Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Hier könnt ihr eure SIMS-Geschichten (Fotostorys) mit Bilder posten...
Antworten
Benutzeravatar
Simsi68
Moderator
Beiträge: 2426
Registriert: 01.03.2015, 15:24
Wohnort: im Internet
Hat sich bedankt: 2733 Mal
Danksagung erhalten: 4702 Mal
Kontaktdaten:

Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 07.11.2018, 09:20

Hallo Marga! :winken02

Ich hatte Dich für immer aus meinem Gedächtnis streichen wollen………
Nein, das schafft sie nicht; unmöglich. Genauso wie Carlo sie nie aus seinem Kopf löschen kann.

Und dann das Treffen…
Nervosität hat sich bei allen wie erwartet breit gemacht und Fabio kann sich bisweilen nicht erklären, warum Trish´s Mutter hier ist. Klar…

Aaaah, Sprung nach Lucky Palms zu Trish´s Großeltern…
Uuuuuh, Kyle´s Blick während der Umarmung von Trish und Jason!!! Der Blick spricht Bände! :confus1

Die Aufregung und Nervosität steigt bei allen. Gut, auch bei mir :grins

Aha, Fabio erfährt nun – auch schon (keine Ahnung wie alt er jetzt ist, knappe 30 oder so?) – dass seine Eltern nicht tot sind! Jetzt ist er natürlich ungeduldig, will nun endlich wissen, was das alles auf sich hat! Verständlich!
Stattdessen bekommt er erst mal Bettgeschichten von Carlo und Anjelica zu hören :lachen die er gar nicht hören will!

Das Unwiderrufliche? Bange Frage? Hm… :confus3
Aber nun stand der Abschied bevor. Schrecklich, wie die beiden darunter litten! :weinen2

Tja, noch sind die Rätsel nicht gelüftet, aber ich denke, sowie Du angekündigt hast, wird das sicherlich noch passieren.

Deshalb bin ich wahnsinnig gespannt wie es weiter geht.
Ich schätze, Anjelica wollte sagen:
„Niemals hätte ich gedacht, dass Du eine andere heiratest… Nein, Carlo. Niemals im Leben…"

Das Kapitel hat mir wieder sehr gut gefallen und es hat mich zum platzen neugierig gemacht! Es war wieder voller Aufregungen, aber wie immer super geschrieben und die Bilder hätten wieder besser nicht sein können! :daumenhoch1
Danke dafür, liebe Marga! :hug02
Naja, und wie gesagt, ich kann es kaum bis zum nächsten Kapitel erwarten und bin tierisch gespannt wie es weiter geht! :klatschen1


LG Astrid :tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

Benutzeravatar
cheli24
Foren-Orakel
Beiträge: 1183
Registriert: 06.03.2015, 19:51
Hat sich bedankt: 1922 Mal
Danksagung erhalten: 2701 Mal
Kontaktdaten:

SdV2 Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 10.11.2018, 00:19

Hallo Astrid, :winken

bevor es mit dem 2. Teil des 14. Kapitels weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe.
:bussi2


Simsi68 hat geschrieben:
07.11.2018, 09:20
Hallo Marga! :winken02Ich hatte Dich für immer aus meinem Gedächtnis streichen wollen………
Nein, das schafft sie nicht; unmöglich. Genauso wie Carlo sie nie aus seinem Kopf löschen kann.

Auch wenn sie das wohl gerne getan hätte, es ist ihr ebenso wenig gelungen wie Carlo. Es gibt solche Paare, die zwar nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander sein können. Die Beiden sind das beste Beispiel. :verliebt: :weinen3:
Simsi68 hat geschrieben:
07.11.2018, 09:20
Uuuuuh, Kyle´s Blick während der Umarmung von Trish und Jason!!! Der Blick spricht Bände! :confus1

Und das ohne irgendetwas gemacht zu haben. Er hatte genau in diesem Moment herüber geschaut. Für die Szene war es gerade passend. :klatschen1
Simsi68 hat geschrieben:
07.11.2018, 09:20
Aha, Fabio erfährt nun – auch schon (keine Ahnung wie alt er jetzt ist, knappe 30 oder so?) – dass seine Eltern nicht tot sind! Jetzt ist er natürlich ungeduldig, will nun endlich wissen, was das alles auf sich hat!

Fabio ist es ein wenig jünger als Kyle. Er ist jetzt 31, irgendwann im Mai geboren, momentan ist es Frühsommer. Ich habe mich da nicht so genau festgelegt. Aber es ist ja mittlerweile ein Jahr seit Anfang der Geschichte vergangen, da der Prolog der 1. Staffel zu einem späteren Zeitpunkt stattgefunden hatte. Aber würde ich die Story heute noch einmal schreiben, dann würde ich meine Charas mit genauen Geburtsdaten versehen, da es gerade bei Rückblicken einfacher wäre. :nicken
Simsi68 hat geschrieben:
07.11.2018, 09:20
Das Unwiderrufliche? Bange Frage? Hm… :confus3


Keine Idee?
:sittich
Simsi68 hat geschrieben:
07.11.2018, 09:20
Tja, noch sind die Rätsel nicht gelüftet, aber ich denke, sowie Du angekündigt hast, wird das sicherlich noch passieren.

Hm, ich denke schon.
Simsi68 hat geschrieben:
07.11.2018, 09:20
Deshalb bin ich wahnsinnig gespannt wie es weiter geht. Ich schätze, Anjelica wollte sagen: „Niemals hätte ich gedacht, dass Du eine andere heiratest… Nein, Carlo. Niemals im Leben…"

Jein. Mehr schreibe ich dazu jetzt nicht, da die nächsten Kapitel Licht ins Dunkle bringen werden.
Simsi68 hat geschrieben:
07.11.2018, 09:20
Das Kapitel hat mir wieder sehr gut gefallen und es hat mich zum platzen neugierig gemacht! Es war wieder voller Aufregungen, aber wie immer super geschrieben und die Bilder hätten wieder besser nicht sein können! :daumenhoch1


Es freut mich sehr, dass es Dir wieder gefallen hat. Vielen Dank für Deinen Kommentar, Dein Lob, die netten Worte und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast, liebe Astrid. :hug02


Gleich im Anschluss geht es mit dem 2. Teil des Kapitels weiter.


LG Marga

Benutzeravatar
cheli24
Foren-Orakel
Beiträge: 1183
Registriert: 06.03.2015, 19:51
Hat sich bedankt: 1922 Mal
Danksagung erhalten: 2701 Mal
Kontaktdaten:

Re: SdV2 - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von cheli24 » 10.11.2018, 00:23

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!




Hallo zusammen, :winken

ich will gar keine großen Worte verlieren. Ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.



LG cheli24 (Marga)



~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~





Kapitel 14.1 - Wenn Dein Leben auf einer Lüge basiert - Teil 2






Rückblick



Bild


Einige Wochen waren seit Anjelica' s Rückkehr aus Monte Vista vergangen. In Appaloosa Plains war es für die Jahreszeit ungewöhnlich kühl und ungemütlich geworden. Dauerregen prasselte auf die Kleinstadt im Bundesstaat Colorado nieder. Es war trüb und grau und passte zu ihrer depressiven Stimmung.

Bild

Der Alltag und auch die Schule hatten sie längst wieder, sie ging ihrem gewohnten Trott nach. Eigentlich war alles wie immer, bis auf die Tatsache, dass ihre Regel bislang ausgeblieben war. Ein Umstand, der ihr schwer zu schaffen machte und sie sehr bedrückte, denn bisher hatte sie diese immer pünktlich bekommen. Aber vielleicht hing es auch mit dem Klimawechsel und der Luftveränderung zusammen, versuchte sie sich einzureden. Ihre Mutter hatte sie nicht fragen wollen, also vertraute sie sich ihrer besten Freundin Jenny an, die ihr schließlich ihren Frauenarzt empfahl und gleich einen Termin bei ihm vereinbarte. Jenny war drei Jahre älter als Anjelica und hatte schon seit vier Jahren einen festen Freund. In Begleitung Jenny‘ s ging Anjelica schließlich ein paar Tage später bangen Herzens zum Frauenarzt, der ihr letztendlich das bestätigte, was sie bereits vermutet hatte. Sie war am Boden zerstört. Wie sollte sie das nur ihren Eltern beibringen?

Es war noch früh am Mittag, als Anjelica von der Schule nach Hause kam. Ihre Mutter stand gerade am Herd, um das Essen zuzubereiten. Überrascht schaute sie auf, als das junge Mädchen die Küche betrat.

„Oh, Du bist schon da? Hattet Ihr denn früher Schluss?“, wollte Juanita Moreno neugierig wissen, während sie das Aroma der würzigen Tomatensoße in sich einsog.

Bild

„Mir geht es nicht gut. Mrs Benning hat mich nach Hause geschickt.“

Besorgt musterte die gebürtige Mexikanerin ihre Tochter. „Bist Du krank? Das ist mir schon in den letzten Tagen aufgefallen. Du isst kaum etwas, bist den ganzen Tag auf Deinem Zimmer, triffst Dich nicht mit Deinen Freunden. Was hast Du denn?“

Die Fürsorge ihrer Mutter ließ bei Anjelica schließlich alle Dämme reißen. Verzweifelt kämpfte sie gegen ihre Tränen an, während sie leise fragte: „Mummy, können wir reden?“

Bild

„Was hat Du denn auf dem Herzen, mein Schatz? Was ist nur mit Dir los? Sollen wir zu einem Arzt gehen?“

„Nein, Mummy. Es ist...“

Abrupt brach sie ab, während Juanita sagte: „Hör' zu, ich mache das hier schnell zu Ende und dann reden wir. Geh' schon mal rüber ins Wohnzimmer. Ich bin gleich bei Dir. Dein Dad wird etwas später heimkommen, so dass wir ohne ihn zu Mittag essen werden. Er muss nach Geschäftsschluss noch zum Baumarkt.“

Ricardo Moreno war leitender Ingenieur für Brückenbau und derzeit an zwei Baustellen beschäftigt, so dass es oftmals spät wurde, bis er heimkam.

Bild

„Das ist gut. Es ist mir lieber, wenn er nicht dabei ist.“

„Aber warum denn? Du hattest doch noch nie Geheimnisse vor Deinem Dad.“ Sie legte den Kochlöffel aus der Hand und wandte sich überrascht ihrer Tochter zu, die jedoch den Blickkontakt mit ihr mied. „Hast Du etwas angestellt? Willst Du deshalb nicht, dass Dein Vater dabei ist? Er wird es so oder so erfahren.“

Fast hätte Anjelica bitter aufgelacht. Mit einem zehn Jahre älteren Mann zu schlafen, den man kaum kannte und noch nicht einmal wusste, ob man sich je wiedersehen würde. Wenn das in den Augen ihrer Mutter mit „etwas angestellt“ bedeutete, ja dann war es in der Tat so.

Bild


Wenig später saßen sich Juanita und Anjelica auf der Couch gegenüber. „Also, was ist los? Was hast Du auf dem Herzen, Anjelica?“ Während das junge Mädchen verzweifelt nach den richtigen Worten suchte, musterte Juanita ihre Tochter. Ihr war in den letzten Tagen die Blässe aufgefallen, die das hübsche Gesicht des jungen Mädchens überschattete. Aber sie hatte eine beginnende Erkältung dahinter vermutet. War sie vielleicht ernsthaft krank oder steckte etwas anderes dahinter?

Bild

„Anjelica, willst Du mir nicht endlich sagen, was los ist?“, hakte die besorgte Mutter nach und richtete ihren Blick auf Anjelica's Hände, die zitternd auf ihren Knien lagen. „Kind, was ist denn?“

Bild

Die Schwarzhaarige schluckte schwer, ehe sie leise begann: „Mummy, erinnerst Du Dich an die Leute, die ich am Strand in Monte Vista kennengelernt und mit denen ich viel Zeit verbracht hatte?“

Argwöhnisch nickte Juanita. „Du hattest uns davon erzählt. Ja. Aber was hat das jetzt mit Dir zu tun?“

„Es war nicht die ganze Wahrheit. Ich meine, ich habe mich mit denen getroffen, das stimmt. Aber hauptsächlich war ich wegen Carlo dort.“

„Carlo?“ Juanita war hellhörig geworden. „Du hast einen Jungen kennengelernt? Aber warum hast Du denn nichts erzählt? Hast Du so wenig Vertrauen zu uns? Du hast Liebeskummer. Ist es das, Anjelica?“

Das junge Mädchen schluckte den Kloß hinunter.„Wenn es nur das wäre, Mummy“ und schließlich begann sie zu erzählen, während ihre Mutter aufmerksam zuhörte...

Bild


Juanita hatte sie kein einziges Mal unterbrochen. Auch dann nicht, als sie von der Geburtstagsparty erfuhr und was dabei geschehen war. Sie wagte nicht, nachzufragen. Aber sie ahnte, was nun kommen würde und so wartete sie mit pochenden Herzen darauf, dass Anjelica endlich mit der Wahrheit herausrückte.

Das Gesicht des hübschen Mädchens war tränenüberströmt, als es endlich den Kopf hob. „Mummy. Ich war vorgestern mit Jenny bei ihrem Frauenarzt. Meine Tage sind ausgeblieben. Ich hätte sie eigentlich gleich in der ersten Woche nach unserer Rückkehr bekommen müssen.“

Bild

„Nun, das kann verschiedene Ursachen haben. Aber deshalb würdest Du nicht damit zu mir kommen. Oder?“

Die Schwarzhaarige schüttelte den Kopf und murmelte leise: „Nein.“

„Du bist schwanger. Habe ich Recht?“, nahm Juanita ihr schließlich den Wind aus den Segeln.

Weinend schlug Anjelica die Hände vors Gesicht. „Ich habe das doch nicht gewollt. Das musst Du mir glauben.“

Ihre Mutter starrte sie minutenlang nur wortlos an, ehe sie fragte: „Anjelica. Das war vor wie vielen Wochen? Warum bist Du nicht zu mir gekommen? Warum hast Du nicht eher etwas gesagt? Stattdessen trägst Du das mit Dir alleine aus und sagst uns kein Wort. Hast Du denn so wenig Vertrauen zu uns?“

Bild

Anjelica hielt den Kopf immer noch gesenkt und wagte nicht, ihre Mutter anzuschauen. „Ich schäme mich so, weil ich Euch belogen habe. Ihr habt mir vertraut und ich habe Euch... Mummy, es tut mir so Leid.“

Juanita zuckte mit der Schulter. „Nun, dafür ist es jetzt leider zu spät. Habt Ihr denn nicht verhütet?“

„Doch, schon“, antwortete Anjelica mit hochrotem Kopf. „Aber irgendwie hatte er die Packung verwechselt und ein älteres Ko... Ko... Kondom benutzt.“

„Es ist gerissen? Und warum erzählst Du mir das jetzt erst?“

„Ich hatte Angst, Du könntest sauer auf mich sein, weil ich... weil ich Euch belogen habe.“

„Nun ja, erfreut bin ich nicht gerade. Das wirst Du Dir wohl denken können. Damals wollte ich Dich mit zu meinem Frauenarzt nehmen, da wolltest Du nicht. Er hätte Dir die Pille verschreiben können.“

„Aber wozu, Mummy? Ich war doch noch nicht an Jungs interessiert und... na ja.“

„Du vielleicht nicht an ihnen, aber sie an Dir. Du bist ein bildhübsches Mädchen, Anjelica. Dazu noch Dein südländisches Aussehen. Glaub' nur nicht, dass mir die Blicke nicht aufgefallen sind, die Dir die Jungs zugeworfen haben und Deine kokette Art zu lächeln, wenn Du es bemerkt hast.“

Bild

„Das ist doch gar nicht wahr“, wiegelte sie ab.

„Oh doch, mein Schatz“, beharrte Juanita. „Tja und wie soll es jetzt weitergehen? Wie hast Du Dir das vorgestellt? Du bist minderjährig, gehst noch zur Schule und willst im nächsten Jahr aufs College. Wie willst Du denn das mit einem Kind schaffen?“

Bild

Entsetzt riss Anjelica den Kopf hoch. „Willst Du, dass ich das Baby abtreiben lassen soll? Ist es das, was Du mir sagen willst? Mummy, das will ich nicht. Ich will das Kind behalten.“

Bild

„Um Himmels Willen, natürlich sollst Du das Baby bekommen, Schatz. Das habe ich doch gar nicht gemeint. Aber hast Dir auch mal Gedanken darüber gemacht, was da alles auf Dich zukommt? Ein Baby ist kein Spielzeug, das man in die Ecke stellt, wenn man keine Lust mehr darauf hat. Du wirst auf vieles verzichten müssen. Ich meine, ich kann das Kind nehmen, wenn Du in der Schule bist. Das ist gar kein Thema.“

Bild

„Mummy, das weiß ich doch alles. Aber Carlo hat gesagt, dass er zu mir stehen würde, falls ich wirklich schwanger wäre. Wir hatten uns noch einmal ausführlich darüber unterhalten.“

Bild

Fast hätte Juanita aufgelacht, besann sich aber angesichts der prekären Situation eines Besseren. „Ein Junge, der in Europa lebt, mehr als 6.000 Kilometer von hier entfernt? Was will er denn mit einem sechzehnjährigen Landei aus Appaloosa Plains? Entschuldige Anjelica, aber wach' auf und sei nicht so naiv. Ich will Dir bestimmt die Hoffnung nicht nehmen. Aber Kind...“, sie seufzte tief auf. „Möglicherweise hat er Dich schon längst vergessen. Eine Sommerliebe, nicht mehr und nicht weniger. Ich hatte das auch mal erlebt. Da kannte ich Deinen Vater noch nicht. Schatz, so etwas funktioniert in den wenigsten Fällen. Ich war damals auch todunglücklich. Was soll ich sagen? Hm. Weißt Du denn wenigstens seinen Familiennamen oder kennst Du den gar nicht?“

„Doch, natürlich. Er heißt Vincenti“, kam es kleinlaut aus ihrem Mund.

Juanita dachte, sich verhört zu haben und rief überrascht aus: „WAS? Etwa der Vincenti, dem halb Monte Vista gehört, der Baulöwe? Aber der könnte ja Dein Vater sein.“

Bild

Anjelica schüttelte den Kopf. „Nein. Carlo, sein Sohn.“

„Sein Sohn? Hat er denn noch einen so jungen Sohn? Soweit ich weiß, ist er älter als Dein Dad und ich.“ Argwöhnisch hakte sie nach: „Sag' mal, wie alt ist denn dieser Carlo?“

Leise kam es aus ihrem Mund: „Wir hatten seinen 26. Geburtstag gefeiert.“

Ungläubig riss Juanita ihre Augen auf. „Bitte was? Du hast Dich von einem erwachsenen Mann schwängern lassen? Sag, dass das nicht wahr ist, Anjelica.“ Als diese nichts darauf erwiderte, stieß Juanita zornig hervor. „Na, der wird etwas von mir zu hören bekommen.“

Bild

Entsetzt sprang Anjelica auf. „Mummy, bitte nicht. Es war doch keine Absicht. Denkst Du, er hatte das gewollt? Du kennst ihn nicht. Das würde er nie tun.“ Verärgert wollte sie zur Tür hinausrennen, wurde aber von Juanita zurückgehalten.

„Stop, Anjelica. Du bleibst jetzt hier.“

„Nein, Mummy. Weißt Du, wie das aussieht, wie ich vor Carlo dastehe, wenn Du das tust?“ Ihr Gesicht war Tränen überströmt, während sie ihre Mutter trotzig ansah.

Bild

Doch die antwortete nur ungerührt: „Anjelica, das ist nicht mein Problem. Er ist zehn Jahre älter als Du. Von einem erwachsenen Mann, der mit einer Minderjährigen ins Bett geht, erwarte ich, dass er auch die Verantwortung übernimmt und für die Folgen gerade steht. Wusste er denn eigentlich, wie alt Du bist und dass Du noch Jungfrau warst?“

„Er hatte mich zunächst älter geschätzt“, kam es kleinlaut über ihre Lippen.

„Aber er hatte gewusst, dass Du erst sechzehn bist und noch nie Sex hattest.“

„Ja“, antwortete Anjelica, der das intime Gespräch mit der Mutter peinlich war.

„Nun. Egal, was passiert ist, ob das Kondom gerissen ist oder was auch immer. Es interessiert mich nicht, Anjelica. Tatsache ist, dass Du schwanger bist und sein Kind unter dem Herzen trägst. Und genau so werde ich es ihm auch sagen und ich hoffe, er bekennt sich zu der Vaterschaft. Aber zunächst muss ich das mit Deinem Vater besprechen.“

Bild

„Er wird mich verachten“, schluchzte Anjelica auf. „Das wird er mir nie verzeihen.“

„Jetzt mal den Teufel nicht an die Wand. Er wird enttäuscht sein, ja. Aber er ist doch kein Unmensch. Ich hätte nur erwartet, dass Du etwas klüger bist als ich.“ Juanita war mit achtzehn schwanger geworden, hatte aber im vierten Monat das Kind verloren. Sie zog ihre Tochter in die Arme und strich ihr übers seidenweiche Haar. „Weißt Du, es war eine andere Zeit. Wir hatten nicht so viel Geld, waren einige Monate zuvor erst aus Mexiko in die USA immigriert. Als ich Deinen Vater zum ersten Male sah, wusste ich, er ist der Mann fürs Leben. Wir hatten so früh noch kein Kind geplant. Die Vorsorgeuntersuchungen konnten wir uns nicht leisten. Als ich gemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte, war es bereits zu spät. Aber ich hätte etwas darum gegeben, mein Baby behalten zu dürfen.“

Bild

„Mummy, es tut mir leid, Dich so enttäuscht zu haben. Aber ich liebe Carlo, er liebt mich auch und ich weiß, dass er der Richtige ist.“

Obwohl Juanita Zweifel hegte, ließ sie Anjelica in diesem Glauben und meinte seufzend: „Ach, Kind. Ich wünsche es Dir von ganzen Herzen. Gemeinsam werden wir das schaffen. Du bist nicht alleine, mein Schatz. Jetzt lass' mich erst mit Deinem Vater reden und dann besprechen wir gemeinsam das weitere Vorgehen. Aber Du wirst diesen Carlo anrufen und ihm Bescheid sagen.“

Anjelica nickte. „Ja, gleich morgen, wenn ich von der Schule komme.“

Doch Juanita schüttelte energisch den Kopf. „Nein, Du wirst ihn noch heute Abend davon in Kenntnis setzen.“ Anjelica wagte nicht, zu widersprechen. Wenn sich ihre Mutter etwas in den Kopf gesetzt hatte, war sie nur schwer vom Gegenteil zu überzeugen.

Bild



Zwei Stunden später



Nachdem Ricardo von der Arbeit nach Hause gekommen war und geduscht hatte, war er von Juanita bei einer Tasse Kaffee über alles unterrichtet worden. Sachlich hatten die Eheleute diskutiert und beratschlagt. Sie würden Anjelica mit Rat und Tat zur Seite stehen, solange sie Hilfe benötigte. Aber sie würden sich nicht bedingungslos zum Babysitter machen lassen. Sie wollten ihr eine gewisse Freiheit lassen, aber ihr Kind müsste für sie an erster Stelle stehen.

Bild


Familie Moreno saß sich derweil im Wohnzimmer gegenüber. Gleich nach dem Gespräch hatten Juanita und Ricardo ihre Tochter zu sich gebeten. Ricardo übte sich in Galgenhumor, als er sagte: „So früh hatte ich eigentlich noch nicht Großvater werden wollen. Ich hatte gehofft, Du würdest Dir mehr Zeit lassen.“

Bild

Die gespielte Gelassenheit ließ Anjelica aufschluchzen. Mit Tränennassen Augen sah sie auf. „Es tut mir leid, dass ich Dich und Mummy so enttäuscht habe.“

Bild

„Ach, Schatz. Darum geht es doch gar nicht. Du hättest früher zu uns kommen sollen. Stattdessen trägst Du das mit Dir alleine herum. Wir werden jetzt diesen Carlo anrufen, um ihm Bescheid zu sagen.“

Bild

„Aber Du sagst nichts zu ihm, oder?“ Ängstlich sah sie ihren Vater an.

„Deine Mum will zuerst mit ihm sprechen. Danach werde ich ein paar Worte mit ihm reden.“

„Darf ich danach auch, Dad?“

„Natürlich darfst Du das. Warum solltest Du nicht?“

Bild


Gespannt lauschte Anjelica wenig später dem Gespräch. Nachdem sich Juanita vorgestellt hatte, begann sie gleich ohne Umschweife und nahm auch kein Blatt vor dem Mund. „Sie werden sich wohl denken können, weshalb ich Sie anrufe?“ Was Carlo antwortete, konnte Anjelica jedoch nicht verstehen. „Anjelica hat mir alles erzählt. Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht? Sie sind zehn Jahre älter und Sie wussten, dass sie erst sechzehn ist. Ich könnte Sie also anzeigen, wenn ich das wollte. Aber damit ist niemandem geholfen, Anjelica am Allerwenigsten. Sie war gestern mit einer Freundin beim Arzt, nachdem sie ihre Regel noch immer nicht bekommen hat. Glückwunsch, Carlo. Sie werden Vater. Anjelica ist schwanger und sie wird das Kind bekommen. Ich hoffe, Sie stehen dazu und wir müssen es nicht auf einen Vaterschaftstest ankommen lassen.“

Bild

Es entstand eine längere Pause, in der anscheinend Carlo sprach. Anjelica hätte etwas darum gegeben, mithören zu können.

Bild

Schließlich hörte sie ihre Mutter sagen: „In Ordnung. Dann sind wir uns soweit einig. Anjelica wird Sie als Vater eintragen lassen. Ja, sie ist hier. Aber zuvor möchte mein Mann Sie noch sprechen.“

Bild

Da Ricardo jedoch im Gegensatz zu Juanita im Stuhl am Kamin Platz nahm, konnte Anjelica nichts verstehen. Aber die Gesten ihres Vater ließen nichts Gutes erahnen. Ehe er das Gespräch an seine Tochter übergab, hörte sie ihn laut zischen. „Oh, nein. Das werden Sie ihr gefälligst selbst sagen.“

Bild

Er erhob sich und reichte Anjelica, die ihm aufgeregt entgegen gekommen war, wortlos das Handy. Bevor sie das Gespräch übernahm, hörte sie ihren Vater laut aufseufzen.

Bild

Dieser hatte gerade wieder neben Juanita Platz genommen: „Warum habe ich nichts anderes erwartet? Dieser elende Mistkerl. Am liebsten würde ich nach Monte Vista fliegen und ihm den Hals umdrehen.“

Bild

„Was meinst Du, Ricardo?“, wollte Juanita wissen, die ihren Mann besorgt ansah. „Zu mir hat er nichts dergleichen gesagt. Er war mir fast schon sympathisch geworden.“

Doch Ricardo murmelte nur, während er an seiner Frau vorbei in Anjelica' s Richtung sah: „Er wird ihr das Herz brechen und ich kann nichts dagegen tun. Das hat unsere Kleine nicht verdient.“

„Was hat er gesagt?“ Beunruhigt schaute sie von Ricardo zu ihrer Tochter und wieder zurück, ehe dieser leise zu seiner Frau sprach.

Bild

Während Juanita im Hintergrund empört ausrief: „Er hat was getan?“, brach Anjelica fast in Tränen aus, als sie die geliebte Stimme vernahm, die so weit von ihr entfernt war: „Jelica, ich habe Dir versprochen, dass ich dazu stehen werde, falls Du schwanger bist und ich werde auch Alimente für unser Kind zahlen. Darauf kannst Du Dich verlassen. Es wird ihm an nichts fehlen, ich werde für unser Kind da sein.“ Als sie ihm nicht antwortete, fragte er: „Ist alles in Ordnung, Jelica? Sag' doch etwas.“

Bild

Leise flüsterte sie: „ Ich wäre jetzt so gerne bei Dir. Du fehlst mir so. Ich vermisse Dich, Carlo. Du mich auch?“

Bild

Zitternd wartete sie auf seine Antwort, die sie schließlich aus all ihren Jungmädchenträumen riss. Fassungslos hörte sie ihm zu, brachte kein Wort heraus, fühlte, wie ihr heiß und kalt zugleich wurde. Als er schließlich geendet hatte, presste sie nur tonlos hervor: „Ja, ich habe Dich verstanden.“

Bild

Ohne sich zu verabschieden, beendete sie das Gespräch und starrte wortlos das Handy an. Das Blut rauschte in ihren Ohren, sie fühlte sich einer Ohnmacht nahe.

Bild

Ihre Hände waren zu Fäusten geballt, während sie die letzten Minuten noch einmal Revue passieren ließ. Sie hatte sich so gefreut, seine Stimme zu hören, hatte erwartet, er würde ihr sagen, sie würden für immer zusammenbleiben. Ihre Lippen zitterten, während sie das Salz der Tränen schmeckte, die ihr über den Mund liefen. Wie kann er mir nur so etwas antun? Verdammt Carlo. Du hast mir gesagt, Du liebst mich und ich könnte mich auf Dich verlassen.

Bild

Wie in Trance gab sie ihrem Vater das Handy in die Hand und murmelte: „Ich gehe nach oben. Habe Kopfschmerzen.“

„Was hat er gesagt, Anjelica?“, wollte Ricardo besorgt wissen.

„Du weißt es, nicht wahr?“, antwortete diese stattdessen mit einer Gegenfrage.

Bild

„Es tut mir so Leid, Schatz. Wenn ich könnte, dann würde ich jetzt rüber fliegen und ihm den Hals umdrehen. Das kannst Du mir glauben. Was denkt er sich eigentlich dabei? Was glaubt er, wer er ist?“

Bild

Anjelica zuckte die Schultern. „Er hat bekommen, was er wollte. Führen Italiener nicht eine Liste? Ich meine, dass mal irgendwo gelesen zu haben. Papagallo nennt man die, nicht wahr?“ Bitter lachte Anjelica auf. „Wahrscheinlich stehe ich dort ganz oben. Anjelica Moreno, 16 aus Appaloosa Plains, entjungfert. Wie viel Punkte er mir wohl gegeben hat? Ob ich es unter die Top 10 geschafft habe?“

Bild

„Schatz, bitte. Sag' doch so etwas nicht. Du bist auf den Falschen hereingefallen. Nicht alle Italiener sind so. Ich hatte nie eine Liste geführt und hatte auch mehrere Freundinnen, bevor ich Deine Mum kennengelernt hatte.“

„Bitte, mach' Dir jetzt keine Vorwürfe, Kind oder rede Dir ein, Du wärst schlecht. Das bist Du nicht“, versuchte Juanita ihrer Tochter Trost zu spenden, die ihr noch nie so zerbrechlich erschienen war.

Bild

„Lass' gut sein, Mummy. Ich weiß, dass ich naiv war und daran werde ich nun ein Leben lang erinnert werden. Ich bin oben, falls Ihr mich sucht.“

Bild


In ihrem Zimmer fiel ihre Selbstbeherrschung wie ein Kartenhaus zusammen und sie warf sich schluchzend aufs Bett. Wie hatte sie nur glauben können, es könne eine gemeinsame Zukunft mit Carlo geben, wenn das Kind erst geboren wäre? Zutiefst von ihm enttäuscht, weinte sie sich den Kummer der letzten Wochen in die Kissen.

Bild

Carlo. Warum nur? Warum lässt Du mich ausgerechnet jetzt im Stich, wo ich Dich doch so dringend brauche? War das alles nur ein Spiel für Dich? Habe ich Dir überhaupt etwas bedeutet? Hast Du Dich gleich nachdem ich weg war, mit einer Anderen vergnügt? Sie auch mia cara genannt? Hat es Dir Spaß bereitet, mich so zu verarschen? Noch einmal ließ Anjelica das Telefonat mit Carlo Revue passieren. Seine anfängliche Freude, ihre Stimme zu hören, wie glücklich hatte sie das gemacht und ihr trotz der prekären Situation ein kleines Lächeln ins Gesicht gezaubert. Aber dann sein Zögern, als sie ihn gefragt hatte, ob er sie auch so sehr vermisse, wie sie ihn? Er war gar nicht darauf eingegangen, was sie schon ein wenig verwundert hatte. Stattdessen hatte er ihr versichert, die Verantwortung für sein ungeborenes Baby zu übernehmen und auch Alimente zu zahlen. Aber als sie ihm dann den Vorschlag gemacht hatte, ihre Eltern überreden zu wollen, die Ferien im nächsten Jahr wieder in Monte Vista zu verbringen... Sie versuchte sich, seine Worte in Erinnerung zu rufen.

Bild

Er hatte lange gezögert, ehe er gesagt hatte, es wäre nicht so einfach. Was er damit meine, hatte sie ihn gefragt. Wie waren seine Worte gewesen, Worte, die sie bis ins Mark getroffen hatten? „Anjelica, ich weiß gar nicht, wie ich Dir das sagen soll. Aber ich habe mich am Wochenende verlobt. Caitlyn, erinnerst Du Dich? Du hast sie mal am Strand kennengelernt.“

Bild

Caitlyn? Nein, sie hatte sich nicht daran erinnert und auch nicht erinnern wollen. Mit Franco und Gina hatte sie sich gut verstanden, aber Caitlyn…? Der Name sagte ihr nichts. Sie hatte nichts darauf antworten können. Ihre Kehle war wie zugeschnürt gewesen. Was hatte er dann noch gesagt? Er würde nur sie lieben, das dürfe sie nie vergessen. Erneut quoll ein Schwall Tränen aus ihren Augen, die mittlerweile wie Feuer brannten. Carlo, warum tust Du das? Was soll ich denn jetzt machen? Ja, sie hatte gehofft, er würde sagen, er wolle auf sie warten, bis sie achtzehn war und dann würden sie… Ja, sie hatte es sich so sehr gewünscht, er würde sagen, dass sie dann heiraten würden. Vielleicht wäre sie zu ihm gezogen oder er zu ihr. Egal, wie sie sich am Ende entschieden hätten, das Wichtigste wäre gewesen, sie wären zusammen geblieben. Nun würde sie in knapp acht Monaten mit einem Kind, aber ohne Mann dastehen. Mit einem Kind, dessen Vater ihr das Herz gebrochen hatte.

Bild 

Sie strich über die noch nicht vorhandene Wölbung ihres Bauches. Mein Baby, es tut mir Leid, dass Dein Daddy so ein Arschloch ist. Aber niemand wird je erfahren, wie sehr er mich enttäuscht hat. Niemand. Auch er nicht!


Am Abend


Anjelica hatte beim Abendessen nur ein paar Bissen hinunter bekommen. Nachdem der Tisch abgeräumt war, nahm die Familie daran Platz.

Ricardo ergriff als erster das Wort und fragte seine Tochter besorgt: „Wie geht es Dir denn, mein Schatz? Du hast vorhin so gut wie nichts gegessen. Das musst Du aber.“

„Ich habe keinen Hunger, Daddy. Ich...“

Bild

Erneut brach das junge Mädchen in Tränen aus und ließ den Kopf kraftlos auf die Tischplatte sinken, während sie schluchzend sagte: „Ich habe Euch angelogen und war in der Nacht, als Ihr in Venedig ward, bei Carlo. Da ist es dann auch passiert. Wir hatten getrunken, uns geküsst, ich war so glücklich. Dann sind wir aufs Zimmer gegangen. Ich bereue es nicht. Es war so schön mit ihm.“

Bild

„Hat er Dich etwa betrunken gemacht?“, fragte Ricardo, hellhörig geworden.

„Nein. Ich hätte nur nicht so viel trinken sollen. Ich vertrage doch nichts. Aber das ist die Quittung, dass ich Euch belogen habe. Ich habe es nicht anders verdient.“

Fürsorglich legte Ricardo seine Hand auf die seiner Tochter und streichelte zärtlich mit dem Daumen über die weiche Haut. „Schatz, das ist nicht wahr. Du bist nicht die Erste, der so etwas passiert und wirst auch nicht die Letzte sein. Deine Mum und ich haben uns lange darüber unterhalten, wie es jetzt weiter gehen soll. Du wirst doch bestimmt die Schule beenden wollen?“

Bild

Anjelica hob den Kopf: „Ja, schon. Aber wie soll das mit der Schule gehen? Sie werden doch mit dem Finger auf mich zeigen, wenn ich mit einem dicken Bauch ankomme.“

„Deshalb haben wir uns folgendes überlegt. Was hältst Du von der Idee, in Begleitung Deiner Mum, für eine Weile zu Tante Selma nach Lucky Palms zu ziehen? Zumindest solange, bis das Baby da ist. Es gibt da eine staatliche Schule mit gutem Ruf und auch sehr gute Krankenhäuser mit Entbindungsstationen. Wir könnten gleich morgen mit Tante Selma sprechen, wenn Du magst.“

Bild

„Das würde so ohne Weiteres gehen, wenn ich mitten im Schuljahr wechsle? Bei Tante Selma hat es mir immer gut gefallen. Ob sie mich aber auch noch bei sich haben will, wenn sie erst erfährt, dass ich schwanger bin?“

Bild

„Da kennst Du Deine Patentante aber schlecht. Meine Schwester hat sich noch nie um das geschert, was die Leute reden oder wenn jemand über sie spricht. Darüber musst Du Dir keine Gedanken machen. Außerdem liebt sie Dich, mein Schatz und bedauert sehr, dass wir uns so wenig sehen. Vielleicht sollten wir doch irgendwann in meine frühere Heimat zurückziehen.“

Nach erfolgreicher Einbürgerung in die USA hatten sich die Eltern Juanitas zunächst mit ihren beiden Töchtern in Lucky Palms niedergelassen, ehe ihr Vater des Studiums wegen nach Appalloosa Plains gekommen war. Nach seinem Abschluss hatte er sich in Colorado einen Namen als Landvermesser gemacht und sehr gut damit verdient.

Bild

„Und Du würdest mitkommen, Mummy?“

„Ja, natürlich. Ich lasse Dich doch nicht alleine. Ich würde mich freuen, meine Schwester wiederzusehen.“

Anjelica schlug die Hände vors Gesicht. „Ihr seid so gut zu mir. Das ward Ihr immer. Ich konnte stets mit meinen Problemen, Wünsche und Sorgen zu Euch kommen. Und wie hab ich es Euch gedankt? So viel Fürsorge habe ich gar nicht verdient. Ich habe Euch wahnsinnig enttäuscht.“

Bild

„Nicht, Anjelica. Rede Dir das nicht ein. Du warst das erste Mal verliebt, hast vermutlich tausend Schmetterlinge im Bauch verspürt. Wahrscheinlich hat er auch gut ausgesehen. Ja, so war es bestimmt. Mache Dir also keine Vorwürfe. Okay? Ich werde gleich morgen früh bei Selma anrufen. Sie könnte sich dann mit der dortigen Schulleitung in Verbindung setzen.“

Bild

„Und Du kommst auch mit, Daddy?“ Hoffnungsvoll sah Anjelica ihren Vater an. Obwohl sie nicht daran glaubte, wünschte sie sich, er würde mitkommen.

Bild

Doch zu ihrer Enttäuschung schüttelte er den Kopf. „Das geht leider nicht, mein Schatz. Ich habe bis Weihnachten jede Menge Termine und muss auch für ein paar Tage nach Florida runter. Aber Weihnachten werden wir auf jeden Fall zusammen feiern. Dann komme ich zu Euch. Bis dahin wird Dein Bäuchlein schon ganz schön zugenommen haben.“

Bild

Anjelica lächelte. „Ja, vermutlich habe ich das und Du wirst mich gar nicht wiedererkennen. Du wirst mir sehr fehlen, Daddy.“

„Du mir auch, mein Schatz.“







Kapitel 14.2 folgt...

Benutzeravatar
Simsi68
Moderator
Beiträge: 2426
Registriert: 01.03.2015, 15:24
Wohnort: im Internet
Hat sich bedankt: 2733 Mal
Danksagung erhalten: 4702 Mal
Kontaktdaten:

Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 10.11.2018, 20:17

Hallo Marga! :winken02

Eigentlich war alles wie immer, bis auf die Tatsache, dass ihre Regel bislang ausgeblieben war.
Also hatte ich doch recht! Anjelica war schwanger von Carlo… Und ich mutmaße jetzt einfach mal: Fabio ist das Ergebnis ihrer Urlaubs-Leidenschaftschaft!!! Ich kann mir nicht helfen!!! :confus2 Deshalb ist Fabio auch bei Carlo aufgewachsen. Dann hat wohl Fabio´s Anrede Carlo gegenüber (Onkel) nicht gestimmt! Aber andererseits verstehe ich nicht, warum Fabio bisher nie die Wahrheit erfahren hat, nämlich dass Carlo nicht sein Onkel, sondern sein Vater ist! Hm… :confus3
Mit Trish konnte sie nicht schwanger gewesen sein; sie war ja von … Himmel, wie hieß er nochmal? :confus3 Eric? Jetzt beißt´s aber aus! :durchdrehen

Anjelica suchte schließlich ein Gespräch mit ihrer Mutter, da sie vom Arzt bestätigt bekam, was sie längst befürchtet hatte: nämlich, dass sie schwanger war.

Das Gespräch zwischen Mutter und Tochter war insgesamt sehr gut geschrieben! Wirklich! :daumenhoch2 Ich habe es mit großer Spannung gelesen!

Aber herrjeh, jetzt steht ihr noch ein Gespräch mit ihrem Vater diesbezüglich bevor, wobei er erst mal von seiner Frau, Anjelica´s Mutter, eingeweiht wird. Aber das Gespräch verlief entspannter und ruhiger, als Anjelica befürchtet hatte. Ich finde es aber super, wie die beiden Elternteile reagiert haben! Wirklich! :daumenhoch2

Dann das Telefongespräch mit Carlo… :kopf:
WAS zum Geier hat Carlo zu Anjelica gesagt??? Dass sie sich nicht mehr sehen können? Dass er zwar für das Kind gerade stehen will, sie aber nicht mehr sehen will???
Uffff, nicht weit gefehlt. :weinen2 Gerade noch habe ich meine eigenen Gedanken darüber aufgeschrieben, aber jetzt habe ich es gelesen: Carlo hat sich verlobt. In Caitlyn. Na toll! :weinen2
Ok, es gab mal eine Zeit, da hab ich Anjelica sozusagen gehasst. Und das weißt Du auch. Aber jetzt kann ich sie einfach nur verstehen, dass sie so ist wie sie ist. Sie tut mir jetzt im Nachhinein richtig leid! :weinen3:

Ach, so lieb und fürsorglich kümmerten sich Anjelica´s Eltern um sie. Richtig rührend! :herz2


Oh, das Kapitel hat mir wieder sehr gut gefallen, wie immer super geschrieben und die Bilder waren einfach toll und sehr vielsagend! :daumenhoch1 Jetzt weiß man noch um so vieles mehr und ich freue mich wahnsinnig auf die Fortsetzung und bin sehr gespannt darauf!
Danke dafür, liebe Marga! :hug02


LG Astrid :tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

Benutzeravatar
cheli24
Foren-Orakel
Beiträge: 1183
Registriert: 06.03.2015, 19:51
Hat sich bedankt: 1922 Mal
Danksagung erhalten: 2701 Mal
Kontaktdaten:

SdV2 Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 14.11.2018, 01:43

Hallo Astrid, :winken

vielen Dank für Deinen Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe.
:bussi2

Simsi68 hat geschrieben:
10.11.2018, 20:17
Hallo Marga! Also hatte ich doch recht! Anjelica war schwanger von Carlo… Und ich mutmaße jetzt einfach mal: Fabio ist das Ergebnis ihrer Urlaubs-Leidenschaftschaft!!! Ich kann mir nicht helfen!!! :confus2 Deshalb ist Fabio auch bei Carlo aufgewachsen. Dann hat wohl Fabio´s Anrede Carlo gegenüber (Onkel) nicht gestimmt! Aber andererseits verstehe ich nicht, warum Fabio bisher nie die Wahrheit erfahren hat, nämlich dass Carlo nicht sein Onkel, sondern sein Vater ist! Hm… :confus3 Mit Trish konnte sie nicht schwanger gewesen sein; sie war ja von … Himmel, wie hieß er nochmal? :confus3 Eric? Jetzt beißt´s aber aus! :durchdrehen

Tja, ich konnte es drehen und wenden, wie ich wollte, früher oder später wäre es ans Tageslicht gekommen. Schauen wir mal, ob Du Recht hast. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, den Rückblick in einem zu schreiben. Aber das wäre dann zu offensichtlich gewesen. Also hatte ich lange überlegt, wie ich das am Besten machen könnte. Ich denke, die Entscheidung es hinauszuzögern, ist dem Storyverlauf gerecht geworden. Alles andere hätte nicht gepasst.

Richtig, Trish ist Eric' s Tochter und zum besseren Verständnis, Trish ist sechs Jahre jünger als Fabio.
Simsi68 hat geschrieben:
10.11.2018, 20:17
Anjelica suchte schließlich ein Gespräch mit ihrer Mutter, da sie vom Arzt bestätigt bekam, was sie längst befürchtet hatte: nämlich, dass sie schwanger war.
Ja, sie hatte es vermutet. Ich denke, hätte sie die Spermaspuren beim Duschen nicht entdeckt, hätte sie es vermutlich anderen Umständen zugesprochen wie z. B. Luftveränderung oder hormonelle Störung etc.
Simsi68 hat geschrieben:
10.11.2018, 20:17
Das Gespräch zwischen Mutter und Tochter war insgesamt sehr gut geschrieben! Wirklich! :daumenhoch2 Ich habe es mit großer Spannung gelesen!
Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. Du wirst es vielleicht kaum glauben, aber den Verlauf hatte ich in der Form gar nicht so geplant. Ich hatte sogar die Bilder schon dazu. In meiner ursprünglichen Fassung hätte Juanita verärgert reagiert und Anjelica Vorwürfe gemacht. Aber je mehr ich mich mit den Rückblicken befasst und insbesondere in die beiden Charas Carlo und Anjelica vertieft hatte, umso unglaubwürdiger wäre es geworden. Das ist mir im Gespräch zwischen Juanita und Trish bewusst geworden. Also hatte ich mich in Juanita hineinversetzt und auch in Anjelica. Wie würden beide reagieren, wie mit dieser Situation zurecht kommen? Carlo' s Part stand unwiderruflich fest, da gab es kein Rütteln. Ja, manchmal sieht man über seine Prinzipien hinweg.
Simsi68 hat geschrieben:
10.11.2018, 20:17
Aber herrjeh, jetzt steht ihr noch ein Gespräch mit ihrem Vater diesbezüglich bevor, wobei er erst mal von seiner Frau, Anjelica´s Mutter, eingeweiht wird. Aber das Gespräch verlief entspannter und ruhiger, als Anjelica befürchtet hatte. Ich finde es aber super, wie die beiden Elternteile reagiert haben! Wirklich! :daumenhoch2
Dankeschön. Ich bin froh, dass es Dir gefallen hat. Dann habe ich letztendlich doch alles richtig gemacht.
Simsi68 hat geschrieben:
10.11.2018, 20:17
WAS zum Geier hat Carlo zu Anjelica gesagt??? Dass sie sich nicht mehr sehen können? Dass er zwar für das Kind gerade stehen will, sie aber nicht mehr sehen will??? Uffff, nicht weit gefehlt. :weinen2 Gerade noch habe ich meine eigenen Gedanken darüber aufgeschrieben, aber jetzt habe ich es gelesen: Carlo hat sich verlobt. In Caitlyn. Na toll! :weinen2 Ok, es gab mal eine Zeit, da hab ich Anjelica sozusagen gehasst. Und das weißt Du auch. Aber jetzt kann ich sie einfach nur verstehen, dass sie so ist wie sie ist. Sie tut mir jetzt im Nachhinein richtig leid! :weinen3:
Ach so, jetzt verstehe ich. Du schreibst während dem Lesen Deinen Kommentar? Auch nicht schlecht. Ich lese erst alles und dann schreibe ich. Aber so wie Du kann man es natürlich auch machen, ist dann alles spontaner.

Hatte ich nicht irgendwann einmal erwähnt, Anjelica würden doch Einige verkennen? Ja, man musste erst ihre Geschichte bzw. die, die sie mit Carlo verbindet, kennen. Klar, wenn ich den Hintergrund nicht kennen würde, dann würde ich die auch auf den Mond schiessen. Allein, was sie Trish angetan hat. Aber es freut mich, dass Du sie jetzt endlich anders siehst. Ihre frühe Schwangerschaft, dieses ganze Hick und Hack mit Carlo und vielleicht noch einiges mehr, haben sie sehr verändert und z. T. auch verbittert werden lassen.
Simsi68 hat geschrieben:
10.11.2018, 20:17
Oh, das Kapitel hat mir wieder sehr gut gefallen, wie immer super geschrieben und die Bilder waren einfach toll und sehr vielsagend! :daumenhoch1 Jetzt weiß man noch um so vieles mehr und ich freue mich wahnsinnig auf die Fortsetzung und bin sehr gespannt darauf! Danke dafür, liebe Marga! :hug02
Es freut mich, dass es Dir gefallen hat. Vielen Dank für Dein Lob, die netten Worte und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02

Mit einem neuen Kapitel geht es wohl morgen oder übermorgen weiter.

LG Marga


Benutzeravatar
cheli24
Foren-Orakel
Beiträge: 1183
Registriert: 06.03.2015, 19:51
Hat sich bedankt: 1922 Mal
Danksagung erhalten: 2701 Mal
Kontaktdaten:

Re: SdV2 - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von cheli24 » 15.11.2018, 01:27

Hallo zusammen, :winken

ich wünsche Euch nun viel Spaß mit dem 3. Teil und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.


LG cheli24 (Marga)



~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~





Kapitel 14.2 - Wenn Dein Leben auf einer Lüge basiert - Teil 3





„Ja, so war das, Trish. Deine Mum ist mit sechzehn Jahren schwanger geworden. Schwanger von Carlo Vincenti. Mit dem gleichen Mann, mit dem sie Dich in die Ehe gedrängt hatte. Ich könnte ihr den Hals umdrehen, Dir das angetan zu haben. Wir waren nicht glücklich über die Schwangerschaft. Aber sie ist unsere Tochter und eine Abtreibung hatte Deine Mutter nie infrage gestellt. Nachdem ihr Carlo am Telefon mitgeteilt hatte, dass er jetzt mit Caitlyn zusammen wäre, war eine Welt für sie zusammengebrochen. Wir hatten ihn dafür gehasst, das kannst Du uns gerne glauben. Erst zerstört er mit seiner Verantwortungslosigkeit das Leben unserer einzigen Tochter und dann lässt er sie sitzen und gibt im Gegenzug die Verlobung mit der Tochter des Bürgermeisters bekannt. Ja, auch wenn er sich zur Vaterschaft bekannt hatte und Alimente zahlen würde, wie soll man das einem sechzehnjährigen Mädchen begreiflich machen, dass ihr ungeborenes Kind ohne Vater aufwachsen würde? Wie sollte sie selbst die schwierige Situation mit Schule und Kind meistern? Nach langem Überlegen hatten wir uns schließlich entschlossen, alles auf uns zukommen zu lassen.“

Bild


Anjelica sah Fabio mit tränennassen Augen an. „Oh ja, in meinem Klein-Mädchen-Traum hatte ich mich schon zusammen mit Carlo am Traualtar stehen sehen. Wie naiv ich doch war. Ich war mir so ausgenutzt vorgekommen und so unendlich dumm. Aber am meisten tat es weh, dass meine Eltern Recht behalten hatten. Was will ein Vincenti schon mit einem kleinen sechzehnjährigen Landei?“

Carlo, dem nach Anjelica' s Geständnis selbst die Tränen in den Augen standen, beteuerte: „Jelica, das habe ich nie in Dir gesehen, das musst Du mir glauben.“

Bild

„Entschuldige die Frage, Onkel Carlo. Du hast doch gesagt, Ihr hättet verhütet. Und warum ist sie dann doch schwanger geworden?“, wies Fabio auf Anjelica.

Bild

Carlo seufzte auf. „Mir ist ein fatales Missgeschick passiert. Ich hatte eine neue Packung Kondome gekauft und sie in der Schublade verstaut. Beim Herausnehmen im Halbdunkeln habe ich jedoch eine abgelaufene Packung herausgezogen. Ja, mir hätte auffallen müssen, dass diese schon offen war, denn die neue hatte ich noch gar nicht angebrochen. Aber ich habe es leider nicht bemerkt.“

Bild

„Und wie ist Dir das dann aufgefallen?“, wollte Fabio neugierig wissen.

„Als ich am nächsten Morgen das Bett überzogen hatte... Nun ja, es war stark befleckt und Anjelica hatte Spuren an sich beim Duschen bemerkt. Sie hatte mich gleich, als wir uns am Strand getroffen hatten, darauf angesprochen.“

„Scheiße“, entfuhr es Fabio ungewollt. „Weißt Du noch, was Du mir gesagt hattest, als ich das erste Mal ein Mädchen mit nach Hause gebracht hatte?“

„Ja, das weiß ich, Fabio. Ich hätte besser aufpassen müssen.“

Fabio wandte sich mitfühlend an Anjelica. „Es tut mir sehr Leid, was Ihnen passiert ist und was Sie alles mitgemacht haben.“

„Nun ja, es war keine einfache Zeit“, bestätigte sie.

„Was ich aber nicht verstehe, Onkel Carlo, Mrs Hudson... Was hat all das mit mir zu tun? Warum bin ich hier?“

Bild

Anjelica wechselte einen raschen Blick mit Carlo, ohne auf Fabio' s Frage einzugehen und fuhr mit ihrer Erzählung fort...


Rückblick


Schnell hatte Anjelica in der neuen Schule Anschluss gefunden und auch die Tatsache, dass sie mit sechzehn bereits schwanger war, bereitete ihr keine Probleme mehr. Sie war an ihrer Schule nicht die erste und wohl auch nicht die letzte, die minderjährig ein Kind bekommen würde. Das erleichterte die Sache ein wenig. Nach dem Unterricht hielt sie sich meistens im Hause auf, um der gleißenden Sonne und Hitze Lucky Palms' zu entfliehen.

Bild

Das Haus ihrer Tante verfügte über eine gut funktionierende Klimaanlage und im Garten konnte man sich am Pool auch etwas abkühlen. So schwamm sie fast täglich ihre Runden im Pool…

Bild

Verschlang zahlreiche Schwangerschaftsbücher…

Bild

Malte unzählige Bilder…

Bild

Ging viel spazieren...

Bild

und genoss die lauen Sommernächte, die herrliche Landschaft, die Lucky Palms zu bieten hatte.

Bild

Sie war oft auf dem Kinderspielplatz, um verträumt auf der Schaukel zu sitzen und an Carlo zu denken.

Bild

Sie vermisste ihn mehr denn je, auch wenn ihr durchaus bewusst war, dass sie ihr Kind ohne ihn aufziehen musste. Diese Vorstellung tat unendlich weh und schmerzte sie sehr.

Bild

Voller Tatendrang besuchte sie die Schule, die ihr wider Erwarten sehr viel Spaß machte. Sie war eine sehr gute Schülerin

Bild

und lernte nebenbei noch Klavier spielen.

Bild

Ihr Bauch wurde immer runder und dicker, aber sie freute sich schon sehr auf das Kind. Mit Freunden traf sie sich seltener, mit Jenny jedoch, die sie sehr vermisste, telefonierte sie mindestens einmal in der Woche.

Bild


An einem Sonntag Ende Mai war es dann soweit. Schon in der Nacht hatten die Wehen eingesetzt und sie war mit ihrer Mum und ihrer Tante ins Krankenhaus gefahren. Nach etwa sechs Stunden gebar sie schließlich einen kleinen Jungen. Bereits nach zwei Tagen konnten Mutter und Sohn das Krankenhaus wieder verlassen. Noch am gleichen Tag rief Juanita bei den Vincenti' s an, um ihnen mitzuteilen, dass ihre Tochter einen gesunden Jungen zur Welt gebracht hatte. Sie ließen ihr einen schönen Gruß ausrichten und hofften, sie bald in Monte Vista begrüßen zu können. Anjelica jedoch hatte kein Verlangen danach, nach Monte Vista zu fliegen und Carlo an Caitlyn‘ s Seite wiederzusehen.

Ihr kleiner Marcello war ihr ganzer Stolz. Ihm galt ab nun ihre volle Aufmerksamkeit und Liebe. Er hatte die dunkle Haut- und Haarfarbe beider Elternteile geerbt und hatte die Augen Ricardo' s. Jeden Abend, bevor sie ihn schlafen legte, erzählte sie ihm von Carlo. Sie wusste zwar, dass er noch nichts verstand, aber es war ihr wichtig, den Kindsvater von Anfang an in Marcello' s Leben mit einzubeziehen.

Bild

Nach erfolgreichem Schulabschluss ging sie im Herbst mit ihrer Mutter nach Appaloosa Plains zurück. Während diese tagsüber den Kleinen versorgte, besuchte Anjelica das hiesige College und verließ es schließlich mit dem besten Abschluss ihres Jahrgangs. Marcello bereitete ihr sehr viel Freude, sie liebte ihr Kind, das Carlo mit jedem Tag ähnlicher sah und sie schmerzlich an ihre kurze gemeinsame Zeit mit ihm erinnerte. Schon häufig hatten die Vincenti‘ s angefragt, wann sie denn endlich ihren Enkelsohn kennenlernen dürften und auch Carlo hatte diesen Wunsch bei jedem Gespräch mit ihren Eltern geäußert. Anjelica jedoch hatte sich stets verleugnen lassen, wenn er anrief und sie sprechen wollte. Aber irgendwann würde sie ihm gegenüber treten müssen und davor hatte sie Angst. Angst davor, dass sich ihre Gefühle nicht geändert haben könnten, wenn sie ihm erst gegenüberstehen würde.




Erst jetzt schien Trish die Tragweite der Worte ihrer Großmutter bewusst zu werden und sie stieß fassungslos hervor: „Ich habe einen Halbbruder? Willst Du mir das damit andeuten?“

Bild

Liebevoll strich Juanita ihrer Enkelin über die Wange, die sichtlich erschüttert über diese Nachricht war. Verzweifelt rief sie: „Grandma, warum hat sie mir das nicht gesagt? Ich habe an ihrem Krankenbett gesessen, habe ihre Hand gehalten, gebetet, dass sie die schwierige OP übersteht und auch die Zeit danach. Sie hätte es mir doch sagen können. Ich hätte ihr doch keinen Vorwurf gemacht, so früh schwanger zu werden.“ Krampfhaft kämpfte sie gegen die Tränen der Enttäuschung an, ehe sie schließlich gefasst fragte: „Wer ist mein Bruder? Habt Ihr ein Foto von ihm?“

Bild

Ricardo ging unaufgefordert zum Sideboard, um das Bild zu holen, das sie einen Tag zuvor auch schon Kyle gezeigt hatten. „Hier, mein Kind“, gab er Trish das Foto in die Hand. Sie hätte es beinahe fallen lassen, als sie entsetzt aufsprang und auf das gerahmte Bild starrte...

Bild



„In meinen Eltern hatte ich eine große Unterstützung, so dass ich trotz Kind das College besuchen konnte. Aber ich wusste auch, dass ich den Vincenti‘ s nicht ewig ihr Enkelkind vorenthalten konnte. Irgendwann musste ich mich dem stellen. Marcello war zweieinhalb Jahre alt, als ich in Begleitung meiner Eltern schließlich nach Monte Vista geflogen bin.“ Anjelica schluckte, das Sprechen viel ihr zusehends schwerer.

Bild

Schließlich meldete sich Carlo wieder zu Wort. „Ich hatte mich sehr gefreut, meinen Sohn zum ersten Male in den Armen halten zu können. Obwohl ich immer wieder versucht hatte, telefonisch Kontakt mit Jelica aufzunehmen, hatte sie sich stets verleugnen lassen.“

„Was hattest Du denn erwartet, sowie Du sie behandelt hast?“, warf Fabio vorwurfsvoll ein.

Bild

Leise fuhr Anjelica fort: „Natürlich habe ich mich immer wieder gefragt, ob nicht alles anders gekommen wäre, hätte ich meinen Eltern nicht zugestimmt, nach Monte Vista zu fliegen. Aber die Vincenti‘ s hatten ein Recht darauf, ihren Enkelsohn kennenzulernen und auf einen Rechtsstreit wollten wir es nicht ankommen lassen. Ich hatte geplant, meinen Sohn mit Hilfe meiner Eltern aufzuziehen. Doch dann starb mein Großvater überraschend und meine Eltern hatten sich schweren Herzens entschieden, Appaloosa Plains zu verlassen, um nach Lucky Palms zu ziehen. Mein Dad wollte sich um die Ländereien kümmern, die mein Großvater hinterlassen hatte. Ob unser altes Haus verkauft werden würde, darüber wollten sie später entscheiden. Aus heiterem Himmel war plötzlich alles infrage gestellt. Wohin sollte ich mit meinem Kind, wenn ich im Frühjahr nach Yale gehen würde? Hätte ich es alleine geschafft? Ich bin mir nicht sicher. Aber ich hatte es auf jeden Fall versuchen wollen. Schließlich sind wir der Einladung der Vincenti‘ s gefolgt…“

Bild


Rückblick


Der Frühling zog bereits ins Land, als Anjelica zusammen mit Marcello und in Begleitung ihrer Eltern nach Monte Vista flog. Wohnen sollten die Moreno' s im Hause der Vincenti‘ s, drei Tage hatten sie dafür eingeplant, länger konnte ihr Vater aus terminlichen Gründen seiner Firma nicht fernbleiben. Die Dämmerung hatte schon eingesetzt, als sie das Anwesen erreichten. Viel hatte sich nicht verändert, es sah noch genauso aus, wie Anjelica es in Erinnerung hatte. Auf der Fahrt hierher war sie immer nervöser und stiller geworden, während Marcello munter drauf los plapperte.

Die Vincenti‘ s standen schon versammelt vor dem Haus, als Ricardo gegen späten Abend auf die Hofeinfahrt fuhr. Ihre Eltern stiegen sofort aus, um Marcello' s Großeltern zu begrüßen. Anjelica war gerade dabei, ihren Sohn aus seinem Kindersitz zu befreien, als sich auch schon die Wagentür öffnete. Eine Hand streckte sich ihr entgegen, die sie nur zögerlich annahm… Carlos Hand. Ohne ihn anzusehen, murmelte sie ein kurzes Dankeschön und ergriff die Ärmchen ihres Sohnes. Noch einmal drückte sie sein kleines Köpfchen an ihre Schulter, ehe sie schließlich mit zitternden Knien auf die Vincenti's zuging. Carlo machte die Beiden mit seinen Eltern bekannt, die Anjelica freundlich begrüßten, während Marcello seine Großeltern und Carlo gleich in Beschlag nahm. Anjelica versteifte sich, als Carlo fragte, ob er seinen Sohn auf den Arm nehmen dürfe. Wortlos gab sie ihm den Kleinen.

„Endlich lerne ich Dich kennen, mein Kleiner.“

Marcello fand sofort Gefallen an dem Mann und patschte mit seinen kleinen Händen in seinem Gesicht herum. Dieser lachte, scherzte mit ihm, kitzelte ihn am Bauch und warf ihn in die Luft, was in Marcello ein Glucksen hervorrief. Dann setzte er ihn ab und wandte sich Anjelica zu, die sich einige Meter entfernt hatte und am liebsten sofort wieder heimgefahren wäre. Was sollte sie hier? Sie fühlte sich fehl am Platze. Aber am meisten graute ihr vor der Begegnung mit Caitlyn. Sie wollte nicht Zeugin werden, wenn diese Carlo verliebt anstrahlen würde. Nein, das würde sie nicht ertragen.

Sie hatte seine Schritte nicht gehört und erschrak, als dieser plötzlich neben ihr stand: „Geht es Dir gut, Jelica? Du bist so still und scheinst mit Deinen Gedanken weit weg zu sein.“

Bild

Sie spürte, wie ihr das Wasser in die Augen stieg. Schon der Klang seiner Stimme brachte sie völlig durcheinander. Er hatte ihr so sehr gefehlt. Nie hätte sie gedacht, dass sie sich zweieinhalb Jahre nach ihrem Kennenlernen, wie Fremde gegenüberstehen würden.

Sie atmete tief ein und sagte, bemüht, ihrer Stimme einen festen Klang zu verschaffen: „Danke, es geht mir gut. Und... wo ist Caitlyn? Oder ist sie gar nicht da?“

Nachdenklich sah er sie an, ehe er erwiderte: „Doch, sie ist im Haus.“

Bild

Wortlos und ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen, lief sie an ihm vorbei und begab sich ins Wohnzimmer, wo sich schon alle versammelt hatten und auf sie und Carlo warteten. Was sie dort jedoch zu hören bekam, verschlug ihr fast die Sprache. Carlo‘ s Eltern machten den Vorschlag, Marcello bei sich aufwachsen zu lassen, damit sich Anjelica in Ruhe auf ihr Studium konzentrieren konnte. Da sie aber der Meinung waren, sie könnte Marcello nicht den Wohlstand bieten, den dieser bei den Vincenti‘ s hätte, wollten sie ihn ganz zu sich nehmen. Im Gegenzug würden sie Anjelica finanziell unterstützen und sie könnte ihn besuchen, wann immer sie wollte.

Caitlyn, die bisher still neben Carlo gesessen und ihn immer wieder verliebt angestrahlt hatte, so dass sich Anjelica fast übergeben musste, richtete nun das Wort an sie: „Sieh doch Anjelica. Du wirst den ganzen Tag an der Uni sein, Deine Eltern weit weg und Marcello wäre bis abends im Kindergarten. Warum willst Du ihm das Leben nicht ermöglichen, das er hier haben könnte? Sportvereine, Reitunterricht, er könnte Sprachen lernen, er würde in unseren Kreisen aufwachsen. Du kannst ihm das doch gar nicht bieten.“

Bild

Anjelica hatte genug gehört und fuhr Caitlyn schroff an: „Was mischst Du Dich überhaupt ein? Schaff‘ Dir doch selbst ein Kind mit Carlo an und lass’ Deine Hände von meinem Sohn. Ich muss mir so etwas nicht anhören.“

Bild

„Du bist egoistisch, Anjelica. Denk‘ doch auch mal an Marcello.“

„Rede Du mir nicht ein, ich sei eine schlechte Mutter. Marcello fehlt es an nichts, er ist glücklich, da wo er ist.“

„Kann sein, aber hier hätte er es besser. Kannst Du den Reitunterricht bezahlen, geschweige denn, ein eigenes Pferd, kannst Du ihm das bieten? Ich…“

Bild

„Hör‘ auf Caitlyn, es reicht.“ Carlo sah sie verärgert von der Seite an. Ein Blick, den sie an ihm nicht kannte.

Schließlich meinte sie an ihn gewandt: „Aber es stimmt doch. Er wird es hier tausendmal besser haben und wächst in unseren Kreisen auf.“

Bild

Carlo schüttelte nur den Kopf. „Du kannst doch Jelica nicht einreden, sie wäre eine schlechte Mutter. Sie mag sich vielleicht vieles nicht leisten können, aber sie liebt Marcello.“

Caitlyn giftete ihn an: „Ach, jetzt ergreifst Du also Partei für sie? Was soll das Carlo? Wir waren uns doch einig.“

Bild

Mit scharfer Stimme fuhr er sie an: „Das hast Du im Alleingang mit Deinen und meinen Eltern entschieden und mich heute Morgen beim Frühstück damit überfallen. Du hattest nie mit mir darüber gesprochen. Ich hör‘ mir das jetzt nicht mehr länger an, Caitlyn.“

Bild

Verärgert sah Anjelica von einem zum anderen und fragte: „Was soll das Theater? Was wird hier eigentlich gespielt? Wollt Ihr über meinen Kopf hinweg entscheiden?“ Zutiefst enttäuscht schaute sie Carlo an: „Hätte ich das eher gewusst, dann wäre ich nicht hierhergekommen.“ Mühsam kämpfte sie gegen die Tränen an, während ihre Mutter mit ihrem Enkelsohn zur Toilette gegangen und ihr Vater wegen eines wichtigen Telefonats nach draußen gegangen war.

Bild

Nun meldeten sich auch Carlo‘ s Eltern zu Wort, die die ganze Zeit nur stumm daneben gesessen und der hitzigen Unterhaltung beigewohnt hatten. „Anjelica, niemand will Ihnen Ihr Kind wegnehmen. Wir hatten nur einmal in Erwägung gezogen, ihn eventuell zu uns zu nehmen, falls das für Sie alles zu schwer werden sollte. Aber wir werden nichts ohne Ihre Zustimmung tun. Machen Sie sich diesbezüglich also keine Sorgen“, sagte Alice.

„Es war wirklich nur eine Überlegung unsererseits. Wir werden nichts über Ihren Kopf hinweg entscheiden“, fügte Tommaso Vincenti hinzu.

Bild

Ein lautes Gähnen ließ die Erwachsenen auf den kleinen Marcello schielen, der gerade wieder herein getrippelt und nun sichtbar müde geworden war. Auf wackeligen Beinen schwankte er auf Carlo zu.

Bild

Dieser schaute seinen Sohn liebevoll an, als er sich auf den Teppich setzte und zu seiner Mama schaute. Caitlyn jedoch sah etwas unbeholfen zu dem Kleinen hinunter. Sie wusste mit dieser Situation nicht umzugehen.

Bild

Schließlich erhob er sich und ging vor Marcello in die Hocke. „Na, kleiner Mann. Wollen wir ins Bett gehen?“ Carlo umfasste seinen Sohn, während dieser ihm seine kleinen Ärmchen entgegen streckte.

Bild

Liebevoll wog er ihn in seinen Armen hin und her. Er hatte sich sofort in den Kleinen verliebt.

Bild

„Na, Du bist aber müde kleiner Mann, Zeit für Dich zu schlafen.“ Zärtlich drückte er sein kleines Köpfchen an sich, während dieser vor sich hin gluckste. Anjelica sah ihnen gebannt dabei zu.

Bild

„Mum, hast Du den Moreno‘ s schon die Zimmer gezeigt?“ Fragend schaute Carlo seine Mutter an.

„Ja, das habe ich. Anjelica, ich denke, es wird in Ihrem Sinne sein, wenn Marcello bei Ihnen schläft. Ich habe ein Kinderbettchen in Ihr Zimmer bringen lassen.“

Anjelica nickte, während Carlo fragte: „Darf ich ihn ins Bettchen tragen, Jelica?“

„Ja, natürlich. Er schläft ja schon fast in Deinen Armen.“

Zärtlich küsste sie ihren Sohn auf die Stirn. Während Carlo Marcello nach oben brachte, versicherten ihr die Vincenti‘ s noch einmal nachdrücklich, dass es nicht ihre Absicht war, ihr ihren Sohn wegzunehmen. Sie baten sie aber, über den Vorschlag in Ruhe nachzudenken. Anjelica wünschte ihren und Carlo' s Eltern eine gute Nacht. Caitlyn war bereits, ohne sich zu verabschieden, gegangen. Noch immer war Anjelica wütend auf sie. Wie hatte es diese kleine graue Maus nur wagen können, so mit ihr zu reden? Sie konnte sich nicht mehr an sie erinnern und sie war auch nicht bei der Geburtstagsparty dabei gewesen.

Leise öffnete sie die Tür zu ihrem Zimmer. Carlo hatte den Kleinen gerade schlafen gelegt und kam ihr lächelnd entgegen. „Er ist sofort eingeschlafen.“ Anjelica nickte wortlos und schaute Carlo angespannt an. „Du bist noch hübscher geworden, mia cara“, murmelte er und kam langsam auf sie zu. „Du hast mir so gefehlt, Jelica.“

Ihre Stimme wollte ihr kaum gehorchen, als sie erwiderte: „Du mir auch, Carlo. Warum nur... warum hast Du das getan? Warum nur, Carlo? Du hast mir...“

Wortlos zog er sie an sich und erstickte ihre weiteren Worte in einem langen Kuss. Willenlos sie es geschehen und gab sich ganz diesem Kuss hin...

Bild


„Ich hatte mich wirklich sehr gefreut, Jelica wiederzusehen und meinen Sohn endlich in den Armen halten zu können. Der Vorschlag meiner Eltern war auch für mich überraschend gekommen. Ich hatte keine Ahnung und hätte mir gewünscht, sie hätten die Moreno' s nicht einfach so damit überfahren. Es gab mir aber so die Möglichkeit, Jelica jederzeit sehen zu können.“

Fabio schüttelte den Kopf. „Ich verstehe das nicht, Onkel Carlo. Warum hast Du dann Caitlyn geheiratet? Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter, indem die Eltern ihren Kindern vorschreiben, wen sie zu heiraten haben.“

Bild

Carlo seufzte auf: „Nein, so einfach war es nicht, Fabio. Mit der Hochzeit eröffneten sich uns Perspektiven, was die Ländereien und auch Steuervorteile betrafen. Mein Dad gehörte dem Stadtrat an, wir hatten viel Brachland, genossen hohes Ansehen, konnten unsere Baupläne, die wir hatten, umsetzen. Wir Vincenti‘ s waren maßgeblich an der Infrastruktur Monte Vistas beteiligt. Natürlich hatte ich all dies meinen Eltern vorgeworfen, dass es nur ums Geld gehen würde. Aber wäre all das nicht gewesen, dann gäbe es die Firmen heute nicht, Fabio.“

Bild

„Verstehe. Du hast Dich kaufen lassen, Onkel Carlo. Das nennt man doch so, oder? Heirate die Tochter des Bürgermeisters und wir können all das umsetzen, was wir geplant haben. Ich könnte das nicht, Onkel Carlo. Eine Ehe aus Vernunftgründen, während Du eine andere Frau liebst und mit ihr ein Kind hast?“, wies er mit der Hand auf Anjelica. „Jetzt wird mir klar, weshalb Du dann Caitlyn geheiratet hast. Es hätte dem Ruf wohl geschadet, wenn das herausgekommen wäre“, fügte er sarkastisch hinzu. Fragend wandte er sich an Anjelica: „Warum haben Sie bzw. Ihre Eltern dem zugestimmt? Ich verstehe das nicht.“

Bild

„Letztendlich hatten wir uns dafür entschieden, was besser für Marcello war. Ich als seine Mum hätte ihm das Leben nicht ermöglichen können, dass er in Monte Vista haben würde. Wo hätte ich ihn hingeben sollen, während ich in Yale war? Meine Eltern waren in Lucky Palms und ansonsten hatte ich niemanden.“

Bild

Tränen traten ihr in die Augen, während Fabio seinen Onkel abwartend ansah, ehe er schließlich fragte: „Und wo ist Dein… Euer Sohn jetzt?“...

Bild






Kapitel 14.3 folgt...

Benutzeravatar
Simsi68
Moderator
Beiträge: 2426
Registriert: 01.03.2015, 15:24
Wohnort: im Internet
Hat sich bedankt: 2733 Mal
Danksagung erhalten: 4702 Mal
Kontaktdaten:

Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 17.11.2018, 16:07

Hallo Marga! :winken02

So, nun hat Trish also alles – die ganze Geschichte um ihre Mutter – von ihrer Großmutter erfahren. :nicken

Und… Ooooooh, Fabio hat´s NOCH nicht kapiert, was das mit ihm zu tun haben soll! Nun, aber ich glaube, ich schon mittlerweile. Ich denke es jedenfalls.
Aber… Marcello??? :confus2 :confus3

Trish hat viel zu verarbeiten, nämlich all das was ihr ihre Großmutter erzählt; und das ist viel! :kopf:

Meine Güte, muss Anjelica bei dem Besuch mit den Eltern + Sohn bei den Vincenti´s gelitten haben!!! Gar nicht auszudenken! :weinen3:

Ach … du Sch…!!!!!!!!! Caitlyn hat sich ja richtig hochnäsig eingemischt! Was für eine arrogante Zicke! :schimpfen

Die Frage, die Fabio am Ende stellt –
„Und wo ist Dein… Euer Sohn jetzt?“ – ist berechtigt. Wobei... Marcello… :confus3
Ich bin mir trotzdem sicher, dass es sich bei dem Kleinen aus dem Rückblick um niemand anders als Fabio handelt! Dann muss er wohl „umgetauft“ worden sein. Warum, das ist mir allerdings ein Rätsel! :confus2

Somit bleibt mir nur abzuwarten und mich auf das nächste Kapitel zu freuen, auf das ich schon mächtig gespannt bin!

Das Kapitel hat mir wieder sehr gut gefallen, wie immer super geschrieben und die Bilder waren wie immer einfach toll und sehr vielsagend! :daumenhoch1 Ich bin schon wahnsinnig auf die Fortsetzung gespannt!
Danke dafür, liebe Marga! :hug02


LG Astrid :tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

Benutzeravatar
cheli24
Foren-Orakel
Beiträge: 1183
Registriert: 06.03.2015, 19:51
Hat sich bedankt: 1922 Mal
Danksagung erhalten: 2701 Mal
Kontaktdaten:

SdV2 Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 18.11.2018, 23:01

Hallo Astrid, :winken

bevor es gleich im Anschluss weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe.
:bussi2

Simsi68 hat geschrieben:
17.11.2018, 16:07
Hallo Marga! :winken02So, nun hat Trish also alles – die ganze Geschichte um ihre Mutter – von ihrer Großmutter erfahren. :nicken

Ja, das ist richtig. Es ist genau das eingetreten, was Anjelica unbedingt verhindern wollte. :weinen3: Nicht, dass sie die Wahrheit erfährt, sondern dass es ihre Großmutter ist, die es ihr erzählt. Andererseits, es gab genug Gelegenheiten, die Anjelica jedoch nicht genutzt hatte. Tja, jetzt ist es dafür leider zu spät.
:weinen2
Simsi68 hat geschrieben:
17.11.2018, 16:07
Und… Ooooooh, Fabio hat´s NOCH nicht kapiert, was das mit ihm zu tun haben soll! Nun, aber ich glaube, ich schon mittlerweile. Ich denke es jedenfalls. Aber… Marcello??? :confus2 :confus3


Schauen wir mal, ob Du Recht hast. Du wirst es gleich im Anschluss erfahren... Oder auch nicht? Nee, früher oder später kommt es ans Tageslicht.
Simsi68 hat geschrieben:
17.11.2018, 16:07
Trish hat viel zu verarbeiten, nämlich all das was ihr ihre Großmutter erzählt; und das ist viel! :kopf:


Es ist zu viel und kam auch völlig überraschend. Damit hatte sie nicht gerechnet, sie hatte keine Ahnung.
:augen:
Simsi68 hat geschrieben:
17.11.2018, 16:07
Meine Güte, muss Anjelica bei dem Besuch mit den Eltern + Sohn bei den Vincenti´s gelitten haben!!! Gar nicht auszudenken! :weinen3:


Sie war auch völlig überrascht und entsetzt, so etwas vorgeschlagen zu bekommen.
Simsi68 hat geschrieben:
17.11.2018, 16:07
Ach … du Sch…!!!!!!!!! Caitlyn hat sich ja richtig hochnäsig eingemischt! Was für eine arrogante Zicke! :schimpfen
Anjelica war stinkwütend und wenn sie gekonnt, wie sie gewollt hätte... Ich glaube, ich an ihrer Stelle hätte Caitlyn eine gelangt. :meckern
Simsi68 hat geschrieben:
17.11.2018, 16:07
Die Frage, die Fabio am Ende stellt –[/color][/b] „Und wo ist Dein… Euer Sohn jetzt?“ – ist berechtigt. Wobei... Marcello… :confus3 Ich bin mir trotzdem sicher, dass es sich bei dem Kleinen aus dem Rückblick um niemand anders als Fabio handelt! Dann muss er wohl „umgetauft“ worden sein. Warum, das ist mir allerdings ein Rätsel! :confus2

Na ja, zuerst schauen wir mal, ob Du überhaupt Recht hast. Und nun ja, es kann verschiedene Ursachen haben.
Simsi68 hat geschrieben:
17.11.2018, 16:07
Somit bleibt mir nur abzuwarten und mich auf das nächste Kapitel zu freuen, auf das ich schon mächtig gespannt bin!


Das auch gleich im Anschluss folgt.
Simsi68 hat geschrieben:
17.11.2018, 16:07
Das Kapitel hat mir wieder sehr gut gefallen, wie immer super geschrieben und die Bilder waren wie immer einfach toll und sehr vielsagend! :daumenhoch1 Ich bin schon wahnsinnig auf die Fortsetzung gespannt!


Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir wieder gemacht hast, liebe Astrid. :hug02 Ich habe mich sehr darüber gefreut. :klatschen1


Gleich im Anschluss folgt der letzte Teil des Kapitels.


LG Marga

Benutzeravatar
cheli24
Foren-Orakel
Beiträge: 1183
Registriert: 06.03.2015, 19:51
Hat sich bedankt: 1922 Mal
Danksagung erhalten: 2701 Mal
Kontaktdaten:

Re: SdV2 - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von cheli24 » 18.11.2018, 23:40

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!




Hallo zusammen, :winken

nun der vierte und letzte Teil des Kapitels. Vielleicht haben es einige geahnt, es war ja nicht allzu schwer, nachdem nach und nach die Katze aus dem Sack gelassen wurde, ne. Ja, aber man kann es nicht immer so umschreiben, dass keiner dahinter kommt. Ich habe Euch dennoch lange damit warten lassen, immerhin eine ganze Staffel lang, und wünsche jetzt einfach nur Spaß mit der Auflösung. Ach ja und Aus die Maus. Die Geschichte wäre erzählt, den Rest könnt Ihr Euch denken. Aber ich selbst mag keine Open-End, deshalb wird es hier noch eine Weile weitergehen. So einfach werde ich es meinen Protagonisten garantiert nicht machen, da wird es noch so einige Höhen und Tiefen geben. Nicht umsonst lautet die Story "Sehnsucht, die nie vergeht". Nicht wahr, meine Lieben.

Ich wünsche nun viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel... trotzdem oder dennoch.


LG cheli24 (Marga)






~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~




Kapitel 14.3 - Wenn Dein Leben auf einer Lüge basiert - Teil 4






„Was hast Du denn, Trish?“, fragte Juanita besorgt, nachdem ihre Enkelin wieder Platz genommen hatte.

„Ich kenne das Foto, ich habe es schon einmal gesehen“, murmelte sie.

„Nun ja, es hatte früher eine Zeitlang da hinten an der Wand gehangen.“

Bild

„Nein“, schüttelte Trish den Kopf, während sie krampfhaft überlegte. „Ich bin mir relativ sicher, es nicht bei Euch gesehen zu haben. Es muss wo anders gewesen sein.“ Und dann fiel es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen.

Bild

Verwirrt stammelte sie, während ihr Herz laut pochte: „Ich ha... habe es… aber das kann… nein, wie soll das... das kann doch gar nicht möglich sein.“ Sie schluckte, ehe sie fortfuhr: „Es ist das Foto, das ich in… Carlos A… Arbeitszimmer in Monte Vista gefunden … zu… zusammen mit… mit Mum und Dads Hochzeitsfoto. Eins von mir als kleines Kind wa… war auch dabei. Aber der Junge… er ist mir so bekannt vorgekommen. Das ist also mein Bru... mein Halbbruder?“

Bild

Juanita atmete tief ein, ehe sie antwortete: „Ja, Trish. Das ist Marcello, Dein Halbbruder.“

Tränen füllten Trish' s blaue Augen, während sie ihre Großmutter fassunglos ansah: „Marcello? Ich habe einen Bruder und weiß nichts davon?“

Bild



Neugierig sah Fabio die Beiden an. „Ja und was wurde aus Eurem Sohn?“

„Aus ihm ist ein sehr attraktiver junger Mann geworden, auf den ich sehr stolz bin“, lächelte Anjelica. „Ich bedaure zutiefst, ihn nicht aufwachsen gesehen zu haben.“

Bild

„Ja, schon gut. Aber wo ist er jetzt?“ Ungeduldig sah Fabio zwischen Anjelica und Carlo hin und her, während er ein heftiges Ziehen in der Magengrube verspürte, dass er sich nicht erklären konnte.

Bild

Krampfhaft versuchte Anjelica die Tränen zu unterdrücken, als sie leise antwortete: „Fabio, Du hast stets in meinem Herzen gelebt. Ich war in Gedanken immer bei Dir und habe nie aufgehört, Dich zu lieben.“

Bild



Trish wischte sich mit einem Kleenextuch die Tränen von der Wange, das ihre Großmutter ihr in die Hand gedrückt hatte. „Ich wu... wusste gar nicht, dass Carlo einen Sohn hat. Er hat nie etwas...“, murmelte sie, ehe sie plötzlich erstarrte. „WAS? Aber... Nein, das kann doch gar nicht sein“, stammelte sie fassungslos. „Carlo hat seinen Neffen großgezogen, dessen Eltern... bei einem Flugzeugabstu...stu....sturz... WAS? Fabio?… Mein bester und ältester Freund…? FABIO?! Fabio ist Marcello? Sag', dass das nicht wahr ist. Grandma... Fa... Fabio ist...“ Bestürzt brach sie ab.

Bild

„Ja, Trish. Marcello Fabio Vincenti ist Dein Halbbruder, unser Enkelsohn. Fabio ist der Rufname.“



Entsetzt sprang Fabio auf. „WIE? Was soll das? Was redet sie da?“ Aufgebracht rief er: „ONKEL CARLO!“

Bild

Beschämend senkte dieser den Kopf, ehe er sagte: „Bitte, setz' Dich, Fabio. Bitte.“ Nur widerwillig nahm dieser wieder auf dem Sofa Platz, während er abwartend Carlo ansah. Dieser atmete einmal tief ein und aus, ehe er sagte: „Es ist wahr. WIR, Anjelica und ich sind Deine Eltern. DU bist unser Sohn, Fabio.“

Bild

Aufgebracht trat Fabio vor die Beiden und sah von einem zum anderen, nicht begreifend, was ihm Carlo gerade gebeichtet hatte. „Ich bin... WAS? Sag' das nochmal. IHR seid meine Eltern? Du und sie?“

Bild

Noch ehe die Beiden darauf antworten konnten, war er schon zur Tür gelaufen und rannte nach draußen, als sei der Leibhaftige hinter ihm her.

Bild

Carlo wollte ihm nachlaufen, doch Anjelica, die neben ihn getreten war, hielt ihn zurück. „Lass ihn. Er muss das erst einmal verarbeiten.“

„Was haben wir nur getan, Jelica?“, murmelte er leise, während sie ihm betroffen nachsahen.

Bild

„Denkst Du, er wird uns das je verzeihen, Carlo?“

„Ich weiß es nicht, Jelica. Ich weiß es wirklich nicht. Aber es gibt nichts, was unser Handeln rechtfertigt. Ich hätte ihm die Wahrheit schon viel eher sagen müssen. Hoffentlich macht er keine Dummheit.“

Anjelica schüttelte den Kopf. „Das glaube ich nicht. Er wird sicherlich Rat bei Julie suchen. Es wird seine Zeit dauern. Wir können nicht erwarten, dass er einfach so darüber hinwegsieht, was wir getan haben.“

„Wann denkst Du, wäre der richtige Zeitpunkt gewesen, es ihm zu sagen?“ Neugierig sah Carlo Anjelica an.

„Ich weiß nicht, ob es hierfür einen richtigen Zeitpunkt gibt. Aber wir hätten es viel früher tun müssen, Carlo.“

Bild



„NEIN! NEIN! Sag nicht, dass Fabio…“ Ein heftiges Schluchzen erschütterte Trish‘ s Körper. Juanita wollte ihre Enkelin tröstend in die Arme nehmen, doch sie wurde trotzig abgewiesen. Es dauerte lange, bis sich Trish wieder einigermaßen beruhigt hatte.

Bild

Entsetzt sprang sie auf. „Dann ist es es also wahr? Fabio ist mein Halbbruder? Aber warum? Warum haben mir das Mum und Carlo nicht gesagt? Ich bin mit dem Mann verheiratet, mit dem meine Mum ein Kind hat?“

Bild

Erneut wurde sie von heftigen Weinkrämpfen geschüttelt und wollte schon zur Tür laufen, als sie plötzlich Kyle' s Blick im Rücken verspürte und inne hielt.

Bild

Langsam wandte sie sich um und ging auf Kyle zu, mit dem sie zum ersten Male, seit sie hier war, den Augenkontakt suchte. Anklagend sah sie ihn und fragte mit schneidender Stimme: „Hast Du das gewusst? Bist Du deshalb gekommen, um mir das zu sagen?“

Bild

Kyle schluckte. „Nein, Trish, das war nicht der Grund. Ich habe es selbst gestern erst erfahren. Ich bin hierhergekommen, um ein Missverständnis aus dem Weg zu räumen.“

Bild

„Ach ja? Welches Missverständnis denn? Die Tatsache, dass Du verlobt bist und es mir verschwiegen hattest? Ich bin mir vorgekommen wie eine Idiotin, als mir Deine Verlobte davon erzählt hatte und dass Ihr bald ein Kind bekommt. Du hast sie doch selbst noch angerufen. Oh ja, sie hatte schon dafür gesorgt, dass ich jedes Wort Eures Gesprächs mitbekomme“, giftete sie ihn Tränen überströmt an.

Bild

Entsetzt und unendlich enttäuscht schaute Kyle zu ihr auf. Obwohl alles in ihm schrie, sie in seine Arme zu ziehen, fand er es in der momentanen Situation nicht angebracht. Charlene hatte mit ihrer Intrige ganze Arbeit geleistet.

Bild

***


Bild

Ziellos war Fabio mit dem Wagen umhergefahren und hatte schließlich am Aussichtspunkt Halt gemacht. Während er auf die City hinüber sah, hallte es in seinen Ohren wieder: „Wir, Anjelica und ich, sind Deine Eltern.“ Er konnte es einfach nicht glauben. Wie hatte ihn Onkel Carlo nur so hintergehen können? Wie oft hatte er an seine unbekannten Eltern denken müssen, mit dem Wissen, sie niemals kennenlernen zu können. Die Lüge mit dem Flugzeugabsturz, dass er keine Verwandten mehr hatte. Und doch hatte er ganz tief in seinem Innersten geahnt, dass nicht alles stimmen konnte, was ihm sein Onkel imer erzählt hatte. Irgendwann, als er älter geworden war, hatte er im Internet nach Flugzeugabstürzen gesucht, die in jenen Zeitraum passen würden. Doch fündig war er dabei nicht geworden. In den letzten Jahren hatte er es schließlich verdrängt und irgendwann war es nicht mehr wichtig gewesen. Anjelica war seine Mutter und Carlo sein Vater! Das alles klang so absurd, so surreal.

Bild

Doch, war ihm Anjelica nicht gleich so bekannt vorgekommen? Dunkel erinnerte er sich an die Frau, die ihn in Monte Vista so angestarrt hatte, als er mit Julie aus dem Haus gekommen war und zu seinem Wagen wollte. Den ganzen Tag über war sie ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen und er hatte sich gefragt, ob er sie denn vielleicht schon einmal irgendwo gesehen haben könnte. Aber dann war die Hochzeit in den Vordergrund gerückt und er hatte nicht mehr an diese Begegnung gedacht. Als er mit Julie aus den Flitterwochen zurückgekommen war, hatte sie plötzlich bei Carlo gewohnt und er hatte sie ihnen als Trish’ s Tante vorgestellt. Das alles war ihm von Anfang an suspekt erschienen. Ja und er konnte sich auch erinnern, sie ganz kurz bei der Hochzeitsfeier gesehen zu haben. Sie hatte mit Carlo gesprochen, danach war sie verschwunden und beim Essen nicht mehr dabei gewesen. Aber jetzt bekam das alles einen Sinn. Nun wurde ihm klar, warum sie bei der Hochzeit war. Hm, dann hatte Eric Hudson’ s Ehefrau ein Verhältnis mit Onkel Carlo? ONKEL CARLO! Verächtlich lachte er auf. Onkel Carlo, mein Dad und Anjelica meine Mum. Wie konnten sie mir das antun? Sicher, mit sechzehn schwanger zu werden und dann noch vom Kindsvater verlassen, das war sicherlich nicht einfach für sie gewesen. Aber sie hätten es mir sagen müssen! Ich bin doch kein kleiner Junge mehr.

Bild

Plötzlich stutzte er. Aber dann ist ja Trish meine… Schwester, Halbschwester? Eine innere Unruhe überfiel ihn, als er schemenhaft ein Bild vor seinen Augen sah. Viele Jahre zurück, er müsste neun oder zehn gewesen sein. Das kleine Mädchen, das des Öfteren mit einer Frau bei ihnen zu Besuch gewesen war. Hellblaue strahlende Augen, blondes gelocktes Haar, zauberhaftes Lächeln und… ein Muttermal unter dem rechten Auge. TRISH! War es Trish gewesen, mit der er immer gespielt und die sich in sein Herz geschlichen hatte? War es jenes Mädchen gewesen, das er damals immer auf dem Spielplatz angetroffen hatte? Die Kleine, die er immer hatte beschützen wollen, die er auch später, als er älter geworden war, nie aus den Augen verloren hatte?

Bild

Nachdenklich nahm er auf der Treppe Platz. Trish war ihm in all den Jahren so vertraut geworden, so dass er gar nicht mehr wusste, zu welchem Zeitpunkt sie zu seinem Lebensinhalt gezählt hatte. Sie war für ihn immer so etwas wie eine kleine Schwester gewesen. Mehr hatte er nie in ihr gesehen. Aber warum nur? Sie war bildhübsch, eine zauberhafte junge Frau, selbstlos, humorvoll, ein Typ Frau, mit der man Pferde stehlen konnte. Seine Kumpels hatten es ihm nie so recht glauben wollen, dass Trish und er nur gute Freunde waren. Aber konnte es sein, dass sie das kleine Mädchen war? War sie ihm deshalb so vertraut gewesen? Die Fragen können mir nur Onkel Carlo und Anjelica beantworten. Und das werden sie auch. Das sind sie mir schuldig.

Bild

Hastig stand er auf und nahm die Stufen nach unten, ehe er zu seinem Wagen rannte, den er auf dem Parkplatz abgestellt hatte. Nachdem er ausgeparkt hatte, nahm er sein Handy zur Hand und tippte mit dem Finger auf eine Nummer im Display. Gleich darauf hörte man ihn sagen: „Schatz. Es wird ein klein wenig später. Ich muss noch etwas mit meinem On...“ Er schluckte kurz. „Ja, wir müssen noch etwas miteinander besprechen. Danach komme ich auf dem schnellstens Wege zu Euch.“ Onkel hatte er sagen wollen, aber das stimmte so ja nicht mehr. Verdammt, wie konntet Ihr mir so etwas antun? Die Räder drehten durch, als er den Wagen wendete, um nach Hause zu fahren.

Bild



Sowohl Jason als auch Juanita hatten leise das Wohnzimmer verlassen und sich nach draußen in den Garten begeben. Das ging nur die beiden etwas an und Juanita hoffte auf eine Versöhnung ihrer Enkelin mit dem netten jungen Mann, den sie schon längst in ihr Herz geschlossen hatte.

Verzweifelt schlug Trish die Hände vors Gesicht und weinte bitterlich. Ihre ganze Selbstbeherrschung, die sie so lange hatte aufrechterhalten können, stürzte plötzlich wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Bild

Fassungslos hatte Ricardo den Vorwürfen seiner Enkelin gelauscht und stand nun entschlossen auf, um sie zur Couch zu führen, während er Kyle mit einer kurzen Handbewegung aufforderte, sitzen zu bleiben. Behutsam redete er auf Trish ein, während sie den Kopf gesenkt hielt und ihn nicht anzuschauen wagte. „Trish, mein Schatz. Sei jetzt nicht ungerecht und lass‘ Kyle auch mal etwas dazu sagen. Findest Du nicht, dass er eine Chance verdient hat? War er es nicht, der Dich immer wieder gewarnt hatte? Mach‘ nicht den gleichen Fehler wie Deine Mutter, wenn auch aus anderen Beweggründen. Aber Du bist ihr ähnlicher, als Du denkst. Rede mit Kyle, lass‘ es Dir von ihm erklären. Okay? Ich bin draußen bei Deiner Grandma, falls etwas sein sollte.“

Bild

Nachdem Ricardo gegangen war, sagte Kyle leise: „Es tut mir sehr leid, was passiert ist, Trish. Ich hatte wirklich keine Ahnung, dass Anjelica und Carlo Fabio‘ s Eltern sind.“

Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und sah ihn aufgebracht an. „Um das geht es nicht und das weißt Du auch.“

Bild

Kyle antwortete resigniert: „Ja, Du hast Recht. Trish, ich habe keine Ahnung, was Charlene Dir alles gesagt hat, aber kein Wort davon ist wahr. Das musst Du mir glauben. Sie hat Dich belogen. Sie ist weder meine Verlobte, noch ist sie von mir schwanger. Charlene war eifersüchtig auf Dich und hat den Brief, den Du an mich geschrieben hattest, unterschlagen. Ich habe ihn erst vor ein paar Tagen durch Zufall unter meinem Schränkchen gefunden.“

Bild

„Ich hätte ihr den Brief nicht geben dürfen. Sie hatte mich mit dieser Neuigkeit überrumpelt und den Schock, den sie mir damit versetzt hatte, ausgenutzt. Ehe ich mich versehen hatte, hatte sie mir den Brief schon aus den Händen gezogen.“ Traurig starrte sie ins Leere und wagte nicht, Kyle anzusehen.

Bild

„Hätte ich etwas von dem Inhalt gewusst, dann wäre ich sofort zu Dir nach Sunlit Tides gekommen. Trish, ich hatte keine Ahnung, dass Du Carlo verlassen hattest. Ich habe erst vor ein paar Tagen davon erfahren und hatte gedacht, Du wärest mit ihm nach Monte Vista gezogen. Ich bin fast wahnsinnig vor Sorge geworden. Keiner konnte mir sagen, wo Du bist, jeden, den ich gefragt habe. Ich soll Dir übrigens von Deinem Vater ausrichten, dass es ihm sehr Leid tut, Dich aus dem Haus geworfen zu haben. Er vermisst Dich, Trish.“

Bild

Leise sagte sie: „Ich wollte nur noch weg, nach dem Vorfall mit Carlo. Ich habe am nächsten Tag meine Koffer gepackt und bin zum Flughafen gefahren. Zuerst war ich eine Weile bei Freunden in San Francisco, ehe ich über Glendale schließlich in Lucky Palms gelandet bin. Die Adresse meiner Großeltern hatte ich bei mir. Ich habe mir hier einen Job besorgt und eine kleine Wohnung. Ich wollte nur noch vergessen, was passiert ist. Aber wie hast Du mich jetzt eigentlich gefunden?“, wollte sie neugierig wissen.

Bild

Kyle seufzte tief. „Ich war bei Deinen Eltern und hatte auch ein Gespräch mit Carlo. Er bereut sehr, was er getan hat. Von ihm habe ich erfahren, dass Deine Großeltern vermutlich in Lucky Palms wohnen. Es war ein Versuch und ich hatte keine Ahnung, ob ich Dich hier überhaupt finden werde. Als ich den jungen Mann gestern in Deiner Wohnung gesehen habe, da ist mir alles so sinnlos erschienen und ich dachte, Dich für immer verloren zu haben.“

Bild

„Roberto ist… Er ist ein Kollege und ein guter Freund, zumindest hatte ich das gedacht. Aber letztendlich sind wohl alle Männer gleich.“ Erneut liefen ihr die Tränen über die Wangen, als sie an das Geschehene zurückdachte.

Bild

„Was meinst Du damit?“, fragte Kyle irritiert. Als sie ihm keine Antwort gab, sagte er mit belegter Stimme: „Trish, ich liebe Dich. Du bist die Frau, mit der ich alt werden und für den Rest meines Lebens zusammenbleiben möchte. Liebling, Du hast mir so sehr gefehlt. Seit Marlena habe ich dieses Gefühl nicht mehr verspürt. Bitte Trish, gib‘ uns eine Chance, noch einmal neu anzufangen.“

Bild

Sie schloss die Augen, ehe sie murmelte: „Kyle, ich bin mit Carlo verheiratet. Ich bin vor ihm geflohen, weil er mich mit Gewalt nehmen wollte. Gestern Abend wäre mir mit einem guten Freund, dem ich vertraut hatte, fast das gleiche nochmal passiert. Ich weiß nicht mehr, wem ich noch trauen soll. Warum lasst Ihr mich nicht endlich in Ruhe?“ Die letzten Worte hatte sie wütend ausgestoßen.

Bild

Kyle atmete tief ein, als er erwiderte: „ Trish, Carlo hat die Ehe annullieren lassen, nachdem er in Monte Vista war. Das hat er mir erzählt, als ich bei ihm war.“

Bild

„BITTE? Er hat was gemacht? Davon wusste ich nichts. Aber warum?“

„Er würde Dir das gerne selbst erklären. Trish, ich kann leider nicht rückgängig machen, was Charly getan hat. Ich kann mich nur bei Dir entschuldigen. Ich fliege morgen früh mit der 6-Uhr-Maschine nach Bridgeport zurück und wäre überglücklich, wenn Du mich begleiten oder mir zumindest sagen würdest, dass wir eine gemeinsame Zukunft haben.“ Angespannt wartete er auf ihre Antwort.

Bild

Trish stand wortlos auf und ging zum Fenster. Auch Kyle hatte sich mittlerweile erhoben. Ihm den Rücken zuwendend, antwortete sie leise: „Ich kann nicht, Kyle. Ich brauche Zeit. Ich kann nicht einfach da weitermachen… Ich habe Dich belogen, Dich hintergangen, habe Deine Liebe mit Füßen getreten. Und das schlimmste war, dass ich Dir nicht vertraut habe. Dabei hattest Du mit allem Recht, was Du gesagt hattest. Anjelica ging es nie um mich. Es hatte sie einen Dreck interessiert, was aus mir… was aus uns wird. Sie wollte nur ihre eigene Haut retten.“

Enttäuscht trat er hinter sie und umklammerte sie mit seinen Armen, während er heiser raunte: „Trish, was bedeutet das für uns? Bitte, sag' nicht...“

Bild

Sie löste sich aus seinen Armen und drehte sich zu ihm um. Als sie jedoch sein enttäuschtes Gesicht sah, schluckte sie schwer und lehnte sich weinend an seine Schulter. Unter Schluchzen stieß sie hervor: „Ich weiß es nicht, Kyle. Es tut mir Leid.“

Kyle umklammerte sie fest, als wolle er sie nie mehr loslassen. Er strich ihr mit seiner Hand zärtlich über den Rücken und erwiderte: „Wenn Du noch Zeit brauchst, dann gebe ich sie Dir. Aber falls Du nichts mehr von mir wissen willst, dann sei bitte so ehrlich und sag‘ es mir. Ich ertrage diese Ungewissheit nicht mehr länger.“

Bild

Ohne ihm zu antworten, löste sie sich aus seinen Armen und wandte sich zum Gehen um. „War es das, Trish? Nach allem, was zwischen uns war?“, rief er ihr fassungslos hinterher.

Bild

Zutiefst enttäuscht ging er schließlich durch die Küche nach draußen, um sich von Juanita und Ricardo zu verabschieden. Resigniert schüttelte er den Kopf, als ihn Juanita fragte, ob Trish ihn nach Bridgeport begleiten würde. Sie ließ sich kurz entschuldigen und ging zu ihrer Enkelin. Lange sah sie sie an, ehe sie sagte: „Trish, mein Liebling. Du bist gerade dabei, den gleichen Fehler wie Deine Mutter zu begehen. Sie hatte Carlo nicht geglaubt, als er ihr gesagt hatte, dass er sie liebe und einen Weg finden würde, irgendwann mit ihr zusammen sein zu können. Nach seiner Scheidung von Caitlyn hatte ihr verdammter Stolz sie abgehalten, zu ihm zurückzukehren. Anstatt dessen hat sie einen Mann geheiratet, den sie nie wirklich geliebt hatte. Oder glaubst Du, sie hätte ihre Affäre mit Carlo wieder aufgenommen, wenn sie Deinen Vater so geliebt hätte wie ihn? Mach‘ nicht den gleichen Fehler, mein Schatz. Kyle liebt Dich und ich bin mir sicher, dass Du das auch tust. Wenn Du Dich wegen Carlo vor ihm schämst, dann sprich‘ mit ihm darüber. Aber lass‘ diesen Mann nicht einfach so gehen.“

Bild

„Ich liebe ihn doch auch, aber ich habe Angst. Ich kann nicht einfach über meinen Schatten springen, Grandma. Immerzu sehe ich diese Frau vor mir, die mir eiskalt ins Gesicht lügt, sehe mich in Carlo‘ Schlafzimmer, wie er versucht, mir Gewalt anzutun, damals die Sache mit Luke in New York und nun auch noch Roberto, den ich für einen guten Freund gehalten hatte. Steht auf meiner Stirn geschrieben, ich bin Freiwild für die Männerwelt? Was habe ich denn nur falsch gemacht? Ich würde Kyle so gerne glauben, aber ich habe Angst.“ Weinend sah sie Juanita an.

Bild

„Lass‘ Dir Zeit, Trish. Kyle wird Dich sicherlich nicht drängen. Geh‘ zu Carlo und sprich‘ mit ihm über Fabio. Ich merke doch, dass es Dich zerfrisst, was Du erfahren hast. Gib‘ Dir und Kyle eine zweite Chance. Findest Du nicht, dass er diese verdient hat? Trish, mein Schatz, der Mann liebt Dich wirklich. Das ist nicht nur so daher gesagt. Das fühle ich tief in meinem Herzen. Er ist aufrichtig und würde Dich nie belügen. Ich habe mir gestern und auch jetzt ein gutes Bild von ihm machen können und aus ihm spricht tiefe Ehrlichkeit. Das weiß ich. Hätte er Dich ansonsten gesucht?“ Innig zog Juanita ihre Enkelin in die Arme, die sich an sie klammerte und sich an ihrer Schulter ausweinte.

Bild

„Ich hab‘ Dich lieb, Grandma.“

„Ich Dich auch, mein Schatz. Bist Du bereit? Wirst Du Kyle begleiten?“

Trish wischte sich die Tränen von der Wange und antwortete mit fester Stimme: „Ja, ich werde mit ihm nach Bridgeport gehen. Ich brauche Antworten auf meine Fragen.“

Lächelnd und ebenfalls mit Tränen in den Augen umarmte Juanita ihre Enkelin ein letztes Mal, ehe sie nach draußen ging und sich auch von ihrem Großvater zu verabschieden.

Bild




Anjelica und Carlo saßen draußen im Garten, wie Fabio gleich erkennen konnte, nachdem er seinen Wagen geparkt hatte. Das trifft sich gut, dann werden sie mir jetzt alle meine Fragen beantworten müssen, dachte er, während er auf sie zuging.

Bild

Ungefragt nahm er am Tisch Platz und stieß hervor: „Was ist mit Trish, On…“ Hastig brach er ab. Wie sollte er ihn jetzt nennen?

Bild

Er fing noch einmal an und sah gebannt von Carlo auf Anjelica. Sie hat das Muttermal an der gleichen Stelle wie Trish. Er atmete tief durch und fragte erneut: „Was ist mit Trish? Bitte, sagt mir endlich die Wahrheit.“

Bild

Er richtete den Blick auf Anjelica: „Sind Sie die Frau, die uns mit dem kleinen blonden Mädchen besucht hatte? War es Trish, mit der ich immer gespielt hatte, wenn Ihr bei uns ward?“

Bild

Gequält schloss Anjelica die Augen, ehe sie tonlos fragte: „Du erinnerst Dich daran, Fabio?“

„Dunkel zwar, aber ja, ich erinnere mich.“

„Ich habe Euch häufig besucht, als Ihr in Bridgeport gewohnt habt. Es gab mir somit die Möglichkeit, Dich regelmäßig sehen und Dich näher kennenlernen zu können. Und ja, das kleine Mädchen war Trish.“

Bild

Carlo wandte sich nun zu Wort. „Fabio. Es war keine einfache Zeit. Ich hatte Jelica gebeten, zu uns zu kommen. Eric hatte sie geschlagen und ich wollte, dass sie zur Polizei geht. Aber sie hatte Angst, Trish zu verlieren, sollte Eric dahinter kommen, dass seine Ehefrau ihn mit seinem Geschäftspartner betrügt. Aber sie hatte sich entschieden, Trish' s wegen bei ihm zu bleiben.“

Bild

Anjelica schluckte schwer, ehe sie leise sagte: „Mein Ex-Mann ist aber irgendwann dahinter gekommen und hatte mir nach unserer Scheidung jeglichen Kontakt zu Trish untersagt. Sie war vier Jahre alt gewesen, als Eric und ich uns scheiden ließen. Ich wollte ihr nicht schaden und hatte deshalb meine Klage auf das alleinige Sorgerecht zurückgezogen und es Eric überlassen. Ich hatte sie erst an ihrem achten Geburtstag wiedergesehen und hatte vorgegeben, ihre Tante zu sein. Maureen, Eric’s zweite Frau, hatte mir diese Treffen ermöglicht, von denen mein Ex-Mann nichts wusste. Vier Jahre lang ist alles gut gegangen, doch dann war Eric dahinter gekommen und er hatte mir gedroht, Trish die ganze Wahrheit zu sagen, wenn ich nicht sofort verschwinden würde.“

Bild

„Fabio, auch wenn Du mir das vielleicht nicht glauben wirst. Ich hatte keine andere Wahl, als zu gehen. Meinem Mann konnte ich nicht sagen, dass ich bereits einen Sohn habe. Eric ist sehr konservativ, er hätte es nicht verstanden.“ Betroffen faltete sie ihre Hände und starrte ins Leere.

Bild

„Es gehört schon viel dazu, gleich zwei Kinder im Stich zu lassen“, stieß Fabio verächtlich aus. „Aber eins würde mich noch interessieren, bevor ich zu meinen Schwiegereltern zurückfahre. Was hättet Ihr eigentlich getan, wenn ich mich in Trish verliebt hätte? Habt Ihr Euch darüber nie irgendwelche Gedanken gemacht?“

Bild

Ohne Abschiedsgruß erhob er sich und ließ seine Eltern nachdenklich am Tisch zurück. Kurz darauf hörten sie ihn mit seinem Wagen davon fahren.

„Er hat Recht, Jelica. Was hätten wir getan?“, fragte Carlo bestürzt.

Kreidebleich geworden antwortete sie: „Ich weiß es nicht, Carlo. Ich habe keine Ahnung. Letztendlich können wir froh sein, dass es nicht passiert ist. Aber in einem hat er Recht. Was für eine Mutter bin ich, die ihre eigenen Kinder im Stich lässt? Das werde ich mir nie verzeihen können. Niemals, Carlo, solange ich lebe.“

Bild






Kapitel 15 folgt...

Benutzeravatar
Simsi68
Moderator
Beiträge: 2426
Registriert: 01.03.2015, 15:24
Wohnort: im Internet
Hat sich bedankt: 2733 Mal
Danksagung erhalten: 4702 Mal
Kontaktdaten:

Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 22.11.2018, 13:10

Hallo Marga! :winken02

Trish kann alles kaum glauben, ist komplett durcheinander. Verständlich!

Aber nochmal kurz zum letzten Kapitel; das hatte ich letztens ganz vergessen: Ich wusste gar nicht, dass abgelaufene Kondome so gefährlich sein können :lachen Aber in Carlo´s Fall scheinbar sehr wohl. :nicken

Fabio hat´s noch immer noch nicht gecheckt, denn er fragt immer noch ungeduldig, was aus dem Sohn der beiden geworden ist! :confus2

Aber Trish ist endlich zur Wahrheit durchgedrungen und realisiert mehr und mehr, dass Fabio – ihr bester Freund – ihr Halbbruder ist!

Nur was ich immer noch nicht ganz verstehe: früher wurde er Marcello genannt. Warum dann später Fabio? Also nach seinem 2. Namen? :confus3

Inzwischen ist auch Fabio langsam am Kapieren und dreht erstmal ein wenig durch. Klar, wenn man all die Jahre „angelogen“ wurde und erst im Erwachsenen-Alter die Wahrheit erfährt… Genau wie bei Trish! Die dreht auch innerlich erst mal am Rad. :weinen3:

Kyle bekommt nun auch noch einige Vorwürfe an den Kopf geknallt… Klar, Trish ist ja immer noch der Meinung, Kyle ist mit Charlene verlobt und dass diese ein Kind von ihm erwartet.
Ja, Charlene hat mit ihrer Intrige wahrhaftig ganze Arbeit geleistet, hat damit zerstört, was sie nur zerstören konnte! :schimpfen :durchdrehen

Armer Fabio… Er braucht erstmal Abstand, muss alleine sein, um alles ein bisschen verarbeiten zu können. All die Jahre war er der Meinung, dass seine leiblichen Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind und jetzt erfährt er ganz plötzlich, dass dies nicht so ist, sondern dass Carlo – SEIN Onkel Carlo – und Anjelica seine leiblichen Eltern sind! :augen: Das ist natürlich hammerartig für ihn. Klar! Das muss erstmal verarbeitet werden.
Langsam dämmert ihm mehr und mehr von früher… Und schließlich auch, dass Trish schließlich und endlich seine Halbschwester sein muss! :kopfschuetteln
Und zurück geht es im Auto zu Carlo und Anjelica…

Dank Trish´s Großvater kommt es nun endlich zu einem Gespräch zwischen Kyle und Trish, anstatt es nur Anschuldigungen hageln zu lassen. Endlich erfährt sie aus Kyle´s Mund die Wahrheit: dass Charlene Trish nach Strich und Faden angelogen hat, dass er NICHT verlobt ist, dass Charlene auch KEIN Kind von ihm erwartet, dass er Trish´s Brief erst vor ein paar Tagen gefunden hat, da Charlene ihm diesen unterschlagen hat und und und…
Ja, endlich reden die beiden vernünftig miteinander; Trish lässt Kyle alles erzählen.

Kyle versucht alles, möchte einen Neuanfang mit Trish, aber diese sitzt irgendwie noch in einer Achterbahn der Gefühle, was aber durchaus nur allzu verständlich ist. :weinen2

Und endlich liegen sich die beiden in den Armen. :weinen1 Trish ist noch verzweifelt. Die ganzen Neuigkeiten, neuen Eindrücke usw. Die haben sie erneut ziemlich aus der Bahn geworfen. :weinen3:
Aber auch Kyle ist verzweifelt. Er möchte wissen, woran er ist. Ob Trish ihm und ihr eine Chance geben wird…
Meine Güte… Ich sage Dir, auch mir standen beim Lesen die Tränen in den Augen, so ergreifend war das alles… :weinen3:

Trish´s Großmutter war schließlich der rettende Engel, der Trish ins Gewissen redete. Wegen Kyle, da sie fühlte, wie sehr Kyle ihre Enkelin liebt.

Und endlich willigt Trish ein, Kyle zu begleiten! :klatschen1


Mittlerweile ist Fabio wieder bei Carlo und Anjelica angekommen… Und seine ganzen bisher unbeantworteten Fragen sprudeln nur so aus ihm heraus!
Genau, Fabio´s Frage ist berechtigt:
„Was hättet Ihr eigentlich getan, wenn ich mich in Trish verliebt hätte? Habt Ihr Euch darüber nie irgendwelche Gedanken gemacht?“
Theoretisch ist es nicht weit hergeholt; er hätte leicht passieren können. Aber vielleicht hat auch das innere Gefühl die beiden ausgebremst und sie haben insgeheim gewusst, es darf über eine Freundschaft nicht hinaus gehen. Wer weiß…


Und jetzt bleibt mir wieder nur abzuwarten und mich auf das nächste Kapitel zu freuen, auf das ich schon wieder mächtig gespannt bin! :klatschen1

Das Kapitel hat mir wieder sehr gut gefallen, es hat viele Antworten gegeben auf viele Fragen gegeben, war aber auch ziemlich ergreifend! :nicken Wie immer war es super geschrieben und die Bilder waren wieder einfach toll und sehr vielsagend! :daumenhoch1 Ich bin schon wahnsinnig auf die Fortsetzung gespannt! :klatschen2
Danke dafür, liebe Marga! :hug02


LG Astrid :tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

Antworten

Zurück zu „Foto-Storys (Sims 3)“