seine und stellte sich mit ihr den anwesenden Fotografen, die auf ein schlagzeigekräftiges Foto lauerten. Carlo umfasste ihre Taille und gab ihr einen Wangenkuss, während die Fotografen wie wild ihre Kameras bedienten. Die Aufforderung „Richtig küssen“ ignorierte Carlo bewusst und umarmte sie innig, während Trish das Theater mitspielte und ihre Arme um seinen Nacken schlang.

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Kyle, der seinen Platz mit seinem Vater getauscht hatte, nachdem dieser von der Toilette zurückgekommen war, starrte fassungslos auf Carlo. Seine Kehle war wie zugeschnürt, das Blut rauschte in seinen Ohren, seine Wangen hatten sich hektisch gerötet. Er fühlte sich, als hätte ihm jemand mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Ungläubig und entsetzt hatte er Carlo‘ s Worte vernommen, ohne sie so recht zu begreifen. Hatte er wirklich richtig gehört? Die beiden waren verlobt und würden am übernächsten Wochenende heiraten? Das musste ein Albtraum sein, das konnte Trish doch unmöglich Ernst meinen.

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Während sich die anderen Gäste applaudierend erhoben, um dem Brautpaar zu gratulieren, sprang Kyle hastig von seinem Stuhl auf und verließ fast fluchtartig den Saal. Voller Mitleid und unterdrückter Wut sah ihm seine Mutter hinterher. Das werde ich Dir nie verzeihen, Carlo. Niemals.

Unterdessen fühlte sich Anjelica nicht wohl in ihrer Haut. Als Carlo ihr von dieser Wohltätigkeitsveranstaltung berichtet hatte, wäre sie im Traum nicht darauf gekommen, einigen Menschen zu begegnen, die sie niemals mehr im Leben hatte sehen wollen. Henry‘ s kurzes Nicken in ihre Richtung hatte sie mit einem kleinen Lächeln quittiert. Als sich jedoch ihr Blick mit dem Carolines getroffen hatte, war ihr das Blut in den Adern gefroren. Auch nach all den Jahren hatte sich nichts zwischen ihnen geändert.

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Da Caroline den Anblick Anjelica‘ s und deren kalte Augen nicht mehr ertragen konnte, erhob sie sich so ruckartig, dass ihr Stuhl beinahe nach hinten gekippt wäre. „Ich muss hier raus, bevor ich mich vergesse“, stieß sie laut und aufgebracht hervor, den Blick dabei auf Anjelica gerichtet. Entschuldigend wandte sie sich an Henry, der sie erstaunt ansah: „Ich bin gleich wieder zurück.“

Carlo nagte indes das schlechte Gewissen, als er Caroline’ s Worte im Hintergrund vernommen hatte. Kyle würde ihm wohl nicht mehr in die Quere kommen, sowie er vorhin aus dem Saal gestürmt war. Aber wie sollte er das Caroline erklären?

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Er seufzte tief auf und widmete sich wieder dem Geschehen am eigenen Tisch. Die Reporter hatten es inzwischen aufgegeben, auf einen leidenschaftlichen Kuss zwischen Carlo und Trish zu lauern. Die ersten hatten mittlerweile die Veranstaltung verlassen, während die anderen bereits ihre Kameras verstauten. Auch der Saal hatte sich zunehmend geleert, es waren nur noch wenige Anwesende an ihren Tischen. Die meisten Gäste waren bereits gegangen.

„Wollt Ihr noch etwas trinken?“, wandte sich Carlo an die beiden Frauen ihm gegenüber.

„Danke, für mich nichts mehr“, winkte Anjelica ab. „Du noch etwas, mein Schatz?“, richtete sie ihre Frage an Trish.

Diese jedoch blieb stumm und starrte an Carlo vorbei, der die Traurigkeit in Trish‘ s Augen betrübt zur Kenntnis nahm. Es tat ihm weh, sie so sehen zu müssen, aber er konnte an diesem Zustand nichts ändern.

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Schließlich erhob er sich und beugte sich zu Trish: „Ich bin gleich wieder da und dann fahren wir nach Hause. Okay?“

Wie in Trance sah sie zu ihm auf und nickte. „Ja, in Ordnung.“ Mehr brachte sie nicht heraus.

Versteinert hatte sie dagesessen und jeglichen Blickkontakt zu Kyle vermieden, als Carlo die Verlobung verkündet hatte. Aber aus dem Augenwinkel hatte sie registriert, dass Kyle daraufhin fast fluchtartig den Saal verlassen hatte. Sie schluckte schwer und kämpfte verzweifelt gegen die Tränen an. Am liebsten wäre sie Kyle nachgelaufen und hätte alles abgeblasen.

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Mit schnellen Schritten lief Carlo währenddessen in Richtung Toilette und wäre fast mit der attraktiven Frau mittleren Alters zusammengestoßen, die in diesem Moment gerade um die Ecke kam.

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Er hielt den Atem an und sah sie nur kurz an, um dann seinen Blick betroffen zu senken. Was hätte er auch sagen sollen? Er wusste, sie würde ihm das nie verzeihen, hatte er doch ihren entsetzten Gesichtsausdruck wahrgenommen, als er Trish als seine Verlobte vorgestellt hatte. Ihre Augen, die fragend nach einer Antwort gesucht hatten. Warum Carlo, warum tust Du das meinem Sohn an? Er konnte es ihr nicht sagen, obwohl er spürte, dass sie weitaus mehr wusste, als er ahnte. Und sie kannte ihr gemeinsames Geheimnis. Aber sie hatte ihm vor Jahren ein Versprechen gegeben und er wusste, sie würde es niemals brechen. All diese Gedanken schossen Carlo durch den Kopf, als er immer noch wortlos Caroline gegenüberstand und die Verachtung und den Schmerz in ihren Augen sah.

„Ca- Caroline… ich…, Du musst… ich ka- ka- kann es dir…“, begann er schließlich, um stammelnd abzubrechen.

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Caroline rang mit sich, während sie ihn abschätzend und mitleidvoll zugleich ansah. Sie bemerkte seine Unsicherheit, die innere Unruhe, die Verlegenheit, die er vor ihr nicht verbergen konnte. Dazu kannten sie sich schon zu lange und viel zu gut. Was ist nur aus Dir geworden, Carlo? Wie konntest Du so etwas tun? Steh‘ doch endlich zu ihr und Deiner Vergangenheit. Deine Gefühle für sie haben sich nicht geändert. Du kannst mir nur Leid tun. Gedachte Worte, die nicht über Carolines Lippen kamen, da sie genau wusste, sie würden nicht gehört werden. Schließlich atmete sie tief ein und ging wort- und grußlos an Carlo vorbei.

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Innerlich jedoch brodelte ein Vulkan in ihr. So leicht würde sie ihn nicht davon kommen lassen. Er würde ihr Rede und Antwort stehen müssen. Sie wusste, dass ihre Nichtbeachtung ihn härter gestraft hatte, als hätte sie ihm irgendwelche Vorwürfe und Vorhaltungen gemacht, die wahrscheinlich eh an ihm abgeprallt wären.


Trish nahm währenddessen alles wie ein einem Film wahr. Sie war zwar anwesend, aber nicht wirklich da. Sie fühlte sich wie eine Statistin in einem drittklassigen Film. Das alles war so surreal. Niemals würde sie Kyles Gesichtsausdruck vergessen. Wie sollte sie ihm je erklären, warum sie das tat? Die Situation war so verfahren, dass sie einfach keinen Ausweg sah, aus dieser Sache wieder heraus zu kommen.

„Was hast Du denn, mein Schatz? Ist Dir nicht gut, Trish?“ Besorgt schaute Anjelica ihre Tochter an, die immer noch wie versteinert da saß und nicht wie eine glückliche Verlobte wirkte.

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Trish quälte sich ein Lächeln ab, obwohl ihr gerade zum Heulen zumute war. „Nein, es ist alles in Ordnung“, log sie, als sie die Angst in Anjelica‘ s Augen sah.

„Trish ich…“ Zaghaft strich sie ihrer Tochter über den Arm. „Ich liebe Dich, mein Schatz, vergiss‘ das nie…“ Sie stockte, ehe sie neugierig fragte: „Ist es wegen dem jungen Mann, diesem Kyle?“

Trish schossen die Tränen in die Augen, während sie mit erstickter Stimme sagte: „Es ist nicht mehr wichtig. Mach’ Dir keine Sorgen, Du kannst Dich auf mich verlassen.“

Erleichtert drückte Anjelica ihre Hand, die jedoch eiskalt war. In diesem Moment wusste sie, dass Trish gelogen hatte. Aber was sollte sie tun? Ach Trish, mein Schatz. Ich wollte, ich könnte Dir sagen, warum das so wichtig für mich ist. Irgendwann werde ich Dir die Wahrheit erzählen und kann nur hoffen, dass Du mich nicht für das verachtest, was ich getan habe. Es war der größte Fehler meines Lebens und ich werde mir nie verzeihen, dass ich damals zugestimmt habe. Niemals. Ich liebe Dich, mein Schatz, ich habe Dich immer geliebt. Müde schloss Anjelica die Augen und wünschte sich verzweifelt, sie hätte auf Carlo gehört. Du hattest Recht, Carlo. Mit allem. Ich alleine habe das Unglück heraufbeschworen und jetzt dränge ich meine eigene Tochter in die Ehe mit Dir. Aber welchen Nutzen hast Du davon? Anjelica hatte sich über diese Frage schon unzählige Stunden den Kopf zerbrochen. Aber sie kam nicht dahinter, welchen Nutzen Carlo davon hatte. Wie viel und vor allem, was wusste er?



****


Sichtlich und innerlich aufgewühlt verharrte Kyle, seit der den Saal verlassen hatte, immer noch auf der Dachterrasse. Charly hatte ihn entsetzt angestarrt, als er so abrupt vom Tisch aufgesprungen war. Das hatte er gerade noch aus dem Augenwinkel registriert. Beinahe hätte er noch das Tischtuch herunter gerissen, aber das wäre ihm egal gewesen. Ein Faustschlag mitten ins Gesicht hätte sich nicht schlimmer anfühlen können. Noch immer hatte er Carlo‘ s selbstgefälliges Grinsen vor Augen, als dieser die Verlobung verkündet hatte.

Sein Kopf schmerzte, während er die frische Nachtluft einatmete. Er konnte einfach nicht fassen, was er mit eigenen Augen miterleben musste. Er ballte seine Hände so fest zu Fäusten, dass sich die Fingerkuppen in die Handfläche bohrten. Egal, nicht wichtig. Nichts war mehr wichtig. Am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte Trish von Carlo weggezogen, als dieser seinen Arm besitzergreifend um ihre Taille gelegt und sie auf die Wange geküsst hatte. Verdammt Trish, warum nur, warum tust Du mir das an, dachte er verzweifelt? Nein, er würde jetzt zurückgehen und sie zur Rede stellen. Ganz gleich, was morgen wohl darüber in der Presse stehen würde.

Er wollte gerade wieder hinein gehen, als er fast die junge Frau umgerannt hätte, die ihm ebenso in Gedanken versunken entgegen gekommen war.

Abrupt blieb er stehen, als eine Stimme verwundert seinen Namen rief: „Kyle? Was machst Du denn hier draußen?“ Monique!

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Distanziert, aber höflich, begrüßte er sie: „Hallo Monique. Entschuldige, ich habe Dich nicht gesehen. Was machst Du hier, ist Dir nicht kalt? Du musst doch in Deinem dünnen Kleid frieren.“ Er ließ seine Augen kurz über ihr Kleid gleiten.

„Ich hatte leichte Kopfschmerzen und musste mal kurz an die frische Luft. Aber Du siehst aus, als wäre Dir ein Gespenst begegnet. Willst Du schon gehen?“ Fragend sah sie ihn dabei an.

„Ja, ich werde meine Eltern und Sheila nach Hause fahren und dann fahre ich auch heim. Und Du? Was machst Du noch mit Deiner Begleitung?“

Monique lächelte leicht gequält, ehe sie antwortete „Hm, ich denke, er hat schon die passende Idee und bereits das Hotelzimmer gebucht. So nebenbei hat er mir heute erzählt, dass er verheiratet ist und zwei Kinder hat. Ich mag vielleicht einige Fehler haben, aber verheiratete Männer und obendrein noch Familienväter, sind für mich tabu. Nein, ich habe mich schon von ihm verabschiedet. Ich werde den Abend in einer Disco ausklingen lassen. Und was ist mit Dir? Komm‘ doch noch vorbei, wenn Du Lust hast.“

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Er sah sie an, ehe er fragte: „Wo geht‘ s denn hin?“

Ohne ihm zu antworten, nahm sie eine Visitenkarte aus ihrer Handtasche und gab sie ihm. „Hier Kyle, der Laden hat kürzlich neu eröffnet und liegt gegenüber Waylon Spuks. Die haben bis um 4 offen.“

Er nahm die Karte in die Hand und sagte schließlich: „Ich weiß es noch nicht. Im Übrigen, das Kleid steht Dir fantastisch. Du siehst toll darin aus.“

Monique lächelte. „Vielen Dank für das Kompliment, Kyle. Aber Du musst keine Höflichkeitsfloskeln mit mir wechseln, während es Dir beschissen geht. Ich habe Dich beobachtet, als Carlo seine Verlobung mit Trish verkündet hatte.“

Sie hielt kurz inne, ehe sie ohne Umschweife fragte: „Du liebst sie Kyle, habe ich Recht?“

„Was? Ich meine…“ Er sah an ihr vorbei, während er schließlich tief seufzend erwiderte: „Das tut nichts mehr zur Sache. Sie hat sich für Vincenti entschieden und wird ihn heiraten.“

„Du hast meine Frage nicht beantwortet.“

„Monique, bitte“, stöhnt er auf, um nach einer kurzen Pause fortzufahren, „ich will nicht darüber reden.“

Monique nickte verständnisvoll, während sie sich zu ihm beugte und seine Hand ergriff. „Okay, das verstehe ich. Aber noch etwas, Kyle…“

Fragend sah er sie an. „Ja?“

„Nimm‘ Dich vor Charly in Acht. Sie nimmt sich rücksichtslos, was sie haben will. Und Dich, mein Lieber, will sie. Vertrau‘ mir, Kyle. Ich weiß, wovon ich rede.“

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„Wir sind nur Freunde, mehr nicht“, wehrte Kyle mit der Hand ab.

„Weiß sie das auch? Charly kann nicht nur mit einem Mann befreundet sein. Ich will nur, dass Du vorsichtig bist. Kyle, ich kenne ihre Methoden und die Reaktion Deiner Tochter sollte Dir Warnung genug sein.“

Hellhörig geworden schaute er sie nachdenklich an. Natürlich hatte er sich gewundert, als Sheila so plötzlich am Tisch aufgesprungen war, nachdem Charlene neben ihr Platz genommen hatte. Aber er hatte es damit verbunden, dass sie noch ein wenig an die frische Luft wollte, ehe das Abendprogramm angefangen hätte. Trish’ s Anwesenheit hatte ihn nicht mehr daran denken lassen.

Schließlich fragte er irritiert: „Was meinst Du damit, Monique? Was hat das mit Sheila zu tun?“

„Ich traue Charly nicht. Wenn sie ein Ziel verfolgt, dann sind ihr alle anderen egal, auch Sheila.“

Ihr Atem streifte seine Wange, als sie ihre Arme um ihn legte und ihm einen Kuss auf die Wange hauchte. „Deine Tochter ist etwas ganz Besonderes, ein sehr hübsches und kluges Mädchen obendrein. Ihr Verhalten Charly gegenüber sollte Dir Warnung genug sein.“

Sie strich ihm liebevoll über die Wange, ehe sie leise sagte: „So, ich gehe jetzt. Wenn Du reden willst und eine gute Zuhörerin suchst, Du weißt, wo Du mich findest.“

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Sie drehte sich um und ging mit schnellen Schritten zu einem wartenden Taxi. Kyle sah ihr nach und dachte über ihr Angebot nach. Er wusste, auf was es hinauslaufen würde, würde er sich nachher mit ihr treffen. Aber er konnte heute Nacht nicht alleine sein und wollte einfach nur vergessen. Monique war in solchen Dingen relativ unkompliziert und stellte keine Forderungen. Was hatte er also zu verlieren?


Etwas später


Wie zuvor abgesprochen, hatte Kyle seine Eltern und Sheila nach Hause gefahren. Charlene war nicht begeistert gewesen, als er sich von ihr verabschiedet hatte. Sie hatte ihn unbedingt zu sich nach Hause einladen wollen. Als er abgelehnt und ihr den Grund genannt hatte, warum dies nicht ging, war sie beleidigt davon gerauscht. Manchmal konnte er sie nicht verstehen. Sie hatte eine Art an sich, die ihn oftmals nervte und leicht an die Decke gehen ließ. Ob Monique doch Recht hatte?

Kyle hatte es sich nicht nehmen lassen, Sheila selbst ins Bett zu bringen. Als sie schon in ihrem Schlafanzug war, spielten sie noch eine Weil „Schere, Stein, Papier“. Sie war danach so aufgedreht, dass er sie auffordern musste, wieder herunter zu kommen.

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Schließlich zog er aus seiner hinteren Hand ein Päckchen hervor, das schon lange bei ihm zuhause gestanden hatte. Überrascht sah sie ihn an, als sie das Paket in die Hand nahm. „Ist das wirklich für mich, Daddy?“

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„Na klar, mein Schatz. Für wen denn sonst?“

Neugierig fragte sie: „Was ist denn da drin? Also ein Hund passt da nicht rein.“

Kyle lachte. „Nein, es ist kein Hund.“

Leicht enttäuscht murmelte sie: „Schade. Aber was ist es dann?“

„Mach‘ es doch ganz einfach auf und dann siehst Du es.“

Vorsichtig löste sie die Schleife von dem Päckchen und öffnete es ganz langsam. Plötzlich rief sie: „Uiiii. Daddy, Photoshop, sogar mit einer Lern-DVD und einem Buch. Woher hast Du das denn gewusst?“

Empört spielend meinte er: „Na hör‘ mal, Du bist doch meine Tochter und Väter wissen immer, was sich ihre Töchter wünschen.“

Argwöhnisch betrachtete sie ihn und machte plötzlich lachend „Shaka!“

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Kurz danach huschte Sheila auch schon ins Bett. Sie murmelte ein schläfriges „Gute Nacht, Daddy. Du bist der liebste Daddy der Welt“, und nur wenig später hörte er bereits tiefe Atemzüge. Zärtlich strich er ihr über den Kopf, hauchte einen Kuss auf ihre Stirn und sagte leise: „Gute Nacht, mein Schatz. Du bist mir auch das Liebste auf der Welt.“ In diesem Moment wünschte er sich, dass sie noch lange ein Kind bleiben würde. Sein kleines Mädchen.

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Als sie ihren Sohn die Treppen herunter kommen hörte, fragte Caroline: „Möchtest Du auch eine Tasse Kaffee, mein Junge?“

Sie sah ihren Sohn an, der gleich nach ihrer Ankunft mit Sheila ins Kinderzimmer verschwunden war. Während der 45-minütigen Rückfahrt, hatte er keinen Ton gesagt. Die angekündigte Hochzeit zwischen Trish und Carlo schien ihn schwerer getroffen zu haben, als sie angenommen hatte. Aber sie kannte ihren Sohn, es würde nichts bringen, wenn sie jetzt nachhaken würde. Er musste von selbst darauf zu sprechen kommen. Auch Henry Fairchild gesellte sich nun zu Kyle und seiner Frau, die gerade den Kaffee hereinbrachte.

Schweigend goss sie jedem eine Tasse ein. Henry schaute besorgt zu seiner Frau und dann wieder zu Kyle. Schließlich fing Henry ein belangloses Gespräch an.

„Die Walters haben nachgefragt, ob wir in diesem Jahr zum Barbecue kommen. Ich habe ihnen gesagt, dass ich das erst mit Dir besprechen muss. Das ist doch okay Schatz, oder?“

„Ja, sicher. Wann wäre das denn?“

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„Irgendwann Ende September. Also, da wären wir noch hier, wir fliegen ja erst im Oktober nach Europa.“

„Sag mal Kyle“, sagte Henry an seinen Sohn gewandt, „wie findest Du die Idee, wenn wir Sheila mit auf die Reise nehmen würden? Sie hätte ja schon Schulferien.“

Kyle hatte nicht zugehört, deshalb wiederholte seine Mutter noch einmal die Frage. Er sah an ihr vorbei und sagte: „Da müsst Ihr sie selbst fragen. Meinetwegen kann sie mitkommen, dann könnte ich an diesem Seminar in Sunset Valley teilnehmen.“

„Wollte Charlene nicht mit Dir ans Meer fahren?“, fragte seine Mutter zögernd.

Kyle zog seine Augenbrauen in die Höhe, ehe er schließlich hervor stieß: „Oh, Du meinst sicherlich Ihr Geburtstagsgeschenk an mich? Nein, die Reise ist erst an Weihnachten. Praktisch, nicht wahr? Zu einem Zeitpunkt, wo Sheila noch in der Schule ist. Tja, so sind manche Frauen. Die einen egoistisch und die Anderen spielen Dir irgendetwas vor, um Dir schließlich einen Arschtritt zu verpassen…“

Angewidert sprang er von der Couch auf, während Caroline ihn entsetzt ansah. So zynisch und sarkastisch kannte sie ihren Sohn nicht. Die Verlobung schien ihn tief getroffen zu haben.

Doch noch ehe sie oder Henry irgendetwas darauf erwidern konnten, sagte Kyle: „Danke für den Kaffee, Mum. Ich werde mich jetzt auf den Heimweg machen, habe morgen viel im Büro zu tun.“

Caroline trat besorgt auf ihn zu und antwortete: „Du kannst aber auch hier schlafen, Kyle. Dann könntest Du morgen früh mit uns zusammen frühstücken, bevor Dein Dienst anfängt. Sheila würde sich bestimmt freuen.“

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„Das ist nett gemeint, Mum. Aber ich fange schon um 7 Uhr an, da müsste ich dann zu früh los.“ Es war ja nicht einmal gelogen. Dass er sich eventuell noch mit Monique treffen wollte, verschwieg er ihr.

Bedrückt sagte Caroline: „Kyle, wenn Du jemanden zum Reden brauchst. Ich kann mir vorstellen, dass Carlo’ s Verlobung mit Trish…“

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Kyle unterbrach sie und rief energisch: „Mum, bitte. Ich will nicht darüber reden. Okay? Wir sehen uns am Wochenende.“ Damit war für ihn das Thema erledigt.

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Er umarmte seine Mutter und gab ihr einen Kuss auf die Wange, ehe er sich von seinem Vater verabschiedete.

„Gute Nacht, mein Junge. Komm‘ gut nach Hause. Dann bis Samstag.“

Henry klopfte seinem Sohn auf die Schulter und nahm ihn zum Abschied kurz in den Arm. Sie gingen noch mit nach draußen und warteten solange, bis Kyle in seinem Pontiac in der Dunkelheit verschwunden war.

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Nachdenklich gingen sie ins Haus zurück. Caroline stellte die Tassen und die Kaffeekanne auf die Anrichte und löschte in der Küche das Licht. Sie gesellte sich zu ihrem Ehemann auf die Couch und gemeinsam sahen sie noch ein wenig fern.

Nach einer Weile meinte Henry zu seiner Frau: „Ich gehe ins Bett. Kommst Du mit, Caro?“ Henry sah seine Frau an, die in ihren Gedanken weit weg schien.

Doch plötzlich sah sie ihn an und sagte:„Das hat Carlo doch mit voller Absicht gemacht. Wie konnte er nur so etwas tun? Und hast Du gesehen, wie sie gelächelt hat? Ich hätte ihr den Hals umdrehen können. Was macht sie überhaupt hier? Nach all den Jahren taucht sie plötzlich wieder auf und tut so, als wäre nichts passiert, als wäre die Zeit stehen geblieben. Mir gefällt das alles nicht, Henry. Sie plant doch irgendetwas. Was meinst Du, Schatz?“

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Henry hatte seiner Frau schweigend zugehört, ehe er langsam erwiderte: „Ich? Frag‘ Carlo doch nach seinen Beweggründen… Du kennst ihn besser als ich.“

Caroline schaute ihn überrascht an. Täuschte sie sich oder hatte sie einen scharfen Unterton in seiner Stimme vernommen? Sie schluckte leicht, ehe sie antwortete: „Das werde ich auch, worauf Du Dich verlassen kannst.“

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„Als ich ihm auf dem Weg zur Toilette begegnet bin, da hat er kaum ein Wort heraus gebracht. Es war, als hätte er sich vor mir geschämt. Ich hätte ihn nach seinen Beweggründen fragen sollen. Mir hätte er es doch bestimmt erzählt. Ich weiß, dass ich ihm immer noch…“

Plötzlich hielt sie inne und schielte zu ihrem Mann. Nein, sie würde ihn nur verletzen, würde sie weitersprechen.

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Doch Henry ahnte, was sie hatte sagen wollen und stand mit einem „Ich geh‘ ins Bett, Caro“ auf, um im Schlafzimmer zu verschwinden.

Caroline schluckte und sah ihm traurig hinterher. Schließlich stand auch sie auf, löschte die Lichter im Wohnzimmer und ging zum angrenzenden Schlafzimmer. Leise öffnete sie die Tür. Henry stand mit dem Rücken zur Wand vor seiner Bettseite und rührte sich nicht, als sie zur Tür hereinkam.

Caroline musste die Tränen zurückhalten, als sie leise sagte: „Henry, es tut mir Leid. Ich hätte das nicht sagen sollen. Ich bin einfach nur so wütend auf ihn.“

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„Caro, wir haben nie mehr darüber gesprochen. Aber ich weiß,… ich meine, ist da noch…“

Entsetzt sah sie ihn an und rief: „Nein, Henry, um Himmels Willen. Wir sind nur Freunde. Bitte, Henry…“, verzweifelt suchte sie nach den passenden Worten. Schließlich sagte sie: „Du bist der Mann, den ich mir bis zu meinem Lebensende an meiner Seite wünsche. Wir sind seit mehr als 30 Jahren verheiratet und ich liebe Dich immer noch wie am ersten Tag.“

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Liebevoll nahm sie ihren Mann in die Arme und küsste ihn. Sie liebte ihn von ganzen Herzen und war so glücklich darüber gewesen, dass er ihr damals verziehen hatte. Es war ein schwerer Fehler gewesen, den sie begangen hatte. Oft hatte sie sich gefragt, warum es überhaupt passiert war? Sie hatte Henry geliebt und war sehr glücklich mit ihm gewesen, warum also… Warum hatte sie ihre Ehe und ihre Beziehung mit Henry so aufs Spiel gesetzt?

Rasch verdrängte sie dieses dunkle Kapitel ihrer Vergangenheit und sagte mit leiser Stimme: „Ich liebe Dich, Henry und das wird sich niemals ändern.“

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Henry wusste, dass er seiner Frau bedingungslos vertrauen konnte. Was passiert war, konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber sein Hass auf Carlo war so groß, dass er sich nicht vorstellen konnte, es könnte jemals wieder so wie früher sein. Vielleicht hatte Carlo all das verdrängen können. Henry jedoch konnte nicht vergessen, nicht verzeihen, was er Eric und dessen Familie angetan hatte und dass durch ihn beinahe seine Ehe zerbrochen wäre. Er wusste, dass immer zwei dazu gehörten und war nahe dran gewesen, die Scheidung einzureichen. Carlo war einst sein bester Freund gewesen, aber das hätte er nicht tun dürfen.

Caro‘ s Beichte, ihn mit Carlo betrogen zu haben, hatte ihn schwer getroffen. Aufgrund dessen hatte er sich vorübergehend für ein Jahr von ihr getrennt. Aber es war auch die schlimmste Zeit seines Lebens gewesen, denn trotz alledem hatte er sie immer noch geliebt. Sie war die Liebe seines Lebens und seine Angst, sie irgendwann an einen anderen Mann verlieren zu können, war sehr groß gewesen.

Innig küsste er sie und sah sie wieder als junges Mädchen vor sich, das so temperamentvoll und zügellos gewesen war. Sie hatte mit ihrer wilden Entschlossenheit und ihrem Temperament sein bis dato ruhiges Studentendasein komplett auf den Kopf gestellt. Fortan hatte er sie sein „texanisches Cowgirl“ genannt. Ja, für ihn war es war die berühmte Liebe auf den ersten Blick gewesen. Jedoch war er zu schüchtern gewesen, ihr es auch zu zeigen.

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Henry dachte wieder an den Abend zurück und an die angekündigte Hochzeit Carlos mit Erics Tochter. Es wird ihm das Herz brechen, wenn er davon erfährt, dachte Henry besorgt. Warum wollte Carlo Trish heiraten? Sie könnte schließlich seine Tochter sein. Nach Anjelicas Weggang hatte er Eric einmal gefragt, ob er jemals in Betracht gezogen hätte, er könne nicht Trishs Vater sein. Henry hatte stets das schlechte Gewissen geplagt, da alle von Anjelicas Affäre mit Carlo gewusst hatten, nur Eric selbst nicht. Oftmals hatte er sich gefragt, warum er es ihm nie gesagt hatte. Den besten Freund sollte man nicht im Ungewissen lassen, wenn die eigene Ehefrau ihn betrügt. Aber er hatte geschwiegen, wie alle anderen auch.

Warum nur war Anjelica nach all den Jahren zurückgekommen? Bestimmt nicht, um Trish wiederzusehen, dachte er grimmig. Nein, das hatte sie doch nie interessiert. Zugegeben, sie war immer noch eine auffallend schöne, attraktive Frau und er konnte Eric damals in vielerlei Hinsicht nicht verstehen. Als er ihm in einem „Männergespräch“ einmal mitgeteilt hatte, dass es in ihrer Ehe nur sehr wenig Sex gäbe, hatte es Henry zunächst nicht glauben wollen. Anjelica war eine sinnliche und sehr leidenschaftliche Frau, die alle Männerblicke auf sich zog.

Zärtlich sah er Caroline an, während er ihr zuraunte: „Ich liebe Dich auch, mein Schatz. Laß‘ uns ins Bett gehen, es ist schon recht spät.“ Sie lächelte ihn an und dann küssten sie sich erneut.




Kapitel 73 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Simsi68 » 15.01.2018, 19:27

Hallo Marga! :winken02

Zu Deiner Kommentar-Beantwortung:
cheli24 hat geschrieben:Na ja, ich glaube eher, da fällt Weihnachten und Ostern zusammen. :weinen3: Schade, aber da kann man leider nichts machen.
Ja, leider… Ich finde es sehr sehr schade, dass niemand ein Feedback abgeben möchte. :weinen1
cheli24 hat geschrieben: Solange Du noch mitliest und kommentierst, werde ich nicht aufhören und umgekehrt wird es wohl auch so sein. Mir macht das Schreiben und Spielen nach wie vor Spaß, auch wenn ich nicht immer die Zeit dazu habe, zumal jetzt auch mein baldiger Urlaub vor der Tür steht. :freu1
Und solange Du schreibst und postest, werde ich auch immer weiter lesen und kommentieren und freue mich auf jedes einzelne Kapitel von dir! :hug02

Bezüglich Gruppenkegel:
cheli24 hat geschrieben:Du wirst lachen, ich wusste nicht, wie ich die weg bekomme und wenn ich ehrlich bin, weiß ich das immer noch nicht. :confus1 Wie bekommt man die den weg? :confus2 Ich nehme einmal an, dass es einen Cheat dafür gibt.
Neee, keinen Cheat. Ganz einfach im Spiel. Du klickst auf einen der Sims mit Gruppenkegel, am besten auf den, der das Treffen eingeleitet hast und klickst dann auf „Gruppe auflösen“. Ja, ich glaube, so heißt es. Hab es schon tausend Mal mindestens gemacht, aber weiß trotzdem nicht genau, wie es heißt ;)
cheli24 hat geschrieben:Mal eine Frage am Rande: wer trachtet Anjelica nach dem Leben?
Tja, darüber habe ich auch schon häufig nachgedacht und irgendwie bin ich immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, dass es evtl. DeMarco sein könnte…


So, und nun zu Deinen Kapiteln...

Zu Kapitel 71:
So hübsch hat sich Trish wieder mal gemacht, und das obwohl sie Schmerz erfüllt ist, wenn sie an Kyle denkt und an das was ihr bevor steht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Sheila Charlene nicht mag, besonders seit dem was damals passiert ist, auch wenn die beiden zwischenzeitlich miteinander gesprochen haben.

Dann das Event…
Oh man, Charlene schon wieder! Ja ja, sie lässt mal wieder tief blicken!!! Oh Gott, wie kann man nur so rumlaufen?! :help
Haha, gut vorstellbar, dass Kyle dieses Kleid auch nicht gefällt, er es eher billig als sexy sieht. Kyle steht auf sowas nicht. Und am allerwenigsten auf Charlene. :nicken
Ja, das war ja wohl klar, dass sie Kyle wieder nach Strich und Faden anmacht!
Oh oh, Kyle, du hättest sie nicht bitten sollen, an seinem Tisch und den seiner Eltern Platz zu nehmen. Das war ja wohl klar, dass sie sich das nicht entgehen lässt! Aber :lachen: nun kann sie nicht mal direkt bei ihm sitzen. Also ich würde da mal sagen: „Do dada ma a stinga!“ was soviel heißen soll: „Da würde mir aber fürchterlich stinken!“ wenn Du weißt was ich damit meine.
Ach herrjeh, was die wieder für ein Gesicht zieht!

Kyle´s Blicke schweifen umher… Und dann sieht er Moniqué. Ja, sie ist wirklich sehr hübsch. Und das Kleid tut sein Übriges.

Oh ooooh, Trish hat ganz schön mit sich zu kämpfen. Kyle wieder zu sehen, war nicht einfach für sie.

Ähm, ja…. Charlene´s Gedanken:

„Und wie die ausgesehen hatte, als wäre sie in den Farbkasten gefallen, vom den hässlichen Kleid gar nicht zu reden.“
DAS muss ausgerechnet sie sagen bzw. denken! Ausgerechnet sie!!!
„Wie kann man bei so einer Figur nur so ein Kleid anziehen? Die ist doch viel zu fett dazu und erst ihre breiten Hüften.“
Bitte WAS?!? Trish zu fett??? Dass ich nicht lache!!! Nur weil sie selbst das reinste Knochengerüst ist, oder wie?!? Boah, da geht mir echt der Hut hoch!
„Die ist doch so etwas von unnatürlich und…“
Da fragt sich wohl, WER von beiden Damen da unnatürlich ist! Bild
Ach, Madame Charlene hätte auch gerne mal eine Nacht mit Carlo verbracht. :grins Sieh an, sieh an! Doch dieser beachtet sie überhaupt nicht. Tja, was für ein Pech aber auch :lachen:
Tja, da ist die Ironie bei mir schon wieder durchgekommen!


Oh Gott: „Am Aussehen kann es schließlich nicht liegen. Diese aufgetakelten Hühner würde ich doch in jedem Schönheitswettbewerb schlagen.“ DAS ist wieder typisch Charlene!!! Einbildung ist auch eine Bildung oder? Lieber eingebildet ausgehen, als ausgebildet eingehen?! Oder? Bild
Ich will nicht sagen, dass sie hässlich ist, nein, das ist sie nicht. Sie ist sehr wohl hübsch, kein Zweifel, nur ihr Charakter macht sie hässlich. Aber trotzdem gibt es definitiv hübschere Frauen, wie z.B. Trish und Moniqué…

Und dann treffen Kyle und Trish im Gang aufeinander… Maaaaaaaan, wie sehnsuchtsvoll die beiden sich letztendlich küssen. Es ist wirklich Herz zerreißend!!!
:weinen1

Und wenig später die kleine Rede von Carlo, in der er der Gesellschaft Trish vorstellt.

Zu Kapitel 72:

Als seine Verlobte und zukünftige Ehefrau. Nun nimmt das Schicksal seinen Lauf. Armer Kyle – und natürlich arme Trish! Und ich bleibe dabei: Sie hätte das nicht tun dürfen! Sie hätte damals in Monte Vista abhauen sollen, so lange sie es noch gekonnt hätte und mit Kyle zusammen glücklich werden sollen!

Wie in Trance bekommt Kyle das alles mit und kann nicht glauben, was er da gerade gehört hat. Der Arme!


„Carlo nagte indes das schlechte Gewissen, als er Caroline’ s Worte im Hintergrund vernommen hatte. Kyle würde ihm wohl nicht mehr in die Quere kommen, sowie er vorhin aus dem Saal gestürmt war. Aber wie sollte er das Caroline erklären?“
Gar nicht! Da gibt es nichts zu erklären, Carlo! Ich schätze mal, dass es nun auch mit Caroline´s Freundschaft vorbei ist. Sie wusste schließlich, dass Kyle mit Trish zusammen war, dass Trish die erste Frau nach Marlena´s Tod war, die Kyle etwas bedeutete, viel bedeutete und jetzt DAS!!! Carlo hat alles kaputt gemacht! Nein, da gibt es nichts zu erklären.

„Aber welchen Nutzen hast Du davon?“ Ja, das habe ich mich auch schon unzählige Male gefragt, wenn ich ehrlich bin. Welchen Nutzen hat Carlo davon, wenn er Trish heiratet?! Außer sie von Kyle fern zu halten, fällt mir keiner ein!

Draußen trifft Kyle auf Moniqué. Sie weiß genau, was in Kyle vorgeht, dass es ihm beschissen geht. Und sie warnt ihn vor Charlene. Mit Recht!

Ach neee, Charlene war also nicht begeistert, dass Kyle nicht mit zu ihr kam. Was glaubt die denn??? Dass Kyle seine Eltern mit Sheila mit dem Taxi nach Hause fahren lässt und er selbst nichts besseres zu tun hat, nach dem was er an diesem Abend erlebt bzw. erfahren hat, sich von Charlene anmachen zu lassen?! Neeee…

Kyle bringt Sheila selbstverständlich noch ins Bett. Und sie bekommt auch noch ein Geschenk. Wow! Photoshop, Donnerwetter!
:daumenhoch1

Naja, und bei dem Gespräch anschließend mit seinen Eltern kommt ihm alles wieder hoch, als er sarkastisch meinte: „Die einen egoistisch und die Anderen spielen Dir irgendetwas vor, um Dir schließlich einen Arschtritt zu verpassen…“ Dass die eine egoistisch ist, ist wahr, aber die andere, nämlich Trish, hat ihm nichts vorgespielt, das war/ist alles echt, was sie für ihn empfand/empfindet. Aber das weiß und glaubt er jetzt natürlich nicht mehr!

Oh oooh, und dann – durch ein „falsches“ Wort von Caroline kommt nun Henry wieder alles hoch. Von damals, als Caroline ihm gebeichtet hat, ihn mit Carlo betrogen zu haben… Aber glücklicherweise glätten sich die Wogen gleich wieder, als Caroline beteuert, dass sie nur Henry will – bis ans Ende ihres Lebens.


„Als er ihm in einem „Männergespräch“ einmal mitgeteilt hatte, dass es in ihrer Ehe nur sehr wenig Sex gäbe, hatte es Henry zunächst nicht glauben wollen. Anjelica war eine sinnliche und sehr leidenschaftliche Frau, die alle Männerblicke auf sich zog.“
Naja, ganz klar, Anjelica hatte Eric damals geheiratet, weil Carlo sie nicht mehr haben wollte, weil dieser eine andere hatte. Es war keine Heirat aus Liebe. Genauso wenig wie die von Carlo und Trish. :weinen2

Das waren wieder 2 tolle Kapitel! Text alles in allem wieder super geschrieben und mit tollen vielsagenden Bildern versehen! :daumenhoch2 Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02
Und da ich auch jetzt wieder nicht mehr genau weiß, wie es weiter geht, bin ich gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf! :klatschen1

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: SdV Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 16.01.2018, 02:46

Hallo Astrid, :winken

oh, Du warst aber schnell. Vielen lieben Dank. :hug02 Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, MA zu kommentieren. Aber der Kommentar folgt in den nächsten Tagen. Versprochen. So jetzt aber zu meiner Kommentarbeantwortung.


Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Hallo Marga! :winken02Und solange Du schreibst und postest, werde ich auch immer weiter lesen und kommentieren und freue mich auf jedes einzelne Kapitel von dir! :hug02

Das ist bei mir genauso. Dann schreiben wir eben für uns Beide.
:hug02
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Neee, keinen Cheat. Ganz einfach im Spiel. Du klickst auf einen der Sims mit Gruppenkegel, am besten auf den, der das Treffen eingeleitet hast und klickst dann auf „Gruppe auflösen“. Ja, ich glaube, so heißt es. Hab es schon tausend Mal mindestens gemacht, aber weiß trotzdem nicht genau, wie es heißt ;)
Ich hatte ja den Rückblick zusammenhängend geschrieben und gespielt, somit auch diese Geburtstagsfeier Carlo' s. Aus dem Grund hatte ich die alle zu einer Gruppe zusammengefügt, da die Sims nie das machen wollten, was ich wollte, obwohl der freie Wille ausgeschaltet war. Die Bilder im Pool sind auch während dieser Gruppenphase entstanden. Ich war mir aber nicht sicher, was passieren würde, wenn ich das jetzt wieder auflöse. Deshalb hatte ich es dann gelassen. Mich hatte es auch gestört, aber ich wusste keine andere Lösung. :confus3
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
cheli24 hat geschrieben:Mal eine Frage am Rande: wer trachtet Anjelica nach dem Leben?
Tja, darüber habe ich auch schon häufig nachgedacht und irgendwie bin ich immer wieder zu dem Ergebnis gekommen, dass es evtl. DeMarco sein könnte…
Echt, DeMarco? Hm, warum könnte er das wollen? :confus2 Vielleicht gibt es ja jemanden, den man noch gar nicht kennt. Na ja, schauen wir mal.
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Oh man, Charlene schon wieder! Ja ja, sie lässt mal wieder tief blicken!!! Oh Gott, wie kann man nur so rumlaufen?! :help Haha, gut vorstellbar, dass Kyle dieses Kleid auch nicht gefällt, er es eher billig als sexy sieht. Kyle steht auf sowas nicht. Und am allerwenigsten auf Charlene. :nicken

Na ja, Trish kleidet sich auch sexy, ebenso wie Monique, aber eben mit Stil. Beide würden solch ein Kleid nicht anziehen, obwohl es an ihnen vielleicht ganz gut aussehen würde. Aber sowohl Trish als auch Monique gewähren nie einen solchen Einblick und das Kleid war schließlich sehr gewagt. Haha und unter uns gesagt, der Hungerhaken hatte darin einfach unmöglich ausgesehen. Vulgär und billig, :> na ja, passt zu Charlene. Eigentlich wollte ich die zuvor ins Solarium schicken, aber dann hatte mir die Zeit nicht mehr gereicht. Aber die war schon einmal da drin und hatte hinterher ausgesehen wie ein Krebs, knallrot. :D Bei Trish war es anders, die hatte eine schöne gebräunte Farbe, als ich sie für die Aufnahmen in Sunlit Tides reingeschickt hatte. Damals, als sie mit ihren Freundinnen dort war. Aber Trish hat die dunkle Hautfarbe Anjelica' s und bräunt daher sehr schnell. Es genügt, wenn sie sich einmal in die Sonne legt, ebenso wie Monique oder Chiara, aber die kennst Du noch nicht.
;)
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Ja, das war ja wohl klar, dass sie Kyle wieder nach Strich und Faden anmacht!

Tja, die Aktion ging leider ins Leere, da Kyle gleich aufgesprungen ist.
:lol:
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Oh oh, Kyle, du hättest sie nicht bitten sollen, an seinem Tisch und den seiner Eltern Platz zu nehmen. Das war ja wohl klar, dass sie sich das nicht entgehen lässt! Aber :lachen: nun kann sie nicht mal direkt bei ihm sitzen. Also ich würde da mal sagen: „Do dada ma a stinga!“ was soviel heißen soll: „Da würde mir aber fürchterlich stinken!“ wenn Du weißt was ich damit meine.

Ja, ihm direkt gegenüber saß Sheila und neben ihm seine Eltern. Kyle wollte letztendlich nur höflich sein. Insgeheim hatte er gedacht, sie würde Nein sagen. Kyle, Du Trottel! Charly und Nein gibt es nicht! :schuetteln Irgendwann muss er sie doch mal durchschauen.
:roll:
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Ach herrjeh, was die wieder für ein Gesicht zieht!

Ich liebe diese Grimassen, ich muss bei ihr nichts machen. Die zieht immer so ein Gesicht.
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Kyle´s Blicke schweifen umher… Und dann sieht er Moniqué. Ja, sie ist wirklich sehr hübsch. Und das Kleid tut sein Übriges.
Das Kleid ist auch offenherzig, aber wirkt an Monique nicht billig, da sie eine Frau mit Stil ist. Bei Charlene würde das Kleid unmöglich aussehen. Und schau mal genau hin, ihre Brüste sind wirklich verschoben. Das liegt wahrscheinlich am Skin, denn Trish und Monique haben glaube ich den gleichen und da sieht das ganz anders aus. Vermutlich hatte Charlene' s Schönheitschirurg keinen guten Tag erwischt. :lachen:
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Ähm, ja…. Charlene´s Gedanken...:[/color][/b]

Ja, sie schließt eben von sich auf Andere. Die Lady hat sie eben nicht mehr alle.
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Ach, Madame Charlene hätte auch gerne mal eine Nacht mit Carlo verbracht. :grins Sieh an, sieh an! Doch dieser beachtet sie überhaupt nicht. Tja, was für ein Pech aber auch :lachen: Tja, da ist die Ironie bei mir schon wieder durchgekommen!

Ich glaube, er mag Charlene nicht. Die beiden hatten aber auch noch nie etwas miteinander zu tun. Ich müsste es mal testen, ob er auf sie anspringen würde. :lachen Bei Anjelica und Caroline musste ich nie viel machen. Das kam fast von alleine. :verliebt:
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Ich will nicht sagen, dass sie hässlich ist, nein, das ist sie nicht. Sie ist sehr wohl hübsch, kein Zweifel, nur ihr Charakter macht sie hässlich. Aber trotzdem gibt es definitiv hübschere Frauen, wie z.B. Trish und Moniqué…


Ja, das ist richtig. Hässlich ist sie eigentlich nicht, aber es ist einfach ihre Art und wie Du auch richtig erkannt hast, ihr Charakter.
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Und dann treffen Kyle und Trish im Gang aufeinander… Maaaaaaaan, wie sehnsuchtsvoll die beiden sich letztendlich küssen. Es ist wirklich Herz zerreißend!!! :weinen1

Ich musste da auch ein paar Mal schlucken, da ich ja wusste, was danach kommt. Es war die letzte Gelegenheit Trish's, Kyle zu zeigen, dass sich ihre Gefühle ihm gegenüber nicht geändert haben.
:weinen3:
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Als seine Verlobte und zukünftige Ehefrau. Nun nimmt das Schicksal seinen Lauf. Armer Kyle – und natürlich arme Trish! Und ich bleibe dabei: Sie hätte das nicht tun dürfen! Sie hätte damals in Monte Vista abhauen sollen, so lange sie es noch gekonnt hätte und mit Kyle zusammen glücklich werden sollen!


Ja, vielleicht wäre es wirklich das Beste gewesen. Aber die Angst um Anjelica saß tiefer.
:(
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Wie in Trance bekommt Kyle das alles mit und kann nicht glauben, was er da gerade gehört hat. Der Arme!

Ich denke, seine Mimik hat die ganze Trauer und das Unverständnis ausgedrückt, als Carlo Trish als seine Verlobte vorgestellt hatte. Da hatte er mir auch sehr Leid getan, mein armer Kyle.
:weinen2
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
„Aber welchen Nutzen hast Du davon?“ Ja, das habe ich mich auch schon unzählige Male gefragt, wenn ich ehrlich bin. Welchen Nutzen hat Carlo davon, wenn er Trish heiratet?! Außer sie von Kyle fern zu halten, fällt mir keiner ein!
Dazu sage ich jetzt nichts.
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Ach neee, Charlene war also nicht begeistert, dass Kyle nicht mit zu ihr kam. Was glaubt die denn??? Dass Kyle seine Eltern mit Sheila mit dem Taxi nach Hause fahren lässt und er selbst nichts besseres zu tun hat, nach dem was er an diesem Abend erlebt bzw. erfahren hat, sich von Charlene anmachen zu lassen?! Neeee…
Nee, ganz bestimmt nicht. Er war nicht besessen auf Charlene' s Gesellschaft und hätte seine Familie niemals mit dem Taxi heimfahren lassen. :schuetteln
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Kyle bringt Sheila selbstverständlich noch ins Bett. Und sie bekommt auch noch ein Geschenk. Wow! Photoshop, Donnerwetter![/color][/b] :daumenhoch1

Toller Daddy, oder? Sheila hatte sich sehr darüber gefreut.
:klatschen1
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Naja, und bei dem Gespräch anschließend mit seinen Eltern kommt ihm alles wieder hoch, als er sarkastisch meinte: „Die einen egoistisch und die Anderen spielen Dir irgendetwas vor, um Dir schließlich einen Arschtritt zu verpassen…“ Dass die eine egoistisch ist, ist wahr, aber die andere, nämlich Trish, hat ihm nichts vorgespielt, das war/ist alles echt, was sie für ihn empfand/empfindet. Aber das weiß und glaubt er jetzt natürlich nicht mehr!


Er ist verbittert und schwer enttäuscht, steht quasi vor einem Scherbenhaufen. Die Frau, die er von Herzen liebt, wird einen anderen Mann heiraten. Und ausgerechnet Carlo wird es sein. Der Mann, der seiner Meinung nach, Marlena auf dem Gewissen hat.
:x
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
„Als er ihm in einem „Männergespräch“ einmal mitgeteilt hatte, dass es in ihrer Ehe nur sehr wenig Sex gäbe, hatte es Henry zunächst nicht glauben wollen. Anjelica war eine sinnliche und sehr leidenschaftliche Frau, die alle Männerblicke auf sich zog.“Naja, ganz klar, Anjelica hatte Eric damals geheiratet, weil Carlo sie nicht mehr haben wollte, weil dieser eine andere hatte. Es war keine Heirat aus Liebe. Genauso wenig wie die von Carlo und Trish. :weinen2


Mutter und Tochter haben anscheinend doch mehr Gemeinsamkeiten, als sie es für möglich halten. Richtig, Anjelica hatte Eric nur geheiratet, weil Carlo sie nicht wollte. Oder konnte er nur nicht so, wie er wollte? Warum sind die Beiden nicht zusammengeblieben? Aus welchem Grund haben sich ihre Wege getrennt? :confus2 Unwiderruflich ist Carlo Anjelica' s große Liebe, sowie sie seine. Hm. Bald wirst Du es erfahren.
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Das waren wieder 2 tolle Kapitel! Text alles in allem wieder super geschrieben und mit tollen vielsagenden Bildern versehen! :daumenhoch2 Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02


Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir immer wieder machst und hier teilst. Ich habe mich wieder riesig darüber gefreut, liebe Astrid.
:hug02
Simsi68 hat geschrieben:
15.01.2018, 19:27
Und da ich auch jetzt wieder nicht mehr genau weiß, wie es weiter geht, bin ich gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf! :klatschen1



Das erfährst Du gleich im Anschluß, wenn es mit zwei weiteren Kapiteln weitergeht.


LG Marga

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