Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

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cheli24
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Re: SdV 2 - Sehnsucht, die nie vergeht

Beitrag von cheli24 » 22.03.2018, 00:42

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!




Hallo zusammen, :winken


so, weiter geht es mit einem neuen Kapitel. Ich hoffe, es gefällt Euch und wünsche viel Spaß beim Lesen.


LG cheli24






Kapitel 3 - Eine einzige verdammte Nacht - Teil 1




Rückblick



Caroline und Henry hatten gerade ihr zweites Haus in Bridgeport bezogen, als Carlo eines Morgens völlig überraschend vor der Tür der Freunde gestanden hatte.

„Carlo?“, begrüßte ihn Caroline verdutzt, als sie ihren besten Freund und ehemaligen Kommilitonen vor der Haustür stehen sah.

Verschmitzt lächelte er: „Ah, wie ich sehe, kennst Du mich noch. Hallo Caroline. Ich war geschäftlich in der Nähe und wollte Euch einen kurzen Besuch abstatten. Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen.“ Leicht zerknirscht sah er sie an.

„Nein, natürlich nicht“, lächelte sie, ehe sie in umarmte.


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„Warum hast Du denn nicht angerufen oder war der Besuch spontan?“, fragte sie neugierig.

„Ja und nein. Ich wollte Euch einfach mal wiedersehen. Wir haben ja so gar keinen Kontakt mehr. Aber, wenn ich ungelegen komme…“

„Nein“, unterbrach ihn Caroline eilig. „Das tust Du nicht. Ich freue mich sehr, Dich wiederzusehen. Aber leider ist Henry gerade auf Geschäftsreise.“

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„Ach, das ist aber schade. Ich hatte mich so auf Euch gefreut. Wo ist er denn?“ Echtes Bedauern spiegelte sich in Carlo‘ s Gesicht wider.

„In New Sunset Valley, er hat da ein neues Projekt. Aber jetzt komm‘ erst einmal herein.“

„Na ja, ich will Dich nicht stören“, meinte er vorsichtig.

Doch Caroline schüttelte den Kopf. „Das tust Du nicht. Die Kinder sind gerade bei meinen Schwiegereltern in Boston.“

„Oh, wirklich? Schade, ich dachte, ich könnte… Na ja.“

„Was könntest Du?“ Argwöhnisch musterte Caroline den Freund.

„WAS?“, quälte sich dieser ein Lächeln ab.

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Doch Caroline kannte ihn zu gut und ließ sich dadurch nicht beirren. „Du hast gedacht, Kyle ist da und gehofft, ihn zu sehen. Habe ich Recht? Bist Du deswegen hier?“

Carlo fühlte sich ertappt und meinte reichlich zerknirscht. „Es ist nicht der, aber ein Grund. Ja, ich hatte gehofft, Kyle sehen zu können. Demnach hast Du also noch nicht mit Henry gesprochen.“ Es klang mehr nach einer Feststellung als nach einer Frage und Caroline fühlte sich zusehend in die Enge getrieben.

„Nein und ich werde es auch nicht tun. Warum sollte ich? Kyle ist Henry‘ s Sohn. Daran würde auch ein Vaterschaftstest nichts ändern.“

„Aber mir hundertprozentige Gewissheit bringen, Caroline. Kannst Du das denn nicht verstehen?“

Verärgert sah sie ihm in die Augen. „Du willst also, dass ich Henry von uns erzähle. Ja? Ist es das? Eine Nacht, Carlo. Eine einzige, verdammte Nacht und deshalb soll ich meine Ehe aufs Spiel setzen? Alles, was ich habe? Wir hatten Sex und Spaß, Carlo. Nicht mehr und nicht weniger.“

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„So siehst Du das also. Dann hatte es Dir nichts bedeutet? Hattest Du Dich deshalb am Morgen gleich aus dem Staub gemacht?“ Rau kamen die Worte aus seinem Mund, während sie zur Küchentheke ging und die Kaffeemaschine bediente.

Sie fragte, ohne sich nach ihm umzudrehen: „Hat es denn Dir etwas bedeutet? Sind wir doch ehrlich. Hätten wir nicht zu viel getrunken und wäre das Gewitter nicht gewesen… Wir hätten uns verabschiedet und ich wäre zurück gefahren. Keiner hätte sich mehr daran erinnert.“

„Denkst Du?“, wollte er bedrückt wissen.

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„Verdammt, Carlo.“ Aufgebracht fuhr sie herum: „Was erwartest Du denn jetzt von mir? Dass ich Dir sage, dass ich Dich liebe? Du weißt, wie wichtig Du mir bist, was mir unsere Freundschaft bedeutet. Was Du mir bedeutest. Aber das ist nicht unser Problem. Ich liebe Henry und Du gehörst zu Anjelica.“

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Müde schloss er die Augen. „Ja, vermutlich hast Du Recht. Es tut mir Leid, dass ich wieder damit angefangen habe. Ich sollte wohl besser gehen oder hätte erst gar nicht herkommen sollen.“ Er wollte sich schon zur Tür begeben, als sie ihn mit der Hand zurück hielt.

„Nein, Carlo. Entschuldige bitte. Ich kann Dich ja auch verstehen. Aber wenn Henry je davon erfährt, dann wird er mich verlassen. Er wird mir das nie verzeihen und ich weiß nicht, wie ich ohne ihn leben soll. Bitte, mach‘ mir das nicht kaputt. Ich flehe Dich an.“

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„Ich Dir kaputt machen?“, rief er fassungslos. „Aber das ist doch gar nicht meine Absicht, Caroline“, versuchte er sie zu beruhigen. „Hör zu. Ich werde den Vaterschaftstest machen lassen, nur für mich. Einfach nur, um Gewissheit zu haben. Henry wird nichts davon erfahren. Das verspreche ich Dir.“

Doch sie schüttelte den Kopf. „Was versprichst Du Dir denn davon? Es ändert doch nichts.“

„Wenn das so ist, dann kann es Dir doch egal sein. Aber dann weiß ich wenigstens, ob Kyle mein Sohn ist oder nicht.“

„Und dann? Was, wenn der Test zu Deinen Gunsten ausfällt? Willst Du mir Kyle dann wegnehmen?“

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Bestürzt sah er sie an. „BITTE? Glaubst Du das wirklich? Caroline, so etwas würde ich doch nie machen.“

Sie kämpfte mit den Tränen. „Ach ja? Bist Du Dir da so sicher?“

Plötzlich schien es ihm zu dämmern. „Das… das ist doch etwas völlig anderes. Die Situation war…“

„WAS?“, unterbrach sie ihn. „Was war anders? Es hatte Euch nicht davon abgehalten.“

„Siehst Du es wirklich so? Bin ich jetzt der Schuldige an allem? Es geht hier nicht um mich.“

Sarkastisch stieß sie hervor. „Ja, ich weiß. Es geht nie um Dich oder Deine Eltern, sondern einzig und alleine darum, dass Euer Ansehen keinen Makel erhält. Caitlyn kann einem leidtun.“

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Carlo schaute aus dem Fenster und murmelte: „Das ist es nicht. Es ist nicht einfach für sie, Caroline. Sie bemüht sich, aber sie kann keine wirkliche Bindung zu ihm aufbauen.“

„Eine arrangierte Ehe und ein fremdes Kind großziehen, ist dann wohl doch nicht so einfach, wie Deine Eltern gedacht hatten“, warf Caroline sarkastisch ein. Als sie sein Zusammenzucken bemerkte, wandte sie einen versöhnlichen Tonfall ein und fragte leise: „Und Du? Wie kommst Du mit der Situation zurecht?“

„Wie komme ich damit zurecht?“, echote er, ohne sich zu ihr umzudrehen. „Wie man eben damit klarkommt, wenn man mit seiner Frau im Bett liegt und dabei immer an eine Andere denken muss.“

Caroline war die Bitterkeit in seiner Stimme nicht verborgen geblieben und so sagte sie mitfühlend: „Es liegt doch nur an Dir, diesen Umstand zu ändern.“

„NEIN“, schüttelte er energisch den Kopf. „Du verstehst das nicht. Es steht zu viel auf dem Spiel. Ich kann das nicht machen.“

„Und wirst lieber unglücklich dabei?“

„Sie kommt einmal im Jahr zu uns, Caroline.“

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Er drehte sich zu ihr um, während sie ihn prüfend ansah: „Verstehe. Und das genügt Dir? Einmal im Jahr mit der Frau zusammen zu sein, die Du von Herzen liebst und die Dich liebt? Carlo, Du kannst nicht alles haben. Aber genau das ist Dein Problem. Du willst auf allen Hochzeiten tanzen, willst es Jedem und Jedermann Recht machen und auf nichts verzichten. Aber so funktioniert das nicht. Was machst Du, wenn sie jemanden kennenlernt und sich irgendwann für diesen Mann entscheidet? Hast Du darüber schon einmal nachgedacht? Sie wird nicht ewig alleine bleiben und auf Dich warten wollen. Irgendwann wirst Du Dich entscheiden müssen. Vernunft oder Liebe. Was ist Dir wichtiger?“

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Carlo seufzte tief auf und meinte resigniert: „Ich weiß nicht einmal, ob es funktionieren würde. Aber es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an sie denken muss. Solange sie immer zu mir kommt…“

Caroline sah ihn nachdenklich an, ehe sie erwiderte: „Irgendwann kommt sie vielleicht nicht mehr und dann?“

„Du hast keine Ahnung, was das für Monte Vista bedeuten würde“, warf Carlo energisch ein.

Doch Caroline winkte seinen Einwand mit der Hand ab. „Geht davon die Welt unter? Letztendlich ist es auch Caitlyn gegenüber nicht fair.“

„Was ist im Leben schon fair, Caroline?“, seufzte er auf.


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Carlo atmete tief durch und sog die laue Abendluft in sich ein. Ja, Caroline hatte Recht behalten, mit dem was sie gesagt hatte. Sie war eine kluge Frau, das war sie schon immer gewesen und er vertraute ihr bedingungslos. Ansonsten hätte er sie niemals in sein streng gehütetes Geheimnis eingeweiht und sie hätte nie von der Frau erfahren, dem sein Herz gehörte. Müde schloss er seine Augen. Was hatte er nur getan, wie hatte er ihr und Kyle so etwas antun können? Kyle. Er erinnerte sich nicht gerne an die Zeit zurück, die die Freundschaft zu Caroline auf eine harte Probe gestellt hatte und die beinahe ihre Ehe zerstört hätte. Was wäre passiert, sie wären sich nicht zufällig auf Sunlit Tides über den Weg gelaufen? Eine einzige, verdammte Nacht, hatte Caroline es damals genannt. Nein, es war mehr als das gewesen und er hatte nichts davon bereut.

Seine Gedanken gingen zurück nach Sunlit Tides. An jenen Tag, an der die Vernunft nicht stark genug war, um dem Drang Einhalt zu gebieten…




Kapitel 3.1 folgt...
Zuletzt geändert von cheli24 am 02.04.2018, 19:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 27.03.2018, 09:21

Hallo Marga! :winken02

Ah, ein Rückblick :daumenhoch2
Ein Rückblick, der durch Caroline´s und Carlo´s Unterhaltung sehr viele Einblicke gibt und einiges klärt bzw. ein paar meiner Fragen beantwortet.
Andeutungsweise hatten wir ja schon in der ersten Staffel davon erfahren, dass Kyle hätte Carlo´s Sohn sein können.

Und nun wollte Carlo einen Vaterschaftstest machen. Hat er denn einen gemacht? Ich glaube schon, oder? :confus2 :confus3
Aber Kyle KANN nicht Carlo´s Sohn sein; dafür sieht er viel zu sehr Henry ähnlich, als dieser noch jung war! Und Kyle IST auch Henry´s Sohn. Da gibt es gar keine Zweifel. :schuetteln

Tja, Carlo denkt an diese Nacht zurück. Für Caroline war es „eine einzige verdammte Nacht“, die so vieles verändert hat.


Das war ein sehr aufschlussreiches Rückblick-Kapitel --> Text wie Bilder wieder super! :daumenhoch1 Danke dafür, liebe Marga! :hug02
Und jetzt bin ich schon sehr gespannt wie es weiter geht! :klatschen1


LG Astrid
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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SdV 2 Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 02.04.2018, 20:31

Hallo Astrid, :winken

bevor es mit dem nächsten Kapitel weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe, liebe Astrid.
:hug02

Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 09:21
Hallo Marga! :winken02Ein Rückblick, der durch Caroline´s und Carlo´s Unterhaltung sehr viele Einblicke gibt und einiges klärt bzw. ein paar meiner Fragen beantwortet.

Das freut mich, dass ein wenig Licht in das Dunkle gekommen ist und, dass Du damit vielleicht ein paar neue Eindrücke gewonnen hast. ;)
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 09:21
Andeutungsweise hatten wir ja schon in der ersten Staffel davon erfahren, dass Kyle hätte Carlo´s Sohn sein können.

Hätte, wäre, wenn... Ja, das ist richtig. Aber ich hatte auch geschrieben, dass es laut einem Test nicht 100%ig auszuschließen gewesen war. Hier noch mal der Abschnitt dazu:

Nach dem Geständnis seiner Mutter hatte er das Gefühl gehabt, den Boden unter den Füßen weggezogen zu bekommen. Er hatte nicht fassen können, was sie ihm erzählt hatte. Seine Mutter und Carlo? Der Mann, der seine geliebte Frau auf dem Gewissen hatte und der ihm jetzt auch noch Trish nehmen würde. Der Gedanke, dass seine Mutter und er ein Verhältnis hatten und zeitweise sogar der Verdacht bestand hatte, er hätte Kyle‘ s Vater sein können, hatte ihn schwer getroffen. Das alles war zu viel für ihn gewesen und ohne sich von seiner Mutter zu verabschieden, war er einfach aufgestanden und gegangen.
Was hatte seine Mutter gesagt? Ein Vaterschaftstest hätte nicht gänzlich ausschließen können, dass Carlo nicht sein Vater wäre. Aber Fotos, die Henry als Kind zeigten, hätten deutlich gemacht, dass Kyle Henry' s Gene in sich tragen würde und nur er als Vater in Betracht käme.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 09:21
Und nun wollte Carlo einen Vaterschaftstest machen. Hat er denn einen gemacht? Ich glaube schon, oder? :confus2 :confus3 Aber Kyle KANN nicht Carlo´s Sohn sein; dafür sieht er viel zu sehr Henry ähnlich, als dieser noch jung war! Und Kyle IST auch Henry´s Sohn. Da gibt es gar keine Zweifel. :schuetteln


Siehe oben, ich hatte es damals vermerkt. Na ja und zudem hat er mit Carlo überhaupt keine Ähnlichkeit. Er ist viel hellhäutiger als Carlo, die dunklen Haare hat er von Henry und die blauen Augen könnten von mütterlicher Seite kommen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob Caroline' s Schwester Susan blaue Augen hat. :confus2 Bilder habe ich wenige von ihr und auf keinem sieht man die Augenfarbe. Also, da lege ich mich nicht fest.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 09:21
Tja, Carlo denkt an diese Nacht zurück. Für Caroline war es „eine einzige verdammte Nacht“, die so vieles verändert hat.

Ja und genau das erfährst Du im nachfolgenden Kapitel, dass den Rückblick damit auch beendet. Zumindest vorerst, denn der letzte Rückblick war es nicht.
Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 09:21
Das war ein sehr aufschlussreiches Rückblick-Kapitel --> Text wie Bilder wieder super! :daumenhoch1 Danke dafür, liebe Marga! :hug02



Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat, liebe Astrid. :hug02 Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir immer wieder machst. Das freut mich sehr.
:klatschen1

Simsi68 hat geschrieben:
27.03.2018, 09:21
Und jetzt bin ich schon sehr gespannt wie es weiter geht! :klatschen1


Ja und gleich im Anschluss folgt das nächste Kapitel.


LG Marga

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Re: SdV 2 - Sehnsucht, die nie vergeht

Beitrag von cheli24 » 02.04.2018, 20:32

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!




Hallo zusammen, :winken


so, weiter geht es mit dem letzten Teil des Rückblickes. Ich hoffe, es gefällt Euch und wünsche viel Spaß beim Lesen.


LG cheli24






Kapitel 3.1 - Eine einzige verdammte Nacht - Teil 2




Rückblick


Caroline und Carlo saßen zufällig in der gleichen Taverne auf Sunlit Tides, nur einen Tisch voneinander entfernt, ohne sich jedoch gegenseitig zu bemerken. Während sie verträumt auf das Meer hinaus sah, schlürfte Carlo in aller Ruhe den letzten Schluck seines Kaffees.

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Er bemerkte sie erst, als er zufällig in ihre Richtung schaute. Überrascht und irritiert zugleich, sah er noch einmal zu der jungen attraktiven Frau, als könne er es nicht glauben. Schließlich erhob er sich und kam langsam auf ihren Tisch zu. Sie schien in Gedanken und nahm nicht wahr, dass jemand an ihrem Tisch stand und sie ansah.

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„Caroline. Das ist aber eine Überraschung. Was machst Du denn hier?“

Erschrocken blickte sie auf. „Ca…Ca…Carlo? Bist Du es wirklich?“, stotterte sie überrascht, so als hätte sie Zweifel.

Grinsend meinte er dazu nur: „Ja, wer denn sonst?“

„A...a… also, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ Man merkte ihr die Überraschung immer noch an, ehe sie endlich aufstand, um ihn herzlich zu umarmen.

„Na ja, vielleicht, dass Du Dich freust, mich wiederzusehen“, erwiderte er ihre Umarmung.

„Ich freue mich auch sehr“, lachte sie schließlich befreit auf.

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Nachdem sie ihre Rechnung bezahlt hatten, verließen sie die Taverne, um sich auf einer nahegelegenen Bank angeregt miteinander zu unterhalten. Carlo erfuhr dabei, dass Henry geschäftlich in Sunset Valley war und Caroline wegen einer Magenkrankheit längere Zeit im Krankenhaus gelegen hatte.

„Es geht Dir aber jetzt wieder besser?“, wollte er besorgt wissen, nachdem sie geendet hatte.

„Ja, ich hatte eine hartnäckige Magenschleimhautentzündung. Ich hatte keinen Appetit mehr, musste mich ständig erbrechen. Schließlich hatte mich der Arzt ins Krankenhaus eingewiesen. Dort lag ich fast sechs Wochen.“

„Sechs Wochen wegen einer Magenschleimhautentzündung?“, wiederholte Carlo ungläubig. „Was verschweigst Du mir, Caroline? Du hast abgenommen, das ist mir gleich aufgefallen.“ Die Besorgnis schwang weiter in seiner Stimme mit.

Sie seufzte auf. „Du musst Dir wirklich keine Sorgen machen. Ich hatte einen Tumor. Klein zwar, aber bösartig. Man hatte mich einer Strahlentherapie unterzogen, keiner Chemo. Die war nicht notwendig, zumal ich ja auch noch Kinder möchte. Aber das hatte mir sehr zugesetzt. Durch die vielen Medikamente und die Strahlen konnte ich nichts mehr essen, habe Astronautenkost bekommen.“

„Meine Güte, Caroline. Warum hast Du mir denn nichts gesagt? Oder Henry? Er hätte mich doch anrufen können. Das hört sich ja furchtbar an. Und dieser Tumor...ist er...?“ Carlo wagte nicht weiter zu fragen.

„Ja, der Tumor konnte vollständig entfernt werden. Ich muss zwar regelmäßig zur Kontrolle, aber bislang sieht es sehr gut aus. Das ist jetzt auch schon wieder über ein Jahr her. Die Ärzte hatten mir wegen ständiger Erschöpfungszustände eine Luftveränderung empfohlen. Mir geht es sehr gut. Die Ruhe und das Klima hier auf Sunlit Tides haben mir gut getan und Appetit habe ich auch wieder. Ich kann schon fast wieder alles essen.“

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„Und aus welchem Grund bist Du hier, Carlo?“, fragte Caroline, um von sich abzulenken.

Er musterte sie lange, ehe er schließlich seufzend sagte: „Ich war überarbeitet und musste mal ein paar Tage weg von Monte Vista. Ich habe mir vor einem Jahr ein Haus hier gekauft und schaue immer mal wieder nach dem Rechten.“

„Burnout?“, mutmaßte Caroline.

„Ja, so ähnlich. Ich hatte viel gearbeitet und leichte Herzprobleme. Irgendwie ist mir alles über den Kopf gewachsen. Die ganze verfahrene Situation. Du weißt ja, meine Eltern, Jelica, Caitlyn, Fabio.“

Caroline nickte wissend, da sie die Geschichte kannte, die er ihr irgendwann einmal anvertraut hatte. Aber sie konnte ihm nicht helfen, nur Ratschläge erteilen. Die richtige Entscheidung musste er selbst treffen.

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Er rückte etwas näher an sie heran und legte seinen Arm um ihre Schultern. Leise sagte er: „Lass' uns von etwas anderem reden. Du bist noch hübscher geworden, Caroline. Ich beneide Henry. Warum habe ich in Yale nicht mein Glück bei Dir versucht?“

Bedauernd sah er sie an, während er den Blick kaum von ihren leuchtend hellgrünen Augen wenden konnte. Caroline lächelte nur, erwiderte aber nichts darauf. Sie kannten beide die Antwort.

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Sie saßen noch eine ganze Weile auf der Parkbank und genossen die Stille, die nur ab und zu durch das Zwitschern einiger Vögel unterbrochen wurde. Nach einer Weile fragte Carlo: „Gehen wir ein wenig spazieren?“ Caroline nickte und gemeinsam liefen sie zu einem Aussichtspunkt, der an diesem frühen Mittag noch recht leer war. Carlo sah sie an und fragte: „In welchem Hotel bist Du eigentlich abgestiegen?“

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„Im El Paradiso“, das ist auf der anderen Seite der Insel. Ich bin mit einem Boot rüber gekommen.“

„Alleine?“, fragte Carlo überrascht. „Ich meine, hast Du das Boot selbst gesteuert?“

Caroline nickte: „Ja, ich habe einen Bootsführerschein. Das Boot liegt unten im Yachthafen. Gegen Abend werde ich wieder zurück fahren.“

„Und wie lange bleibst Du noch hier?“

„In zwei Tagen fliege ich wieder nach Hause, Carlo. Und Du?“

Carlo antwortete: „Anfang nächster Woche geht es wieder nach Monte Vista.“

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Carlo zog Caroline leicht an sich, während sie ihre Arme um seine Taille legte: Leise fragte er: „Hast Du Lust, baden zu gehen? Ganz in der Nähe ist eine kleine Bucht, wo kaum Leute sind.“

Caroline sah ihn überrascht an. „Was hast Du denn vor?“

„Nichts. Was denkst Du denn?“ Grinsend sah er ihr dabei in die Augen.

„So so und das soll ich Dir glauben, Carlo Vincenti, Du Schwerenöter.“

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Als sie wenig später die Bucht erreicht hatten, zogen sie sich schnell um und sprangen ins kühle Wasser. Sie schwammen einige Runden oder ließen sich einfach nur vom Wasser tragen, während die Sonne heiß vom Himmel schien. Carlo hatte Recht behalten. Die Bucht war wirklich menschenleer und wunderschön.

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Als sie genug hatten, schwammen sie zurück und alberten wie kleine Kinder im Wasser herum. Lachend spritzten sie sich gegenseitig nass, immer dabei bemüht, rechtzeitig dem anderen auszuweichen. „Na warte“, rief Carlo, als er erneut eine Ladung Wasser abbekam.

„Was denn? Da musst Du schon früher aufstehen, mein Lieber“, grinste Caroline, die dabei immer wieder geschickt Carlo auswich.

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Doch schon im nächsten Augenblick hatte er sie in seine Arme gezogen und hielt sie fest umschlungen: „Na komm‘ her, Du kleine Wasserratte, aber eine süße. Du hast Dich kein bisschen verändert. Die Zweifach-Mami sieht man Dir nicht an. Henry ist wirklich zu beneiden.“

„Danke für das Kompliment, Carlo“, murmelte sie und genoss seine Umarmung.

Ja, wenn sie sich auf der Uni nicht schon in Henry verliebt hätte, wäre vielleicht tatsächlich etwas aus ihnen geworden.

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Es begann bereits zu dämmern, als sie die Taverne aufsuchten, um eine Kleinigkeit zu essen. Anschließend nahmen sie noch ein wenig auf der Außenveranda Platz und unterhielten sich leise über Henry und ihr Familienleben. Mittlerweile zogen dunkle Wolken am Horizont auf und die Palmenblätter bewegten sich heftig im Wind. Mit einem Blick auf‘ s Meer, meinte Carlo: „Ich glaube, wir bekommen ein Unwetter.“

„Oh, dann muss ich los, sonst schaffe ich es nicht mehr rechtzeitig.“

Doch Carlo schüttelte entschieden den Kopf. „Kommt gar nicht infrage, Caroline. Ich lass‘ Dich heute Abend nicht mehr rüber fahren. Du kannst bei mir übernachten, ich habe zwei Gästezimmer.“

Etwas skeptisch sah sie ihn an. „Bist Du Dir sicher?“

Carlo nickte. „Natürlich. Du kannst da jetzt nicht mehr rüberfahren. Das ist viel zu gefährlich. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn Dir etwas passieren würde. An Henry gar nicht zu denken. Er würde mir den Kopf abreißen.“

Schließlich willigte sie ein. „Okay, wenn Du meinst. Dann muss ich aber dem Bootsverleih Bescheid geben, dass ich heute Nacht nicht mehr kommen werde.“

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Nachdem sie im Hotel und auch im Yachthafen angerufen hatte, um sich abzumelden, schlug Carlo den Besuch in einer Karaokebar vor. Dabei nahmen sie einige Drinks mehr zu sich, als ihnen gut tat und lauschten der Musik, während Carlo den Blick nicht von seiner besten Freundin wenden konnte. Schließlich sagte er: „Komm‘ lass‘ uns auch singen.“

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Zunächst wollte Caroline ablehnen. Doch schließlich ließ sie sich von ihm überreden und an die Karaokemaschine führen. Caroline fühlte, wie ihr der ungewohnte Alkohol langsam in den Kopf stieg. Es war das erste Mal seit langem, dass sie wieder etwas getrunken hatte und viel gegessen hatte sie auch nicht. Gemeinsam suchten sie sich einen Song aus und starteten die Maschine. Dabei ertappten sie sich immer wieder, den jeweils anderen flirtend anzusehen. Man hätte sie in dieser Situation durchaus für ein verliebtes Paar halten können.

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Es war schon spät am Abend, als sie die Bar verließen. Sie saßen bereits im Taxi, als am Himmel die ersten Blitze zuckten und gleich darauf Donner die kleine Insel erfüllte. Rasch fuhr das Taxi los und brachte sie sicher durch den mittlerweile strömenden Regen.

Gemeinsam saßen sie wenig später auf der Wohnzimmercouch und sahen dem Treiben draußen zu. „Die Unwetter können hier ganz schön heftig sein. Sei froh, dass Du hier bist, Caroline.“

Sie nickte und sagte: „Ja, das hätte ich nicht mehr rechtzeitig geschafft. Ich bin wirklich froh, dass Du mich überredest hast, nicht mehr rüber zu fahren.“

Als plötzlich ein Blitz das Zimmer in grelle Licht tauchte, zuckte sie heftig zusammen. Carlo legte seinen Arm um ihre Schulter und murmelte rau: „Du musst keine Angst haben, ich bin bei Dir. Hier kann Dir nichts passieren.“

Wenn sie auch ansonsten sehr couragiert war, so war sie doch ein kleiner Angsthase, was Gewitter betraf. Das wusste er aus ihrer gemeinsamen Zeit in Yale, als sie sich damals in seine Arme geflüchtet hatte, nachdem ein heftiges Unwetter über den Campus gezogen war. Zu dem Zeitpunkt waren sie und Henry noch nicht zusammen gewesen.

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Nun spürte aber auch Carlo, wie der Alkohol langsam seine Wirkung entfaltete und er legte seinen Arm um ihre Schulter, um sie an sich heranziehen zu können. Sie genoss die Wärme seines Körpers, das Prickeln auf ihrer Haut, das seine Hand in ihrem Nacken entfachte, sein heißer Atem, der ihr entgegen schlug. Langsam schloss sie die Augen und kam ihm immer näher. Sie spürte seinen heftigen Atem, ihre Lippen nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt. Henry und die Kinder waren plötzlich weit weg. Es gab nur noch Carlo und sie, als sich sein Mund auf ihren legte und sie sich zaghaft küssten.

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Als jedoch seine Zunge in ihren Mund eindrang, atmete sie schwer auf und ließ sich mit der gleichen Leidenschaft treiben. Sie stöhnte auf, als sich ihre Zungen spielerisch umkreisten. Carlo spürte ihren Herzschlag, der gegen seine Brust pochte, fühlte die Hitze, die in ihm aufstieg.

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Minutenlang schmusten sie heftig miteinander, während die Hände immer forscher wurden. Aufreizend langsam öffnete Caroline zwei seiner Hemdknöpfe und senkte ihren Kopf auf seine Brust, während ihre Lippen sanft über sein Brusthaar strichen. Währenddessen zog Carlo ihr Top aus der Hose und ließ seine Hand darunter gleiten, was einen wohligen Schauer auf ihrem Körper hinterließ.

„Carlo“, stieß sie heftig aus, während sie ihre Hand auf seinen Schritt legte.

Scharf sog Carlo die Luft ein, ehe er sie küssend mit sich von der Couch hoch zog. Heftig erregt stöhnte er: „Lass‘ uns nach oben gehen.“

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Heftig atmend standen sie sich im Schlafzimmer gegenüber, ehe sie sich erneut küssten und die Hände nicht voneinander lassen konnten. Ihre Hände umfassten seinen Po, ehe sie langsam den Rücken aufwärts strichen. Verlangend drückten sie sich aneinander, konnten ihre Erregung kaum noch zügeln.

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Schließlich löste sich Caroline von ihm und zog ihn mit ihrer Hand zum Bett. Aufreizend ließ sie sich darauf nieder und sah ihn verführerisch an. Ehe er noch etwas sagen konnte, hatte sie ihn mit einem Ruck zu sich hinunter gezogen. Verführerisch flüsterte sie ihm ins Ohr: „Ich will Dich, Carlo. Schlaf‘ mit mir.“

Doch Carlo schien plötzlich das schlechte Gewissen zu plagen. „Bist Du Dir wirklich sicher, Caroline? Ich meine... Henry... er ist mein... bester Freund... und...“, stammelte er.

Doch noch ehe er weitere Argumente aufbringen konnte, die dagegen sprachen, mit der Frau des besten Freundes ins Bett zu gehen, zog sie ihn auf sich und verschloss seinen Mund mit ihren Lippen.

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Carlo stöhnte heftig auf, während sie sich ihrem Spiel hingaben. Hastig richteten sich beide auf, um sich ihrer Kleider zu entledigen. Geschickt öffnete Carlo die Gürtelschnalle und den Reißverschluss ihrer Hotpants, während ihm Caroline das Hemd aufknöpfte. Zärtlich ließ sie ihre Lippen über seine Brust wandern, ehe sie sich an seiner Hose zu schaffen machte. Schnell zogen sie ihre restlichen Kleider aus und huschten unter die Decke, unter der sie sich leidenschaftlich liebten, während draußen das Unwetter unerbittlich tobte.

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Erschöpft lagen sie nach ihrem Liebesspiel nebeneinander. Draußen indes stürmte es ununterbrochen weiter, das Gewitter dabei immer heftiger, die Wartezeit von Blitz auf Donner wurde stetig kürzer. Immer, wenn ein Blitz am Himmel erschien, zuckte Caroline heftig zusammen, so dass Carlo seine Arme noch fester um sie schlang. „Dir passiert nichts. Wir sind hier im Haus relativ sicher. Du musst keine Angst haben, Caroline.“

Sie sagte nichts dazu und berührte ihn stattdessen an seinen empfindlichsten Stellen, ehe er sich auf sie legte und sie sich erneut ihrer Leidenschaft hingaben.

Als sie nach etlichen Minuten wieder zu Atem gekommen waren, sagte Caroline plötzlich: „Carlo, auch wenn es momentan wunderschön mit Dir ist und ich es auch keinesfalls bereue. Aber Du weißt, dass das mit uns hat keine Zukunft hat. Ich liebe Henry und Du Anjelica.“ Sie verschloss ihm mit ihrer Hand den Mund, als er protestieren wollte. „Nein, sag' jetzt nichts. Wir wissen es beide. Ich kenne Dich zu gut. Lass‘ uns das, was zwischen uns passiert ist, unsere Erinnerung sein und einfach vergessen.“

Carlo nahm ihre Hand und fragte: „Kannst Du das, Caroline? Vergessen, was zwischen uns war und noch immer ist? Du wirst immer ein wichtiger Teil meines Lebens sein. Du weißt, dass ich immer noch verrückt nach Dir bin und ein Teil von mir Dich liebt.“

Schläfrig murmelte sie: „Carlo, Du liebst nur eine Frau und das ist Anjelica. Du musst es Dir nur endlich eingestehen. Das mit uns war Sex, leidenschaftlicher Sex. Aber mehr auch nicht.“

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Als er nichts darauf erwiderte, hakte sie leise nach: „Genügt es Dir wirklich, wenn Ihr Euch einmal im Jahr seht, Sex habt und danach wieder Funkstille? Wie kommt Anjelica denn damit zurecht? Und was ist mit Dir? Warum lässt Du Dir das von Deinen Eltern gefallen, Carlo? Ich versteh‘ Dich nicht.“

Carlo gab ihr darauf keine Antwort und murmelte stattdessen schläfrig: „Lass‘ uns schlafen, Caroline.“

Sie sah ihn an, während er schon die Augen geschlossen hatte. Zärtlich strich sie ihm eine Strähne von der Stirn, ehe sie einen Kuss auf seinen Mund hauchte. Sie kuschelte sich an Carlo, während sie dachte: Du machst Dir etwas vor, Carlo. Du und Anjelica, Ihr gehört zusammen. Du bist der eine Teil von ihr und sie der andere von Dir. Sag' ihr endlich, dass Deine Gedanken bei ihr sind, wenn Du abends einschläfst und am Morgen aufwachst. Sag' ihr, dass Du mit Deiner Frau nicht schläfst, weil sie es ist, die Du haben willst, nach der Du Dich verzehrst. Ich bin es nicht Carlo und ich werde es auch niemals sein. Ich liebe Dich, ja das stimmt, als meinen besten Freund, den ich niemals im Leben verlieren will. Aber mein Herz gehört Henry. Auch, wenn ich es nicht bereue, mit Dir geschlafen zu haben. Es hätte nie geschehen dürfen und das wird es auch nicht mehr. Nie mehr, Carlo. Sie spürte die Tränen die Wangen hinunter laufen, als sie an ihren Mann dachte, den sie mit Carlo betrogen hatte...dessen besten Freund. Tief seufzte sie auf und kuschelte sich an Carlo, ehe sie kurz danach auch eingeschlafen war, während der Regen unaufhörlich an die Scheiben prasselte und die Palmenblätter sich im Wind bogen.

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Als Carlo am nächsten Morgen erwachte, war Caroline bereits gegangen. Es war das letzte Mal, dass er ihr so nahe gewesen war. Nachdenklich stand er auf und ging auf den Balkon. Er starrte auf‘ s Meer, in die Richtung, in der er Caroline‘ s Hotel vermutete.

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Mit dem Fernrohr suchte er die Gegend ab, die Strände, Straßen, das Treiben auf dem Meer. Immer wieder wechselte er die Richtung.

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Plötzlich sah er einen kleinen Punkt in der Ferne, der wie ein Boot aussah. Ja, das könnte ihr Boot sein.

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Noch immer spürte er ihre Finger auf seiner Haut, ihre Lippen auf seinem Mund. Einmal mehr bedauerte er, seine Chance damals nicht genutzt zu haben. Hätte er sich intensiver um sie bemüht, wäre er anstatt Henry heute mit ihr verheiratet. Oder doch nicht? Er hatte nicht gelogen, als er Caroline gesagt hatte, dass ein Teil von ihm sie liebte, sie immer lieben werde. Aber sie hatte mit ihrer Behauptung den Nagel auf den Kopf getroffen, er liebte Anjelica immer noch und das würde sich niemals ändern.



Es war mittlerweile dunkel geworden, als Carlo wieder in die Gegenwart zurückkehrte. Ja, Caroline hatte es auf den Punkt gebracht. Er hätte etwas darum gegeben, wäre Kyle sein Sohn gewesen. Ihr Anruf damals, sie müsse ihn dringend sprechen. Er hatte sich nicht vorstellen können, was denn der Grund sein könnte. Schließlich ihr Geständnis unter Tränen, schwanger zu sein und nicht hundertprozentig zu wissen, wer der Vater war. Es hatte ihn geschockt. Henry oder er. Er oder Henry. Sie hatte ihn angefleht, Henry nichts von ihrer gemeinsamen Nacht in Sunlit Tides zu erzählen. Carlo hatte sich dem gefügt, wenn auch widerwillig und jahrelang geschwiegen. Vermutlich hätte es Henry nie erfahren, wäre Carlo damals nicht zu Caroline gefahren, um sich bei ihr für Anjelica‘ s Verhalten zu entschuldigen. Damals, als sie gerade mit Katie schwanger gewesen war und Jelica in rasender Eifersucht Carlo für den Vater des ungeborenen Kindes gehalten hatte. Sie hatte ihr in seinem Büro eine hässliche Szene gemacht, bevor er schließlich die größte Dummheit seines Lebens begangen hatte, die seine Beziehung zu Anjelica für immer beendete.

Carlo und Caroline hatten nicht ahnen können, dass Henry an jenem schicksalshaften Tag früher aus dem Büro kommen und Zeuge ihres Gesprächs werden würde. Am nächsten Tag hatte ihn Caroline angerufen, um ihn unter Tränen mitzuteilen, dass Henry Bescheid wüsste. Trotz alledem und vor allem auch wegen der Kinder hatten sich die Beiden zusammengerauft und versucht zu verdrängen, was seitdem zwischen ihnen gestanden hatte. Sie hatten schon im neuen Haus gewohnt, als Henry schließlich von der Affäre zwischen Carlo und Anjelica erfahren hatte und, dass er der Grund gewesen war, weshalb es diese Schlägerei mit Eric gegeben hatte. Caroline hatte Carlo vor Henry verteidigen wollen, sich dabei aber immer mehr auf seine Seite geschlagen, so dass es schließlich in einen fürchterlichen Ehekrach ausgeartet war. Anschließend hatte Henry seine Koffer gepackt, um vorübergehend ins Hotel zu ziehen.

Ja, es war für alle Beteiligten schwer gewesen. Aber Carlo wusste, dass ihm das Schwerste erst noch bevorstand. Seufzend wandte er sich um und trat den Heimweg an, während er sich in Gedanken den Ausgang ausmalte. Oh, mein Gott, was soll ich nur machen? Einfach darüber reden, als wäre es das Normalste auf der Welt? Das ist es aber nicht.

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Er wusste jedoch nicht, dass ihm diese Entscheidung schon bald abgenommen werden würde.




Kapitel 4 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 05.04.2018, 10:39

Hallo Marga! :winken02

Und weiter geht´s mit dem Rückblick… :klatschen2

Caroline und Carlo haben sich also in Sunlit Tides wieder getroffen. Im herrlichen Sunlit Tides. :sonnen

Oh, die beiden hatten wirklich viel Spaß miteinander und tatsächlich hätte man die beiden, wenn man es nicht besser wüsste, für ein verliebtes Paar halten können. :verliebt:

Ohje, ein Unwetter! :gewitter Ich hasse ja sowas! Tja, und Caroline in wohl diesbezüglich auch ein kleiner Schiss-Hase! :grins

Alkohol lässt so manches mal Menschen Hemmungen verlieren, alles um sich herum vergessen. So auch Caroline und Carlo. Henry und die Kinder sind weit weg und im Moment vergessen. Und so kam was in ihrer vertrauten Zweisamkeit kommen musste…
Carlo hatte zwar in letzter Sekunde Gewissensbisse, aber es passierte doch. Caroline hat ihren Mann mit Carlo betrogen.

DAS war also diese verhängnisvolle Nacht, von der die beiden gesprochen hatten. Und daraufhin – oder auch etwas später von Henry – war Caroline schwanger geworden. Und das Schlimme für sie war, dass sie nicht wusste, wer nun der Vater des Kindes in ihrem Bauch, welches Kyle war, letztendlich war.
Tja, und dann nahm das Schicksal seinen Lauf…


Er wusste jedoch nicht, dass ihm diese Entscheidung schon bald abgenommen werden würde.
Oh, da bin ich aber schon sehr gespannt, wie es weiter geht, was dieser Satz bedeutet.


Das war ein wunderschönes Rückblick-Kapitel --> Text wie Bilder wieder super; sehr schön und detailliert geschrieben und die Bilder hätten nicht schöner sein können! :daumenhoch1 Danke dafür, liebe Marga! :hug02
Und jetzt bin ich schon sehr gespannt wie es weiter geht!


LG Astrid
:tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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SdV 2 Kommentarbeantwortung

Beitrag von cheli24 » 08.04.2018, 09:21

Hallo Astrid, :winken

bevor es mit einem weiteren Kapitel weitergeht, erst noch zu Deinem Kommentar, über den ich mich wieder sehr gefreut habe.
:klatschen1

Simsi68 hat geschrieben:
05.04.2018, 10:39
Hallo Marga! :winken02 Caroline und Carlo haben sich also in Sunlit Tides wieder getroffen. Im herrlichen Sunlit Tides. :sonnen

Eine meiner Lieblings-Nachbarschaften. Ich spiele sehr gerne in Sunlit Tides. Die Insel ist einfach traumhaft, die leuchtenden Farben, die Helligkeit. Mir hatten auch Deine Bilder dort sehr gut gefallen. :daumenhoch2 Aber wir werden nochmals dorthin zurückkehren.
Simsi68 hat geschrieben:
05.04.2018, 10:39
Oh, die beiden hatten wirklich viel Spaß miteinander und tatsächlich hätte man die beiden, wenn man es nicht besser wüsste, für ein verliebtes Paar halten können. :verliebt:

Ja, aber das ging fast schon ein wenig über eine platonische Freundschaft hinaus. :confus3 Ich denke nicht, dass so etwas im realen Leben funktionieren würde. Nicht, wenn irgendwann Gefühle im Spiel sind. Ob es wirklich an den Umständen und dem Alkohol lag? :confus2 Wenn es vielleicht Anjelica in Carlo' s Leben nicht gegeben hätte? Nun, man weiß es nicht. :schuetteln
Simsi68 hat geschrieben:
05.04.2018, 10:39
Ohje, ein Unwetter! :gewitter Ich hasse ja sowas! Tja, und Caroline in wohl diesbezüglich auch ein kleiner Schiss-Hase! :grins


Ich mag auch kein Gewitter. Da geht es mir auch wie Caroline.
Simsi68 hat geschrieben:
05.04.2018, 10:39
Alkohol lässt so manches mal Menschen Hemmungen verlieren, alles um sich herum vergessen. So auch Caroline und Carlo. Henry und die Kinder sind weit weg und im Moment vergessen. Und so kam was in ihrer vertrauten Zweisamkeit kommen musste…


Ja. das ist richtig. Es gehört schon ein starker Wille dazu. Vielleicht, wenn der Alkohol nicht gewesen wäre. Aber so...
Simsi68 hat geschrieben:
05.04.2018, 10:39
DAS war also diese verhängnisvolle Nacht, von der die beiden gesprochen hatten. Und daraufhin – oder auch etwas später von Henry – war Caroline schwanger geworden. Und das Schlimme für sie war, dass sie nicht wusste, wer nun der Vater des Kindes in ihrem Bauch, welches Kyle war, letztendlich war.Tja, und dann nahm das Schicksal seinen Lauf…

Richtig. Da sind viele Faktoren zusammen gekommen. Ansonsten hätte Henry vielleicht nie davon erfahren.
Simsi68 hat geschrieben:
05.04.2018, 10:39
Er wusste jedoch nicht, dass ihm diese Entscheidung schon bald abgenommen werden würde.Oh, da bin ich aber schon sehr gespannt, wie es weiter geht, was dieser Satz bedeutet.

Es ist eine Schlüsselszene dieser Story und zieht sich über mehrere Kapitel. Aber Du wirst es schon bald erfahren, was es damit auf sich hat. :nicken
Simsi68 hat geschrieben:
05.04.2018, 10:39
Das war ein wunderschönes Rückblick-Kapitel --> Text wie Bilder wieder super; sehr schön und detailliert geschrieben und die Bilder hätten nicht schöner sein können! :daumenhoch1 Danke dafür, liebe Marga! :hug02

Es freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat, liebe Astrid. :hug02

Vielen Dank für Deinen Kommentar, Dein Lob, die netten Worte und die Gedanken, die Du Dir gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid.
:hug02

Simsi68 hat geschrieben:
05.04.2018, 10:39
Und jetzt bin ich schon sehr gespannt wie es weiter geht!

Das erfährst Du gleich im Anschluss und ich bin schon gespannt auf Deinen Kommentar. :nicken

LG Marga

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Re: SdV 2 - Sehnsucht, die nie vergeht

Beitrag von cheli24 » 08.04.2018, 10:41

Die Kommentarbeantwortung befindet sich einen Post davor!




Hallo zusammen, :winken


ta daaaa! Ich kann es kaum glauben, aber es ist soweit. Dieses Kapitel läutet den Anfang einer der Schlüsselszenen dieser Story ein und wird sich über einen längeren Zeitraum ziehen. Ich habe lange darauf hingearbeitet und freue mich, endlich ein großes Geheimnis lüften zu können. Allerdings noch nicht in dieser Folge. Ein bisschen dauert es noch.

Ich wünsche Euch nun viel Spaß beim Lesen und hoffe, Euch gefällt das Kapitel.


LG cheli24






Kapitel 4 - Späte Entdeckung -





Am nächsten Tag


Kyle war schon gegen halb sechs wach geworden. Da es heute wieder ein sehr heißer Tag werden sollte, war er bereits in den frühen Morgenstunden joggen gewesen. Er liebte diese Zeit am Flussufer, wo ihm kaum ein Mensch begegnete. Dort konnte er seinen Gedanken nachgehen, auch wenn sie immer wieder um Trish kreisten. So sehr er sich auch bemühte, er bekam sie nicht aus seinem Kopf. Er hörte ihr Lachen, ihre Stimme, er sah sie vor sich, wenn er die Augen schloss, erinnerte sich daran, wie sich eine kleine Falte zwischen ihren Augenbrauen bildete, wenn sie angestrengt nachdachte, wie kokett sie sein konnte, wenn sie etwas wollte und wie unschuldig sie dreinschauen konnte, wenn sie etwas verbockt und er sie dabei erwischt hatte. Er rief sich ihren Leichtsinn, ihre Unvernunft, ihre zum Teil haarsträubende Ausrede, als er sie damals aus Carlo’ s Büro befreien musste, in Erinnerung. Aber, auch wenn sie in seinen Gedanken stets präsent war, sie war nicht da. Für immer gegangen.

Wie jeden Morgen nahm er die Post aus dem Briefkasten, ehe er mit dem Lift nach oben fuhr. Er legte den Briefstapel auf dem Schränkchen ab, danach ging er unter die Dusche, um sich den Joggingschweiß vom Körper zu spülen. Nachdem er sich abgetrocknet hatte, schlüpfte er in eine kurze Hose und wählte ein ärmelloses T-Shirt. Danach bereitete er sich in der Küche einen Cappuccino zu. Mit der Tasse in der Hand sah Kyle die Post durch, die auf dem Schränkchen lag.

„Rechnungen, Rechnungen, Werbung, ah eine Postkarte von Katie“, rief er erfreut, als er die bunte Ansichtskarte sah. „Oh, sie war in Monterey? Was hat sie denn da gemacht?“

Mit der Tasse in der einen Hand und der Postkarte in der anderen, wollte er diese gerade wenden, um lesen zu können, was sie geschrieben hatte, als sie ihm aus den Händen entglitt und hinter das Schränkchen segelte.

„Shit“, brummte er laut vor sich hin, während er mit seiner Tasse am Esstisch Platz nahm. Er hatte heute seinen freien Tag, den er mit Saubermachen nutzen wollte, ehe er gegen Nachmittag zu seinen Eltern fahren würde. Sheila‘ s Klasse machte heute einen Ausflug in den Zoo, so dass sie wohl erst gegen Abend daheim sein würde.

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In kurzen Zügen trank er die letzten Schlucke seines Kaffees, ehe er in die Küche zurückging, um diese abzuspülen. Mal sehen, ob die Zeitung jetzt da ist. Da werde ich doch gleich nochmal runterfahren. In der Regel las er die Zeitung stets nach dem Joggen. Aber heute Morgen hatte noch keine im Briefkasten gelegen. Er nahm den Schlüsselbund zur Hand und verließ kurz darauf die Wohnung.

Erstaunt schaute er wenig später ins leere Fach seines Briefkastens. Hm, immer noch keine da? Das ist aber seltsam. Ob die mich vergessen haben? Aber normalerweise wäre sie doch jetzt schon da. Er schaute auf seine Uhr, es war kurz vor neun. Sorgfältig verschloss er den Briefkasten wieder.

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Er war noch in Gedanken, als er plötzlich hinter sich eine Stimme vernahm. „Ich habe auch keine bekommen, habe schon angerufen und reklamiert. Guten Morgen, Kyle. Wir haben uns ja lange nicht gesehen.“

Abrupt drehte sich Kyle beim Klang der Stimme um. Es war seine Nachbarin, Mrs. Hamilton, die ihn so freundlich begrüßt hatte. Kyle‘ s Gesicht erhellte sich augenblicklich. „Das ist aber eine Überraschung. Mrs. Hamilton, ich hätte Sie ja fast nicht mehr erkannt. Eine neue Frisur? Sie sehen ja gleich dreißig Jahre jünger aus. Steht Ihnen sehr gut. Wie lange ist das her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben? Ein halbes Jahr oder so?“

Die angesprochene Frau lachte nickend. „Kyle, Sie sind wieder äußerst charmant. Vielen Dank für das Kompliment. Ich habe mir die Haare in Afrika schneiden lassen. War einfach besser bei dieser Hitze. Ja, es ist in der Tat schon sehr lange her. Vor einem halben Jahr bin ich zu meiner Schwester geflogen. Eigentlich wollte ich gar nicht so lange bleiben. Aber dann hatte sie mich zu einer Rundreise überredet.“

„Ach deshalb. Ich hatte mich noch gewundert, dass sie solange weg sind. Sie hatten doch von höchstens sechs Wochen oder so gesprochen, wenn ich mich recht entsinne.“

Die Frau stimte ihm zu. „Nun ja, zwei Monate hatte ich ursprünglich geplant. Aber wie gesagt, dann kam die Rundreise dazwischen. Wir waren am Kilimandscharo, haben eine Safari-Tour gemacht, viele wilde Tiere gesehen, traumhafte Sonnenuntergänge. Ist schon ein tolles Land. Ja und dann war noch der Geburtstag meiner Schwester. Anschließend war ich jetzt noch bei John in New Sunset Valley, einige Einzelheiten besprechen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich erst im Juni wieder hierher zurückkehren werde“, erzählte sie schwärmend mit leuchtenden Augen.

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Die Schwester Georgia Hamilton‘ s hatte mit ihrem Mann in Nairobi eine Farm geleitet. Nach dessen plötzlichen Herztod war sie eine Weile zu ihrer Schwester gezogen, um ihr beizustehen und bei der Farmarbeit behilflich zu sein. Schließlich hatte sie sie überreden können, die Farm zu verpachten. John Elmore, ein Architekt aus New Sunset Valley, der dort gerade wegen eines Brückenbaus anwesend gewesen war, hatte den Schwestern dabei geholfen. Während der geschäftlichen Abwicklungen waren sich Georgia und John einander näher gekommen. Nie hätte sie gedacht, mit 63 Jahren noch einmal ein so spätes Glück erfahren zu dürfen. Georgia hatte zwei geschiedene Ehen hinter sich, aus der drei Kinder hervorgegangen waren. In Kürze würde sie nun zu ihrem Freund nach New Sunset Valley ziehen, der dort vor ein paar Jahren ein Haus gebaut hatte und beruflich nun auch kürzer treten wollte. Kyle freute sich für sie, wenngleich er ihre liebe und selbstlose Art auch sehr vermissen würde.

Dementsprechend schwer wurde ihm ums Herz, als er fragte: „Und wann geht es los mit dem Umzug?“

„In vier Wochen. Ich freue mich schon sehr darauf. Sie müssen uns aber unbedingt zusammen mit Sheila besuchen kommen.“

„Ja, das wird sich bestimmt einmal einrichten lassen. Sie werden mir sehr fehlen, Mrs. Hamilton.“

Diese lachte jedoch nur und sagte: „Ach was, Kyle. Sie haben doch Sheila und Ihre Verlobte. Was brauchen Sie da mich?“ Als Kyle sie erstaunt ansah, fuhr sie fort: „Wann wollten Sie mir denn mitteilen, dass Sie verlobt sind? Ich bin schon etwas enttäuscht, dass Sie mir nichts davon erzählt haben. So habe ich es quasi zwischen Tür und Angel mitbekommen, als ich versehentlich ein Stockwerk zu weit nach oben gefahren bin.“

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Kyle zog die Augenbrauen eng zusammen und fragte erstaunt: „Ich bin was…? Wer hat Ihnen denn erzählt, ich wäre verlobt? Wer behauptet denn so etwas?“

Etwas irritiert sah sie ihn an. „Oh, sind Sie nicht? Dann muss ich da etwas missverstanden haben. Entschuldigen Sie bitte. Aber die blonde junge Frau, die schon öfters bei Ihnen war…“

Charlene?“, unterbrach er sie überrascht. „Sie hat Ihnen erzählt, sie sei meine Verlobte?“ Unverständnis zeichnete sich in seinem Gesicht.

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Hilflos stammelte Mrs. Hamilton, der die Situation spürbar unangenehm war. „Nei...nein, gesagt hat sie mir das nicht direkt, son...sondern… de...der jungen Frau, mit der sie sich unterhalten hatte. Vielleicht habe ich mich aber auch verhört. Bitte entschuldigen Sie. Ich will da keine falschen Gerüchte in die Welt setzen.“

Kyle wollte gerade etwas darauf erwidern, als ihr Handy klingelte.

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Sie zog es aus ihrer Rocktasche und meinte mit einem Blick auf‘ s Display: „Meine Schwester, Kyle. Ich komme nachher kurz hoch und gebe Ihnen meine zukünftige Adresse.“

Dieser nickte mechanisch und meinte dazu nur: „Ja, in Ordnung. Bis dann.“

Nachdenklich nahm er den Lift, um wieder nach oben zu fahren. Dabei ging ihm das Gespräch mit seiner Nachbarin nicht mehr aus dem Kopf. Charly hat behauptet, sie wäre meine Verlobte? Wem hat sie denn das erzählt? Welche junge Frau wollte mich denn besuchen? Hm, verstehe ich irgendwie nicht.

Wieder in seiner Wohnung angekommen, betrachtete er den Stapel Post, der immer noch auf dem Sideboard lag. Das meiste ist eh Werbung, die kann ich wegwerfen, die Rechnungen werde ich heute Abend gleich überweisen, sonst vergesse ich es noch. Ach, ich könnte eigentlich noch einen Kaffee trinken. Er war schon auf dem Weg zur Küche, als ihm plötzlich einfiel, dass Katie‘ s Karte immer noch hinter dem Schränkchen lag. Ui, das darf ich nicht vergessen. Was sie mir wohl geschrieben hat? Ob sie schon einen neuen Freund hat?

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Mit beiden Händen schob er das Sideboard vorsichtig ein wenig nach vorne, um den Laminatboden nicht zu beschädigen. Danach ging er auf die Knie und streckte seinen Arm aus, um die Karte aufzuheben. „Wollen doch mal sehen, was Du mir geschrieben hast, Schwesterchen.“ Er nahm die Karte in die Hand und wollte gerade wieder aufstehen, als er etwas Gelbes sah, das waagrecht in der Leiste steckte.

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„Nanu, was ist das denn? Werbung oder so“, dachte er laut und zog das gelbe, das sich als Kuvert entpuppte, mit einem Ruck aus der Leiste. „Das war aber fest drin. Komisch. Wie ist das denn da rein gekommen?“ Er besah sich das Kuvert von beiden Seiten. „Hm, kein Absender? Das ist ja seltsam. Sieht auch nicht nach Werbung aus“, sprach er zu sich selbst. Rasch ging er wieder in die Höhe und zog das Schränkchen an seinen alten Platz zurück, das Kuvert dabei immer noch in den Händen haltend. Er besah es sich erneut und stellte überrascht fest, dass der Umschlag nicht verschlossen war. Neugierig geworden nahm er auf der Couch Platz. Er öffnete den Umschlag und zog ein Computer beschriebenes Blatt Papier heraus.

Und dann begann er zu lesen…



Etwa eine halbe Stunde später



Kyle hatte den Brief mindestens schon gefühlte hundert Mal gelesen, kannte mittlerweile jedes Wort darin inn- und auswendig, ohne jedoch den Inhalt verstanden zu haben. In seinem Kopf drehte sich alles, die Buchstaben tanzten vor seinen Augen. Wie erstarrt saß er immer noch auf seinem Sofa, den Brief in den zittrigen Händen. Das Blut rauschte in den Ohren, sein Herz raste. Trish hatte ihm einen Brief geschrieben! Nicht durch die Post zugestellt, er musste hier abgeben worden sein. Von Trish persönlich oder hatte sie jemanden damit beauftragt? Ich muss mir Gewissheit verschaffen. Mrs. Hamilton hatte doch erwähnt, dass sich Charly mit einer Frau unterhalten hätte.

Hastig sprang er auf und wollte schon zur Tür hinaus eilen, als es just in diesem Moment klingelte. Erschrocken zuckte er zusammen und riss die Tür auf.

Mrs. Hamilton stand davor und starrte ihn entsetzt an. „Meine Güte, Kyle. Ist alles in Ordnung mit Ihnen? Sie sehen aus, als wäre Ihnen der Leibhaftige begegnet. Ich wollte Ihnen meine neue Adresse geben. Ich will dann auch nicht weiter stören.“

Etwas verunsichert gab sie ihm die Visitenkarte in die Hand und wollte sich gerade wieder zum Fahrstuhl begeben, als Kyle ihr plötzlich nacheilte. „Mrs. Hamilton? Eine kurze Frage noch. Die junge Frau, von der Sie vorhin gesprochen hatten, haben Sie zufällig gesehen, ob sie irgendetwas in der Hand hatte? Hatte sie Charlene irgendetwas gegeben, vielleicht einen Brief, ein gelbes Briefkuvert?“

Seine Nachbarin dachte angestrengt nach, ehe sie erwiderte: „Ich bin mir nicht ganz sicher, Kyle.“

Er atmete tief ein, ehe er fragte: „Es war aber keine Frau, die hier im Haus wohnt, oder?“

Etwas irritiert, da sie sich auf die Fragen keinen Reim bilden konnte, antwortete sie: „Nein, ich kannte die junge Dame nicht.“

„Mrs. Hamilton, könnten wir uns vielleicht drinnen kurz unterhalten? Es dauert auch nicht lange. Bitte, kommen Sie doch rein“, bat Kyle seine Nachbarin schließlich in die Wohnung.

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Er führte sie ins Wohnzimmer und wies auf die Rundcouch. „Nehmen Sie doch bitte Platz. Möchten Sie etwas trinken?“ Als sie verneinte, fragte Kyle, der sich neben sie platziert hatte: „Wer die andere Frau war, wissen Sie also nicht?“

„Nein, tut mir Leid, Kyle“, meinte sie bedauernd und fuhr dann fort: „Aber sie war groß, schlank, hatte lange blonde Haare und war außergewöhnlich hübsch, eine sehr attraktive Frau.“

Kyle stand auf und griff mit zittrigen Händen in seine Geldbörse, wo er ein Foto aufbewahrte, dass er zusammen mit Trish in einer Fotobox hatte machen lassen. Er gab es seiner Nachbarin zur Ansicht und fragte: „War es diese Frau?“

Mrs. Hamilton sah sich das Foto genau an und meinte schließlich: „Sie sind ein sehr schönes Paar, wenn ich das mal sagen darf. Die Frisur war zwar anders, aber ja das ist sie, zweifelsohne. Ich hatte sie unten am Eingang noch einmal stehen sehen. Aber sie hatte mich nicht wahrgenommen. Ich habe ihr Gesicht noch haargenau vor Augen. Es sah aus, als hätte sie geweint.“

Sichtlich blass geworden fragte Kyle: „An welchem Tag war das denn, wissen Sie das noch zufällig?“

„Warten Sie mal“, meinte sie lächelnd, „ja, das kann ich Ihnen sogar ganz genau sagen. Es war am Tag meiner Abreise, also am 1. Dezember.“

Fassungslos murmelte er vor sich hin: „Die Hochzeit.“

„Bitte?“, fragte Mrs. Hamilton etwas irritiert.

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Kyle gab daraufhin aber keine Antwort und zeigte ihr das gelbe Kuvert. „Mrs. Hamilton, könnte die Frau dieses Kuvert Charlene gegeben haben?“

Sie dachte angestrengt nach und schloss die Augen, so als wolle sie sich die Szene noch einmal in Erinnerung rufen. Schließlich nickte sie zögernd. „Ja, das könnte es gewesen sein. Aber hundertprozentig bin ich mir nicht sicher.“

Kyle erhob sich und konnte nur mit größter Mühe seinen Zorn auf Charlene unterdrücken. Warum hatte sie das getan? Warum hatte sie ihm diesen so wichtigen Brief unterschlagen?

Mitfühlend sah ihn Mrs. Hamilton an. Die junge Dame schien im viel zu bedeuten, das spürte sie. „Kyle, wenn ich gewusst hätte, dann… Aber wir hatten uns ja auch gar nicht mehr gesehen.“ Sie wollte ihrem netten Nachbarn helfen, wusste aber nicht, wie.

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Kyle schloss gequält die Augen. Der Gedanke, Trish durch Charlenes Intrige für immer verloren zu haben, raubte ihm fast den Verstand. Hektisch nahm er sein Handy in die Hand und wählte Charlenes Nummer. In dem Moment war ihm auch egal, dass seine Nachbarin immer noch auf der Couch saß und eventuell Zeuge seines Gesprächs werden könnte. Aber es meldete sich nur die Mailbox und so sagte er nur kurz angebunden: „Ich muss Dich sprechen, es ist dringend. Ruf' mich zurück.“

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Georgia Hamilton war mittlerweile aufgestanden, um sich zu verabschieden. „Kyle, ich gehe dann. Ich hoffe, ich habe nicht irgendwie…“, sagte sie stockend.

Kyle lächelte und meinte: „Nein, Mrs. Hamilton. Es ist nicht Ihre Schuld. Sie können nichts dafür. Machen Sie sich keine Gedanken. Es ist alles in Ordnung. Wir hören voneinander.“

„Aber, wenn ich vielleicht früher zurückgekommen wäre, dann…“

Kyle unterbrach sie mit einem gequälten Lächeln. „Es hätte auch nichts geändert.“

„Verzeihen Sie die Frage, Kyle. Sie lieben die junge Frau auf dem Foto? Habe ich Recht?“

„Es ist zu spät“, meinte er resignierend.

Doch sie schüttelte energisch den Kopf: „Es ist erst zu spät, wenn man aufgibt und sich seinem Schicksal fügt. Kyle, es geht mich ja nichts an. Aber diese Charlene, sie passt nicht zu Ihnen. Ich wollte Ihnen das schon immer mal sagen. Aber ich hätte nie gedacht, dass Sie Beide… Na ja. Vielleicht sehe ich auch zu schwarz, aber ich mag sie nicht. Zu Ihnen passt eine Frau, wie die junge Frau auf dem Foto. Ihr würdet ein sehr schönes Paar abgeben. Sie hat sogar ein wenig Ähnlichkeit mit Marlena, wenn ich das mal anmerken darf. Kyle, wenn sie diese Frau wirklich lieben, dann kämpfen Sie um sie. Geben Sie nicht auf. Ich denke, sie ist es wert.“

Eindringlich hatte sie ihren Nachbar dabei angesehen. „So, jetzt muss ich aber gehen, habe noch einiges zu erledigen. Wenn noch etwas sein sollte, Sie wissen, wo Sie mich finden. Und noch etwas, nennen Sie mich doch bitte Georgia.“

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„Danke, für Ihre ehrlichen Worte, Mrs. Ham… Georgia. Danke für alles. Ich werde darüber nachdenken.“ Höflich begleitete er die Dame zur Tür hinaus.


Am Nachmittag bei Kyle‘ s Eltern



„Und? Was willst Du jetzt tun, Kyle?“, fragte Caroline, nachdem sie ihrem Sohn mitgeteilt hatte, was Carlo ihr am gestrigen Tag erzählt hatte. Zuvor hatte Kyle ihr von dem Brief erzählt, den Charlene ihm offensichtlich unterschlagen hatte.

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„Mum, ich weiß es nicht. Der Brief hat seit einem halben Jahr hinter dem Sideboard gelegen. Ich wusste nichts von dessen Existenz. Wo soll ich sie denn suchen?“

Verzweifelt raufte er sich die Haare, während seine Mutter fragte: „Wo warst Du denn am Tag ihrer Hochzeit, Kyle?“

Dieser antwortete: „Ich war zusammen mit Sheila und Katie im Tierheim, ich hatte ihr doch einen Hund versprochen. Wir wollten uns welche anschauen.“

„Ach ja, ich erinnere mich wieder. Du hattest uns ja auf Katie‘ s Handy ein paar Fotos mit Sheila und den Hunden geschickt. Ich verstehe nur nicht, warum Dich Trish nicht auf dem Handy angerufen hat.“

Kyle dachte kurz nach und lachte dann bitter auf: „Vielleicht hat sie das ja auch. Ich hatte doch mein Handy gar nicht dabei. Ich hatte es zu Hause auf dem Esstisch liegen lassen. Ich hatte es erst bemerkt, als ich Euch die Bilder schicken wollte. Oh ja, wahrscheinlich hat Trish angerufen und Charly hat das Gespräch weggedrückt.“

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Irritiert sah Caroline ihren Sohn an: „Warum war Charlene denn in Deiner Wohnung?“

„Sie hatte einen Gemüseauflauf vorbereitet, den sie mir vorbeibringen wollte. Mit ins Tierheim wollte sie nicht. Mein Gott, wie muss sich Trish gefühlt haben, als sie Charly bei mir angetroffen hatte?“ Kyle schluckte schwer und schließlich fragte er voller Zorn: „Warum erfahren wir aber erst jetzt, dass Trish Carlo verlassen hat und erst gar nicht mit nach Monte Vista gegangen ist? Warum hat das Schwein es Dir nicht eher gesagt?“

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Kopfschüttelnd tätschelte Caroline Kyle‘ s Arm. „Ich weiß nicht, warum uns Carlo im Ungewissen gelassen hat. Es tut mir so leid, Kyle. Wenn ich Dir doch nur irgendwie helfen könnte.“

Kyle sah seine Mutter an und meinte: „Und Du sagst, ihre Großeltern heißen Moreno und hätten in Lucky Palms gewohnt? Da könnte etwas dran sein. Als Jason damals zu Besuch war, meine ich, Trish hätte ihm erzählt, dass sie früher oft bei ihren Großeltern in Lucky Palms zu Besuch war.

„Ja. Aber Carlo ist sich nicht sicher, ob die Morenos noch dort wohnen, Kyle.“

Traurig sah Kyle seine Mutter an: „Ich verstehe es einfach nicht, Mum. Warum hat Charly das getan?“

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Theatralisch hob Caroline ihre Hände in die Höhe. „Herrgott nochmal, Kyle. Hast Du das denn nie bemerkt? Sie ist in Dich verliebt und hat in Trish eine Rivalin gesehen. Bei Dir hatte sie keine Chance, also sollte Trish auch keine haben.“

„Aber Mum, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe ihr meinen Standpunkt erklärt, ihr immer wieder und wieder…“ Weiter kann er jedoch nicht.

„Kyle, ganz ehrlich. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, weshalb Du Charlene gegenüber immer so nachsichtig bist. Dir gehört in den Hintern getreten.“ Fast schon vorwurfsvoll sah Caroline ihren Sohn an.

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„Das stimmt doch gar nicht“, unternahm Kyle den kläglichen Versuch, seiner Mutter zu widersprechen.

„Doch, das bist Du sehr wohl“, beharrte Caroline jedoch auf ihrem Standpunkt. „Erinnere Dich nur einmal daran, wie sie mit Sheila umgegangen ist, als Du bei Fabio‘ s Hochzeit warst. Und komm‘ mir nicht mit dem Argument, Du wüsstest es nicht. Ich weiß, dass Katie es Dir erzählt hat.“

Kyle seufzte auf. „Ja, ich weiß von dem Vorfall und wir haben auch darüber gesprochen. Sie hat sich entschuldigt. Sie wäre nervös wegen dieser Brust-OP gewesen. Sie hat mir versichert, es würde nicht mehr vorkommen. Und in den letzten Wochen war es ja auch sehr entspannt. Ich denke, dass sich Sheila und Charly wieder ein wenig angenähert haben.“

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„Na ja, Du kennst sie besser als ich“, seufzte Caroline auch. „Aber ich traue ihr nicht. Und, was willst Du jetzt wegen diesem Brief unternehmen? Deine Nachbarin hat schließlich gesehen, dass Trish ihr einen Brief überreicht hat.“

„Ja, das ist auch richtig. Aber ich will jetzt erst einmal abwarten, bis sich Charly gemeldet hat. Ich möchte auch ihre Version hören.“

„Die erstunken und erlogen sein wird, Kyle. Wach‘ endlich auf, mein Junge. Charlene ist nur an Dir interessiert. Ihr ist Sheila doch scheißegal.“ Caroline hielt inne und meinte schließlich mit Nachdruck. „Kyle, wenn schon nicht für mich oder Deine Schwester. Dann tu es wenigstens für Deine Tochter. Das bist Du Marlena schuldig. Stell‘ Charlene zur Rede, wenn sie wieder da ist. Ich bin mal gespannt, was sie sich dieses Mal wieder zusammenreimen wird. Hattest Du nicht erwähnt, sie hätte während Deiner Abwesenheit Deine Wohnung sauber gehalten? Nun, dann erkläre mir mal, wie dieser Brief sechs Monate unter dem Schränkchen liegen konnte? Ach nein, Du hast ja gesagt, er hätte in der Leiste gesteckt. Runter gefallen und dort steckengeblieben, wie durch Geisterhand. Na, so ein Zufall aber auch.“

Kyle hatte seine Mutter noch nie so sarkastisch erlebt, wie in diesem Moment.

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Da er auf ihre Frage keine Antwort wusste, gab er lediglich brummend von sich: „Wie gesagt, ich frage sie, wenn sie wieder in der Stadt ist.“ Er hielt kurz inne, ehe er leise fragte: „Mum, denkst Du, sie wusste, was in dem Brief stand? Hat sie ihn deshalb unterschlagen? Weil sie Angst hatte, ich würde sofort nach Sunlit Tides fliegen und Trish zurückholen?“

Nachdenklich schaute Caroline ihren Sohn an. „Hättest Du das denn getan?“

„Ja Mum, ohne zu zögern“, gab Kyle ohne Umschweife zu.

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„Und wie willst Du jetzt vorgehen?“ Caroline musterte ihren Sohn neugierig.

„Was meinst Du, Mum?“, fragte Kyle etwas irritiert.

„Trish, natürlich. Was wirst Du nun unternehmen? Du wirst sie doch hoffentlich suchen.“ Als Kyle darauf keine Antwort gab, meinte Caroline eindringlich. „Kyle, wenn Du sie wirklich noch liebst und das tust Du, dann suche nach ihr. Sie kann ja nicht vom Erdboden verschwunden sein.“

„Und wo bitteschön soll ich anfangen?“, kam es resigniert über Kyle’ s Lippen.

„Nun, wir haben doch einen Anhaltspunkt. Warum fängst Du nicht in Lucky Palms an?“

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„Weil Vincenti denkt, dass sie dort ist?“ Kyle hatte die Abneigung nicht verbergen können, als er Carlo‘ s Namen ausgesprochen hatte. „Woher willst Du denn wissen, dass er uns die Wahrheit sagt?“ Caroline wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als Kyle verächtlich fortfuhr: „Richtig. Du glaubst ihm ja alles. Wäre er nicht gewesen, Mum, dann hätte Trish ihn nie geheiratet und wäre jetzt nicht weg.“

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Betroffen über Kyle’s harsche Worte, senkte Caroline den Kopf. Was sollte sie darauf auch erwidern? Er hatte ja Recht. Hätte Carlo nicht auf diese Hochzeit bestanden, wären Kyle und Trish wahrscheinlich immer noch zusammen.

„Kyle, das ist etwas kompliziert und ich weiß, dass Du meine Freundschaft zu Carlo nie verstanden und immer missbilligt hast. Aber wäre er damals nicht gewesen, dann wären Dein Dad und ich wahrscheinlich nie zusammengekommen. Das soll nicht bedeuten, dass ich gutheiße, was er getan hat und Du kannst mir glauben, dass ich ihm gehörig die Meinung gesagt habe. Aber sein Handeln wird er Dir besser selbst erklären können. Eigentlich ist es eine Sache zwischen ihm und Trish‘ s Mum. Er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat und will alles dran setzen, dass Trish gefunden wird. Deshalb hat er sich auch angeboten, mit Dir zu reden. Da gibt es etwas, dass er Dir selbst sagen muss. Hör‘ zu, mein Junge. Ihr müsst keine Freunde werden. Das erwartet niemand. Aber hör‘ Dir doch erst einmal an, was er zu sagen hat“, bat sie ihn eindringlich.

„Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben. Oder? Okay, ich werde zu ihm gehen und wehe, er hält mich hin. Dann wird er mich kennenlernen“, stieß er verärgert aus und legte eine abwehrende Haltung ein. „Aber zunächst werde ich zu Trish‘ s Vater gehen. Schade, dass er keine Adresse hat. Es hätte die Suche vereinfacht.“

Caroline war, wie sie es Carlo versprochen hatte, bei Eric gewesen. Leider hatte aber auch er keine Adresse seiner ehemaligen Schwiegereltern. Aber er hatte Kyle zu einem Gespräch gebeten, nachdem ihm Caroline mitgeteilt hatte, dass Trish verschwunden war.

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Viel hatte er sich von dem Gespräch mit Trish‘ s Vater ohnehin nicht erhofft, dennoch lief es besser, als er zuvor gedacht hatte. Es war tatsächlich so, wie Carlo es seiner Mutter gegenüber behauptet hatte. Trish‘ s Großeltern waren damals nach Lucky Palms gezogen und würden seines Wissens dort auch immer noch wohnen. Eric hatte zu seinen ehemaligen Schwiegereltern jedoch keinen Kontakt mehr.

An der Haustür wandte er sich direkt an Kyle: „Ich habe durch meine Sturheit mein einziges Kind aus dem Haus getrieben. Wenn ich es rückgängig machen könnte, dann würde ich das tun. Ich habe viel falsch gemacht, wollte aus Anjelica ein hübsches Beiwerk an meiner Seite machen. Es ist nicht nur ihre Schuld, was passiert ist. Ich selbst habe sie in Carlo’ Arme getrieben. Dass ich Trish die Mutter genommen habe, werde ich mir niemals verzeihen können. Bitte Kyle, finden Sie meine Tochter. Ich will mein Mädchen endlich wieder in die Arme schließen können. Was immer ich machen kann, werde ich tun. Sagen Sie ihr, dass ich ihr längst verziehen habe und dass es mir sehr Leidtut, sie aus dem Haus gejagt zu haben. Sie ist doch mein Ein und Alles.“

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„Das werde ich tun. Danke Eric, für Ihre Offenheit. Ich hoffe, ich werde sie finden, denn ich liebe Ihre Tochter. Von ersten Augenblick an, als ich sie gesehen hatte.“

„Ich wünsche Ihnen viel Glück, Kyle.

„Danke, Eric.“

Die beiden Männer umarmten sich kurz, ehe sich Kyle auf den schweren Weg zu Carlo begab. Seine Mutter hatte dieses Treffen arrangiert und Kyle wappnete sich innerlich auf diese Begegnung.

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Carlo stand bereits am Eingang, als sich Kyle dem Haus näherte. Ohne Umschweife ließ er ihn eintreten und sagte: „Wie ich es Ihrer Mutter schon mitgeteilt habe, wenn ich irgendwie helfen kann, Trish zu finden, dann werde ich es tun. Ich weiß nicht, wie viel Ihre Mutter Ihnen erzählt hat und was Sie bereits wissen.“

„Ich weiß gar nichts und ich würde es begrüßen, wenn Sie mir endlich die Wahrheit sagen würden“, knurrte Kyle.

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Carlo nickte. „In Ordnung. Kommen Sie mit rein, Kyle.“ Carlo ging ihm voraus ins Wohnzimmer und bat ihn, auf dem Sofa Platz zu nehmen. „Möchten Sie vielleicht etwas trinken?“

Kyle schüttelte den Kopf. „Ich will endlich Erklärungen, Carlo. Nur aus diesem Grund bin ich hergekommen.“

„Okay. Ich muss aber ein wenig ausholen.“

Was Kyle schließlich erfuhr, ließ ihn fast erstarren…



Nachdem Carlo geendet hatte, war es sekundenlang still im Zimmer. Kyle saß bewegungslos auf dem Sofa und hielt den Kopf gesenkt. Er war sprachlos und wusste nicht, was er sagen sollte.

Carlo war es schließlich, der die drückende Stille im Raum unterbrach. „Kyle, vielleicht können Sie nun eher meine Beweggründe verstehen.“

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Kyle musste an sich halten, um nicht auf Carlo loszugehen und auf ihn einzuprügeln. Hasserfüllt stieß er hervor: „Ihre Beweggründe verstehen? Sie sind gegen Trish Handgreiflich geworden und wundern sich, dass sie gegangen ist? Ach ja, Sie haben sie ja mit Anjelica verwechselt. Wissen Sie, was ich jetzt gerne mit Ihnen machen würde? Sie windelweich prügeln, für das, was sie Trish angetan haben.“

„Es tut mir wirklich sehr Leid, Kyle und es gibt auch keine Entschuldigung dafür, was ich getan habe. Nicht bei Trish. Ich habe sie immer geliebt, als wäre sie meine eigene Tochter.“

Spöttisch lachte Kyle auf. „So, wie Sie sich gewünscht haben, ich wäre Ihr Sohn. Mum hat mir alles erzählt und ich würde mir eher eine Kugel in den Kopf jagen, als von Ihnen abzustammen.“

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Resigniert seufzte Carlo auf. „Sie haben Recht. Ich bin nicht stolz darauf.“

Kyle sah ihn an. „Ich werde einfach nicht schlau aus Ihnen. Wer sind Sie, Carlo? Dr. Jekylle und Mr. Hide? Einmal so und dann wieder so, der Böse und dann wieder der Gute? Sie erpressen Anjelica und helfen ihr dann wiederum? Aber Sie haben ja nur so gehandelt, um sie zu schützen.“

Carlo nickte. „Ja, das habe ich, Kyle. Glauben Sie mir bitte, ich kenne ihn und ich weiß, zu was er fähig ist. Es waren seine Leute, die die Hütte in die Luft gejagt haben.“

Kyle sah ihn erwartungsvoll an. „Richtig, Craig. Das hätte ich fast vergessen. Wissen Sie, wo er ist?“

„Nein. Er scheint verschwunden zu sein“, schüttelte Carlo den Kopf.

„Und Anjelica ahnt nichts davon, sagen Sie?“

Er zuckte mit den Schultern. „Ich glaube nicht. Aber dort, wo sie ist, ist sie sicher. Das dürfen Sie mir glauben. Aber ich sorge mich um Trish, Kyle. Wenn herauskommt…“

„Nein! Das darf es nicht“, wurde er energisch von Kyle unterbrochen. „Wenn Sie noch einen Funken Anstand im Leib haben. Bitte Carlo, ich brauche darauf Ihr Wort. Ich werde mich gleich morgen mit den Londoner Behörden in Verbindung setzen.“

Carlo nickte und hielt Kyle eine Visitenkarte entgegen. „Das ist die Adresse. George ist ein Bekannter meines Geschäftspartner' s. Das habe ich auch erst jetzt herausgefunden.“ Als Kyle ihn überrascht ansah, meinte Carlo: „Und nein, sie hat keine Ahnung und das soll vorerst auch so bleiben. Aber wie wollen wir jetzt bei Trish vorgehen?“

„Wir?“, rief er verächtlich aus. „Wenn Sie Trish noch einmal zu nahe kommen, dann werden Sie mich kennenlernen, Carlo. Das schwöre ich Ihnen. Ich werde nach Lucky Palms runter fliegen. Auch wenn eine Adresse natürlicher hilfreicher gewesen wäre. Aber, nun ja.“

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Die beiden Männer erhoben sich, zögerten kurz, ehe sie sich schließlich die Hand gaben. „Auf Wiedersehen, Carlo…“ Kyle hielt kurz inne, ehe er hervor presste: „Und Dank für Ihre Mithilfe.“

Carlo lächelte verhalten. „Sie müssen mir nicht danken. Meinetwegen ist sie ja weg gegangen. Und Kyle, bevor Sie gehen…“

Kyle sah den Älteren überrascht an. „Ja?“

„Es gibt da etwas, was Trish nicht weiß und ich möchte, dass Sie dabei sind, wenn sie die Wahrheit erfährt.“

Kyle‘ s Augenbrauen zogen sich bedrohlich zusammen. „Welche Wahrheit? Was verschweigen Sie mir jetzt noch, Carlo?“

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Dieser seufzte auf. „Eigentlich hätte sie es von ihrer Mutter erfahren sollen. Bitte, es ist nichts Illegales, Kyle. Aber ich kann nicht darüber sprechen. Es ist auch nicht meine Aufgabe. Sie werden die Wahrheit erfahren, wenn Sie die Morenos gefunden haben. Trish wird Ihre Unterstützungen brauchen. Bitte, versprechen Sie mir, dass Sie dann für sie da sind.“

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„Wie bitte?“

„Tut mir Leid. Aber das kann ich Ihnen nicht sagen. Aber bitte, denken Sie an meine Worte. Trish braucht Sie. Lassen Sie sie nicht im Stich. Und bitte geben Sie mir Bescheid, wenn Sie sie gefunden haben.“ Er drückte ihm seine Visitenkarte in die Hand.

„Ich werde wohl keine andere Wahl haben. Auch wenn ich nicht im Geringsten weiß, von was Sie überhaupt sprechen“, brummte Kyle, ehe er sich verabschiedete und zur Tür hinausging.

Carlo indes sah ihm nachdenklich hinterher. Er atmete tief durch und sah in den wolkenverhangenen Himmel. Wie die Ruhe vor dem Sturm, dachte er. Jelica, wir wussten, dass der Tag irgendwann kommen würde.



Kyle konnte nicht schlafen und lag noch lange wach. Immer wieder musste er über das nachdenken, was ihm Carlo erzählt hatte. Aber je länger er darüber nachdachte, er konnte sich darauf keinen Reim bilden. Warum und bei was sollte er Trish beistehen? Was wussten die Morenos, was hatten Anjelica und ihre Eltern vor Trish verheimlicht? Hatte Trish etwas herausgefunden und war deshalb gegangen? Carlo hatte ihm das nicht beantworten wollen. Aber letztendlich war es auch nicht von Bedeutung. Wichtig war in erster Linie, Trish endlich zu finden. Übermorgen würde er nach Lucky Palms fliegen. Jason, bei dem er auch wohnen würde, wollte ihn am Flughafen abholen. Die Nachricht jedoch, dass es nicht Carlo gewesen war, der Marlena auf dem Gewissen hatte, war ein Schlag gewesen. Und zum ersten Male hatte er bestätigt bekommen, was er durch die Akte schon geahnt hatte. Sein Onkel Peter war nicht der gewesen, für den ihn Kyle immer gehalten hatte. Wie hatte er ihn und seine Familie nur so hintergehen können?

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Kapitel 5 folgt...

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Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simgurke » 08.04.2018, 11:55

Hallo Cheli, :winken02

Endlich geht die 2.Staffel weiter :klatschen1

Bilder und Kapitel waren wie immer super. Ich bin so froh das Trish wieder frei ist. Wobei ich nie von Carlo gedacht hätte das Carlo die Ehe anullieren würde.Aber scheinbar hat er es wirklich sehr bereut das er Trish angegriffen hatte/wollte.
Interessant war auch zu erfahren wie es zu dem One-Stand zwischen Caroline und Carlo kam.
Was mir aber mit am besten gefällt ist die Tatsache das Kyle endlich erfahren soll was Charlene für eine falsche Schlange ist. :schlange
Und das mit Carlo geredet hat und auch mit Trishs Vater und das er jetzt endlich nach Trish sucht. Und Mrs. Hamilton ist wirklich eine gute Seele. Und sie hat Recht das Trish wunderbar zu Kyle passt.
Die Idee mit der Afrikareise war übrigens klasse.
Irgendwie habe ich die Vermutung das Kyle nicht nur Trish in Lucky Palms finden sondern auch Craig, sofern er noch lebt oder sogar Anjelica.

So ich bin gespannt aufs nächste Kapitel. Ich wusste jetzt nicht genau wie ich alles in einem Kommentar unterbringen sollte, deswegen hab ich jetzt mal nur ein Punkte aufgegriffen :bla
Und nochwas: Genieß das schöne Wetter :sonne

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Re: Schatten der Vergangenheit - Sehnsucht, die nie vergeht.

Beitrag von Simsi68 » 10.04.2018, 12:55

Hallo Marga! :winken02
ta daaaa! Ich kann es kaum glauben, aber es ist soweit. Dieses Kapitel läutet den Anfang einer der Schlüsselszenen dieser Story ein und wird sich über einen längeren Zeitraum ziehen.
Oooooh, jetzt machst Du mich aber wirklich neugierig! Ich bin gespannt wie ein Regenschirm! :regen :daumenhoch2
Ich habe lange darauf hingearbeitet und freue mich, endlich ein großes Geheimnis lüften zu können. Allerdings noch nicht in dieser Folge. Ein bisschen dauert es noch.
Aha, Du spannst uns also noch ein wenig auf die Folter, wie?! :freu1


Aaah, es geht weiter mit Kyle… Und klar, er denkt immer noch viel an Trish. Er liebt sie eben und da kann nichts und niemand was dran ändern.

Er legte den Briefstapel auf dem Schränkchen ab…
Hinter dem Schränkchen, hinter dem sich der Brief von Trish befindet? Den die blöde Schrulle Charlene vor Kyle hatte verschwinden lassen? :schimpfen KYLE!!! Zieh das Schränkchen vor und schau dahinter!!!
JA!!!!! Was für ein Glück, dass ihm die Postkarte entglitten ist!!!
:klatschen1

Oh, Mrs. Hamilton! So lange war sie jetzt fort von zu Hause? Ein halbes Jahr? Wow! Oh und sie will weg ziehen? So eine liebe Nachbarin wird Kyle wohl nicht mehr bekommen! :kopf:
Und dann kam was kommen musste. Sie sprach Kyle darauf an, was sie damals vor ihrer Reise gehört hatte.

„Sie haben doch Sheila und Ihre Verlobte. Was brauchen Sie da mich?“
Mist! Warum musste ausgerechnet in diesem Moment ihr Handy klingeln! Sonst hätte Kyle ihr noch ein paar Fragen stellen können, aber so… Hmm… Aber sie möchte nachher bei ihm vorbei kommen, um ihm ihre zukünftige Adresse geben. Vielleicht hat er da ja noch die Gelegenheit, sie zu fragen.

ENDLICH schiebt Kyle das Schränkchen von der Wand weg! Ja Kyle, gut gemacht, denn jetzt findet er Trish´s Brief von damals. Und er liest ihn. Immer und immer wieder...

Glücklicherweise hat er dann noch die Möglichkeit mit seiner Nachbarin drüber zu reden. Jedenfalls über „die junge Dame“ etc.

Klar, dass Mrs. Hamilton nichts von alledem kapierte, was Kyle da sagte, aber er bekam immer mehr Aufschlüsse, dass Trish damals in seiner Abwesenheit hier war und Charlene sie eiskalt angelogen hatte.
:durchdrehen

Aber diese Tatsache erfuhr er leider viel zu spät! Es war viiiiiiiiiiiiiiiiiiel Zeit vergangen! Aber vielleicht war es doch noch nicht zu spät!

Armer Kyle!

Die Aussage der Nachbarin:
„Kyle, es geht mich ja nichts an. Aber diese Charlene, sie passt nicht zu Ihnen.“ Wie wahr, wie wahr! Aber Kyle wollte ja auch all die Jahre nicht mehr von ihr, als nur Freundschaft.
Und ich gebe Mrs. Hamilton recht: Kyle MUSS um Trish kämpfen! Auch wenn seither ein halbes Jahr vergangen ist!
Klar, er ist verzweifelt ohne Ende, hat keine Ahnung wo er anfangen soll zu suchen. Aber soll nicht aufgeben. Er DARF nicht aufgeben!

Langsam kommt er hinter alles, auch dass diese verdammte Schrulle Trish´s Anruf an besagtem Tag, als Kyle mit Sheila und Katie im Tierheim war, weggedrückt haben musste.
:meckern

Kyle ist so verzweifelt, so verbittert und man kann es ihm nicht verdenken!

Ohja, Caroline bringt alles sowas von auf den Punkt, was Charlene betrifft! Sie hat ja so recht!
Und dann schlägt Caroline Kyle ein Gespräch mit Carlo vor. Ohje, Kyle bleibt aber auch wirklich nichts erspart!
:kopf:

Aber was mich einerseits gewundert hat, ist, dass Trish´s Vater jetzt so ganz anders spricht. Er hat seine Tochter damals aus dem Haus geworfen. Doch jetzt weiß er, dass ihm alles leid tut, dass er alles tun würde, um Trish wieder in seiner Arme schließen zu können.
Wie gesagt einerseits. Andererseits… Er ist eben doch ein liebender Vater. Trish´s Vater.

Und jetzt muss Kyle zu seinem Erzfeind Carlo…
Kyle kann es nicht erwarten, die Wahrheit und Erklärungen aus Carlo´s Mund zu hören. Er ist ungeduldig. Aber Carlo geht auf Kyle ein, erzählt ihm scheinbar alles.
Kyle ist verständlicherweise sehr aufgebracht! Der Arme! Wie gesagt, ihm bleibt aber auch wirklich nichts erspart!

Doch was wollte Carlo sagen, als ihn Kyle unterbrochen hat?

„Aber ich sorge mich um Trish, Kyle. Wenn herauskommt…“
Wenn WAS herauskommt?! :confus3 :confus2 :durchdrehen

Ich halte Carlo wirklich zugute, dass er so vernünftig mit Kyle gesprochen hat.
Und worauf ich gespannt bin ist, was Carlo nun damit wieder meinte:
„Es gibt da etwas, was Trish nicht weiß und ich möchte, dass Sie dabei sind, wenn sie die Wahrheit erfährt.“
WELCHE Wahrheit?! :confus3 :confus2 :durchdrehen

Tja, nun weiß Kyle zwar schon vieles, erfahren von Carlo persönlich, aber andererseits hat er nun auch viele Rätsel, viele offene Fragen. Er kann nicht schlafen, weil er immer und immer wieder an das von Carlo Gesprochene denken muss, kommt aber auf keinen grünen Zweig.

Ooooh, was bin ich nur gespannt wie es weiter geht. Wird er Trish in Lucky Palms finden?

Das war ein sehr spannendes Kapitel --> Text wie Bilder wieder super; sehr schön und detailliert geschrieben und die Bilder hätten nicht besser sein können! :daumenhoch1 Danke dafür, liebe Marga! :hug02
Und jetzt kann ich es kaum erwarten und bin gespannt wie es weiter geht! :klatschen1


LG Astrid
:tippen02
Ich bin hier Moderatorin. :cool1 Man darf mich anschreiben (siehe private Nachricht (PN) senden). :tippen02 Ich beiße nicht :schlange

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Beitrag von cheli24 » 27.04.2018, 00:55

Hallo zusammen, :winken

bevor es mit einem neuen Kapitel weitergeht, erst noch zu den Kommentaren, über die ich mich sehr gefreut habe.



Hallo Simgurke! :winken

Zunächst einmal freue ich mich riesig, dass Du Dich hier angemeldet hast und meine Story weiterhin lesen willst. :klatschen1 Ich hoffe natürlich auch, in absehbarer Zeit Deine Geschichte lesen zu können. :daumenhoch2 Nur Mut, hier wird keiner gebissen. So, jetzt aber zu Deinem Kommentar.


Simgurke hat geschrieben:
08.04.2018, 11:55
Hallo Cheli, :winken02 Bilder und Kapitel waren wie immer super. Ich bin so froh das Trish wieder frei ist. Wobei ich nie von Carlo gedacht hätte das Carlo die Ehe anullieren würde.Aber scheinbar hat er es wirklich sehr bereut das er Trish angegriffen hatte/wollte.

Ja, ich glaube, das hatte alle überrascht. Man konnte nicht unbedingt damit rechnen, nachdem er diese Heirat unbedingt wollte. Und dann lässt er die Ehe einfach so annullieren? Hm, war es das schlechte Gewissen oder steckt mehr dahinter?
Simgurke hat geschrieben:
08.04.2018, 11:55
Interessant war auch zu erfahren wie es zu dem One-Stand zwischen Caroline und Carlo kam.
Ich hatte ja in der 1. Staffel angedeutet, dass da etwas war und auch, dass zeitweise der Verdacht bestanden hatte, Kyle könne evtl. Carlo' s Sohn sein. Nun habt Ihr auch die Geschichte dazu erfahren. Das war mir wichtig. Aus dem Grund gibt es auch immer wieder diese Rückblicke.
Simgurke hat geschrieben:
08.04.2018, 11:55
Was mir aber mit am besten gefällt ist die Tatsache das Kyle endlich erfahren soll was Charlene für eine falsche Schlange ist. :schlange

Oh ja, damit hatte Kyle nicht gerechnet und insgeheim kann er es ja immer noch nicht glauben.
Simgurke hat geschrieben:
08.04.2018, 11:55
Und das mit Carlo geredet hat und auch mit Trishs Vater und das er jetzt endlich nach Trish sucht. Und Mrs. Hamilton ist wirklich eine gute Seele. Und sie hat Recht das Trish wunderbar zu Kyle passt.
Mich hatte damals gewundert, dass keiner die Anwesenheit Mrs Hamilton' s infrage gestellt hatte. Es hatte diesen Grund, dass sie sich im Stockwerk geirrt hatte und Zeugin wurde, was Charlene vor Trish behauptet hatte. Dann hatte es noch einmal die Begegnung im Erdgeschoss gegeben und ich hatte auch erwähnt, dass Mrs Hamilton zu ihrer Schwester nach Afrika fliegen würde. Nee, keiner hatte da einen Zusammenhang vermutet. Also, alles richtig gemacht.
Simgurke hat geschrieben:
08.04.2018, 11:55
Die Idee mit der Afrikareise war übrigens klasse.
Danke, die ist mir so eingefallen. Es ist ein halbes Jahr vergangen, Kyle wusste nichts von dem Brief. Wäre seine Nachbarin hiergewesen, dann hätte er es mittlerweile erfahren. So durfte es ihm aber nicht bekannt werden, also musste Mrs Hamilton eine Weile "verschwinden". Aber wer verreist schon für ein halbes Jahr? Ich denke, mit der Schwester, die in Afrika lebt, hatte ich das gut gelöst. Ganz durfte sie ja nicht weggehen, denn Kyle musste von Trish' s Besuch erfahren. Leider war Charlene wirklich zu dumm gewesen, den Brief ganz verschwinden zu lassen. Vermutlich hatte sie nicht mehr daran gedacht. Dumme Kuh!
Simgurke hat geschrieben:
08.04.2018, 11:55
Irgendwie habe ich die Vermutung das Kyle nicht nur Trish in Lucky Palms finden sondern auch Craig, sofern er noch lebt oder sogar Anjelica.

Oh und Du meinst, die sind alle in Lucky Palms? Aber bedenke, dass Carlo Anjelica' s Aufenthalt kennt. Immerhin hat er sie außer Landes geschafft und es wäre sehr verwunderlich, wenn er nicht wüsste, wo sie ist.
Simgurke hat geschrieben:
08.04.2018, 11:55
So ich bin gespannt aufs nächste Kapitel. Ich wusste jetzt nicht genau wie ich alles in einem Kommentar unterbringen sollte, deswegen hab ich jetzt mal nur ein Punkte aufgegriffen :bla


Das war doch vollkommen okay. Du hast alle wichtigen Punkte erwähnt. Das hat mir sehr gefallen.


Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir gemacht hast. :hug02 Ich habe mich sehr darüber gefreut, Simgurke.


Hallo Astrid! :winken

Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Hallo Marga! :winken02
Ich habe lange darauf hingearbeitet und freue mich, endlich ein großes Geheimnis lüften zu können. Allerdings noch nicht in dieser Folge. Ein bisschen dauert es noch.
Aha, Du spannst uns also noch ein wenig auf die Folter, wie?! :freu1


Ähm... jaaaa. Es muss doch spannend bleiben, oder? Alles andere wäre langweilig.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Er legte den Briefstapel auf dem Schränkchen ab…Hinter dem Schränkchen, hinter dem sich der Brief von Trish befindet? Den die blöde Schrulle Charlene vor Kyle hatte verschwinden lassen? :schimpfen KYLE!!! Zieh das Schränkchen vor und schau dahinter!!!JA!!!!! Was für ein Glück, dass ihm die Postkarte entglitten ist!!! :klatschen1


Ich hätte zu gerne Dein Gesicht gesehen, als Du das Kapitel gelesen hast. Göttlich, wie Du mitfieberst!
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Und dann kam was kommen musste. Sie sprach Kyle darauf an, was sie damals vor ihrer Reise gehört hatte.[/color][/b]
Ja, zwangsläufig kam das Gespräch darauf. Sie konnte sich damals keinen Reim darauf bilden, hatte ja auch nicht alles mitbekommen. Aber jetzt ergibt alles einen Sinn.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
„Sie haben doch Sheila und Ihre Verlobte. Was brauchen Sie da mich?“Mist! Warum musste ausgerechnet in diesem Moment ihr Handy klingeln! Sonst hätte Kyle ihr noch ein paar Fragen stellen können, aber so… Hmm… Aber sie möchte nachher bei ihm vorbei kommen, um ihm ihre zukünftige Adresse geben. Vielleicht hat er da ja noch die Gelegenheit, sie zu fragen.
Eben. Sie wollte ja noch einmal hochkommen. Vielleicht ergibt sich dann eine Gelegenheit.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
ENDLICH schiebt Kyle das Schränkchen von der Wand weg! Ja Kyle, gut gemacht, denn jetzt findet er Trish´s Brief von damals. Und er liest ihn. Immer und immer wieder...

Ja. Immer und immer wieder und ich will nicht wissen, was er dabei gedacht hatte. Vielleicht, wäre er nicht im Tierheim gewesen oder wäre er früher heimgekommen? Hatte er sich Vorwürfe gemacht? Vielleicht denkt er aber auch, wie sich Trish in diesem Moment gefühlt haben musste, als sie diese Zeilen geschrieben hatte.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Klar, dass Mrs. Hamilton nichts von alledem kapierte, was Kyle da sagte, aber er bekam immer mehr Aufschlüsse, dass Trish damals in seiner Abwesenheit hier war und Charlene sie eiskalt angelogen hatte. :durchdrehen
Ja, es war vor allem wichtig, dass er erfährt, dass Trish zu ihm wollte.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Aber diese Tatsache erfuhr er leider viel zu spät! Es war viiiiiiiiiiiiiiiiiiel Zeit vergangen! Aber vielleicht war es doch noch nicht zu spät!

Ja, schauen wir mal, ob es noch irgendwie einen Sinn macht.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Die Aussage der Nachbarin: „Kyle, es geht mich ja nichts an. Aber diese Charlene, sie passt nicht zu Ihnen.“ Wie wahr, wie wahr! Aber Kyle wollte ja auch all die Jahre nicht mehr von ihr, als nur Freundschaft. Und ich gebe Mrs. Hamilton recht: Kyle MUSS um Trish kämpfen! Auch wenn seither ein halbes Jahr vergangen ist! Klar, er ist verzweifelt ohne Ende, hat keine Ahnung wo er anfangen soll zu suchen. Aber soll nicht aufgeben. Er DARF nicht aufgeben!

Nein, das darf er auch nicht und trotz alledem liebt er Trish immer noch.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Aber was mich einerseits gewundert hat, ist, dass Trish´s Vater jetzt so ganz anders spricht. Er hat seine Tochter damals aus dem Haus geworfen. Doch jetzt weiß er, dass ihm alles leid tut, dass er alles tun würde, um Trish wieder in seiner Arme schließen zu können. Wie gesagt einerseits. Andererseits… Er ist eben doch ein liebender Vater. Trish´s Vater.

Eric ist ein sehr impulsiver Mensch, der früher sehr schnell aus der Haut gefahren ist. Das hat sich im Laufe der Jahre geändert, er hat vor allem seine Jähzorn im Griff. Er weiß, dass er einen Fehler gemacht, als er Trish aus dem Haus geworfen hatte. Mit einem gewissen Abstand sieht er die Dinge heute anders. Er vermisst seine Tochter und möchte, dass sich wieder alles zum Guten wendet.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Doch was wollte Carlo sagen, als ihn Kyle unterbrochen hat?„Aber ich sorge mich um Trish, Kyle. Wenn herauskommt…“ Wenn WAS herauskommt?! :confus3 :confus2 :durchdrehen


Keine Idee? Carlo sorgt sich um Trish. Aber warum?
:confus2
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Und worauf ich gespannt bin ist, was Carlo nun damit wieder meinte: „Es gibt da etwas, was Trish nicht weiß und ich möchte, dass Sie dabei sind, wenn sie die Wahrheit erfährt.“WELCHE Wahrheit?! :confus3 :confus2 :durchdrehen


Von der ich eingangs gesprochen hatte. Es dauert noch ein wenig, bis das Geheimnis gelüftet wird.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Ooooh, was bin ich nur gespannt wie es weiter geht. Wird er Trish in Lucky Palms finden?

Schauen wir mal, ob sie wirklich dort ist. Es ist nur eine Vermutung Carlo' s. Nicht mehr und nicht weniger.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Das war ein sehr spannendes Kapitel --> Text wie Bilder wieder super; sehr schön und detailliert geschrieben und die Bilder hätten nicht besser sein können! :daumenhoch1 Danke dafür, liebe Marga! :hug02
Dankeschön, liebe Astrid.
Simsi68 hat geschrieben:
10.04.2018, 12:55
Und jetzt kann ich es kaum erwarten und bin gespannt wie es weiter geht! :klatschen1


Vielen Dank für Deinen Kommentar, die netten Worte, Dein Lob und auch die Gedanken, die Du Dir gemacht hast. Ich habe mich sehr darüber gefreut, liebe Astrid. :hug02

Gleich im Anschluss geht es mit einem neuen Kapitel weiter, das aufgrund der Länge und der Bilder in 2 Teilen gesplittet ist.


LG cheli24 (Marga)

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