Schatten der Vergangenheit

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cheli24
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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 16.01.2018, 02:48

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!



Hallo zusammen, :winken

erneut geht es mit zwei neuen Kapiteln weiter, zu dem ich wieder viel Spaß beim Lesen wünsche. Ich hoffe,sie gefallen Euch.



LG cheli24 (Marga)





Kapitel 73




Verdrängen und Vergessen



Als Kyle die Skyline Bridgeports vor sich sah, hatte er einen Entschluss gefasst. Er würde sich mit Monique in der Disco treffen und alles andere auf sich zukommen lassen. Rasch fuhr er mit seinem Wagen zu seiner Wohnung, um dann mit einem Taxi weiterzufahren. Es war gegen 23 Uhr, als er die Disco betrat. Unten auf der Tanzfläche war nicht viel los. Die meisten der Gäste befanden sich in den oberen Räumen. Er hatte Monique sofort entdeckt und ging zielstrebig zur Tanzfläche.

Als sie ihn auch erblickte, kam sie auf ihn zugelaufen und fiel ihm um den Hals. „Schön, dass Du doch noch gekommen bist. Hast Du Lust auf einen Drink?“

Er genoss die Wärme ihres Körpers, als sie sich an ihn schmiegte. Ihr Parfum stieg ihm in die Nase und benebelte zusehends seine Sinne.

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Gemeinsam begaben sie sich zur Bar und nahmen einen Cocktail zu sich. Sie unterhielten sich leise, während sie einen Drink nach dem anderen bestellten. Das Thema Verlobung klammerten sie jedoch aus. Sie waren schon reichlich angeheitert, als sie zurück auf die Tanzfläche gingen. Aufreizend bewegte sich Monique zu den Beats, während Kyle ihr fasziniert dabei zusah und es ihr schließlich gleichtat.

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Als ein langsamer Song gespielt wurde, zog Kyle sie eng an sich und beide sahen sich stumm in die Augen, während sie sich kaum von der Stelle rührten. Kyle schloss kurz seine Augen, ehe er Monique fest an sich presste und seine Lippen ihren Mund suchten. Sie schien kurz überrascht zu sein, doch dann erwiderte sie seinen Kuss, der schließlich immer fordernder wurde. Als sich ihre Zungen berührten, stöhnten beide leise auf.

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Erregt raunte ihr Kyle ins Ohr. „Laß‘ uns raus gehen.“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, nahm er sie an die Hand und ging mit ihr nach draußen. Er zog sie an sich und fragte leise: „Kommst Du mit zur mir? Ich will heute Nacht nicht alleine sein.“

Monique strich ihm über die Wange und hauchte ein leises „Ja“.

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Schnell hatten sie ein Taxi organisiert, das sie zu Kyle' s Wohnung brachte.

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Wenig später


Kyle hatte für sich und Monique einen Drink gemixt, den sie beide schweigend zu sich nahmen. Draußen goss es mittlerweile in Strömen und der Regen peitschte an die Scheiben. Neugierig sah sie sich um. „Du hast es sehr schön hier oben und sogar einen Whirlpool. Der fehlt mir eigentlich noch.“

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Kyle stellte sein Glas wortlos ab und kam auf sie zu. Ohne seinen Blick von ihr zu lösen, nahm er ihr das leere Glas auf der Hand und stellte es auf der Bar ab. Gebannt und mit klopfenden Herzen sah sie ihn an, als er sie an sich zog. Seine Hände strichen behutsam ihren nackten Rücken rauf und runter, während sie sich an ihn schmiegte. Er genoss ihren warmen Körper in seinen Armen, ihre Finger, die sanft seinen Nacken streichelten.

Mit heiserer Stimme raunte Kyle schließlich: „Monique, ich hab‘ Dich wirklich sehr gern, aber mehr als…“

Sie schüttelte den Kopf und legte ihre Finger an seine Lippen „Sex ohne Verpflichtung, das ist okay, Kyle. Du machst gerade eine schwere Zeit durch und hattest heute einen beschissenen Tag. Bei Dir weiß ich wenigstens, dass ich nicht ausgenutzt werde.“

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Er hielt sie ein wenig von sich ab und strich ihr zärtlich über die Wange, ehe er ihr tief in die Augen sah: „Du bist eine wunderschöne und sehr sinnliche Frau. Glaube mir Monique, irgendwann wirst auch Du den Mann fürs Leben finden. Das wünsche ich Dir von ganzen Herzen.“

Langsam senkte er seinen Mund auf ihre Lippen und spürte, wie sie sich ihm entgegen streckte. Als sie ihren Mund öffnete, ließ er seine Zunge tief hineingleiten. Beide stöhnten auf und ließen ihre Zungen spielerisch übereinander kreisen. Immer leidenschaftlicher und wilder wurden ihre Küsse. Sie war eine fantastische Küsserin, die jeden Mann in Ekstase versetzen konnte. Schon damals in Starlight Shores war er ihren Reizen erlegen. Seine Lippen wanderten ihren Hals hinunter, während sich seine Hand unter ihren Träger schob.

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Aber auch Monique blieb nicht passiv. Ihre Hand glitt an seinem Hemd hinunter, um an seiner Gürtelschnalle zu verweilten. Sie spürte seine wachsende Erregung, während sie sich selbst kaum noch zurückhalten konnte. Keuchend löste er sich von ihr und umfasste ihre Hand. „Lass‘ uns nach oben gehen“, flüsterte er erregt.

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Kaum in seinem Schlafzimmer angelangt, küssten sie sich erneut leidenschaftlich und wild. Kyle stöhnte auf, während er seine Hände über ihre Brüste gleiten ließ. Er senkte seinen Kopf und küsste die zarte Haut ihrer Rundungen.

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Gierig zog er sie schließlich mit auf‘ s Bett und beugte sich über sie. Minutenlang wälzten sie sich von einer Seite zur anderen, ehe sie vom Bett stieg, um sich ihres Kleides zu entledigen.

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Da sie den Reisverschluss jedoch nicht aufbekam, legte Kyle Hand an und ließ das Kleid an ihr hinunter gleiten. Er sog scharf die Luft ein, als sie nur noch in einem schwarzen Seidenslip vor ihm stand. Hastig schlang er seine Arme um ihre nackten Brüste und küsste ihren Nacken. Ruckartig dreht sie sich zu ihm um, während er seine Zunge erneut in ihren Mund schob. Ohne von ihr abzulassen, zog er sein Jacket aus und knöpfte sein Hemd auf, während sie sich an seiner Gürtelschnalle zu schaffen machte. Rasch öffnete er den Reisverschluss seiner Hose, die sie ihm hastig nach unten zog. Eng aneinander gepresst küssten sie sich wild und hemmungslos. Erregt raunte er: „Du bist wunderschön, Moniqué.“

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Wortlos machte sie sich von ihm los und zog ihn in Richtung Bett. Sichtlich erregt beugte sie sich über ihn und fuhr mit der einen Hand über seine Brust, während sie die andere nach unten gleiten ließ.

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Mit einem lauten Stöhnen entledigten sich beide ihrer Unterwäsche und huschten unter die Decke. Schwitzend kam Kyle noch einmal unter der Decke hervor, um nach dem Päckchen auf seinem Nachtisch zu greifen. Er wusste zwar, dass Monique die Pille nahm, aber er wollte auf Nummer sicher gehen. Nicht, dass sie eventuell schwanger werden könnte, sondern auch aufgrund ihrer wechselnden Bekanntschaften. Monique hatte ihm damals in Starlight Shores erzählt, dass sie grundsätzlich auch auf männliche Verhütung bestand. Schnell schlüpfte er wieder unter die Decke und stöhnte auf, als Monique seine empfindlichen Stellen berührte. Sanft legte er sich schließlich auf sie, ehe ihre Körper miteinander verschmolzen.

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Sie liebten sich wild und leidenschaftlich, in allen möglichen Stellungen, einmal war sie oben, dann wieder Kyle. Sie passten sich gegenseitig dem Rhythmus an und kamen schließlich gemeinsam zum Höhepunkt. Schwitzend und heftig atmend lagen sie einige Zeit später nebeneinander und streichelten sich gegenseitig, ehe sie sich erneut leidenschaftlich liebten. Es war schon früh am Morgen, der Astoria Tower zeigte sich im dichten Nebel, ehe sie fest aneinander gekuschelt endlich eingeschlafen waren.

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Einige Stunden zuvor


Wieder zuhause angekommen, stießen Trish, Carlo und Anjelica mit einem Glas Sekt noch einmal auf die Verlobung an. Da Trish jedoch Kopfschmerzen hatte, trank sie nur ein Glas Orangensaft. Während Carlo und Anjelica den Abend noch einmal Revue passieren ließen, blieb Trish auffallend still. Schließlich stand sie auf, um sich von den beiden zu verabschieden.

Anjelica erhob sich ebenfalls und sah Trish eindringlich an, um schließlich zu fragen: „Wann willst Du es Eric sagen, mein Schatz?“

Trish wurde blass und meinte bitter: „Es wird ihn nicht interessieren. Immerhin hat er mich aus dem Haus geworfen. Morgen früh wird er es eh aus der Presse erfahren.“

Anjelica schüttelte den Kopf. „Also, ich finde, es wäre besser, Du würdest es ihm selbst sagen.“

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Nun mischte sich Carlo ein. „Du hast doch gehört, dass Eric sie aus dem Haus geworfen hat. Warum sollte sie es ihm also sagen? Du kannst ihn ja anrufen.“

Empört stieß Anjelica hervor: „Ich? Du spinnst ja.“

„Aber Deine Tochter willst Du vorschicken, ja?“

„Ich wüsste nicht, was Dich das angeht.“

Trish war bei dieser Auseinandersetzung beinahne der Kragen geplatzt und erbost rief sie: „Könnt Ihr Euch einmal nicht streiten? Ihr denkt doch nur an Euch. Wie es mir geht, ist Euch doch scheißegal.“

„Aber Trish, mein Schatz“, versuchte Anjelica ihre Tochter zu beruhigen.

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Doch diese ließ sie einfach stehen und wandte sich ab, um nach oben zu gehen. Carlo lief er ihr besorgt hinterher und rief: „Trish, warte. Es tut mir Leid. Ich hätte mich nicht einmischen sollen. Selbstverständlich ist es Deine Sache, ob Du Eric informierst oder nicht. Nachdem er Dich rausgewofen hat... Na ja, ich kann Dich schon verstehen. Aber was ist mit Maureen?“

„Was soll mit ihr sein? Sie erfährt es doch auch morgen“, unterbrach ihn Anjelica, noch ehe Trish antworten konnte.

Zornig drehte ich Carlo um. „Jelica, halt‘ jetzt endlich den Mund. Ich rede mit Deiner Tochter.“

Als er sah, dass Trish die Hände gegen ihre Schläfen presste, fragte er mitleidvoll: „ Ist es so schlimm? Soll ich Dir einen Tee kochen?“

Doch Trish schüttelte den Kopf. „Nein, ich nehme eine warme Dusche und gehe zu Bett. Der Abend war doch etwas anstrengend.“

„Oben im Arzneimittelschränkchen sind Kopfschmerztabletten. Wenn es aber schlimmer wird, dann gibst Du mir bitte Bescheid, ja?“

„Mach‘ Dir keine Sorgen, Carlo. Es sind nur Kopfschmerzen. Ich habe das häufig, wenn das Wetter umschlägt.“

„Na, gut“, seufzte er, „dann schlaf‘ gut. Bis morgen.“

„Ja, schlaf‘ Du auch gut.“ Sie zögerte, ehe sie rief: „Gute Nacht, Anjelica.“

„Gute Nacht, Trish“, erwiderte Anjelica den Gute-Nacht-Gruß.

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Lange hatte Trish unter der Dusche gestanden und das lauwarme Wasser über ihren Körper prasseln lassen. Schließlich schlang sie ein Badetuch um sich und putzte sich am Waschbecken die Zähne. Anjelica’ s Verhalten hatte sie maßlos verärgert. Warum hat mich Dad denn aus dem Haus geworfen? Ich mache das doch alles ihretwegen. Ich weiß nicht, was Carlo gegen sie in der Hand hat, aber sie hat panische Angst davor, er könnte seine Drohung ernst machen. Wie kann sie dann also von mir erwarten, dass ich Dad anrufen soll? Ich mag gar nicht daran denken, wie er die Nachricht aufnehmen wird. Sie schluchzte auf. Warum habe ich mich darauf eingelassen und diesen Vertrag unterschrieben? Vielleicht hätte ich Carlo anderes überzeugen können. Was hat er nur gegen sie in der Hand? Was hast Du mir verschwiegen, Mum? Ihr wurde übel, als sie an die bevorstehende Hochzeit dachte. Bislang hatte Carlo keinen Versuch unternommen, sich ihr in irgendeiner Weise zu nähern. Sie war jedoch nicht so naiv, um zu denken, Carlo würde nicht mit ihr schlafen wollen. Ihr graute bei dem Gedanken, während sie erneut an Kyle dachte.

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Was er wohl gerade macht? Wahrscheinlich schläft er schon tief und fest.
Hätte Trish jedoch geahnt, dass Kyle nicht alleine war, wäre sie vermutlich heulend zusammengebrochen. Plötzlich hatte sie wieder seinen entsetzten Ausdruck vor Augen und schlug schluchzend die Hände vors Gesicht. Leise flüstere sie: „Kyle, ich liebe Dich“. Ob ich Dir jemals sagen kann, wie sehr ich Dich liebe? Wirst Du meine Beweggründe jemals verstehen können? Wahrscheinlich wirst Du mich verachten und nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Aber unser Kuss, Du musst es doch gespürt haben. Ihre Tränen hatten die Wimperntusche verwischt, als sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte.

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Nachdem Trish sich abgeschminkt und eingecremt hatte, zog sie ihr Schlafshirt über und bürstete ihre Haare durch. Anschließend füllte sie ein Glas nit Wasser und schluckte die Aspirin hinunter, die sie im Arzneimittelschrank gefunden hatte. Nachdenklich sah sie sich noch einmal im Spiegel an. Wie eine glückliche Braut sah sie wahrhaftig nicht aus und fragte sich, wie es auf den Fotos aussehen würde, die die Fotografen gemacht hatten.

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Sie stieß einen tiefen Seufzer aus, als sie ins Bett krabbelte. Obwohl todmüde, gingen ihre Gedanken erneut an den gestrigen Abend zurück.

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Sie war nun also offiziell mit Carlo verlobt und würde ihn am übernächsten Samstag heiraten. Tief atmete sie ein, während sie die Decke eng um sich schlang und endlich den wohlverdienten Schlaf suchte.

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Wie sollte sie den Tag nur überstehen und dann erst die Hochzeitsnacht? Sie fröstelte, als sie daran dachte. An seine Hände, die sie überall betatschen würden und der Ekel, wenn er keuchend auf ihr liegen würde, um die Hochzeitsnacht zu vollziehen. Gequält presste sie ihre Lippen fest zusammen, während ihr die Tränen in die Augen stiegen. Auf was hatte sie sich da bloß eingelassen?

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Am späten Vormittag


Es war gegen 10 Uhr, als sie gleichzeitig wach wurden. Eigentlich hatte Kyle um 7 Uhr im Büro sein wollen. Aber da hatte er noch nicht geahnt, dass er die Nacht mit Monique verbringen würde. Nach einem Guten-Morgen-Kuss gingen sie gemeinsam ins Bad. Nachdem sich beide die Zähne geputzt hatten, ging Monique unter die Dusche, während Kyle schnell auf dem Revier anrief, um sich einen Tag Urlaub zu genehmigen. Es würde nicht viel anstehen, hatte ihn Ethan wissen lassen und er solle seinen freien Tag genießen.

Monique verließ gerade die Dusche, als er auf der Toilette saß. Schnell warf er ihr ein Handtuch zu, das sie unter ihrem Busen knotete. Sie hatte auch gleich ihre Haare gewaschen und sah so ganz anders aus, als die Monique, die jedermann aus den Medien kannte. Erst jetzt fiel Kyle auf, wie natürlich sie doch war und dass sie zu den beneidenswerten Frauen zählte, die sich kaum schminken mussten.

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Während sie ihre Harre mit einem weiteren Handtuch durchgerubbelt hatte, fragte sie entsetzt: „Mist, was ziehe ich denn jetzt an? Ich kann doch nicht am Mittag mit einem Abendkleid aus Deinem Loft marschieren.“ Neugierig sah sie sich zu ihm um, während sie fragte: „Pinkelst Du eigentlich immer im Sitzen?“

„Hm, hm,“ brummte er vor sich hin und sah sie dabei interessiert an.

„War das Grunzen ein Ja oder Nein?“, wollte sie erneut wissen.

„Ich habe doch nicht gegrunzt“, meine er gespielt eingeschnappt. „Wie kommst Du denn auf so eine Frage?“

„Nun ja, Du bist der erste Mann, den ich im Sitzen pinkeln sehe.“

Grinsend zog er eine Augenbraue nach oben: „Ach ja, wie vielen hast Du denn dabei schon zugeschaut?“

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Er zog seinen Slip nach oben und bediente den Abzug. Danach ging er zum Waschbecken, um seine Hände zu waschen. Sie ließ ihren Blick über seine nackten Beine hinauf zu seinem Po wandern.

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Sie gab ihm auf seine Frage keine Antwort und fragte stattdessen nach einem Fön. „Im Schrank auf der rechten Seite, im unteren Schieber ist einer.“ Er schaute sie von Kopf bis Fuß an und sagte schließlich: „Ich glaube, Du dürftest Katies Kleidergröße haben. Sie lässt immer ein paar Klamotten hier, wenn sie hier ist. Warte mal, ich schaue mal kurz nach.“

Schon war er im Schlafzimmer verschwunden. Er schob die eine Schrankwand auf und holte aus dem Regal ein paar Jeans, ein Top und von der Kleiderstange eine Lederjacke. „Brauchst Du auch Schuhe?“, rief er ihr zu.

„Ja, ich habe nur diese Sandaletten.“

Schließlich gab er ihr noch ein paar bequeme schwarze Lederschuhe. „Hast Du alles?“, fragte er und murmelte etwas von Frühstück machen, ehe er die Wendeltreppe nach unten ging.

Monique föhnte derweil ihre Haare trocken, und band sie noch einmal frisch nach oben, während sie Katies Klamotten anzog. Wie sie schon gedacht hatte, passten sie ihr ausgezeichnet. Rasch ging sie ins Schlafzimmer zurück und öffnete das Fenster, während sie das Bett machte. Der Nebel wurde immer dichter, die umliegenden Häuser waren kaum noch zu sehen.

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Es strömte eiskalte Luft nach innen, so dass Monique leicht beim Betten machen fröstelte. Der Winter würde wohl bald vor der Tür stehen. Schnell schloss sie die Fenster und stellte die Heizung wieder an. Sie musste Kyle noch nach einer Tüte fragen, in der sie ihr Kleid und die Schuhe verstauen konnte. Sie dachte an die vergangenen Stunden zurück und sah nachdenklich aus dem Fenster. Heute war einer dieser Morgen, die sie nicht mochte. An der Seite eines Mannes in einem fremdem Bett aufzuwachen, war für sie nichts Neues. Meistens blieb es nicht einmal bei einem gemeinsamen Frühstück. Wie wäre es heute verlaufen, wäre sie Kyle nicht auf der Terrasse begegnet und es hätte für ihn nicht diesen so beschissenen Abend gegeben? Sie hatte sein Gesicht zwar nicht sehen können, als Carlo die Verlobung mit Trish verkündet hatte, aber als er plötzlich fast fluchtartig den Raum verlassen hatte, da hatte Monique nur noch eins und eins zusammenzählen müssen. Aber noch mehr hatte sie sich über Charlys selbstgefälliges Grinsen geärgert. Und Kyle nennt diese falsche Natter auch noch seine beste Freundin! Ich glaube, irgendjemand sollte Dir endlich einmal die Augen öffnen, mein Lieber. Sie ist nicht die, für die Du sie hältst. Ob Charly etwas damit zu tun hatte? Sie musste unbedingt herausfinden, was in Monte Vista vorgefallen war. Irgendetwas musste dort passiert sein, ansonsten würde eine Frau wie Trish doch diesen Vincenti nicht heiraten. Zugegeben, er war schon ein sehr attraktiver Mann, wenn man denn auf ältere Männer stand. Monique war zwei-, dreimal mit ihm ausgegangen, aber mit ihm geschlafen hatte sie nie. Er konnte sehr charmant sein, wenn er wollte, aber er hatte auch etwas Gefährliches an sich, weshalb sie sich damals auch nicht mit ihm eingelassen hatte. Aber warum wollte Trish ihn jetzt heiraten? Charly, wenn Du irgendwie dahinter steckst, dann wirst Du mich kennenlernen.

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Nie im Traum hätte sie vor diesem Event gedacht, mit Kyle nach der Veranstaltung im Bett zu landen. Es war sogar noch schöner und intensiver gewesen als beim ersten Mal in Starlight Shores. Sie hörte ihn in der Küche herum hantieren und beschloss ebenfalls nach unten zu gehen. Noch ein prüfender Blick, das Bett war gemacht, die Fenster zu, schließlich lief die die Treppen hinunter, um mittendrin plötzlich stehen zu bleiben. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als sie Kyle sah. Er war schon ein außergewöhnlicher Mann, der eine Frau auf jeden Fall sehr glücklich machen konnte. Davon war sie überzeugt. Aber sie war diese Frau nicht. Kyle liebte eine Andere, was für sie Grund genug war, die Finger von ihm zu lassen. Die Nacht mit ihm war sehr schön gewesen, aber aus ihrer Sicht durfte es nie mehr passieren. Das stand für sie unwiderruflich fest. Warum bin ich Dir nur nicht schon früher begegnet, Kyle? Sie wusste aber auch, dass er lange um seine verstorbene Frau getrauert hatte und zum damaligen Zeitpunkt wäre es einfach noch zu früh gewesen.

Noch immer verharrte sie auf den Stufen, was ihr gar nicht bewusst war, bis Kyle plötzlich lächelnd fragte: „Willst Du da oben Wurzeln schlagen?“

Schnell riss sie sich von seinem Anblick los und ging nach unten.

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Wenig später saßen sie sich am Esstisch gegenüber und ließen sich den leckeren Salat schmecken. Keiner sprach ein Wort, während leise Musik aus dem Radio erklang. Kyle musterte sie immer wieder verstohlen. Sie ist viel zu schade für irgendwelche One-Night-Stands. Warum tut sie sich das immer wieder an? Die Typen, die mit ihr ausgehen, wollen doch nur mit ihr angeben und sie so schnell wie möglich ins Bett bekommen. Nun ja, sie wird wohl ihre Gründe haben und außerdem geht es mich nichts an.

Doch dann fragte er plötzlich: „Kann ich Dich etwas fragen, Monique?“

Sie sah ihn überrascht an und nickte. „Was willst Du denn wissen, Kyle?“

Er räusperte sich leicht, als er schließlich sagte: „Du bist eine sehr schöne und sinnliche Frau. Warum gehst Du mit all diesen Typen ins Bett? Ist es wegen Sex oder… was bringt es Dir? Du bist dafür viel zu schade. Man kann sich wunderbar mit Dir unterhalten, Du bist humorvoll, kannst aber auch sehr einfühlsam sein, kurzum, der Typ Frau, mit der man Pferde stehlen kann. Warum lässt Du Dich von all diesen Kerlen immer wieder abschleppen? Ist es das, was Du willst, immer nur für eine Nacht?“

Monique schluckte schwer und fragte leise: „Bereust Du es, mit mir geschlafen zu haben, Kyle? Sag‘ jetzt bitte nicht, dass Du in mir auch nur die Frau siehst, die nicht mehr wert ist, als dass ein Mann sich mit ihr im Bett vergnügen kann. Dieses Gefühl habe ich schon zu oft vermittelt bekommen. Wenn Du jetzt auch so über mich denkst, Kyle dann…“ Sie brach ab, ihre Stimme hatte bei ihren letzten Worten immer brüchiger geklungen. Mühsam versuchte sie die Tränen zurück zu drängen.

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Entsetzt saß Kyle sie an und ergriff ihre zitternde Hand. „Um Himmels Willen nein, Monique. Das habe ich damit nicht sagen wollen. Du hast mich völlig missverstanden. Die Nacht mit Dir war wunderschön und die will ich auch nicht missen. Ich gehöre nicht zu den Typ Männern, die einer Frau das Gefühl vermitteln, nur fürs Bett gut zu sein. Ich wollte Dir damit lediglich sagen, dass Du viel zu schade für all diese Typen bist. Nicht mehr und nicht weniger. Es tut mir Leid, wenn ich mich da irgendwie falsch ausgedrückt habe. Also bitte vergiss, was ich gesagt habe.“

„Schon gut“, winkte sie ab. „Ich müsste mich eigentlich daran gewöhnt haben. Aber ich glaube, das wird wohl nie geschehen.“

Als sie den restlichen Salat weggeräumt und das Geschirr gespült hatten, nahmen sie auf Kyles geräumiger Rundcouch Platz. Zunächst herrschte Schweigen, bis Kyle schließlich begann: „Monique, ich möchte Dir danken, dass ich Durch Dich ein wenig vergessen konnte, was gestern passiert ist. Und ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen, dass Du kein Mittel zum Zweck bist. Nein, das bist und warst Du nicht, zu keinem Zeitpunkt. Unter anderen Umständen würde ich mich wahrscheinlich in Dich verlieben. Du bist eine fantastische Frau, lass Dir von niemanden etwas anderes einreden. Ich beneide den Mann, der Dich einmal zur Frau bekommt. Ich will, das Du das weißt.“

Minutenlang herrschte Schweigen, ehe sie leise begann: „Im Grunde genommen ist mir mein Mr. Right immer noch nicht begegnet und ich wünsche mir nicht mehr, als endlich von einem Mann geliebt zu werden. Jemand, der nicht nur an meinem Körper und den Sex mit mir interessiert ist, sondern der mich meiner selbst Willen liebt.“

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Monique schwieg einen Moment, ehe sie erwiderte: „Kyle, mir ist durchaus bewusst, dass mich der Großteil der Bridgeporter High Society und ganz besonders deren Damenwelt für eine Schlampe und ein Flittchen hält. Es macht mir auch nichts aus, ehrlich nicht. Aber durch Dich habe ich erfahren, dass es durchaus auch andere Männer gibt, die nicht nur meinen Körper wollen. Und ja, ich gäbe etwas darum, Du wärst der Mann an meiner Seite. Aber Dein Herz gehört einer anderen, da ist für mich kein Platz.“

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„Monique“, unterbrach Kyle sie.

Doch sie winkte nur kurz mit der Hand ab: „Nein, bitte lass’ mich ausreden. Ich habe Dich sehr gerne Kyle und deshalb möchte ich auch, dass Du glücklich wirst. Du liebst sie, habe ich Recht? Ich sehe es in Deinen Augen und während wir uns jetzt unterhalten, bist Du in Gedanken bei ihr.“

Resigniert schüttelte Kyle den Kopf. „Es ist vorbei, Monique. Sie hat sich für Carlo entschieden.“

Energisch warf sie ein: „Aber doch nicht, weil sie ihn liebt. Kyle, Du musst herausfinden, warum sie ihn heiraten will. Was ist in Monte Vista passiert? Kyle, Du kannst mir vertrauen. Ich werde niemandem etwas erzählen. Aber ich würde Dir so gerne helfen. Du darfst nicht zulassen, dass Carlo Trish heiratet. Kämpf‘ um sie und wenn Du Hilfe brauchst, egal welcher Art, dann kannst Du jederzeit zu mir kommen. Kyle, Du bist mir sehr wichtig und ich würde Dir gerne eine gute Freundin sein, ohne irgendwelche Hintergedanken oder Absichten. Egal, was man auch sonst so über mich behauptet oder die Presse über mich schreibt, aber vergebene Männer sind für mich tabu. Das war schon immer so.“

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Kyle wandte seinen Kopf zur Seite und starrte sekundenlang auf den Boden. Schließlich sah er sie an und sprach leise: „Nach Marlenas Tod hätte ich nicht gedacht, dass ich mich noch einmal so verlieben könnte. Wir hatten eine wundervolle Zeit in Monte Vista bis dann plötzlich…“

In kurzen Zügen erzählte er Monique, was sich in Monte Vista ereignet hatte...

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Als er geendet hatte, sah sie ihn neugierig an: „Du meinst, sie heiratet ihn nur, um ihr das Gefängnis zu ersparen? Hat sie Dir das so gesagt, Kyle?“

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Mit einem aufgesetzten Lächeln antwortete er müde: „Ich kann es leider nicht beweisen und die Wahrheit wird sie mir nicht sagen. Monique, ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Ich kann sie doch nicht so einfach in ihr Unglück rennen lassen.“

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„Dann kämpfe um sie, Kyle. Wenn sie Dir wirklich so viel bedeutet, dann lass‘ nicht zu, dass sie Vincenti heiratet.“ Sie hielt kurz inne, ehe sie leise fortfuhr: „Ich wurde in Roaring Heights geboren und bin dort auch zur Middleschool gegangen. Doch dann hatten sich meine Eltern getrennt. Mein Vater, er ist Regisseur und Dokumentarfilmer, ging nach Los Angeles und wir, meine beiden Geschwister und ich, sind mit meiner Mutter nach Starlight Shores gezogen. Dort habe ich auch meinen Highschoolabschluß gemacht. Mein Traum war es immer gewesen, aufs Konservatorium zu gehen. Aber meine Mum hat uns Kinder schon in jungen Jahren irgendwelche Werbeplakate zieren lassen. Ich habe schon als Baby meinen Kinderpopo in irgendwelche Kameras halten müssen. Als ich 8 war, hat mich meine Mum von einem Schönheitswettbewerb zum anderen geschleppt. Lasziv in die Kamera zu lächeln, gehörte für mich schon als 14-jährige zum Alltag. Meine Mutter hatte sich als Gelegenheitsschauspielerin ihr Geld mehr oder weniger verdient. Ohne die großzügige Unterstützung meines Vaters, hätten wir nie so feudal leben können.“

Überrascht fragte Kyle: „Dein Vater ist Regisseur?“

„Ja und um ihn zu schützen, habe ich mir den Namen Molliére zugelegt.“

„Warum um ihn zu schützen?“, wollte Kyle wissen.

„Ich wollte nicht, dass mein Lebenswandel ihm schadet, wenn die Presse dahinter kommen würde, wer ich in Wirklichkeit war.“

„Und wie heißt Du mit Deinem richtigen Namen, Monique?“

Sie atmete tief ein, ehe sie antwortete. „Monique Shazira Monton.“

Überrascht riss Kyle die Augen auf. „Monton? Doch nicht etwa Claude Monton, er ist Dein Vater?“

Sie nickte. „Ja. Kennst Du ihn?“

„Ich habe schon einige Filme von ihm gesehen. Er ist Franzose, oder?“

„Nein, nicht ganz. Er wurde zwar in Frankreich geboren, ist aber algerischer Abstammung. Daher auch mein dunkler Teint. Wäre es nach ihm gegangen, dann wäre ich heute eine bekannte Komponistin. Er mag den Lebensstil, den ich führe, nicht und schiebt die Schuld, dass es so weit gekommen ist, meiner Mutter in die Schuhe.“

„Was ist dann passiert?“, brachte Kyle das Gespräch wieder auf das Eigentliche.

Ihre Augen verdunkelten sich, ehe sie sagte: „Nach der Highschool bin ich nach Los Angeles gezogen und habe dort einen Fotografen kennengelernt, der mir die Türen in die High Society geöffnet hatte. Ich hatte fortan als Model gearbeitet und auch sehr gut damit verdient. Aber irgendwann überredete mich Tony, mit Nacktfotos in den Medien auf mich aufmerksam zu machen. Nach einigem Zögern habe ich zugestimmt, bis er mich an einen Pornoproduzenten vermitteln wollte.“

Kyle riss angewidert die Augen auf. „WAS? Das gibt es doch nicht? Hast Du Dich etwa darauf eingelassen?“

Monique murmelte: „Ich habe nie jemandem etwas über dieses dunkle Kapitel meiner Vergangenheit erzählt. Bitte Kyle, niemand darf davon etwas erfahren. Schon gar nicht mein Dad.“

„Das würde ich nie tun, Monique. Als Polizist muss ich schweigen können.“

Sie atmete tief ein, ehe sie sagte: „Ich konnte es nicht tun. Doch dann hatte mich Tony mit Drogen gefügig gemacht. Es war die Hölle, Kyle. Nach nur einer Szene habe ich mich vor der Kamera übergeben müssen. Der Typ war einfach widerlich gewesen und nach einem Drehtag hatte ich die Schnauze gestrichen voll. Ich hatte Tony gesagt, dass ich das nicht kann. Doch statt Verständnis hatte er mich windelweich geprügelt. Einen Monat hatte ich dieses Martyrium ertragen, ehe ich mich in einer Nacht- und Nebelaktion aus dem Staub gemacht hatte. Ich habe alles zurückgelassen, habe mir ein Flugticket gekauft und bin schließlich mit nur 10 Dollar in der Tasche in LA gelandet. Am nächsten Tag habe ich mir ein Herz gefasst und habe meinen Dad angerufen. Bei ihm hatte ich die erste Zeit gewohnt. Er hatte sich um mich gekümmert und mir einen Therapieplatz besorgt. Ohne ihn hätte ich den Absprung nicht geschafft. Aber er weiß bis heute nichts von meiner Porno-Vergangenheit. In LA bin ich schließlich mit vielen wichtigen Leuten in Kontakt gekommen und hatte mich unsterblich in Jeff verliebt, mit dem ich schließlich nach Bridgeport gezogen bin. Er war auch Fotograf und ich hatte wieder mit dem Modeln begonnen. Aber Jeff erkrankte wenig später an Leukämie und starb ein Jahr darauf. Nun war ich wieder alleine. Ich habe diverse Partys besucht, um der Einsamkeit zu entfliehen und so wurde ich Bridgeports It-Girl. Glaube mir, ich bin nicht stolz auf mich und im Grunde genommen will ich das auch nicht mehr. Ich sehne mich nach einem lieben Mann und irgendwann möchte ich auch Kinder haben. Ich wäre gerne Jeffs Frau geworden, doch dazu ist es nicht mehr gekommen. Drei Tage vor unserer geplanten Hochzeit ist er gestorben.“

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Als sie geendet hatte, sagte Kyle mitfühlend: „Das tut mir sehr leid für Dich, Monique. Aber Du kannst doch immer noch aufs Konservatorium gehen. Warum schreibst Du Dich nicht hier in Bridgeport ein oder fehlt Dir das Geld dazu?“

„Nein, ich habe genug auf die Seite gelegt. Ach, ich weiß nicht. Bin ich dafür nicht schon zu alt?“

Interessiert fragte Kyle: „Wie alt bist Du denn, wenn ich fragen darf?“

Sie lächelte. „Ich werde im Dezember 28.“

„Na, das ist doch noch nicht alt. Nein, im Ernst. Wenn Du das wirklich willst, dann mach‘ es, Monique.“

Schließlich sah er ihr tief in die Augen und flüsterte: „Monique, wir sind Freunde, ich mag Dich sehr und werde immer für Dich da sein, wenn Du mich brauchst.“


Sie wandte sich ab, so dass er ihre aufsteigenden Tränen nicht sehen konnte. Verdammt, warum tut es nur so weh, dachte sie? Schließlich stand sie auf und sagte: „Kyle, ich bringe Katies Klamotten zur Reinigung und bringe sie Dir dann vorbei. Ich rufe Dich aber vorher an, so dass Du auch zuhause bist.“

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„Ja, ich würde mich freuen. Und mach’ Dir wegen Katies Kleider keine Sorgen. Sie hat noch mehr Klamotten in meinem Schrank hängen. Also auf die paar mehr oder weniger kommt es nicht drauf an.“

Er kam auf sie zu und umfasste ihr Gesicht mit beiden Händen, während sie ihre Arme um seine Taille legt und ihm zulächelte. „Auf Wiedersehen, Monique.“

„Ja, auf Wiedersehen, Kyle.“

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Er sah nicht mehr die Tränen, die Monique die Wange hinunterliefen. Verdammt, ich werde mich doch nicht in ihn verliebt haben, dachte sie entsetzt und traurig zugleich? Das hatte sie am allerwenigsten gewollt.




Kapitel 74 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 16.01.2018, 02:50

Bitte auch vorheriges Kapitel beachten!




Kapitel 74




Polizei-Alltag und heimliche Treffen



Kyle rieb sich mit der Hand seinen schmerzenden Nacken. Seit heute Morgen um 7 Uhr saß er nun schon in seinem Büro. Dadurch, dass er sich nach der gemeinsamen Nacht mit Monique einen freien Tag gegönnt hatte, war doch einiges an Arbeit angefallen. Seit seiner Rückkehr aus Monte Vista hatte er seine Akten wieder weitgehend auf dem Laufenden. Aber einige Fälle bereiteten eine Menge Arbeit, wie beispielsweise der „Tyrell“-Fall, der ihm persönlich immer noch sehr nahe ging.

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Das brutale Verbrechen an einem jungen Mädchen, das sich vor einem halben Jahr am Ufer der Steilklippen zugetragen hatte. Die 16-jährige Jane Tyrell war nach einem Disco-Besuch nicht nach Hause gekommen. Trotz zügig eingeleiteter Großfahndung durch die Polizei und einem Spezialeinsatzteam, sowie Helikopter, die mit Wärmebild-Kameras ausgestattet sind, blieb sie wochenlang verschollen. Erst zwei Monate nach ihrem Verschwinden entdeckten Fischer ihre sterblichen Überreste an einer unwegsamen Stelle der Steilklippen. Ihr Mörder hatte sie an einen Wellenbrecher gekettet. Da zum Zeitpunkt ihres Todes die Flut bereits eingesetzt hatte, war sie chancenlos gewesen. Das hatten ausführliche Recherchen des Gezeitenkalenders und der Obduktionsbericht ergeben. Der Tod war laut Gerichtsmediziner demnach durch Ertrinken eingetreten. Die Tatsache, dass das Mädchen zum Zeitpunkt des Todes noch gelebt haben musste, machte die Tat so grausam. In seiner Funktion als Captain hatte Kyle den Eltern die schreckliche Nachricht mitteilen müssen. Danach hatte er sich entsetzlich gefühlt und an seine eigene Tochter gedacht.

Zu den damaligen Tatverdächtigten zählten anfangs der Ex-Freund der Schülerin sowie ein junger Mann, den sie in der Tatnacht in der Disco kennengelernt hatte. Aber alle beide hatten ein stichfestes Alibi vorweisen können. Demnach waren sie schon nach Hause gegangen, als Jane noch in der Disco gewesen war, die sie wohl gegen Mitternacht verlassen haben musste. Das hatte der DJ ausgesagt, der an diesem Abend aufgelegt hatte. Jane habe noch ein wenig bleiben wollen, doch ihr Freund, so dieser bei der Vernehmung, habe früher gehen müssen, da er als Bäckerlehrling schon wieder um 3 Uhr hatte aufstehen müssen. Auf dem Nachhauseweg musste sie dann wohl auf ihren Mörder gestoßen sein. Da sich rund um die Disco einige Hafenkneipen und Spelunken befanden, hatte man auch hier ermittelt, doch bislang ohne Erfolg. Kyle lag der Fall besonders am Herzen, da er den Eltern versprochen hatte, den Mörder ihrer Tochter zu finden.

Noch einmal ging er akribisch alle Zeugenaussagen durch, als er durch ein Blinken seines Telefons abgelenkt wurde.

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Verdammt, dachte er und schaute mürrisch aufs Display… Charlene. Seit seinem plötzlichen Abgang bei der Wohltätigkeitsveranstaltung hatte er sich nicht mehr bei ihr gemeldet.

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Etwas mürrisch nahm er das Gespräch an: „Hallo Charly, ich bin mitten in einem Fall. Also, fasse Dich bitte kurz.“

„Guten Morgen, Kyle. Ich hatte gehofft, Du würdest mich mal anrufen. Aber wahrscheinlich hast Du viel Arbeit. Okay, ich will auch gar nicht, groß drum herum reden. Hast Du Lust, nach Dienstschluss zum Essen zu kommen? Ich mache eine chinesische Reispfanne, die isst Du doch so gerne.“

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Kyle atmete tief durch, ehe er bedauernd meinte: „Charly, ich bin seit 7 Uhr auf den Beinen und todmüde. Vielleicht ein anderes Mal, aber heute nicht.“

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Schnell warf Charlene ein: „Ich kann auch zu Dir kommen. Entweder ich koche bei Dir oder ich bereite sie zuhause vor und wir wärmen sie bei Dir auf. Wir könnten ja noch eine DVD gucken. Hast Du da einen besonderen Wunsch?“

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Doch Kyle schüttelte den Kopf. „Charly, ich habe mich doch deutlich ausgedrückt. Ich bin müde und werde früh zu Bett gehen. Es tut mir Leid. Ich melde mich bei Dir, okay?“

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Bemüht, ihren ansteigenden Zorn zu unterdrücken, stieß sie resigniert hervor: „Ja, ja, das sagst Du immer, Kyle und dann meldest Du Dich doch nicht. Na ja, dann noch einen schönen Tag.“

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„Ja, das wünsche ich Dir auch“, meinte Kyle. „Ich werde Dich in ein paar Tagen anrufen. Charly?“, rief er verwundert.

Doch da hatte sie bereits aufgelegt. Natürlich hatte er ihr die Enttäuschung angemerkt. Aber er hatte keine Zeit, sich darüber Gedanken zu machen und beendete mit einem Wisch über das Display das Gespräch, während er nachdenklich vor sich hin starrte.

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Mittlerweile hatte es auch in der City leicht angefangen zu schneien. Die Fenster waren aufgrund der warmen Heizungsluft bereits etwas angelaufen. Kyle seufzte und ging zur Küchenzeile, um sich einen heißen und starken Kaffee zuzubereiten. Da das Revier nicht sehr groß war, gab es keine Teeküche, so dass sie in einem abgegrenzten Bereich eine kleine Theke mit einer Spüle stehen hatten.

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Während die Tasse sich langsam mit dem dunkelbraunen Koffeingetränk füllte, dachte er an das soeben geführte Telefonat. Er hatte kein Bedürfnis verspürt, sich bei Charlene zu melden, da er wusste, dass sie früher oder später ja doch bei ihm antanzen würde. Es war nicht einmal gelogen, denn er wollte wirklich früh zu Bett gehen. Bereits um 5 Uhr war er aufgestanden, hatte fast eine Stunde gejoggt und war nach dem Duschen und einem heißen Kaffee gleich zum Revier gefahren. Gegen 9 Uhr hatte Monique angerufen und ihm mitgeteilt, dass sie sich heute beim Konservatorium wegen der Aufnahmebedingungen erkundigen wollte. Kyle hatte dies sehr gefreut und er hatte sie ermutigt, dran zu bleiben und nicht aufzugeben. Sie wiederum hatte ihn noch einmal bestärkt, das Gespräch mit Trish zu suchen. Anschließend hatte er noch lange über Monique nachgedacht und dabei war ihm mit einem Male bewusst geworden, welch herzensguter Mensch sie war. Sie war eine sehr gute Zuhörerin, ihre Anteilnahme war echt und nicht gespielt und es erfreute ihn, dass er mit ihr über Dinge reden konnte, die ihm bei Charlene nie über die Lippen gekommen wären. Mit Monique konnte er einfach über alles sprechen. In gewisser Weise erinnerte sie ihn an Katie. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die beiden miteinander befreundet waren. Warum kann Charly nicht so sein? Zum ersten Male, seit er sie kannte, stellte er sich diese Frage.

Er streckte sich und widmete seine Gedanken wieder dem Mordfall. Was hatten sie nur übersehen? Nachdenklich nahm er die Tasse und setzte sich auf den Barhocker, der an der Wand stand.

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Langsam trank er den heißen Kaffee, der ihn innerlich wärmte und ihm langsam seine Lebensgeister wieder zurück brachte. Bevor er wieder in sein Büro zurückging, spülte er seine Tasse und schaltete die Kaffeemaschine aus.

Wenig später saß er wieder in seinem Bürostuhl und besah sich die Akte, die vor ihm lag. Es würde nichts bringen, sie jetzt noch einmal von vorne durchzugehen. Er würde sie mit nach Hause nehmen und dort daran weiter arbeiten. Irgendwie hatte er das Gefühl, ein wichtiges Detail übersehen zu haben.

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Während er die Akte in seine Tasche steckte, holte er seinen Laptop, um nochmals den Polizeibericht aufzurufen. Es war ihm gerade etwas Wichtiges eingefallen, dass er unbedingt noch in diesen Bericht einfügen wollte. Mit flinken Händen tippte er einige Zeilen, las sie nochmals durch, um sie am Ende abzuspeichern. Danach verfasste er eine Mail an das Gerichtsmedizinische Institut, mit der Bitte einer Kopie der DNA-Analyse. Sowie er Zeit hatte, wollte er sich mit Marlena‘ s Kollegen Mike Daltrey treffen, da er einige Fragen hatte, die ihm nur ein Arzt würde beantworten können.

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Nachdem er seinen Laptop heruntergefahren und den Schreibtisch verschlossen hatte, zog er die Rollladen herunter und schaltete die Heizkörper ab. Noch ein letzter Kontrollblick, ehe er zur Tür ging.

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Er löschte alle Lichter, schaute nochmals in allen Räumen nach, ob die Fenster geschlossen und die Rollladen auch alle unten waren und begab sich schließlich zum Ausgang. Dabei sah er auf das Bild, das an der Wand hing. Das Bild hatte seine Kollegin Vicky Chambers hier aufgehängt. Es war ein Projekt ihres damaligen Fotokurses gewesen, mit dem sie den 1. Platz in einem Fotowettbewerb ihrer Schule gewonnen hatte. Sie war überglücklich gewesen, als Kyle ihr die Genehmigung erteilt hatte, das Foto hier aufhängen zu dürfen, nachdem sie ihn gefragt hatte.

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Da keiner mehr außer ihm auf dem Revier war, schaltete er die Alarmanlage scharf, ehe er nach draußen trat und die Sicherheitstür schloss. Die Nachschicht wurde heute von einem Revier in einem anderen Bezirk Bridgeports übernommen, mit der sich Kyle‘ s Dienststelle regelmäßig abwechselte.



Einige Zeit später



Nachdem er etwas gegessen und sich in legere Kleidung geworfen hatte, arbeitete er an der mitgebrachten Akte weiter. Er sah sich den Fundort noch einmal genauer an, machte hier und da einige Notizen, ohne jedoch auf einen entscheidenden Hinweis zu stoßen. Nach wie vor war ungeklärt, ob das Mädchen gleich nach dem Verschwinden ermordet worden war. Auch fehlten bis heute ihre persönlichen Gegenstände, die sie zuletzt bei sich getragen hatte. Weder ihr Handy, die Geldbörse, noch ihre Handtasche waren gefunden worden. Ebenso fehlte die Jeansjacke, die sie getragen hatte. War sie irgendwo gefangen gehalten worden, ehe man sie ermordet hatte? Fremde DNA hatte man nicht sicherstellen können. Auch ob sie vergewaltigt worden war, waren letztendlich nur Mutmaßungen. Der Verwesungsprozess war schon weit fortgeschritten gewesen, als man sie gefunden hatte. Die Innenseiten ihrer Oberschenkel waren von Hämatomen übersäht und massive Verletzungen im Unterleib hatten sexuellen Missbrauch jedoch nicht ausschließen lassen.

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Müde schloss Kyle seine Augen. Der Fall nahm ihn immer mehr mit und auch schon nachts verfolgte ihn die Ermordete in seinen Träumen. Schließlich schaltete er seinen Laptop aus und nahm die Akte mit nach unten. Er legte sie auf den Esstisch und ging immer noch leicht aufgewühlt hinaus auf seine Dachterrasse. Lange starrte er auf die kleine Bucht, hinter der sich die Steilklippen befanden.

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Diese waren von hier aus zwar nicht zu sehen, aber in ihre Richtung gewandt, sagte Kyle mit entschlossener Stimme: „Jane, wir werden Deinen Mörder finden, das habe ich Deinen Eltern versprochen. Das sind wir Dir und Deiner Familie schuldig. Wir können Dich zwar nicht mehr zurückholen, aber wir werden alles tun, dass dieser Kerl niemals mehr einem Anderen so etwas antun kann.“

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Zu dem Zeitpunkt hatte Kyle nicht wissen können, dass dieser Fall mit einer späteren Tat sehr eng in Einklang stehen würde. Eine Tat, die ihm alles abverlangen, beinahe seine Karriere kosten und sein großes Glück … Marlena‘ s Vermächtnis, zerstören könnte.


Nachdenklich ging er ins warme Wohnzimmer zurück und schloss die Terrassentüren. Der Wetterdienst hatte für heute Nacht starken Schneefall bis in die Niederungen angekündigt. Vor zwei Wochen hatte er seine Sommer- auf Winterreifen wechseln lassen. Oben bei seinen Eltern lag schon seit gestern Schnee und es schneite unaufhörlich weiter. Er setzte sich an den Esstisch, wo erneut eine Tasse Kaffee auf ihn wartete und schaute nochmals auf die Akte vor sich. Lange sah er sich das Bild einer der damaligen Verdächtigten an.

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War er Janes Mörder oder hatten sie sich die ganze Zeit auf einer falschen Fährte befunden? Vielleicht war es doch einer der Matrosen, die am gleichen Tag an Land gegangen waren und abends die Nachtclubs und Bordelle aufgesucht hatten. Es half alles nichts, sie mussten nochmals einen Raster-Abgleich machen, zudem hatte Kyle noch einige Fragen zur DNA-Analyse. Nach Marlena‘ s Tod hatten sich Kyle und ihr ehemaliger Kollege Mike Daltrey nur noch selten getroffen. Aber er wusste, dass er auf ihn zählen konnte und er hatte ihm schon manches Mal bei seiner Arbeit unterstützt.

Herzhaft gähnte Kyle vor sich hin, für heute reichte es ihm. Er ging zum Bücherregal, zog das Buch heraus, das er kürzlich zu Lesen angefangen hatte und nahm auf dem Barhocker Platz.

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Aber mehr als zwei Seiten schaffte er nicht und klappte es wieder zu. Es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren und auf den Inhalt des Buches einzulassen.

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Seine Gedanken wanderten zurück an den Wohltätigkeitsabend. Noch immer konnte er nicht verstehen, dass Carlo und Trish am übernächsten Wochenende heiraten würden. Was hatte sie dazu bewogen, diesen Schritt zu gehen? Das alles ergab doch keinen Sinn. Sie liebte ihn nicht. Warum wollte sie es dann tun? Hing es vielleicht doch mit Anjelica zusammen? Ja, es musste wohl so sein. Tausend Fragen, auf die es keine Antworten gab, waren ihm seitdem durch den Kopf gegangen. Aber Monique hatte ihn bekräftigt, um Trish zu kämpfen und das würde er auch tun. Energisch stand Kyle auf und blickte nach draußen auf das tosende Meer.

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Er würde Trish nicht in ihr Unglück laufen lassen. Gleich Morgen Vormittag würde er Anjelica aufsuchen, vielleicht konnte er durch sie etwas in Erfahrung bringen. Aber er musste irgendwie an Trish herankommen. Er konnte nicht einfach in Carlos Haus hinein spazieren und nach ihr fragen. Das würde dieser zu verhindern wissen. Nach wie vor wusste Kyle nicht, wer in Monte Vista wirklich auf Anjelica Hudson geschossen hatte und wer dahinter steckte. Aber er ahnte, nein er wusste, dass diejenigen, die jetzt hinter Gitter saßen, nicht die Täter gewesen sein konnten. Auch war Craig Colville immer noch wie vom Erdboden verschluckt. Keiner hatte etwas über ihn gehört oder ihn gesehen. Sophia DeMarco, so hatte Kyle von seiner Schwester gehört, würde sich derzeit in Paris aufhalten, ebenso wie ihr Vater. Wollte dieser Anjelica umbringen lassen? Aber warum, was verband die Beiden oder war es nur dessen Hass auf Carlo? Und was genau war zwischen ihm und Anjelica gewesen? Irgendetwas schien die beiden zu verbinden, doch er kam nicht dahinter, was es sein könnte.

Kyle hatte noch keinen Plan, wie er vorgehen wollte, Trish aus Carlos Fängen zu befreien. Einfach würde es mit Sicherheit nicht werden. Aber er war wild entschlossen, sie da raus zu holen. An jenem verhängnisvollen Abend im Astoria Tower war ihm mit einem Schlag bewusst geworden, dass er ohne Trish nicht mehr sein wollte, nicht mehr sein konnte. Die Aktion Carlos hatte ihm die Augen geöffnet. Nur mit äußerster Mühe hatte er sich beherrschen können, Carlo nicht eine rein zu hauen, als er die Verlobung verkündet und Trish‘ s Wange geküsst hatte. Ein neues Gefühl hatte er verspürt, dass er zuvor nicht gekannt hatte… Eifersucht. Er war wahnsinnig eifersüchtig auf Carlo gewesen und hätte Trish am liebsten vom Tisch weg gezogen.

Nachdem er die Küche aufgeräumt hatte, ging Kyle nach oben und lag nur eine halbe Stunde später tief schlafend unter seiner warmen Bettdecke.



Einige Stunden zuvor



Carlo war gerade nach Hause gekommen, als er das rote Blinklicht auf seinem Telefon wahrnahm. Neugierig hörte er die Nachricht ab, die sich auf seinem Anrufbeantworter befand: Eine weibliche Stimme, prägnant und bestimmend die Aufforderung: „Ich bin' s. Wir müssen uns unbedingt sehen, es ist wichtig. Ich erwarte Dich um 20 Uhr.“ Hm, keine Begrüßung, kein Abschiedsgruß?

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Nachdenklich beendete er die Nachricht und ahnte, was auf ihn zukommen würde. Er ließ sich ansonsten von niemanden beeinflussen. Aber es gab Ausnahmen und diese hier war eine. Schnell sah er auf die Uhr, es würde gerade noch für eine Tasse Kaffee reichen. Danach würde er runter zum Flussufer fahren… ihrem alten Treffpunkt.

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Pünktlich fand er sich zum vereinbarten Zeitpunkt ein. Es war schon recht dunkel und die Bäume zauberten eine gespenstische Atmosphäre in dieser leicht frostigen Nacht. Der Schnee würde nicht mehr lange auf sich warten lassen. Um diese Zeit war kein Mensch mehr unterwegs, die Fischer schon längst zuhause in ihren warmen Stuben. Mit schnellen Schritten näherte sich Carlo der kleinen Baumgruppe.

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Schon von weitem sah er eine Gestalt wartend auf der Bank sitzen. Er wusste, dass sie nichts mehr hasste als Unpünktlichkeit und… Lügen. Er seufzte, denn er wusste, was sie von ihm wollte. Dazu kannten sie sich lange genug.

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Das Laternenlicht spiegelte sich in ihrem Gesicht wider, das ungewohnt ernst war, aber immer noch sehr schön, als sie zu ihm aufsah. Er trat an sie heran und sagte: „Guten Abend. Schön, Dich zu sehen, meine Liebe. Du wolltest mich sprechen?“

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Er küsste sie auf die Wange, ehe er sich neben sie setzte. Die angesprochene Frau mittleren Alters wandte sich der Stimme zu und sagte: „Ich wollte, ich könnte das gleiche behaupten. Warum tust Du das, Carlo? Was versprichst Du Dir davon? Er kann doch nichts dafür, was vor Jahren passiert ist.“

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Carlo sah sie an und sprach: „Es hat nichts mit Dir zu tun, das musst Du mir glauben. Ich habe Dir damals ein Versprechen gegeben und ich werde es nicht brechen, was immer Du nun auch von mir denken magst.“ Ein kurzes Schweigen trat ein, während er nach den passenden Worten suchte. Schließlich fuhr er seufzend fort: „Ich habe nie nachgeforscht, ich habe Dir vertraut. Und sollte es doch anders sein, dann ist es dafür zu spät. Ich kann es nicht mehr rückgängig machen und die Zeit zurückdrehen.“ Erneut hielt er inne, ehe er leise weiter sprach: „Glaub mir, er würde es nie akzeptieren. Es ist gut, so wie es ist und so soll es auch bleiben. Ich habe mich mit Deiner Entscheidung abgefunden, wenn ich sie auch nie gut geheißen habe. Du weißt, dass Du mir immer noch sehr wichtig bist. Wer weiß, unter anderen Umständen wären wir vielleicht zusammengekommen.“

Doch sie unterbrach ihn sogleich. „Nein, das wären wir nicht und Du kennst auch den Grund.“

Carlo schaute sie nachdenklich an. „Ach, ich weiß nicht… Das alles ist so viele Jahre her. Wir sind beide älter geworden, haben den Großteil unseres Lebens gelebt. Warum lassen wir die Vergangenheit nicht endlich ruhen?“

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„Die Vergangenheit ruhen lassen?“,
wiederholte sie entgeistert seine Worte, so als könne sie es nicht glauben. „Wenn Du es wirklich ehrlich meinen würdest, dann würdest Du ihm das nicht antun. Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, wie verzweifelt er darüber ist, sie für immer zu verlieren. Er liebt sie, nimm sie ihm nicht auch noch. Ein zweites Mal wird er das nicht verkraften. Was bist Du nur für ein Mensch geworden, der Freude daran empfindet, andere zu quälen und in den Ruin zu treiben, Carlo?“ Ihre Stimme war immer lauter geworden.

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Wild mit den Händen gestikulierend antwortete er: „Du weißt, dass das damals ein Unglücksfall war. Sie war zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Es war so nicht geplant gewesen, das musst Du mir glauben.“

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Ungläubig starrte sie ihn an: „Ich Dir glauben? Allein der Gedanke, dass Du Deine Finger im Spiel haben könntest, widert mich an. Wie dem auch sei. Wenn Du noch einen Funken Anstand hast und ich Dir immer noch etwas bedeuten sollte, dann denk' über meine Worte nach. Ich weiß nicht, was Du vorhast und will auch nicht wissen, warum Anjelica plötzlich wieder aufgetaucht ist. Aber sie zieht das Unglück magisch an. Carlo, Du bist ihr verfallen und das wird immer so bleiben. Ihr seid Euch ähnlicher als Ihr denkt. Du wirst nie von ihr loskommen, Carlo.“

„Du irrst Dich, zwischen uns ist nichts mehr“, warf er hektisch ein.

„Das glaubst Du doch selbst nicht, Carlo und…“ Sie zögerte kurz, ehe sie ihn fragend ansah: „Findest Du nicht, dass es endlich an der Zeit wäre, Dein Schweigen zu brechen? Wie kannst Du… wie könnt Ihr nur… Ich verstehe Euch nicht… Was antwortest Du, wenn Fragen kommen? Und sie werden kommen, früher oder später, verlass‘ Dich drauf.“

„Du wirst doch nicht…“ Der Schrecken stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Doch sie winkte ab: „Nein, werde ich nicht, auch wenn ich mich dafür hasse und es irgendwann bitter bereuen werde.“ Eine gespenstische Stille war eingetreten, ehe sie fragte: „Bist Du wirklich so eiskalt geworden, Carlo? Du hast Dich sehr verändert, das Geld und die Macht haben aus Dir einen kompromiss- und rücksichtlosen Menschen gemacht. Kannst Du denn morgens noch in den Spiel schauen? Mag sein, dass mich das alles nichts angeht. Aber wie stehst Du so etwas durch? Ich könnte das nicht und… außerdem…“

Carlo unterbrach ihre Worte: „Bitte, ich kann Dir meine Beweggründe nicht nennen, noch nicht. Aber es hat nichts mit Dir oder irgendeinem anderen Deiner Familie zu tun.“

Aufgewühlt fuhr sie dazwischen. „Nichts mit meiner Familie zu tun? Mein Sohn gehört dazu. Schon vergessen?“ Sie hielt kurz inne, ehe sie verächtlich hervor stieß: „Dann ist es also wegen ihr? Ist sie in Schwierigkeiten? Hat man deshalb auf sie geschossen? Willst Du deshalb Trish heiraten, um sie zu schützen?“

Hastig warf er ein: „Es tut mir Leid, aber ich kann es Dir nicht sagen. Je weniger Du weißt, umso besser für Dich. Bitte, vertraue mir.“

„Dir vertrauen? Du bist gerade dabei, das große Glück meines Sohnes zu zerstören und ich weiß nicht, ob ich Dir das je verzeihen kann. Es hatte eine Zeit gegeben, da war er Dir wichtig. Erinnerst Du Dich?“

Fragend sah sie ihn an, während Carlo die Augen schloss. „Wie könnte ich das vergessen?“

Fröstelnd erhob sie sich und sah ihn eindringlich an: „Letztendlich ist es Eure Entscheidung und geht es mich auch nichts an. Aber bitte, tu‘ nichts, was Du irgendwann einmal bitter bereuen wirst. Es ist spät. Ich muss gehen, Gute Nacht.“

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Ohne Abschiedskuss und ohne sich noch einmal nach ihm umzuschauen, begab sie sich auf den Heimweg und ließ Carlo nachdenklich zurück.

Im Grunde genommen hatte sie mit dem, was sie gesagt hatte, Recht. Es gab keine Entschuldigung dafür, dass eine unschuldige Frau ums Leben gekommen war. Was hat sie gesagt? Was ich antworten werde, wenn Fragen kommen?…Denkt sie wirklich, mir fällt das leicht? Ich wüsste nicht einmal, wie und wo ich damit anfangen sollte? Was soll ich denn sagen? Ist es dafür nicht längst zu spät? Nein, dachte er energisch, ich kann das nicht alleine entscheiden.

Carlo fröstelte und stellte den Kragen seiner Jacke noch höher. Mittlerweile fielen schon erste Schneeflocken vom Himmel herab. Wie schnell doch die Zeit vergangen war. Waren es schon drei Monate her, seit sie von Monte Vista zurückgekehrt waren? So viel hatte sich seitdem verändert. Am übernächsten Wochenende würde er Trish heiraten und Jelica für immer aus seinem Leben verschwinden. Auch wenn er es sich nur schwer eingestand, er mochte gar nicht daran denken. Nein, er hatte sie nie vergessen können, egal was zwischen ihnen vorgefallen war. Caroline hatte Recht, Jelica war sein persönliches Trauma, von dem er nie loskommen würde. Warum bist Du damals nicht auf mein Angebot eingegangen? Warum bist Du zu ihm zurückgekehrt? Vielleicht wären wir heute eine glückliche Familie, die sich bald über Enkelkinder freuen könnte. Warum Jelica? Ich würde es rückgängig machen, wenn ich es nur könnte. Warum ist uns beiden ein spätes Glück nicht gegönnt? Mia cara, ich habe niemals mehr eine Frau so sehr geliebt wie Dich. Aber ich kann nicht mehr zurück, ich kann es nicht, ohne Gefahr zu laufen… Nein.

Carlo spürte, wie Tränen seine Augen füllten und schämte sich ihrer nicht. Verdammt, warum? Seine Fingerkuppen bohrten sich tief in die Handflächen, als er zornig ausstieß: „Ich werde Dich zur Strecke bringen und wenn es das letzte ist, das ich tun werde, das schwöre ich Dir.“

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Energisch stand er auf und begab sich im Laufschritt zu seinem Wagen. Sein Entschluss stand fest, unwiderruflich. Er würde es beenden, ein für alle Mal. Die Zeit war endlich gekommen… die Zeit der Abrechnung.

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Kapitel 75 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Simsi68 » 16.01.2018, 14:33

Hallo Marga! :winken02

So, diesmal hab ich beim Lesen heute Morgen gleich mitgeschrieben :grins

Zu Kapitel 73:

Oh, Kyle hat also sowas wie einen Kurzschluss. Aber verkehrt ist das nicht, was er da tut, mit Sicherheit nicht. Er will absolut nicht alleine sein und er kennt Monique. Also, was hat er zu verlieren? Nichts! :confus2

Und mit Monique bei sich zu Hause stellt er noch klar, dass er sie sehr gern hat, aber er liebt sie nicht. (Tief drinnen liebt er Trish.) Ist ja auch in seiner Situation völlig ok. Und auch für Monique ist es ok. Sex ohne Verpflichtung. Warum nicht?! Da keiner der beiden vergeben ist, ist das kein Problem. Vor allem, wie gesagt, die beiden kennen sich und wissen woran sie sind.
Nun, und dann ging´s ab ins Schlafzimmer :lechz:
Na, also Deine Beschreibung, was die beiden da so an leidenschaftliche Aktivitäten drauf hatten, waren aber auch nicht ohne. :tsts: Ich meine nur, weil Du mal meintest, Du könntest das nicht so wie ich (z.B. in meinen +18-Stories).

Hehee, Kyle auf dem Klo… Mich wundert, dass du den NoMosaik gar nicht drin hast! Das war der erste Mod, den ich hatte (der 2. und letzte ist der Sex-Mod) und den möchte ich auch nicht mehr missen, um es ganz ehrlich zu sagen, denn es wirkt alles viel natürlicher, als wenn fast der gesamte Sim verpixelt ist.
Idiotisch finde ich es jedoch, dass sogar komplett bekleidete Kleinkinder auf dem Töpfchen oder gar Tiere beim pinkeln verpixelt sind! Ich weiß nicht, was EA sich DABEI gedacht hat, aber ok…
:confus2 :confus3

Oha, so wie es aussieht, hat sich Monique nun doch in Kyle verliebt :herz2

Aha, Salat zu Frühstück… Also ich würde das ja mal nicht wollen! :schuetteln Aber wenn die beiden das mögen :nicken


Ohjeeeeh, arme Monique! So also wurde sie zu Bridgeports It-Girl! :kopfschuetteln Du lieber Himmel! Sie hat wirklich eine schreckliche Vergangenheit! :kopf:


Zu Kapitel 74:

Du lieber Himmel, das ist wirklich ein grausamer und schrecklicher Fall, an dem Kyle da arbeitet. :augen:
Ich kann Dir sagen, solange meine Tochter immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, am Morgen im Halbdunkel in der Altstadt zu Fuß unterwegs, war mir immer ein wenig mulmig und immer drauf bedacht, dass sie mir eine Nachricht schickt, wenn sie in der Schule bzw. Berufsfachschule angekommen ist. Und ansonsten habe ich sie grundsätzlich selbst gefahren, wenn sie irgendwo hin wollte oder musste. Sie ist glücklicherweise keine Disco-Rennerin. Sie ist am liebsten zu Hause.

Ach… Charlene schon wieder! :durchdrehen Der Hungerhaken! :lachen
Aber… Oooooh, Kyle hat sie doch diesmal tatsächlich abgeblockt! Er hat keinen Bock auf sie. Kann ich nur zu gut verstehen!
:nicken

Kyle arbeitet zu Hause beinahe unermüdlich weiter an diesem schrecklichen und grausamen Fall…

Doch dieser Satz gibt mir sehr zu denken und ein mulmiges Gefühl:

Zu dem Zeitpunkt hatte Kyle nicht wissen können, dass dieser Fall mit einer späteren Tat sehr eng in Einklang stehen würde. Eine Tat, die ihm alles abverlangen, beinahe seine Karriere kosten und sein großes Glück … Marlena‘ s Vermächtnis, zerstören könnte.
Was wird passieren, um Himmels Willen?!? :augen:

Und auch ansonsten gibt es Fragen über Fragen zu Carlo Vincenti, Anjelica, DeMarco und und und … die sich in meinem Kopf tummeln.

„Irgendetwas schien die beiden zu verbinden, doch er kam nicht dahinter, was es sein könnte.“
Tja, Kyle, da geht´s dir nicht anders als mir. Ich habe mir auch schon oft den Kopf darüber zerbrochen und bin bisher zu keinem Ergebnis gekommen.


Treffen zwischen Carlo und… Nun, ich weiß noch wer SIE ist, aber ich verrate es jetzt nicht. :schuetteln
Ich frage mich zum x-ten Mal: WAS WAR DAMALS PASSIERT? Carlo und Kyle… Es würde mich wirklich mehr als brennend interessieren.
Aha, aber soviel ist klar: Dass Carlo DOCH Schuld an Marlena´s Tod hatte! Egal ob zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Fakt ist, dass Carlo Schuld an Marlena´s Tod ist.


Oh, SIE sagt ihm Dinge, die ihm – Carlo – sonst nie jemand sagen würde. Dinge, die ihm eigentlich mehr als ein schlechtes Gewissen bringen sollten. Dinge, die nur allzu wahr sind!

Oh nein, und noch eine weitere Frage, die ich mir gerade stelle:

„Ich werde Dich zur Strecke bringen und wenn es das letzte ist, das ich tun werde, das schwöre ich Dir.“
WEN wird Carlo zur Strecke bringen?!? :confus2 Im Moment kann ich mir keinen Reim darauf machen … obwohl… Ja, obwohl ich dabei doch wieder an DeMarco denken muss. Ich weiß nicht warum, aber es ist eben immer wieder DeMarco, der mir in meine Gedanken kommt. Ich bin gespannt, ob ich damit Recht habe! Oder auch nicht.


Auch das waren wieder 2 wirklich tolle Kapitel! Der Text alles in allem wieder super und spannend geschrieben und mit tollen aussagekräftigen Bildern versehen! Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02

Und da ich auch jetzt wieder nicht mehr genau weiß, wie es weiter geht, bin ich gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf!

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 21.01.2018, 16:36

Hallo Astrid, :winken

bevor es weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder riesig gefreut habe.
:freu1
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Hallo Marga! :winken02
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Oh, Kyle hat also sowas wie einen Kurzschluss. Aber verkehrt ist das nicht, was er da tut, mit Sicherheit nicht. Er will absolut nicht alleine sein und er kennt Monique. Also, was hat er zu verlieren? Nichts! :confus2

Eben. Er hatte nichts zu verlieren und bei Monique musste er sich auch nicht verstellen. Beide hatten von vornherein festgelegt, dass es nur Sex ist. Nicht mehr und weniger.
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Na, also Deine Beschreibung, was die beiden da so an leidenschaftliche Aktivitäten drauf hatten, waren aber auch nicht ohne. :tsts: Ich meine nur, weil Du mal meintest, Du könntest das nicht so wie ich (z.B. in meinen +18-Stories).
Vielleicht, aber es ist ja auch nicht +18. Umschreiben ist das Eine, aber so direkt... :peinlich nee, ist nicht so mein Ding. Du machst das schon recht gut. :daumenhoch2
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Hehee, Kyle auf dem Klo… Mich wundert, dass du den NoMosaik gar nicht drin hast! Das war der erste Mod, den ich hatte (der 2. und letzte ist der Sex-Mod) und den möchte ich auch nicht mehr missen, um es ganz ehrlich zu sagen, denn es wirkt alles viel natürlicher, als wenn fast der gesamte Sim verpixelt ist.
Ähm ja. Als ich mit der Geschichte angefangen hatte bzw. die Bilder zu machen, kannte ich mich noch nicht mit Mods aus. Das kam erst mit dem Poseplayer und den Package-Dateien. CC war ja kein Problem, da diese sich durch den Launcher installiert hatten, aber mit Package-Dateien hatte ich anfangs so meine Probleme. Später hatte ich ja auch CC-Packages. Ich glaube, erst einige Zeit später hatte ich dann den NoMosaic im Spiel. Es gibt noch eine Szene, als Anjelica bei Carlo in der Badewanne sitzt, da ist er auch noch nicht drin. Ich weiß jetzt aber auch nicht, ab wann er dann zum Einsatz kam und ob es überhaupt noch solche Bilder gibt. :confus3 Ich werde zwar auch noch etliche Bilder für die 2. Staffel machen müssen, denn alles habe ich noch nicht. Dann wiederum gibt es Kapitel, da sind schon alle gemacht.
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Idiotisch finde ich es jedoch, dass sogar komplett bekleidete Kleinkinder auf dem Töpfchen oder gar Tiere beim pinkeln verpixelt sind! Ich weiß nicht, was EA sich DABEI gedacht hat, aber ok…[/color][/b] :confus2 :confus3


Na ja, Familienspiel, eben. Die Amis sind in dieser Hinsicht doch ein wenig prüde.
:augen:
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Oha, so wie es aussieht, hat sich Monique nun doch in Kyle verliebt :herz2

Na ja, falls es aber so sein sollte, dann ist es ihr mehr als unangenehm. Zumindest sieht sie bei Kyle, wie schön es ist, mit einem geliebten Menschen zusammenzusein, gemeinsam einzuschlafen und aufzuwachen. Bislang hatte sie bei keinem ihrer Partner dieses Gefühl übermittelt bekommen und eigentlich den Glauben an die Liebe längst verloren. :weinen2
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Ohjeeeeh, arme Monique! So also wurde sie zu Bridgeports It-Girl! :kopfschuetteln Du lieber Himmel! Sie hat wirklich eine schreckliche Vergangenheit! :kopf:


Ich hatte mir lange überlegt, ob ich das so schreiben kann und ob es nicht zu viel Drama ist. :confus3 Aber okay, anscheinend war es das nicht.
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Du lieber Himmel, das ist wirklich ein grausamer und schrecklicher Fall, an dem Kyle da arbeitet. :augen: Ich kann Dir sagen, solange meine Tochter immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war, am Morgen im Halbdunkel in der Altstadt zu Fuß unterwegs, war mir immer ein wenig mulmig und immer drauf bedacht, dass sie mir eine Nachricht schickt, wenn sie in der Schule bzw. Berufsfachschule angekommen ist. Und ansonsten habe ich sie grundsätzlich selbst gefahren, wenn sie irgendwo hin wollte oder musste. Sie ist glücklicherweise keine Disco-Rennerin. Sie ist am liebsten zu Hause.


Die Anlehnung dazu hatte ich aus einem Buch, das ich mal gelesen hatte. Nicht 1:1, nur ansatzweise. Außerdem liebe ich Serien wie "Criminal Minds", "Criminal Intent" und so einiges mehr, lese ja auch Bücher dieses Genre. Die dort geschilderten Fälle sind jedoch manchmal weitaus brutaler. Nee, so weit gehe ich nicht. :schuetteln Es soll noch einigermaßen im Rahmen bleiben, wobei die Realität oftmals schon grausam genug ist. Wie oft verschwinden Kinder/Jugendliche oder wird ihnen Böses angetan? Sieh doch nur mal den Missbrauchs-Fall an dem 9-jährigen Jungen. Wie kann man so etwas machen, wie abartig sind doch manche Menschen? :kopf: Kein Tier könnte so grausam sein. Der Junge tut mir in der Seele leid, was er alles ertragen musste und eine Richterin gibt einem solchen Monster noch eine zweite Chance, Jugendämter sehen tatenlos zu. :x Unglaublich!
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Kyle arbeitet zu Hause beinahe unermüdlich weiter an diesem schrecklichen und grausamen Fall…


Natürlich denkt er dabei auch an Sheila, seine eigene Tochter. Er will diesen Mord aufklären, das hatte er Jane' s Eltern versprochen und wird nicht eher locker lassen, bis der Mörder gefasst wurde.
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Zu dem Zeitpunkt hatte Kyle nicht wissen können, dass dieser Fall mit einer späteren Tat sehr eng in Einklang stehen würde. Eine Tat, die ihm alles abverlangen, beinahe seine Karriere kosten und sein großes Glück … Marlena‘ s Vermächtnis, zerstören könnte.Was wird passieren, um Himmels Willen?!? :augen:


Es wird noch eine Weile dauern, bis es zur Sprache kommen wird. Es läutet quasi die Schlusssequenz ein, dauert also schon noch.
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Und auch ansonsten gibt es Fragen über Fragen zu Carlo Vincenti, Anjelica, DeMarco und und und … die sich in meinem Kopf tummeln.„Irgendetwas schien die beiden zu verbinden, doch er kam nicht dahinter, was es sein könnte.“ Tja, Kyle, da geht´s dir nicht anders als mir. Ich habe mir auch schon oft den Kopf darüber zerbrochen und bin bisher zu keinem Ergebnis gekommen.

Wie ich ja schon mehrmals erwähnt hatte, wird es in der 2. Staffel aufgeklärt. Es hat einen Grund, warum die beiden eine solche Hassliebe verbindet. Es wurde ja auch schon eins- zweimal erwähnt, dass Anjelica früher anders war. Was hat sie verändert, was ist passiert, dass aus ihr das wurde, was sie heute ist? :confus2 Es fehlt immer noch ein wichtiger Teil des Rückblickes, ansonsten wäre es offensichtlicher.
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Aha, aber soviel ist klar: Dass Carlo DOCH Schuld an Marlena´s Tod hatte! Egal ob zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Fakt ist, dass Carlo Schuld an Marlena´s Tod ist.


Hm, ist es wirklich so? Vielleicht hat er aber auch so einiges unterschätzt.
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Oh, SIE sagt ihm Dinge, die ihm – Carlo – sonst nie jemand sagen würde. Dinge, die ihm eigentlich mehr als ein schlechtes Gewissen bringen sollten. Dinge, die nur allzu wahr sind!


Sie ist seine älteste Freundin und wohl auch die einzige, auf die er hört. Er hat ihr vieles anvertraut, auch Dinge, über die er ansonsten mit niemanden sprechen würde. Carlo vertraut ihr blindlings, da er es bei ihr in guten Händen weiß. Sie würde niemals ihr Versprechen, das sie ihm einst gegeben hatte, brechen und sollte es ihr noch so schwer fallen. Sie kennt ihn vielleicht besser, als sonst wer und versucht ihm, immer wieder ins Gewissen zu reden.
:nicken
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
WEN wird Carlo zur Strecke bringen?!? :confus2 Im Moment kann ich mir keinen Reim darauf machen … obwohl… Ja, obwohl ich dabei doch wieder an DeMarco denken muss. Ich weiß nicht warum, aber es ist eben immer wieder DeMarco, der mir in meine Gedanken kommt. Ich bin gespannt, ob ich damit Recht habe! Oder auch nicht.

Und warum, DeMarco? Weil ich ihn als rücksichtlos und brutal darstelle, der zu keiner Liebe fähig ist? :confus2 Carlo hat sich mit seinen Bauvorhaben viele Feinde gemacht und einige ins Unglück gestürzt. Liebend gerne würden ihn diese aus dem Weg räumen wollen. Vielleicht ist es ja auch Craig, der hat schließlich auch noch eine Rechnung mit ihm offen. Aber schauen wir mal, ob Du Recht haben wirst.
Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Auch das waren wieder 2 wirklich tolle Kapitel! Der Text alles in allem wieder super und spannend geschrieben und mit tollen aussagekräftigen Bildern versehen! Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02



Vielen Dank, liebe Astrid. :hug02 Ich habe mich wieder sehr über Deinen Kommentar gefreut, Deine netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast.

Simsi68 hat geschrieben:
16.01.2018, 14:33
Und da ich auch jetzt wieder nicht mehr genau weiß, wie es weiter geht, bin ich gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf!


Gleich im Anschluss geht es erneut mit zwei Kapiteln weiter.


LG Marga

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 21.01.2018, 16:38

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!




Kapitel 75




Was ist Wahrheit, was Lüge?



Kyle überlegte hin und her, wie er an Anjelica herankommen konnte, ohne dass Carlo davon Wind bekommen würde. Nach einer relativ kurzen Nacht und schlechtem Schlaf war er schon frühmorgens losgefahren, um einigermaßen früh vor der Villa zu erscheinen. Er hatte seinen Wagen etwas abseits geparkt und war die rund 10 Minuten zum Haus zu Fuß gelaufen. Von außen konnte er nicht erkennen, ob sich Carlo noch im Hause befand. Er bezog an einer Stelle Position, von wo aus er einen guten Blick auf die Einfahrt hatte. Kein Wagen würde das Grundstück verlassen oder passieren, ohne dass es von Kyle unbeobachtet bleiben würde. Die Frage war nur, wie lange er wohl Position beziehen musste. Es war ja auch durchaus möglich, dass Carlo heute gar nicht wegfahren würde.

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Knapp zwei Stunden waren vergangen und zwischendurch hatte es auch noch angefangen zu schneien. Es war fast aussichtslos, heute noch etwas zu erreichen. Kyle seufzte tief und stellte den Kragen seiner Outdoorjacke etwas höher. Zum Glück hatte er seine neuen Stiefel mit den warmen Lammfellsohlen und seine Fleecehandschuhe angezogen. Dennoch bekam er langsam kalte Finger und begann seine Handflächen gegeneinander zu reiben. Zum Glück hielt das Wetter, obwohl es kurzzeitig ausgesehen hatte, als wäre ein Blizzard in Anmarsch. Das hätte ihm gerade noch gefehlt. Erst gestern Nacht war ein Blizzard über weite Teile der Ostküste hinweg gezogen und hatte in einigen Landteilen sowie in den Städten erhebliche Schäden angerichtet. In Boston, wo seine Großeltern lebten, war es kurzzeitig zu Stromausfällen gekommen. Viele Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. Bridgeport war wie von einem Wunder verschont geblieben.

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Im Hause Vincenti hatte sich immer noch nichts getan. Weder war jemand hineingegangen, noch herausgekommen, nicht einmal der Postbote war erschienen. Kyle schaute auf seine Uhr. Mittlerweile war es 12 und somit beschloss er, dieses Vorhaben aufzugeben und seinen Eltern noch einen kurzen Besuch abzustatten, ehe er in die Stadt zurückfahren würde. Enttäuschung machte sich in ihm breit und zum ersten Male stellte er sich die Frage, warum er sich das überhaupt antat. Wenn Trish gewollt hätte, dann hätte sie sich doch auch bei ihm melden können. Er konnte sich kaum vorstellen, dass Carlo ihr verbieten würde, ihr Handy zu benutzen. Und falls das doch der Fall sein sollte, sie würde sich das doch nie gefallen lassen. Nicht die Trish, die er kannte. Die selbstbewusste junge Frau, die sich immer wieder unnötig in Gefahr brachte, wenn sie etwas erreichen wollte. Das alles passte doch gar nicht zu ihr und entsprach nicht ihrer Art. Musste er sich wirklich mit dem Gedanken vertraut machen, sie für immer verloren zu haben? Entschlossen schüttelte er den Kopf. Nein, das würde er nicht zulassen und dennoch nagten Zweifel an ihm, ob sein Vorhaben nicht doch von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Ach Trish, seufzte er im Stillen. Er vermisste sie mehr denn je.

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Kyle wollte sich gerade abwenden und zu seinem Wagen zurücklaufen, als ein Geräusch ihn aufhorchen ließ. Schnell lief er auf die andere Seite, um hinter einem Baum Schutz zu suchen. Die Sicht war von hier aus zwar nicht optimal, aber zumindest konnte er davon ausgehen, von niemandem gesehen zu werden. Er wusste, würde Carlo ihn entdecken, dann war es mit dem Vorhaben, Trish zu sprechen, vorbei. Carlo würde sofort sein Haus von seinen zahlreichen Gorillas überwachen lassen. Vorsichtig schielte er zum Eingang, der ins Innere des Hauses führte und sah einen Schatten, der auf die Glastür zukam. Sein Atem stockte.

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Die Haustür öffnete sich und eine Frau kam heraus. Er ging etwas näher zur Hecke und dann sah er sie: Trish. Wehmut überkam ihn, als sie aus der Tür trat. Am liebsten wäre er auf sie zugelaufen, um sie in seine Arme zu nehmen. Aber er wusste, dass das nicht ging. Trish trug einen roten knielangen Mantel und um ihr Gesicht legten sich einzelne Strähnen ihrer Haare, wie er bei näherem Hinsehen erkennen konnte. Kyle musste bei ihrem Anblick schlucken, nie hatte sie bezaubernder ausgesehen, als in diesem Moment.

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Sie blickte aufmerksam zur linken und rechten Seite und begab sich dann in den großzügig angelegten Garten, der das Anwesen umrahmte. Das war Kyles Chance. Er folgte ihr in angemessenen Abstand, um nicht vorzeitig entdeckt zu werden.

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Er wartete, bis sie die hintere Baumgruppe erreicht hatte, von wo aus man von den Fenstern des Hauses keine Sicht mehr hatte.

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Dann lief er los, um die Abkürzung zu nehmen. Er rannte bis zum Ende der Hecke und hechtete diese dann hinüber. Nun zahlten sich das tägliche Training an den Fitnessgeräten sowie seine morgendlichen Joggingrunden aus. Nur noch einen kleinen Abhang hinunter, dann hatte er es geschafft. Trish befand sich keine 2 Meter davor. Noch bevor sie aufschreien konnte, war er auch schon bei ihr, packte sie und hielt ihr seine Hand vor den Mund. Mit großen Augen drehte sie sich zu ihm um blickte ihn ängstlich aber auch ärgerlich an, so dass er sie sofort losließ, als sie sich heftig wehrte.

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Keuchend stieß sie hervor: „Kyle! Du hast mich zu Tode erschreckt.“ Ängstlich, wie es schien, blickte sie sich um und fragte: „Was willst Du hier? Wenn Carlo Dich sieht, dann…“

„Was dann?“, unterbrach er sie barsch und starrte sie verständnislos an, um schließlich fortzufahren: „Weiß Du, wie egal mir das ist. Will er mich dann umbringen lassen oder was? Ich habe keine Angst vor ihm, aber Du anscheinend.“

Trish schüttelte den Kopf. „Nein, habe ich nicht. Bitte geh‘ jetzt und komm‘ nicht mehr hierher“, bat sie ihn eindringlich.

Aber Kyle wehrte ihre Bitte verächtlich mit seiner Hand ab. „Ich denk‘ ja gar nicht dran. Ich gehe nicht eher, bis Du mir sagst, was hier eigentlich gespielt wird.“

„Das kann ich nicht.“

Kyle‘ s Augen funkelten zornig, als er sie schroff anfuhr: „Kannst Du oder willst Du nicht? Hast Du es genossen, mich wie einen Idioten dastehen zu lassen?“

„I- i- ich weiß nicht, was Du meinst“, stotterte sie, um ihn erneut anzuflehen: „Bitte Kyle geh‘ jetzt.“ Als er nicht reagierte und weiterhin regungslos stehen blieb, fauchte sie ihn an: „Verschwinde endlich, Kyle und lass‘ mich in Ruhe. Lebe Dein Leben und vergiss‘ mich.“ Sie schluckte, ehe sie leise hinzufügte: „Es ist besser so, glaube mir.“

„Das meinst Du doch nicht ernst, Trish. Was war ich denn für Dich, nur ein billiger Zeitvertreib?“ Seine Worte hatten bitterer geklungen, als von ihm gewollt. Verständnislos hob er seine Arme, als er ihren zornigen Gesichtsausdruck wahrnahm.

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Mit brüchiger Stimme fragte er sie schließlich: „Warum Trish? Warum willst Du Carlo heiraten? Ist es wegen Anjelica, erpresst er Dich damit? Bitte erkläre es mir, damit ich es verstehen kann. Du kannst doch nicht vergessen haben, wie glücklich wir in Monte Vista waren.“

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Trish wandte ihren Kopf zur Seite, während sie sich auf die Lippe biss und nach den passen Worten suchte. Sie konnte ihm unmöglich die Wahrheit sagen. Fast schon hatte sie sich an diese Lüge gewöhnt und für einen Außenstehenden hätte ihre Erklärung auch durchaus plausibel geklungen. Kyle jedoch konnte sie nichts vormachen. Ihre Worte mussten sorgfältig ewählt sein.

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Schließlich wandte sie sich ihm zu: „Kyle, das ist so lange her. Seitdem ist viel passiert. Carlo und ich, wir haben…“

Aufgebracht unterbrach er sie: „Was, Carlo und Du? Willst Du mir jetzt etwa sagen, dass da etwas zwischen Euch ist? Trish, er könnte Dein Vater sein. Nein, das glaube ich nicht.“

„Aber so etwas kann passieren“, verteidigte sie sich. „Er hat mir die ganze Zeit über zur Seite gestanden, hat sich aufopfernd um meine Mum und mich gekümmert. Ich mag ihn, Kyle. Ohne ihn hätte ich das nicht durchgestanden.“

Fast tonlos fragte Kyle: „Hast Du Dich deshalb nicht gemeldet, weil Du ach so verliebt in ihn warst?“ Die letzten Worte waren fast keuchend über seine Lippen gekommen.

„Es tut mir Leid, aber so ist es nun einmal, Kyle", blieb Trish bei ihrer Behauptung.

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Entsetzt packte Kyle sie am Arm, um sie jedoch gleich wieder loszulassen, als sie gequält das Gesicht verzog. Schroff unterbrach er ihre Worte: „Hör auf, Trish. Ich will das nicht hören. Glaubst Du wirklich selbst, was Du mir hier zu erklären versuchst? Ich nehme Dir nicht ab, dass da etwas zwischen Dir und ihm ist. Niemals. Dein Kuss letztens war so verlangend und leidenschaftlich, dass ich Dir das nicht glauben kann. Trish, vielleicht bin ich auch selbst Schuld und hätte Dir längst sagen sollen, dass ich Dich liebe.“

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Sie starrte ihn mit großen Augen fassungslos an, während er ihre Hand nahm und sie eindringlich ansah. Leise sagte er, ihre Hand immer noch fest in seiner haltend. „Trish, ich liebe Dich. Du bist die Frau, mit der ich mein restliches Leben teilen möchte. An Deiner Seite will ich abends einschlafen und morgens aufwachen. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal so viel für eine Frau empfinden könnte.“

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Sie hielt ihre Augen gesenkt, um ihn nicht ansehen zu müssen. Mit dem Geständnis seiner Liebe zu ihr hatte sie nicht gerechnet.

Er zog sie sehnsuchtsvoll in seine Arme und fuhr fort: „Bitte, Liebling wirf‘ das nicht einfach weg, gib uns doch eine Chance. Du darfst Carlo nicht heiraten.“

Trish rang um Fassung und schmiegte sich an ihn. Noch ein letztes Mal wollte sie dieses Gefühl erleben, bevor sich ihre Wege für immer trennen würden. Verzweifelt kämpfte sie gegen die Tränen an, denn dass er sie liebte, war zu viel für ihr dünnes Nervenkostüm gewesen. Doch sie musste sich jetzt zusammenreißen, wollte sie glaubwürdig klingen.

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Sie löste sich aus seiner Umarmung und atmete tief die kalte Schneeluft ein. Schließlich erwiderte sie: „Kann sein, dass da etwas zwischen uns in Monte Vista war. Aber das liegt schon so viele Wochen zurück und seitdem hat sich viel getan, Kyle. Carlo hat mir in dieser schweren Zeit beigestanden, war an meiner Seite, als Mum noch einmal operiert werden musste. Er hat mich getröstet, als es ihr so schlecht ging. Ich hatte solche Angst, sie für immer zu verlieren. Gefühle können sich ändern. Kyle, es tut mir Leid, Dir das sagen zu müssen, aber ich empfinde nicht mehr das gleiche wie Du. Wir hatten eine schöne Zeit und die will ich auch nicht missen. Aber es ist vorbei. Mein Entschluss steht fest, ich werde Carlo heiraten und davon wirst Du mich nicht abbringen können.“

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Kyle blickte ihr sichtlich aufgewühlt und zutiefst verletzt in die Augen. Er konnte nicht fassen, was sie ihm gerade mitgeteilt hatte. Resigniert schüttelte er den Kopf, während sie sich von ihm abwandte, um ins Haus zurück zu gehen.

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Sie war noch keine zwei Schritte weit, als er ihr laut hinterher rief: „Du lügst, Trish. Ich glaube Dir das nicht. Da war mehr zwischen uns als nur Vergnügen und Sex. Ich will, dass Du mir in die Augen siehst und mir sagst, dass ich Dir nichts mehr bedeute.“

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Oh bitte Kyle, akzeptiere doch einfach meinen Entschluss und vergiss‘ mich. Ich bin es nicht Wert, dass Du hinter mir herläufst. Krampfhaft schluckte sie den Kloß herunter, der ihr schier die Kehle zuschnürte. Nur mühsam konnte sie die Tränen zurückhalten, als sie sich entschlossen umdrehte, bereit diesem Szenario endlich ein Ende zu bereiten. Mit langsamen Schritten kam sie auf Kyle zu.

Entschlossen sah sie ihm in die Augen, als sie vor ihm stand und sagte mit fester Stimme: „Du bedeutest mir nichts mehr, Kyle. Es war nie mehr als eine kurzweilige Affäre. Das mit uns hätte nie funktioniert. Es tut mir Leid, wenn Du es anders gesehen hast. Wir können gerne Freunde bleiben, aber ich denke, das wirst Du nicht wollen. Und nun geh‘ bitte. Mir ist kalt, ich gehe ins Haus zurück.“

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Mittlerweile hatte es heftig zu schneien begonnen. Auf Trishs Nasenspitze hatten sich einige Schneeflocken gesammelt, die nun als Wassertropfen auf ihren zitternden Lippen landeten. Kyle sah sie nur stumm an und dann war es mit seiner Selbstbeherrschung endgültig vorbei. Er konnte nicht anders. Verlangend schlang er seine Arme um sie und zog sie an sich. Sanft strich er ihr mit seiner Zungenspitze die Schneeflocken von der Nase, ehe sich seine Lippen auf ihren Mund legten. Sein Kuss war zärtlich, fast sanft, als habe er Angst, sie könne vor ihm davon laufen.

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Dann jedoch wurde sein Kuss intensiver und nach anfänglicher Gegenwehr, ließ Trish diesen Kuss schließlich zu. Sie drängte sich an Kyle, schmiegte sich in seine Arme und küsste ihn nun mit der gleichen Leidenschaft wie er sie.

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Nach schier endlosen Minuten ließen sie voneinander ab und Kyle sah Trish schwer atmend an: „Du willst mich genauso sehr, wie ich Dich, Trish und wenn Du es noch tausendmal leugnest.“

Zärtlich strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Noch einmal küsste er sie, ehe sie sich aus seiner Umarmung löste, um zum Haus zurück zu laufen. „Wir werden einen Weg finden, Trish. Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie Du in Dein Unglück läufst“, rief er ihr entschlossen hinterher.

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Immer schneller wurden ihre Schritte, während sie Kyles Blick in ihrem Rücken spürte. Aber sie würde sich nicht mehr zu ihm umdrehen. Ihre Tränen, die ihr nun unaufhaltsam über die Wangen strömten, sah er nicht mehr. Auch hörte er die Worte nicht, die sie leise flüsterte: „Du irrst Dich, Kyle. Es gibt für uns keinen gemeinsamen Weg.“ Ihr Entschluss stand unwiderruflich fest.

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Trish lief schnurstracks in ihr Zimmer und dort fiel die ganze Anspannung von ihr ab. Voller Verzweiflung schlug sie ihre Hände vors Gesicht und weinte einige Minuten lang hemmungslos. Wie hatte sie Kyle nur so anlügen, ihm das antun können?

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Sie wollte gerade die Tür zu ihrem Zimmer abschließen, als Anjelica dieses nach einem kurzen Anklopfen betrat. Missmutig hatte sie vom Balkon aus gesehen, wie Trish diesen Cop geküsst hatte. Ihr gefiel diese Entwicklung ganz und gar nicht, da er ihren Plan gefährdete. Es war an der Zeit, Trish dies noch einmal deutlich zu machen. Wenn sie in Sicherheit war, dann konnte sie ihn meinetwegen so oft treffen, wie sie wollte. Sie hatte schon ihre Worte auf den Lippen, als sie Trish mit gesenkten Kopf schluchzend stehen sah. Augenblicklich hielt sie inne. Ach Trish, wenn es doch nur eine andere Möglichkeit gäbe.

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Sie straffte ihre Schultern und ging auf sie zu, während sie die Ahnungslose mimte: „Wo warst Du denn mein Schatz? Carlo wollte Dich schon suchen lassen. Du kannst doch…“

Abrupt brach sie ab, als sich Trish umdrehte und sie ihr verheultes Gesicht sah. „Was ist denn los, Trish? Hast Du Dich etwa mit Carlo gestritten?“ Als Trish auch weiterhin nichts sagte, hakte sie nach. „Du hast Dich aber nicht mit Kyle getroffen, oder?“

Statt ihr zu antworten, senkte Trish nur schuldbewusst den Kopf. Anjelica atmete tief ein, ihre Worte gut überdacht. „Trish, das war keine gute Idee. Nicht auszudenken, hätte Euch Carlo gesehen. Was wollte Kyle eigentlich von Dir?“ Argwöhnisch beobachtete sie ihre Tochter, um schließlich fast flehend auf sie einzureden. „Trish, ich muss mich auf Dich verlassen können. Wenn Du der Ansicht bist, dieser Aufgabe nicht gewachsen zu sein, dann sage mir das bitte. Aber ich hatte gedacht, wir wären uns einig. Bitte Trish, zumindest bis ich außer Landes bin. Danach kannst Du Dich meinetwegen wieder von Carlo trennen. Aber erst, wenn ich in Sicherheit bin.“

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Durchdringend sah Anjelica ihre Tochter an, die jedoch mit fester Stimme erwiderte: „Ich habe Dir mein Wort gegeben. Du kannst Dich auf mich verlassen. Ich werde Carlo heiraten und habe nicht vor, mich danach wieder von ihm zu trennen.“

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Erleichtert zog Anjelica Trish in die Arme, während sie ihr sanft über das Haar strich. Das war gerade nochmal gut gegangen. Sie war gerade auf den Balkon hinausgetreten, als sie Kyle plötzlich an der Hecke hatte stehen sehen. Sie hatte nur noch eins und eins zusammenzählen müssen, als sie Trish zum Garten hatte laufen sehen. Nein, sie würde es zu verhindern wissen, dass er Trish irgendwelche Flausen in den Kopf setzen und ihren gut durchdachten Plan im letzten Moment noch durchkreuzen würde. Gleich nach der Eheschließung würde Carlo sie zum Flughafen bringen lassen und Dank gefälschter Papiere, die er besorgt hatte, konnte sie somit unbehelligt nach Europa fliegen. Carlo hatte jedoch zur Bedingung gemacht, dass sie sich aus allen Geschäften, die ihn betrafen, heraushalten müsse. Für den Fall, dass sie sich nicht an die Abmachung halten würde, hatte er eine Klausel in dem Vertrag festgesetzt. Zwar hatte Carlo Fabio bereits als seinen rechtmäßigen Erben eingesetzt, der auch weitgehend in die Geschäfte eingeweiht war. Aber sollte Anjelica ihn hintergehen, dann würde er seine Ehe mit Trish mit eigenen Nachwuchs krönen wollen, so hatte er es vertraglich niederschreiben lassen. Doch Anjelica wollte sich nicht von ihm erpressen lassen. Gleich nach ihrer Rückkehr wollte sie wieder voll ins Geschäft einsteigen.

Von alledem ahnte Trish jedoch nichts, auch wusste sie nichts von dieser Klausel.

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Anjelica strich über Trishs Wange und sagte leise: „Ich bin so froh, dass Du mir hilfst, Trish. Wenn ich erst weg bin, kannst Du machen, was Du willst. Aber bis es soweit ist, muss ich mich auf Dich verlassen können.“

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„Das kannst Du, Anjelica. Die Hochzeit wird wie geplant nächste Woche stattfinden. Ich werde Kyle nicht mehr treffen. Ich habe mich vorhin von ihm verabschiedet.“ Tapfer blickte sie auf ihre Mum, während immer noch Tränenspuren ihre Wangen zierten.

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„Ach, ich bin so erleichtert, Schatz. Du wirst mit Carlo bestimmt glücklich werden. Er wird Dich auf Händen tragen und falls nicht, wird er mich kennenlernen.“


Nachdem sie Trish wieder alleine gelassen hatte, begab sich Anjelica zu Carlo ins Wohnzimmer.„Trish war nur ein wenig im Garten spazieren. Du brauchst Dir also keine Sorgen zu machen. Mit ihr ist alles in Ordnung. Sie ist nur ein wenig nervös, wie jede andere Frau auch, die in Kürze den Bund der Ehe eingehen wird.“

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Noch ehe sie gehen konnte, kam Carlo auf sie und erwiderte: „In Sunlit Tides wird sie sicherlich auf andere Gedanken kommen. Ihr wird es bestimmt in meinem Haus gefallen. Es hat einen Privatstrand und wird durch Kameras bewacht. Ungebetene Gäste haben da keinen Zutritt. Ich will keine Zuschauer, wenn ich mit meiner Frau am Strand liege und wir uns lieben…“

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Angewidert wurde er durch Anjelica unterbrochen: „Oh bitte Carlo. Erspare mir die Einzelheiten. Ich will nicht wissen, was Du mit ihr treibst.“

„Es interessiert Dich wirklich nicht, wenn ich Nacht für Nacht ihren traumhaften Körper erkunde, um mit ihr zu schlafen? Meine Lippen über ihre vollen Brüste und ihren Bauch gleiten lasse, während ….“

„Hör auf Carlo. Was soll das? Das ist ja widerlich.“ Angeekelt von seiner Äußerung hob sie ihre Hände, während sie nur mühsam ihre Wut auf ihn unterdrücken konnte.

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Provozierend schaute er sie schräg von der Seite an und säuselte: „Ach ja, seit wann denn? Es gab mal eine Zeit, meine Liebe, da hast Du das ganz und gar nicht widerlich gefunden. Seit wann bist Du denn so prüde, Jelica?“

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Sie versuchte die Haltung zu wahren, als sie sich gleichgültig gab. „Das ist schon sehr lange her, damals war ich naiv. Wenn ich geahnt hätte, dass Du… Aber lassen wir das, ich will keine alten Geschichten aufwärmen.“

Doch Carlo ließ nicht locker. „Warum gibst Du nicht zu, dass es Dir keinesfalls gleichgültig ist, wenn ich mit Trish ins Bett gehe? Jelica, ich kenne Dich zu gut, Du kannst mir nichts vormachen.“

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Betroffen und angewidert von seinen Worten, blickte sie gequält zur Seite. Niemals würde sie vor ihm zugeben, wie Recht er mit seiner Äußerung hatte.

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Sie atmete tief durch und rang sich zu einem Lächeln ab, das keineswegs echt war. „Wie dem auch sei, Carlo. Denk‘ bitte daran, dass Du morgen Nachmittag nicht in Trish‘ s Zimmer kommst. Wir haben Anprobe und es bringt Unglück, wenn der Bräutigam die Braut schon vorher im Hochzeitskleid sieht.“

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„Oh, ich bin nicht abergläubsich, das sind doch nur Ammenmärchen. Was ist Jelica, trinkst Du noch ein Glas Sekt mit mir? Wir könnten auf die schönen Zeiten anstoßen und die, die noch kommen werden.“ Lächelnd zeigte er dabei auf den Sektkühler.

Anjelica sah ihn mit eiskalten Augen an, ehe sie erwiderte: „Nein, danke. Ich gehe aufs Zimmer. Lieber gar keine Gesellschaft als Deine, Carlo.“

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Schnell entfernte sie sich aus dem Wohnzimmer und verschwand in ihrem Schlafzimmer. Anjelica wollte nichts mit Carlo trinken und schon gar nicht mit ihm über die Vergangenheit sprechen, die so vieles verändert hatte… die sie verändert hatte.

Das Klingeln an der Haustür ließ Audrey zusammen schrecken. Sie wollte gerade die Treppen hinunter gehen, als sie Carlo schon an der Haustür stehen sah. Er saß immer noch gut aus und besaß diesen unverwechselbaren Charme, dem sie damals verfallen war. Oftmals hatte sie sich die Frage gestellt, weshalb er sich überhaupt für sie interessiert hatte. Immerhin war er 10 Jahre älter als sie selbst gewesen. Obwohl sie gewusst hatte, dass es falsch war und ihre Eltern erneut belogen hatte, war sie zu seiner Geburtstagsparty gegangen.

Was wäre passiert, wäre sie in der Pension geblieben? Wie wäre ihr Leben dann verlaufen? Wahrscheinlich langweilig und bieder und sie wäre in Appaloosa Plains versauert. Trish war ihr in so vielem ähnlich. Sie hatte nicht wirklich viel von ihrem Vater.

Beim Gedanken an Trish zog es Anjelica das Herz zusammen. Warum sollte sie die Rechnung für ihre eigenen Fehler tragen? Wieso ließ sie so etwas zu? Wie konnte sie so etwas nur tun? Wenn nur nicht die Geburtstags-Party gewesen wäre. Es hätte ihr so vieles erspart…





Kapitel 76 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 21.01.2018, 16:43

Bitte auch vorheriges Kapitel beachten!



Kapitel 76




Eine neue Liebe?



Ein zaghaftes Klopfen an der Tür riss Anjelica aus ihren Gedanken. „Ja bitte?“, fragte sie und sah lächelnd auf, als Trish zur Tür hereinkam.

„Ich wollte Dir nur eine gute Nacht wünschen. Und mach‘ Dir bitte keine Sorgen, ich werde mein Wort halten. Ich habe es Dir versprochen.“

Anjelica ging auf Trish zu und zog sie in ihre Arme. Sie war unfähig, auch nur ein Wort zu sagen. Sanft strich sie ihr übers Haar. Wie konnte ich Dich nur verlassen? Ich hätte hierbleiben und um Dich kämpfen müssen. Verdammt, Carlo. Warum musste es soweit kommen? Tränen füllten ihre Augen, als sich Trish wieder von ihr löste.

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„Was ist mit Kyle, Trish? Liebst Du ihn?“ Prüfend schaute sie ihre Tochter an.

Doch Trish schluckte schwer und sah an ihr vorbei. Was sollte sie ihr schon antworten? Die Wahrheit? Es würde doch sowieso nichts ändern. Ihr Entschluss stand fest. Sie war bereit, dieses Opfer für sie zu bringen. Irgendwann würde es nicht mehr so wehtun, wenn sie an Kyle dachte.

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„Das tut nichts mehr zur Sache. Ich will, dass es Dir gut geht und würde alles dafür tun. Ich liebe Dich, Mu…“ Sie stockte kurz und sagte: „Anjelica.“

Nein, sie brachte Das Wort Mum nicht über die Lippen.

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„Du kannst mich ruhig weiterhin Anjelica nennen. Du musst nicht Mum sagen. Mein Schatz, ich weiß, dass Du Maureen liebst. Sie ist diejenige, die Dich großgezogen hat.“

Trish drückte Anjelica und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Danke. Gute Nacht, Anjelica.“

„Gute Nacht, mein Schatz.“ Innig umarmtem sich die beiden.

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Als sich die Tür geschlossen hatte, war Anjelica wieder mit ihren Gedanken alleine. Was wäre passiert, wäre sie Eric nie begegnet? Hätten sie und Carlo sich je wieder getroffen, wäre aus ihr keine erfolgreiche Geschäftsfrau geworden und sie hätte ihren Mann damals bei dem Meeting in Starlight Shores nicht vertreten?

Nein, geliebt hatte sie Eric nie wirklich...



Rückblick


Bei einem Meeting in New York waren sie sich das erste Mal begegnet. Der aufstrebende aus Bridgeport kommende Jungunternehmer und Millionärssohn Eric Hudson und Anjelica Moreno. Ein Jahr zuvor hatte die aus Appaloosa Plains stammende Anjelica ihr eigenes Bauunternehmen gegründet, das sich auf Brunnenbau spezialisiert hatte. Nach ihrem Collegeabschluss hatte sie zunächst bei einer hiesigen Baufirma klein angefangen und sich dort mit viel Ehrgeiz, Fleiß und Disziplin in eine leitende Position hochgearbeitet. Per Fernstudium hatte sie ihren Bachelor in Internationaler BWL gemacht, ehe sie ein marodes Bauunternehmen wieder in die schwarzen Zahlen gebracht, aufgekauft und schließlich gewinnbringend wiederverkauft hatte. Mit dem Erlös, etwas Eigenkapital und einen Bankkredit war sie wenig später nach Bridgeport gekommen, um dort eine alteingesessene Brunnenbaufirma wieder nach oben zu bringen. Ihre Firma und die Eric Hudson‘ s hatten dem gleichen Konsortium angehört, an dessen Treffen sie in New York teilgenommen hatte.

Eric und sie waren sich auf Anhieb sympathisch und machten keinen Hehl daraus, was sie von dem jeweils anderen wollten. Immer wieder warfen sie sich während der Gespräche eindeutige Blicke zu.

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Anjelica gefiel der junge Mann mit den samtbraunen Augen, der einen leicht schüchternen Eindruck machte, auf Anhieb und das zeigte sie ihm auch.

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Aber auch er war von der jungen Frau fasziniert, die etwas Geheimnisvolles an sich hatte und deren katzenhaften Augen ihn fast verschlingen wollten und denen er sich nicht entziehen konnte.

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Nachdem das Meeting beendet war, genehmigten sie sich einen Drink an der Bar und plauderten dabei angeregt. Dabei erfuhr sie, dass Eric in Yale studiert hatte und in spätestens zwei Jahren die Firma seines Vaters übernehmen würde.

„Moreno, das klingt italienisch“, meinte er interessiert, während er seinen Drink in den Händen hielt.

Anjelica sah ihn musternd von der Seite an. „Ja, mein Vater ist italienischer und meine Mutter mexikanischer Abstammung. Aber beide sind hier geboren. Und Sie sind also der Firmenchef von Hudson Ltd.“ Es klang mehr nach einer Feststellung als nach einer Frage.

„Ja, ich habe sie vor zwei Jahren gegründet. Ursprünglich noch mit einem ehemaligen Kommilitonen, der jedoch nach Italien zurückgegangen ist. Vielleicht sagt Ihnen Monte Vista etwas? Es liegt in der Toskana.“

Anjelica war bei seinen Worten blass geworden und murmelte geistesabwesend: „Ich kenne Monte Vista. Ganz in der Nähe wohnt die Familie meines Vaters. Wir waren früher oft in Italien und haben dort die Ferien verbracht oder in Lucky Palms, wo meine Tante lebt.“ Nein, das muss ein Zufall sein. Italiener gibt es hier viele und bestimmt auch welche aus Monte Vista, versuchte sie sich einzureden.

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Schließlich verlagerten sie ihr Gespräch auf das gemütlichere Sofa und unterhielten sich dabei über alles Mögliche. Eric war sehr belesen und auch schon in vielen Orten der Erde gewesen. Er erzählte ihr von einer Foto-Safari in Afrika, die er nach seinem Studium unternommen hatte.

Ihre entsetzte Frage, ob er denn auch Großwildjäger sei, verneinte er lächelnd: „Nein, auf Tiere schieße ich nicht, dafür liebe ich sie zu sehr. Außerdem engagiere ich mich für den Tierschutz und bin auch gegen Pelztragende Damen. Tragen Sie denn welche, Anjelica?“

Überrascht sah sie ihn an, ehe sie antwortete: „Nein, ich trage keine Pelze. Ich finde das widerlich.“

Sie vergaßen dabei völlig die Zeit und aus ihrem anfänglichen harmlosen Gespräch entwickelte sich langsam ein Flirt.

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Als er sie fragte, ob sie mit ihm einen Spaziergang in den Central Park machen würde, stimmte sie diesem freudig zu. Er machte ihr Komplimente, fragte sie nach ihren Hobbys und meinte schließlich, dass er sie gerne wiedersehen würde. Es gefiel Anjelica sehr, so umworben zu werden.

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Sie war fasziniert und sehr angetan von dem gutaussehenden Mann, der sehr gebildet und kultiviert war. Abends lud er sie zum Tanzen ein und sie zog in ihrem raffiniert geschnittenen Abendkleid, das mehr enthüllte als verdeckte, seine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Kokett flirtete sie mit den Augen, während er sie immerzu ansah. Sie war sich ihrer Wirkung auf die Männer durchaus bewusst und setzte ihre Vorzüge gekonnt ein. Aus dem einstmals verschüchterten, etwas naiven jungen Mädchen war eine selbstbewusste und attraktive Frau geworden, die wusste, was sie wollte und wie sie es bekam.

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Eric lud sie an die Bar ein, wo sie noch einige Drinks zu sich nahmen und sich weiterhin angeregt unterhielten. Doch so leicht und sicher wollten beide die Worte nicht mehr über die Lippen kommen, hatten sie schon einiges an Alkohol zu sich genommen. Sie kicherten und alberten die ganze Zeit herum und flirteten dabei, was das Zeug hielt.

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Schließlich fuhren sie rauf zur Dachterrasse. Vom gigantischen Ausblick beflügelt, legte Eric seine Arme um ihre Taille und zog sie an sich. Heiser flüsterte er: „Du bist eine wunderschöne Frau, Anjelica.“ Mittlerweile waren sie vom steifen „Sie“ ins vertraulichere „Du“ übergegangen.

Sie lächelte und strich verspielt mit ihren Fingern über seinen Nacken. Ihn kokett anschauend, meinte sie dabei: „Du bist aber auch ein sehr attraktiver Mann, Eric. Darf ich Dich etwas fragen?“

Überrascht nickte er: „Ja, natürlich.“

„Gibt es eine Mrs Hudson?“

Eric antwortet wahrheitsgemäß: „Nein, die gibt es nicht und wie sieht es bei Dir aus?“, zwinkerte er ihr zu.

„Derzeit bin ich solo. Aber ich bin auch nicht auf der Suche, falls Du das jetzt annehmen solltest.“

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Stumm sah Eric sie an, ehe er sich zu ihr beugte und einen Kuss auf ihre Lippen hauchte. Sie versteifte sich zwar ein wenig, aber sie wehrte sich nicht dagegen.

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Es war schon weit nach Mitternacht, als sie am Hotel angekommen waren und in der Lobby noch einen letzten Drink zu sich nahmen.

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Er trat ganz dicht hinter sie, so dass sie seinen heißen Atem spüren konnte. Sanft küsste er sie auf den Nacken, was in Anjelica einen angenehmen Schauer auslöste.

„Du kannst einen Mann um den Verstand bringen, weißt Du das eigentlich?“, flüsterte er ihr heiser ins Ohr.

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Kurz zuckte sie zusammen, als er mit geübten Fingern ihre Schultern massierte. Seine Hände waren warm und fühlten sich geschmeidig auf ihrer erhitzten Haut an. Auf die Frage, wo er das gelernt hätte, lachte er und sagte ihr, dass er sich das selbst beigebracht hätte.

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Anjelica drehte sich zu ihm um und schlang ihre Arme um seinen Nacken, während seine Hände langsam über ihren nackten Rücken strichen.

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Als er sich von ihr verabschieden wollte und sie dabei innig umarmte, fragte sie: „Kommst Du noch mit zu mir, Eric?“

Überrascht sah er sie fragend an. „Willst Du das denn?“ Als sie zustimmend nickte, raunte er ihr ins Ohr: „Gib‘ mir 5 Minuten. Ich bin gleich wieder da.“

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Mit klopfenden Herzen machte sich Anjelica im Badezimmer ein wenig frisch und schlüpfte in ihr neues Negligé, das sehr sexy geschnitten war. Nur wenig später klopfte es an der Tür und Eric stand davor. Schnell zog sie ihn ins Zimmer und warf sich in seine Arme.

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Er erwiderte die Umarmung und zog sie fest an sich, um sie leidenschaftlich zu küssen.

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Anjelica erwiderte den Kuss mit der gleichen Intensivität und schaute ihm dabei verführerisch in die Augen. „Ich will mit Dir schlafen, Eric“, flüsterte sie erregt.

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Eric war zwar nicht so ein leidenschaftlicher Liebhaber, wie sie es schon erlebt hatte, aber sie hatten dennoch sehr viel Spaß in dieser Nacht.

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Am nächsten Morgen verabschiedeten sie sich mit einem intensiven und langen Kuss voneinander.

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Fortan trafen sie sich häufiger und nur wenig später gestand Eric ihr seine Liebe. Nur ein halbes Jahr später machte er ihr einen Heiratsantrag. Die Hochzeit fand schließlich in New York statt, jene Stadt, in der sie sich kennengelernt hatten. Anjelica musste sich jedoch eingestehen, dass sie nicht das gleiche wie Eric empfand. Vergessen hatte sie Carlo nie können. Er jedoch hatte sie nicht gewollt und ihre Liebe verraten. Aber es war ihr eine Genugtuung gewesen, Carlo über ihre Vermählung zu informieren, nachdem sie herausgefunden hatte, dass er der Kommilitone gewesen war, den Eric damals erwähnt hatte. So klein war doch die Welt.

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Das junge Ehepaar bezog eines der schönsten und feudalsten Häuser Bridgeports mit einem gigantischen Ausblick auf die Stadt. Nur wenige Wochen nach der Hochzeit stellte Anjelica fest, dass sie schwanger war.

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Eric freute sich riesig, als sie ihm von der Schwangerschaft erzählte. Liebevoll rieb er ihr den Bauch oder sprach mit dem Ungeborenen. Ja, sie hatten damals durchaus eine glückliche Zeit und diese hatte sie auch genossen. Sie war bemüht gewesen, Eric eine gute Frau zu sein.

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Er kümmerte sich während der Schwangerschaft liebevoll um sie, massierte ihr den Rücken, wenn sie wieder einmal Schmerzen hatte, verbrachte viel Zeit mit ihr und dennoch sehnte sie sich nach jemand anderen.

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Eric achtete auch darauf, dass sie sich nicht übernahm und ausgewogen ernährte. Fette Speisen wie beispielsweise ihre geliebten Apfelpfannkuchen, bereitete er mit Bio-Produkten zu. Es gab nur die besten Äpfel und das Mehl holte er direkt bei der Mühle. Ansonsten gab es viel frisches Obst und Gemüse. Wenn sie jedoch wieder einmal der Heißhunger überfiel, dann bereitete er alles selbst zu. Eric war der perfekte Hausmann und ein sehr guter Koch. Das musste sich Anjelica neidlos eingestehen.

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Die Schwangerschaft verlief weitestgehend problemlos. Auch das zwischenmenschliche kam dabei nicht zu kurz. Aber irgendetwas fehlte, wenn sie mit ihm schlief, das spürte sie mehr und mehr und die Sehnsucht nach Carlo wurde immer größer.

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In dieser Zeit las sie sehr viel und hatte auch mit dem Klavier spielen begonnen. Sie war oftmals depressiv, so dass Eric eines Tages mit einem Klavier, im Zebramuster lackiert, vor der Haustür gestanden hatte. Gelernt hatte sie das Klavierspielen einige Jahre zuvor, als sie mehrere Monate bei ihrer Tante in Lucky Palms verbracht hatte.

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Im Wonnemonat Mai gebar Anjelica schließlich ein Mädchen, das sie auf den Namen Patricia tauften. Aber schon recht früh nannte sie jedermann nur Trish. Das kleine Mädchen bereitete ihren Eltern viel Freude, war ein sehr aufgewecktes und wissbegieriges Kind. Sie lernte sehr schnell laufen und sprechen und konnte jemandem Löcher in den Bauch fragen, wen sie etwas wissen wollte.

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Nach außen hin waren sie die perfekte Familie. Aber die Harmonie trog, denn Eric begann sich zunehmend zu verändern. Es war ihm vor allem ein Dorn im Auge, das Anjelica bei ihren gemeinsamen Freunden so beliebt war und immer alle Männerblicke auf sich zog. Um dies zu unterbinden, wollte er plötzlich nicht mehr, dass sie sich zu aufreizend anzog. Bei einer privaten Party wäre es dann fast zu einem Eklat gekommen. Eric hatte ihr bei einer Geschäftsreise ein Kleid gekauft, das sowohl vorne als auch hinten hochgeschlossen war. Da es mitten im Hochsommer war und die Temperatur an diesem Tag 32 Grad zeigte, weigerte sich Anjelica, das Kleid anzuziehen.

„Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass ich bei dieser Hitze dieses Kleid anbehalte? Welches Problem hast Du eigentlich?“, griff sie ihn an.

„Ich habe gar kein Problem, aber Du kleidest Dich wie eine Nutte und benimmst Dich auch so.“

„Leck mich“, rief sie ihm aufgebracht entgegen und ging zu ihren Gästen, nicht ohne sich vorher etwas anderes anzuziehen.

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Anjelica litt immer mehr in ihrer Ehe. Ihr einziger Trost während dieser schwierigen Zeit war Trish. Sie liebte ihre Tochter abgöttisch, auch wenn ihr durch sie erst richtig bewusst wurde, was sie damals aufgegeben hatte. Oft hatte sie sich gefragt, wie es wohl gewesen wäre, wäre sie niemals nach Monte Vista zurückgekehrt und hätte gleich diesen Schlussstrich gezogen. Eric hatte sie nie etwas davon erzählt und alle Papiere, die sie auch nur annähernd hätten verraten können, akribisch vor ihm verschlossen gehalten.


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Anjelica seufzte tief. Eric hatte sie nie verstanden. Sie war nie die Frau gewesen, die er in ihr gesehen hatte, sehen wollte. Schließlich war es ihr immer schwerer gefallen, sich zu verstellen, die Rolle zu spielen, die ihr Mann für sie vorgesehen hatte. Sex war für Carlo und sie immer das Wichtigste gewesen. Er hatte in ihr die Leidenschaft entlocken können, die in ihr gebrannt hatte. Oft hatte sie sich gewünscht, es wäre nur einmal so mit Eric, wie sie es mit Carlo erlebt hatte. Sie sehnte sich danach, wollte endlich wieder für einen Mann begehrenswert erscheinen. Vielleicht war das auch der Grund gewesen, was in dieser einen Nacht passiert war. Nach dem Streit mit ihrem Mann wegen des Kleides war ihr mittlerweile alles egal geworden. Erneut wanderten ihre Gedanken zurück an diese eine Partynacht und an… Leroy.


Wieder einmal hatten sie und Eric eine Party gegeben. Eigens hierfür hatte sie sich ein neues, schickes Kleid gekauft. Doch erneut war sie mit Eric in einen Streit geraten. „Du ziehst Dich sofort um. Haben wir uns verstanden, Anjelica? Meine Frau läuft nicht wie eine Nutte herum. Sieh‘ Dich doch mal in diesem Fummel an“, schrie er aufgebracht.

Doch Anjelica dachte gar nicht daran und fuhr ihn an: „Du hast sie doch nicht mehr alle. Ich werde mich nicht umziehen, dass das klar ist. Mach‘ doch, was Du willst. Ich gehe mich jetzt amüsieren.“

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Einer der Partygäste, ein Stadt bekannter Playboy namens Leroy Devine, machte aus seiner Bewunderung Anjelicas von Anfang an keinen Hehl. Er flirtete unverfroren mit ihr, machte ihr immerzu Komplimente und verschlang sie fast mit seinen Blicken. Ihr gefiel seine Aufmerksamkeit und schon wenig später entwickelte sich ein heißer Flirt zwischen ihnen.

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Während sich Eric am Swimmingpool um das Wohl seiner Gäste kümmerte, gingen Anjelica und Leroy ins Wohnzimmer hoch. Zu langsamer Musik tanzten sie eng umschlungen. In seiner Art erinnerte er sie ein wenig an Carlo. Als Leroy sie eng an sich zog, um sie zu küssen, ließ Anjelica es widerstandslos zu. Sie genoss es, von einem attraktiven Mann endlich wieder begehrt zu werden. Eric hatte ihr schon sehr lange keine Komplimente mehr gemacht und auch im Bett war schon seit längerem nichts mehr gelaufen.

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Nach einer Weile gingen beide hinunter in den Hobbyraum, in dem neben ein paar Musikinstrumenten auch eine Couch stand. Heftig atmend zog der junge Mann sie in seine Arme und die beiden knutschten wie zwei verliebte Teenager.

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Als Anjelica ihr Verlangen nicht mehr unterdrücken konnte, zog sie Leroy von der Couch hoch und ging mit ihm in eines der Gästezimmer. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, zog sie ihn aufs Bett und schlief mit ihm.

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Eric hatte von alledem nichts mitbekommen. Er hatte schon einige Drinks zu viel und ging nach oben ins Schlafzimmer. Kurz darauf war er auch schon eingeschlafen. Leroy verließ noch vor Morgengrauen das Anwesen, nachdem er sich mit einem leidenschaftlichen Kuss von Anjelica verabschiedet hatte.

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Beide waren sich jedoch einig gewesen, es bei diesem einen Mal zu belassen. Ein schlechtes Gewissen Erics gegenüber hatte sie nicht, auch wenn es nicht ihr Plan gewesen war, ihn zu betrügen.





Kapitel 77 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von Simsi68 » 23.01.2018, 10:03

Hallo Marga! :winken02

Zu Kapitel 75:
Ohjeee, armer Kyle! Da muss er ja trotz seiner warmen Kleidung ganz schön frieren! Und dennoch glaubte er seinen Beobachtungsplatz erfolglos und unverrichteter Dinge verlassen zu müssen.
Doch dann hat er doch noch Erfolg und trifft auf Trish!
Oh Gott, wie Trish Kyle anlügt. :weinen3: Wie sie das nur kann, ihm, den sie doch von Herzen liebt, in die Augen zu schauen und zu lügen! So sehr steht sie zu ihrer Mutter!
Und ich frage mich wieder: wofür? Sie wird keinen Dank, geschweige denn irgendetwas anderes dafür bekommen. Ihr Leben wird kaputt und ihre Mutter fort sein; auf nimmer wieder sehen! :weinen1
Aber abgesehen davon glaubt ihr Kyle ohnehin nicht. Wie sollte er auch! :aetsch
Und dann der Kuss! Der sagt mehr als 1000 Worte! :verliebt
Anjelica... Klar, dass ihr das nicht gefallen hat, was sie gesehen hat, da das ihren Plan gefährden könnte! Pffff… Die denkt doch wirklich nur an sich selbst! :durchdrehen
Ist klar, sie muss sich auf sie verlassen können. Boah, diese Egoistin!!!
Ich kann nur nicht verstehen, warum Trish nicht vorhat, sich danach wieder Carlo zu trennen! :kopfschuetteln
Ach, ich verstehe vieles nicht, habe so viele offene Fragen, die sicherlich irgendwann beantwortet werden, wovon ich aber sehr überzeugt bin.


„Ich bin so froh, dass Du mir hilfst, Trish. Wenn ich erst weg bin, kannst Du machen, was Du willst. Aber bis es soweit ist, muss ich mich auf Dich verlassen können.“
Klar, nur dass dann Trish´s Leben kaputt ist! So eine Egoistin, pfui Teufel!

„Ach, ich bin so erleichtert, Schatz. Du wirst mit Carlo bestimmt glücklich werden. …“
Boah, ich glaub´s ja nicht! Diese blöde Kuh!!! Die weiß genau, dass Trish NIEMALS mit Carlo glücklich werden wird. Denn es gibt nur einen Mann in ihrem Leben, mit dem sie glücklich hätte werden können! Nämlich Kyle!

Und während Carlo in allen Einzelheiten beschreibt, was er mit Trish anstellen wird, reagiert Anjelica so, als würde er von einer x-beliebigen Frau reden und nicht etwa von IHRER EIGENEN TOCHTER. Da sieht man mal, dass es ihr doch sowas von egal ist, was mit Trish ist. Nach ihr die Sintflut. Hauptsache sie kommt gut davon! Boah, pfui Teufel!!!! :schimpfen

Tja, wäre nur nicht diese Geburtstagsfeier gewesen…


Zu Kapitel 76:
Ach, Trish ist so selbstlos… Es ist der Wahnsinn! :kopf:

In dem Rückblick sieht Anjelica aus wie Trish, nur mit dunklen Haaren, wo sie den Abend mit Eric verbringt. Echt der Wahnsinn, diese starke Ähnlichkeit.


Uiuiuiui, ein rotes sexy Negligé trägt sie. Donnerwetter! :tsts:
Aber ihre Haare sind schnell gewachsen, ne… :lachen Bei Versammlung hatte sie doch ´nen Side-Cut, wenn ich mich nicht irre.


Fette Speisen wie beispielsweise ihre geliebten Apfelpfannkuchen, bereitete er mit Bio-Produkten zu. Es gab nur die besten Äpfel und das Mehl holte er direkt bei der Mühle.
Ach herrjeh, man kann´s auch übertreiben. Oder Eric? :kopfschuetteln

Ohje ohje… Kaum ist Trish geboren, kriselt es in der Ehe der beiden! Meine Güte, Anjelica war damals eine junge Frau! Eric hat wohl aus Eifersucht sich so verändert, ihr verboten sich so zu kleiden wie bisher, wie sie sie es gerne hat! Das ist aber ganz schön übertrieben gewesen von Eric!

„Du ziehst Dich sofort um. Haben wir uns verstanden, Anjelica? Meine Frau läuft nicht wie eine Nutte herum. …“
Krass, diese Worte! :kopf: :kopfschuetteln Ich finde eher, dass ihr das Kleid sehr gut stand. Sie hat eine super Figur, ist attraktiv und es war Sommer! Also…
Darum kann ich es mir auch vorstellen, dass sie die Aktivitäten von Leroy genoss! Es war zwar nicht richtig von ihr, sich auf Leroy einzulassen, da sie ja verheiratet war, aber dennoch kann ich sie verstehen, da sie immer nur von ihrem Mann unterdrückt wird, statt von ihm begehrt zu werden.
Das glaube ich sehr wohl, dass es NICHT ihr Plan war, Eric zu betrügen, aber da er keinerlei Anstalten mehr machte, sie als seine begehrenswerte Frau zu sehen, sondern sie nur noch unterdrückte, kann ich sie schon verstehen.


Das waren wieder 2 tolle Kapitel! Text alles in allem wieder super geschrieben und mit tollen vielsagenden Bildern versehen! Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02

Ich bin nun schon wieder sehr gespannt wie es weiter geht, da ich dies nicht mehr genau weiß, und freue mich auf die Fortsetzung!

LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Re: SdV Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 27.01.2018, 16:20

Hallo Astrid! :winken


Bevor es mit neuen Kapiteln weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe.
:hug02 :klatschen1

Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Hallo Marga! :winken02
Ohjeee, armer Kyle! Da muss er ja trotz seiner warmen Kleidung ganz schön frieren! Und dennoch glaubte er seinen Beobachtungsplatz erfolglos und unverrichteter Dinge verlassen zu müssen. Doch dann hat er doch noch Erfolg und trifft auf Trish!
Ja, der Ärmste musste eine ganze Zeit lang warten, bis Trish endlich aus dem Haus kam.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Oh Gott, wie Trish Kyle anlügt. :weinen3: Wie sie das nur kann, ihm, den sie doch von Herzen liebt, in die Augen zu schauen und zu lügen! So sehr steht sie zu ihrer Mutter!

Es fällt ihr aber nicht einfach und sie muss schon ihren ganzen Willen zusammennehmen, um Kyle das sagen zu können.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Und dann der Kuss! Der sagt mehr als 1000 Worte! :verliebt

Ihre Worte könnten ihn vielleicht überzeugt haben, so denkt es sich Trish. Aber letztendlich haben ihre Gefühle sie verraten.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Ich kann nur nicht verstehen, warum Trish nicht vorhat, sich danach wieder Carlo zu trennen! :kopfschuetteln Ach, ich verstehe vieles nicht, habe so viele offene Fragen, die sicherlich irgendwann beantwortet werden, wovon ich aber sehr überzeugt bin.
Trish ahnt, dass Carlo ihre Mutter mit irgendetwas in der Hand hat und glaubt nicht, dass es mit der Hochzeit einfach getan ist. Insgeheim traut sie Carlo nicht so recht. Vielleicht will sie aber auch etwas Zeit für ihre Mutter schinden, indem sie sich eben nicht gleich wieder von Carlo trennt. ;)
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
„Ach, ich bin so erleichtert, Schatz. Du wirst mit Carlo bestimmt glücklich werden. …“Boah, ich glaub´s ja nicht! Diese blöde Kuh!!! Die weiß genau, dass Trish NIEMALS mit Carlo glücklich werden wird. Denn es gibt nur einen Mann in ihrem Leben, mit dem sie glücklich hätte werden können! Nämlich Kyle!

Na ja, sie versucht, Trish das Leben mit Carlo ein wenig schmackhaft zu machen. Insgeheim weiß sie wahrscheinlich auch, dass das nie etwas mit ihm und ihr wird.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Und während Carlo in allen Einzelheiten beschreibt, was er mit Trish anstellen wird, reagiert Anjelica so, als würde er von einer x-beliebigen Frau reden und nicht etwa von IHRER EIGENEN TOCHTER. Da sieht man mal, dass es ihr doch sowas von egal ist, was mit Trish ist. Nach ihr die Sintflut. Hauptsache sie kommt gut davon! Boah, pfui Teufel!!!! :schimpfen

Das ist nicht ganz richtig. Carlo hat das nur gesagt, um Anjelica aus der Reserve zu locken. Sie würde nie zugeben, dass sie auf ihre eigene Tochter eifersüchtig ist und dass sie Carlo immer noch liebt. Und das weiß er auch. :nicken
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Tja, wäre nur nicht diese Geburtstagsfeier gewesen…
Hm. Wurde schon oft von mir erwähnt. Aber was hat es damit auf sich??? :confus2
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
In dem Rückblick sieht Anjelica aus wie Trish, nur mit dunklen Haaren, wo sie den Abend mit Eric verbringt. Echt der Wahnsinn, diese starke Ähnlichkeit.
Hm, ich weiß gar nicht mehr, wie ich das gemacht hatte. Entweder waren es die gleichen Sims oder aber es war ein Genexperiment im CAS zwischen Anjelica und Eric. Das Muttermal hatte ich platziert, das weiß ich noch, aber ansonsten... Keine Ahnung, ist schon so lange her. :confus3
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Aber ihre Haare sind schnell gewachsen, ne… :lachen Bei Versammlung hatte sie doch ´nen Side-Cut, wenn ich mich nicht irre.
Ja und nein. Eigentlich sollte es eine Hochsteckfrisur sein, am Hinterkopf zusammengesteckt. Ich wollte eine etwas mondäne Frisur, die Anjelica' s Selbstbewusstsein, ihr Charisma und sicheres Auftreten in der eher rauen Männerwelt, unterstreichen sollten. Die Hochsteckfrisuren, die ich gefunden hatte, wirkten alle etwas zu verspielt und mädchenhaft. Durch die schwarzen Haare erkennt man das nicht so richtig. Ich glaube, die waren wirklich hinten zusammengefasst. Wenn ich nach meinem Urlaub wieder mit Sims 3 anfangen werde, schaue ich mal im CAS nach. Es kann aber auch sein, dass ich die gar nicht mehr habe, denn einiges ist mir beim letzten Spielen vor über einem Jahr schon nicht mehr angezeigt worden.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Fette Speisen wie beispielsweise ihre geliebten Apfelpfannkuchen, bereitete er mit Bio-Produkten zu. Es gab nur die besten Äpfel und das Mehl holte er direkt bei der Mühle.Ach herrjeh, man kann´s auch übertreiben. Oder Eric? :kopfschuetteln

Eric war schon ein Gesundheitsfanatiker. Das hat sich aber im Laufe der Jahre geändert. Auch hat er seine Ausbrüche und Aggressionen weitgehend in den Griff bekommen. Man kann den früheren Eric mit dem heutigen nicht mehr vergleichen, auch wenn er über Trish' s Verhalten maßlos verärgert war und sie deshalb aus dem Haus geworfen hatte.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Ohje ohje… Kaum ist Trish geboren, kriselt es in der Ehe der beiden! Meine Güte, Anjelica war damals eine junge Frau! Eric hat wohl aus Eifersucht sich so verändert, ihr verboten sich so zu kleiden wie bisher, wie sie sie es gerne hat! Das ist aber ganz schön übertrieben gewesen von Eric!
Ja, er war eifersüchtig, wollte Anjelica nur für Trish und sich alleine und hat dabei völlig übersehen, dass sie eine sehr begehrenswerte Frau ist, für die Sex zu einer normalen Beziehung gehört. Ihm wiederum war dies nicht so wichtig, da für ihn in erster Linie die Arbeit gezählt hatte. Das konnte auf die Dauer nicht gutgehen. :weinen3:
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
„Du ziehst Dich sofort um. Haben wir uns verstanden, Anjelica? Meine Frau läuft nicht wie eine Nutte herum. …“ Krass, diese Worte! :kopf: :kopfschuetteln Ich finde eher, dass ihr das Kleid sehr gut stand. Sie hat eine super Figur, ist attraktiv und es war Sommer! Also…


Sie war bei Eric' s Worten wie vor den Kopf gestoßen. Er hatte da aber auch maßlos übertrieben. Das Kleid stand ihr sehr gut.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Darum kann ich es mir auch vorstellen, dass sie die Aktivitäten von Leroy genoss! Es war zwar nicht richtig von ihr, sich auf Leroy einzulassen, da sie ja verheiratet war, aber dennoch kann ich sie verstehen, da sie immer nur von ihrem Mann unterdrückt wird, statt von ihm begehrt zu werden.

Ja, das war auch der Grund, weshalb sie sich mit ihm eingelassen hatte. Sie hätte das wahrscheinlich bei jedem so gemacht, der ihr an diesem Tage näher gekommen wäre. Sie wollte sich wieder als begehrenswerte Frau fühlen und somit war die Gelegenheit günstig gewesen.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Das glaube ich sehr wohl, dass es NICHT ihr Plan war, Eric zu betrügen, aber da er keinerlei Anstalten mehr machte, sie als seine begehrenswerte Frau zu sehen, sondern sie nur noch unterdrückte, kann ich sie schon verstehen.

Du hast es richtig erfasst. Irgendwie kommt dann auch eine Trotzreaktion zustande und da es beiden nur um Sex gegangen war, hatte es letztendlich gepasst.
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Das waren wieder 2 tolle Kapitel! Text alles in allem wieder super geschrieben und mit tollen vielsagenden Bildern versehen! Vielen lieben Dank dafür, liebe Marga! :hug02

Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. :hug02
Simsi68 hat geschrieben:
23.01.2018, 10:03
Ich bin nun schon wieder sehr gespannt wie es weiter geht, da ich dies nicht mehr genau weiß, und freue mich auf die Fortsetzung!

Die gleich im Anschluss folgen wird.

Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02

So und gleich im Anschluß geht es mit neuen Kapiteln weiter.


LG Marga
Zuletzt geändert von cheli24 am 27.01.2018, 18:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 27.01.2018, 16:34

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!



Hallo zusammen, :winken

da ich ja schon mehrmals erwähnt hatte, die Story endlich zu Ende bringen zu wollen, werden nun einige Kapitel am Stück folgen. Ob ich es noch rechtzeitig vor meinem Urlaub schaffen werde, weiß ich noch nicht. Das werden wir sehen.

EDIT: Ich habe es geschafft: :freu1 : Alle Kapitel sind nun online!!!

Es wird wohl nicht jedermans Geschmack sein, das ist mir auch klar, vielleicht ist manches auch ein bisschen überzogen, aber letztendlich ist es nur eine Geschichte. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich wünsche nun viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefallen die Kapitel.



LG cheli24 (Marga)





Kapitel 77




Eine Frau steht ihren Mann




Anjelica hatte mittlerweile in einer Abendschule ihren Master gemacht und arbeitete fortan stundenweise in der Firma ihres Mannes. Die Zusammenarbeit mit ihm funktionierte sehr gut und sie vertrat ihn auch schon mal bei dem Einen oder anderen Meeting, wenn es ihre Zeit erlaubte. Schnell hatte sie sich in der rauen Männer- und Geschäftswelt einen Namen gemacht und galt als knallharte Verhandlungspartnerin, die eigene Bedürfnisse ebenso leidenschaftlich wie kompromisslos verteidigen und durchzusetzen wusste. Sie ließ sich von niemanden einschüchtern, was Eric sehr beeindruckte. Wenn es auch privat zwischen ihnen nicht gut lief, geschäftlich waren sie die besten Partner und er wusste, er konnte sich auf sie und ihre Unterstützung verlassen. Jedoch war ihm auch bewusst, dass Anjelica in erster Linie Mutter war und eine sehr gute dazu. Er bewunderte, wie sie Job und Privatleben unter einen Hut bekam. Anjelica konnte sehr gut organisieren und sie schaffte es trotz alledem, für Trish da zu sein, wenn diese sie brauchte. Zwar hatten sie auch eine Nanny, aber Anjelica war immer darauf bedacht, dass Trish nicht zu kurz kam. Eric hatte sich mit seiner Firma mittlerweile einen sehr guten Namen gemacht und führte ein über die Ländergrenzen hinaus gut florierendes Unternehmen. Aber das zwischenmenschliche war dabei auf der Strecke geblieben. Anjelica war eine sehr leidenschaftliche Frau und sehnte sich trotz der Arbeit mit ihrem Mann auch nach dessen Liebe und Zärtlichkeit. Sie vermisste die Aufmerksamkeit Eric‘ s, die er noch zu Beginn ihrer Beziehung an den Tag gelegt hatte.

So kam es, dass sie immer häufiger an Carlo dachte. Ein Geschäftstermin in Starlight Shores, den ihr Mann aufgrund einer schweren Viruserkrankung nicht hatte wahrnehmen können, führte sie zwei Jahre später zufällig wieder mit Carlo zusammen…



„Ist gut Franco, ich kümmere mich darum. Gleich, wenn ich aus Starlight Shores zurück bin. Du weißt doch, das Konsortialtreffen, von dem ich Dir erzählt hatte. Ja, wir haben einige Schwierigkeiten, hat aber nichts mit unseren Geschäften zu tun. Also, mach‘ Dir keine Sorgen. Grüß‘ mir Fabio, wenn Du bei meinen Eltern bist. Okay? Wir sehen uns dann nächste Woche. Bis dann, Ciao.“

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Carlo beendete mit einem Tastendruck das Gespräch mit seinem Freund und Geschäftspartner. Er wollte sich gerade zu den Fahrstühlen begeben, als er plötzlich stutzte. Die elegant gekleidete Frau, die auf der Terrasse stehend zum Meer hinausblickte und ihm den Rücken zuwandte... er hätte sie unter Millionen Frauen erkannt.

Sein Herz pochte heftig, als er ihren Namen rief: „Jelica?“

Überrascht drehte sich die Frau bei dem Klang der Stimme um und schaute ihn verdutzt an.

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„Carlo, was machst Du denn hier?“, kam es zögernd über ihre Lippen. „Eric hat gar nicht erwähnt, dass Du auch da sein wirst“, stieß sie schließlich etwas irritiert hervor und kam langsam auf ihn zu

Freudestrahlend ging Carlo ihr indes entgegen: „Du bist es wirklich. Wo ist denn Eric? Ist er schon oben?“ Neugierig sah er sich nach dem Freund um.

Doch Anjelica schüttelte den Kopf: „Nein, Eric ist gar nicht da. Er hatte eine schwere Virusinfektion und sein Arzt hat ihm absolute Bettruhe und Flugverbot verordnet.“

Echtes Bedauern spiegelte sich in Carlo‘ s Gesicht wider, als er sagte: „Oh, das tut mir aber sehr Leid. Ist es sehr schlimm?“

„Na ja, es geht und wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätte er diesen Termin wahrgenommen.“

„Dann bist Du also anstelle seiner hier?“, fragte er neugierig.

„Ja, denn es geht um Malone Enterprises und Du weißt ja, dass wir die Firma finanziell unterstützen.“

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Carlo nickte. „Ja, Eric hatte es bei einem Gespräch erwähnt. Ich hätte jedoch die Finger davon gelassen.“

Überrascht sah ihn Anjelica an. „Was meinst Du damit?“

„Es ist ein Fass ohne Boden. Die Firma liegt weit hinter den Erwartungen zurück und wir sollten endlich entscheiden, wie es weitergehen soll.“

Anjelica’s Mine verdunkelte sich, als sie erwiderte: „Ja, das sollten wir. Ich habe mir während des Fluges ein paar Gedanken gemacht und Ideen erarbeitet. Die möchte ich nachher vorbringen.“

„Immer nur Arbeit, Jelica?“

Als sie ihm nicht darauf antwortete, meinte er lächelnd, während er seine Arme um ihre Taille schlang: „Wir haben uns nicht einmal begrüßt. Ich freue mich sehr, Dich wiederzusehen. Wie lange ist das her?“

Anjelica legte ihre Arme auf seine Schulter und meinte strahlend: „Viel zu lange, Carlo.“

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Er küsste sie auf die Wange und flüsterte leise: „Mia cara, Du bist noch schöner geworden. Eric ist ein Glückspilz, das muss man schon sagen. Ich beneide ihn sehr.“

Anjelica schluckte: „Nun, Du bist selbst verheiratet.“

Er ging nicht auf diese Bemerkung ein und fragte stattdessen: „Und, wie geht es Dir?“

Sie berichtete ihn in kurzen Zügen, dass sie ihren Master gemacht hatte und zeitweise in der Firma ihres Mannes als Geschäftsführerin arbeitete.

Beeindruckt sah er sie an und meinte: „Wow, aber Du warst schon immer sehr ehrgeizig. Und was macht das Familienleben, wie geht es Trish?“

„Ich habe Fotos von ihr dabei, die kann ich Dir später zeigen, wenn Du magst. Und Du und…“ Sie räusperte sich, ehe sie zögernd fragte: „Cailtyn, kommt Ihr gut mit Fabio zurecht?“

Carlo nickte. „Ja, ich bin froh darüber. Es ist nicht einfach. Aber sie gibt sich Mühe.“

„Carlo, ich…“ Hilflos brach sie ab, als er sie so durchdringend ansah.

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„Wann kommst Du denn wieder einmal nach Monte Vista? Du warst schon so lange nicht mehr da, Jelica? Ist es wegen Caitlyn? Wir…“

Schnell unterbrach sie ihn: „Nein, es hat nichts mit ihr zu tun. Aber wie soll ich das Eric erklären? Ich kann doch nicht einfach so zu Dir kommen.“

„Warum nicht? Deine Tante wohnt doch ganz in unserer Nähe“, meinte Carlo verständnislos. Aber er hatte auch bemerkt, wie sich ein Schatten auf ihr Gesicht gelegt hatte, als er Eric‘ s Namen erwähnt hatte. Besorgt fragte er daraufhin: „Ist alles in Ordnung zwischen Eric und Dir?“

Ausweichend antwortete sie jedoch: „Ja, Danke. Geschäftlich läuft es gut…“

„Und privat?“, unterbrach er sie schnell.

Sie schluckte einen schweren Kloß hinunter, als sie ihn kurz ansah. Ohne Vorwarnung zog Carlo sie in seine Arme und strich ihr zärtlich über den Rücken. Sanft hob er ihr Kinn an und sah sie sekundenlang nur stumm an, ehe sich seine Lippen auf ihren Mund legten, um diesen zunächst sanft zu küssen, bis sein Kuss immer fordernder wurde. Anjelica stöhnte leicht auf und küsste ihn schließlich mit der gleichen Leidenschaft.

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Doch plötzlich ließ er von ihr ab und meinte leicht verlegen: „Tut mir leid, Jelica. Das hätte ich nicht tun sollen. Aber Dich so unverhofft wiederzusehen…“ Stockend brach er ab und sagte schließlich: „Ich hoffe, Eric geht es bald wieder besser.“

Anjelica nickte und wandte ihren Kopf zur Seite.

Erneut fragte er: „Jelica, was ist los? Du wirkst irgendwie traurig und nicht wie eine glückliche Ehefrau.“ Hatte er soeben noch das Gefühl, mit ihr könne etwas nicht stimmen, so wurde er eines Besseren belehrt.

„Mit mir ist alles in Ordnung, lass‘ uns reingehen.“ Ihre Stimme klang mit einem Male kühl und reserviert.

Gemeinsam begaben sie sich schließlich zum Aufzug und fuhren zum 20. Stockwerk des High Towers, dem höchsten Gebäude der Stadt, in dem das Meeting stattfand.

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Nach einer allgemeinen Begrüßung ging es ans Geschäftliche. Jeder Einzelne brachte seine Ansichten hervor, vertrat seine Interessen und bot mit neuen Erkenntnissen auf, um schnellst möglichst eine Einigung zustande kommen zu lassen. Es war nicht das erste Mal, dass Anjelica ihren Mann bei irgendwelchen Meetings vertrat. An diesem Tage jedoch erwies sie sich als knallharte Verhandlungspartnerin und lieferte sich einen heftigen Schlagabtausch mit Lawrence Malone, der ihr von Anfang an ein Dorn im Auge gewesen war und um dessen Firma es im Einzelnen ging. Terence Kane, einer der wichtigsten Konsortialführer, hatte sie schon gekonnt auf ihre Seite gezogen, was wiederum Carlo Vincenti sehr beeindruckte und zum Erstaunen brachte.

„Terence, ich habe mir die Zahlen genauestens angeschaut. Im Gegensatz zum Vorjahresquartal sind die Absätze um 20% zurückgegangen. Kommen Sie mir jetzt nur nicht, das läge an der derzeitigen Wirtschaftslage. In Asien boomen die Geschäfte doch auch“, beendete sie ihren Geschäftsbericht.

Terence bedankte sich bei ihr und gab kurz die Punkte bekannt, die auf der heutigen Tagesordnung standen. Schließlich richtete er das Wort wieder an Anjelica, nachdem er sich einige Notizen gemacht hatte. „Anjelica, Sie haben zusammen mit Eric ein Konzept entworfen, hat man mir gesagt?“

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Anjelica stand auf, blickte in die Runde und meinte schließlich an Terence gewandt: „Ja, das haben wir, Terence. Unserer Meinung nach muss die Produktion erhöht und die laufenden Kosten gesenkt werden. Das Unternehmen ist ansonsten nicht mehr zu retten. Wir können das nicht mehr schultern, es zieht uns immer mehr in die roten Zahlen. Eric und ich sind nicht mehr bereit, noch mehr in diese marode Firma zu stecken. Es sollte uns allen klar sein, dass eine Insolvenz dann nicht mehr ausgeschlossen und kaum noch abzuwenden ist. Und ich muss niemanden sagen, was das für uns alle hier bedeutet.“

Sie beugte sich zu Terence hinunter und flüsterte ihm etwas zu, ehe sie wieder Platz nahm.

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„Ach und wie soll das gehen, Ms Hudson?“, fragte schließlich Lawrence Malone, der auf der anderen Stirnseite des Tisches saß, gereizt. Malone war ein weitläufiges Mitglied des britischen Königshauses und für seine kostspieligen Ausgaben und ausschweifende Partys bekannt. Er umgab sich nur mit dem europäischen Hochadel und liebte das Jetset-Leben.

Anjelica sah ihn von oben herab an und erklärte: „Das muss ich doch Ihnen nicht sagen oder kennen Sie Ihre eigenen Geschäftsbücher nicht? Soll ich aufzählen? Pferdewetten, Barbesuche, kostspielige Urlaubreisen auf Kosten Ihrer Firma, überzogene Betriebsratsgehälter, Unterhaltszahlungen…“

Die beiden letzteren Punkte betonte sie scharf.

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Sie hielt inne und sagte schließlich in schroffen Ton: „Suchen Sie sich jemand anderen, der Ihr aufwendiges Jetsetleben finanziert. Aber nicht auf unsere Kosten. Vielleicht denken Sie das nächste Mal mit ihrem Hirn, wenn Sie denn überhaupt eins besitzen!“

„Bitte keine Beleidigungen, Anjelica“, unterbrach sie Adam Vancroft, ein weiteres Mitglied des Konsortiums.

Doch Terence Kane winkte rasch ab. „Ich sehe das nicht so, Adam. Eric und sie unterstützen Malone Enterprises schon seit geraumer Zeit. Ich würde es genauso sehen.“

„Ja, vielleicht hast Du Recht, Terence. Entschuldige bitte Anjelica, von Eurem Standpunkt aus kann ich es natürlich verstehen.“

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Lawrence Malone jedoch war bei ihrem Vorwurf schneeweiß geworden. „Wo-wo-woher wi- wi- wi…?“, brach er stotternd ab, während sich alle Augenpaare auf ihn gerichtet hatten und gespannt auf eine Antwort warteten.

Anjelica hatte ihn schon lange in Verdacht, Gelder zu veruntreuen, Spesen falsch abzurechnen, die Gehälter der Angestellten zu drücken und im Gegenzug die der Betriebsräte zu erhöhen, damit diese still hielten, um sich somit sein Luxusleben finanzieren zu können, sowie Vetternwirtschaft in großem Maße zu betreiben.

Kalt lächelnd schaute sie ihn an und erwiderte: „Tut mir leid, es war nur eine Vermutung, Lawrence. Denken Sie nur nicht, Sie könnten mich über den Tisch ziehen, nur weil ich eine Frau bin. Mein Mann und ich haben Ihrer Firma ein großzügiges und zinsloses Darlehen gewährt. Und was haben Sie gemacht? Sie haben Angestellte auf die Straße gesetzt…“

„Zu der Sie mich gezwungen haben, was hätte ich denn machen sollen?“ Hilfesuchend wandte sich Malone nun an Terence Kane: „Ich musste ihretwegen 50 Mitarbeiter entlassen“, deutete er mit dem Finger auf Anjelica. „Die Forderung war völlig überzogen, Terence.“

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„Nein, das wäre sie nicht gewesen, hätten Sie die richtigen Leute entlassen“, wandte sie schroff ein. „Nicht diejenigen, die sowieso nicht viel haben. Arbeiter mit niedrigen Löhnen, allein erziehende Mütter, die nicht wissen, wie sie über die Runde kommen sollen. Die haben Sie auf die Straße gesetzt und stattdessen Vetternwirtschaft betrieben. Ihr Bruder, der als einfacher Arbeiter mehr als das Doppelte als Ihr best bezahltester Abteilungsleiter verdient. Ihr Neffe, der im Betriebsrat sitzt, nicht qualifiziert ist und von nichts eine Ahnung hat. Oder Ihr Sohn. Wie alt ist er? 20? Aber er kassiert zusätzlich zu seinem Gehalt einen kleinen Obolus von 5.000 Dollar und dies jeden Monat. Ich habe recherchiert, Malone. Sie beschäftigen 20 Familienmitglieder in Ihrer Firma, die für ihre Tätigkeiten weitaus über Tarif bezahlt werden, im Schnitt 10% mehr bekommen als Ihre Kollegen und das trotz fehlender Qualifikation, bei gleicher Arbeitszeit und Tätigkeit.“

„Das ist doch völlig an den Haaren herbei gezogen und das wisst Ihr auch. Die beiden wollen mich fertigmachen und sich meine Firma unter den Nagel reißen. Ich soll in den nächsten Wochen fast eine Million aufbringen. Geld, das ich nicht habe und das weiß sie auch. Seit sie hier mitmischt, gibt es nur Ärger. Leute, warum lassen wir uns von so einer Möchtegern-Geschäftsfrau überhaupt etwas sagen? Solche Weiber schlafen sich doch bloß bis in die oberen Etagen hoch und meinen…“

„Malone, halten Sie Ihr blödes Mundwerk, sonst können Sie etwas erleben. Sie entschuldigen sich sofort bei ihr“, wurde er wütend von Carlo unterbrochen.

Dieser hatte kurzzeitig den Raum verlassen, da er einen wichtigen Anruf erhalten hatte. Als er wieder zurückgekommen war, hatte er gerade noch Malone’ s Beleidigung in Anjelica ’s Richtung wahrgenommen und ihn schließlich stinksauer zurecht gewiesen.

Anjelica nickte Carlo zu und meinte: „Danke, Carlo. Aber ich kann mich auch selbst verteidigen und mit ihm werde ich allemal fertig.“

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Entschlossen sah Anjelica in die Runde, nachdem Carlo wieder am Tisch Platz genommen hatte. „Malone Enterprises beschert uns einen jährlichen Verlust von mehr als 30 Millionen Dollar. Durch seine Firma gehen uns wichtige Geschäfte verloren. Erst kürzlich ist uns wieder ein Investor abgesprungen und wir wissen noch nicht, wie wir diesen Verlust ausgleichen sollen. Es gibt kein Konzept und keinen Finanzierungsplan. Ich habe keine Ahnung, wie die Zahlen jährlich zustande kommen.“

„Da kann ich doch nichts dafür, wenn Ihnen dazu die Qualifikation fehlt. Was erwartet man denn schon von einer kleinen Studentin? Ich war in Harvard, Ms Hudson und wo waren Sie?“

„Was hat das denn damit zu tun, Malone? Ich habe einen Yale-Abschluss. Sie hingegen sind von der Uni geflogen. Also erzählen Sie hier keine Lügen und Märchen.“ Aufgebracht hatte Carlo die Hasstiraden Malone’ s unterbrochen.

Aber Anjelica ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und fuhr ungerührt fort: „Nur zu Ihrer Information, Malone, ich habe meinen Master gemacht und auch hervorragend abgeschlossen. So und nun zum Wesentlichen. Meine Herren, wir können uns diese Art Geschäfte nicht mehr leisten und auch nicht mehr erlauben. Entweder ein sofortiger Ausschluss aus dem Konsortium oder Eric und ich sind draußen. Dankeschön für die Aufmerksamkeit.“ Nickend nahm sie wieder Platz.

Terence Kane schaute von Malone auf Anjelcia, ehe er sie fragte: „Haben Sie ein Konzept, Anjelica?“

Diese nickte. „Ja, habe ich. Aber nur unter der Bedingung, wenn Malone raus ist, Terence. Ansonsten ziehen Eric und ich uns zurück und ich nehme an, uns werden weitere folgen.“

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Plötzlich setzte ein rege Diskussion zwischen den Konsortialteilnehmern ein, ehe Kane energisch rief: „Bitte, meine Herrschaften, lassen Sie uns sachlich bleiben.“ An Anjelica gewandt, meinte er, während er auf den Ordner wies, der neben ihr lag. „Sind das die Unterlagen?“

Sie nickte: „Ja und auch ein Diagramm, das ich entworfen habe.“

„In Ordnung, ich sehe mir später alles durch. Wir werden dann nachher abstimmen. Vielen Dank, Anjelica.“

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Doch damit wollte sich Lawrence Malone nicht zufrieden geben und griff Anjelica erneut an: „Haben Sie eigentlich Beweise für Ihre Behauptungen? Wie sind Sie da überhaupt dran gekommen? Das sind Geschäftsinterna und außerdem…“

„Für wie blöde halten Sie mich eigentlich?“, fiel sie ihm laut ins Wort. „Denken Sie, ich würde mich nicht vorher absichern? Sie können das gerne widerlegen, Malone. Aber nicht jetzt, wir haben noch jede Menge anderer Punkte zu besprechen und ich will nicht bis heute Nacht hier herumsitzen. Also?“

Carlo pflichtete ihr nun zustimmend bei: „Anjelica hat Recht. Wir haben mindestens noch 20 Punkte auf der Tagesordnung. Also, auf geht‘ s.“

Terence Kane indes sah Lawrence Malone verärgert an und sagte scharf: „Sie werden die Konsequenzen tragen, um jeglichen Schaden an unseren Geschäftsbeziehungen abzuwenden.“

Dieser sagte nichts dazu, wusste er doch, was das zu bedeuten hatte.

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Während der Verhandlungen ertappte sich Carlo immer wieder dabei, wie er Anjelica fasziniert ansah. Ihre leidenschaftliche Rede und ihr ganzes Auftreten hatten ihn zutiefst beeindruckt. Aber es wurde ihm nun auch bewusst, dass er in Anjelica einen gefährlichen Gegner hätte, die er sich nicht zum Feind wünschte. Man konnte ihr so schnell nichts vormachen und sie ließ sich auch von niemanden einschüchtern.

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Auch Anjelica erwiderte immer wieder seinen Blick. Obwohl sie innerlich aufgewühlt und keineswegs so selbstsicher war, wie sie es vor den anderen zeigte, ließ sie sich nichts anmerken. Schließlich wusste jeder im Raum, dass sie Erics Frau war und sie wollte Malone keine Angriffsfläche auf ihr Privatleben bieten.

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Nach fast 8 Stunden Verhandlungsmarathon und teils hitziger Diskussionen, waren die Geschäfte schließlich gegen Abend unter Dach und Fach. Auch wurde einstimmig der Ausschluss Malones aus dem Konsortium beschlossen. In den nächsten Tagen und Wochen wollten die Teilnehmer ihre Vorschläge bezüglich Malone Enterprises einbringen. Von einer Übernahme bis hin zu Zerschlagung war alles möglich. Die Konsortialmitglieder erhoben sich von ihren Plätzen und wünschten sich gegenseitig noch einen schönen Abend. Erst übermorgen um 16 Uhr würde man sich zu den Vertragsunterzeichnungen treffen, ehe es dann am nächsten Morgen zurück nach Hause ging. Der morgige Tag stand somit allen zur freien Verfügung.

Carlo verließ als Erster den Raum, während Anjelica sich noch von Terence Kane verabschiedete, ehe sie Carlo schließlich nach draußen folgte.

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Es war immer noch recht warm und fast windstill. Am Horizont tauchten ein paar Blitze auf, wahrscheinlich würde es heute Nacht noch ein Gewitter geben. Carlo‘ s Blick glitt hinaus aufs Meer, in dessen Wasser sich das Mondlicht spiegelte. Anjelica‘ s plötzliches Auftauchen hatte ihn aufgewühlt. Er musste erst langsam zur Ruhe kommen, ehe er ihr wieder gegenüber treten konnte. Aus dem einst jungen Mädchen war eine selbstbewusste und überaus attraktive Frau geworden, bei deren Anblick es ihm fast die Sprache verschlagen hatte. Sie hatte nichts mehr mit dem Mädchen gemeinsam, das er damals am Strand kennenglernet hatte. Waren es schon fast 10 Jahre her, seit sie in sein Leben getreten war und sein damaliges Junggesellendasein komplett auf den Kopf gestellt hatte? Er hatte sie nie vergessen können und auch die zärtlichen Stunden nicht, die sie in Monte Vista verbracht hatten. Die Hochzeitskarte, die ihm eines Morgens entgegen flatterte, als er den Briefkasten geöffnet hatte. Ein Hochzeitsfoto hatte sie ihm geschickt. Seine mia cara an der Seite Eric Hudson‘ s, seinen alten Kommilitonen aus Yale. Zufall oder Schicksal? Die Nachricht hatte sich wie ein Schlag ins Gesicht angefühlt, hatte sie ihm doch vor Augen geführt, seine große Liebe für immer verloren zu haben.

Das Klappern von hohen Absätzen riss ihn aus seinen Gedanken und verriet ihm, dass sie ihm gefolgt war. Ohne sich zu ihr umzudrehen, sagte er leise: „Ich liebe diese Stadt. Das Meer, die Berge, die Luft, das zauberhafte Flair, die Künstler, die jedes Jahr hier her kommen, um ihr Glück zu suchen. Irgendwann einmal möchte ich hier leben.“

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Anjelica stellte sich dicht hinter ihn. Sein Aftershave, das männlich-herb roch, stieg in ihre Nase und benebelte zunehmend ihre Sinne. In diesem Moment wünschte sie sich, die Zeit würde ganz einfach still stehen. Nur er und sie im Mondlicht, fern von zuhause und weit weg von ihrem Ehemann. Nur mühevoll konnte sie sich zurückhalten, nicht einfach seine Hand zu nehmen, sich an ihn zu schmiegen und seinen Nacken zu küssen, in dem sich einzelne Haarsträhnen kräuselten. Sie sehnte sich nach ihm, nach seinen warmen Händen auf ihrem Körper, die sie so in Ekstase versetzen konnten. Sie seufzte leise auf. Warum war nur alles so kompliziert?

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Als er sich zu ihr umdrehte, überzog ein Lächeln sein Gesicht. Das helle Mondlicht ließ seine braunen Augen bernsteinfarben glänzen. Noch nie hatte Anjelica diesen Glanz in seinen Augen wahrgenommen.

„Du warst toll da drinnen, Jelica, hast diesem Malone mal so richtig die Meinung gesagt. Eric kann sehr stolz auf Dich sein. Hoffentlich weiß er, dass er eine ganz besondere Frau geheiratet hat. Ich beneide ihn wirklich darum, mia cara.“

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Ganz langsam nahm er ihr Gesicht in seine Hände und vergrub seine Finger in ihrer Hochsteckfrisur. Leise flüsterte er: „Du hast mir gefehlt“, und strich ihr dabei über die Wange. Um wieder zu Verstand zu kommen, wich sie einen Schritt zurück, während er jedoch sehnsuchtsvoll die Hände nach ihr ausstreckte. Zögernd ließ sie sich schließlich von ihm umarmen und strich sanft mit ihren Fingern über sein volles Haar.

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Als er sie jedoch küssen wollte, wandte sie ihren Kopf zur Seite. „Carlo, nicht. Ich kann nicht, Eric und…“

Doch er legte seinen Zeigefinger auf ihr Lippen und sagte leise: „Jelica, ich liebe Dich immer noch, ganz gleich, ob Du nun verheiratet bist oder nicht. Caitlyn und ich haben uns getrennt, es war die einzige richtige Entscheidung.“

Überrascht sah sie ihn an, während ihr das Herz bis zum Halse schlug. „Du hast Dich von ihr getrennt? Und Fabio, was ist mit ihm? Du hast sie doch nur seinetwegen…? Carlo, es war doch nicht wegen mir oder etwa doch?“ Besorgnis und Angst zugleich schwang in ihrer Frage mit.

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Er legte den Arm um sie und murmelte: „Komm‘ Jelica, lass‘ uns ein wenig spazieren gehen, dabei erzähle ich Dir alles.“

Gemeinsam fuhren sie mit dem Aufzug hinunter und liefen wie zwei verliebte Teenager Hand in Hand durch die dunklen Straßen Starlight Shores. In kurzen Sätzen schilderte er ihr, wie es letztendlich zu der Trennung gekommen war.

„Ich hätte sie nie heiraten dürfen“, meinte Carlo abschließend.

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Anjelica schluckte. „Nein, das hättest Du nicht tun sollen. Du hast mir das Herz gebrochen, Carlo. Weißt Du, wie ich mich gefühlt hatte, als Du es mir am Telefon mitgeteilt hattest?“

„Es tut mir so Leid, Jelica. Aber noch ist es nicht zu spät.“

„Doch“, widersprach sie ihm. „Du vergisst Trish. Ich kann das nicht, Carlo. Nicht noch …“

Er legte seinen Zeigefinger auf ihre Lippen und sagte leise: „Ja, ich weiß, wir können die Zeit nicht mehr zurückdrehen.“ Lange sah er ihr in die Augen. „Ich wollte, alles wäre anders gekommen.“ Er hielt kurz inne, ehe er fortfuhr: „Meine Eltern kümmern sich um Fabio, solange ich weg bin. Er ist groß geworden, ein lieber Junge und sehr gut in der Schule. Aber das hat er von seinem Vater.“

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Die Minuten verstrichen, beide schienen in Gedanken versunken. Ein Blitz am Himmel, dem ein heftiger Donner folgte, ließen sie zusammenzucken. „Ich glaube, wir sollten ins Hotel zurück, bevor es zu regnen anfängt.“ Carlo sah in den Nachthimmel.

Anjelica hob lächelnd die Arme in die Höhe. „Das hat Dir doch früher nichts ausgemacht. Weißt Du noch, als wir vor dem Gewitter in die Scheune Deines Onkels geflüchtet sind?“

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„Ja und ich weiß auch noch, wie wir im Heu gelegen hatten, während der Regen auf das undichte Dach geprasselt hatte und wir nass geworden sind. Aber es hatte mich nicht gestört, denn Du warst bei mir, mia cara“, sagte er, während er seine Arme um ihre Taille schlang und sie umarmte. Er spürte ihre Wärme, während ihr Parfüm ihm in die Nase stieg.

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Nachdem er sich wieder von ihr gelöst hatte, musterte er sie lange, ehe es mit seiner Selbstbeherrschung vorbei war. Seine Mund legte sich fordernd auf ihre Lippen und immer leidenschaftlicher wurde sein Kuss, den Anjelica nach einigem Zögern schließlich ebenso leidenschaftlich erwiderte. Wie Ertrinkender küssten sich beide, während die Zeit zwischen ihnen still zu stehen schien.

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„Wo bist Du eigentlich abgestiegen, Jelica?“, flüsterte er ihr zu, während seine Zunge ihr Ohr berührte.

Ein wohliger Schauer durchlief Anjelicas Körper. Sie schmiegte sich eng an ihn und sagte: „Ich habe noch gar keine Unterkunft. Die wollte ich mir Vorort suchen, aber jetzt dürfte es fast schon zu spät sein.“

Erneut küsste er sie, ehe er etwas atemlos erwiderte: „Dann kommst Du mit zu mir. Ich habe eine Suite im High Tower gemietet mit einem viel zu großen Bett, in dem ich mich alleine verloren fühle.“ Als sie zögerte, flüsterte er leise: „Bitte, Jelica. Ich will heute Nacht nicht alleine bleiben.“

Nickend sagte sie schließlich: „Ja, ich weiß. Ich auch nicht, Carlo.


Wortlos fuhren sie zum Hotel zurück. Vor seiner Suite angekommen, drückte er Anjelica verlangend gegen die Wand und ließ seine Lippen über ihren Hals gleiten. Leidenschaftlich küssten sie sich immer und immer wieder, während ihre Erregung anstieg.

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Carlo schloss seine Suite auf und zog Anjelica mit sich aufs Bett, ohne seine Mund von ihren Lippen zu lösen. Heiser flüsterte er, während seine Hand in den tiefen Ausschnitt ihres Kostümes wanderte und er seine andere Hand unter ihren Rock schob. „Ich will Dich, Jelica. Schlaf‘ mit mir, mein Schatz“, raunte er ihr heiser ins Ohr.

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In Windeseile hatten sie sich ihrer Kleidung entledigt und liebten sich nur wenig später leidenschaftlich unter der Bettdecke. Als Anjelica mitten in der Nacht aufwachte und Carlo neben sich liegen sah, lächelte sie. Sie war sich gar nicht bewusst gewesen, wie sehr sie ihn und den Sex mit ihm vermisst hatte. Ein schlechtes Gewissen Eric‘ s gegenüber hatte sie jedoch nicht, er war in diesem Moment weit weg. Seit sie mit Eric zusammen war, hatte sie immer in ihrem Inneren gespürt, dass irgendetwas in ihrer Beziehung fehlte. Er hatte nie in ihr die Leidenschaft entfachen können, wie es Carlo tat. Und mit einem Male wurde ihr wieder bewusst, nach was sie all die Jahre vergeblich gesucht hatte. Sie liebte Carlo mit jeder Faser ihres Herzens und sie wusste, das würde sich niemals ändern. Egal wohin der Weg sie auch führen würde: Carlo war ihr Schicksal.


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Kapitel 78 folgt...
Zuletzt geändert von cheli24 am 29.01.2018, 09:18, insgesamt 4-mal geändert.

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Re: Schatten der Vergangenheit

Beitrag von cheli24 » 27.01.2018, 17:00

Bitte auch vorheriges Kapitel beachten!




Kapitel 78





The first cut is the deepest



Den nächsten Tag verbrachten sie zunächst mit Arbeit. Unabhängig voneinander waren sie damit beschäftigt, Businesspläne zu erarbeiteten. Hierfür hatten sie den Tisch, der im Zimmer gestanden hatte, auf den Balkon hinausgetragen. Während Carlo gerade eine Mail an Franco tippte, ging Anjelica auf ihrem Laptop noch einmal die Punkte durch, die sie auf der gestrigen Sitzung besprochen hatten.

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„Kennst Du eigentlich Cartwright Ltd., Carlo? Die kommen ursprünglich aus Wisconsin, haben aber ihren Hauptsitz in New York“, wollte Anjelica plötzlich wissen.

„Ich habe schon davon gehört. Warum fragst Du, habt Ihr Interesse?“

„Eric hat sie vor kurzem ins Spiel gebracht. Das Problem ist nur, dass es ein Familienunternehmen ist, zwei Brüder, aber der Vater hält die Mehrheitsanteile.“

„Wie viel Prozent?“, fragte Carlo interessiert.

„60“, erwiderte Anjelica und sah ihn an.

Carlo schüttelte bedenklich den Kopf. „Das ist nicht gut, ich würde da nicht einsteigen.“

„Nun, wir haben ihnen ein Angebot unterbreitet. Noch ist der jährliche Gewinn recht niedrig, aber das Unternehmen hat Potenzial.“

„Und was haben sie dazu gesagt?“, wollte Carlo wissen.

„Na ja, das Management hat bislang abgelehnt.“

Eifrig tippte Carlo weiter, während Anjelica den Ordner mit der Kalkulation aufrief. „Und, hast Du einen Plan, Jelica?“

Ohne aufzuschauen und mit ihrer Zahleneingabe beschäftigt, antwortete sie: „Mir fehlen noch einige Details und Informationen und dann... Carlo, das Angebot ist gut und weit über Wert. Nächste Woche haben wir ein Gespräch mit den Brüdern. Sie sind noch recht jung und ein wenig unerfahren. Aber das sollte nicht unser Problem sein. Jeder hat einmal klein angefangen.“

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„Das heißt, Ihr nehmt den Vater also nicht mit an Bord?“, fragte Carlo mit hoch gezogenen Augenbrauen und klappte seinen Laptop zu.

Anjelica speicherte ihre letzte Eingabe und tat es ihm gleich. Sie schien kurz nachzudenken, ehe sie sagte: „Vorerst nicht. Die beiden wollen mit uns alleine verhandeln.“

„Hm, Ihr lasst den Aufsichtsrat also außen vor. Das ist unmoralisch, Jelica. Das riecht nach feindlicher Übernahme. Habe ich Recht?“

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Anjelica lächelte. „Nennt man das so, Carlo? Es ist eine Win-Win-Situation, nicht mehr und nicht weniger. Wir würden beide davon profitieren. Und Du sprichst von unmoralisch? Carlo, wir wissen doch beide, von nichts kommt nichts, oder? Franco und Du, Ihr wickelt Eure Geschäfte doch genauso ab.“

Carlo ging auf ihren leisen Vorwurf nicht ein und meinte stattdessen nur lapidar: „Wenn Du meinst. Na dann, viel Glück.“

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Sie wollte gerade etwas darauf erwidern, als ihr Handy vibrierte. Mit einem Blick aufs Display stand sie rasch auf und meinte an Carlo gewandt: „Das ist Eric. Hoffentlich ist nichts mit Trish.“ Sie entfernte sich vom Tisch und Carlo hörte sie sagen: „Hallo Eric, ist alles in Ordnung? Ach so. Na, dann gib sie mir mal.“

Carlo konzentrierte sich wieder auf seinen Bericht, den er gerade verfasste und bekam nur Wortfetzen von dem mit, was Anjelica sagte. Aber aus ihrer Gelassenheit konnte er entnehmen, dass zuhause wohl alles in Ordnung war und es Trish gut ging. Seit er die Kleine damals das erste Mal gesehen hatte, war es um ihn geschehen gewesen. Er hatte das niedliche, blondhaarige Mädchen sofort ins sein Herz geschlossen. Wann immer er sie sah, kam er nicht umhin, sie zu knuddeln und ihr etwas mitzubringen. Sie hatte Erics helle Haare, aber Anjelica’s dunklen Teint und Augenbrauen. Aus ihr würde einmal eine sehr hübsche Frau werden. Dessen war er sich heute schon sicher.

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„Es ist alles in Ordnung. Trish wollte mir nur kurz Hallo sagen. Ich soll Dich von Eric grüßen.“

„Danke“, meinte Carlo nur knapp und tippte eifrig weiter, während ihn Anjelica noch eine Weile stumm musterte.

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Schließlich trat sie an die Balkonbrüstung und schaute nachdenklich aufs Meer hinaus. Sie vermisste Trish und hatte die Tränen unterdrücken müssen, als sie das fröhliche Geplapper ihrer Tochter gehört hatte.

„Mum war heute mit Trish schwimmen. Ich glaube, sie wird mal eine kleine Wasserratte“, wandte sie sich an Carlo, der gerade das Getippte abspeicherte, um anschließend seinen Laptop zu schließen.

Wortlos stand er auf und kam auf Anjelica zu, die ihm wieder den Rücken zugewandt hatte. Er trat dicht hinter sie und lehnte sich an sie, während seine Hand ihre umfasste.

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Sein Mund strich über ihren Nacken, während er leise sagte: „Es ist nicht fair, was wir hier machen. Ich spanne meinem Freund die Frau aus, während er krank zuhause das Bett hütet. Jelica, wir müssen unbedingt eine Lösung finden. Ich werde Dich nicht aufgeben und um Dich kämpfen. Ich will Dich, mehr denn je. Das sollte Dir bewusst sein.“

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Seine Worte hatten sehr entschlossen und energisch geklungen, so dass sie entsetzt herum schnellte: „Nein, Carlo! Wir hatten eine Abmachung. Du wirst Eric nichts sagen. Lass‘ mir Zeit, ihn darauf vorzubereiten. Bitte Carlo. Es ist besser so und au…“

Abrupt riss Carlo sie in seine Arme und beendete ihren Einwand mit einem leidenschaftlichen Kuss. Weg waren mit einem Male ihre Bedenken, das Gespräch mit ihrem Mann vergessen, während sie seinen intensiven Kuss erwiderte und die Arme um seinen Nacken schlang, um sich dem Gefühl der Leichtigkeit hinzugeben.

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Den restlichen Tag verbrachten sie im Swimmingpool und mit heißen Spielen unter der Dusche, ehe sie am Abend in einer Limousine, zum Tanzen fuhren. Eigens hierfür hatte Anjelica ihr neues rotes Kleid angezogen, dass sie sich kürzlich in Bridgeport gekauft hatte. Eigentlich hatte sie Eric damit überraschen wollen. Aber da sie seine Meinung über sexy Kleider kannte, hatte sie sich entschlossen, es nun für Carlo zu tragen. Dieser war ganz entzückt bei ihrem Anblick und machte ihr immerzu Komplimente. Eng umschlungen tanzten sie in dem exklusiven Nachtclub, in den Carlo sie geführt hatte. Sie genossen ihre beiderseitiges Zusammensein in vollen Zügen und küssten sich zwischendurch immer wieder leidenschaftlich auf der Tanzfläche oder auf einem der Sofas, die hier überall standen. Wieder im Hotel angekommen, hatten sie sich schon ihrer Kleider entledigt, noch bevor sie in seiner Suite waren. Keiner dachte in diesem Moment an den nächsten Tag und den baldigen Abschied. Es gab nur sie beide.

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Den letzten Tag verbrachten sie, bis zum Meeting um 15 Uhr, im Hotel. Die Vertragsunterzeichnungen gingen relativ schnell über die Bühne, so dass sie nur eine Stunde später alles unter Dach und Fach hatten und sich bis zum nächsten Morgen verabschiedeten. Den restlichen Nachmittag ließen Carlo und Anjelica am Strand ausklingen. Sie schwammen ausgiebig ihre Runden in dem warmen Wasser und alberten dabei immer wieder wie kleine Kinder herum und spritzten sich nass. Die Sonne war bereits am Untergehen, ehe Carlo zum Aufbruch drängte. Noch ein letzter Kuss, ehe sie ins Hotel zurückgingen, um sich für den Abend fertig zu machen.

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Einige Zeit später


Carlo pfiff anerkennend durch die Zähne, als er wenig später mit Anjelica auf der Tanzfläche stand. „Mia cara, Du siehst atemberaubend aus. Das Kleid steht Dir sehr gut, wie für Dich geschaffen.“

„Gefällt es Dir? Ich habe es gleich nach meiner Ankunft hier in einer Boutique gekauft. Eric mag solche Kleider nicht an mir. Er findet sie anstößig“, zuckte sie mit den Achseln.

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Verständnislos hielt Carlo inne und ergriff ihre Hände „Aber warum denn das? Da gibt es doch nichts zu beanstanden. Es betont Deine weiblichen Kurven und ist sehr sexy, aber doch nicht anstößig.“

„Tja, er sieht es eben anders. Aber lass‘ uns nicht mehr darüber reden und den Abend genießen“, meinte sie lächelnd.

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Sie hatten sehr viel Spaß und alberten mitunter wie zwei Teenager herum, die gerade ihr erstes Date hatten. Sie versuchten sich an einer Art Shisha, die jedoch kein Tabak, sondern eine besondere Flüssigkeit enthielt, die in Rauch umgewandelt wurde und mit der man Blasen bilden konnte. Während Anjelica die mit Erdbeergeschmack gewählt hatte, bevorzugte Carlo den Schokoladengeschmack.

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Sie erzählten sich Anekdoten und brachen immer wieder in Gelächter aus. Wann hatte ich das letzte Mal mit Eric so viel Spaß, dachte sie wehmütig? In der Tat waren sie schon lange nicht mehr aus gewesen und sei es nur zum Essen. Warum kann Eric nicht so spontan wie Carlo sein? Sie vermisste solche Stunden mit ihrem Ehemann, für den in letzter Zeit nur noch die Arbeit zählte.

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Es war fast schon 23 Uhr, als sie beschlossen, nach einem letzten Tanz, den Heimweg anzutreten. Hand in Hand betraten sie die Tanzfläche und bewegten sich langsam zu Rod Stewarts „The first cut is the deepest“


I still want you by my side
Just to help me dry the tears that I cried
And I'm sure goin' to give you a try
And if you wan' I'll, I'll love you again babe
Oh yeah
Honey, I'll try to love again but I know

The first cut is the deepest
Baby I know
The first cut is the deepest
'Cause when it come to being lucky she's cursed
When it come to lovin' me she's worse



Stumm lauschten sie den Worten und sahen sich dabei tief in die Augen. Ja, dachte sie sich, der erste Schnitt ist stets der tiefste, der so unendlich schmerzen kann. Anjelica schluckte und musste unwillkürlich an den Tag zurückdenken, an dem ihr großer Traum wie eine Seifenblase zerplatzt war. Jenes Telefonat, das ihr alle Hoffnungen und Träume genommen hatte.

Tränen schimmerten in ihren Augen, als sie leise sagte: „Damals wollte ich sterben, Carlo. Ich hatte keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen und wären meine Eltern nicht gewesen… Du hast mir so unendlich weh getan.“

Carlo sah sie nur stumm an und zog sie schließlich in seine Arme. „Es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht an Dich gedacht hatte. Es tut mir unendlich Leid, dass ich Dich so sehr verletzt habe, Jelica. Glaube mir, ich hatte mir den Kopf zerbrochen, ob es nicht doch einen anderen Weg geben würde. Aber ich hatte keine andere Wahl. Das musst Du mir glauben. Als ich Caitlyn schließlich mein Jawort gegeben hatte, hatte ich mir gewünscht, Du würdest neben mir stehen, Du würdest neben mir im Bett liegen und nicht sie. Und als Du dann nach drei Jahren endlich wieder nach Monte Vista gekommen bist… Jelica, ich kann nicht in Worte ausdrücken, wie sehr ich mich darüber gefreut hatte und wie glücklich ich darüber war. Du hattest mir so gefehlt.“

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„Mag sein, dass Du es so siehst, Carlo. Aber es hat alles verändert, Du hast unsere Liebe verraten und mich im Stich gelassen. Schließlich habe ich mich von Euch in eine Entscheidung drängen lassen, die ich so nicht gewollt und vor der ich mich so sehr gefürchtet hatte. Einfach wieder zurückzugehen, als wäre nichts geschehen, war mein größter Fehler gewesen, Carlo. Aber in einem hatte Caitlyn Recht, ich hätte dieses Leben, das Ihr gewohnt seid, nicht ermöglichen können. Es ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht an Euch gedacht hatte. Immer wieder das Bild des Abschiedes vor Augen.“

„Aber warum bist Du dann plötzlich nicht mehr gekommen? Das verstehe ich nicht, Jelica. Du hättest jederzeit kommen können, unser Haus stand Dir doch offen.“

Anjelica schluckte schwer. „Hätte es etwas an der Situation geändert? Nein Carlo, ich konnte nicht mehr. Immer wieder Abschied nehmen zu müssen, ist über meine Kräfte gegangen. Caitlyn mit Dir zusammen im Bett zu wissen…sie und...“

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„Ich liebe Dich, Jelica und werde Dich immer lieben. Egal, wo der Weg uns hinführen wird. Du bist meine große Liebe und wirst es immer bleiben, was auch passieren wird. Niemals mehr werde ich eine Frau so sehr lieben, wie ich Dich liebe. Und deshalb will ich auch nicht, dass…“

Schnell legte sie ihre Finger auf seine Lippen, um ihn so zum Weitersprechen zu hindern. Stattdessen zog sie ihn an sich, während ihre Lippen seinen Mund suchten. Es war das erste Mal, dass sie mit Carlo über ihre Gefühle und über das, was sie damals empfunden, gesprochen hatte. In Gedanken war sie immer wieder die Worte durchgegangen, die sie ihm hatte sagen wollen, würde je die Gelegenheit dazu kommen. Und jetzt war alles so spontan und völlig unvorbereitet über ihre Lippen gekommen. Worte, die sie ihm schon so lange hatte sagen wollen. Mit einem Male war ihr, als wäre eine Zentnerlast von ihren Schultern genommen. Warum hatten sie nicht eher darüber gesprochen, warum es immer wieder verdrängt?

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Es war schon weit nach Mitternacht, als sie endlich im Hotel eintrudelten. Carlo ließ seine Hände über ihren wohl geformten Körper gleiten, sich dessen bewusst, dass er sie so schnell nicht wieder sehen würde.

Erregt beugte er sich über sie und raunte heiser: „Du wirst mir so fehlen. Jelica, warum kommst Du nicht mit Trish zu mir? Verlass‘ Eric, wir können zusammen ein gemeinsames Leben beginnen, das, was wir immer wollten. Ich werde nie aufhören können, Dich zu lieben. Du bist die einzige Frau, die mir jemals etwas bedeutet hat. Ich will nicht mehr alleine einschlafen müssen. Der Gedanke, dass Du mit Eric die Dinge tun könntest, die wir machen, bringt mich fast um. Bitte, überleg‘ es Dir, versprich mir das, mein Schatz.“

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Zärtlich küsste Anjelica seine Mundwinkel, ehe sie flüsterte: „Wie stellst Du Dir das denn vor? Eric würde mir Trish nie überlassen und zustimmen, dass ich zusammen mit ihr zu Dir ziehe. Carlo, das geht nicht. Ich kann Eric nicht verlassen, Trish ist noch zu klein. Aber ich werde einen Weg finden, damit wir uns von nun an öfter sehen können.“

Dann zog sie ihn zu sich hinunter und küsste ihn innig. Dass es jedoch in ihrer Ehe kaum noch Sex mit ihrem Mann gab, verschwieg sie und genoss daher die Nacht mit ihm umso mehr. Sie wollte nicht an morgen denken und an die Zeit danach. Jetzt in diesem Moment existierten nur Carlo, sie und ihre Leidenschaft.

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Die Nacht sollte unvergesslich werden. Carlo war zärtlich und leidenschaftlich zugleich und machte Anjelica einmal mehr deutlich, was sie in ihrer Ehe mit Eric so sehr vermisste. Beiden war in diesem Moment bewusst, dass es diesen so intimen Augenblick so schnell wohl nicht mehr geben würde. Als würden sie ihrer Zeit vorauseilen wollen, liebten sie sich immer und immer wieder. Erschöpft, aber überglücklich, lagen sie einige Zeit später eng nebeneinander gekuschelt und genossen die Nähe des Anderen. Anjelica fest im Arm haltend, schliefen sie und Carlo schließlich ein. Die Tränen jedoch, die sich den Weg über ihre Wangen gebahnt hatten, waren Carlo verborgen geblieben.

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Am nächsten Morgen



Kurz nach 10 Uhr fuhr die kleine Gruppe zum nahe gelegenen Flughafen. Sie besprachen noch einige Kleinigkeiten und machten Termine und wichtige Meetings aus.

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Nachdem die Koffer aufgeben waren, nahmen sie im Restaurant Platz, um ein letztes gemeinsames Essen zu sich zu nehmen. Der Großteil der Gruppe flog nach Bridgeport und Umgebung, sowie auch Anjelica. Terence Kane und Carlo hingegen waren die einzigen mit Überseeflügen.

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Carlo hatte für den langen Flug nach Monte Vista nur einen leichten Salat gewählt, ebenso wie Anjelica, die jedoch eher lustlos mit der Gabel in ihrem Essen herumstocherte.

„Schmeckt’ s Dir nicht?“, wandte sich Carlo mit einem Blick an sie.

„Irgendwie habe ich keinen Hunger“, meinte sie nur kurz und starrte wieder auf ihr Essen. Der Abschiedsschmerz drückte ihr nicht nur aufs Gemüt, sondern auch auf den Magen. „Aber lass‘ es Dir schmecken“, meinte sie verkrampft lächelnd, ehe sie sich zum Essen zwang. „Hast Du eigentlich einen Direktflug oder musst Du umsteigen?“, fragte sie ihn.

„Nein, ich fliege direkt nach Mailand. Franco holt mich am Flughafen ab und fährt mich nach Hause. Er hatte mich auch hingefahren.“

„Wie geht es Franco eigentlich?“

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„Och, ganz gut. Gina erwartet in Kürze ihr zweites Kind.“ Erstaunt riss Anjelica die Augen auf, so dass Carlo sie irritiert fragte: „Du weißt doch, dass Gina und Franco verheiratet sind, oder?“

„Nein, das wusste ich nicht. Woher denn auch? Hm, Gina war doch die mit den langen blonden Haaren, bei der sich Julio nicht getraut hatte. Oder?“

Carlo nickte zustimmend. „Ja, das ist richtig. Nachdem Du weg warst, hat sich Franco des Öfteren mit Gina getroffen. Na ja und sie wollte ihn ja von Anfang an. Aber er hatte ja nur Augen für Dich.“

Täuschte sie sich oder hatte sie da einen leichten Groll in Carlo' s Stimme gehört? Neugierig fragte sie deshalb: „Du warst doch nicht etwa eifersüchtig, oder?“

Er wollte ihr gerade darauf antworten, als er sich plötzlich verschluckte und zu husten begann. Schnell nahm er einen Schluck Wasser zu sich und erwiderte schließlich: „Doch, war ich und ich hatte ihm auch gesagt, dass er die Finger von Dir lassen soll.“

„Carlo, ich war nicht an Franco interessiert. Ich wollte immer nur Dich.“

„Ja, ich weiß und dennoch… Na ja.“

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Nachdem sie zu Ende gegessen hatten, verabschiedeten sie sich von den anderen. Carlo und Anjelica hatten unterschiedliche Abflugzeiten, er würde um 15:30 Uhr fliegen, sie erst um 17 Uhr. Für die anderen der Gruppe, deren Flüge nur eine halbe Stunde auseinander lagen, hatte das Boarding bereits begonnen.

Carlo stand nachdenklich am Fenster und starrte auf das Treiben unter ihm, als Anjelica von einem Toilettengang wieder zurückgekommen war. Traurig beobachtete sie ihn, während in ihrer Kehle ein schwerer trockener Kloß saß. Warum ging sie nicht auf seinen Vorschlag ein? Ihre Ehe mit Eric bestand doch nur noch auf dem Papier. Wann hatte er sie das letzte Mal so leidenschaftlich geliebt, wie Carlo es die letzten drei Tage getan hatte? Verzweifelt schloss sie die Augen. Sie konnte Eric nicht verlassen, denn dann würde sie Trish verlieren. Verzweifelt kämpfte sie gegen den Abschiedsschmerz an, der sich wie ein scharfes Schwert durch ihre Brust zog. Wie oft haben wir uns schon voneinander verabschiedet, Carlo? Und mit jedem weiteren Mal tut es mehr weh.

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Carlo drehte sich zu ihr um und sagte leise: „Es ist soweit, Jelica. Mein Flug wurde bereits aufgerufen.“

Mit langsamen Schritten trat er an Anjelica heran und zog sie liebevoll in die Arme. Er küsste jeden Zentimeter ihres Gesichts, während sie ihre Arme um ihn schlang.

„Jelica, ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Ich wünsche Dir einen guten Flug, mein Schatz. Komm‘ gesund und gut nach Hause und vergiss‘ nicht, was ich Dir gestern Nacht gesagt habe. Ich liebe Dich und will mit Dir zusammen sein. Bitte, denk' darüber nach.“

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„Wein‘ nicht mein Schatz“, sagte er, als er die Tränen in ihren Augen sah. „Du bist so wunderschön, Jelica. Wie soll ich denn nur ohne Dich leben?“ Und jetzt sammelten sich die Tränen auch in Carlo' s Augen.

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Anjelica schluckte schwer, als sie Carlo in die Augen sah und schluchzend erwiderte: „Ich werde darüber nachdenken, Carlo. Ich liebe Dich und werde Dich immer lieben. Warum kann die Zeit nicht einfach still stehen, warum können wir sie nicht zurückdrehen? Ich wünsche Dir auch einen guten Flug und ich melde mich bei Dir, sowie ich angekommen bin. Aber rufe mich bitte nicht zuhause an. Lass‘ mir Zeit, es Eric zu erklären. Du wirst mir sehr fehlen und…“

Sie schluckte schwer, ehe sie fortfuhr: „…grüß‘ Fabio und sag…“ Stockend brach sie ab, um kurz darauf fortzufahren: „Carlo, ich wünschte, es…“

Ein Schlucken ließ sie unterbrechen, während Carlo Kopf schüttelnd erwiderte: „Jelica, ich ka- kann nicht. Ich…ich weiß nicht wie…“

Sie nickte verständnisvoll mit dem Kopf: „Ja, ich weiß, wahrscheinlich ist es besser so. Grüß‘ Deine Eltern von mir.“

„Sie haben oft nach Dir gefragt und sich gewundert, dass Du nicht mehr…“

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Doch weiter kam er nicht, da sie plötzlich ihre Lippen auf seinen Mund legte und ihn lange und innig küsste. Beide hätten in diesem Moment am liebsten die Zeit angehalten, wenn sie es nur gekonnt hätten.

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Ein letztes Mal strich ihr Carlo über die Wange, dann begab er sich schweren Herzens zum Boarding. Nie hätte er gedacht, dass ihm der Abschied von ihr so schwer fallen würde. Er wollte sie mehr denn je, aber nicht nur als eine Affäre, sondern als die Frau an seiner Seite. Beim nächsten Treffen, würde er sie fragen, ob sie seine Frau werden wollte. Sie musste sich von Eric trennen, alles andere wäre falsch.

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Ein laut geschluchztes „Carlo“ ließ ihn jedoch herumfahren. Überrascht drehte er sich um und sah Anjelica, die auf ihren hohen Absätzen auf ihn zugerannt kam. Fest schloss er sie in seine Arme, während sie unter Tränen hervor stieß: „Ich liebe Dich, Carlo. Bitte vergiss‘ das nie.“

„Wie könnte ich das je vergessen, Jelica?“ Noch einmal küsste er sie, ehe er sich von ihr löste, um endgültig zu gehen...

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…während Anjelica ihm traurig nach sah. Warum muss Liebe nur so wehtun, dachte sie todunglücklich?

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Verloren stand sie an der Fensterfront und starrte auf Carlos Maschine, die sich in wenigen Minuten in die Lüfte erheben würde. Sie schämte sich ihrer Tränen nicht und ließ ihnen freien Lauf. Es musste einen Weg zu ihm geben, sie hoffte es so sehr…

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Schweren Herzens begab sich Carlo indes auf den Weg zu seiner Maschine. In wenigen Minuten waren die drei Tage mit Anjelica, die so leidenschaftlich gewesen waren, nur noch eine süßliche Erinnerung. Tief in seinem Inneren jedoch wusste er, dass Anjelica, schon ihrer Tochter zuliebe, Eric nie verlassen würde. Sie würde Trish niemals den Daddy nehmen und zum ersten Male spürte er Groll gegen seine Eltern, die ihn damals in die Ehe mit Caitlyn gedrängt hatten. Warum war er nicht Manns genug gewesen, sich dagegen zu wehren und sich zu Anjelica zu bekennen? Als sie ihn am dringendsten gebraucht hatte, da hatte er sie im Stich gelassen. Verdammt nur, warum?


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Kapitel 79 folgt...

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